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Mediengedöhns im Juli und August 2017

Im Juli habe ich so wenig zu Ende geschaut, dass ich gar nicht genug für einen Artikel hatte. Daher jetzt mal wieder etwas mehr.

Bücher

Ich schreibe jetzt endlich was zu Bloodline, auch wenn ich noch 30 Seiten vor mir habe – aber die werden den Eindruck nun nicht mehr ändern. Bloodline ist neben der Aftermath-Trilogie der beste Star Wars-Roman, den ich bisher gelesen habe. Claudia Gray schafft es, Leia Organa wirklich großartig zu schreiben, aber auch die weiteren Charaktere sind wirklich toll. Außerdem ist die Handlung ein weiteres kleines Puzzlestück auf dem Weg zwischen der Schlacht von Endor und dem Aufstieg des First Order und der Entstehung der Resistance. Auch der Einblick in die Politik des Senats der Neuen Republik ist sehr gut, vor allem, weil er auch ziemlich realistisch scheint. Aber großer Dreh- und Angelpunkt ist halt schon Leia, und vermutlich mag ich das Buch deswegen auch so. Also große Empfehlung.

Ebenfalls gelesen habe ich den 2. Bank der Darth Vader-Comicserie. Der war auch wieder ziemlich cool, mit viel Unterwelt- und Aphra-Action und so. Und einem sehr coolen Eröffnungsbild mit Vader auf Tatooine vor Lukes zerstörtem Zuhause. Der nächste in der Reihe ist jetzt glaube ich Vader Down, was ein Crossover der Serie mit … irgendwas anderem ist. Ich muss mich da mal informieren. Äh, ja. Da ich mit diesem Buch jetzt 5 Comicbücher in meinem gesamten Leben gelesen habe, fühle ich mich immer sehr inkompetent, wenn ich darüber schreibe, deswegen einfach nur: Ich fand den Band gut.

Filme und Serien

Irgendwann im Juli war ich dann nochmal im Kino zu Spider Man Homecoming. Tatsächlich nehme ich ja seit einer Weile so ziemlich jeden MCU-Film im Kino mit, denn bisher waren die alle immer solide bis sehr gute Unterhaltung. Spiderman interessierte mich seit den furchtbaren Filmen mit Tobey Maguire eigentlich mal so überhaupt nicht, aber der kurze Auftritt vom neuen Spiderman in Civil War und die Tony Stark-Mentorbeziehung machten mich dann doch neugierig genug für einen Kinobesuch. Der Film war dann auch echt ganz cool. Halt bewusst High School-Film meets Superhelden, aber das macht das MCU ja auch so gut – dass sie fast jeden Superheldenfilm noch mit einem anderen Genre mischen. Tom Hollander ist ein überzeugender 16-jähriger Möchtegernheld, der Bösewicht war meiner Meinung nach besser als in vielen anderen MCU-Filmen, Tony Stark hätte von mir aus aber gerne etwas mehr vorkommen können, und wenn es nur gewesen wäre, um meine seit Civil War reichlich vorhandenen Tony-Stark-FEELS zu verarbeiten. Die weiteren Rollen waren auch toll besetzt, gerade Peters Sidekick und das Love-Interest fand ich klasse. Insgesamt eher ein Standalone-Film als eine Fortführung der MCU-Geschichte, aber wirklich charmant.

Das MCU neu schätzen gelernt hab ich dann letztes Wochenende, als ich matschig daheim rumhing und Bock auf einen hirnlosen, unterhaltsamen, coolen Film hatte. Meine Wahl fiel dann auf Pacific Rim und meine Fresse, ist der Film kacke. SO eine coole Prämisse (2 miteinander verlinkte Personen steuern 50-Meter-Battlemech gegen Monster aus einer andere Dimension) und dann so wenig draus gemacht. Die … äh … man kann es kaum Charaktere nennen … die klischeehaften Abziehbilder, die da als Ensemble durch die Gegend eierten, waren zu 80 % weiße Typen, die einzige relevante Frau ist ein totales Mäuschen, lässt sich von jedem rumkommandieren und verliebt sich natürlich nach 3 Minuten in den Hauptcharakter. Die zwei Wissenschaftler waren so überzeichnet geschrieben und overactet, dass es unerträglich war, und der Versuch, ein paar humorige Stellen einzubauen, ging auch total nach hinten los. Ja, optisch war es teilweise ganz cool, aber ich brauch schon wenigstens einen Charakter, der den Namen verdient hat und mir nicht völlig egal ist, oder wenigstens ein bisschen mehr Coolness oder …. irgendwas. Ich weiß immer noch nicht, wieso ich den Scheiß nicht nach 40 Minuten ausgemacht hab, aber irgendwie hab ich 2 h meines Lebens damit verbracht, diesen Film zu schauen und auf Twitter darüber zu lästern, wie kacke ich ihn finde. Eigentlich beides Ding, die ich doof finde. Ich gelobe Besserung beim nächsten schlechten Film!

Kommen wir zu den Serien:

Um die Netflix-Serie Iron Fist hatte ich mich bisher ein wenig gedrückt, weil sie ja gar nicht mal so gut sein soll. Aber in Vorbereitung auf The Defenders musste ich sie dann doch gucken. Und ich muss sagen: Sie ist zwar wirklich lange nicht so gut wie Daredevil oder Jessica Jones, aber auch nicht so mies, wie ich es dachte. Eigentlich ist sogar alles an der Serie recht cool, bis auf leider den Hauptcharakter. Neben der Tatsache, dass ich Finn Jones für eine absolute Fehlbesetzung halte (weil er a) keine Kampfsportvorbildung und auch offensichtlich auch nicht arg so viel Talent dafür hat und b) hier die Gelegenheit verpasst wurde, Danny Rand einfach Asian-American sein zu lassen und damit noch ein bisschen mehr Diversität in die Defenders zu bringen) ist Danny Rand einfach … dumm. Er ist ein dummer, weißer Junge mit mehr Privilegien, als er checkt und erinnerte mich frappierend an jeden Kampf-ist-die-einzige -Lösung-Krieger, der mich bei diversen Rollenspielsitzungen zur Weißglut gebracht hat. Die Serie gönnt ihm leider auch nicht gar so viel Entwicklung und seine in den ersten Folgen noch ganz interessanten Kindheits-Flashbacks kommen einfach nur immer wieder und werden nicht wirklich weitergeführt, so wie auch die ganze Ausbildung zu Iron Fist in K’unlun reichlich oberflächlich abgehandelt wird. Die weiteren Charaktere sind da schon erfreulicher. Claire Temple ist eh eine Bereicherung für jede Szene, in der sie dabei ist, und Colleen Wing, Dannys Sidekick/Love Interest ist ziemlich cool (und hätte eine bessere Hauptfigur abgegeben, zumal die Schauspielerin auch ihre Katana-Kämpfe wesentlich besser rüberbringt als Finn Jones) und die gesamte Familie Meachum ist auch durchweg gut besetzt und gespielt. Leider hat auch das Drehbuch so seine Schwächen und die Schauspieler können aus den teils seltsamen bis wirren Dingen, die ihre Figuren tun, halt nur das Beste rausholen. Insgesamt leider wirklich die schlechteste der Defenders-Einzelserien, aber nun auch nicht schlimmer als vieles andere, was so über den Bildschirm flattert.

Wirklich mit Hochspannung erwartet habe ich dann The Defenders. Die 8 Folgen umfassende Serie bringt erstmals Daredevil, Jessica Jones, Luke Cage und Iron Fist zusammen, als die in den meisten anderen Serien schonmal aufgetauchte Hand sich daran macht, New York ganz klischeehaft zur eigenen Bereicherung dem Untergang zu weihen. Das bringt nicht nur ein Team-up der vier (nicht immer sehr heldenhaften) Helden mit sich, sondern beschert dem Zuschauer auch Sigorney Weaver als Oberbösewichtin Alexandra, die wirklich ziemlich cool und auch toll gespielt ist. Gerade ihre abgefuckte Irgendwie-Mutter-Tochter-Beziehung zu Black Sky ist durchaus gelungen. Zurück zu den Superhelden – die Serie nimmt sich glücklicherweise Zeit, sie zusammenzuführen und widmet dem Austausch- und Teamfindungsprozess auch eine ganze Folge. Das hat für mich sehr gut funktioniert. Gerade die Charaktermomente der einzelnen Figuren sind mit das Beste an der Serie. Was das Problem mit Danny Rand angeht: Glücklicherweise arbeitet die Serie hier mit dem, was sie nunmal hat, und stellt nie in Frage, dass Danny ein dummer Haudrauf ist, allerdings ein dummer Haudrauf, der für beide Seiten von Wichtigkeit ist, so dass er in die Geschichte gut eingebunden wird. Und zwischen ihm und Luke entwickelt sich dann doch recht schnell eine Buddy-Dynamik, die ich sehr gelungen finde. Hach, überhaupt, Luke. Er ist auf jeden Fall der sympathischste im Team und ich finde ihn als großen, starken, dabei aber nicht doofen, sondern im Gegenteil relaxten und entspannten Typen einfach großartig. Auch das vorsichtige Wieder-Annähern zwischen ihm und Jessica ist super. Letztere ist auch in jeder ihrer Szenen ein Highlight in ihrer üblichen rotzigen, fertigen, sarkastischen Art und Weise. Insgesamt entwickeln sich tatsächlich alle vier Figuren auch in dieser Serie ein Stück weiter, was in Hinsicht auf das große Ensemble und die nur knapp 8 Stunden Laufzeit sehr positiv ist.

Leider fand ich die letzten Folgen und das Finale dann nicht mehr ganz so stark wie den Anfang, da das Finale mit einem Plottwist eingeleitet wird, der zwar echt überraschend kam, aber in der weiteren Entwicklung nicht unbedingt mein Gefallen gefunden hat. Außerdem darf Danny Rand auch in dieser Serie nicht schlauer werden und sorgt mit einer absolut blöden Aktion dafür, dass die böse Seite einen Schritt weiterkommt. Und auch der Finalkampf an sich war dann weniger cool als andere Kampfszenen es waren. Und ich werde einfach nicht warm mit Matt und SPOILER Elektra als dramatischem Liebespaar. Elektra als Black Sky war super, sobald sie dann wieder zu ihrem irren Selbst zurückgefunden hat, hat sie mich genauso genervt wie in Daredevil Staffel 2. Was nicht an Elodie Yung liegt, sondern einfach daran, wie die Figur geschrieben ist. Als Matt und sie sich am Ende in all den Trümmern in den Armen lagen, hab ich nur mit den Augen gerollt. Achja: Ich hoffe, Madam Gao hat den einstürzenden Neubau irgendwie überlebt. Sie ist einfach so cool und ich hoffe, sie kommt nochmal wieder. SPOILER ENDE. Insgesamt hat der Plot um die Hand damit nun hoffentlich erstmal einen Abschluss gefunden und macht Platz für andere Handlungsstränge.

Was die Defenders übrigens absolut brillant umsetzt, sind die verschiedenen Farben. Jeder Defender hat eine Farbe oder Farbkombination, die immer wieder aufgegriffen wird, gerade auch im Zusammenspiel (Alexandra als Gegenspielerin hingegen trägt nur Nicht-Farben wie weiß, gold oder silber). Das sorgt bei den getrennten Handlungssträngen am Anfang dafür, dass man schnell wieder weiß, um wen es gerade geht. Auch wie die Farben dann zusammenkommen, aber jeder immer noch seine Farbe im Hintergrund hat, wie z. B. im quietschbunten Chinarestaurant, wo aber Danny halt immer vor der iron-fist-grünen Topfpflanze sitzt, ist großartig gemacht und zieht sich bis in kleine Details durch. Als Matt z. B. in den Verhörraum kommt, in dem Jessica sitzt, ist der Raum komplett blau und er steht dann vor der rot lackierten Tür. Und als Luke und Danny eine Unterhaltung allein führen, sind die Stühle, auf denen sie sitzen, sicherlich in voller Absicht grün (Danny) und gelb (Luke). Schon allein für diese Farbspielereien lohnt sich vermutlich auch noch ein zweites Anschauen – für die Interaktion der Charaktere und die zum großen Teil tollen Dialoge sowieso. Insgesamt also auf jeden Fall eine Empfehlung.

Mehr Netflix-Content: Die fünfte Staffel Orange is the new Black hatte in meiner medialen Filterblase eine ähnlich herzliche Rezeption wie Iron Fist, und auch hier kann ich es nicht so richtig nachvollziehen. Die Entscheidung, die ganze Staffel lang den Aufstand im Gefängnis zu behandeln, fand ich durchaus gut und richtig so. Es vergeht sehr wenig Zeit in den 13 Folgen (4 Tage etwa) und verschiedendste Aspekte des auf einmal im Chaos versinkenen Gefängnisses werden beleuchtet. Dabei fand ich manche Handlungsstränge fantastisch (Taystee ftw! Sie war SO TOLL in dieser Staffel!, Gloria, Caputo), manche typisch skurril-humorig (Frida und der Pool, Boo und Linda, Piper und Alex), manche viel zu klamaukig und doof (Liane und … die andere Hirnlose da vor allem, teilweise auch Malitza und Flaca) und der Tiefpunkt war dann irgendwie die Story mit Red und Piscatella. Da machte einfach sehr vieles überhaupt keinen Sinn. Man hätte auch von mir aus gerne sehr viel mehr beleuchten können, wie sich die Lage aus Sicht der Offiziellen und Verantwortlichen darstellt. Trotzdem gab es einige wirklich schöne Szenen und im Großen und Ganzen ist die Serie immer noch gut und vor allem anders als viele anderen. Ich bin gespannt auf Staffel 6.

Auch gerade beendet: Die dritte Staffel Dark Matter. Hach, hach. Ich liebe diese Serie echt sehr, auch wenn sie wenig Budget und damit grottige Special Effects hat. Aber die Charaktere sind einfach großartig und liebenswert, die Folgen sind immer superspannend und diese Staffel haben sie echt ein paar Highlights abgeliefert … eine Zeitschleifenfolge, eine Stranger Things-inspierte Zeitreise, ganz viel Human-Android-Relations-Kram … großartig. Und die Klamotten sehen immer noch supergeil aus und der Cast ist bis in kleine Nebenrollen hinein immer noch superdivers (there are Asians in this movie!) und … ja. Es ist halt kein total hochqualitatives Fernsehen, aber schon verdammt cool. Und ich hoffe SEHR auf Staffel 4, die dritte hörte nämlich wieder mit gefühlt 5 Cliffhangern gleichzeitig auf.

Dann lief natürlich auch die 7. Staffel Game of Thrones, die sich nun endgültig über die Bücher hinaus fortbewegt hat und zudem diesmal nur 7 Folgen umfasste. Leider schlägt das doch sehr durch, denn vieles wird einfach zu hastig erzählt, die Charaktere besitzen inzwischen gefühlt alle einen Teleportring und so richtig habe ich einfach insgesamt nicht kapiert, warum man unbedingt 7 statt 10 Folgen machen wollte. Man merkt auf jeden Fall, dass es aufs Finale zugeht, die meisten Handlungsstränge werden zum großen Plot zusammengeführt, es gibt viele Wiedersehen, viele, nicht immer sehr subtil umgesetzte, Enthüllungen und Entscheidungen und am Ende der Staffel kann man wohl sagen:  Jo, der Winter ist da. Wie unglaublich viel Liebe zum Detail und wie krasse Set- und Stuntarbeiten in jeder Folge stecken, finde ich großartig und bewundernswert, und ich kann jedem Fan der Serie nur die Making of-Videos auf Youtube ans Herz legen. (Ich würde gerne eine tolle Playlist verlinken, aber der offizielle GoT-Account ist eher ein Chaos. HIER ist mal das Making of zu Folge 6 aus Staffel 7 – enthält logischerweise Spoiler 😉 . Insgesamt war ich schon ganz zufrieden mit der Staffel, man merkt aber, dass sich die Serie von der Komplexität und Vielschichtigkeit der Buchvorlage leider etwas entfernt hat. Gut, was sollen sie machen, GRRM hat sich ja leider in seine 17 Nebenplots verstrickt und Buch 6 kommt vermutlich auch nächstes Jahr noch nicht raus. Es ist trotzdem etwas schade, dass sich nun die Charaktere mehr dem Plot unterzuordnen scheinen als andersrum – und bei manchen Figuren wirkt das doch sehr als Bruch mit ihrem ursprünglichen Charakter und ihren Kompetenzen. Unterhaltsam, toll anzusehen und gut gespielt ist die Serie natürlich weiterhin. Für nähere Einzelheiten zu den Folgen empfehle ich die Reviews der NY Times, beim Guardian, oder ihr schaut mal drüben beim Hermator vorbei.

Und dann hab ich ja noch Star Trek geschaut. Das ist sehr neu, ich habe das immer verweigert – in meiner bedauernswert unnerdigen Jugend kam Star Trek ja nicht vor, und danach habe ich es immer doof gefunden, weil es alle kannten und sich drüber stundenlang unterhalten haben, und ich nur mit Fragezeichen überm Kopf danebensaß. Die drei neuen Kinofilme fand ich aber dann doch recht unterhaltsam, First Contact habe ich irgendwann auch mal gesehen und fand ihn cool. Und im September kommt ja die neue Serie, die ich auch auf jeden Fall gucken will. Und irgendwann im Mai hab ich dann mal angefangen, in die Serien reinzuschauen. Die Originalserie ging gar nicht, die ist einfach zu alt und zu albern für mich. TNG hab ich irgendwie gar nicht erst versucht, da kannte ich ein paar Folgen, die mal zufällig im Fernsehen liefen, und fand die nicht so spannend. Tatsächlich hab ich dann gleichzeitig mit Voyager und DS9 angefangen, bin bei DS9 aber mit der ersten Staffel noch nicht durch, weil ich nur selten eine Folge schaue. Aber die erste Staffel Voyager habe ich nun inzwischen gesehen. Ist ja glaub ich so die Serie, die alle immer doof finden, weil sie so weit weg spielt und so, wenn man von Star Trek null Ahnung hat, ist das aber sehr gut, wenn man nicht so viel Vorwissen bräuchte (DS9 hat ja in Staffel 1 so ne Folge mit Q und ich hab natürlich die siebenhundert Anspielungen nicht kapiert). Außerdem hat Voyager den großen Vorteil, dass Kate Mulgrew mitspielt, die einfach so großartig ist, dass ich schon deswegen drangeblieben bin. Aber auch sonst fand ich es erstaunlich gut. Nicht jede einzelne Folge, aber es war viel Gutes bei und ich bin auch erstaunt über die Ernsthaftigkeit vieler Themen und die Charaktere, die mir doch recht schnell ans Herz gewachsen sind. Außerdem ist so diese Das-Schiff-als-Heimat-Geschichte und die Suche nach dem Heimweg total meine Tasse Tee (und ich wüsste manchmal gern, wie viel Voyager-Inspiration in der Lamea-Kampagne steckt, denn so einige Punkte passen da doch schon sehr gut zusammen). Demzufolge schaue ich auch weiter, auch wenn ichs nun nicht gerade gierig durchbinge. Und DS9 guck ich so gelegentlich sicher auch weiter.

Gespielt

Nix am Computer, beim DSA sind wir gerade wieder bei der Königsmacherkampagne und dilettieren in der Politik herum. In Berlin ja, wie schon erwähnt, The Sprawl, ein PbtA-Cyberpunk-System, das mir wohl endgültig klargemacht hat, dass ich so Systeme, die auf einzelnen Runs und Aufträgen basieren, ohne dass es eine große Geschichte drumrum gibt, einfach nix anfangen kann. Auch wenn das System mMn sehr gut ist, wenn man denn run-basiert spielen möchte. Und im Juli haben wir auch noch einmal Edge of the Empire gespielt. Dafür habe ich mir sogar endlich mal einen eigenen SC gebaut, nämlich eine Zabrak-Slicerin namens Kepiri. Und dank einer spontanen Comission von Alexej Axis gibt es zu ihr jetzt auch schon ein Bild:

Ich habe sie ja bisher nur einmal gespielt, fand den Charakter aber ganz cool bisher. Es ist auf jeden Fall bemerkenswert, wie viel Input das Regelwerk durch die Verpflichtungen und Motivationen reinbringt. Ich hoffe, ich kann sie bald mal wieder spielen.

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Mediengedöhns im Juni 2016

Ehe es schon wieder auf einen Doppelmonatmedienrückblick hinausläuft, schreib ich doch noch schnell mal den Juni 😉 .

Bücher

Tatsächlich schon wieder ein Buch geschafft, an dem ich seit Monaten rumgelesen hab. Diesmal: Staked (Iron Druid Chronicles 8) von Kevin Hearne. Also Teil 8 von „Druiden gegen den Rest der Welt“. Pfuh, irgendwie würde ich gerne mehr dazu schreiben, aber ich hab es über so lange Zeit verteilt gelesen, dass ich jetzt nicht mehr so richtig vor Augen habe, welche Szenen ich gut oder schlecht fand. Das Buch war wieder sehr kurzweilig, ich fands aber dafür, dass es der vorletzte Band ist, irgendwie ein bisschen zu leichtherzig und lustig und random, da hatte ich mir doch schon irgendwie mehr erhofft. Auch dass die drei Hauptfiguren sich eigentlich bis kurz vorm Ende aufgeteilt über die ganze Welt verstreuen, fand ich nicht so richtig gut. Auf Band 9 und wie das Ganze dann letztendlich ausgeht bin ich aber trotzdem gespannt.

Filme und Serien

Filme gabs keine im Juni.

An Serien war da einmal die 4. Staffel Orphan Black, die mir ziemlich gut gefallen hat. Nach dem „es gibt immer noch eine mächtigere Organisation, die wirklich dahintersteckt“-Geschwurbel der 3. Staffel besinnt sich Staffel 4 wieder mehr auf die Ursprünge und wird wieder persönlicher. Auch die Neolutionists aus Staffel 1 sowie die Geschichte um Beth haben wieder ein Comeback und insgesamt fand ich die Handlung wieder greifbarer und weniger abgehoben. Auch dass Felix endlich mal ne eigene Storyline bekommen hat, hat mir gut gefallen. Das Ende wurde dann zwar wieder etwas abgefahren, aber da bereits jetzt bekannt ist, dass die 5. Staffel die letzte sein wird, hoffe ich doch sehr, dass es dann nochmal eine gute Story und Auflösung geben wird. Ansonsten muss man glaub ich nicht mehr erwähnen, wie großartig Tatiana Maslany all ihre Rollen spielt – aber auch die anderen Schauspieler sind wirklich gut.

Zur 7. Staffel Modern Family gibts so viel gar nicht zu sagen. Nur: Wieso laufen davon nicht viel mehr Folgen? Wieso ist die Staffel immer so schnell vorbei? Und wie machen die Schreiber es, auch nach 7 Staffeln noch so großartige Ideen zu haben und so witzige und rührende Momente zu schreiben? Keine Ahnung. Ich liebe die Serie schon sehr. Und sitze jetzt wieder im Comedy-Loch, weil es kaum Comedy-Serien gibt, die ich mag und nicht schon gesehen habe.

Dann lief natürlich wieder Game of Thrones! Die 5. Staffel fand ich ja mal eher so naja, daher hatte ich mich auf Staffel 6 auch gar nicht so sehr vorgefreut. Ein paar Sachen haben mich, gerade in den ersten Folgen, auch etwas gestört (Dorne!!), zum Ende hin wurde die Staffel aber sehr viel besser. Zwar auch mit einigen Schwächen, z. B. dem Arya-Plot, der im Nachhinein ziemlich wie eine schlecht geschrieben Rollenspielhintergrundgeschichte mit dem Titel „Wieso mein Held Blindkampf kann und ein Supermeuchler ist“ wirkte – leider, denn eigentlich mag ich Arya ja sehr. Dafür wurde Sansa endlich mal so, wie es die Entwicklungen in den Büchern auch andeuten und wie es die Serie in Staffel 5 erstmal nicht gemacht, sondern noch ne Schippe Scheiße auf Sansa raufgeschüttet hat. Bei Dany hätte man es mit den „ich und meine Drachen sind so episch“-Szenen von mir aus gern etwas dezenter halten können, aber das war schon okay. Richtig schlecht fand ich ja mal wieder diese übertriebene Zombie-Action mit den White Walkern, die leider gar nicht mehr gruselig oder unheimlich sind, sondern nur noch … viele. Das und die Konfrontation mit Bran & Co haben mir gar nicht gefallen. Generell merkt man, dass die Show sich aufs Ende zu bewegt, das Tempo war doch recht hoch in dieser Staffel. Die letzten zwei Folgen fand ich dann absolut grandios, sowohl die Battle of the Bastards-Schlacht als auch die abschließende Folge. Allein die erste Sequenz in Kings Landing mit der absolut fantastischen Musik war sehr großes Kino. Einziger kleiner Schwachpunkt war für mich die irgendwie so nebenher mit abgearbeitete Enthüllung von Jons Herkunft. Trotzdem echt gute Staffel, ich bin gespannt, wie es dann weitergeht, wie viele Folgen es noch werden und wann endlich Buch 6 erscheint.

Nachdem ich keine Lust hatte, „live“ zu schauen, hab ich mal die 11. Staffel Supernatural nachgeholt. Joah. Kann man immer noch gut gucken, auch wenn die Serie so metaplotmäßig ihr Pulver in der 5. Staffel schon echt verschossen hat und seitdem irgendwie ein ziemliches Rumgeeier um noch größer, noch böser, noch mächtiger stattfindet. In Staffel 11 sind wir jetzt bei SPOILER Gotts Familienproblemen angekommen, noch übertriebener wirds dann wohl nicht mehr :p. Der obligatorische Cliffhanger wirkte dann auch eher so, als ob es nächste Staffel wieder etwas bodenständiger werden könnte. Die Grundidee in Staffel 11 fand ich trotz Übertriebenheit noch gar nicht mal schlecht, aber die Umsetzung haperte für mich dann doch ziemlich, weil sie doch irgendwie zu lustig und zu profan wirkte an vielen Stellen. Ein paar coole Ideen war trotzdem dabei, auch einzelne Stand-alone-Folgen fand ich teilweise sehr gelungen (z. B. „Baby“  und „Safe House“). So das große Drama-Feeling kam jetzt nie bei mir auf, aber ich werd mir bestimmt auch die nächste Staffel anschauen. Und nach einem Supernatural-Staffelfinale hört ihr im Auto auch immer Wayward Son in Endlosschleife, oder?

Sehr, sehr traurig bin ich über das Serienende von Penny Dreadful. Nach der Ausstrahlung des Finales von Staffel 3 wurde verkündet, dass es das jetzt war mit der Serie. Blöderweise hatte ich da die letzten 3 Folgen noch nicht gesehen, so dass ich dann doch mit etwas anderen Erwartungen ans Finale ging. Penny Dreadful ist eine meiner absoluten Lieblingsserien der letzten Jahre, die ich in allen Aspekten – Handlung, Dialoge, Optik, Musik, Schauspieler – großartig fand. Sehr traurig, dass sie nun vorbei ist. Die dritte Staffel sollte laut einem Interview mit dem Showrunner bereits als letzte Staffel konzipiert gewesen sein, allein, ich mag es nicht so ganz glauben. Es wurde dann doch ein paar Figuren eingeführt, deren Geschichte nicht so ganz erzählt wurde oder die aufgrund der mangelnden Beleuchtung eher flach blieben (wie Catriona – zwar saucool als weiblicher Van Helsing-Verschnitt, aber die Charakterisierung beschränkte sich auch auf genau das). Auch bei Dr. Jekyll hätte ich gerne noch mehr gesehen, auch wenn natürlich nicht alle Geschichten der Figuren bis zum Ende ihrer literarischen Vorlage erzählt werden müssen. Und immerhin, die Charaktere, die von Anfang an dabei waren, haben alle in gewisser Weise einen Schlusspunkt in ihrer Geschichte erreicht und auch ihre Hintergrundgeschichten wurden erzählt. Das Ende selbst fand ich … okay. Es krankte für mich sehr daran, dass die letzten zwei Folgen so gut wie keine Screentime mehr für Vanessa enthielten und auch die Finalbegegnung von ihr und Ethan doch sehr kurz gehalten war. Auch der Big Big Evil Guy war im Finale dann doch nicht so schrecklich beeindruckend. Andererseits waren die Finales in Penny Dreadful immer schon etwas antiklimatisch und ohne große Action-Endkampf-Szenen, und so fand ich dann die entscheidende Szene bei Kerzenlicht doch sehr schön als Ende der Geschichte – ebenso wie den Epilog mit dem Gedicht. Insgesamt hätten die 2 Finalfolgen für mich noch etwas besser aufgebaut sein können und man hätte manche Plots vielleicht schon vorher zu Ende erzählen und sich dann auf die entscheidenden Figuren konzentrieren können. Aber trotzdem insgesamt ein schöner Abschluss einer sehr großartigen und herausragenden Serie, die ich sehr vermissen und bestimmt irgendwann noch mal re-watchen werde.

Spiele

Nix, nada, niente. Meine Fallout4-Müdigkeit hielt irgendwie weiter an und was anderes mochte ich auch noch nicht anfangen. Macht aber nix.

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Mediengedöhns: Aktualisierender Rundumschlag

Hngh, irgendwie hat das mit dem regelmäßigen Schreiben von Medienkonsum-Blogeinträgen nicht so geklappt. Okay, das liegt wohl am Ausnahmezustand der letzten Wochen, da war bloggen eh nicht so wirklich drin. Aber eigentlich möchte ich natürlich schon damit weitermachen, nur ist es jetzt so, dass sich eine irrwitzige Menge zu beurteilenden Serien angestaut hat, die ich offensichtlich irgendwie in letzter Zeit gesehen habe. Wobei natürlich auch einige dabei sind, die letzten Oktober angelaufen sind, wo die Staffel aber nunmal bis Ende Mai oder so ging.

Deswegen gibt es jetzt einen Rundumschlag über alles, was ich seit Februar so zu Ende geschaut habe und das nächste Mal wirds hoffentlich wieder kürzer und dafür ausführlicher zu den einzelnen Punkten.

Also auf:

Bücher

Tatsächlich lese ich gerade so gut wie gar nicht, maximal mal ein paar Seiten in der Bahn oder so. Allerdings habe ich festgestellt, dass es sehr toll ist, am freien Freitag im Park zu sitzen und zu lesen. Dort hab ich inzwischen auch das halbe „Summer Knight“ von Jim Butcher durchgelesen, aber da die letzten freien Freitage gar nicht frei waren oder mit anderen Dingen verbracht wurden, bin ich immer noch nicht fertig. Insofern ist das letzte gelesene Buch dann immer noch „Die Geister des Landes 3“, und das habe ich ja schon ausführlich rezensiert.

Filme und Serien

Seit Februar habe ich tatsächlich nur einen Film gesehen, nämlich Avengers – Age of Ultron. Diesmal sogar strategisch an der richtigen Stelle, nämlich zwischen Folge 19 und 20 der 2. Agents of Shield-Staffel. Was nett war, weil es ein schönes Lead-in in AoS gab und noch so ein bisschen Hintergrunderklärdinge, letzten Endes kann man aber auch beides gut getrennt voneinander sehen, behaupte ich mal. Da war der Twist in Staffel 1 von AoS, der in The Winter Soldier erfolgte, schon einflussreicher. Anyhoo. Age of Ultron also. Ich fand ihn gut. War spannend, unterhaltsam, viele witzige Momente, trotzdem nicht zu albern. Die von Scarlet Witch ausgelösten Visionen vermittelten den Charakteren durchaus Tiefgang, auch wenn das natürlich immer noch ein Marvelblockbuster ist und kein Charakterdrama. Tendenziell mag ich glaub ich trotzdem Avengers 1 lieber, weil ich einfach auf diese „das Team muss sich zusammenraufen“-Geschichten stehe (und es im Gegensatz zu Teil 2 darin Loki und Agent Coulson gibt). Trotzdem ein guter Film, ich mochte auch die neuen Charaktere, ich bin durchaus ein Fan davon, wer da mit wem so mehr oder weniger zusammen ist und ich freu mich auf den nächsten Film des MCU. Wobei es mich ja total nervt, dass in Civil War anscheinend Spiderman auftauchen soll, was daran liegt, dass ich von der Figur nur den unerträglich doofen Film mit Tobey Mcguire kenne und Spiderman deshalb blöd finde. Aber ich warte es ab.

So. Das war der kurze Teil. Kommen wir zu Serien, oh so vielen Serien …

Girls Staffel 4 –  Ich finde die Serie auch in Staffel 4 immer noch gut. Das liegt vor allem daran, dass ich keine andere Serie kenne, die den Zuschauer weniger manipuliert. In ganz vielen Szenen wird einfach draufgehalten, es gibt lange Dialoge, lange Szenen, die andere Serien abkürzen würden, es gibt so gut wie nie irgendwelche untermalende Musik, die ein bestimmtes Gefühl auslösen soll und es wird auch nie eine Figur als besonders toll oder besonders arschig hingestellt. Man kann sich als Zuschauer immer selber überlegen, wen man jetzt sympathisch findet oder auch nicht. Das fasziniert mich auch nach 4 Staffeln noch.

Modern Family Staffel 4 + 5 – Nach wie vor die beste neuere Comedyserie, die ich kenne. Auch diese beiden Staffeln sind wieder sehr herzlich, lustig, unterhaltsam und schön. Und es gibt eine Heiratsantragsszene, die ich so rührend und perfekt fand, dass ich 15 Minuten lang vor Freude geweint habe. Ja, so ist das.

Unbreakable Kimmy Schmidt – Na ja. Trotz wahnsinnig sympathischer Hauptfigur nach 10 von 13 Folgen abgebrochen. Die Folgen waren manchmal ganz lustig, meistens aber entweder langweilig oder mit ganz schlimmem Fremdschämhumor gespickt. Nicht mein Fall, auch wenns von Tina Fey ist – dann guck ich wohl doch lieber irgendwann 30 Rock zu Ende.

Person of Interest Season 1 + 2 – Eine Serie, die ich bis vor kurzem noch gar nicht kannte, allerdings wurde sie dann von mehreren Leuten empfohlen und sie war auf Netflix verfügbar … da konnte ich natürlich nicht widerstehen. In Person of Interest geht es um einen genialen Computermenschenmilliardär, der eine Maschine gebaut hat, die Verbrechen voraussieht und ihrem Benutzer dann eine Sozialversicherungsnummer ausspuckt, die entweder zum Opfer oder zum Täter des Verbrechens gehört. Eine clevere Idee, denn so ist oft erstmal die Aufgabe der Ermittler, rauszufinden, ob die Person of Interest nun Opfer oder Täter ist. Neben dem erwähnten Milliardär Finch (gespielt vom wunderbaren Michael Emerson, bekannt als Benjamin Linus aus Lost) besteht das Team aus John Reese, einem Ex-Militär-Ex-CIA-Einsatzprofi, der auf schon fast absurde Weise nahezu alles kann, was in der Serie aber auch immer mit einem Augenzwinkern behandelt wird, sowie zwei von den beiden eingespannten Polizisten, später kommen noch zwei weitere Figuren dazu, aber das würde jetzt zu weit führen. Die Fälle sind meistens gut gemacht und auch gut recherchiert, die nur in einer Folge auftauchenden Personen haben oft erstaunlich viel Charakter und Profil und die Hauptfiguren mag ich auch alle. Die Serie geht relativ Case-of-the-week-mäßig los, verrät dabei aber in Rückblenden mehr zu den Hauptcharakteren und wird dann zunehmend auch weniger episodenhaft. Dabei laufen fast immer mehrere Handlungsstränge parallel mit, es geht um Mafiabosse, korrupte Polizisten, die Geschichte hinter der Maschine … das alles wird sehr gekonnt immer wieder aufgegriffen und miteinander verknüpft. Die Charaktere sind allesamt interessant, die Schauspieler gut, es ist spannend und die Art und Weise, wie es gefilmt ist – man blickt als Zuschauer immer wieder durch die „Augen“ diverser Überwachungskameras – ist auch cool. Insgesamt große Empfehlung. Ich bin jetzt schon in Staffel 3 und das Midseasonfinale war unglaublich gut.

Nashville Staffel 1+2  – Was soll ich sagen. Ohne jemals in meinem Leben ein Fan von Countrymusik gewesen zu sein, hab ich mir aus Neugier mal die erste Folge der Serie angeschaut und bin ihr sofort verfallen gewesen. Ist jetzt wirklich eher eine seichte Serie, in der es halt um verschiedene Countrymusiker geht, die an ihrer Karriere feilen. Es gibt viel (Liebes)-Drama und viel Musik, wobei mir die Lieder meistens tatsächlich ziemlich gut gefallen. Auch hier machen die Schauspieler ihre Sache ziemlich gut und obwohl es halt wirklich viele Wendungen und „wer mit wem“-Dinge gibt, gleitet es nicht total auf Soapniveau ab.

Daredevil – Die erste von mehreren Marvelserien, die von Netflix produziert werden, da musste ich natürlich gleich reinschauen. Es ist quasi mal wieder eine Origin Story, die erzählt, wie Matt Murdock zu Daredevil wird. Am Anfang gibt es also Matt Murdock, den blinden Anwalt mit übermenschlicher Sinneswahrnehmung, der des Nachts schwarz maskiert Bösewichte vermöppt und versucht, sein Viertel Hell’s Kitchen ein bisschen besser zu machen. Es geht um Armut, um Gentrifizierung, um ein Verbrecherkartell, das im Hintergund die Fäden zieht, angeführt von Wilson Fisk, der gerne weiße Tapete anstarrt und später als Kingpin bekannt werden wird. Die Serie unterscheidet sich doch ziemlich von anderen Comicverfilmungen, über große Teile der Staffel könnte es auch einfach eine sehr düstere Anwaltsserie sein. Bis auf Matts Fähigkeiten gibt es kaum übernatürliche Phänomene. Das hat mir gut gefallen, zumal wirklich viel Platz für die Entwicklung von Matt Murdock zu Daredevil gelassen wird und auch die Nebencharaktere und -handlungen mir gut gefallen haben. Gerade die Dynamik zwischen Matt und seinem Partner Foggy ist super. Und eins muss ja mal gesagt sein: Netflix-Serien haben eigentlich immer (okay, fast immer, siehe unten) einen richtig, richtig geilen Vorspann. Das finde ich toll, ich liebe gut gemachte Opening Credits und fand den Trend, lieber nur noch kurz den Seriennamen einzublenden, äußerst bedauerlich. So, zurück zu Daredevil: Weniger gut fand ich das Finale. Das war so vorhersehbar und klischeehaft, das hat mir echt nicht gefallen,  zumal es diverse Logiglücken hatte. Und obwohl es eigentlich nur eine Staffel geben sollte, kommt nun doch eine zweite, das kann gut oder schlecht sein, mal schauen. Insgesamt jedenfalls ne gute Sache, wenn auch noch mit Luft nach oben.

Vikings Staffel 3 – Eigentlich bin ich ja echt ein Fan der Serie, auch und gerade wegen der oft langsamen, untypischen, nicht dramaturgisch durchgestylten Erzählweise. Aber diese Staffel hat das echt übertrieben. Die Wikinger greifen in dieser Staffel Paris an, das passiert aber erst in den letzten 4 Folgen, davor gibt es superlangweilige Szenen in Wessex und noch viel langweiligere Szenen im heimischen Kattegatt. Da war zwar mal die ein oder andere gute Sache bei, aber generell hat es mich genervt. Der Angriff auf Paris is dann eigentlich ganz geil, wird aber viel zu hastig erzählt, weil vorher ja 6 Folgen lang ödes Rumgeümmel gezeigt werden musste. Und der letztendliche Kniff in der letzten Folge … naja. Fand ich etwas doof. Insgesamt zwar noch unterhaltsam, aber die ersten beiden Staffeln waren besser.

The Musketeers Staffel 2 – Nachdem die BBC-Musketierserie mich letztes Jahr positiv überrascht hatte, fand ich Staffel 2 zu großen Teilen enttäuschend. Staffel 1 war mit viel Humor, Augenzwinkern und Action inszeniert, was sehr gut funktioniert hat und die wenigen ernsteren Momente umso besser machte. In Staffel 2 versucht man sich am staffelüberspannenden Drama-Handlungsbogen um Queen Anne und einen irgendwie sehr inkonsistenten Rochefort, der innerhalb von 5 Minuten dreimal zwischen eiskalter Killer und weinerlicher Verrückter hin- und herwechselt. Neeee, das war nix. Trotz der einen richtig guten Folge (die „Western“-Folge in Athos‘ Dorf) und ein paar coolen Szenen eher nicht so meins. Hoffentlich wird die nächste Staffel wieder besser.

Better call Saul – Natürlich musste ich das gucken, schließlich hab ich Breaking Bad geliebt. Hier nun also sowas ähnliches wie ein Sequel, das sich um den Werdegang des korrupten Anwalts Saul Goodman dreht. Dieser trägt zu Anfang der Serie noch seinen bürgerlichen Namen Jimmy McGill und wurschtelt sich mühsam durchs Leben, weil er als Neueinsteiger-Anwalt keine Kundschaft hat. Er hat sein Büro/Schlafzimmer in einem Hinterzimmer eines Nagelstudios, fährt eine Schrottkarre und versucht irgendwie Mandanten zu gewinnen, während der sich nebenher um seinen kranken Bruder kümmert (der ebenfalls Anwalt ist, allerdings Teilhaber an einer riesigen Anwaltsfirma. Jetzt allerdings hat er eine Krankheit, bei der er sich einbildet, von elektronischer Strahlung schlimme Schmerzen zu haben, weswegen er sich in seinem Haus einigelt.). Jimmy ist eine tragisch-komische Figur, die verzweifelt ihren Platz im Leben sucht und immer wieder dabei scheitert. Dabei ist die Serie aber weitaus weniger düster als Breaking Bad (und ich kenne auch Leute, die BB nicht mögen, BCS aber schon). Genauso gut wie in BB sind allerdings die Schauspieler, die Musik und die Art und Weise, wie die Serie gefilmt ist. Neben Saul/Jimmy selber gibt es an alten Bekannten noch Drogendealer Tuco, mit dem Walter White damals die ersten Meth-Deals machte, und natürlich Mike Ehrmanntraut, der für jede Menge komische Momente, aber auch für die düsterste und traurigste Folge der Staffel sorgt. Insgesamt hat mir die erste Staffel sehr gut gefallen und ich freu mich auf Staffel 2.

Agents of Shield Staffel 2 – Tja, was soll ich sagen. Eine meiner neuen Lieblingsserien. Wo Staffel 1 noch sehr holprig anlief und erst im letzten Drittel richtig gut wurde, überzeugt mich Staffel 2 von Anfang an komplett. Die Staffelhandlung, die Charaktere, die dramatischen und die witzigen Momente … für mich stimmt hier einfach alles. Die Charaktere aus Staffel 1 entwickeln sich toll und konsequent weiter, es gibt drei neue Teammitglieder, die ich auch sehr schnell ins Herz geschlossen habe, sowie zahlreiche weitere gute Nebencharaktere. Das Finale zur Hälfte der Staffel war so unglaublich spannend und ereignisreich, dass ich lange das Gefühl hatte, dass jetzt eigentlich schon Staffel 3 anfangen müsste, weil es sich so nach Staffelfinale angefühlt hat. Versteht mich nicht falsch, es ist immer noch eine Marvel-Verfilmung, es gibt immer noch coole Sprüche, technische Gadgets und viele Actionszenen, das ist hier jetzt nicht auf einmal ein langsam erzähltes Drama mit Rust-Cole-Gedächtnismonologen. Aber das, was die Serie macht, macht sie verdammt gut, mit vielen spannenden Szenen, einem gut geschriebenen Plot, tollen Charakteren, mit denen ich mitfühlen kann und immer wieder dem ein oder anderen guten Gag. Ich kanns gar nicht erwarten, dass Staffel 3 losgeht.

Game of Thrones Staffel 5 – Ach, darüber könnte ich jetzt vermutlich einen eigenen Eintrag schreiben. Gesamteindruck: Durchwachsen, sehr durchwachsen. Teilweise überraschend gut (Hardhome, Braavos), teilweise erschreckend schlecht (Dorne!!). Die Veränderungen gegenüber den Büchern sind teilweise sinnvoll, teilweise komplett bescheuert. Ausstattung, Cast und Optik sind natürlich weiterhin toll, aber ich war doch eher underwhelmed. Letztendlich war ich fast froh, dass die Staffel rum ist, vor allem aber, weil Game of Thrones immer so ein auf all meinen Medienkanälen reichlich (und oft unnötig aggressiv) diskutiertes Ding ist und mich das irgendwann echt angestrengt hat.

Grace and Frankie Staffel 1 – Schon wieder eine Netflix-Serie. Die bisherigen waren aber auch oft so gut, dass ich wenigstens mal reinschaue, wenn es eine neue Eigenproduktion bei Netflix gibt. Bei Grace and Frankie steht eine Altergruppe im Mittelpunkt, die sonst medial meist gar nicht oder nur als lustiger Sidekick auftaucht: Menschen im Rentenalter. Grace und Frankie, zwei sehr unterschiedliche Frauen, kennen sich über ihre Ehemänner, die gut befreundet und Arbeitskollegen sind. In der ersten Szene der Serie teilen die beiden Ehemänner mit, dass sie in Wahrheit seit 20 Jahren ein Paar sind und sich nun von den Ehefrauen trennen, damit sie nun, wo endlich das Gesetz geändert wurde, heiraten können. Die beiden zurückgelassenen Ehefrauen bilden eine WG im Strandhaus, das beiden Familien zusammen gehört und versuchen irgendwie mit der  Situation klarzukommen. Die Serie ist mit sehr bekannten Schauspielern besetzt, die ihre Sache auch sehr gut machen. Neben den beiden Ex-Ehepaaren gibt es noch deren Kinder sowie einige weitere Nebenfiguren. Obwohl Grace and Frankie oft als Comedy-Serie beworben wird, gibt es viele Momente, die traurig oder bedrückend sind. Ich würde es insgesamt eher Dramedy nennen. Gerade das Finale der Staffel hat mich mit einem ziemlichen Kloß im Hals zurückgelassen. Trotzdem gibt es auch viele sehr lustige oder rührende Momente. Insgesamt eine wirklich tolle Serie, die mal Einblick in einen ganz anderen Lebensabschnitt gibt (z. B. trifft man sich statt auf Partys oder Hochzeiten auf einer Beerdigung, kämpft mit der modernen Technik oder fürchtet eine gebrochene Hüfte), mit sehr sympathischen Charakteren. Sehr zu empfehlen.

Orphan Black Staffel 3 – Wie auch die vorherigen Staffeln lebt Staffel 3 von der fantastischen Hauptdarstellerin, die auch diesmal wieder dafür sorgt, dass ich die Serie gern weiterverfolgt habe. Storymäßig eiert die Serie leider so ein wenig vor sich hin. Es macht fast den Eindruck, als hätten die Macher nie damit gerechnet, mehr als eine Staffel drehen zu können. So ist die Handlung zwischendurch reichlich wirr, man weiß nicht so richtig, was das Ganze soll und nach 10 Folgen ist man storymäßig zwar irgendwie weiter, aber so richtig viel Entwicklung gab es immer noch nicht. Seit drei Staffeln sind halt irgendwelche bösen Firmen und Regierungstypen hinter den Hauptfiguren her, die aber recht austauschbar erscheinen. Langsam hab ich auch keinen Überblick mehr, welche Firma hinter welcher steckt und wer nun wieder wen warum kontrollieren kann. Für die bereits angekündigte vierte Staffel würde ich mir mal was anderes an Handlung wünschen – Spaß macht die Serie wegen der sympathischen Charaktere und der großartigen Tatiana Maslany nämlich durchaus noch.

Orange ist the new Black Staffel 3 – Was soll ich sagen: Das wirklich Einzige, das ich an dieser Serie bemängeln kann, ist, dass es nur 13 Folgen pro Jahr gibt. Genial geschrieben, großartige, vielschichte, vielseitige Charaktere, toll gespielt, gedreht und musikalisch unterlegt, und im Finale werden immer absolut genial alle Fäden der Staffel zusammengeführt. Die Finalszene mit dem See war so schön, ich hab geheult. Und dazu kommen noch aktuelle Themen wie die unsäglichen Bedingungen in privatisierten Gefängnissen – ohne, dass sich das jemals nach moralischem Zeigefinger anfühlt. Orange is the new Black ist einfach nur ganz große Liebe.

How I met your mother, Staffel 8 + 9 – Nachdem ich aus der Serie ja irgendwann ausgestiegen war, weil es mir alles zu langwierig und zu blöd wurde, hab ich sie, nachdem alle Staffeln nun auf Netflix sind, nun doch mal zu Ende geschaut. Joah. Es gab noch ein paar schöne Momente, das Ende ist allerdings wirklich so unterirdisch scheiße, dass mir das die ganze Serie verleidet.

Supernatural Staffel 10 – An sich ne gute Staffel mit einer grandiosen 200. Folge, das Finale fand ich allerdings blöd, weil die Ereignisse darin einfach eher hätten vorbereitet werden müssen. Außerdem gab es in der Staffel gleich zwei magische Phänomene, mit denen Dean das Kainsmal vielleicht hätte loswerden können, die aber nie untersucht wurden, weil man stattdessen lieber mal wieder das superriskante Ritual of doom durchführen musste. Sowas mag ich ja gar nicht. Aber naja. Mal sehen, was Staffel 11 so bringt.

Sense 8 – Nachdem ich nun die Netflix-Eigenproduktionen so gelobt habe: Sense 8 ist irgendwie einfach nur eine riesengroße Seifenblase mit schöner Optik, aber ohne Inhalt. Zumindestens in den ersten 7 Folgen, danach hab ich aufgegeben. Die Charaktere wirken wie am Reißbrett entworfen und reichlich klischeehaft, in den Folgen passiert 45 Minuten lang eher so gar nix, bevor dann in den letzten 5 Minuten was Spannendes und ein Cliffhanger kommt, damit man dranbleibt. Dass das alles so total international und weltumspannend sein soll und dann alle Englisch mit Klischeeakzent sprechen, hat der Sache auch nicht weitergeholfen. Und auch wenn Optik und Musik wirklich schön sind (und Freema Agyeman umwerfend aussieht) – nee, das is irgendwie nix. Falls mir arg langweilig ist, guck ich die Staffel vielleicht noch zu Ende, aber viel Bock drauf hab ich aktuell nicht. Und: Der Vorspann ist genauso öde wie die Serie.

Spiele

Ich bin nun endlich fertig mit Dragon Age: Inquistion und spiele gerade den zweiten Durchgang. Aber das kommt eher in einen eigenen Blogartikel, bevor dieser hier noch länger wird.

So, uff. Das wars. Jetzt hab ich doch mehr geschrieben als ich wollte, aber nun ja. Liest das überhaupt irgendwer? Ich weiß es nicht. Nächstes Mal dann hoffentlich wieder im kürzeren Abstand und mit weniger vielen Serien.

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Lesung: George Martin in Hamburg

Ich wurde gebeten zu bloggen – und wenn das schon mal vorkommt, kann ich das natürlich nicht abschlagen 😉 .

Gestern also war George R. R. Martin in Hamburg. Ja, DER George Martin, der Autor der Buchreihe „A Song of Ice and Fire“, auf dem die inzwischen wohl auch jedem Nicht-Nerd bekannte Serie „Game of Thrones“ basiert. Dass er überhaupt nach Deutschland kommt, ist schon einigermaßen sensationell, dann auch noch nach Hamburg ins CCH (Congress-Centrum Hamburg), also grad mal eine Bahnfahrt von 20 Minuten entfernt … da gab es nun wahrlich keinen Grund, nicht hinzugehen. Zumal die Karten auch nicht teuer waren (30 Euro für die teuerste Kategorie, was im Vergleich zu anderen Möglichkeiten, GRRM zu sehen, vermutlich spottbillig ist) und der Termin auch passte. Gut, ich musste am Sonntag das Haus verlassen, das ist eigentlich nie gut, aber für so ein Event macht man das dann schon mal *g*.

Um 18.30 schlugen also der Mitbewohner und ich am Bahnhof Dammtor auf, marschierten zum CCH rüber und trafen dann, während wir uns noch fragten, wie viele der Besucher wir wohl thereotisch kennen müssten, erstmal auf Mike Krzywik-Groß, mit dem wir uns noch kurz nett unterhalten haben, ehe es dann losging. Vermutlich waren auch noch 20 andere Leute da, die ich zumindest irgendwoher aus diesem großen Internet gekannt hätte, aber es ergab sich nicht, noch jemanden zu treffen.

Dann hieß es erstmal ne Weile Schlange stehen, wir zeigten die Tickets vor, erhielten dafür ein Armbändchen (was ich für eine 2-stündige Veranstaltung ohne Pause seltsam fand, es hatte aber noch einen tieferen Sinn, dazu später mehr) und konnten dann rein. Vor dem Saal gab es einen Verkaufsstand mit diversen Büchern, vor allem natürlich „Das Lied von Eis und Feuer“ im Original und auf deutsch und in verschiedenen Varianten. Außerdem ist wohl der „The World of Ice and Fire“-Band inzwischen übersetzt worden und unter dem Titel „Westeros: Die Welt von Eis und Feuer“ erhältlich. Das Buch fehlt mir ja noch und hätten sie das auf englisch da gehabt, hätt ich es vielleicht mitgenommen, aber sie hatten leider nur die Übersetzung da. Also wurde kein Geld ausgegeben. Viel spannender als der Verkaufsstand war aber der Iron Throne. Ja, sie hatten coolerweise tatsächlich einen hübschen Plastik-Iron-Throne aufgestellt, auf den man sich raufsetzen und ein Foto machen konnte. Sehr cool. Und sympathischerweise auch ohne irgendwelche zusätzlichen Kosten oder „Fotos nur vom Fotografen und gegen Geld“-Scheiß.

Kurz vor 19 Uhr hatten wir dann unsere Plätze erreicht, die auch ziemlich gut waren. Reihe 26, genau in der Mitte – das war jetzt nicht ganz dicht an der Bühne, aber halt auch nicht sonstwo. Und es gab ohnehin eine große Leindwand, auf die alles übertragen wurden, so dass man vermutlich auch von der letzten Reihe aus gut gesehen hat. Der Saal war auch so gut wie voll, es sollen irgendwas zwischen 2000 und 3000 Leuten dagewesen sein. Bevor es losging, gab es noch ein bisschen Action, als sich rausstellte, dass Sibel Kekilli auch da war und dann erstmal diverse Leute nach vorn stürmten, um ein Foto mit ihr zu machen. (Ich wäre von meinem Sitz aus ja eh nicht so schnell rausgekommen, insofern wars ganz gut, dass es nun gerade die einzige GoT-Schauspielerin war, bei der ich nicht traurig drum war, die Gelegenheit nicht zu kriegen.)

Und dann gings los!

Geführt wurde das Gespräch von Denis Scheck, der GRRM bereits einmal interviewt hatte. Der ist ja Literaturkritiker und ein Zusammentreffen von Autoren und Literaturkritikern muss nicht immer gut laufen (wenn ich da so an eine gewisse Lesung im Literaturhaus denke…), allerdings scheint er wirklich ein Fan von GRRM und generell von Fantasy und SciFi zu sein und war ausgesprochen gut vorbereitet und informiert. Ab und zu hatte er etwas Fremdschämpotenzial, z. B., als er GRRM fragte, ob er denn statt Fantasy nicht auch hätte über „erektile Dysfunktion und Mehrwerststeuer“ schreiben können, denn das seien ja die Themen der Mainstreamliteratur (Zefuq?). Und bei der Übersetzung der Antworten hat er öfter mal noch Dinge hinzugefügt oder hineininterpretiert, die so gar nicht gesagt wurden. Denn jaaaah, es musste natürlich wieder mal jede Antwort anschließend übersetzt werden. Und wieder war es meiner Ansicht nach komplett überflüssig, denn wenn bei jedem Witz von GRRM der ganze Saal lacht und bei der Übersetzung keiner mehr, dann hatten es wohl alle schon verstanden. So zumindest kam es bei mir an. Der Mitbewohner meinte nachher, sein Sitznachbar hätte zu seinem Begleiter öfter gesagt, dass er dem Gespräch nicht ganz folgen könne, insofern war es vielleicht doch nicht ganz falsch. Mich persönlich nervt es immer, dass dafür so viel Zeit verschwendet wird, in der man auch noch bestimmt 3-4 weitere Fragen hätte stellen können. Aber sei es drum. Die Übersetzung hat Herr Scheck dann bis auf die obigen Kritikpunkte super gemacht, das waren quasi druckreife Sätze, die er da aus dem Stegreif formulierte. Das war wirklich bemerkenswert.

Das Gespräch an sich war dann wirklich gut. Okay, ich fand es etwas seltsam, dass es wirklich gar keine inhaltlichen Fragen zu den Büchern gab. Dass nicht über die kommenden Bände spekuliert oder GRRM mit wilden Fantheorien bombardiert wurde, war ja super, und über die Serie redet er ja grundsätzlich nicht. Aber ich hätte tatsächlich erwartet, dass zumindest ein Teil des Gesprächs sich schon um ASoIaF oder z. B. den neuen Westeros-Band dreht. War aber gar nicht so. Andererseits – solche Fragen wurden in anderen Interviews natürlich schon 1000 Mal gestellt. Und hier gab es wirklich mal einige neue Fragen, die ich so noch nicht gehört hatte. Auch das Überleiten zu verschiedenen Themen war gut gemacht, das Gespräch wirkte sehr natürlich und es kam – bis auf die Stelle mit den angeblichen Themen der Mainstream-Literatur – auch nie zu irgendwelchen Peinlichkeiten.

Ich werde jetzt nicht das ganze Gespräch wiedergeben, einfach mal ein paar Highlights, an die ich mich noch erinnern kann:

  • Schön fand ich, wie GRRM meinte, dass die Nerds und Fantasyliebhaber, SciFi-Freaks usw., die in seiner Jugend noch totale Außenseiter waren, inzwischen so sehr akzeptiert würden und längst im Mainstream angekommen wären. „And now we rule the world“, sagte er wörtlich, und bei der Allgegenwärtigkeit von Game of Thrones in den Medien und der Popkultur bin ich geneigt, ihm recht zu geben.
  • Großartig war die Geschichte über GRRMs Vater, der aus dem 2. Weltkrieg mit 10.000 Dollar und einem großen Saphir zurückkehrte – keine Kriegsbeute, sondern alles beim Würfeln gewonnen. Von dem Geld hat der Vater dann so lange gelebt, bis alles ausgegeben war, erst danach suchte er sich einen Job und lernte da GRRMs Mutter kennen. Die meinte dann immer scherzhaft, sie hätte ihn ja gerne mal gekannt, als er noch viel Geld hatte. Aber immerhin – den Saphir ließ er dann für sie in den Hochzeitsring einfassen. Aaaw. 🙂
  • Auf die Frage, wie das Leben sich denn verändert hat, seit er so viel Geld mit den Büchern verdient hat, antwortete er zunächst ganz trocken „Well, I have more money.“, erzählte dann aber auch, dass er an sich gar nicht so anders lebe als in den Achtzigern. Er wohnt sogar noch im selben Haus, hat allerdings noch ein zweites als Büro dazugekauft. Danach wurde er dann etwas nachdenklich und erzählte, dass er es ja eigentlich schön findet, dass er so bekannt und beliebt ist, aber obwohl fast alle Fans supernett sind, er doch manchmal sehr genervt davon ist, dass er nicht mal in Ruhe irgendwo essen gehen kann, ohne Autogramme geben zu müssen oder Selfies zu machen. (Kann ich auch sehr gut nachvollziehen.)
  • Wieso er denn so fasziniert von Drachen sei, fragte Herr Scheck dann. Darauf antwortete er schlicht: „Dragons are cool!“. Und dass er als Kind immer mit Dinosaurierfiguren gespielt hätte, und die schon cool gefunden hätte, aber Drachen wären ja quasi Dinosaurier, die noch fliegen und Feuer spucken können, „which increases the coolness factor.“
  • Besonders schön fand ich, wie er darüber sprach, dass Literatur bzw. Kunst allgemein durchaus die Welt verändern kann, und zwar nicht durch irgendwelche oberlehrerhaften Bevormundungen, sondern einfach dadurch, dass Dinge ganz natürlich eingebaut und thematisiert werden. Als Beispiel führte er Serien wie „Will & Grace“ an, die dazu geführt haben, dass die Akzeptanz von homosexuellen Paaren viel größer geworden ist und letztlich auch dazu führte, dass auch homosexuellen Paaren die Ehe ermöglicht wurde/wird. Außerdem sagte er, er habe in seiner Jugend immer SciFi-Literatur gelesen, in der von den Menschen nie als „die Afrikaner, die Deutschen, die Amerikaner“ gesprochen wurde, sondern immer von „Earthlings“ und dass das bei ihm den Wunsch hervorgerufen hätte, dass Differenzen zwischen den Nationen wirklich einmal beigelegt werden könnten.
  • In diesem Zusammenhang sagte er auch, dass er manchmal das Gefühl hatte, in der falschen Zukunft gelandet zu sein. Er hätte sich die Zukunft gewünscht, in der es keinen Terrorismus, keine Erderwärmung und dergleichen gibt, dafür aber Kolonien auf dem Mars, Jetpacks und fliegende Autos. Er hätte sich auch in den 50-ern nie vorstellen können, dass jemals das Raumfahrtprogramm so stark eingestellt wird und man nicht mehr versucht, immer neue Entdeckungen im Weltall zu machen.
  • Angesprochen auf den Ausspruch „You can keep your heaven, when I die I wanna go to Middle-Earth“, den er in der Vergangenheit getätigt hat, sagte er, dass er in der Tat zwar katholisch aufgewachsen sei, mit dem Konzept eines Gottes aber nie viel anfangen konnte, auch wenn das Leben dann manchmal leichter wäre. „The universe is a wonderful and amazing place, but I believe it is all we have.“
  • Und falls ihr noch nicht wusstet, was GRRM in seiner Jugend so tat: Auf dem College konnte er im Gegensatz zu seinen Kommilitonen nicht im Sommer nach Europa fliegen, sondern musste arbeiten. Sein Sommerjob bestand darin, in einem Vergnügungspark ein Fahrgeschäft namens „Tubs of fun“ zu bedienen.

Es gab noch mehr interessante Dinge, die er gesagt hat, aber ich krieg es nicht mehr alles zusammen. Insgesamt fand ich die Fragen wirklich gut gewählt, weil sie eben nicht lauter Dinge wiederkäuten, die er schon 87 Mal gefragt worden war. Und die Antworten waren auch sehr interessant und teilweise witzig. Im Großen und Ganzen wirkte GRRM auf mich sehr sympathisch, und sehr viele Dinge, die er gesagt hat, würde ich so unterschreiben.

Dann wurde natürlich noch gelesen! War schon fast etwas seltsam, dass nach 90 Minuten komplett nicht auf ASoIaF bezogenere Fragen dann doch daraus gelesen wurde, aber ich will mich nicht beschweren. Und es gab sogar ein Kapitel aus „The Winds of Winter“, dem noch nicht fertigen 6. Band. Ob das jetzt schon jemals woanders gelesen wurde oder gar im Internet steht, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Ich suche nicht aktiv nach irgendwelchen Vorab-Kapiteln, weil ich lieber das Buch am Stück lesen will, wenn es denn fertig wird.

So, Achtung, ich spoiler jetzt hier mal ein wenig aus Buch 5 und nein, Buch 5 meint nicht Staffel 5 der Serie 😉 .

Es war ein Arianne-Kapitel. Lustigerweise war das für Leute, die nur die Serie kennen, vermutlich maximalst verwirrend. Arianne wer? Quentyn wer? Jon Connington wer? Aegon?? GRRM meinte auch, er entschuldige sich bei allen, die das Kapitel nicht so recht verstehen würden, denn es drehe sich um lauter Leute, die es nicht in die Serie geschafft hätten. (Inwieweit das jetzt ein Statement war, ausgerechnet dieses Kapitel zu lesen, vermag ich nicht zu erraten. Mich hat es jedenfalls gefreut.)

Das Kapitel an sich war dann gar nicht sooooo superspannend, es geht halt darum, dass Arianne Martell von ihrem Vater Doran beauftragt wird, nach Griffin’s Roost zu reisen und dort Jon Connigton und Aegon zu treffen. Sie soll rausfinden, ob Aegon wirklich existiert und gegebenenfalls dann halt den Truppen der Martells befehlen, zusammen mit Connigtons Söldnern in den Krieg zu ziehen. Wobei sie das eigentlich nur machen soll, wenn sie wenigstens einen Drachen dabei haben. Und natürlich will sie herausfinden, ob Quentyn erfolgreich war und Dany geheiratet hat (ahahaha…) und wieso man nichts von ihm hört. Ansonsten erfährt man noch ein paar Dinge darüber, wie es in Dorne nach dem missglückten Putschversuch mit Myrcella weiterging. Das Kapitel war interessant und gewohnt gut geschrieben, wirkte aber wie eins vom Anfang des Buches. Könnte gut das allererste Arianne-Kapitel aus Buch 6 sein. Also gab es logischerweise noch keine entscheidenden Wendungen und sowas.

Nach der Lesung gab es noch 5 Minuten Geplänkel und Verabschiedung, reichlich Applaus und dann war die Veranstaltung nach 2 Stunden auch schon wieder vorbei. Achja: Wie zu erwarten war, gab es keine Autogrammstunde. War auch logisch, bei 3000 Besuchern hätte der arme Mann ja bis nachts um 4 signieren müssen. Stattdessen kamen nun wieder die Armbänder ins Spiel – diese wurden per Zufallsprinzip verteilt und wer ein graues Armband hatte, hatte einen signierten Westeros-Band gewonnen. Leider war mein Armband grün. Man hätte nun noch am Stand versuchen können, ob es noch ein signiertes Exemplar zu kaufen gibt, weil es mehr signierte Exemplare als Bändchen gab, aber das wäre bestimmt arschteuer gewesen und dann ausgerechnet in einem Buch, was ich in der Form gar nicht haben wollte. Deswegen hab ich es auch gar nicht erst versucht.

Aber an die Schlange für den Iron Throne haben wir uns dann doch noch gestellt und Bilder gemacht. Musste natürlich fix gehen, da hinter uns noch 100 andere Leute drankommen wollten, deswegen ist das Bild so semi-schön und wird daher auch nicht hier veröffentlicht 😉 .

Beim Rausgehen hätten wir beinahe fast noch die Möglichkeit gehabt, für das NDR-Radio was zur Veranstaltung zu sagen, aber noch ehe ich registriert hatte, was der Mensch eigentlich wollte, hatte der Herr Mitbewohner ihn schon mit „Nein!“ abgewiesen und war vorbeigestürmt. Well.

Danach gab es am Gänsemarkt noch eine Pizza beim Ponti, wo ich mich darüber amüsierte, dass die vier Mädels am Nebentisch auch bei der Lesung waren und über Buchdinge rätselten (die im Buch aufgeklärt werden und die ich ihnen hätte erklären können, aber erstens stürmt man ja nicht unbedingt an fremder Menschen Tische und zweitens wurden sie mir dann nicht unbedingt sympathischer, als sie meinten, GRRM hätte ja mal weniger labern und dafür noch ne Stunde signieren können).

Und das wars dann. Insgesamt ne gelungene Sache, hat mich sehr gefreut, George Martin mal live erleben zu können. Klar war das jetzt in einem sehr großen Rahmen und nicht so cool wie Neil Gaiman im Literaturhaus, wo man sich nachher noch ein Autogramm holen konnte. Aber hey:  Innerhalb von nicht mal einem Jahr hatte ich die Möglichkeit, zwei meiner absoluten Lieblingsautoren live zu sehen und lesen zu hören. A girl considers herself lucky.

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Mediengedöhns: Juni 2014

Ich erzähle hier ja eh schon öfter, was ich grade so lese, schaue oder spiele. Also gibts heute mal einen Sammelartikel dazu, womit ich mich im letzten Monat so beschäftigt habe. Und weil ich ein netter Mensch bin, spoiler ich nur ganz wenig und das auch mit Vorwarnung und nur durch Markieren sichtbar. [/service]

Bücher

Allzuviel gelesen habe ich leider nicht. Immerhin über anderthalb Bücher kann ich berichten.

Das wäre einmal Tin Swift, der 2. Band der Age of Steam-Serie von Devon Monk. Wie der Name schon vermuten lässt, ist es eine Steampunk-Reihe. Genauer gesagt, eine Steampunk-Western-Reihe. Die Bücher spielen in Amerika, so zur Zeit, in der man nach Westen ging und da Eisenbahnschienen verlegte, das Land erschloss und so Kram. In den Büchern ist die Technik natürlich etwas anders, denn es gibt jede Menge Steampunk-Gadgets und – im zweiten Band – auch Luftschiffe. Außerdem gibt es die Strange, so eine Art fiese Feenwesen, die das Land unterjochen wollen und ziemlich unschöne Dinge anstellen. Kinder entführen, Untote erheben, sowas halt. Zum Glück gibt es auch ein paar nettere übernatürliche Gestalten, die gegen sie kämpfen. Die Hauptfiguren der Geschichte sind ein Jäger, der verflucht und daraufhin zum Werwolf wurde, eine Hexe und eine junge Bastlerin. Die taten sich im ersten Teil zusammen und sind jetzt unterwegs zur Schwesternschaft der Hexe. Im jetzt gelesenen zweiten Teil gesellt sich dann ein Luftschiff nebst mysteriösem Kapitän und interessant-skurriler Besatzung hinzu. Passieren tut dabei gar nicht so wahnsinnig viel, hauptsächlich sind jede Menge Leute aus den unterschiedlichsten Gründen hinter den Protagonisten her. Auch der Romance-Anteil war höher als im ersten Band, es wird ganz schön viel geschmachtet, heimlich angehimmelt und errötet. Es ließ sich aber noch ganz gut ertragen und es gab auch weder ultra-cheesy-Liebesschwüre noch awkward Sexszenen. Also noch alles gut. Letztendlich liest sich der Roman gut weg, ist schmissig geschrieben und kann sowohl mit schönen Beschreibungen verschiedener Steampunkspielereien als auch mit prägnant gezeichneten Charakteren aufwarten. Kann man also gut lesen.

Auf dem Ebook-Reader lese ich grade die Kurzgeschichtensammlung The King in Yellow von Robert W. Chambers. Woher kennt man das? Genau, aus der Serie True Detective. Dort wurden die Geschichten um den King in Yellow und das mythische Carcosa als Hintergrund der Verbrechen verwendet. Weil mir die Serie so gut gefallen hat, hab ich mir danach das Buch besorgt – was es übrigens umsonst beim Gutenberg-Projekt gibt. Die Geschichtensammlung dreht sich also um das fiktive Theaterstück „The King in Yellow“, welches die Leute, die es lesen, in den Wahnsinn treibt. Fast alle der Geschichten drehen sich um Menschen, die das Stück gelesen haben und ihr Schicksal. Bisher habe ich das Buch etwa zur Hälfte durch, also 5 der Geschichten gelesen. Bisher hat mir jede davon gefallen. Meist kann man nicht richtig den Finger auf die Handlung legen und sagen, worum es genau geht, aber es ist immer interessant und irgendwie sehr atmosphärisch. Sprachlich lässt sich das alles auch gut lesen, auch wenn das Buch von 1895 ist. Gefällt mir insgesamt und ich werd mal sehen, was Chambers sonst noch so geschrieben hat.

Serien/Filme

Tatsächlich habe ich mal einen Film gesehen, das kommt auch nicht allzu oft vor. Geschaut hab ich nämlich Thor – The Dark World. Wieder in der guten bunten Space-Optik des ersten Teils, diesmal mit iiihvöl Dunkelelfen unter ihrem Anführer Malekith (ein kaum wiederzuerkennender Christopher Ecclestone), die Figuren aus Teil 1 sind aber auch alle wieder am Start. Natürlich ist Asgard mal wieder in Gefahr, Jane und Thor schmachten sich an, Heimdall ist die coolste Sau diesseits und jenseits des Bifrost und am Ende wird alles irgendwie gut. Auch Loki ist natürlich wieder mit dabei und macht auch wieder viel Spaß. Insgesamt ist der Film, wie schon Thor 1, relativ bunt, schnell und krawummsig, was irgendwie schon okay ist. Es gibt auch ein paar ruhigere Momente, von denen mich besonders SPOILER (markieren zum Lesen) die Beerdigungsszene beeindruckt hat. Natürlich hat der Film auch viele Lacher. Die Dunkelelfen waren leider im Großen und Ganzen irgendwie austauschbar und nicht sehr spannend – zwar gibt es noch Loki als zweiten Bösewicht/fragwürdigen Verbündeten, aber trotzdem hätte man wenigstens Malekith ein bisschen mehr Profil geben können. Jane Foster ist auch in Teil 2 irgendwie öde und ungefähr alle anderen Frauenfiguren – Darcy, Sif, sogar Thors Mutter – sind spannender als sie, kriegen aber ungleich weniger Screentime. Schade.
Insgesamt unterhaltsam, vom Winter Soldier (Captain America 2) verspreche ich mir aber mehr.

An der Serienfront gab es natürlich Game of Thrones (zwar schon seit April, aber jetzt ist die Staffel ja vorbei). Insgesamt muss ich sagen, dass ich die 4. Staffel ein klein wenig schwächer fand als die ersten drei. Das liegt zum einen an der Vorlage, denn in der vierten Staffel werden Dinge aus Buch 3, 4 und 5 verfilmt und nun ja, Buch 4 und 5 sind stellenweise schon etwas zerfasert und teilweise auch etwas langatmig. Leider. Dummerweise hat man in der Serie teilweise Dinge geändert, damit Handlungsstränge sich überschneiden, Personen sich treffen, die sich im Buch eigentlich nicht begegnen und teilweise auch Leute sterben, die es im Buch eigentlich nicht tun. Nun bin ich ja nicht generell gegen Änderungen an der Vorlage, aber teilweise waren die Änderungen unnötig und unlogisch. Längst nicht alle, aber doch einige. Natürlich ist das alles Jammern auf hohem Niveau, die Serie macht immer noch viel Spaß, der Soundtrack war wieder großartig und die Schauspieler sind auch nach wie vor toll. Und, hurra, SPOILER (markieren zum Lesen) die einzige Schauspielerin, die ich für absolut fehlbesetzt halte, nämlich die von Shae, muss ich nun endlich auch nicht mehr ertragen. Nun freu ich mich auf Staffel 5 und bin sehr gespannt drauf. Vermutlich wird Buch 6 ja bis nächsten März nicht erscheinen, also könnte es gut sein, dass die Serie die Bücher überholt und ich auch mal was erfahre, was ich nicht schon eh weiß *g*. Außerdem wird es in Staffel 5 einen oder vielleicht auch zwei neue Schauplätze geben, auf die ich mich sehr freue.

Dann hab ich die 2. Staffel Orphan Black zu Ende geschaut und bin nach wie vor sehr angetan von der Serie. Wer es noch gar nicht kennt: Ganz dringend empfohlen. Orphan Black ist eine Produktion von BBC America und dem kanadischen Sender SPACE, die in Kanada spielt. Worum es genau geht, ist blöd zu erzählen, weil es schonmal die große Überraschung der ersten 3 Folgen verdirbt. Wer es doch wissen will, darf jetzt den SPOILER aufdecken: Es geht um Klone – die Hauptfiguren der Serie sind mehrere junge Frauen, die, nun ja, eben geklont sind und die sich zufällig gefunden haben. Gespielt werden sie alle von der fantastischen Tatiana Maslany, die so unglaublich gut spielt, dass man regelmäßig vergisst, dass die vielen verschiedenen Charaktere tatsächlich von einer einzigen Frau verkörpert werden. Noch etwas mehr dazu – leider auch spoilerig – gibts hier. Die Serie ist sehr spannend, gut erzählt und toll besetzt. Die zweite Staffel verliert gegenüber der ersten natürlich ein klein wenig an Reiz, weil die große Überraschung der ersten Staffel nun schon verbraucht ist. Trotzdem wird die Geschichte gut weitererzählt, geht quasi weiter in die Tiefe und endet im Finale dann auch sowohl mit dem Abschluss einiger Erzählstränge, einer Überraschung und einigen offenen Fäden für Staffel 3. Mit Michiel Huisman (auch bekannt als Daario Naharis der Zweite aus Game of Thrones) ist auch noch ein cooler Nebendarsteller dazugekommen. Also insgesamt bin ich sehr zufrieden mit Staffel 2.

Kommen wir zur Serienüberraschung des Frühlings: Penny Dreadful. Darauf kam ich auch wirklich nur, weil sie mir auf Twitter empfohlen wurde (danke nochmal dafür!). Penny Dreadful ist eine neue Serie von Showtime, deren erste Staffel mit 8 Folgen gerade zu Ende gegangen ist. Im Prinzip hat man jede Menge Figuren aus englischen Gothic Novels und ähnlichen Romanen genommen, durch weitere Charaktere ersetzt, nach London im Jahr 1891 verfrachtet und in eine düster-romantische Geschichte verstrickt. (Daher übrigens auch der Name der Serie – ein Penny Dreadful ist ein Horror-Groschenroman.) Es geht, rein auf die Handlung bezogen, um eine verschwundene junge Frau, die von ihrem Vater mit Hilfe mehrerer anderer Leute gesucht wird. Tatsächlich liegt der Fokus der Serie aber auf den Charakteren, auf den Umgang mit dem Übernatürlichen, der Frage, ob es erstrebenswert ist, von der Normalität abzuweichen und wie man damit umgeht, wenn man mit in die Twilight World geraten ist. Das Ganze ist optisch und musikalisch wunderbar inszeniert, die Dialoge sind meiner Meinung nach brillant und außerdem ist die Serie mit u. a. Eva Green, Timothy Dalton, Billie Piper und Josh Hartnett hervorragend besetzt, die mir vorher nicht bekannten Schauspieler stehen allerdings in nichts nach. Wobei Frau Green ihre durchweg sehr guten Kollegen und Kolleginnen teilweise wirklich an die Wand spielt. Für mich mit die beste Serie seit Langem – ich freue mich auf Staffel 2.

Man kann aber ja nicht immer nur Dramaserien gucken. Also man kann sicherlich, aber ich brauche auch immer so eine  Comedy-Serie, die man z. B. zum Essen gucken kann. Bei superspannenden Serien kann ich nicht nebenbei essen oder trinken, das wäre mir erstens zu schade und zweitens vergesse ich dann, wenn es wirklich gut ist, sowieso, dass da noch irgendwas zu futtern aufm Tisch steht. Daher gab es in den letzten Wochen im Comedy-Bereich: Modern Family. Wie der Name schon sagt, eine Serie über eine große Patchworkfamilie, bestehend aus sozusagen drei Familien: Die klassische Mutter-Vater-drei-Kinder-Familie, die Konstellation älterer Herr mit sehr viel jüngerer Frau plus deren Sohn aus erster Ehe und schließlich ein schwules Paar mit adoptiertem Baby. Und ja, die sind alle noch miteinander verwandt. *fuchtel* Die Folgen haben jeweils 20 Minuten, also klassisches Comedy-Format. Neben den eigentlichen Szenen gibt es immer noch so fiktive Interviews mit den Charakteren (so ein bisschen wie bei Stromberg – der eine Charakter ist auch vom Peinlichkeitsgrad her schon ein wenig strombergesk…). 2 Staffeln hab ich inzwischen geschaut und es ist durchgehend unterhaltsam, greift auch mal aktuelle Themen auf, hat viele lustige Momente und am Ende haben die Folgen meist schon ein Happy End. Klassische Feel-Good-Serie, aber dabei sehr witzig und mit netten Charakteren.

Ich schaue auch noch mehr Dinge, zu denen ich  noch was schreiben will, wenn ich mit der jeweiligen Staffel durch bin. Bald also hier: Die zweite Staffel Orange is the new Black, die dritte Staffel Homeland und die erste Staffel Türkisch für Anfänger.

Spiele

Nachdem ich ja neulich im Aprilurlaub den ersten Teil von Assassin’s Creed beendet hatte, spiele ich nun Teil 2. Nach nunmehr etwa 50 Stunden Spielzeit bin ich auch schon so gut wie durch. Die Story schließt sich nahtlos an Teil 1 an und es geht im Wesentlichen darum, wie Ezio, der Protagonist, vom jungen unbekümmerten Mann zum Assassinen wird. Ja, keine Story, die man nicht schon 93 Mal gehört hätte, aber das Spiel macht trotzdem total Spaß. Das Setting – Italien um 1480 rum – ist toll, die Städte sind toll designt und der Soundtrack ist klasse. Außerdem ist die Geschichte abwechslungsreich, vor allem wenn man vorher Teil 1 gespielt hat. Da liefen Missionen immer nach dem gleichen Schema ab und irgendwann war das doch recht langweilig. In Teil 2 geht es dann schon auch noch hauptsächlich darum, Leute abzumurksen, aber man muss auch Leute verfolgen, Rennen gewinnen, Sachen klauen usw. Zwischendurch fährt man auch mal Boot oder Pferdekutsche oder SPOILER fliegt mit einer von Leonardo da Vinci gebauten Flugmaschine über Venedig. Außerdem gibt es verschiedene Waffen, man kann seine Kleidung färben lassen, mehr Ausrüstung kaufen und die Familienvilla samt Dorf wieder aufmöbeln. Außerdem kann man Leute anheuern und auch die Wahl der Waffen ist größer geworden, es gibt Rauchbomben, Gift, eine Pistole und Geldmünzen, mit denen man Leute ablenken kann. Vor allem aber sind die verschiedenen Missionen Teil einer fortlaufenden Geschichte, so dass man immer irgendwie wissen will, wie es weitergeht. Außerdem gibt es im Spiel noch 20 Glyphen, hinter denen sich jeweils ein Rätsel verbirgt – für mich, die nicht nur Größe und Figur eines durchschnittlichen Hobbits, sondern auch dessen Rätselfreude besitzt, natürlich genau das Richtige. Ansonsten kann man noch jede Menge Extra-Zeuch machen: Untreue Ehemänner vermöppen, Wettrennen über die Dächer machen, Templerhorte ausplündern (aka irrsinnig fiese Jump-Sequenzen machen, die mein Spielgeschick total übersteigen und die ich daher auch komplett ignoriert habe), Meuchleraufträge annehmen usw. Kann man aber halt auch alles weglassen. Ich glaube, selbst die Glyphen MUSS man nicht machen. Das einzige, was man machen muss, sind die Aussichtstürme (sowieso eins meiner Lieblingselemente im Spiel – man muss aber nicht alle abklappern, um weiterzukommen) und die Codexseiten sammeln, die man am Ende dann braucht.

Einziger Wermutstropfen: In der PC-Version sind die 2 DLCs, die es für das Spiel gibt, fest eingebunden und müssen gespielt werden. Das sieht dann so aus, dass kurz vorm Finale nochmal zwei ziemlich langweilige und in einem Fall auch sauschwere und repetitive Sequenzen kommen, die mich echt genervt haben. Ist ja schön, dass man den Content mit reinpackt, aber dann doch bitte optional. Das hat den Erzählfluss total unterbrochen und mich echt genervt.

 Insgesamt aber ein sehr tolles, spaßiges Spiel. Danach geht es auch gleich weiter mit Brotherhood, was sich, Steam Summer Sale sei dank, auch schon auf meinem Rechner befindet.

2 Kommentare

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Dies, das, jenes

Schon wieder ewig nix gebloggt. Verdammt.

Ich komm mal wieder zu nix anscheinend. Seufz.

Im vorletzten Post jammerte ich ja über die Klingentänzer-Rezension, die aber dann kurz danach tatsächlich endlich fertig wurde (und fast die Länge der Originalpublikation erreicht hat *übertreib*) Zum Glück darf ich jetzt erstmal einen Kurzgeschichtenband und einen Roman rezensieren, das ist wesentlich einfacher. Gestern Morgen bin ich auch gleich beim Kurzgeschichten-Lesen so in selbige vertieft gewesen, dass ich fast vergessen habe, aus dem Bus zu steigen.

Arbeit ist stressig, stressig, stressig und das schon seit Wochen. Dass die Azubine mal wieder 1,5 Wochen krank war und ich auch noch vor 3 Wochen wegen Migräne 3 Tage ausgefallen bin, trug ich nicht gerade dazu bei, die Lage zu verbessern.

Dann war ja noch die RPC. Ich war, da bisher lediglich NordCon und HeinzCon gewohnt, etwas verstört aufgrund von laut, teuer, voll, chaotisch und überhaupt. Ein schönes Wochenende wars trotzdem, hauptsächlich wegen der Leute, die man wiedergetroffen hat 🙂 Ein längerer Bericht findet sich übrigens hier.

Jetzt steht mit der NordCon schon die nächste Convention vor der Tür und ich bin heilfroh, dass ich drumherum 2 Tage Urlaub habe. Bis zu meinem richtigen Sommerurlaub im September isses nämlich noch lange hin. Den ich übrigens um die RatCon drumrumgeplant habe. Irgendwie ist mein ganzer Jahresurlaub von irgendwelchen Cons und DSA-Treffen beeinflusst 😉

Am Wochenende war ich noch bei meiner Schwester in Magdeburg zum Familientreffen (also meine Eltern, Schwester + Mann und ich). War natürlich alles etwas geprägt vom aktuell dort herrschenden Hochwasser. Meine Eltern haben ja auch voll einen auf Katastrophentourismus gemacht. Zitat: „Lasst uns nochmal auf den Kirchturm steigen, von da können wir das Hochwasser gut sehen.“  Ich kam aus dem innerlichen Facepalmen gar nicht mehr raus. Klar, die Elbe sah krass aus, aber muss man sich das angucken und kommentieren und dann noch schön Fotos von den Leuten machen, die grade bei 25 Grad und runterknallender Sonne das Wasser aus den Kellern pumpen? Ich denke nicht. Naja. Ich hab dann nichts weiter gesagt, ich glaube, meine Eltern hätten auch gar nicht gewusst, warum ich das doof finde.

In Hamburg wird ja zum Glück kein Hochwasser erwartet (und selbst wenns so wäre, wäre glaub ich niemand, den ich kenne, davon betroffen – hat auch sein Gutes, dass Wohnungen in Elbnähe unbezahlbar sind 😉 ). Ein Freund von mir, der bei der freiwilligen Feuerwehr ist, ist heute Morgen auch nach Lauenburg gefahren zum helfen. Morgen seh ich dann zum Glück auch mal wieder fast alle Mitglieder meiner DSA-Runde 🙂 Wir wollen vor der Con noch was zusammen essen gehen.

Und nächste Woche, am 22.06., gehts nach 3 Wochen Pause auch endlich weiter mit DSA und der Königsmacher. Yay! Ich hab schon Entzugserscheinungen, dabei sind es dieses Jahr zum Glück nur 3 Wochen Pause gewesen und nicht 6 Wochen wie letztes Jahr.

Serientechnisch hab ich natürlich grad Game of Thrones geschaut (schluchz, die Staffel ist schon wieder vorbei 😦 ), die dritte Staffel war auch wirklich großartig. Die berühmte Folge 9 hat mich dieses Mal zwar eher ein bisschen enttäuscht, aber generell war die Staffel klasse. Inzwischen hab ich mich nach Bestätigung von Staffel 5 auch an die 4. Staffel Community getraut und finde sie tatsächlich gar nicht so schlecht. Die Muppetfolge und die Thanksgivingfolge fand ich richtig gut und Danny Pudi und Donald Glover haben in einer Folge (ich will mal nicht spoilern) ihr Schauspieltalent echt unter Beweis gestellt. Neu angefangen hab ich Leverage, was mir ja schon von vielen Seiten empfohlen wurde – zu recht. Die Serie macht einfach Spaß, ist spannend und witzig und ich bin glaub ich gerade in alle 5 Charaktere gleichzeitig ein bisschen verliebt 😉 Und zutiefst beeindruckt von Gina Bellmanns Fähigkeit, ungefähr jeden englischen Dialekt der Welt zu imitieren. Ach, und Defiance guck ich auch noch. Und die 3. Staffel True Blood. Das wars glaub ich jetzt aber wirklich mit den aktuellen Sachen *g* Ah, bis auf die ersten 2 Staffeln Supernatural, die ich seit Ende März dann auch geschafft habe. Fand die Serie, als sie im Fernsehen lief, eigentlich immer blöd und zu Monster-of-the-Week-mäßig, aber entweder liegts daran, dass die Dialoge im Original witziger sind oder daran, dass man, wenn man am Stück guckt, doch mehr übergreifende Handlung erkennt – jedenfalls find ichs grade doch recht gut.

So – und nun will ich mal den letzten Arbeitstag der Woche noch fleißig zu Ende bringen. 😉

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