Monatsarchiv: Juli 2014

Stirb, Sommer, stirb!

Ich habe eine ganze Weile nix geschrieben. Nun ist zugegebenermaßen auch nicht sonderlich viel passiert in den letzten Wochen, aber das hält mich sonst ja auch selten ab. Nein, mein Schweigen lag vielmehr daran, dass es Sommer ist. Und solltet ihr jetzt denken, dass ich dann nix blogge, weil ich den ganzen Tag am Strand liege, durch die sonnigen Straßen flaniere oder so nen Unsinn, dann könntet ihr nicht mehr daneben liegen. Denn es ist Sommer. Die blödeste, bekackteste, nervigste Jahreszeit für mich, in der ich eigentlich nix tun möchte als auf dem Rücken zu liegen und auf den Herbst zu warten.

Obwohl man ja immer vom Hamburger Regen spricht, ist es dieses Jahr seeeehr sonnig in Norddeutschland und ich lese immer neidisch von Gewittern und Regen weiter im Süden. Hier hat es letzte Woche zum ersten Mal seit 2 Wochen geregnet, zuvor immer Sonne, Sonne und noch mehr Sonne. Ich – hasse – es. Ich bin, wohl reichlich klischeehaft, eine von diesen Leuten, die mit „draußen sein“ wenig bis nix anfangen kann. Wieso man z. B. im Garten oder auf dem Balkon essen muss, bloß weil die Sonne scheint, hat sich mir noch nie erschlossen. Dann trägt man immer Krempel von A nach B, hat Fliegen im Essen rumschwirren und muss schlimmstenfalls auch noch in der Sonne sitzen und bekommt Sonnenbrand. Zum Glück habe ich weder Garten noch Balkon und komme nicht mal in die Verlegenheit, erklären zu müssen, wieso ich da nicht hin will. Auch ansonsten bin ich ungern draußen und noch ungerner(er..er) in der Sonne. Ich verbrenne mich sehr fix und bin sehr lichtempfindlich. Insofern muss ich auch immer ein bisschen lachen, wenn Leute sich freuen, dass man ja jetzt im Hellen aufsteht und im Hellen nach Hause kommt. Jaaah, ganz toll. Wenn ich morgens schon aufm Weg ins Büro ständig grelles Licht habe, was in meinen Augen sticht und mir Kopfschmerzen macht, bin ich auch immer so richtig gut gelaunt.

Apropos Büro – das ist noch so der Hauptgrund, den Sommer zu hassen, denn es wird UNGLAUBLICH warm hier drin. Morgens lüften wir zwar durch, aber es ist halt ein Unterschied ob man in einer Wohnung die Fenster über Nacht, wenns kühl ist, offen hat, oder nur morgens eine Stunde durchlüften kann. Sobald die Fenster dann zu sind, wird es sehr schnell warm, stickig und die Luft steht. Dann könnte man theoretisch natürlich weiter die Fenster auflassen, nur leider befindet sich vor selbigen die vierspurige Straße, die so laut werden kann, dass man das Telefon nicht mehr klingeln hört (geschweige denn den Menschen am anderen Ende der Leitung versteht). Dikatete schreiben ist dann auch kaum noch möglich, so dass ich hier eigentlich permanent zwischen „zu warm“ und „zu laut“ wechsle. Außerdem hab ich inzwischen vom ganzen Lüften, Klimaanlage im Auto laufen lassen und den offenen Fenstern in der U-Bahn Schnupfen bekommen und niese im 5-Minuten-Takt vor mich hin. Schlafen kann man auch nicht richtig, dem Obst kann man beim Vergammeln teilweise schon zusehen und Lust, irgendwas zu machen, habe ich bei dem Wetter auch nicht. Nach Hause kommen, kalt duschen und dann möglichst wenig bewegen. Und natürlich hab ich bei diesem Wetter noch schlimmere Migräne als sonst schon.

Nee, nee. Bleibt mir wech mit dem Sommer. Das einzig Gute daran sind die Sommerferien, die aktuell dafür sorgen, dass die Bahnen etwas leerer sind, die Straßen ebenso und dass weniger Leute im Büro anrufen. Dafür wird allerdings überall gebaut. Man kann regelrecht beobachten, wie am Anfang der Ferien die Baustellen wie Pilze aus dem Boden schießen. Trotzdem sind die 6 Wochen immer sehr angenehm, weil alles etwas weniger voll ist.

Urlaub hab ich dann erst im September, also in 6 Wochen. Bis dahin ist es hoffentlich kühler und in Irland soll es ja sowieso nicht so warm werden *g*. Jap, der Herr Mitbewohner und ich fahren nach Irland! 11 Tage, Flüge sind schon gebucht. Ich bin sehr gespannt und werde mich die Tage nochmal um Mietwagen (Linksverkehr…hilfäääh) und einige Unterkünfte kümmern.

Achja: Meine Meinung zum Sommer hab ich auch nochmal als Gastcomic für das sehr empfehlenswerte Comicblog Die feine Linie hingekritzelt. (Erwartet keine Zeichenkünste, sowas kann ich gar nicht.)

In diesem Sinne – möge der Herbst bald kommen!

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Die Sache mit dem Fußball

Die WM neigt sich ihrem Ende zu und auch wenn ich gehofft hatte, dass ich mich von diesem Blogeintrag abhalten kann, muss ich ihn jetzt doch schreiben.

Also, ich gestehe: Ich mag Fußball. Und ich gucke die WM. Und das gebe ich in letzter Zeit schon fast ungern preis, denn die Reaktionen auf dieses – wahnsinnig schockierende – Geständnis sind meistens irgendwie unschön.

Fangen wir nochmal ganz langsam von vorne an. Einmal alle zwei Jahre, für die vier Wochen, die so eine WM oder EM dauert, gucke ich Fußball. Weil ich es interessant finde. Weil Fußball so ungefähr die einzige Sportart auf der Welt ist, die ich gut genug verstehe, um beim Zugucken zu wissen, was da eigentlich passiert (was wiederum daran liegt, dass mein Vater sehr fußballverrückt ist, fast jedes Spiel schaut und selber seit über 30 Jahren aktiv spielt und ich Fußballwissen quasi als Familienerbe erwarb). Weil so ein großes Turnier, wenn man es verfolgt, eine gewisse Faszination hat. Angefangen hat das vor 12 Jahren, bei der EM 2000. Da hatten wir in der Schule gerade 2 Wochen Praktikum, welches ich in einem Klamottenladen absolvierte, wo so wenig zu tun war, dass ich meistens um 12 Uhr mittags gehen durfte. Ich hatte also viel Zeit, Fußball zu gucken. Nachdem Deutschland mit übelstem Rumpelfußball in der Vorrunde ausschied, wurde ich schon während selbiger zum Fan der portugiesischen Mannschaft und blieb es dann auch lange, gefühlt so bis 2010. Inzwischen macht sich die Mannschaft ja leider abhängig von einem gelangweilten Lackaffen, der es sichtlich als unter seiner Würde ansieht, sich auch nur ein kleines bisschen Mühe zu geben, so dass ich die portugiesische Mannschaft nicht mehr wirklich mögen kann. Anyhoo, seit 12 Jahren verfolge ich nun die großen Turniere alle zwei Jahre.

Also, Fußball-WM 2014. Ich habe, würde ich schätzen, ungefähr 60-70 % der Spiele gesehen, manche fielen weg, weil sie zu spät liefen oder ich andere Pläne hatte. Alle diese Spiele habe ich entweder zu Hause auf dem Sofa oder, in einem einzigen Fall, bei Freunden auf dem Sofa, verfolgt. Ich meine, hey, wer mich kennt, kann sich schon von selber denken, dass ich mich ganz gewiss nicht mit 5000 Leuten aufs Heiligengeistfeld stelle oder mich in eine Kneipe mit Feierwütigen setze. Ich will schließlich das Spiel sehen und das geht am Besten in Ruhe daheim.

Nun ist es so, dass meine eigene kleine Filterbubble, also meine Twitter-Timeline, meine täglich besuchten Foren usw., die WM und Fußball generell eher doof findet. Gelinde gesagt. Bis zu einem gewissen Grad kann ich das nachvollziehen, ich fände es auch nicht toll, wenn ein Ereignis, das mich nicht interessiert, so im Mittelpunkt aller Gesprächsthemen und aller Nachrichten steht. Ich bin, Fußballgucker hin oder her, absolut der Meinung, dass es idiotisch ist, mit nem Autokorso hupend um den Block zu fahren, verbotenerweise Feuerwerksköper zu zünden oder diese beknackten Vuvuzelas zu tröten. Das nervt, keine Frage, ganz meine Meinung. Nun ist es ja aber so, dass es die Fußballfans gibt, die gröhlend und betrunken durch die Innenstadt laufen oder Autokorsos bilden, und die Zuschauer, die das Spiel auch gucken, aber eben zu Hause. Und wenn ich die tausende von Tweets sehe, die während jedes Spiels zum entsprechenden Hashtag getweetet werden, komme ich fast zur Annahme, dass die Zuhause-Gucker womöglich die Mehrzahl der Zuschauer stellen. Trotzdem vermitteln die WM-Ablehner den Eindruck, dass die Fußballzuschauer für sie eine große, amporphe Masse sind, die schwarz-rot-gold bemalt, das Bier in der einen und die Vuvuzela in der anderen Hand, gröhlend und „SCHLAAAAAND!!!“ skandierend über die Fanfeste ziehen, anschließend bis 3 Uhr nachts im Autokorso die Nachbarschaft terrorisieren und zwischendrin noch ein paar Nazi-Sprüche auf Twitter absondern. Ja, solche Leute gibt es. Und glaubt es oder nicht, sowas finde ich genauso scheiße wie jeder WM-Hasser.

(Ich gehe jetzt mal nicht näher auf die nationalistischen und rassistischen Tweets und Kommentare ein. Was man davon zu halten hat, ist sowieso klar.)

Wenn dann aber bei JEDEM Deutschlandspiel mindestens 5 Leute verkünden, dass sie jetzt während des Spiels einkaufen gehen, weil es dann ja so schön leer im Supermarkt ist (Meaning: Weil sie dann als gebildete Fußballablehner durch die leeren Gänge schlendern können, während der Pöbel aufm Fanfest „SCHLAND“ grölt), dann nervt mich das irgendwann. Wenn dutzende von Leuten sich über vier Wochen damit brüsten, dass sie sich nicht für Fußball interessieren und das alles ganz furchtbar doof finden, dann nervt mich das genauso. Meine Güte, wenn ich über alles, was mich nicht interessiert, so viel reden würde wie die Fußball-Hasser während der WM, käme ich ja gar nicht mehr aus dem Sachen-doof-finden raus.

Apropos Schland: Ja, doch. Ich fände es schön, wenn Deutschland Weltmeister wird. Ich finde, die Mannschaft spielt guten, fairen Fußball, kommt in Interviews durchgehend sympathisch rüber (ja, nicht trotz, sondern gerade WEGEN Mertesackers legendärem Interview) und hätte den Titel verdient. Es sei denn, sie verkacken das Finale, aber ja nun. Dann hätten sie ihn auch nicht verdient. Und ja, ich gebe zu, dass mich die Spiele der deutschen Mannschaft meistens einen Tacken mehr interessieren. Das ist so ähnlich, wie wenn ich es schön finde, zu erfahren, dass z. B. ein Autor, den ich mag, aus Hamburg wohnt. Es wäre auch total okay, wenn er aus München kommt, aber durch die selbe Stadt ist halt eine kleine Verbundenheit da. So ungefähr isses auch mit der Nationalmannschaft. Und hätten sie so schlecht gespielt, dass sie in der Vorrunde ausgeschieden wären, ja meine Güte, dann wäre es so gewesen und ich hätte das Turnier trotzdem weiterverfolgt. (Wie gesagt, ich schaue alle Spiele, die ich zeitlich schauen kann.) Ich habe übrigens, soweit ich mich entsinne, noch nie das Wort „Schland“ von mir gegeben und wenn die deutsche Nationalmannschaft gewinnt, dann hat in meinem Wortschatz die deutsche Nationalmannschaft gewonnen und nicht „wir“. Ich war aber auch noch nicht Papst. Oder Weltmeister. Oder sonstwas.

Vom anstrengenden Fantum mal abgesehen, liegen bei dieser WM natürlich noch ganz andere Probleme auf der Hand. Die FIFA ist eine absolut korrupte Organisation, die WM-Vergabe nach Russland und Katar ist ein Skandal und was mit den WM-Geldern in Brasilien angerichtet wurde, ist eine Katastrophe. Zum Kotzen. Regt mich auf. Und meiner Meinung nach sollte sich jeder Fußballspieler, der was auf sich hält, weigern, in Katar überhaupt anzutreten. Zudem ist die Berichterstattung der Öffentlichen, bei denen die Übertragungsrechte liegen, nicht nur schon an sich eine Katastrophe (bei den Fußballkommentatoren überkommt mich regelmäßig der dringende Wunsch, in ein Rudel Vuvuzela-Tröter zu springen, um das Dummgeseiere durch temporäre Taubheit auszublenden), sondern blendet auch die Probleme in Brasilien vollkommen aus. Und ja, das Heute-Journal gestern hätte es sich schenken können, nochmal in der Halbzeit über das Ergebnis des Spiels zu berichten und dafür die Berichterstattung aus dem Gaza-Streifen zu kürzen.

Was tut man also? Den Fernseher ausmachen? Kein Fußballspiel mehr schauen?
Ich verrate euch, wie sehr das die FIFA, den DFB und die Medien interessieren wird: Ungefähr 0,00000 %. Gar nicht. Nada. Null.

Ich habe kein Quotenmessgerät zu Hause stehen. Ob bei mir Fußball läuft oder was anderes oder gar nichts, bekommt schlicht NIEMAND mit. Nicht der Blatter, nicht der Chef der ARD, nicht der Bartels oder der Rethy (und ich schwöre, hätte ich die Möglichkeit, Bartels durch Abschalten von seinem Posten zu entfernen, ich würde es tun!).

Was man tun kann, was bemerkt wird, ist, sich darüber zu äußern, wie scheiße man die FIFA findet. Wie sehr man hofft, dass die bekannt gewordenen Bestechungen aus Katar Folgen haben werden. Wie dringend die Berichterstattung anders und besser werden müsste.
Das tue ich, mit diesem Blogeintrag, und das habe ich schon in anderen, online wie persönlich geführten Diskussionen getan.

Die Umstände dieser WM sind schlimm, ja. Und das Letzte was ich tun möchte, ist, die FIFA zu unterstützen. Ich kaufe keine WM-Fanartikel, ich gehe nicht aufs Fanfest, und könnte man auch nur ein Fitzelchen an der FIFA, der WM in Brasilien oder sonstwas dadurch ändern, den Fernseher auszulassen, ich würde es machen. Ist aber nicht so.

Also schaue ich auch noch die letzten drei Spiele, auf meinem Sofa, mit ner Cola oder nem Eiskaffee, mit dem Smartphone in der Hand im Austausch mit den Twitterern, die durch ihre Kommentare das Ganze so viel witziger machen. Ohne Vuvuzela und Deutschlandschminke. Ohne Autokorso und ohne die FIFA toll zu finden.
Einfach weil es mir Spaß macht, Fußball zu schauen.

Aber falls Deutschland Weltmeister wird, jubel ich doch ein bisschen.

PS: Falls jemand diesen Artikel liest und mir einen Tipp geben kann, wo man seinen Unmut über die FIFA etc. kundtun kann und eventuell die Chance hat, gehört zu werden, freue ich mich über einen Hinweis.

PPS: Und an alle Fußball-Doof-Finder: Haltet durch, in ein paar Tagen ist der Spuk vorbei.

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Mediengedöhns: Juni 2014

Ich erzähle hier ja eh schon öfter, was ich grade so lese, schaue oder spiele. Also gibts heute mal einen Sammelartikel dazu, womit ich mich im letzten Monat so beschäftigt habe. Und weil ich ein netter Mensch bin, spoiler ich nur ganz wenig und das auch mit Vorwarnung und nur durch Markieren sichtbar. [/service]

Bücher

Allzuviel gelesen habe ich leider nicht. Immerhin über anderthalb Bücher kann ich berichten.

Das wäre einmal Tin Swift, der 2. Band der Age of Steam-Serie von Devon Monk. Wie der Name schon vermuten lässt, ist es eine Steampunk-Reihe. Genauer gesagt, eine Steampunk-Western-Reihe. Die Bücher spielen in Amerika, so zur Zeit, in der man nach Westen ging und da Eisenbahnschienen verlegte, das Land erschloss und so Kram. In den Büchern ist die Technik natürlich etwas anders, denn es gibt jede Menge Steampunk-Gadgets und – im zweiten Band – auch Luftschiffe. Außerdem gibt es die Strange, so eine Art fiese Feenwesen, die das Land unterjochen wollen und ziemlich unschöne Dinge anstellen. Kinder entführen, Untote erheben, sowas halt. Zum Glück gibt es auch ein paar nettere übernatürliche Gestalten, die gegen sie kämpfen. Die Hauptfiguren der Geschichte sind ein Jäger, der verflucht und daraufhin zum Werwolf wurde, eine Hexe und eine junge Bastlerin. Die taten sich im ersten Teil zusammen und sind jetzt unterwegs zur Schwesternschaft der Hexe. Im jetzt gelesenen zweiten Teil gesellt sich dann ein Luftschiff nebst mysteriösem Kapitän und interessant-skurriler Besatzung hinzu. Passieren tut dabei gar nicht so wahnsinnig viel, hauptsächlich sind jede Menge Leute aus den unterschiedlichsten Gründen hinter den Protagonisten her. Auch der Romance-Anteil war höher als im ersten Band, es wird ganz schön viel geschmachtet, heimlich angehimmelt und errötet. Es ließ sich aber noch ganz gut ertragen und es gab auch weder ultra-cheesy-Liebesschwüre noch awkward Sexszenen. Also noch alles gut. Letztendlich liest sich der Roman gut weg, ist schmissig geschrieben und kann sowohl mit schönen Beschreibungen verschiedener Steampunkspielereien als auch mit prägnant gezeichneten Charakteren aufwarten. Kann man also gut lesen.

Auf dem Ebook-Reader lese ich grade die Kurzgeschichtensammlung The King in Yellow von Robert W. Chambers. Woher kennt man das? Genau, aus der Serie True Detective. Dort wurden die Geschichten um den King in Yellow und das mythische Carcosa als Hintergrund der Verbrechen verwendet. Weil mir die Serie so gut gefallen hat, hab ich mir danach das Buch besorgt – was es übrigens umsonst beim Gutenberg-Projekt gibt. Die Geschichtensammlung dreht sich also um das fiktive Theaterstück „The King in Yellow“, welches die Leute, die es lesen, in den Wahnsinn treibt. Fast alle der Geschichten drehen sich um Menschen, die das Stück gelesen haben und ihr Schicksal. Bisher habe ich das Buch etwa zur Hälfte durch, also 5 der Geschichten gelesen. Bisher hat mir jede davon gefallen. Meist kann man nicht richtig den Finger auf die Handlung legen und sagen, worum es genau geht, aber es ist immer interessant und irgendwie sehr atmosphärisch. Sprachlich lässt sich das alles auch gut lesen, auch wenn das Buch von 1895 ist. Gefällt mir insgesamt und ich werd mal sehen, was Chambers sonst noch so geschrieben hat.

Serien/Filme

Tatsächlich habe ich mal einen Film gesehen, das kommt auch nicht allzu oft vor. Geschaut hab ich nämlich Thor – The Dark World. Wieder in der guten bunten Space-Optik des ersten Teils, diesmal mit iiihvöl Dunkelelfen unter ihrem Anführer Malekith (ein kaum wiederzuerkennender Christopher Ecclestone), die Figuren aus Teil 1 sind aber auch alle wieder am Start. Natürlich ist Asgard mal wieder in Gefahr, Jane und Thor schmachten sich an, Heimdall ist die coolste Sau diesseits und jenseits des Bifrost und am Ende wird alles irgendwie gut. Auch Loki ist natürlich wieder mit dabei und macht auch wieder viel Spaß. Insgesamt ist der Film, wie schon Thor 1, relativ bunt, schnell und krawummsig, was irgendwie schon okay ist. Es gibt auch ein paar ruhigere Momente, von denen mich besonders SPOILER (markieren zum Lesen) die Beerdigungsszene beeindruckt hat. Natürlich hat der Film auch viele Lacher. Die Dunkelelfen waren leider im Großen und Ganzen irgendwie austauschbar und nicht sehr spannend – zwar gibt es noch Loki als zweiten Bösewicht/fragwürdigen Verbündeten, aber trotzdem hätte man wenigstens Malekith ein bisschen mehr Profil geben können. Jane Foster ist auch in Teil 2 irgendwie öde und ungefähr alle anderen Frauenfiguren – Darcy, Sif, sogar Thors Mutter – sind spannender als sie, kriegen aber ungleich weniger Screentime. Schade.
Insgesamt unterhaltsam, vom Winter Soldier (Captain America 2) verspreche ich mir aber mehr.

An der Serienfront gab es natürlich Game of Thrones (zwar schon seit April, aber jetzt ist die Staffel ja vorbei). Insgesamt muss ich sagen, dass ich die 4. Staffel ein klein wenig schwächer fand als die ersten drei. Das liegt zum einen an der Vorlage, denn in der vierten Staffel werden Dinge aus Buch 3, 4 und 5 verfilmt und nun ja, Buch 4 und 5 sind stellenweise schon etwas zerfasert und teilweise auch etwas langatmig. Leider. Dummerweise hat man in der Serie teilweise Dinge geändert, damit Handlungsstränge sich überschneiden, Personen sich treffen, die sich im Buch eigentlich nicht begegnen und teilweise auch Leute sterben, die es im Buch eigentlich nicht tun. Nun bin ich ja nicht generell gegen Änderungen an der Vorlage, aber teilweise waren die Änderungen unnötig und unlogisch. Längst nicht alle, aber doch einige. Natürlich ist das alles Jammern auf hohem Niveau, die Serie macht immer noch viel Spaß, der Soundtrack war wieder großartig und die Schauspieler sind auch nach wie vor toll. Und, hurra, SPOILER (markieren zum Lesen) die einzige Schauspielerin, die ich für absolut fehlbesetzt halte, nämlich die von Shae, muss ich nun endlich auch nicht mehr ertragen. Nun freu ich mich auf Staffel 5 und bin sehr gespannt drauf. Vermutlich wird Buch 6 ja bis nächsten März nicht erscheinen, also könnte es gut sein, dass die Serie die Bücher überholt und ich auch mal was erfahre, was ich nicht schon eh weiß *g*. Außerdem wird es in Staffel 5 einen oder vielleicht auch zwei neue Schauplätze geben, auf die ich mich sehr freue.

Dann hab ich die 2. Staffel Orphan Black zu Ende geschaut und bin nach wie vor sehr angetan von der Serie. Wer es noch gar nicht kennt: Ganz dringend empfohlen. Orphan Black ist eine Produktion von BBC America und dem kanadischen Sender SPACE, die in Kanada spielt. Worum es genau geht, ist blöd zu erzählen, weil es schonmal die große Überraschung der ersten 3 Folgen verdirbt. Wer es doch wissen will, darf jetzt den SPOILER aufdecken: Es geht um Klone – die Hauptfiguren der Serie sind mehrere junge Frauen, die, nun ja, eben geklont sind und die sich zufällig gefunden haben. Gespielt werden sie alle von der fantastischen Tatiana Maslany, die so unglaublich gut spielt, dass man regelmäßig vergisst, dass die vielen verschiedenen Charaktere tatsächlich von einer einzigen Frau verkörpert werden. Noch etwas mehr dazu – leider auch spoilerig – gibts hier. Die Serie ist sehr spannend, gut erzählt und toll besetzt. Die zweite Staffel verliert gegenüber der ersten natürlich ein klein wenig an Reiz, weil die große Überraschung der ersten Staffel nun schon verbraucht ist. Trotzdem wird die Geschichte gut weitererzählt, geht quasi weiter in die Tiefe und endet im Finale dann auch sowohl mit dem Abschluss einiger Erzählstränge, einer Überraschung und einigen offenen Fäden für Staffel 3. Mit Michiel Huisman (auch bekannt als Daario Naharis der Zweite aus Game of Thrones) ist auch noch ein cooler Nebendarsteller dazugekommen. Also insgesamt bin ich sehr zufrieden mit Staffel 2.

Kommen wir zur Serienüberraschung des Frühlings: Penny Dreadful. Darauf kam ich auch wirklich nur, weil sie mir auf Twitter empfohlen wurde (danke nochmal dafür!). Penny Dreadful ist eine neue Serie von Showtime, deren erste Staffel mit 8 Folgen gerade zu Ende gegangen ist. Im Prinzip hat man jede Menge Figuren aus englischen Gothic Novels und ähnlichen Romanen genommen, durch weitere Charaktere ersetzt, nach London im Jahr 1891 verfrachtet und in eine düster-romantische Geschichte verstrickt. (Daher übrigens auch der Name der Serie – ein Penny Dreadful ist ein Horror-Groschenroman.) Es geht, rein auf die Handlung bezogen, um eine verschwundene junge Frau, die von ihrem Vater mit Hilfe mehrerer anderer Leute gesucht wird. Tatsächlich liegt der Fokus der Serie aber auf den Charakteren, auf den Umgang mit dem Übernatürlichen, der Frage, ob es erstrebenswert ist, von der Normalität abzuweichen und wie man damit umgeht, wenn man mit in die Twilight World geraten ist. Das Ganze ist optisch und musikalisch wunderbar inszeniert, die Dialoge sind meiner Meinung nach brillant und außerdem ist die Serie mit u. a. Eva Green, Timothy Dalton, Billie Piper und Josh Hartnett hervorragend besetzt, die mir vorher nicht bekannten Schauspieler stehen allerdings in nichts nach. Wobei Frau Green ihre durchweg sehr guten Kollegen und Kolleginnen teilweise wirklich an die Wand spielt. Für mich mit die beste Serie seit Langem – ich freue mich auf Staffel 2.

Man kann aber ja nicht immer nur Dramaserien gucken. Also man kann sicherlich, aber ich brauche auch immer so eine  Comedy-Serie, die man z. B. zum Essen gucken kann. Bei superspannenden Serien kann ich nicht nebenbei essen oder trinken, das wäre mir erstens zu schade und zweitens vergesse ich dann, wenn es wirklich gut ist, sowieso, dass da noch irgendwas zu futtern aufm Tisch steht. Daher gab es in den letzten Wochen im Comedy-Bereich: Modern Family. Wie der Name schon sagt, eine Serie über eine große Patchworkfamilie, bestehend aus sozusagen drei Familien: Die klassische Mutter-Vater-drei-Kinder-Familie, die Konstellation älterer Herr mit sehr viel jüngerer Frau plus deren Sohn aus erster Ehe und schließlich ein schwules Paar mit adoptiertem Baby. Und ja, die sind alle noch miteinander verwandt. *fuchtel* Die Folgen haben jeweils 20 Minuten, also klassisches Comedy-Format. Neben den eigentlichen Szenen gibt es immer noch so fiktive Interviews mit den Charakteren (so ein bisschen wie bei Stromberg – der eine Charakter ist auch vom Peinlichkeitsgrad her schon ein wenig strombergesk…). 2 Staffeln hab ich inzwischen geschaut und es ist durchgehend unterhaltsam, greift auch mal aktuelle Themen auf, hat viele lustige Momente und am Ende haben die Folgen meist schon ein Happy End. Klassische Feel-Good-Serie, aber dabei sehr witzig und mit netten Charakteren.

Ich schaue auch noch mehr Dinge, zu denen ich  noch was schreiben will, wenn ich mit der jeweiligen Staffel durch bin. Bald also hier: Die zweite Staffel Orange is the new Black, die dritte Staffel Homeland und die erste Staffel Türkisch für Anfänger.

Spiele

Nachdem ich ja neulich im Aprilurlaub den ersten Teil von Assassin’s Creed beendet hatte, spiele ich nun Teil 2. Nach nunmehr etwa 50 Stunden Spielzeit bin ich auch schon so gut wie durch. Die Story schließt sich nahtlos an Teil 1 an und es geht im Wesentlichen darum, wie Ezio, der Protagonist, vom jungen unbekümmerten Mann zum Assassinen wird. Ja, keine Story, die man nicht schon 93 Mal gehört hätte, aber das Spiel macht trotzdem total Spaß. Das Setting – Italien um 1480 rum – ist toll, die Städte sind toll designt und der Soundtrack ist klasse. Außerdem ist die Geschichte abwechslungsreich, vor allem wenn man vorher Teil 1 gespielt hat. Da liefen Missionen immer nach dem gleichen Schema ab und irgendwann war das doch recht langweilig. In Teil 2 geht es dann schon auch noch hauptsächlich darum, Leute abzumurksen, aber man muss auch Leute verfolgen, Rennen gewinnen, Sachen klauen usw. Zwischendurch fährt man auch mal Boot oder Pferdekutsche oder SPOILER fliegt mit einer von Leonardo da Vinci gebauten Flugmaschine über Venedig. Außerdem gibt es verschiedene Waffen, man kann seine Kleidung färben lassen, mehr Ausrüstung kaufen und die Familienvilla samt Dorf wieder aufmöbeln. Außerdem kann man Leute anheuern und auch die Wahl der Waffen ist größer geworden, es gibt Rauchbomben, Gift, eine Pistole und Geldmünzen, mit denen man Leute ablenken kann. Vor allem aber sind die verschiedenen Missionen Teil einer fortlaufenden Geschichte, so dass man immer irgendwie wissen will, wie es weitergeht. Außerdem gibt es im Spiel noch 20 Glyphen, hinter denen sich jeweils ein Rätsel verbirgt – für mich, die nicht nur Größe und Figur eines durchschnittlichen Hobbits, sondern auch dessen Rätselfreude besitzt, natürlich genau das Richtige. Ansonsten kann man noch jede Menge Extra-Zeuch machen: Untreue Ehemänner vermöppen, Wettrennen über die Dächer machen, Templerhorte ausplündern (aka irrsinnig fiese Jump-Sequenzen machen, die mein Spielgeschick total übersteigen und die ich daher auch komplett ignoriert habe), Meuchleraufträge annehmen usw. Kann man aber halt auch alles weglassen. Ich glaube, selbst die Glyphen MUSS man nicht machen. Das einzige, was man machen muss, sind die Aussichtstürme (sowieso eins meiner Lieblingselemente im Spiel – man muss aber nicht alle abklappern, um weiterzukommen) und die Codexseiten sammeln, die man am Ende dann braucht.

Einziger Wermutstropfen: In der PC-Version sind die 2 DLCs, die es für das Spiel gibt, fest eingebunden und müssen gespielt werden. Das sieht dann so aus, dass kurz vorm Finale nochmal zwei ziemlich langweilige und in einem Fall auch sauschwere und repetitive Sequenzen kommen, die mich echt genervt haben. Ist ja schön, dass man den Content mit reinpackt, aber dann doch bitte optional. Das hat den Erzählfluss total unterbrochen und mich echt genervt.

 Insgesamt aber ein sehr tolles, spaßiges Spiel. Danach geht es auch gleich weiter mit Brotherhood, was sich, Steam Summer Sale sei dank, auch schon auf meinem Rechner befindet.

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