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Spielleiten unter den 8 (nein, 9!) Sonnen

Gastbeitrag von Frank Reiss

Nachdem ich gestern ja schon über Invisible Sun gebloggt habe, war Frank so nett, mir noch ein paar Worte dazu zu schicken, wie er als Spielleiter das System empfunden hat. Und da er sich genauso wenig kurzfassen kann wie ich (haha!), packe ich das einfach mal ein einen eigenen Artikel.

Lena hat ja schon einen sehr guten Überblick über das Spielsystem und die Runde gegeben, so dass ich mich hier vor allem auf meinen Part als Spielleitung beschränken möchte.

Vielleicht aber doch noch ein paar Worte zur Aufmachung des Spiels: Es ist wirklich beeindruckend, wie liebevoll und detailliert das gesamte Spiel aufgemacht ist. Der Preis ist wirklich eine Hausnummer und man kann zurecht bemängeln, dass deshalb viele Leute nicht in den Genuss kommen können, dieses Spiel jemals zu spielen – es ist am Ende ein Luxusprodukt.

Aus Sicht der Spielleitung bedeutet Invisible Sun zu Beginn vor allem erstmal eins: Sehr viel Vorbereitung! Dabei hat es mir großen Spaß gemacht, die atmosphärisch geschriebenen Texte zu lesen, durch die vier großartig gelayouteten und illustrieren Bücher zu blättern und mir die abgedrehte und surreale Spielwelt nach und nach zu erschließen – und ich bin weit davon entfernt, auch nur einen Großteil des Materials gelesen zu haben. Was nicht hilft ist die Tatsache, dass nahezu alles, was man zum Spielen benötigt, fast schon wahllos über die vier Regelbücher verteilt ist. Dass die Bücher auch noch kryptische Titel (The Way, The Key, The Gate, The Path) haben, die kaum auf den Inhalt schließen lassen, macht es nicht besser. Es hätte bestimmt Möglichkeiten gegeben, Inhalte etwas sinnvoller zu gruppieren. Immerhin gibt es aber in den Büchern durchgehend eine Spalte mit Seitenverweisen zu erwähnten Begriffen/Regelmechanismen, sodass man diese schnell nachschlagen kann.

Die Regeln

Der Schwarze Würfel – 15 Kilo schwer.

Letztendlich funktioniert Invisible Sun wie ein grundlegend aufgebohrtes und stark erweitertes Cypher System. Meine Erfahrung mit Numenera hat schon etwas geholfen, die Grundmechaniken schnell zu verstehen, auch wenn hier einiges sehr anders funktioniert – Schaden wird zum Beispiel nicht mehr über die Stat-Pools geregelt, und es wird mit einem W10 direkt auf den Zielwert gewürfelt, anstatt mit einem W20. Wenn man diese grundlegenden Abläufe verstanden hat, hat man aber eigentlich alles, was man braucht. Eigentlich, denn durch die verschiedenen Magiesysteme der Orden gibt es eine Menge Subsysteme. Das Gute: Keines der Subsysteme weicht von der grundlegende Probenmechanik ab. Das Herausfordernde: Über alles einen zumindest groben Überblick zu bekommen. Ich habe das Einlesen in die Magiesysteme der Orden an die jeweiligen Spieler*innen delegiert, was sehr gut geklappt hat.

Interessant ist im Übrigen: Während das System unzählige Optionen und Verfeinerungen für den Charakterbau und die Charakterentwicklung bereithält – viele davon sind bei Charaktererschaffung irrelevant – , ist der Rest des Regelwerks und vor allem das, was man als SL so wissen muss, sehr schlank und geradlinig. Das war beim Cypher System auch schon so und setzt sich hier fort. Die regelseitige Hauptaufgabe für die Spielleitung besteht darin, Level für NSCs, Effekte und Ereignisse festzulegen, sodass klar ist, wie schwer eine Herausforderung ist. Das befreit von unnötiger Buchhaltung und lässt Platz im Kopf für die Handlung, man muss während des Spiels eigentlich kaum mal etwas nachschlagen.

Das Setting

Monte Cook und sein Team haben mit sehr viel Liebe zum Detail eine Welt geschaffen, die von realweltlichem Okkultismus und Mythen inspiriert ist, am Ende aber etwas völlig Eigenes und fast schon verstörend Fremdartiges an sich hat. Dabei merkt man schon dem Schreibstil an, dass alles bewusst vage, verwirrend und teilweise widersprüchlich geschrieben ist. Es braucht eine Weile, sich darauf einzulassen, aber dadurch wird der Stil des Settings sehr gut deutlich: Nahezu alles ist möglich, Magie ist allgegenwärtig, je surrealer, desto besser. Orte, NSCs und die grundlegenden Fundamente der Spielwelt werden angerissen, es werden Fragen aufgeworfen, aber nicht beantwortet, es wird inspiriert, aber nicht erklärt. Darauf muss man sich einlassen können. Es geht in dem Setting aber auch gar nicht darum, das Bild einer kohärenten, in sich geschlossenen Spielwelt zu zeichnen, sondern es geht mehr darum, einen Eindruck davon zu vermitteln, wie sich die Spielwelt anfühlt. Und das gelingt mit den vielen Beispiel-NSCs, den Orten, den Namen und den Illustrationen wirklich sehr gut.

Mir persönlich gefällt der Ansatz. Ich denke mir gerne seltsame Charakter und Örtlichkeiten aus. Ich brauche keine detaillierte Beschreibung jedes einzelnen Stadtteils einer Metropole, solange die Stimmung klar ist, die dort herrschen soll. So sehen auch die Beschreibungen der Orte in Invisible Sun aus: Man erfährt in wenigen Sätzen etwas zu einem Ort und seinen Bewohner*innen. Es bleibt alles sehr kryptisch und vage, aber es transportiert einen Eindruck davon, wie sich jener Ort anfühlt und lässt viel Raum, um ihn für die eigene Erzählung anzupassen.

Eine Spielsitzung planen

Nachdem wir in unseren zwei vorbereitende Skype-Sessions die Charaktere soweit vorbereitet haben, war es dann meine Aufgabe, mich auf den eigentlichen Spielabend vorzubereiten. Das SL-Kapitel des Regelwerks hat sich dabei als sehr hilfreich erwiesen. Die wichtigste Grundregel lautet: Die Spieler*innen sitzen hinterm Steuer! Das bedeutet, dass sich Erzählungen in Invisible Sun schwerpunktmäßig um die Charaktere drehen sollen. Es soll keinen von Seiten der Spielleitung initiierte Hauptplot geben, alles dreht sich um die Character Arcs. Aufgabe der Spielleitung ist es viel mehr, Orte, NSCs und Herausforderungen zur Verfügung zu stellen und dann darauf zu reagieren, was die Gruppe damit anstellt. Es wird explizit davon abgeraten, ganze Plots vorzubereiten. Stattdessen schlagen die Autor*innen vor, interessante Szenen, Locations und Personen zu erfinden und sie dann spontan im Spiel passend zur sich entwickelnden Handlung einfließen zu lassen.

Daran wird schon deutlich: Hier ist Improvisieren angesagt. Das heißt nicht, dass ich mich nicht oder nur wenig habe vorbereiten müssen. Gerade bei einem solch ungewöhnlichen Setting lässt sich nur schwer etwas improvisieren, ohne irgendwas über die Welt gelesen zu haben. Also bestand meine Vorbereitung in erster Linie darin, mir weiteres Settingmaterial anzuschauen und die gemeinsam erarbeiteten Nachbarschaften und Charakterziele der Spielgruppe auf Ideen für einen Abenteuereinstieg abzuklappern. Bei der großen Anzahl an coolen Ideen, die wir gemeinsam im Vorfeld in der Session Zero entwickelt haben, war das zum Glück kein Problem.

Die eigentliche Spielsitzung

Unser Path of Suns der Spielrunde.

Um einen irgendwie gearteten Einstieg zu ermöglichen, ließ ich zu Beginn der Runde eine Handelskarawane im Stadtteil der Gruppe auftauchen. Das war das Einzige, was ich vorgeplant hatte. Zu Beginn jeder Szene zieht man dann eine Karte vom Sooth-Deck, die als Inspiration für die fortschreitende Handlung dienen kann. Ich hatte mir vorgenommen, mich tatsächlich recht stark von den Karten in Kombination mit den Zielen der Charaktere leiten zu lassen. Wie Lena schon erwähnt hat, haben wir uns dann auf die Geschichte um den Schakal fokussiert. Die erste Sooth-Deck-Karte deutete eine lauernde Bedrohung an – also sollte es einen Überfall auf die Handelskarawane geben. Auch im weiteren Verlauf der Handlung habe ich immer wieder spontan Dinge aufgrund gezogener Karten passieren lassen: Die Falle in dem Tunnel mit den Herzwürmern beispielsweise, oder eine dritte Partei, die dasselbe Ziel wie die Gruppe und ihre Widersacherin hatte und dem Finale eine Wendung gab.

Alles in allem hat das gut funktioniert, auch wenn es zeitweise anstrengend war, so gar nicht genau zu wissen, wohin die Geschichte sich entwickeln wird. Hier hat sich die Setting-Recherche definitiv ausgezahlt: Über die Satyrine-Rail, den Zug, der die gesamte Stadt durchquert, oder den Stadtteil Palindrome gelesen zu haben, hat es überhaupt erst möglich gemacht, diese Orte ins Spiel einzubauen. Das Wissen um das Wesen der Engel in der Actuality hat dabei geholfen eine solche Kreatur darzustellen, als die Goetic der Gruppe eine Beschwörung durchgeführt hat. Auch waren die vielen Beispiel-NSCs mit ihren surrealen Macken und ihrem fremdartigen Aussehen eine gute Inspiration für Figuren, die ich spontan ins Spiel eingebaut habe.

Ein weiteres Element, was eine sorgfältige Planung ohnehin überflüssig machen würde, sind die zufällig gezogenen Zauber und Gegenstände (Ephemera), die der Gruppe zur Verfügung stehen. Manche Effekte sind derart spielverändernd, dass sie z. B. lang geplante Reisesequenzen oder einen Endkampf gegen einen Schurken mit einer Handlung komplett umwerfen können. Auch das ist ein beabsichtigter Effekt, man sollte sich deshalb nicht zu sehr in seine Plotideen und NSCs verlieben.

Spielleitungs-Fazit

Invisible Sun macht großen Spaß! Das surreale Setting, die vielen Möglichkeiten, spontan abgedrehte Ideen ins Spiel einzubauen, der Fokus auf die Charaktere, das alles macht es leicht, Geschichten zu improvisieren. Und gleichzeitig erfordert das Spiel, dass man sich mit dem Setting, der Stimmung, die es transportieren will und natürlich auch den Regeln beschäftigt. Es ist – auch das hat Lena schon geschrieben – kein Spiel für eine Con oder einen Oneshot. Eine Kampagne hingegen wird durch die Character Arcs und die vielen, vielen Plotaufhänger, die man schon vor dem Spiel gemeinsam generiert, fast zum Selbstläufer. Es braucht keine weltumspannenden Metaplots und keine vorgefertigten, mehrteiligen Abenteuerszenarien. Das ist eigentlich das Schöne: Sind die Charaktere und ihre Nachbarschaften einmal erstellt, macht das eigentliche Spiel viel weniger Arbeit als so manche vorgeschriebene Kampagne in anderen Systemen. Ich freue mich jedenfalls sehr darauf, Doria, Zahadi, Garibaldo und Valcrys wiederzutreffen und gemeinsam mit der Gruppe herauszufinden, wohin ihre Eskapaden sie das nächste Mal führen werden.


Vielen Dank an Frank für den ausführlichen Bericht! Ich hoffe, jetzt sind wirklich alle Fragen zum Thema Invisible Sun beantwortet – wenn nicht, lasst gerne einen Kommentar da.

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Spielbericht: Invisible Sun

Nachdem doch einige Leute Interesse daran hatten, etwas zu Invisible Sun zu lesen, mache ich einfach mal spontan einen Blogartikel dazu.

Letztes Wochenende war ja die NordCon und wir hatten das zum Anlass genommen, uns einfach gleich schon ab Donnerstag liebe Leute einzuladen und gemeinsam ein Spiel zu spielen, von dem ich nie gedacht hätte, dass ich es spielen würde, weil es einfach so verdammt teuer ist, dass ich es mir nicht gekauft hätte, ohne eine Runde dafür zu haben. Nicht so Frank, der es sich tatsächlich zugelegt hat, woraufhin ich ihn quasi angebettelt habe, dass er das mal leitet. Und dann hat es auch noch geklappt, weitere Leute zu finden, die vor der NordCon Zeit und Lust hatten. Unglaublich.

Was ist Invisible Sun?

Invisible Sun ist ein Rollenspiel von Monte Cook Games, die man ansonsten vor allem von Numenera kennt. Es ist ein sehr charakterzentriertes Spiel, von den Regeln her Numenera nicht unähnlich (sagte man mir, ich kenne Numenera nur von einer Demo-Runde), das Setting ist eine surreal-magische Welt mit verschiedenen Sphären, die hier Sonnen heißen. Das Spiel ist ganz klar an Leute gerichtet, die es länger spielen wollen und das Geld haben, sich ein aufwändig produziertes und optisch wunderschönes Produkt zuzulegen. Es kostet 250 Euro, was wirklich eine große Summe ist. Dafür bekommt man dann aber auch einen 15 Kilo schweren großen schwarzen Würfel, in dem sich vier Bücher, über 1000 Karten, ein Spielbrett, Stoff-Landkarten und unter anderem ein großer Aufsteller in Form einer Hand befinden. Es ist wirklich irre, was da an sich alles drin ist – Frank konnte nur eine Auswahl mitbringen. Hier ist mal ein Foto von dem gesamten Inhalt:

Natürlich ist das trotzdem wirklich ein stolzer Preis, auch wenn ich sagen würde, das Produkt ist ihn wert, weil es einfach mit unglaublich viel Liebe gemacht ist und auch richtig viel Material enthalten ist. Beispielsweise, das sieht man oben auf dem Bild auch ein bisschen, hat jede der 5 möglichen Charakterklassen einen eigenen Charakterbogen, der jeweils passend designt ist. Außerdem gibt es wirklich sehr viele tolle Farbillustrationen, ich verlinke einfach mal die Homepage, da sieht man ein paar.

Es sollte noch erwähnt werden, wie ich überhaupt drauf kam, das spielen zu wollen, und natürlich ist mal wieder das OneShot-Network schuld. Wenn ihr hier schon länger mitlest, habt ihr ja sicherlich mitbekommen, dass ich letztes Jahr sehr von der Actual Play-Videokampagne zu Invisible Sun geschwärmt habe, die auf OneShot lief. Ich halte das immer noch für eine der tollsten Geschichten, die ich in den letzten Jahren konsumiert habe, auch wenn ich leider gestehen muss, dass ich noch nicht die Zeit hatte, mir Staffel 2 anzuschauen. Ich verlinke einfach nochmal die YouTube-Playlist der Kampagne: A Woman With Hollow Eyes.

Jedenfalls hat mich das System extrem angesprochen, weil die Welt unglaublich faszinierend ist und der Ansatz, dass sich alle Plots aus den Charakteren und deren Zielen, Wünschen und Nachbarschaft ergeben, fand ich  toll. Umso mehr hat es mich gefreut, dass wir spielen konnten.

Das Wichtigste zu Regeln

Invisible Sun ist insgesamt ein unheimlich komplexes System, das es aber schafft, die Komplexität vor allem in die Charaktererschaffung und -entwicklung zu packen und am Spieltisch nicht damit rumzunerven. Jeder Charakter ist ein Vislae, ein*e Zauberwirkende*r, und setzt sich aus verschiedenen Aspekten zusammen. Die wichtigsten sind Order, Heart, Foundation und Forte.

Order klärt die Frage, wie man die Magie benutzt: Es gibt vier Orden sowie die Möglichkeit komplett außerhalb dieser als Apostate zu operieren. Die Orden sind die Vance, die sehr formalisiert zaubern, dafür aber ihre einmal eingeprägten Zauber mehrfach nutzen können, die Weaver, die Zauberwirkungen frei aus 2 oder mehr Aspekten zusammenweben, die Goetica, die Geister, Engel, Dämonen und andere Wesen beschwören können, und die Maker, die verschiedenste magische Artefakte bauen. Jeder Orden hat im Prinzip ein eigenes Magiesystem, das unterschiedlich funktioniert. In diesen Orden kann man dann aufsteigen und damit weitere Fähigkeiten freischalten, außerdem hängt da fluff-technisch natürlich noch viel mit Verbindungen, Rivalitäten, Mentor*innen usw. dran.

Hier zum Beispiel mein Pool: Passend zum Forte habe ich Scrabble-Steinchen benutzt.

Heart ist im Prinzip ähnlich zu dem, was man unter den vier Temperamenten kennt, also phlegmatisch, melancholisch, sanguin, cholerisch. Hier heißt es Stormheart, Flameheart, Waveheart und Stoneheart, wobei man sich jeweils noch aussuchen kann, welchen Aspekt des Heart man besonders herausstellen will. Beispielsweise ist die Default-Beschreibung des Waveheart empathic, ich habe daraus aber ein perceptive gemacht, weil es besser zum Charakter passte. Aus diesen Hearts ergeben sich dann die Punkte, die man auf geistige und körperliche Fertigkeiten verteilt. Und ganz nebenbei ergibt sich daraus, da vermutlich nicht alle dasselbe Heart nehmen wollen, eine gute Dynamik unter den Charakteren gemäß des Four-Temperament Ensembles – ein ziemlich guter Kniff. Die oben genannten Punkte verteilt man dann jedenfalls auf insgesamt 8 Fertigkeiten, 4 körperliche (Accuracy, Movement, Physicality, Perception) und 4 geistige/magische (Interaction, Intellect, Sorcery (damit zahlt man die Zauber) und Sortilege (damit kann man profane Fähigkeiten mit roher Magie verstärken)). Diese Punkte bilden dann Pools, die man am besten mit irgendwelchen Bennies (das Spiel liefert welche mit, man kann aber auch kreativ werden und selber welche mitbringen) abbildet.

Foundation bezieht sich auf die weltliche Stellung des Charakters und beeinflusst, wie viele Verbindungen zu NSC man hat, wie viel Einkommen dem SC zur Verfügung steht und welche Art von Häusern man auswählen kann. Dabei kann man von bizarr oder eremitisch bis zu well-connected alles nehmen. Tatsächlich ist Invisible Sun auch durchaus so ein bisschen ein „baue dein Haus aus“-Spiel, und die Häuser können Fähigkeiten, Geheimnisse usw. haben. Am Anfang sucht man aber nur aus, was für ein Haus man nimmt (large, small, unique, hidden, etc.) und eine Besonderheit, die es hat.

Forte ist dann noch eine Spezialfähigkeit, die jeder SC hat und die man später mit einer Art Skill Tree ausbauen kann. Das gibt jedem Charakter noch eine Reihe von einzigartigen Fertigkeiten, die im Spiel dann auch ähnlich wie Zauber eingesetzt werden können. Ich hatte beispielsweise ein Forte namens „Understands the words“, mit dem man am Anfang z. B. ein Wesen oder einen Gegenstand berühren und ihn verstehen kann (man sieht dann z. B. Level, Name, Alter, Art des Wesens oder andere Informationen), später dann z. B. besonders emotionale Ansprachen halten (und damit Bonuspunkte auf Interaktion bekommen) oder Worte zu Realität werden lassen (man schreibt ein Wort auf einen Zettel und alle um einen herum sehen dann das, was man aufgeschrieben hat, als Illusion) und dergleichen. Allein das ist schon saucool und es gibt so viele großartige Ideen darin.

Am Ende hat man dann einen Charakter, der sich aus diesen vier Bestandtteilen zusammensetzt, die ähnlich wie bei Numenera dann in einen fest aufgebauten Satz verpackt werden. Mein Charakter war also z. B. Zahadi, an eremitic perceptive Weaver who understands the words.

Zusätzlich kann jeder SC noch Zauber dazukaufen, die sie dann einfach zusätzlich zu den eigenen Ordens-Fähigkeiten beherrschen. Es gibt außerdem Geheimnisse, die man lernen kann, um beispielsweise Zauber modifizieren zu können oder bessere Wirkungen zu erzielen oder einfach weitere Sachen zu können. Außerdem hat jeder Charakter immer eine gewisse Anzahl von Ephemera, Einmalartefakten und Einmalsprüchen, ähnlich wie die Cypher in Numenera. Davon kann man eine feste  Anzahl, am Anfang meist 3, auf der Hand haben und sie ohne Zauberkosten einsetzen. Gegenstände kann man finden oder kaufen, Sprüche bekommt man durch eine Meditation von einer Stunde Dauer. Diese Ephemera zieht man zufällig aus einem Kartendeck, man kann also einen eher schwachen oder einen sehr mächtigen Effekt erhalten.

Das klingt jetzt alles erstmal viel und komplex und das ist es auch – die Charaktererschaffung dauert schon eine ganze Weile und man muss natürlich aus die ganzen Fähigkeiten und Zauber und Hausoptionen erstmal durchlesen. Dass wir überhaupt spielen konnten, ging auch nur, weil es inzwischen auch eine PDF-Version von Invisible Sun gibt, die beim Kauf des Würfels vergünstigt ist und die wir als Gruppe gekauft haben. Dann haben wir erst eine Videochat-Charaktererschaffungssession gemacht, dann jede*r nochmal selber weitergebastelt und dann haben wir gemeinsam die Session Zero gemacht – dazu gleich mehr. Das Gute ist jedenfalls, dass im Spiel dann alles gar nicht mehr wirklich kompliziert ist. Man würfelt nämlich einfach immer mit einem W 10 gegen ein Level an, wobei es egal ist, ob man eine Person überzeugen, einen Gegenstand erforschen oder einen Fluch brechen will. Alles hat ein Level und man muss mit dem Wurf die Levelzahl erreichen oder überbieten (also z. B. bei Level 4 eine 4 oder höher werfen). Und mit den Punkten aus den Fertigkeits-Pools kann man dann das Level senken. Wenn man beispielsweise einen NSC mit Level 5 überzeugen will, kann man einen Punkt aus dem Interaction-Pool ausgeben und muss dann nur noch gegen 4 anwürfeln.  Manche Zauber und Fertigkeiten sowie der Einsatz von Sortilege stellen dann noch mehr Würfel zur Verfügung, von denen man dann das beste Ergebnis aussuchen kann. Es gibt dann noch verschiedene Möglichkeiten, die Pools wieder aufzufüllen, aber das würde dann zu weit führen. Jedenfalls war ich doch sehr beeindruckt, dass wir am Spieltisch selber kaum mal Regeln nachschlagen mussten.

Das Setting in Kürze

Hier der Bennie-Pool von Doria, passend zu „adored by the sea“ mit blauen Glassteinen.

Wie schon erwähnt: Invisible Sun ist sehr magisch, sehr surreal und sehr abgefahren. Die Grundprämisse ist, dass es einen großen Krieg gab und sich viele der Vislae in einer falschen Realität, dem Schatten, versteckt haben. Dieser Schatten entspricht unserer irdischen Welt und zu Anfang des Spiel sind die SC gerade seit kurzer Zeit zurück in der Actuality, also der Wirklichkeit. Man startet eigentlich immer in Satyrine, einer Stadt in der Indigo-Sonne. Die anderen Sonnen stehen für bestimmte Aspekte der Magie, beispielsweise Grün für Heilung, Rot für Dämonen, Pale/Fahl für Geister/Tod usw. Gleichzeitig kann man diese Sonnen aber auch physisch bereisen, wobei die Reise zwischen den Sonnen meist ein Abenteuer für sich ist.

Auch optisch ist das alles sehr abgefahren, es gibt beispielsweise die Changery, in der sich Vislae optisch verändern können, um beispielsweise ein Buch statt eines Kopfs zu haben, oder nur noch schwarz/weiß zu sein oder komplett nicht-menschlich auszusehen. Das sieht man auch schon ganz gut in den Beispielbildern auf der Homepage. Aber auch sonst sieht man an allen Ecken und Enden der Settingbeschreibung surreale und magische Elemente, allein die Zauber und Ephemera sind eigentlich so gut wie nie irgendetwas, das einfach Schaden anrichtet. Wir hatten im Spiel beispielsweise einen Spruch, der einem den Namen der Person offenbart, die einen töten will, ein Artefakt, das einem ein zweites Herz und damit mehr Lebenskraft verleiht und einen Spruch, der den Namen einer Person auslöscht, aus jeglicher Erinnerung entfernt und alle Pakte und Bündnisse dieser Person sofort zerstört. Wir waren im Stadtteil Palindrom, der in der Mitte einen Bahnhof hat und links und rechts davon komplett identisch ist. Wir sind mit dem Zug in einem Tunnel steckengeblieben und mussten schnell das Hindernis beseitigen, bevor die im Tunnel lebenden Herzwürmer, die von Herzschlag angezogen werden, ihren Weg in unser Abteil finden. Ich glaube, diese wenigen Beispiele vermitteln schon eine Vorstellung davon, wie das Spiel sich so anfühlt.

Es gibt übrigens auch eine zusätzlich erwerbbare Kampagne, in der man als Spielleitung immer Inhalte bekommt, diese umsetzt und dann zurückmeldet, was in der Gruppe passiert ist, ehe dann der Plot weitergeht. Ich glaube da sind auch so Handouts und Gegenstände drin, die man den Spieler*innen dann aushändigen kann. Da werden die Besonderheiten des Setting sicherlich nochmal besonders gut eingebaut.

Session Zero

Vance-Bennie-Pool aus Mini-Würfeln, daneben sieht man den Datenbogen. Alles quadratisch, praktisch, gut eben.

Ein wichtiger Teil des Spiels ist die Session  Zero, also ein Treffen vor dem ersten Spielabend, in dem die Charaktere miteinander verknüpft werden und die Nachbarschaft jedes SC ausgearbeitet wird. Das funktioniert so, dass man die SC erst einmal kurz vorstellt und dann hat jeder SC ein Bond, also eine Verbindung, zu wenigstens einem anderen SC. Wir haben pro Person 2 genommen und sind auch mit ein paar mehr „Erfahrungspunkten“ (dazu später mehr) eingestiegen. Diese Verbindungen können sowas sein wie Freundschaft, Rivalität, Liebe, aber auch so etwas wie „wir waren im Schatten befreundet“ oder Fated Companions, also zwei Leute, die sich immer wieder scheinbar zufällig begegnen. Das hat dann immer noch regeltechnische Vor- und Nachteile, allerdings eher geringe. Beispielsweise hatte ich mit einem SC das Bond Fellow Students, was bedeutete, dass wir zusammen einen Zauber entwickelt haben, den wir dann dadurch ohne Zusatzkosten aussuchen konnten, der aber nur funktioniert, wenn wir ihn gemeinsam sprechen.

Absolut großartig ist dann die Ausgestaltung der Nachbarschaft jedes Charakters, die man ohne Umschweife für jedes andere System übernehmen kann, das (länger) in einer Stadt spielt. Das funktioniert so, dass für jeden Charakter zwei NSC, drei Örtlichkeiten und zwei Gerüchte festgelegt werden, die in der unmittelbaren Nachbarschaft angesiedelt sind. Da sind dank des Settings der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Wir hatten da allen möglichen coolen Scheiß dabei, von einer sprechenden Rattensippe über eine von Vertrautentieren betriebene Apotheke bis hin zu einem Markt, auf dem unfertige Ideen verkauft werden und einem Laden, in dem Musikinstrumente ihre Besitzer stimmen lassen. Allein mit den Ideen hätte man schon einen halben Roman füllen können. Und natürlich kamen in einem OneShot nur ca 3 % davon vor, aber für Kampagnen, worauf das Spiel ja ausgelegt ist, ist das natürlich umso besser.

Charaktermotivation und Feedback

Invisible Sun ist sehr charaktergetrieben und macht tatsächlich die Charakterverbesserung davon abhängig, ob persönliche Ziele erreicht werden. Das funktioniert so, dass man sich am Anfang einen Charakterhandlungsbogen aussucht, so was wie „eine Verbindung knüpfen“ oder „ein Rätsel lösen“ oder „Gerechtigkeit bringen“ oder so. Dafür gibt es zahlreiche Beispiele, man kann sich aber auch selbst etwas aussuchen. Am Ende jeder Sitzung schaut man, wie weit man mit dem Handlungsbogen so gekommen ist und bekommt für bestimmte Zwischenschritte XP (die hier Accumen heißen). Wenn ein Bogen abgeschlossen ist oder wenn man einen zweiten anfangen will, kann man den mit Accumen freischalten. Mit diesen bezahlt man auch den Aufstieg im eigenen Orden, neue Zauber und Geheimnisse usw. Daneben gibt es noch den Mechanismus Freude oder Verzweiflung. Die Spielleitung kann gute oder schlechte Ereignisse einbauen und den Charakteren damit Freuden- oder Verzweiflungspunkte geben. Zudem wird am Ende jeder Session geschaut, ob für den SC die Ereignisse aus Sicht des Charakters eher gut oder eher schlecht waren und dann bekommt man auch nochmal einen Punkt Freude oder Verzweiflung. Ein Punkt von jedem ergibt einen Crux, und mit dem kann man dann die Forte-Fähigkeiten steigern.

Ich halte das für einen wirklich sehr gelungenen Mechanismus, denn dadurch wird angeregt, dass jeder SC immer mal positive und mal negative Ereignisse hat, es gibt am Ende immer automatisch eine Feedbackrunde und kein Charakter wird einfach so mitlaufen, ohne sich um die eigenen Ziele zu kümmern, sonst gibt es ja sehr viel weniger Accumen. Und die Rekapitulation der Session-Ereignisse am Ende, um zu gucken, ob das jetzt eher Freude oder eher Verzweiflung auslöst, fand ich auch als Spielerin total hilfreich, nicht nur aus Sicht der Spielleitung.

Sooth Deck und Development Mode

Hier seht ihr die ersten drei Karten unserer Spielsitzung.

Wie ich eingangs sagte: Invisible Sun ist eher für Leute mit viel Geld. Viel Geld heißt oft auch weniger Zeit. Und hier kommt ein weiterer toller Mechanismus ins Spiel, nämlich der sogenannten Development Mode. Das ist eine Möglichkeit, wie man außerhalb der Sessions weiterspielen kann, mal nur mit einem Teil der Gruppe etwas ausgestalten oder schnell und elegant einen Flashback oder eine längere Recherche abhandeln. Das funktioniert so, dass es als ein Element des Spiels ein Set aus 60 Tarot-artigen Karten gibt, das Sooth Deck. Diese Karten haben alle ein schickes Bild und in einem der Bücher eine ausführliche Interpretationsanleitung. Man kann dann also einfach eine bis x Karten ziehen und frei interpretieren, wie eine Sidequest oder ein Flashback so abgelaufen ist. (Kann man ansonsten natürlich auch im Spiel, wenn man gerade nicht weiß, was der Charakter wohl als nächstes tun könnte.) Es gibt, wenn man das Spiel gekauft hat, sogar ein Online-Tool dazu, bei dem man Karten ziehen und die Interpretation nachlesen kann, man kann also tatsächlich außerhalb der Sessions am Handy oder PC weiterspielen. Auch das ist ein Mechanismus, den ich richtig cool finde und den man vermutlich ohne große Probleme auch für andere Systeme benutzen kann. Ich habe mir tatsächlich auch separat das (aktuell vergriffene) Sooth Deck bestellt und hoffe, es ist bald wieder lieferbar.

Im Spiel selber wird das Sooth Deck übrigens auch verwendet. Für jede Szene zieht man eine neue Karte. Das ist zum einen eine Inspiration dafür, was passieren könnte und wie die Stimmung so ist, zum anderen hat es aber auch kleine regeltechnische Auswirkungen im Rahmen von 1-2 Punkten Erleichterung/Erschwernis. Man kann übrigens, das haben wir in Anlehnung an OneShot auch gemacht, für jeden Charaktere eine Karte festlegen, das ist dann noch so ein zusätzlicher Gag, wenn die gezogen wird.

Spieltest

Nach unserer gemeinsamen Charaktererschaffung, Session Zero und Spielsitzung muss ich sagen: Wow, das funktioniert ja wirklich so, wie es im Actual Play rüberkam. Die Charakterbögen, die Bilder, das Sooth Deck und allein schon die Formulierungen der Fähigkeiten und Zauber vermitteln total gut die Stimmung, die das Spiel erzeugen will. Es war erstmal eine gewisse Arbeit, sich einzulesen und zu verstehen, wie die Charaktere gebaut werden, als sie erstmal fertig waren und wir dann gespielt haben, mussten wir uns aber kaum mit Regeln aufhalten und konnten eine wirklich schöne Geschichte erzählen. Platz braucht das Spiel allerdings schon – wir mussten extra den Esstisch in die Sofaecke rücken. Und ausziehen. (Filed under: Irgendwann lass ich mir nen vernünftigen Rollenspielcouchtisch tischlern.) Hier ist mal ein Foto:

An Charakteren wollten wir natürlich alles ausprobieren, was geht, demzufolge hatten wir dann 4 Orden und 4 Hearts drin. Kurzvorstellung der SC und ihrer Handlungsbögen:

  • Doria, bizzare flame-hearted Goetica who is adored by the sea, eine auf einem Segelschiff lebende Abenteurerin auf der Suche nach einer würdigen Nemesis.
  • Garibaldo, bizarre Ardent of the Order of the Vance who turns tales into reality, ein aus dem Schatten zurückgekehrter Opernsänger, der in der Actuality Opern Realität werden lassen will.
  • Valkrys, established stoic of the Order of Makers who cages adversaries, ein Gefängniswärter, der seine Gefangenen in Spiegel sperrt und auf der Jagd nach einer entflohenen Insassin ist.
  • Zahadi, eremitic perceptive Weaver who understands the word, die ein Haus aus Vorkriegszeit mit einer rätselhaften Maschine auf dem Dachboden geerbt hat und versucht herauszufinden, was es damit auf sich hat.

Wir hatten mit einer Spielsession von 16:00 bis 0.00 Uhr nun auch nicht beliebig viel Zeit und es gab ja quasi allein durch die Handlungsbögen und die Nachbarschaften unendliche viele Anknüpfungspunkte. Am Ende wurde die Handlung dann von zwei kurzen Development Mode-Sessions beeinflusst, die wir kurz vorher noch gemacht hatten. Wir wollten nämlich rausfinden, worum sich die Rivalität von Zahadi und Garibaldo eigentlich dreht und warum Valkrys und Zahadi gemeinsam einen Zauber entwickelt haben, um Flüche zu brechen. Bei beiden Kartenlegungen kam dann als erstes die Karte Jackal, eine sehr krasse Nemesis-Karte, die auf allgemeine Bedrohungen und mächtige Wesen hinweist, aber auch gerüchteweise auf eine tatsächlich existierende Entität, die der Schakal genannt wird, zurückgeht. Damit schrieb sich die Anfangssituation wie von selber: Garibaldo wollten den Schakal finden, weil er ihn als Antagonisten in seine Oper einbauen will, während Zahadi ein Relief des Schakals auf ihrer seltsamen Maschine gefunden hatte und deshalb mehr über ihn herausfinden wollte. Dabei hatte sie sich bei ihren Recherchen einen Fluch eingefangen, der sie langsam drohte, in einen Spiegel zu ziehen, und da Spiegel in der Welt von Invisible Sun gefährliche bösartige Dinge sind und sich alle von ihnen fernhalten, musste sie sich an Valkrys wenden, der sich als einer der wenigen Vislae mit Spiegeln auskennt. In einer eher frustrierenden Zusammenarbeit (Maker trifft auf Weaver und so) gelang es, den Fluch zu brechen, aber dadurch wurde der Schakal erst recht auf die beiden aufmerksam – und dadurch ergab sich dann alles Weitere.

Am Ende der Sitzung hatten wir alle einen Teil unseres Handlungsbogens abgearbeitet (oder ihn gar schon vollständig abgeschlossen), hatten verhindert, dass Diener des Schakals ein gefährliches Artefakt aus Kriegszeiten in die Finger kriegen und währenddessen zumindest einige tolle Ausschnitte von Satyrine gesehen. Natürlich war das alles viel zu wenig Zeit für diese Charaktere und die angefangene Story und ich hoffe irgendwie immer noch, dass wir das weiterspielen können, vielleicht online oder bei einem weiteren Treffen.

Vielen, vielen Dank jedenfalls an Frank, der sich das Spiel gekauft, sich eingearbeitet und für uns geleitet hat! Und vielen Dank auch an meiner wunderbaren Mitspieler, es war mir ein Fest.

Fazit

Invisible Sun ist definitiv kein System, das man sich mal eben auf Verdacht zulegt und hofft, dass man es schon mal auf irgendeiner Convention spielen kann. Dafür ist es schlicht zu teuer und auch zu sehr auf Kampagnenspiel ausgelegt. Für diese Zwecke macht es aber meiner Meinung nach wirklich sehr viel richtig. Dass alles von den Charakteren ausgeht und in der Welt eigentlich alles möglich ist, macht es sicherlich nicht unbedingt leicht zu leiten, ermöglicht aber andererseits Geschichten, die wirklich mal ganz anders sind und von dem angetrieben werden, was die Spieler*innen wirklich interessiert. Gleichzeitig bietet das Setting aber auch so viel an tollen Locations, Personen, Ideen, Wesen und Mysterien, dass es nicht schwer ist, die Charaktergeschichten mit der Welt zu verknüpfen. Einige Aspekte des Spiels, wie die Session Zero mit der Erschaffung der Nachbarschaft oder der Development Mode mit dem Sooth Deck, sind auch über das System hinaus interessant und können gut für andere Rollenspiele benutzt werden.

PS: Frank hat seine Eindrücke aus Sicht der Spielleitung auch noch einmal zusammengefasst: KLICK!

PPS: Kleiner Werbeblock am Schluss: Ich habe seit Neuestem eine eigene Homepage, schaut gerne rein.

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Eingeordnet unter Fangirl, Mediengedöhns, Rezension, Rollenspiel

Roll Inclusive – Crowdfunding gestartet

(Ich habe keine Ahnung, ob das hier Werbung ist, wenn ich auf ein Projekt hinweise, an dem ich selber beteiligt bin. Also, ich mache hier auf ein Projekt aufmerksam und ich kriege auch Geld dafür, aber nur, wenns finanziert wird, dann werde ich als Autorin ja logischerweise auch bezahlt.)

Soeben ist das Crowdfunding für Roll Inclusive gestartet!

Was ist Roll Inclusive?

Kurz gesagt: Eine Sammlung von Essays zum Thema Diversität und Repräsentation im Rollenspiel, mit vielen nationalen und internationalen Autor*innen, die über viele spannende Themen schreiben. Zum Beispiel darüber, warum Diversität im Rollenspiel wichtig ist, was es für Folgen hat, wenn bestimmte Personengruppen immer mit festen Stereotypen dargestellt werden, ob Rollenspiel ein politisches Hobby ist oder sein sollte und vieles mehr. Dabei kommen erfreulicherweise vor allem die Leute zu Wort, die eigene Erfahrungen mit den Themen gemacht haben. Die deutsche Rollenspielcommunity ist ja leider immer noch sehr homogen (und mit homogen meine ich, dass ein Großteil der Spieler weiß, männlich, cis und hetero ist), sodass oft queere Menschen, People of Color oder Menschen mit Behinderungen von Autor*innen beschrieben werden, die selber keine Erfahrungen mit dem Thema gemacht haben. Das führt nicht nur dazu, dass immer wieder Klischees und Stereotype zementiert werden, sondern auch dazu, dass es kaum Texte gibt, in denen marginalisierte Rollenspieler*innen selbst ihre Stimme erheben dürfen. Und im Endeffekt auch dazu, dass man auf Conventions, in Let’s-Play-Videos und in Impressums von Rollenspielpublikationen nach wie vor selten Leute findet, die eben keine cis white hetero dudes sind. Und nö, das ist jetzt kein Bashing gegen ebenjene, darum geht es nicht. Es geht darum, dass man auch andere Menschen zu Wort kommen lässt und aktiv die Community mitgestalten und bereichern.

Aus oben genannten Gründen war es sicherlich gar nicht so einfach, Autor*innen zu finden, die ihre eigenen Erfahrungen mit einbringen können. Umso glücklicher macht es mich, dass wirklich eine bunte Mischung zusammengekommen ist. Ich bin schon gespannt darauf, die Essays zu lesen und ich denke, dass jede*r mit Interesse am Thema im Band einige Denkanstöße und Ideen finden wird, wie das Thema Diversität und Inklusivität nun auch endlich ins deutsche Rollenpiel Einzug halten könnte.

So, und was hab ich jetzt damit zu tun? Mit den Essays tatsächlich nichts – am Band bin ich aber trotzdem beteiligt, und zwar mit Toolkits und Nano-Games.

Tool-häh und Nano-Was?

Ein Toolkit ist gewissermaßen ein kleiner Werkzeugkasten, eine Sammlung von Ideen, wie man mehr Diversität am Spieltisch umsetzen kann. Einfach kleine Denkanstöße, Gedankenexperimente und Tabellen, die man benutzen kann, wenn man beispielsweise mal die NSC für die nächste Spielsitzung etwas diverser gestalten möchte.

Ein Nano-Game ist ein kleines Spiel, das man in kurzer Zeit und ohne große Vorbereitung (und ohne Spielleiter*in) spielen kann. Oft sind diese Spiele mit dem Ziel designt, ein ganz bestimmtes Thema zu beleuchten, und so ist es auch hier. Damit bieten sie nicht nur die Möglichkeit, einfach mal für eine Stunde auszuprobieren, wie es denn ist, einfach mal z. B. ein Charakterklischee zu durchbrechen oder in die Haut eines Charakters zu schlüpfen, den man sich als Spielender nicht selber ausgesucht hat – sondern sind auch ein gutes Backup für Spielsessions, in denen jemand absagen musste, die Spielleitung nicht auftaucht oder die Zeit nicht für eine „richtige“ Runde reicht.

Die Spiele sind übrigens mein allerallerster Versuch des Spieldesigns und ich bin schon unglaublich nervös, wie sie wohl ankommen werden. In einer ersten Testrunde (durchgeführt von den Redakteuren des Bandes) hatten wohl alle Spielenden Spaß damit, ich werde auch noch Playtests machen und dann den letzten Feinschliff anlegen.

So, und wenn ich euch jetzt überzeugt habe, euch das Crowdfunding mal anzuschauen:

BITTE HIER KLICKEN!

Großartigerweise ist der Band schon zu mehr als 50 % finanziert, was mich sehr, sehr freut. Aber keine Sorge, wenn mehr Geld zusammenkommt, heißt das einfach nur, dass es noch mehr Inhalte geben wird – mehr Essays, mehr Mini-Games von anderen tollen Designern und so.

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RPG-Blog-O-Quest #040 – Rückblick 2018

Im Rahmen von „mal wieder mehr bloggen“ mache ich doch direkt mal bei der diesmonatigen Blog-O-Quest mit. Es ist noch Januar, da geht ja noch ein Jahresrückblick, nicht wahr?

Was ist die RPG-Blog-O-Quest?

  • An jedem Monatsersten gibt es fünf Fragen/Lückentexte rundum das Hobby Rollenspiel, welche auf Blogs, in Podcasts, Vlogs oder Foren zu beantworten (bzw. auszufüllen) zu sind.
  • Jeder Monat hat ein anderes Hauptthema um das sich die Fragen drehen.
  • Über die Zusendung der Links, per Mail, Kommentar, usw. freuen sich die Fragesteller.
  • Jeder, der sich die Zeit nimmt, die Fragen zu beantworten ist herzlich Willkommen.
  • Die “RPG-Blog-O–Quest” Logos dürfen in den Beiträgen benutzt werden.

Dieses mal stammen die Fragen, die sich im Januar traditionell um einen Blick zurück auf das vergangene Jahr beziehen, von Greifenklaue.

1. Welches Rollenspielereignis war für dich am prägnantesten in 2018?

Die 3W6-Con. Also das war einfach so ein anderes Level von Con-Erlebnis, dass es schon ein bisschen absurd war. Alles, was ich an Cons mag (nette Leute treffen, Spiele ausprobieren, schnacken und rum-nerden) minus alles, was ich an Cons nicht mag (laute Spielräume mit mehreren Runden, drängeln am Rundenaushang, sich überschneidende Timeslots) und dazu dann noch der Fokus auf Erzählspiele und eine Atmosphäre, die echt anders war als auf anderen Conventions – irgendwie herzlicher und offener, was wohl auch an der kleinen Größe der Con lag, und eben daran, dass die Leute, die den Podcast hören und mögen, ein sehr ähnliches Verständnis vom Umgang miteinander haben. Es war trotz meiner unfassbar ätzenden 72-Stunden-Dauermigräne of doom ein absolut großartiges Erlebnis und ich freue mich schon auf die nächste Con. Prägant fand ich die Convention vor allem deswegen, weil sie gezeigt hat, WIE anders sich eine Veranstaltung anfühlen kann, wenn im Vorfeld ganz offensiv kommuniziert wurde, dass ein respektvoller, liebevoller und freundlicher Umgang miteinander angestrebt wird; und das auch praktisch umgesetzt wird durch die Community Standards, die vorgeschriebene X-Card oder auch durch so coole Ideen wie die Charakterklassen-Namensschilder, die spielerisch Punkte verteilen für nette Dinge, die man füreinander tut. Es ist einfach irgendwie eine … offensivere Art von Nettigkeit, was jetzt irgendwie blöd klingt, aber total lobend gemeint ist. Es macht einen Unterschied, ob ich, was hoffentlich auf auf jeder anderen Con so ist, unter allgemein decent human beings herumlaufe, die sich okay verhalten, oder ob es Zielsetzung ist, dass jeder darauf achtet, dass die Con für sich selbst, aber auch für alle anderen, das bestmögliche Erlebnis werden soll, und überlegt, wie man da hinkommt. Das können so kleine Sachen sein, wie die Frage, ob man es mit oder ohne Licht im Raum angenehmer findet, aber natürlich auch das Aufeinander achten bei Spielen, die vielleicht emotional aufwühlend werden können. Es gab einfach so viele nette Vorstellungsrunden und Nachfragen, wie es mir denn geht (nachdem ich die Fotos vom Wochenende gesehen habe, wusste ich auch warum, ich sah aus, wie ich mich fühlte…) und überhaupt. Und auch der Fokus auf eine bestimmte Art von Spiel war einfach großartig und führte irgendwie dazu, dass alle auf dem gleichen Erwartungslevel waren, und zwar egal ob das Erzählspielprofis waren oder diejenigen Mitspieler*innen, die zum ersten Mal ein Erzählspiel ausprobieren wollten. Ach, keine Ahnung, ob das jetzt so rübergekommen ist, wie ich es meinte, es war einfach ein Wochenende, an dem ich festgestellt habe: Doch, die Mühe, für eine offene, respektvolle und inklusive Community lohnt sich.

Tja, und dann war da ja noch die Sache mit dem Podcast, aber der ist ja kein Ereignis, der ist ja mehr so eine Reihe von Ereignissen und Folgen und Ideen und Kommentaren und technischen Schwierigkeiten und kleinen Nervenzusammenbrüchen und Late-Night-Editier-Sessions und verrückten Dingen, die passieren. Es ist für mich immer noch voll-komm-en surral, dass irgendwelche Leute da draußen meinen, ich hätte was Hörenswertes zum Rollenspieluniversum beizutragen.

2. Wie oft bist Du 2018 zum Spielen gekommen? Was wurde am meisten gespielt, welche Systeme hast Du neu kennengelernt?

Ich habe leider aus Faulheit nicht die Spielabende mitgezählt. Es waren wie immer um die 35-40 Spielsitzungen DSA, dazu 10 Spielsitzungen in meiner neuen City of Mist-Runde. Insgesamt habe ich, und das hat mich selbst echt überrascht, tatsächlich 23 verschiedenen Rollenspielsysteme gespielt. So viel war das noch nie. Es ist aber dank Online-Runden inzwischen auch wirklich niedrigschwellig möglich, sich mal für einen Abend ein neues System anzuschauen, und im Real Life kenne ich jetzt inzwischen auch etliche Leute, die immer Lust auf neue Systeme haben (und Zeit, sie auszuprobieren, was ja auch ein Faktor ist).

So, zähl ich jetzt noch mal auf, welche Spielsysteme ich alle neu kennengelernt hab? Hmmneeeh, kann man alles im Mediengedöhns nachlesen. Also nur mal eine Auswahl derer, die mir im Gedächtnis geblieben sind:

Kagematsu: Ein Spiel, das nicht nur clever mit dem Schlumpfinensyndrom vieler Rollenspielrunden spielt, sondern außerdem eine tolle Übung ist, um sich Genderdynamiken und Geschlechterrollen zu verdeutlichen. Spaß macht es außerdem noch. Die Mechanismen sind nicht nur simpel, sondern tragen auch das Spielkonzept extrem gut. Außerdem das erste Spiel, was ich je auf einer Convention angeboten habe.

10 Candles: Kein perfektes Spiel, aber ein verdammt stimmungsvolles. Definitiv ein Spiel, bei dem man beim ersten Durchgang Fehler machen wird, aber vermutlich mit etwas Übung ein tolles System für bleibende Erinnerungen. Ich würde es gern nochmal spielen.

Monsterhearts: Teenager, die Monster sind, Selbstfindung, Weirdness und sexuelles Erwachen als Thema, tolle Playbooks, tolle Moves – eins der besten PbtA-Spiele, die ich kenne.

Der Sprawl: Cyberpunk nach PbtA-Regeln und eine Bestärkung der Ansicht, dass man Systeme nach einem nicht so tollen Spielabend nicht ganz abschreiben soll. Außerdem jedes Mal großartige Welterschaffungssessions.

So Mom I Made This Sextape (aus der #Feminism-Anthologie): Der Beweis dafür, dass emotionale Auswirkungen und Länge der Spielsitzung nichts miteinander zu tun haben. Die 30 Minuten Spiel waren unglaublich intensiv und blieben mir noch lange im Kopf.

3. Welches RPG-Produkt 2018 (aber nicht unbedingt aus 2018) hat Dich am meisten überrascht, Dir am meisten fürs Spielen genutzt?

Da denke ich jetzt schon seit gestern drauf rum. Hm. Ich glaube, ich nenne hier einfach mal die Kleine Reihe von System Matters, weil ich das System einfach sehr cool finde, als übergreifendes Merkmal einer Reihe Spiele zu wählen, die mit wenig Seiten auskommen (und daher auch günstig sind), (meist) ein schnelles Losspielen ermöglichen und den Facettenreichtum der deutschen Rollenspiellandschaft immens bereichern. Von ganz klassischen erzähllastigen Spielen wie Geh nicht in den Winterwald über das (leider) sehr nischige Kagematsu mit seinem Spiel mit Geschlechterrollen bis hin zu ungewöhnlichen Spielen wie Ein ruhiges Jahr oder Der tiefe Wald, die sich auch für Leute gut eignen, die keine Rollenspieler sind. Bis zur NordCon hatte ich diese Reihe noch überhaupt nicht auf dem Schirm, aber ich bin sehr begeistert davon und hoffe, sie erweitert sich noch um viele weitere tolle Spiele.

4. Welcher Blogartikel, welches Video, welcher Karneval Deiner RPG-Kollegen (also quasi der Blogosphäre) hat Dich 2018 am meisten geflasht?

Hm. Ich habe glaube ich wenige Blogartikel gelesen dieses Jahr, an die ich mich erinnern kann. Okay, und die, an die ich mich erinnern kann, waren entweder Teil einer Diskussion, die ich hier nicht aufmachen möchte, oder sehr ärgerlich. Im Zuge der DSGVO haben auch viele das Bloggen ja erstmal eingestellt. Außerdem frage ich mich gerade, wieso Videos hier mitgezählt werden zur Blogosphäre, Podcasts aber nicht. Videos schaue ich jedenfalls nach wie vor ungern, wenn es um Informationsvermittlung geht. Bei Let’s Plays ist das vielleicht was anderes, aber auch da muss das schon extrem gut sein, damit ich es schaue. Und aus der Blog-Szene mit z. B. dem Rollenspiel-Karneval war ich dieses Jahr auch echt total raus, was vermutlich auch damit zu tun hat, dass ich nicht mehr für Nandurion schreibe und das gar nicht mehr so mitbekomme (womit ich auch keine Blogeinträge mit DSA-Content mehr lese, weil es mich meistens einfach eh nicht mehr interessiert). Außerdem habe ich teilweise das Gefühl, dass ich hier einfach viele Themen schon mal abgehandelt habe, und die immer weniger werdenden Kommentare in Blogs sind auch nicht gerade ein Ansporn. Tja, und die 31 days Rpg Challenge im August lief auf Twitter auch besser und mit größerem Feedback als hier. Trotzdem könnte ich eigentlich mal wieder gucken, was es so für Karnevals-Ideen gibt im neuen Jahr 2019. Tja, damit hat mich wohl gar nix wirklich geflasht, was Blogeintrag oder Video war. Sorry.

5. Welches sind die Medien 2018 für Dich? Bester Film, beste Serie, beste Buch, beste Comic etc.?

Sowas stelle ich ja eh schon immer sehr ausführlich im Mediengedöhns vor. Aber gut.

Tolle 2018 erschienene Serienstaffeln, realtime: Westworld. Better Call Saul. GLOW. Doctor Who. Daredevil.

Tolle 2018 erschienene Serienstaffeln, animiert: STAR WARS REBELS. Weil immer noch beste Serie von Welt. Aber Dragon Prince und She-Ra waren auch toll.

Tolle 2018 erschienene Filme, realtime: Gundermann. Blackkklansman. Black Panther.

Tolle 2018 erschienene Filme, animiert: INTO THE SPIDERVERSE, Baby!

Tolle 2018 erschienene Podcasts, Diskussionsformat: 3W6 Podcast, Asians Represent, Vocal About it, Session Zero

Tolle 2018 erschienene Podcasts, Actual Play: A Woman with Hollow Eyes, Campaign (alt und neu), Autonomic Podcast, die Kids on Bikes-Serie von OneShot.

Bei Comis und Romanen … tja, das meiste, was ich gelesen habe, erschien gar nicht 2018, sondern schon früher. Allerdings möchte ich euch doch nochmal Judiths Space-Römer aus Roma Nova ans Herz legen. (Ich rezensierte.)

Bonus: Warst Du 2018 auf RPG-Cons? Wenn ja, wie war es?

Neben der oben schon ausführlich belobhudelten 3W6-Con war ich auf der HeinzCon und auf der NordCon. Die HeinzCon war irgendwie etwas spiel-arm, dafür aber wie immer ein Wiedersehen mit sehr vielen netten Leuten. Die NordCon war sehr cool, mit vielen alten Bekannten und neuen Bekanntschaften und Demorunden und Essen gehen und überhaupt. Also beides sehr schöne Erlebnisse.

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Mediengedöhns im … äh … Herbst, Teil 2

Und weiter geht es mit dem Mediengedöhns im Herbst, bevor ich hier endgültig den Anschluss verliere.

Ich habe beschlossen, dass ich eine neue Kategorie namens „Gehört“ einführe und da kurz auf die Podcasts eingehe, die ich höre. Nicht auf alle, die ich ohnehin regelmäßig höre, aber auf Neuentdeckungen und besondere Empfehlungen und so.

Gehört

Actual Play höre ich ja fast ausschließlich beim OneShot-Network, das mich auch nachhaltig für viele anderen APs verdorben hat, weil die halt schon immer echt gut sind. Macht aber nix, es ist da eh mehr Content da, als ich überhaupt weghören kann. Ein paar Highlights der letzten Wochen (ich verlinke jeweils die erste Folge):

Noir World – hier handelt es sich um ein spielleiterloses PbtA-System, in dem man mehr oder weniger einen Noir-Film erschafft. Jim McClure spielt einen unfassbar tollen Bösewicht und auch sonst ist das alles sehr gelungen. Das System würde ich auch gerne mal ausprobieren.

Kids on Bikes – meiner Meinung nach eins der besten Actual Plays, das Oneshot bisher gemacht hat. Das System klingt so cool, dass ich es heute bestellt habe, die Spieler waren alle total klasse und dass mit Patrick Rothfuss ein Bestsellerautor als Gastspieler dabei war, schlägt sich in einigen wirklich tollen Ideen nieder. Außerdem gibt es Musikuntermalung, die Story ist richtig cool und eine unglaublich tolle Romanze war auch noch dabei. Sehr große Empfehlung.

Eher so mittelgroße Empfehlung, da schon im Intro gesagt wird, dass sie das System wohl mehrfach spielen müssten, um es richtig gut hinzukriegen: Swords without master. ABER ich empfehle total die ersten 15-20 Minuten, in denen die Charaktere erschaffen werden. Bei dem System nimmt man nämlich, was ich extrem cool finde, ein Bild oder ein Objekt und baut daraus einen Sword-and-Sorcery-Charakter. Und was da z. B. Stephen Kropa aus „ein Bild von Bryan Fuller mit einem Fuchs um den Hals“ macht, ist einfach hammergut. Aber auch die anderen Charaktere sind super.

Außerdem ist im Oktober ja die neue Kampagne auf OneShot gestartet. Die Star Wars-Kampagne ist ja leider, leider vorbei, ich bin immer noch sehr traurig drüber und spare mir die letzten Folgen noch auf, weil ich mich nicht von den Charakteren verabschieden will. Die neue Kampagne ist aber bisher auch schon ganz, ganz toll. Campaign: Skyjacks spielt in einer selbst erschaffenen Welt und benutzt die Genesys-Regeln, erweitert um eine Art Sooth Deck-Mechanismus, der auf den Illimat-Karten basiert. Die Charaktere und die Spieler sind toll, außerdem hat die Kampagne einen eigens komponierten Soundtrack. Sehr, sehr cool bisher. Und: Man kann jetzt am Anfang einsteigen und hat nicht den „Klingt toll, aber SCHON 65 EPISODEN?“-Effekt.

Und, das ist das einzig Gute am Ende der StarWars-Kampagne, die ehemalige Spielleiterin hat jetzt auch ein neues Actual Play in Kampagnenform: Den Autonomic Podcast. Der ist family friendly, also auch für Kinder zu verstehen (so sie Englisch sprechen natürlich), ohne Gefluche und so, und bisher auch sehr toll. Die Charaktere sind alles 12-Jährige, die als „Nomics“ auserwählt werden und dadurch Superkräfte bekommen. Allerdings läuft dabei nicht alles so, wie sie es erhofft hatten. Das Setting ist angelehnt an südamerikanische Mythen, die „Kinder mit Superkräften“-Geschichte erinnert mich bisher an eine Mischung aus Avatar und Harry Potter. Auch hier eine große Empfehlung.

Und dann noch zwei neue Podcasts, die es auf meine App geschafft haben:

Asians Represent ist ein Rollenspiel-Diskussionspodcast, der sich viel mit der Repräsentation asiatischer Stereotype in der Rollenspielszene beschäftigt, außerdem in jeder Folge eine*n asiatische*n Designer*in, Veranstalter*in oder ähnliches vorstellt. Teilweise sind die Folgen sehr lang und meinethalben könnten die gerne mehr rausschneiden (gerade bei den Interviews), letztendlich sind es aber trotzdem sehr hörenswerte Episoden. Besonders empfehlenswert sind die ersten 45 Minuten von Folge 3, in denen es um „Lernen durch RPG“ und Safety Tools geht.

Und, tatsächlich ohne jeden RPG-Content: Vocal About it ist ein Podcast von zwei Women of Colour, die darüber reden, wie das alltägliche Leben für sie ist und welchen Herausforderungen sie sich stellen müssen, wenn sie einfach abends mit Freundinnen ausgehen. Oder in den Urlaub fahren. Oder, you know, existieren. Sehr cooles Projekt von zwei sehr sympathischen Frauen.

Gespielt

Ja, huch, gespielt, gespielt habe ich viel. War ja auch eine lange Zeit, die ich jetzt nicht gebloggt habe, und da lag auch die 3W6-Con drin, die natürlich gleich vier Spielrunden auf einmal mit sich brachte.

In der DSA-Runde spielen wir gerade weiterhin die Lamea-Kampagne und sind aktuell in der Narkramar unterwegs, die mit zu den faszinierenden Settings gehört, die der Westkontintent so zu bieten hat. Ich bin sehr begeistert davon. Ansonsten waren wir ja wieder mit der Oldschool-Runde eine Woche in Dänemark und haben da eine neue Kampagne angefangen mit einer Zwergen-Themengruppe. Das war wirklich großartig. Ich konnte endlich eine brillantzwergische Schwertgesellin bauen, was ich schon ewig vorhatte. Und die Gruppe war dann echt cool und so aus kompletter Zwergenperspektive sieht die Welt doch anders aus und man hat ganz andere Möglichkeiten, wenn halt alle im Dunkeln gut sehen können und alle durch den Zwergenstollen passen. Es gab einige wirklich lustige Momente – wir haben im Schwerpunkt Brillantzwerge gespielt (mit einigen Gästen aus anderen Völkern) und mit dem Untergang von Lorgolosch angefangen. Danach landete die Gruppe zusammen mit dem Rest der Zwerge in der Nähe vom Schlund und es war ziemlich witzig, wie sie völlig verschreckt durch dieses Draußen mit dem Himmel und den Bäumen und so laufen mussten, stets in Furcht vor eventuell auftauchenden Drachen. Außerdem mussten sie eine reißenden Strom (aka einen 2 m breiten Bach…) durchqueren! Und am Ende gab es noch einen schönen Plot um ein paar entführte Zwerge, die wir aus einer Ogerhöhle mit 2 Ogern befreien mussten. Es geschah, was eigentlich nie geschieht – ich machte einen Plan und alle hielten sich dran und er funktionierte. Unglaublich! Jedenfalls war es seine sehr schöne Runde und ich hoffe, dass der Plan, diese jährlich weiterzuspielen und eine Kampagne um die Suche der Brillantzwerge nach einer neuen Heimat zu erleben, aufgeht.

In meiner City of Mist-Runde ging es auch weiter. Es freut mich immer noch total, dass ich es geschafft habe, nach ewigen Jahren mal etwas anderes als DSA regelmäßig zu spielen. Inzwischen haben wir unseren ersten Fall mehr oder weniger gut abgeschlossen (wenn alle NSC tot sind, ist der Fall auch vorbei … wir haben uns schon überlegt, als Crew Theme „Leichen pflastern unseren Weg“ zu nehmen). Mittlerweile habe ich auch einmal geleitet, das war allerdings eher der Auftakt zu einem Fall als ein richtiger Fall und ich hatte auch nicht viel vorbereitet, es war aber trotzdem ein sehr lustiger Abend. Mal sehen, ob die Runde Lust hat, das weiterzuspielen. Aktuell spielen wir jedenfalls erstmal ein Weihnachtsspecial, und das war bisher sehr großartig. Der beste Mitbewohner von allen hat uns nicht nur als Eröffnung des Szenarios alle geWHAMT, sondern es gab auch durchgegangene Karussellpferde und einen toten Stripper im Santa-Outfit. Mal sehen, wie es damit weitergeht. Das System ist jedenfalls nicht immer einfach und manchmal auch etwas viel „wie war das noch gleich“-nachschlagelastig, aber es macht bisher Spaß.

Kommen wir zur 3W6-Con:

Dort habe ich eine Runde Kagematsu geleitet. Ich denke, es lief ganz gut, allerdings habe ich nicht viel Erinnerung daran. Migräne des Todes und so. Aber der Aufbau des Dorfes mit kleiner Karte war sehr cool und ich lache immer noch über „ich serviere ihm Natto. Das schmeckt wie Kotze“. SO ROMANTIC!

Auf der Con habe ich auch zum ersten Mal Ten Candles gespielt. Tatsächlich habe ich das inzwischen sogar schon geleitet (und dabei gnadenlos alle guten Ideen aus der Runde von der Con geklaut) und ich muss sagen, das System hat einfach was. Einige Regelaspekte finde ich nicht sooo gut, z. B., dass man beim Verbrennen seines Hoffnungsmoments nicht automatisch einen Erfolg hat (das habe ich dann so gehausregelt). Generell ist das ein System, dass man glaube ich mehrfach spielen muss, in der ersten Runde waren wir als Spieler viel zu zögerlich, unsere Charakteraspekte einzusetzen, und genauso ging es meinen Spielern in der Runde mit mir als SLin auch. Auch das Wahrheiten etablieren könnte noch sehr viel runder laufen, wenn man erstmal das Prinzip dahinter verstanden hat. Und im Buch sind außerdem noch sehr viele tolle Szenario-Ideen. Ich möchte das wieder spielen.

Dritte Spielrunde von der 3W6-Con: Esprit Nouveau. Das kennt ihr jetzt bestimmt nicht, was kein Wunder ist, denn es ist ein noch in der Betatest-Phase befindliches PbtA von Harald vom 3W6-Podcast. Deswegen weiß ich auch gar nicht, wie viel ich dazu erzählen darf und beschränke mich auf: Es war sehr cool, es hat einen sehr coolen Fokus auf die Faszination des Übernatürlichen auf der einen und die Kraft von menschlichen Beziehungen auf der anderen Seite, das Design der Playbooks ist wunderschö, es kam eine tolle Story bei raus und ich möchte das auch gerne noch mal spielen. Und für Neuigkeiten zum Spiel könnt ihr ja dem Twitter-Account (Link führt zu Twitter, was dann eventuell Daten sammelt und so, ne, is klar) folgen.

Und die letzte Runde der Con: Monsterhearts! Auch PbtA, man spielt Teenager, die gleichzeitig Monster sind und es geht sehr viel um Selbstfindung und Romantik und Sexualität und Queerness und überhaupt. Die Kurzbeschreibungen der Playbooks sind fantastisch geschrieben, und dass das Spiel damit losgeht, dass man erstmal einen Klassensitzplan aufstellt, ist einfach genial und bring einen sofort in Teenager-Intrigen-Drama-Laune. Unsere Story war dann erstaunlich „zahm“, was so Sex und so anging, aber das lag wohl auch daran, dass der Spieler, der den von allen angeschmachteten Feenprinzen spielte, vorzeitig weg musste. Aber am Ende waren alle Geheimnise gelüftet und meine Werwölfin hat mit dem Geist geknutscht. Oder wie der eher entschwundene Mitspieler so schön zusammenfasste: I kissed a ghost and I liked it! Also auch hier: Möchte das nochmal spielen!

Dann haben wir ja Halloween eine Runde mit 2 gruseligen Abenteuern gehabt, und das eine war Ten Candles, das andere war Geh nicht in den Winterwald. Das war auch total klasse, sehr regelleichtes System und wirklich geeignet, um zur Not auch am Lagerfeuer zu spielen. Durch die Vorgabe, vom eigenen Charakter in der dritten Person und im Präteritum zu sprechen, entsteht eine ganze eigene Stimmung. Sehr schönes Ding, und durch die vorgegebenen Abenteuer auch glaube ich sehr gut für Einsteiger geeignet.

Ansonsten gab es noch einen Abend Star Wars mit FATE-Regeln, seit Langem mal wieder, und natürlich wieder mit den Vögten über Hangout. Da … kommt noch mal was zu. Demnächst. Hoffe ich.

Als die DSA-Runde neulich ausfiel, haben wir auch nochmal einen Abend Edge of the Empire gespielt, das war auch wieder ziemlich gut. Ich mag das System einfach.

Geleitet habe ich noch ein kurzes Hollow Earth Expedition-Abenteuer, so quasi als Systemvorstellung. Das wird dann nochmal wiederholt, weil der Spieler, der es sich gewünscht hatte, wegen krankem Kind gar nicht konnte. Jedenfalls bin ich wieder in ein Rechercheloch gefallen und möchte jetzt sehr dringend einen Roman im Buenos Aires der frühen 30er schreiben.

In Dänemark haben wir noch The Sprawl gespielt und das war sehr toll, weil zwei Leute aus der Runde riesige Cyberpunk-Fans sind, aber vom Umfang des Shadowrun-Regelwerks doch abgeschreckt waren, auch wenn sie es vor Jahren mal gespielt hatten. Das Interesse am Sprawl war dann also recht groß und auch das System und die Welterschaffung und so kamen glaube ich auch gut an. Zum ersten Mal haben wir mehr als einen Abend gespielt und es war echt cool, auch mal die Zwischen-den-Missionen-Moves auszuprobieren. Ich glaube, ich bin sehr froh, dem System nach dem nicht so überzeugenden ersten Abend letztes Jahr noch eine Chance gegeben zu haben. Bisher haben die Runden alle viel Spaß gemacht.

Und zuletzt hatte ich neulich in einer Woche gleich zwei Online-Spieltermine. Das war etwas stressig, aber es haben sich beide Termine gelohnt.

Einmal haben wir Migrant Stories gespielt, ein PbtA-Game, was mehr oder weniger in einer Betaversion online frei verfügbar ist und dass das Leben von Migranten thematisiert. Die Regeln sind hierbei so designt, dass man – ähnlich wie bei Bluebeard’s Bride – sehr eingeschränkte Handlungsmöglichkeiten hat und so die Beschränkungen und Vorurteile wahrnimmt, die Einwanderer täglich erleben. Unsere Session ist dann ziemlich schnell eskaliert und in Gewalt und Polizeieinsatz ausgeartet, was auch sehr interessant war, zumal man die Situation eben nicht durch ein ruhiges Erklären der Umstände auflösen kann. Trotzdem würde ich das gerne noch mal spielen und auch mal das tägliche Leben und Geldverdienen etwas länger ausspielen. Und ich würde es gerne mal in einen komplett fiktionalen Kontext setzen, das stelle ich mir auch spannend vor. Migrant Stories findet ihr, wie gesagt, kostenlos hier zum Download.

Und zum Schluss: #Feminism. Das ist eine Anthologie mit Nano-Games zu unterschiedlichsten feministischen Themen. Wir haben Tropes vs. Women gespielt, das klappte irgendwie nicht so richtig gut. Man spielt die selbe Szene zweimal, einmal möglichst realistisch, einmal möglichst überladen mit Klischees. Aber irgendwie … kam da nicht so richtig was bei rum. Auch wenn es lustig war, einen männermordenden Sex-Alien-Hybriden IN KLISCHEEHAFT zu spielen.

Umso besser war dafür allerings So Mom, I Made This Sextape. Toll war die Idee, es als Online-Larp zu spielen, also nicht am PC zu sitzen und zu tun, als säße man um einen Tisch, sondern am PC zu sitzen und zu tun, als wäre man sein Charakter, der mit den anderen Charakteren in einem Hangout ist. (Danke für die coole Idee und die Anleitung, Gerrit!) Das Spiel selber hat mich sehr beeindruckt und emotional sehr mitgenommen, vor allem für die Spieldauer von weniger als 30 Minuten. Der Zwiespalt zwischen erbitterter Diskussion und dennoch liebevollem, respektvollem Umgang miteinander ist einfach extrem gut gelungen. Ich könnte mir das Spiel auch mit einem anderen Thema als Sex und Pornos vorstellen. Das war jedenfalls eine wirklich gelungene Session, die mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

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#RPGaDay2018 und Tagebuchbloggen, Tag 31

Fiiii-naaaaa-leeee, ohooo.

Frage 31: Warum hast du bei #RPGaDay mitgemacht?

Ich wollte mal wieder mehr bloggen, finde solche Fragebögen, an denen sich viele Leute beteiligen, immer nett und diesmal waren auch die Fragen gut. In den Vorjahren hatte ich da manches doch sehr wiederholt und zielte viel auf so „dein liebstes XYZ“ ab.

Letztendlich frage ich mich, ob ich mir die langen Blogeinträge nicht hätte schenken können, da die meisten Reaktionen ohnehin auf Twitter kamen, wo ich ja immer nochmal eine kurze und bündige Zusammenfassung geschrieben hatte. Das überleg ich mir dann fürs nächste Jahr. Trotzdem insgesamt eine schöne Aktion.

Tagebuchblogcontent (und Fazit dazu)

Oh, Wunder, auch gestern habe ich gearbeitet. Auch gestern war ich saumüde. Auch gestern hab ich Yoga gemacht. Auch gestern hatte ich Migräne.

Meine Fresse. 31 Tage Tagebuchbloggen zeigen erst so richtig, wie verdammt langweilig und repetitiv mein Leben eigentlich ist. Hochachtung an all die Blogger, die es hinkriegen, ihren Alltag spannender zu verbloggen als ich. Ich konnte es schon selber nicht mehr lesen. Schreibe demnächst wohl doch lieber wieder über Medien und Rollenspiele und all so nen Kram. Puh.

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#RPGaDay2018 und Tagebuchbloggen, Tag 30

(Fast geschafft!)

Tag 30: Erzähle, was du darüber gelernt hast, deinen Charakter zu spielen.

Es findet nur das am Tisch statt, was du an den Tisch bringst. Warte nicht darauf, dass Spielleitung und Mitspielende die Dinge ansprechen werden, die du an deinem Charakter besonders interessant findest – also tu es selbst, wenn du es im Spiel haben willst. Gleichzeitig ist es völlig in Ordnung, wenn es Aspekte deines SC gibt, die nur für dich da sind.

Tagebuchblogcontent

Gestern war ich irgendwie noch müder und kaputter als sowieso schon immer.

Aufgestanden, Yoga, Arbeitsweg mit Podcasthören verbracht. Gearbeitet, ich könnte schon heute nicht mehr sagen, was genau eigentlich. Danach wollte ich schwimmen gehen, aber wegen Bauchweh-Kopfweh-Müde-Magnicht hab ich das gelassen. Auf dem Heimweg lecker Teigwaren bei einem türkischen Backshop gekauft. Zu Hause Migräne, Essen, 2 Folgen One day at a time auf Netflix, dann 2 Stunden Podcastschneiden und nebenher im  Telegram labern. Dann Bett. Spannend.

Umzugserledigungen: Nö.

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