Mediengedöhns: Juni 2014

Ich erzähle hier ja eh schon öfter, was ich grade so lese, schaue oder spiele. Also gibts heute mal einen Sammelartikel dazu, womit ich mich im letzten Monat so beschäftigt habe. Und weil ich ein netter Mensch bin, spoiler ich nur ganz wenig und das auch mit Vorwarnung und nur durch Markieren sichtbar. [/service]

Bücher

Allzuviel gelesen habe ich leider nicht. Immerhin über anderthalb Bücher kann ich berichten.

Das wäre einmal Tin Swift, der 2. Band der Age of Steam-Serie von Devon Monk. Wie der Name schon vermuten lässt, ist es eine Steampunk-Reihe. Genauer gesagt, eine Steampunk-Western-Reihe. Die Bücher spielen in Amerika, so zur Zeit, in der man nach Westen ging und da Eisenbahnschienen verlegte, das Land erschloss und so Kram. In den Büchern ist die Technik natürlich etwas anders, denn es gibt jede Menge Steampunk-Gadgets und – im zweiten Band – auch Luftschiffe. Außerdem gibt es die Strange, so eine Art fiese Feenwesen, die das Land unterjochen wollen und ziemlich unschöne Dinge anstellen. Kinder entführen, Untote erheben, sowas halt. Zum Glück gibt es auch ein paar nettere übernatürliche Gestalten, die gegen sie kämpfen. Die Hauptfiguren der Geschichte sind ein Jäger, der verflucht und daraufhin zum Werwolf wurde, eine Hexe und eine junge Bastlerin. Die taten sich im ersten Teil zusammen und sind jetzt unterwegs zur Schwesternschaft der Hexe. Im jetzt gelesenen zweiten Teil gesellt sich dann ein Luftschiff nebst mysteriösem Kapitän und interessant-skurriler Besatzung hinzu. Passieren tut dabei gar nicht so wahnsinnig viel, hauptsächlich sind jede Menge Leute aus den unterschiedlichsten Gründen hinter den Protagonisten her. Auch der Romance-Anteil war höher als im ersten Band, es wird ganz schön viel geschmachtet, heimlich angehimmelt und errötet. Es ließ sich aber noch ganz gut ertragen und es gab auch weder ultra-cheesy-Liebesschwüre noch awkward Sexszenen. Also noch alles gut. Letztendlich liest sich der Roman gut weg, ist schmissig geschrieben und kann sowohl mit schönen Beschreibungen verschiedener Steampunkspielereien als auch mit prägnant gezeichneten Charakteren aufwarten. Kann man also gut lesen.

Auf dem Ebook-Reader lese ich grade die Kurzgeschichtensammlung The King in Yellow von Robert W. Chambers. Woher kennt man das? Genau, aus der Serie True Detective. Dort wurden die Geschichten um den King in Yellow und das mythische Carcosa als Hintergrund der Verbrechen verwendet. Weil mir die Serie so gut gefallen hat, hab ich mir danach das Buch besorgt – was es übrigens umsonst beim Gutenberg-Projekt gibt. Die Geschichtensammlung dreht sich also um das fiktive Theaterstück „The King in Yellow“, welches die Leute, die es lesen, in den Wahnsinn treibt. Fast alle der Geschichten drehen sich um Menschen, die das Stück gelesen haben und ihr Schicksal. Bisher habe ich das Buch etwa zur Hälfte durch, also 5 der Geschichten gelesen. Bisher hat mir jede davon gefallen. Meist kann man nicht richtig den Finger auf die Handlung legen und sagen, worum es genau geht, aber es ist immer interessant und irgendwie sehr atmosphärisch. Sprachlich lässt sich das alles auch gut lesen, auch wenn das Buch von 1895 ist. Gefällt mir insgesamt und ich werd mal sehen, was Chambers sonst noch so geschrieben hat.

Serien/Filme

Tatsächlich habe ich mal einen Film gesehen, das kommt auch nicht allzu oft vor. Geschaut hab ich nämlich Thor – The Dark World. Wieder in der guten bunten Space-Optik des ersten Teils, diesmal mit iiihvöl Dunkelelfen unter ihrem Anführer Malekith (ein kaum wiederzuerkennender Christopher Ecclestone), die Figuren aus Teil 1 sind aber auch alle wieder am Start. Natürlich ist Asgard mal wieder in Gefahr, Jane und Thor schmachten sich an, Heimdall ist die coolste Sau diesseits und jenseits des Bifrost und am Ende wird alles irgendwie gut. Auch Loki ist natürlich wieder mit dabei und macht auch wieder viel Spaß. Insgesamt ist der Film, wie schon Thor 1, relativ bunt, schnell und krawummsig, was irgendwie schon okay ist. Es gibt auch ein paar ruhigere Momente, von denen mich besonders SPOILER (markieren zum Lesen) die Beerdigungsszene beeindruckt hat. Natürlich hat der Film auch viele Lacher. Die Dunkelelfen waren leider im Großen und Ganzen irgendwie austauschbar und nicht sehr spannend – zwar gibt es noch Loki als zweiten Bösewicht/fragwürdigen Verbündeten, aber trotzdem hätte man wenigstens Malekith ein bisschen mehr Profil geben können. Jane Foster ist auch in Teil 2 irgendwie öde und ungefähr alle anderen Frauenfiguren – Darcy, Sif, sogar Thors Mutter – sind spannender als sie, kriegen aber ungleich weniger Screentime. Schade.
Insgesamt unterhaltsam, vom Winter Soldier (Captain America 2) verspreche ich mir aber mehr.

An der Serienfront gab es natürlich Game of Thrones (zwar schon seit April, aber jetzt ist die Staffel ja vorbei). Insgesamt muss ich sagen, dass ich die 4. Staffel ein klein wenig schwächer fand als die ersten drei. Das liegt zum einen an der Vorlage, denn in der vierten Staffel werden Dinge aus Buch 3, 4 und 5 verfilmt und nun ja, Buch 4 und 5 sind stellenweise schon etwas zerfasert und teilweise auch etwas langatmig. Leider. Dummerweise hat man in der Serie teilweise Dinge geändert, damit Handlungsstränge sich überschneiden, Personen sich treffen, die sich im Buch eigentlich nicht begegnen und teilweise auch Leute sterben, die es im Buch eigentlich nicht tun. Nun bin ich ja nicht generell gegen Änderungen an der Vorlage, aber teilweise waren die Änderungen unnötig und unlogisch. Längst nicht alle, aber doch einige. Natürlich ist das alles Jammern auf hohem Niveau, die Serie macht immer noch viel Spaß, der Soundtrack war wieder großartig und die Schauspieler sind auch nach wie vor toll. Und, hurra, SPOILER (markieren zum Lesen) die einzige Schauspielerin, die ich für absolut fehlbesetzt halte, nämlich die von Shae, muss ich nun endlich auch nicht mehr ertragen. Nun freu ich mich auf Staffel 5 und bin sehr gespannt drauf. Vermutlich wird Buch 6 ja bis nächsten März nicht erscheinen, also könnte es gut sein, dass die Serie die Bücher überholt und ich auch mal was erfahre, was ich nicht schon eh weiß *g*. Außerdem wird es in Staffel 5 einen oder vielleicht auch zwei neue Schauplätze geben, auf die ich mich sehr freue.

Dann hab ich die 2. Staffel Orphan Black zu Ende geschaut und bin nach wie vor sehr angetan von der Serie. Wer es noch gar nicht kennt: Ganz dringend empfohlen. Orphan Black ist eine Produktion von BBC America und dem kanadischen Sender SPACE, die in Kanada spielt. Worum es genau geht, ist blöd zu erzählen, weil es schonmal die große Überraschung der ersten 3 Folgen verdirbt. Wer es doch wissen will, darf jetzt den SPOILER aufdecken: Es geht um Klone – die Hauptfiguren der Serie sind mehrere junge Frauen, die, nun ja, eben geklont sind und die sich zufällig gefunden haben. Gespielt werden sie alle von der fantastischen Tatiana Maslany, die so unglaublich gut spielt, dass man regelmäßig vergisst, dass die vielen verschiedenen Charaktere tatsächlich von einer einzigen Frau verkörpert werden. Noch etwas mehr dazu – leider auch spoilerig – gibts hier. Die Serie ist sehr spannend, gut erzählt und toll besetzt. Die zweite Staffel verliert gegenüber der ersten natürlich ein klein wenig an Reiz, weil die große Überraschung der ersten Staffel nun schon verbraucht ist. Trotzdem wird die Geschichte gut weitererzählt, geht quasi weiter in die Tiefe und endet im Finale dann auch sowohl mit dem Abschluss einiger Erzählstränge, einer Überraschung und einigen offenen Fäden für Staffel 3. Mit Michiel Huisman (auch bekannt als Daario Naharis der Zweite aus Game of Thrones) ist auch noch ein cooler Nebendarsteller dazugekommen. Also insgesamt bin ich sehr zufrieden mit Staffel 2.

Kommen wir zur Serienüberraschung des Frühlings: Penny Dreadful. Darauf kam ich auch wirklich nur, weil sie mir auf Twitter empfohlen wurde (danke nochmal dafür!). Penny Dreadful ist eine neue Serie von Showtime, deren erste Staffel mit 8 Folgen gerade zu Ende gegangen ist. Im Prinzip hat man jede Menge Figuren aus englischen Gothic Novels und ähnlichen Romanen genommen, durch weitere Charaktere ersetzt, nach London im Jahr 1891 verfrachtet und in eine düster-romantische Geschichte verstrickt. (Daher übrigens auch der Name der Serie – ein Penny Dreadful ist ein Horror-Groschenroman.) Es geht, rein auf die Handlung bezogen, um eine verschwundene junge Frau, die von ihrem Vater mit Hilfe mehrerer anderer Leute gesucht wird. Tatsächlich liegt der Fokus der Serie aber auf den Charakteren, auf den Umgang mit dem Übernatürlichen, der Frage, ob es erstrebenswert ist, von der Normalität abzuweichen und wie man damit umgeht, wenn man mit in die Twilight World geraten ist. Das Ganze ist optisch und musikalisch wunderbar inszeniert, die Dialoge sind meiner Meinung nach brillant und außerdem ist die Serie mit u. a. Eva Green, Timothy Dalton, Billie Piper und Josh Hartnett hervorragend besetzt, die mir vorher nicht bekannten Schauspieler stehen allerdings in nichts nach. Wobei Frau Green ihre durchweg sehr guten Kollegen und Kolleginnen teilweise wirklich an die Wand spielt. Für mich mit die beste Serie seit Langem – ich freue mich auf Staffel 2.

Man kann aber ja nicht immer nur Dramaserien gucken. Also man kann sicherlich, aber ich brauche auch immer so eine  Comedy-Serie, die man z. B. zum Essen gucken kann. Bei superspannenden Serien kann ich nicht nebenbei essen oder trinken, das wäre mir erstens zu schade und zweitens vergesse ich dann, wenn es wirklich gut ist, sowieso, dass da noch irgendwas zu futtern aufm Tisch steht. Daher gab es in den letzten Wochen im Comedy-Bereich: Modern Family. Wie der Name schon sagt, eine Serie über eine große Patchworkfamilie, bestehend aus sozusagen drei Familien: Die klassische Mutter-Vater-drei-Kinder-Familie, die Konstellation älterer Herr mit sehr viel jüngerer Frau plus deren Sohn aus erster Ehe und schließlich ein schwules Paar mit adoptiertem Baby. Und ja, die sind alle noch miteinander verwandt. *fuchtel* Die Folgen haben jeweils 20 Minuten, also klassisches Comedy-Format. Neben den eigentlichen Szenen gibt es immer noch so fiktive Interviews mit den Charakteren (so ein bisschen wie bei Stromberg – der eine Charakter ist auch vom Peinlichkeitsgrad her schon ein wenig strombergesk…). 2 Staffeln hab ich inzwischen geschaut und es ist durchgehend unterhaltsam, greift auch mal aktuelle Themen auf, hat viele lustige Momente und am Ende haben die Folgen meist schon ein Happy End. Klassische Feel-Good-Serie, aber dabei sehr witzig und mit netten Charakteren.

Ich schaue auch noch mehr Dinge, zu denen ich  noch was schreiben will, wenn ich mit der jeweiligen Staffel durch bin. Bald also hier: Die zweite Staffel Orange is the new Black, die dritte Staffel Homeland und die erste Staffel Türkisch für Anfänger.

Spiele

Nachdem ich ja neulich im Aprilurlaub den ersten Teil von Assassin’s Creed beendet hatte, spiele ich nun Teil 2. Nach nunmehr etwa 50 Stunden Spielzeit bin ich auch schon so gut wie durch. Die Story schließt sich nahtlos an Teil 1 an und es geht im Wesentlichen darum, wie Ezio, der Protagonist, vom jungen unbekümmerten Mann zum Assassinen wird. Ja, keine Story, die man nicht schon 93 Mal gehört hätte, aber das Spiel macht trotzdem total Spaß. Das Setting – Italien um 1480 rum – ist toll, die Städte sind toll designt und der Soundtrack ist klasse. Außerdem ist die Geschichte abwechslungsreich, vor allem wenn man vorher Teil 1 gespielt hat. Da liefen Missionen immer nach dem gleichen Schema ab und irgendwann war das doch recht langweilig. In Teil 2 geht es dann schon auch noch hauptsächlich darum, Leute abzumurksen, aber man muss auch Leute verfolgen, Rennen gewinnen, Sachen klauen usw. Zwischendurch fährt man auch mal Boot oder Pferdekutsche oder SPOILER fliegt mit einer von Leonardo da Vinci gebauten Flugmaschine über Venedig. Außerdem gibt es verschiedene Waffen, man kann seine Kleidung färben lassen, mehr Ausrüstung kaufen und die Familienvilla samt Dorf wieder aufmöbeln. Außerdem kann man Leute anheuern und auch die Wahl der Waffen ist größer geworden, es gibt Rauchbomben, Gift, eine Pistole und Geldmünzen, mit denen man Leute ablenken kann. Vor allem aber sind die verschiedenen Missionen Teil einer fortlaufenden Geschichte, so dass man immer irgendwie wissen will, wie es weitergeht. Außerdem gibt es im Spiel noch 20 Glyphen, hinter denen sich jeweils ein Rätsel verbirgt – für mich, die nicht nur Größe und Figur eines durchschnittlichen Hobbits, sondern auch dessen Rätselfreude besitzt, natürlich genau das Richtige. Ansonsten kann man noch jede Menge Extra-Zeuch machen: Untreue Ehemänner vermöppen, Wettrennen über die Dächer machen, Templerhorte ausplündern (aka irrsinnig fiese Jump-Sequenzen machen, die mein Spielgeschick total übersteigen und die ich daher auch komplett ignoriert habe), Meuchleraufträge annehmen usw. Kann man aber halt auch alles weglassen. Ich glaube, selbst die Glyphen MUSS man nicht machen. Das einzige, was man machen muss, sind die Aussichtstürme (sowieso eins meiner Lieblingselemente im Spiel – man muss aber nicht alle abklappern, um weiterzukommen) und die Codexseiten sammeln, die man am Ende dann braucht.

Einziger Wermutstropfen: In der PC-Version sind die 2 DLCs, die es für das Spiel gibt, fest eingebunden und müssen gespielt werden. Das sieht dann so aus, dass kurz vorm Finale nochmal zwei ziemlich langweilige und in einem Fall auch sauschwere und repetitive Sequenzen kommen, die mich echt genervt haben. Ist ja schön, dass man den Content mit reinpackt, aber dann doch bitte optional. Das hat den Erzählfluss total unterbrochen und mich echt genervt.

 Insgesamt aber ein sehr tolles, spaßiges Spiel. Danach geht es auch gleich weiter mit Brotherhood, was sich, Steam Summer Sale sei dank, auch schon auf meinem Rechner befindet.

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2 Kommentare

Eingeordnet unter Bücher, Computerspiele, Mediengedöhns, Serien

2 Antworten zu “Mediengedöhns: Juni 2014

  1. Uhh, danke für den Hinweis zum gelben König. Das Buch muss ich mir mal angucken, weil ich diesen Teil bei True Detective total interessant fand.

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