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Finnland für Fortgeschrittene

(Teil 2 des Finnlandurlaubs-Berichtes, Teil 1 ist hier.)

Wir verließen also Lappland und fuhren nach Süden. Aus Gründen der Dusseligkeit meinerseits hatte sich die Reiseroute kurz vor Abfahrt noch einmal recht stark geändert, denn versehentlich hatte ich ein falsches Hotel gebucht. Statt in Kemi an der Ostsee befindet sich nämlich ein gleichnamiges Hotel auch in Jyväskylä, was mehrere hunder Kilometer weiter südlich liegt. Das wären flauschige 10 Stunden Fahrt an einem Tag gewesen, so was möchte natürlich kein Mensch. Daher – und weil ich trotzdem in das sehr toll klingende Hotel wollte – wurde die erste Nacht gecancelt und ein Hotel für den Zwischenstopp gesucht, was halbwegs in der Mitte liegt.

2015-09-11 09.40.44So landeten wir dann für eine Nacht im Hotel Iso Syöte. Das ist ein Hotel, das auf einem Berg nahe eines Naturschutzgebietes liegt und von dem aus man einen tollen Ausblick in die Umgebung hat. Besonders morgens, als die Wolken noch im Tal hingen, während oben schon die Sonne schien, war das ein eindrucksvoller Anblick. Das Hotel selbst ist vermutlich eher als Hotel für die Skisaison ausgerichtet, da es in der Nähe auch ein Skigebiet gibt. Mitte September war es recht leer. Das Zimmer war okay, das Essen ein bisschen überteuert, aber eine Alternative hat man auf dem Berg da eben nicht. War trotzdem ganz okay. Die lange Fahrt von etwa 5 Stunden an dem Tag war dann auch so anstregend gewesen, dass ich abends auch gar nix mehr groß machen wollte außer ein bisschen in die finnische Landschaft zu schauen. Nachts gab es sogar nochmal ein wenig Nordlicht zu sehen, aber wesentlich weniger hell – wir waren ja auch wieder südlich des Polarkreises.

2015-09-11 14.01.16Am nächsten Tag stand dann die nächste lange Fahrstrecke von 5,5 Stunden an. Wer hat den Scheiß nur geplant? Ach ja – ich war das. Langsam war ich schon recht genervt vom Fahren, zumal man halt für eine Strecke sehr viel länger braucht als hier in Deutschland, da man im Durchschnitt vielleicht nur so 70 – 80 km pro Stunde schafft. Es musste also wenigstens ein hübscher Zwischenstopp her. Den machten wir dann in Kajaani, einer nette kleinen Stadt mit einer Burgruine. Die war sogar kostenlos zugänglich und auch ziemlich cool. Außerdem haben wir es geschafft, in Finnland für ein Mittagessen von 2 Personen mitsamt Getränken unter 10 Euro zu bezahlen. Unglaublich! Und die Pizza war sogar sehr lecker und so groß, dass wir sie zu zweit gerade geschafft haben.

Am Abend trafen wir dann in Jyväskylä ein und fanden dann auch schnell unser Hotel, das Boutique Hotel Yöpuu. Und hier nun meine Empfehlung an alle zukünftigen Finnlandreisenden: Fahrt da hin! Wirklich! Wenn ich nur eine Unterkunft der ganzen Reise empfehlen könnte, dann wäre es dieses Hotel, das insgesamt auch zu den schönsten Hotels zählt, in denen ich je war. Jedes Zimmer ist dort indivduell gestaltet, unseres hatte eine total tolle blaue Wandfarbe und lustige weiße (dimmbare!) Lampen. Außerdem gab es dort die einzige Dusche auf der ganzen Reise, die sowas wie Wasserdruck entfaltete und nicht nur ein müdes Tröpfeln zustande brachte (ja, das ist so eine Marotte von mir, ich hasse Tröpfelduschen *g*). Aber das Tollste am Hotel ist das Restaurant. Die Bewertungen sprachen da schon von einer sehr guten Küche, wir mussten das natürlich testen und ließen uns beim Einchecken einen Tisch reservieren. Und dann haben wir gegessen. Den ganzen Abend lang. Das Restaurant ist recht klein, sehr schön mit alten Möbeln und Kronleuchtern und tralala. Serviert wird dort moderne Küche mit überwiegend regionalen Zutaten. Empfohlen wurde uns das herbstliche Vier-Gänge-Menü und das haben wir dann auch genommen. Davor gab es einen sehr leckeren Cocktail, zum Essen gab es passende Weine für jeden Gang und, was ich wirklich super fand, auch passende nichtalkoholische Getränke. Sonst sitze ich in so gehobenen Restaurants ja immer da und trinke Wasser, weil ich keinen Wein vertrage, aber hier hatte ich zu jedem Gang einen passenden Saft (teilweise noch gemischt mit Sirup bzw. ein Gemisch aus verschiedenen Säften). Und das Essen war unglaublich gut, die Getränke passten toll dazu, die Kellnerinnen waren superfreundlich und sehr professionell. Zwischen dem Hauptgang und dem Nachtisch wurden wir noch gefragt, ob wir denn noch nen Käsegang zwischenschieben wollten, sie hätten ja gerade so guten Käse aus der Schweiz da (haben wir natürlich gemacht, war auch total klasse). Und zwischen den Gängen verging auch immer ein wenig  Zeit, so dass man nie das Gefühl hatte, total vollgefuttert zu sein. Insgesamt haben wir ungefähr 3,5 Stunden da gesessen, gegessen und uns unterhalten. War ein total schöner Abend, der die lange Fahrt komplett vergessen ließ. Das Frühstück am nächsten Tag war auch total großartig. Ich möchte nochmal dort hin! (Wie die Stadt sonst so ist – null Ahnung, wir waren ja erst abends da und haben das Hotel dann auch nicht mehr verlassen.) Was für ein Glück, dass ich das falsche Hotel gebucht habe!

Als nächstes fuhren wir dann erstmal zurück, denn dank der bescheuerten Planung waren wir auf dem Weg nach Jyväskylä schon durch die Stadt gefahren, in der unser nächster Zwischenstopp war. In Kuopio wohnten wir im Scandic Hotel Kuopio, was direkt am See liegt und auch sehr schön war. Unterwegs waren wir noch auf einem Aussichtsturm, das war auch sehr nett, denn die finnische Seenlandschaft sieht von oben sehr schick aus:

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Das ist übrigens ein Autorastplatz.

Insgesamt hat man spätestens an dem Tag gemerkt, dass wir jetzt in Südfinnland waren, denn die Landschaft war dann doch sehr anders. Mehr Nadelbäume, mehr Grün, keine Rentiere mehr (schluchz). Dafür eben sehr schöne und große Seen (wobei es die im Norden ja auch gibt, man kann generell in Finnland keine 10 Kilometer fahren, ohne an einem größeren Gewässer vorbeizukommen. Eine sehr schöne Sache!). Leider hatten im Süden doch auch noch ein paar Mücken überlebt, die uns gerade in Wassernähe etwas genervt haben. Aber wir hatten Salbe gegen die Stiche dabei, da passte das dann schon. In Kuopio jedenfalls sind wir ein Stück am See herumspaziert, dann waren wir essen in so einem Restaurant-Musikbar-Dings, wo dann – es war ja Samstag – auch eine Liveband spielte. Die waren auch recht gut, so dass wir dann noch eine Weile blieben, teuren Alkohol tranken und zuhörten. Eine Sache muss ich aber nochmal irgendwie im Nachherein ergründen, nämlich die, was der Finne an sich eigentlich unter Karaoke versteht. Bereits in  unserem Hotel in Ivalo hieß es nämlich, am Abend gebe es Karaoke. Wir guckten dann mal, was da so los war und hörten irgendeine finnische Volksweise, zu der ein paar Rentner über die Tanzfläche schunkelten. Nun gut, vielleicht eine andere Zielgruppe. In Kuopio allerdings war es Samstag Abend und wir kamen dann wieder an einer recht jugendorientiert wirkenden Bar vorbei, wo auch gerade ein Karaokeabend sein sollte. Da ich das prinzipiell sehr lustig finde, also da mal rein – jedoch stand auf der Bühne gerade eine junge Frau, die musikalisch Ähnliches von sich gab wie die Rentnerschunkelmusik im ersten Hotel. Wir wtf-ten also und fielen quasi rückwärts wieder aus der Tür. Ist in Finnland Karaoke so eine Art Codewort für finnischsprachige Volksmusik? Hatten wir nur Pech? Gibt es da einen tieferen Sinn? Ich weiß es nicht. Jedenfalls gingen wir dann lieber zuück im Hotel, wo wir dann noch ein warum auch immer stattfindendes Feuerwerk vorm Fenster betrachten konnten. Auch schön.

2015-09-13 18.55.11Vorletzter Halt: Savonlinna. Savonlinna ist eine gar nicht mal so kleine Stadt im Süden Finnlands, die allerdings generell nur so von Juni bis August geöffnet hat. Zumindest ist es uns nicht gelungen, am Sonntag Abend ein Restaurant zu finden, was a) überhaupt offen hat und b) nicht um 20 Uhr schließt (was doof ist, wenn man 19.30 Uhr was essen gehen will). Schwer genervt haben wir dann in einer Art Pizza Hut-Verschnitt eine Pizza gegessen und die Stadt verflucht. Immerhin gibt es da eine große Burg, die Olavinlinna, die man besichtigen kann – die Tour gibt es natürlich auch außerhalb des Sommers nur auf Finnisch, aber man bekommt immerhin eine schriftliche Übersetzung der Erklärungen. Die Burg ist auch echt cool und sehr gut erhalten und man kann in recht viele Teile davon rein. Die Führungen sind immer zur vollen Stunde.

Danach waren wir beim Punkaharju Ridge. Das ist eine aus der letzten Eiszeit entstandene Landschaft – quasi ein sehr dünner Streifen Land, der sich zwischen den Seen entlangzieht. Wie dünn, sieht man auf diesem Bild ganz gut:

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Links Wasser, rechts Wasser, in der Mitte auf dem Damm die Straße. Sehr cool. Da sind wir dann am Nachmittag herumgefahren und haben die wirklich wunderschöne Landschaft betrachtet. Hier gab es dann, obwohl wir im Süden waren, doch wieder sehr viele Birken, zwischen denen sich die Gräser und Farne bereits herbstlich bunt gefärbt hatten. Sah unglaublich toll aus:

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Unsere Unterkunft war diesmal etwas anders, nämlich ein Bed&Breakfast in einem umgebauten Bauernhof. Das war auch sehr toll, sie hatten Kühe und unglaublich puschelige Hunde und einen eigenen See, auf dem man mit kostenlos ausleihbaren Ruderbooten herumfahren konnte. Das Gelände liegt mitten im Wald und es war total still dort und die Luft wieder sehr toll. Da könnte ich mir auch vorstellen, dort mal länger Urlaub zu machen. Wir waren diesmal im Haupthaus und hatten Frühstück dabei, man kann aber auch ein eigenes Häuschen mieten, eine Gemeinschaftsküche nutzen oder auf dem Grillplatz grillen. Am letzten Abend in Savonlinna fanden wir dann übrigens doch noch ein gutes Restaurant, nämlich das Waahto direkt am Hafen. Und hatten anschließend noch einen wunderschönen Sonnenuntergang.

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Der unglaublich puschelige Hund.

Zum Schluss der Reise ging es dann nach Helsinki. Das war wieder eine Fahrt von vier Stunden, ich hatte Migräne und wenig Lust, aber irgendwie haben wir es bis Helsinki geschafft. Immerhin hatten wir noch erreichen können, dass wir das Auto eine Stunde später abgeben konnten als ursprünglich vereinbart und  zwar auch in einer Filiale, die näher an unserem Hotel lag. Autofahren durch die Innenstadt von Helsinki war dank Navi zwar machbar, aber ein wenig anstrengend, da es da Straßenbahnen gibt und ich immer schwerst irritiert bin, wenn ich auf den Schienen derselben fahren soll. Aber dann war die Hertz-Filiale nach vielleicht 15 Minuten auch erreicht, das Auto in der Tiefgarage verstaut und der Schlüssel abgegeben – tschüss, Rotpüschel (ja, ich muss Mietwagen immer alberne Namen geben). Immerhin 2300 Kilometer bin ich in 9 Tagen gefahren. Danach sind wir dann erstmal zum Bahnhof und haben uns ein 2-Tages-Ticket für den Nahverkehr geholt, mit 12 Euro pro Nase durchaus bezahlbar. Die Öffis in Helsinki haben auch einen guten Eindruck hinterlassen, sie kamen dann, wann sie sollten und fuhren dorthin, wo man es erwartet hat*g*.

In Helsinki waren wir im Hilton Helsinki Strand, nicht weil wir auf einmal vom Reichtum überfallen worden wären, sondern weil das Hilton in Helsinki auch nicht groß mehr kostet als andere Hotels. Alternativ hätte man auch in so Ferienwohnungen wohnen können, aber wenn das auch nur 20 Euro weniger kostet als ein Hotelzimmer, seh ich das dann nicht ein. Das Hilton jedenfalls war eigentlich gut. Eigentlich, da a) das Hotel gerade ein Großbaustelle war, weil es saniert wird (zum Glück war im  Zimmer der Lärm nicht zu hören) und b) man im Hilton anscheinend der Meinung ist, im Jahr 2015 sei freies Wlan im Zimmer keine Selbstverständlichkeit. Während wir in jedem Winzhotel in Lappland freies Wifi hatten, kostete das im Hilton 5 Euro. Pro Tag und Gerät. Also 20 Tacken für Wlan, bei nem Zimmer, das eh schon 130 Euro die Nacht kostete. Unverschämt.

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Helsinki: Dom und Denkmal.

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Auf Suomenlinna.

Das schöne Wetter hatte uns dann auch verlassen, Helsinki präsentierte sich im Nieselregen und ich hatte irgendwie gar keinen Bock auf Stadt. Schon der erste Gang durch den recht vollen (also im Vergleich zu Hamburg natürlich nicht, im Vergleich zu Lappland dann doch) Hauptbahnhof fand ich irgendwie stressig und ich hätte auch kein Problem damit gehabt, statt Helsinki anzuschauen lieber doch noch 2 Tage auf dem Bauernhof zu bleiben. Aber nu waren wir schon da. Helsinki ist irgendwie eine Stadt, in der ich glaube ich ganz gut leben könnte, die ich touristisch aber nicht so spannend fand. Besonders groß ist sie nicht, man hat schnell alle wichtigen Gebäude gesehen, und viele der Dinge, die man sich anschauen konnte, waren nicht so mein Fall (es gibt z. B. diverse Kunstmuseen, aber damit kann ich immer wenig anfangen). Außerdem hatte ich mehr oder weniger von Ankunft bis Abfahrt durchgehend Migräne, das macht natürlich auch nicht gerade Lust auf ausgedehnte Ausflüge. Wir waren dann am vorletzten Tag der Reise in Suomenlinna, das ist die große Hafenfestung vor Helsinki. Da kann man mit der Öffi-Karte per Fähre hinfahren, das ist schonmal super. Leider sieht man dann von der Festungsanlage auf der Insel selber weniger als ich so gedacht hatte, weil das Ding verdammt groß ist und man quasi mittendrin steht und auch viele Gebäude halt immer noch genutzt werden und umgebaut worden usw. Wir waren dann noch in einem Museum, wo man sich die Geschichte der Festung anschauen konnte, zum Glück gab es das Ganze auch als Kurzfilm – ich war langsam doch etwas museumsmüde und hatte wenig Lust, mir stundenlang irgendwelche Tafeln durchzulesen. Nachher sind wir dann noch etwas rumspaziert und haben uns dann durch eine Verkettung unglücklicher Umstände eine Stunde lang gegenseitig gesucht. Jaaaahaaa. Never split the party, da ist eben doch was dran. And if you split the party, make sure every party member has his smartphone :p .

Am letzten Abend wollten wir dann nochmal irgendwo schön essen gehen, und da wir schon so oft finnisch gegessen hatten, fiel unsere Wahl dann auf das Steakhouse Grotesk. War eine gute Wahl, bei Cocktail, Vorspeisen, Dry Aged Black Angus und Tarte Tatin ließen wir den Urlaub dann ausklingen.

Okay, am nächsten Tag ging unser Flug erst um 17:30 Uhr und wir haben noch die Markthalle besucht und sind etwas mit der Tram herumgefahren. Aber diese Reisetage sind immmer so verlorene Tage und ich glaube, das nächste Mal möchte ich lieber gleich morgens nach Hause fliegen und nicht noch so einen halbgaren Tag irgendwo haben. Außerdem werde ich das nächste Mal mit einem verdammten Taxi zum Flughafen fahren, weil wir schon wieder mit dem Airport Shuttle gefahren sind und das schon wieder hundert Jahre lang im Stau stand und wir dann schon wieder zum Gate sprinten mussten. Argh. Der Flug war dann aber unproblematisch und diesmal kam auch das Gepäck an 😉 .

Ja. Das wars, mit dem Finnland. Insgesamt war es ein sehr schöner Urlaub, Finnland ist ein tolles Land und ich kann nur empfehlen, dort Urlaub zu machen. Ich möchte auf jeden Fall nochmal hin – dann vielleicht auch mit Hundeschlittentour und Schnee.

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Vorfreude

Heute ist es dann endlich soweit: Mein letzter Arbeitstag vorm Urlaub. Meinem ersten Urlaub seit April, also seit 21 Wochen. So lange habe ich glaube ich noch nie auf die nächsten freien Tage warten müssen und auch wenn das durch den freien Freitag alles etwas abgemildert wurde, bin ich einfach nur froh, wenn ich nachher in 8 Stunden die Bürotür hinter mir zumache und den Laden hier für 17 Tage am Stück nicht sehen muss. Ich habe sowieso eine etwas dämliche Angewohnheit, nämlich im Urlaub jeden Tag nachzurechnen, wie viele Tage ich jetzt noch ausschlafen kann und frei habe, ehe ich wieder ins Büro muss und wenn es dann langsam aufs Urlaubsende zugeht, bin ich immer fürchterlich deprimiert, dass die freie Zeit so schnell dahinrast. Das macht mir dann schlechte Laune, was im Urlaub ja kein Mensch brauchen kann. Guter Vorsatz also für dieses Jahr: Möglichst wenig dran denken.

Ansonsten befinde ich mich grad in letzter Minute noch im Versuch, eine Unterkunft abzuändern, weil ich der Namensgleichheit zweier Hotels zum Opfer fiel und deswegen ein Hotel gebucht habe, das ungefähr 350 Kilometer weiter südlich liegt als das eigentlich gemeinte. Das würde dann bedeuten, an einem Tag eine Fahrt von etwa 10 Stunden (nicht sehr spaßig) und gar keinen Stopp am Meer zu haben (auch doof). Andererseits macht das falsch gebuchte Hotel aber einen sehr guten Eindruck, so dass ich gerade herumwurschele und versuche, irgendwie doch noch ne Möglichkeit zu finden, dort zu übernachten. Was ein Spaß. Zum Glück bin ich zu müde, um schreiend im Kreis zu rennen.

Achja, wo es hingeht, könnte ich wohl auch noch erwähnen: Finnland! Wie ich drauf kam, weiß ich schon gar nicht mehr, einmal glaub ich durch die viele Finnland-Schwärmerei im Blog von Koffer, andererseits durch den Wunsch, irgendwann mal Nordlichter zu sehen. Deswegen fliegen wir auch gleich erstmal nach Lappland und fahren dann wieder runter in den Süden bis Helsinki. Ich bin schon völlig in Panik, ob wir auf dem Hinflug  den Anschlussflug in Helsinki bekommen, weil wir da nur sehr wenig Zeit zum Umsteigen haben. Und wenn das nicht klappt, sitzen wir dann in Helsinki und Hotel und Mietwagen sind 900 km entfernt. Juppheidi. Aber ich hoffe einfach, dass alles klappt.

Was ich bei der Vorbereitung des Urlaubs gelernt habe: Es wird alles exorbitant viel teurer, wenn man nicht dort abreist, wo man ankommt. Also wenn man auf der Hinreise bis Lappland fliegt, dort einen Mietwagen nimmt und den dann in Helsinki wieder abgibt und von dort aus zurückfliegt, so wie es bei uns der Fall ist. Dann kostet der Flug mehr, weil Gabelflug, der Mietwagen kostet mehr, weil Einweggebühr und es ist ein Abenteuer für sich, überhaupt eine Mietwagenfirma zu finden, wo man diese Gebühr vorher einsehen kann und sich nicht mit „lass dich überraschen, wie viel hundert Euro dir zusätzlich abgeknüpft werden“ herumschlagen muss. In diesem Zusammenhang noch eine neue Erkenntnis: Wenn man beim ADAC Mitglied ist, kann man einen Mietwagen über die buchen und kriegt sogar Rabatt! So habe ich es jetzt letzendlich nämlich gemacht. Arschteuer isses trotzdem noch – mehr als das doppelte für die selbe Mietdauer wie letztes Jahr in Irland.

Apropos teuer: Das ist der ganze Spaß übrigens auch. In Finnland ist alles recht teuer, sowohl der Flug als auch die Hotels. Es gibt halt kaum günstige Unterkünfte wie B&Bs, sondern halt meistens entweder Ferienwohnung oder Hütten, die aber meist nur für ne Woche oder zumindest mehrere Nächte zu buchen sind, oder halt Hotels. Und da wir halt rumfahren wollen, sind es eben die Hotels geworden. Naja. Man kann Geld für Schlimmeres ausgeben als nen (hoffentlich schönen) Urlaub.

Mal sehen, wie das Wetter so wird, aktuell meldet Lappland um die 8 Grad und Regen … die Temperatur ist mir egal, aber ich hoffe sehr auf wenigstens ein bisschen Sonne und klaren Himmel. Und natürlich Nordlichter, aber ich weiß nicht, wie hoch die Chance da ist, welche zu sehen. Ab September soll jedenfalls schon mal die richtige Zeit sein. Und der Herbst in Lappland ist angeblich sehr schön.

So wird die Reise jedenfalls aussehen:

Finnland-Route

Wie man sieht, fahren wir fast einmal komplett von Norden nach Süden. Was man jetzt nicht sieht, weil es die selbe Strecke auf der Karte ist: Wir fliegen nach Rovaniemi, fahren dann nach Ivalo ganz im Norden und dann wieder nach Süden. So jedenfalls der Plan. Wenn wir den Flug kriegen, der Mietwagen da ist, diese blöde Hotel-Sache sich klärt und die Welt nicht untergeht.

Aber ich freu mich drauf.

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Stirb, Sommer, stirb!

Ich habe eine ganze Weile nix geschrieben. Nun ist zugegebenermaßen auch nicht sonderlich viel passiert in den letzten Wochen, aber das hält mich sonst ja auch selten ab. Nein, mein Schweigen lag vielmehr daran, dass es Sommer ist. Und solltet ihr jetzt denken, dass ich dann nix blogge, weil ich den ganzen Tag am Strand liege, durch die sonnigen Straßen flaniere oder so nen Unsinn, dann könntet ihr nicht mehr daneben liegen. Denn es ist Sommer. Die blödeste, bekackteste, nervigste Jahreszeit für mich, in der ich eigentlich nix tun möchte als auf dem Rücken zu liegen und auf den Herbst zu warten.

Obwohl man ja immer vom Hamburger Regen spricht, ist es dieses Jahr seeeehr sonnig in Norddeutschland und ich lese immer neidisch von Gewittern und Regen weiter im Süden. Hier hat es letzte Woche zum ersten Mal seit 2 Wochen geregnet, zuvor immer Sonne, Sonne und noch mehr Sonne. Ich – hasse – es. Ich bin, wohl reichlich klischeehaft, eine von diesen Leuten, die mit „draußen sein“ wenig bis nix anfangen kann. Wieso man z. B. im Garten oder auf dem Balkon essen muss, bloß weil die Sonne scheint, hat sich mir noch nie erschlossen. Dann trägt man immer Krempel von A nach B, hat Fliegen im Essen rumschwirren und muss schlimmstenfalls auch noch in der Sonne sitzen und bekommt Sonnenbrand. Zum Glück habe ich weder Garten noch Balkon und komme nicht mal in die Verlegenheit, erklären zu müssen, wieso ich da nicht hin will. Auch ansonsten bin ich ungern draußen und noch ungerner(er..er) in der Sonne. Ich verbrenne mich sehr fix und bin sehr lichtempfindlich. Insofern muss ich auch immer ein bisschen lachen, wenn Leute sich freuen, dass man ja jetzt im Hellen aufsteht und im Hellen nach Hause kommt. Jaaah, ganz toll. Wenn ich morgens schon aufm Weg ins Büro ständig grelles Licht habe, was in meinen Augen sticht und mir Kopfschmerzen macht, bin ich auch immer so richtig gut gelaunt.

Apropos Büro – das ist noch so der Hauptgrund, den Sommer zu hassen, denn es wird UNGLAUBLICH warm hier drin. Morgens lüften wir zwar durch, aber es ist halt ein Unterschied ob man in einer Wohnung die Fenster über Nacht, wenns kühl ist, offen hat, oder nur morgens eine Stunde durchlüften kann. Sobald die Fenster dann zu sind, wird es sehr schnell warm, stickig und die Luft steht. Dann könnte man theoretisch natürlich weiter die Fenster auflassen, nur leider befindet sich vor selbigen die vierspurige Straße, die so laut werden kann, dass man das Telefon nicht mehr klingeln hört (geschweige denn den Menschen am anderen Ende der Leitung versteht). Dikatete schreiben ist dann auch kaum noch möglich, so dass ich hier eigentlich permanent zwischen „zu warm“ und „zu laut“ wechsle. Außerdem hab ich inzwischen vom ganzen Lüften, Klimaanlage im Auto laufen lassen und den offenen Fenstern in der U-Bahn Schnupfen bekommen und niese im 5-Minuten-Takt vor mich hin. Schlafen kann man auch nicht richtig, dem Obst kann man beim Vergammeln teilweise schon zusehen und Lust, irgendwas zu machen, habe ich bei dem Wetter auch nicht. Nach Hause kommen, kalt duschen und dann möglichst wenig bewegen. Und natürlich hab ich bei diesem Wetter noch schlimmere Migräne als sonst schon.

Nee, nee. Bleibt mir wech mit dem Sommer. Das einzig Gute daran sind die Sommerferien, die aktuell dafür sorgen, dass die Bahnen etwas leerer sind, die Straßen ebenso und dass weniger Leute im Büro anrufen. Dafür wird allerdings überall gebaut. Man kann regelrecht beobachten, wie am Anfang der Ferien die Baustellen wie Pilze aus dem Boden schießen. Trotzdem sind die 6 Wochen immer sehr angenehm, weil alles etwas weniger voll ist.

Urlaub hab ich dann erst im September, also in 6 Wochen. Bis dahin ist es hoffentlich kühler und in Irland soll es ja sowieso nicht so warm werden *g*. Jap, der Herr Mitbewohner und ich fahren nach Irland! 11 Tage, Flüge sind schon gebucht. Ich bin sehr gespannt und werde mich die Tage nochmal um Mietwagen (Linksverkehr…hilfäääh) und einige Unterkünfte kümmern.

Achja: Meine Meinung zum Sommer hab ich auch nochmal als Gastcomic für das sehr empfehlenswerte Comicblog Die feine Linie hingekritzelt. (Erwartet keine Zeichenkünste, sowas kann ich gar nicht.)

In diesem Sinne – möge der Herbst bald kommen!

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Eine Runde Bla

Ja, doch, es gibt mich noch.  Gerade hab ich aber nicht so wahnsinnig viel zu erzählen. Arbeit ist stressig und nervig im Moment, was auch nicht besser werden wird, da ab übernächste Woche 3 Wochen lang erst die Azubine und dann meine Kollegin im Urlaub sind. Ich selber werd auch noch eine Woche nehmen, aber wohl im November. Muss mich dringend auf ein konkretes Datum festlegen, damit ich mich dann vorfreuen kann. Im Auge hab ich momentan so die Woche ab derm 12.11.2012, aber das ist erst in sieben Wochen! 7! In Worten: Sieben! Also quasi nächstes Jahrhundert, so gefühlt. Narf. Außerdem beneide ich grade meine Kollegin, die zwei Wochen Urlaub haben wird, während ich nur eine nehme. Aber das ist eigentlich kein Grund, um neidisch zu sein, denn sie wird zwischen Weihnachten und Neujahr arbeiten, während ich da (zum ersten Mal seit vier Jahren, yay!) frei habe. Aber das ist noch sooo lange hin, da kann ich mich noch nicht so wirklich drauf freuen.

Allgemein nervt die Arbeit ziemlich grade.  Wir sind ja schon seit…na, eigentlich seit Jahren, personell sehr sparsam besetzt. Soll heißen, wenn alle Leute da sind, ist es zwar viel Arbeit, aber man kommt grade noch so gegen an. Und sobald einer im Urlaub oder krank ist, säuft man total ab. Außerdem muss ich ja neben meiner normalen Arbeit auch noch die Buchhaltung machen, was aber in den letzten Monaten wegen des noch größeren Personalmangels in der Zeit zwischen alter und neuer Azubine völlig untergegangen ist und nun auch in den Wochen, wo einer im Urlaub ist, wieder zum Erliegen kommen wird. Also rückt das Ziel, mal aufzuholen und auf den laufenen Stand zu kommen, in weite Ferne und ich hänge weiterhin Monate hinterher. Und wenn dann noch ständig Fragen kommen („Wie weit sind Sie mit dem Buchen?“ – „Ist das schon gefaxt?“ – „Haben Sie das schon fertig gemacht?“) oder irgendwelche dummen Kommentare („Da sind ja schon wieder Sachen 2 Tage liegengeblieben, ehe sie bearbeitet wurden.“), dann könnt ich in die Luft gehen. Eigentlich mag ich meinen Arbeitsplatz – inklusive Kolleginnen und Chefs – sehr gerne, aber grade bin ich extrem genervt.

Aber weg von der Arbeit. Was gibts sonst noch? Ich bin weiterhin sehr verplant, diese Woche hab ich jeden Abend irgendwas vor, was ziemlich anstrengend ist, wobei die Sachen an sich schon gut sind, aber so ein freier Abend wär schon toll gewesen 😉 Aufgrund der ganzen Aktivitäten hab ich akuten Schlafmangel, ich hoffe, dass ich den am Samstag ausgleichen kann. DSA-mäßig isses grade ganz gut, zwar immer noch Pause in der Königsmacher (am 29. gehts weiter), dafür haben wir den Anhang zum Schwur des letzten Sultans beinahe durch und der letzte Abend war echt gut. Ich habe immer noch ein wenig ein schlechtes Gewissen, dass mein Magier einen dermaßen hohen Spielanteil hatte und auch noch viele der anfallenden Probleme durch den passenden Zauber lösen konnte. Tja, Antimagier. 10 Stufen komplett nutzlos – aber dann! *lach*

Letzte Woche hab ich auch endlich mal meine Datensicherung aktualisiert, so dass hoffentlich der beste Mitbewohner von allen nächste  Woche Windows 7 auf meinem Rechner installieren kann. Ich hab schon Angst, dass da wieder was total schiefgeht…naja, wenigstens hab ich die wichtigen Daten dann noch :p Und hoffentlich hilft das neue Betriebssystem dagegen, dass mein Rechner komischen Scheiß macht (z. B. regelmäßig das G+-Plugin für den Hangout töten oder einfach mal mein Mozilla dazu bringen, sich nach 2 Minuten aufzuhängen…). Mal schaun. Wär ja schön.

Draußen wird es langsam auch wirklich Herbst…gestern hab ich mir auf dem Weg zum Singen und wieder zurück echt den A… abgefroren, trotz Pulli und Jacke. Aber so wirklich den Wintermantel schon rausholen, erscheint mir auch übertrieben…naja. Ich bin ja nicht so der Freund von Hitze und Sonne, insofern find ich es nicht weiter schlimm, dass es kälter wird und freu mich über die bunten Bäume draußen.

So. Genug gelabert. Bald hoffentlich wieder mehr Inhalt und weniger Bla (ja, das sag ich ständig, ich weiß…)

 

 

 

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