Archiv der Kategorie: Mediengedöhns

Mediengedöhns im Juli 2018

Gefühlt habe ich gerade erst das letzte Mediengedöhns verfasst, aber da ist der Juli schon wieder so vorbeigeflufft. Also schon wieder Zeit für den nächsten Artikel.

Gelesen

Nix wirklich gelesen. Eine weitere Kurzgeschichte aus A Certain Point of View, die ersten vier Kapitel des dritten Age of Steam-Bands von Devon Monk (Toll – jetzt hab ich beim Nachschlagen des Titels der Reihe festgestellt, dass diese auf 7 Bände ausgelegt war, aber nach 3 Bänden kein weiterer erschienen ist. Toll. Nun weiß ich gar nicht, ob ich das Buch noch zu Ende lesen mag … vermutlich schon, weil es doch ziemlich gut anfing, aber … whyyy? Muss man denn immer erst warten, bis eine Reihe komplett erschienen ist? *seufz*). Ansonsten gefühlte 700 Artikel zum Thema Rollenspiel und Gleichberechtigung und Diversität und so. Kommen demnächst auch noch als Link unter der nächsten Podcastfolge.

Filme und Serien

Ich war im Kino und habe Herr der Ringe gesehen – alle drei Filme im Original in der Special Extended Edition, von 10 Uhr morgens bis kurz vor Mitternacht. Warum? Weil mein Stammkino das anbot, ich die Filme immer noch liebe und ich zum Glück Leute kenne, die irre genug sind, mit mir einen gesamten Sonntag im Kino zu verbringen. Das war sehr nett (und ich danach sehr platt).

Im selben Kino am letzten Sonntag gesehen: Antman and the Wasp. Antman fand ich ja schon überraschend unterhaltsam und die Fortsetzung hat mir auch gefallen. Vor allem ragt er für mich dadurch heraus, dass es gelingt, eine spannende Geschichte zu erzählen, ohne einen klassischen Comicbook Villain als Gegner einzuführen. Bis auf einen geprellten Gangster, der den Helden das Leben schwermacht, gibt es eigentlich keinen Antagonisten, nur Personen mit verschiedenen Problemen, Motivationen und Bedürfnissen. Das ist mal eine wohltuende Abwechlsung und kommt auch ziemlich gut – welcher Bösewicht hätte sich auch nach Infinity War mit Thanos messen können? Und die Dynamik zwischen Scott, Hope und Hank reicht auch fast schon aus, um den Film zu tragen, aber es gibt ja auch noch weitere tolle Nebenfiguren wie Luis und Ghost und Cassie. Tatsächlich mal eine sehr coole Kinderrolle. Aber die coolste Person im Film ist auf jeden Fall Hope! Was für eine großartige, kompetente, gelassene, arschcoole Superheldin! Bitte mehr davon. Ansonsten arbeitet der Film wieder sehr schön mit den Schrumpf- und Vergrößerungstechniken und ist optisch auf jeden Fall sehr cool. Auch der Ghost-Effekt sieht klasse aus. Es gab auch wieder etliche gute Lacher, und diesmal zum Glück nicht ganz so viele, die auf „Scott Lang ist ein sozialer Trampel“ basierten. So. Also ein weiterer gelungener Film und ich möchte jetzt bitte eine Fortsetzung mit vor allem den drei weiblichen Charakteren, um das mal spoilerfrei auszudrücken. Achja: Die Post-Credit-Szene hat mich total kalt überrascht, obwohl sie im Nachhinein eigentlich zu erwarten war. Aber boah ey!

(Und jetzt müssen wir alle bis nächsten März ohne MCU-Filme klarkommen. Krasser Shit! Immerhin kommt im Herbst ja noch der animierte Spiderverse-Film, den will ich auf jeden Fall auch sehen.)

Serien gabs auch. Nämlich estmal die 2. Staffel GLOW. Ich schwöre, ich wollte sie mir einteilen und nicht so schnell gucken, aber meine Fresse, diese Serie saugt einen ja geradezu ein. Wir haben die 10 Folgen sehr schnell durchgesuchtet. Und hach, die Serie ist immer noch SO toll. Die Charaktere! Die Kostüme! Die Musik! Und diese ganzen unglaublich tollen und differenzierten zwischenmenschlichen Momente, die genauso viel Platz haben wie Komik und Wrestling-Moves. Ach, so schön. Guckt das, alle.

Und guckt auch alle Avatar – The Last Airbender! Da hab ich jetzt die zweite Staffel beendet und ich sitze eigentlich immer noch nach jeder Folge mit offenem Mund da und murmel „diese Serie ist SO GUT“ vor mich hin. Alles ist so gut! Die Charaktere, die Story, die Musik, selbst die Gags, die manchmal schon eher auf jüngeres Publikum ausgelegt sind, finde ich fast immer richtig lustig. Und gleichzeitig ist alles so tragisch und ich will doch nur, dass die alle glücklich sind, ey! Außerdem möchte ich Katara heiraten. Mehrfach pro Staffel. Ach was, pro Folge. Hach. Und jetzt nur noch eine Staffel – noooo! So ein Mist. Ich glaube, die Serie werd ich auf jeden Fall nicht nur einmal gucken.

Dann noch die zweite Staffel Brooklyn 99 gesehen, das ist weiterhin schräg und lustig und hat liebenswert-chaotische Charaktere. Auch eine schöne Serie. Macht mir aber weniger GEFÜHLE als die anderen. Aber das muss ja auch mal sein, dass man einfach mal was gucken kann, ohne danach irgendwo was in Capslock hinschreiben zu müssen.

Gespielt

Beim DSA jetzt endlich wieder bei der Fortsetzung der Lamea-Kampagne angekommen. Nachdem vom letzten zum aktuellen Abenteuer ein Zeitsprung von 4 Monaten stattfand, haben wir diesmal versucht, das Ganze etwas experimenteller anzugehen, indem wir in der Gruppe ca. 15 Sachen festgelegt haben, die sich auf dem Schiff geändert haben und dann in Flashbacks erzählt haben, wie es dazu kam. Das klingt jetzt cooler als es in der Umsetzung lief, irgendwie dauerte es dann doch 3 Abende statt einen und wurde zu klassisch ausgespielt, aber naja. War trotzdem ein guter Versuch, vielleicht klappt es das nächste Mal ja noch etwas flüssiger. Inzwischen sind wir nun auch schon mitten im nächsten Abenteuer und machen gerade irgendwie zum dritten Mal innerhalb gar nicht so langer  Zeit den „wir müssen in der Arena kämpfen, um unser Ziel zu erreichen!“-Plot. In inzwischen der dritten verschiedenen Gruppe. Lustig. Naja, das Trope kommt halt nicht von ungefähr.

Per Hangout gespielt: Den ersten von zwei Terminen Monster of the Week, einem weiteren PbtA-Systemen, das stark an Serien wie Buffy oder Supernatural angelehnt ist. Wir hatten uns eine lustige Kombination aus Mensch mit übernatürlichen Kräften, Dämon und Engel gebastelt und waren auch fast zu sehr mit uns selbst beschäftigt, um schon großartig in der Aufklärung eines mysteriösen Todesfalls bei einem Rockkonzert voranzukommen. Nächste Woche gibts das Finale, dann vielleicht nochmal mehr dazu.

Im Würfel und Zucker habe ich Anfang Juli eine Runde DREAD gespielt, bekannt vermutlich vor allem unter „Das Rollenspiel mit dem Jenga-Turm“. Die Runde hatte sich auf der NordCon sehr spontan ergeben, als wir bei der Abschlussveranstaltung im Publikum saßen. Es war dann eine sehr nette und coole Runde, wir haben das SciFi-Szenario aus dem Grundbuch gespielt und es war schon krass, wie sehr sich die Anspannung im Raum gehalten und gesteigert hat, wenn man wieder Steine aus dem wackelnden Turm prökeln musste. Tatsächlich haben wir da eher konserativ agiert und gar nicht so viel gezogen, sondern viele Sachen auch so hingenommen, weil sie auch cool und spannend waren, zumal unser SL auch noch so geheime Handouts zum Verteilen vorbereitet hatte. Und auch die Charaktererschaffung mit dem Fragebogen fand ich wirklich sehr cool. Würde ich gerne nochmal spielen.

Ebenso cool fand ich Society of Dreamers, davon hab ich aber ja schon im letzten Blogeintrag geschrieben. Ein weiteres tolles Erzählspiel, was komplett ohne Würfel oder sonstige  Zufallsmechanismen auskommt (das Oujia-Bord dient ja auch nur als Anregung). Das würde ich auch total gerne nochmal spielen um zu schauen, wie sehr sich die Runden so unterscheiden.

So. Alles etwas kurz gehalten heute, die Hitze, ihr versteht.

Im August gibt es übrigens wieder die Blogaktion RPGaDay mit 31 rollenspielbezogenen Fragen. Ich überlege, ob ich die wieder gesammelt einmal die Woche beantworte oder ob ich die Aktion zum Anlass nehme, mal zu versuchen, hier mal wieder sowas wie tagebuchbloggen zu etablieren und jeden Tag was zu schreiben. Ich bin da noch unentschlossen, es ist ja auch eigentlich zu heiß für jede Art von Entscheidungsfindung, außerdem hab ich eigentlich doch gar keine Zeit … aber vielleicht mach ich es trotzdem. Stay tuned.

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Mediengedöhns im Mai und Juni 2018

Tja. Wer das Bloggen lange vernachlässigt, hat einen riesigen Berg Mediendinge abzutragen. Aber ich möchte ja dann doch wieder aufs Laufende kommen, also denn.

Bücher

Nachdem ich Claudia Grays Star Wars- Roman alle drei so wunderbar fand, wollte ich dann auch mal was anderes von ihr lesen und habe mir A Thousand Pieces of You gekauft. Das ist der erste Band einer Young-Adult-Trilogie (Firebird-Trilogie, auf Deutsch scheint es die noch nicht zu geben). Die Hauptfigur ist sehr YA-typisch eine junge Frau namens Marguerite Caine, deren Eltern eine Möglichkeit gefunden haben, mittels eines Artefakts zwischen verschiedenen Paralleldimensionen hin- und herzureisen. Kurz nach der bahnbrechenden Entdeckung stirbt aber ihr Vater bei einem verdächtig wirkenden Autounfall und sie bricht auf, um seinen Tod zu rächen. Blöderweise hat sich der Assistent ihres Vaters, den sie hinter dem Mord vermutet, schon in die nächste Parallelwelt verzogen und sie muss also hinterher. Daraus entspinnt sich dann eine Geschichte mit etlichen Verwicklungen und Wendungen, die mehrere Parallelwelten vorstellt. Ich habe irgendwie ein bisschen meine Probleme mit dem Buch gehabt, denn einerseits las es sich wirklich gut weg und war spannend und die Protagonistin war auch durchaus recht sympathisch. Andererseits gab es auch so mehrere Punkte, die mich genervt haben. Erstmal ist Marguerite natürlich die einzige in der Familie, die keine brillante Wissenschaftlerin ist, sondern eine ebenso brillante Künstlerin. Okay, ich geb zu, müsste ich ein Buch schreiben, das sich mit Dimensionsreisen beschäftigt, würde ich auch zusehen, dass mein POV-Charakter nicht zu viel von Physik versteht. Aber so ein bisschen blöd wars halt schon, Mädchen können kein Physik und so. Wobei das auch wieder relativiert wird, denn es gibt noch eine ältere Schwester, die immerhin Meeresbiologin ist. Und die Wissenschaftlereltern sind auch trotzdem eher so hippieske Spinner (ich hab sie mir immer so vorgestellt wie die Hippie-Eltern von Gertrude aus Marvels Runaways) und sehr herzlich und nicht unnahbar abgehoben oder so. Also gemischte Gefühle bei diesem Teil des Buches. Und dann kam sehr schnell und sehr unerwartet ein wildes Love Triangle angesprungen, das mich fürchterlich irritiert hat. Vielleicht, weil ich dachte „ächt jetzt, 10 Jahre nach Twilight ist das immer noch ein Ding??“ und vielleicht auch, weil Claudia Gray solche lovetriangelesken Dinge in ihren SW-Romanen einfach komplett unterlassen hat. Ist jetzt auch nicht so, dass ich für diese Art von romantisch-dramatischen Verwicklungen total unempfänglich wäre, wenns denn gut gemacht ist, aber irgendwie hat es mich hier genervt. Weil die Protagonistin einfach SEHR viel drüber nachdenkt, welchem der beiden Männers sie denn jetzt vertrauen kann und welchem nicht und wen sie lieber mag und bei welcher Gelegenheit sich wessen Hände berührt haben, statt über den sehr viel spannenderen Kram mit Dimensionsreisen und bösen Wissenschaftlern und so. Also das war so ein bisschen nervig, dafür waren dann die Romance-Szenen schon wirklich sehr schön geschrieben und generell, wie auch schon bei Lost Stars oder dem Leia YA-Roman: Claudia Gray schafft es total gut, einen mitfühlen und mitleiden zu lassen. Und Marguerite ist halt schon auch kein Mäuschen, das so durch die Story stolpert, sondern schon cool und clever und mitfühlend und selbstbewusst. Das hat mir dann doch wieder gefallen und am Ende gibt es in der Story auch noch zwei schöne und gut vorbereitete Twists. Tatsächlich hab ich mir Band 2 noch nicht bestellt, also so ganz dringend will ich es nicht weiterlesen (Band 1 ist aber auch zum Glück einigermaßen abgeschlossen), aber irgendwann bestimmt. Also wer eine nette und mitreißende YA-Geschichte haben will und ein Love Triangle nicht ganz furchtbar findet, kann da gut zugreifen. Wer Hard SciFi über Dimensionsreisen will …. eher nicht.

Im Urlaub am Pool und am Strand verschlungen: Die letzten Wächter, den sechsten und nun wohl wirklich letzten Teil der Wächter-Reihe von Sergej Lukianenko. Irgendwie kam da ja immer noch ein Teil und noch einer und noch wieder einer, nachdem ich dachte, es sei eine Trilogie. Aber obwohl es mittlerweile wohl ein Spin-off mit neuen Charakteren gibt, ist Band 6 jetzt wirklich der letzte dieser Geschichte. Ich mag ja die Reihe wegen ihres coolen und ungewöhnlichen Magiesystems, der ganzen Magierbürokratie und ihrem unverkennbaren russischen Einschlag. Ob das Bild, das Lukianenko von Moskau zeichnet, jetzt realistisch ist, weiß ich nicht, aber es wird einfach immer wieder sehr deutlich, dass die Story nicht in einer austauschbaren amerikanischen Metropole spielt, sondern in Russland. Anton Gorodezki ist als Protagonist zwar manchmal etwas anstrengend, aber ich glaube, das soll so sein – und irgendwie macht es auch immer wieder Spaß, seinen manchmal etwas altmodischen und verqueren Gedankengängen zu folgen. Spannend ist das Buch auch allemal, denn es gibt eine wüste Prophezeiung, das drohende Ende der Welt, überraschende Enthüllungen und die Wiederkehr so manches alten Charakters aus Band 1-5. Und das Ende fand ich auch gelungen – eine schöne Kulmination aller Bücher, nicht zu happy, nicht zu tragisch. Jetzt, wo mal klar ist, dass es sich hier nicht um eine Reihe ohne Abschluss handelt, würde ich sie definitiv empfehlen, wenn man Urban Fantasy mag und mal was anderes an kulturellem Hintergrund haben will.

Sehr viel weniger leichte Urlaubslektüre: Human Acts von Han Kang. Ein unglaubliches Buch über ein finsteres Kapitel in der Geschichte Südkoreas, über das ich noch rein gar nichts wusste. Es lohnt sich, das Vorwort der Übersetzerin ins Englische zu lesen, das nochmal sehr viel zu den Hintergründen der Geschichte erklärt. Es geht jedenfalls um die Studenten- und Arbeiterdemonstrationen in der Provinz Gwangju im Jahr 1980, die vom damals herrschenden Militärregime auf grausamste Weise niedergeschlagen wurden. Ausgangspunkt ist eine Gruppe Studenten und Schüler, die in diesem Chaos versuchen Gutes zu tun und die Leichen der Getöteten aufbahren, damit ihre Familien sie identifzieren können. Damit geht die Geschichte los, und dann zieht sie sich durch die Jahre und Jahrzehnte und folgt immer wieder dieser Handvoll Menschen, bis in die Gegenwart des Buches und bis hin zur Autorin selbst, die als Ausklang erzählt, wie sie auf die Geschichte des Schülers Dong Ho aufmerksam wird und anfängt Spuren zu suchen. Wie schon The Vegetarian ist das Buch teilweise poetisch, teilweise unfassbar brutal, allerdings Human Acts noch wesentlich politischer. Der Roman hat nicht ganz 250 Seiten, und es lohnt sich, sie zu lesen, wenn man nicht allzu zart besaitet ist, denn Schilderungen von Folter und Gefängnissen kommen durchaus vor. Aber es lohnt sich sehr. Nicht nur, weil man als Mitteleuropäer jetzt eher wenig über Südkorea und seine Geschichte weiß, sondern auch, weil der Schreibstil wirklich wunderschön und poetisch und gelungen ist. Allein die Erzählperspektiven sind absolut faszinierend. Große Empfehlung. Auf Deutsch heißt das Buch übrigens Menschenwerk.

Hinterher dann noch was Leichtes: Besieged von Kevin Hearne, eine Sammlung von Kurzgeschichten im Iron Druid-Universum. Der Band ist teilweise so ein bisschen Buch 8.5 der neunteiligen Reihe und enthält sowohl Verbindungselemente zum letzten Band (den ich noch lesen muss) als auch ein paar Geschichten aus der Vergangenheit der etwas langlebigeren Protagonisten. Die Geschichten haben mir alle gut gefallen, sehr süß ist zum Beispiel die um eine Unterrichtseinheit für Druidenschüler. Es war schön, mal wieder in die Welt einzutauchen und ich bin mal sehr gespannt auf den letzten Band. Reichlich lustige Momente hatte das Buch natürlich auch. Achja, und so auf Meta-Ebene ist meine persönliche Lieblingsgeschichte glaub ich schon die, in der ein Charakter durch den Besuch eines BDSM-Clubs lernt, was Konsens in Beziehungen eigentlich ist und erkennt, dass es in seiner nicht wirklich welchen gibt und Konsequenzen zieht. Das war großartig.

Filme und Serien

Dreimal im Kino gewesen, davon zweimal zu Solo – A Star Wars Story. Man sieht also, ich fand ihn nicht völlig schlecht. Allerdings auch nicht so richtig toll. Wie Kat Kuhl in meinem Lieblings-StarWars-Podcast so schön sagt: „The parts that didn’t suck were really fun.“ Sprich, ich habe einige Sachen sehr abgefeiert und mich über andere sehr geärgert. Geärgert halt über die Tatsache, dass vorher ganz groß angekündigt wurde, dass es endlich mal eine schwarze Frau in einer Hauptrolle UND eine weibliche Droidin mit Freiheitsbestreben geben wird – und dann wurden beide Charaktere so blöd und lieblos behandelt, damit es mehr Screentime für Woody Harelson und Paul Bettany geben konnte. Wo-hoo. Bevor ich da jetzt weiter aushole – lest einfach Judiths Artikel dazu auf Tor-Online, da steht quasi alles drin, was ich auch sagen würde. Allerdings hatte der Film schon auch positive Seiten, ich mochte Qi’ra als Femme Fatale, die auch eher zwielichtig und moralisch flexibel sein darf, ohne dafür abgestraft zu werden. Ich mochte auch vor allem, wie sehr sie alle möglichen Dinge aus dem Kanon eingebunden haben, vor allem natürlich, ich wills immer noch nicht spoilern, DIE Szene am Ende. Da bin ich im Kino schon so ein bisschen ausgeflippt. Aber auch die Erwähnung von Bossk und Aurra Sing und der Ghost-Schiffklasse … das war schon sehr schön. Tatsächlich hatte ich von Solo sogar noch weniger erwartet, weil die Produktionsgeschichte ja nun schon sehr …. bewegt war. Ich war dann positiv überrascht, dass trotz allem ein kohärent erzählter Film dabei rausgekommen ist. Alden Ehrenreich fand ich im Trailer ja furchtbar, im Film selber dann aber durchaus in Ordnung. Und Donald Glover als Lando war SO gut. Der hätte noch viel mehr Screentime haben dürfen. Insgesamt schon ein okayer Star War, auf meiner persönlichen Skala irgendwo oberhalb der Prequels und unterhalb vom Rest. Und wann kommt jetzt eigentlich Enfys Nest: A Star Wars Story?

Dann war ich noch in Oceans 8, da haben wir ja übrigens auch im Podcast drüber geredet, falls euch Rollenspiel nicht so interessiert, Filmgelaber aber schon. 😉 Ab Minute 24 ungefähr. Aber hier auch nochmal: Nettes Popcornkino, wunderschönste Cate Blanchett, viele coole Frauen, die sehr professionell und kameradschaftlich zusammenarbeiten, nette Musik, schöne Kostüme. Konnte man gut gucken, aber letztendlich kein Film, den ich jetzt 5 x anschauen würde. (Längere Ausführungen zum Thema Genderswapped Remakes und so spare ich mir jetzt mal, ich hab da neulich nämlich was Längeres zu verfasst und das erscheint die Tage auch, und dann kann ich das einfach verlinken. So.)

Kommen wir zu den Serien:

Die 5. Staffel Agents of Shield ist inzwischen ja auch schon länger durch. Puh, und zum ersten Mal dachte ich beim Staffelfinale mehr so „hmja“ als „OMG toll“, was aber vor allem daran liegt, dass a) den Serienmachern keine Info zum Ausgang von Infinity War gegeben wurde und sie so auch nichts entsprechendes einbauen konnten und b) den Serienmachern auch nicht gesagt wurde, ob sie noch ne Staffel kriegen, so dass das Finale so konzipiert wurde, dass es als Serienende funktionieren würde, aber nicht zwangsläufig muss und das war dann irgendwie so ein Mittelding und für keine von beiden Optionen so riiiichtig gut. Aber das betrifft eigentlich nur die letzten 1-2 Folgen, den Rest der Staffel fand ich wieder sehr gut! Vor allem die erste Hälfte, die war fantastisch. Lucasfilm hat ja eine live action Star Wars-Serie angekündigt und in der ersten Hälfte dieser AoS-Staffel war ich gar nicht sicher, ob ich nicht vielleicht gerade diese Serie schon sehe. 😉 Wilde Dinge! In space! Und wieder so viele coole Charaktermomente und -entwicklung und alles. Und die zweite Hälfte dann, mit diesem Zeitreise-Prophezeiungs-Kram, die war schon auch toll, auch wenn ich die ganze Zeit gehofft hab, es kommt noch so ein „we have to go back“-Moment, wo sie merken, dass wieder alles auf die falsche Version der Zukunft hinausläuft und dann so eine coole Montagen-Folge mit ganz vielen Zeitschleifen-Durchläufen kommt. War leider nicht so, aber trotzdem wurde das Thema schon halbwegs gut und ohne allzu große Widersrprüche (die mir aufgefallen wären) behandelt. Insgesamt liebe ich die Serie einfach immer noch unglaublich sehr und ich freue mich, dass sie wenigstens noch 13 Folgen bekommen haben. Und da das dann schon nach „letzte Staffel“ klingt, machen sie hoffentlich noch was richtig cooles draus.

Mehr Marvel: Die zweite Staffel von Luke Cage ist ja auch draußen und ich hab sie ziemlich schnell durchgesuchtet. Und holy shit! Was für eine Staffel. Ich war wirklich total geflasht. Die erste Staffel fand ich ja schon nach einem mühsamen Anfang total gut, und die 2. Staffel baut total darauf auf und nutzt aus, dass schon so viele Figuren eingeführt und etabliert wurden. Man sollte übrigens Defenders schon vorher geschaut haben, glaube ich, denn auch darauf baut die Staffel doch sehr auf. Sehr cool fand ich die jamaikanisch-stämmigen Gang-Mitglieder als neue Gegenspieler, schon allein wegen ihres Dialekts. Aber auch darüber hinaus ist die Geschichte, die sich mit ihnen entwickelt, sehr gut. Tatsächlich dreht sich unglaublich viel in der Staffel gar nicht so sehr um Luke, sondern um Mariah Dillard, äh, Stokes, äh, Dillard und ihre Geschichte und Familie und die Geschichte des Clubs Harlem’s Paradise, der auch wieder DER zentrale Ort der Serie ist. Dort wird auch sehr viel Platz eingeräumt, um Musik von unterschiedlichsten Künstlern zu präsentieren, weit mehr als das in anderen Serien so üblich ist. Fand ich aber großartig, zumal viele der Songs auch richtig gut sind und ich sie sonst vermutlich nie gehört hätte. Die Schauspieler sind auch wieder durch die Bank richtig großartig, und auch Figuren, die in Staffle 1 etwas zu kurz kamen (Shades!) werden jetzt richtig interessant. Crossovers zu den anderen Serien gibt es reichlich, unter anderem eine ganze Folge mit Danny Rand, in der ich ihn erstmalig nicht nervig fand. Das macht vage Hoffnung für die zweite Staffel Iron Fist … . Ja, und dann war da noch die letzte Folge, die mich echt ziemlich sprachlos zurückgelassen hat. 12 Folgen lang wird ein Konflikt aufgebaut und eskaliert und beendet und dann kommen die Folgen davon und DANN kommt ein doch sehr unerwarteter Twist, der mich extrem gespannt auf Staffel 3 macht. Insgesamt alle Daumen hoch – eine meiner liebsten MCU-Netflix-Staffeln bisher.

Dann, endlich auf Netflix und deshalb auch endlich mal angefangen, weil vorher gar nicht wirklich außer „die eine Animationsserie, an der Filoni vor Star Wars gearbeitet hat“ registriert: Avatar – The Last Airbender. Alter! Wo war diese Serie all mein Leben? Bzw. wo war ich all mein Leben, statt diese Serie zu gucken? Was für eine großartige Fantasy-Serie, was für tolle Charaktere, war für Worldbuilding und Storytelling und aaaaaah! Ich bin Star Wars Rebels und Clone Wars sehr dankbar dafür, dass ich nicht mehr automatisch „was für Kinder“ denke, wenn ich animierte Serien sehe, sonst wäre mir das entgangen. Ich könnte die ganze Serie auch schon locker durch haben, aber ich teile sie mir gerade ein bisschen ein, weil sie ist so gut und es gibt nur 3 Staffeln. Aber hach. Ich liebe sie alle so sehr. Und Katara ein bisschen mehr. *fangirlt hemmungslos herum* Die erste Staffel war jedenfalls verdammt großes Kino und das Finale unglaublich gut. Und die ganzen coolen Nebencharaktere und Schauplätze und überhaupt. Meine Fresse. (Und man kann irgendwie immer sehr gut sagen, welche Folge jetzt von Filoni ist. Das war schon lustig. „Guck mal, ein riesiger Wolf – I see what you did there, Dave!“) Äh, ja. Jedenfalls neue große Serienliebe, demnächst dann noch mehr dazu, wenn ich durch bin.

Vor langer Zeit mal angefangen, dann mehr so mittelgut gefunden und nun nach dem Schrei des Internets, die Serie dürfte nicht sterben, doch mal weitergeschaut: Brooklyn 99. Und ja, ich muss sagen, inzwischen ist die mir schon ans Herz gewachsen. Skurrile und doch liebenswerte Charaktere, viele wirklich sehr lustige Momente, aber zwischendurch auch immer wieder schöne zwischenmenschliche Dinge. Und Captain Holt ist ja wohl eine absolute Ikone. Guck ich auch weiter, bin schon in Staffel 2 angekommen.

Und zum Schluss war da noch die zweite Staffel von Westworld. Da könnte man jetzt sehr viel drüber schreiben, aber das hier wird auch so schon wieder länger und länger. Tatsächlich fand ich die Staffel in den ersten Folgen nicht so gut wie die erste, einfach weil so ein bisschen diese Faszination fehlte, nachdem man jetzt ja schon mit dem Konzept Park-Westerndinge-Hosts und so vertraut war. Außerdem waren gerade in der Dolores-Plotline in der ersten Hälfte der Folge ein paar irgendwie doofe und mMn überflüssige Elemente drin. Aber während ich diesen Teil der Handlung mehr so naja fand, kamen dann vor allem in Maeves Geschichte so großartige Elemente und Ideen, dass die Serie sich auf jeden Fall auch weiterhin ihren Platz unter den hochqualitativen Fernsehserien sichern kann. Und dann kam Kiksuya, die achte Folge. WAS. FÜR. EIN. MEISTERWERK. Allein für diese Folge werde ich die Serie glaub ich für immer toll finden, egal wo sie noch hinläuft. Und danach kam ja noch das Finale, was durchaus wieder ein paar Überraschungen bereithielt. (Übrigens kann ich all die Leute nicht nachvollziehen, die sich in den sozialen Medien gegenseitig versichern, dass sie alle die Serie seit 2 Staffeln gucken und nicht wissen, was eigentlich passiert. Ich meine, die Erzählstruktur ist nicht linear und ein paar Sachen sind etwas verwirrend am Anfang, aber am Ende von Staffel 2 war doch eigentlich alles aufgeklärt und nachvollziehbar – bis auf die Sachen, die für Staffel 3 bewusst offengelassen wurden. Nun ja.) Und generell natürlich wieder einfach toll anzusehendes Fernsehen – gute Darsteller, großartige Kulissen und Kostüme und die Musik von Ramin Djawadi ist weiterhin herausragend. Ich freu mich auf Staffel 3.

Gespielt

Gespielt wurde auch. So einiges. Ich sag ja, die letzten 2 Monate hatten es in sich.

Also, beim DSA haben wir Tag der Jagd gespielt, ein schon etwas älteres Abenteuer im Kosch, aus der Stromschnellen-Anthologie. Das einzige mir bekannte Abenteuer mit der eigenen Kategorie „Humor“. Und es war dann auch sehr ulkig, zumal wir es in einer eh schon recht comedy-lastigen SC-Konstellation gespielt haben. Gegen Ende hatte es ein paar komödiantische Schlenker zu viel, aber insgesamt ein großartiges Abenteuer. Das mir vermutlich immer als „Das Abenteuer, bei dem wir so viel Wurst aßen“ in Erinnerung bleiben wird, denn das Buch schlägt vor, man könne doch am Spieltisch passendes Essen verzehren, wie halt Wurst und Käse und Nüsse und so. Das gipfelte dann in zwei Abende mit SEHR überbordenden Wurstplatten und mir wird schon bei der Erinnerung daran ein bisschen schlecht. Das Abenteuer ist trotzdem empfehlenswert.

Auf der NordCon gespielt:

  • Malmsturm, aber irgendwie nicht so richtig, weil der SL das Setting beiseite ließ und mehr so ne Art daran angelehntes FATE-Setting aus Input der Spieler erschuf. War aber eine nette Runde und ich habe das Gefühl, FATE wieder etwas besser kapiert zu haben.
  • No Return, ein komplett im Eigenverlag erschienenes deutsches Endzeit-Postapokalypse-RPG. Das ist ja schonmal sehr cool. Das Setting klang auch ganz interessant, die Regeln waren auch okay, nur das Einsteiger-Con-Abenteuer war dann doch wieder ein ziemlich langweiliges „erforsche Gebäude X und treffe auf Zombies“-Ding. Was ja nun so gar nicht meins ist. Schade. Trotzdem ein cooles Projekt.
  • Splittermond, in einer extrem fluffigen regelarmen Runde, in der es hauptsächlich darum ging, ein Liebespaar aufzudecken und deren Liebe gegen die widrigen Umstände zu verteidigen. War zwar eigentlich ein bisschen unpassend zum Setting, weil in Lorakis nun eigentlich Homosexualität kein Problem ist, aber irgendwie war die Geschichte so nett und die Gruppe so gut drauf, dass es mir dann auch egal war.
  • Ein ruhiges Jahr: Auf der Con gekauft, am selben Abend noch gespielt. Ein ruhiges Jahr ist ein spielleiterloses Landkarten-Siedlungsaufbau-Spiel, das etwas darunter litt, dass es spät war und wir albern waren. Eigentlich ist es nämlich schon höchst interessant, dass man auch die Kommunikationsprobleme in einer Gemeinschaft mit ausspielt. Muss ich dringend noch ein weiteres Mal spielen.

Kurz nach der Con dann im Würfel und Zucker gespielt: Winterhorn. Ein ebenfalls spielleiterloses Spiel, in dem man Regierungsbeamte und Polizisten spielt, die gegen eine politische Aktivistengruppe ermitteln. Dabei werden auch viele tatsächlich genutzte Vorgehensweisen vorgestellt, die Mechaniken greifen tatsächlich sehr gut ineinander und am Ende bekommt man dann durch die Codes auf den benutzten Aktionskarten eine Art Endbericht heraus. Tatsächlich haben wir nach dem Spiel noch lange diskutiert. Also darüber, ob das Spiel jetzt quasi  bei uns einen Aha-Effekt über das Vorgehen von Regierungen ausgelöst hat (nö), ob wir schockiert waren über die Skrupellosigkeit der Methoden (nö) und ob es nicht seltsam ist, die Aufgabe des Spiels moralisch gar nicht zu hinterfragen (vielleicht, aber wenn ich mich treffe, um ein Spiel zu spielen, sage ich gewöhnlich nicht nach 10 Minuten „lass mal gut sein“, wenn mich nicht irgendwas stört, und dafür war das Spiel dann einfach zu „theoretisch“ und zu weit weg von den betroffenen Aktivisten). Ja, hm. Ich glaube, die Runde litt daran, dass wir nur drei Leute waren, denn wir waren auch ständig viel zu früh fertig mit der Besprechung unserer Spielzüge. Und irgendwie waren wir alle einfach nicht die Zielgruppe, glaub ich. Also was das „aha, sowas machen Regierungen also“ angeht. Wussten wir nämlich alle schon. Insgesamt trotzdem ein gutes und sicherlich wertvolles Spiel, aber vielleicht halt eher für andere Spieler geeignet, was den Lern-und Moraleffekt angeht.

Und dann noch, in 2 Online-Terminen über Google Hangout: Worlds in Peril, ein weiteres Superhelden-PbtA-System. Der Two-Shot mit fertigen SC hat sehr viel Spaß gemacht, der Schurke, den wir gejagt haben, war sehr cool, das Zusammenspiel hat gut funktioniert und am Ende haben alle Spieler gemeinsam entschieden, dass wir jetzt nicht den Schurken davon abhalten, in die ägyptische Unterwelt zu gehen, sondern einfach mitkommen. sehr schön fand ich auch, wie unser SL immer wieder erzählt hat, wie jetzt das Comic-Panel zur aktuellen Szene aussehen würde, das war sehr stimmungsvoll.

Ansonsten hat sich meine City of Mist-Runde jetzt endlich hinreichend oft getroffen, um mit Charaktererschaffung, Verknüpfung und dem einführenden A day in the life durchzusein – Dienstag gehts dann richtig los. Hurra! Meinen SC hab ich ja im vorletzten Beitrag schon gezeigt. Ich mag aber die ganze Runde sehr und finde die SC alle sehr cool und spannend. Werde berichten, wie es läuft.

Und ein bisschen Secret of Mana haben wir auch noch weitergespielt, nach wie vor ist das cool und macht Spaß und muss dringend mal weitergespielt werden.

So. Uff. Das wars mal wieder. Bis zum nächsten Mal, diesmal hoffentlich Ende des Monats und mit weniger ausuferndem Inhalt. Jaja, das sage ich immer…

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Mediengedöhns im März und April 2018

Ja, seufz, schon wieder ewig nicht gebloggt. Nerv, nerv. Ich war mal wieder krank. Und im Stress. Und überhaupt. Deswegen gibt es jetzt schon wieder einen riesigen Berg an konsumierten Medien, der sich da so auftürmt … also will ich mal versuchen ihn abzutragen.

Bücher

Judith-Vogt-Wochen auf dem Lesestapel! Ich habe nämlich nicht nur die schon ausführlich rezensierten befangirlten Die 13 Gezeichneten gelesen, sondern auch noch den ebenfalls kürzlich erschienenen Splittermond-Roman Phönix und Affe. Eine sehr, sehr spaßige Angelegenheit mit ganz viel Kung-Fu (das auf Lorakis irgendwie anders heißt), einem stummen Helden mit tragischer Vorgeschichte, der über Tattoos kommunziert, viel Einblick in die Provin Zhoujiang, viele schöne mystische Sachen. Ich finde ja Splittermond vom Regelsystem her schön, hatte aber noch nicht so viel Gelegenheit, mir auch die Welt mal genauer anzusehen. Da war der Roman ein sehr schöner Einstieg, zumal Zhoujian als asiatisch angehauchtes Setting auch sehr gut rüberkam. Wer also mal in das Splittermond-Setting reinlesen will, ohne einen eigentlichen Hintergrundband zu lesen, oder wer einfach farbenfrohe und gut geschriebene Wuxia-Fantasy mag, kann hier unbesorgt zugreifen.

Filme und Serien

Nach über 10 Jahren und 17 Filmen kulminierte das Marvel Cinematic Universe nun jüngst in Avengers: Infinity War. Ich bin zum Glück unverspoilert ins Kino gekommen und bin sehr glücklich darüber, denn der Film hält doch so einige Überraschungen bereit. (Ich bemühe mich auch, hier nicht zu spoilern.) Überhaupt bin ich sehr, sehr glücklich mit dem Film, auch wenn ich am Ende doch ziemlich verheult im Kinosessel saß. Infinity War ist einfach ein gigantischer Pay-Off der sorgfältigen Vorbereitung und der über Jahre hinweg angelegten Erzählung. Ich finde es immer noch faszinierend, wie toll und verflochten und verbunden das Kino-MCU ist (die Einbindung der Serien hat ja leider mehr und mehr nachgelassen, was ich immer noch sehr schade finde), während die Filme trotzdem jeder auch für sich alleine ganz gut funktionieren. Zumindest bisher, ich habe mich schon kurz gefragt, ob man Infinity War verstehen würde, wenn man die anderen Filme jetzt gar nicht oder nur zum Teil kennt. Die grundlegende „wer ist Thanos, was sind Infinity-Steine, welche gibt es und wieso will er sie haben“ wird auf jeden Fall im Film selber erklärt, es wird aber jetzt nicht jeder Charakter nochmal eingeführt – was auch einfach nur lächerlich gewesen wäre bei dem riesigen Cast. Von daher kann man sich vielleicht schon fragen „warum hat Thor jetzt kurze Haare und was machen er und Hulk in einem Raumschiff“, aber tatsächlich glaube ich auch nicht, dass allzuviele Leute einfach mal so auf Verdacht ins Kino gehen und sich den Film anschauen, ohne überhaupt irgendwas vom MCU gesehen zu haben.

Hah, zufällig finde ich jetzt gerade auf Twitter ein wunderbares Chart zu den Filmen. Unter einer strunzdummen Kritik, dass der Film ja die Charaktere nicht einführt. (Zefuq.) Bitteschön:

Jedenfalls. Ich dachte im Vorfeld ja, dass es vermutlich schon krass schwierig werden wird, all die verschiedenen Charaktere so im Film unterzubringen, dass sie einigermaßen Screentime haben und das trotzdem nicht bemüht wirkt. Tatsächlich macht der Film das sehr gut und zwar einfach auf die Art und Weise, dass er vor allem Thanos als zentralem Charakter folgt und ihn immer auf die Charaktere treffen lässt, die ihm dabei nunmal im Weg stehen. Außerdem haben vor allem die Figuren etwas mehr Screentime, die für das Thema Thanos und Infinity Stones auch relevant sind – also Vision, Gamora, Dr. Strange, Loki/Thor. Dabei haben mich die Team-Ups, die der Film vornimmt, öfter man überrascht, sie funktionieren aber meiner Meinung nach ziemlich gut. Auch warum jetzt wer wann wohin reist, macht durchgehend Sinn. Klar, einige Charaktere haben schon weniger zu tun und weniger Screentime als andere und ich hätte gerne von allen noch mehr gesehen, aber insgesamt ist das für so einen Haufen an Figuren schon wirklich gut gelöst. Zumal all die Screentime für Thanos diesem wirklich zugute kommt und ihn zu einem interessanten, durchdachten Gegenspieler macht, dessen Handeln man irgendwo sogar nachvollziehen kann, auch wenn ich ihn trotzdem ziemlich gehasst habe.

Spannend fand ich auch, dass der Film zu einem großen Teil gar nicht auf der Erde spielt, sondern verschiedensten Locations auf anderen Planeten etc. Optisch sind diese auch ein ziemlicher Hingucker – vermutlich noch mehr, wenn man nicht mit dieser beschissenen dunklen 3D- (in meinem Fall 2D)-Brille gucken muss. Musikalisch, nun ja. Das Avengers-Thema wird mehrfach verschieden und auch mMn sehr gelungen eingesetzt, ansonsten war der Soundtrack wieder mal eher nicht so einprägsam, was ich nach den coolen Soundtracks zu Thor 3 und Black Panther etwas schade fand.

Tja, viel mehr kann ich glaub ich gar nicht sagen zum Film, ohne zu spoilern. Er hatte wie immer den typischen Marvel-Humor, aber gleichzeitig auch viele epische und traurige und berührende Momente. Viele davon funktionieren vor allem deshalb, weil das MCU halt so aufgebaut wurde und man an all den Charakteren hängt. Nach dem Ende saß ich jedenfalls erstmal reichlich erschlagen da und jetzt erscheint mir die Wartezeit bis zu Teil 2 seeeehr lang. Gut gemacht, MCU!

Bleiben wir bei selbigem: Die 2. Staffel Jessica Jones wurde von mir natürlich auch verschlungen, sobald sie erschien. Diesmal wurde ja erfreulicherweise in allen 13 Folgen von Frauen Regie geführt, was man auch durchaus merkt, vor allem daran, dass irgendwelche nervigen Male Gaze-Tropes einfach mal komplett vermieden werden. Aber auch sonst hat die Staffel mir wieder sehr gut gefallen. Jessica macht eine ziemliche Entwicklung durch, wird schon wieder mit sehr viel Scheiße konfrontiert und lernt, dass es auf Dauer nicht geht, alle Leute immer nur wegzustoßen. Trish dreht ein bisschen total frei, was ich sehr spannend und auch toll gespielt fand. Und oh Gott, der Nebenplot von Hogarth. Ich liebe Hogarth so sehr! Und überhaupt, so viele weibliche Charaktere in jeglichen Schattierungen – mutig, traurig, verzweifelt, durchtrieben, bösartig, liebenswert, oberflächlich … es war wirklich schön zu sehen, dass in einer Serie mal nicht nur der männliche Hauptcharakter Abgründe haben darf, während die Frau neben ihm verständnisvoll die Hand auf die Schulter legt. Und dass weibliche Figuren nicht automatisch die besseren Menschen sind. Und überhaupt. Jessica Jones ist einfach großartig. Ich möchte Staffel 3. Und ein Hogarth-Spinoff.

Was mich zur Überleitung in das andere Comic-Universum bringt. Hogarth ist ja in der Serienversion eine lesbische Frau und damit kommt das MCU dann nach 18 Filmen und 9 Serien auf vier, in Zahlen 4, in Worten VIER Charaktere, die LGBTA+ sind. Vier. Und das auch nur, wenn man das jetzt nicht übermäßig kanonisch-vernetzte Runaways mitzählt, sonst wären es nur 2. Das nervt mich so derartig kolossal an. Und auch wenn ich das MCU wirklich viel viel cooler finde als den DC-Kram: DC macht das besser. Also in den seltsamen Filmen, die ich bis auf Wonder Woman ignoriere, jetzt nicht, aber bei den Serien auf jeden Fall. Und damit kommen wir zur nächsten Serie, nämlich Black Lightning, zu der ich genau so kam:

(Manchmal frage ich mich, ob Serien- und Filmemachern bewusst ist, dass es tatächlich SO leicht ist, Leute wie mich dazu zu bewegen, in eine neue Sache reinzuschauen.)

Anyhoo. Black Lightning ist jedenfalls auch sonst ziemlich cool. Die Optik ist DC-typisch wieder eher sehr bunt, aber das macht ja nix. Jedenfalls macht die Serie etwas, was andere Comic-Serien eher nicht machen, und stellt einen Superhelden hin, der einfach mal eine halbwegs intakte und funktionierende Familie hat. So mit Eltern, die sich auch nach der Trennung seit Jahren um ihre gemeinsamen Kinder kümmern, auch mal sehr erfrischend. Und überhaupt ist die Black-Lightning-Familie durchgehend sehr sympathisch und cool und ihnen liegt offenbar sehr viel aneinander. Aber auch die ganze Community, um die sich Black Lightning in seinem eigentlichen Job als Schulleiter kümmert, ist wichtig für die Serie. Auf der Gegenseite gibt es natürlich mal wieder fiese Gangster und noch fiesere Regierungstypen, die teilweise recht übertrieben sind, aber nun ja, es ist eine Comic-Serie, das muss wohl so. Tatsächlich gibt es schon so einige Parallelen zwischen Black Lightning und Luke Cage. Auch musikalisch ist die Serie sehr viel mit Hip-Hop untermalt, wobei ein Teil der Songs auch extra für die Serie geschrieben wurde. Also insgesamt ist Black Lightning jetzt halt keine total High Quality-Serie, aber sie ist unterhaltsam zu gucken, hat sympathische Charaktere und coole Musik. Und das reicht ja manchmal auch schon.

Dann war da noch die andere DC-Serie, die ich verfolge, nämlich Legends of Tomorrow. Alter, diese Serie. Ich bin echt froh, dass ich drangeblieben bin, obwohl ich die erste Staffel mehr so mittelprächtig fand. Seit der 2. Staffel hat sich die Serie einfach irgendwie gefunden und zieht seitdem ihr Konzept durch, das sich irgendwie mit „sympathisch-irre Crew tut aberwitzige Dinge und fällt von einer Popkultur-Anspielung in die nächste“ zusammenfassen lässt. Legends of Tomorrow macht einfach Spaß. Die Charaktere liegen mir alle am Herzen, der übergreifende Plot ist seit Staffel 2 auch ganz okay, ich muss mehrfach pro Folge laut lachen und bin einfach ein großer Fan dieser bunten und völlig durchgeknallten Geschichte. Zumal nun auch nicht alles Klamauk ist und gerade die zwischenmenschlichen Momente schon echt gut funktionieren. Dass Staffel 3 nun auch noch eine Liebesgeschichte eingebaut hat, die ich einfach nur unglaublich großartig finde, hat auch nicht gerade geschadet. Hachja. Ich freu mich schon auf Staffel 4.

Weiter gehts: GLOW (steht für Gorgeous Ladies Of Wrestling) ist eine Netflix-Serie über Frauenwrestling in den Achtzigern und ja, genauso hab ich auch geschaut, als ich zum ersten Mal davon hörte. Aber wie schlecht kann eine Serie schon sein, die Alison Brie als Hauptdarstellerin hat und vom selben Team wie Orange is the New Black stammt? Ich hab dann also im März endlich Zeit gehabt, die erste Staffel zu gucken und OMG ist diese Serie super. Es geht halt um einen Regisseur, der eine Fernsehshow über und mit Frauenwrestling drehen soll und vor allem um die Darstellerinnen, die bei der Sache aus verschiedensten Gründen mitmachen. Die Serie ist voll von unterschiedlichsten Frauencharakteren, wobei vor allem Alison Bries Ruth einfach so unglaublich gut gespielt ist, dass es eine Freude ist, dabei zuzusehen. Und Wrestling – vorher nie groß damit befasst – ist ja auch schon ein skurriler und irgendwie sehr cooler Sport.  Und das Ganze dann noch in den Achtzigern mit dem entsprechenden Look und der passenden Musik. Großartig. Zum Glück kommt im Juni schon die zweite Staffel.

Wieder Netflix-Eigenproduktion: Die dritte und letzte Staffel von Love. Auch so eine Serie, die man total schlecht erklären kann, die ich aber auch komplett am Stück hätte durchschauen können. In Love geht es also immer noch um Gus und Mickey, die sich in Los Angeles in einander verlieben, inzwischen irgendwie so halb zusammen wohnen, sich durch ihr Berufsleben kämpfen und so weiter.  Und natürlich ihre ziemlich durchgeknallte Freunde. Und den Dreh einer Mystery-Serie. Und einen völlig kaputten Radioshow-Typen. Und Familie. Und überhaupt. Auch die dritte Staffel war großartig, das Ende würde ich sogar als ziemlich großes Happy End bezeichnen und insgesamt lohnt sich die Serie auf jeden Fall, wenn man gerne einfach mal ein bisschen dem Leben anderer Leute zuschauen möchte.

Auch noch geschaut: Die dritte Staffel von Jane the Virgin. Die gemeinerweise nur 20 Folgen statt 22 hat und mich deshalb schockiert von „ich hab ja noch 2 Folgen“ in „OMG und mit DIESEM Cliffhanger hört das jetzt auf??“ stürzte. Argh! Nach wie vor ist Jane the Virgin so eine Serie, die ich schaue, wenn ich krank oder müde oder schlecht gelaunt bin und irgendwas nettes und leichtes gucken will, gleichzeitig bin ich aber immer wieder beeindruckt von den durchaus diversen ernsten Themen, die angesprochen werden. Außerdem versteht die Serie sich ja selbst als Telenovela, superschöne Darsteller, Cliffhanger und dramatische Wendungen inklusive, macht sich aber die ganze Zeit darüber lustig und baut auch immer wieder noch weitere abgefahrene Kunstgriffe ein, seien es jetzt Schwarzweiß-Stummfilm-Sequenzen, Gesangsnummern oder kleine Comicanimationen. Wundervolle Serie, ich hoffe, Netflix hat bald Staffel 4.

Huuuuh und als letztes muss ich jetzt wohl leider noch was zu Star Wars Rebels schreiben. Was jetzt ja … vorbei ist. Oh Gott. Es betrübt mich immer noch so sehr, dass es wirklich wirklich keine weitere Folge mehr gibt. (Auch wenn ich seit Donnerstag nicht mehr ganz so traurig bin, denn die neue animierte Star Wars-Serie klingt nicht nur nach dem, was ich sehr gerne wollte, sondern kommt zudem schon DIESEN HERBST!!!11elf.) Puh. Also. Staffel 4 war ja geteilt und die Hälfte lief schon letzten Herbst, während die letzten Folgen dann im März ausgestrahlt wurden. Wer hier schon länger mitliest, weiß ja, dass ich die Serie unglaublich liebe und die letzte Staffel hat auf alles nochmal eine Schippe draufgelegt. Die ersten Folgen schlossen noch ein paar Handlungsbögen ab, die offen waren: Mandalore und den Konflikt zwischen Mon Mothma und Saw Gerrera (der ja dann in Rogue One weitergeführt wird). Danach geht es für den Rest der Staffel zurück nach Lothal. Das sah ich am Anfang erstmal ein wenig skeptisch, es hätte ja schon noch andere Sachen gegeben, die ich gerne gesehen hätte. Aber letztendlich hat es sich ausgezahlt, dass vor allem Lothal und die Ghost Crew im Mittelpunkt standen, zumal auch andere bekannte Gesichter wieder auf Lothal auftauchten. Die letzten Folgen, also die nach der Winterpause, waren dann durchgehend einfach unglaublich. Da haben alle nochmal eine Schippe draufgelegt auf alles – Voice Acting, Musik, Animation, Sounddesign, Dialoge. Und abgefahrenem Force-Kram. Also wer schon denkt, dass The Last Jedi wilde Dinge mit der Macht anstellt, hat noch nicht Rebels geschaut. Ich fand es total großartig. Und das Finale. Meine Fresse, hab ich geheult. Und geheult. Und ein bisschen hysterisch gelacht, weil ich tatächlich ZWEI große Plot Points des Finales vorhergesehen habe. Also, Star Wars Rebels. Für mich eine der schönsten und besten Dinge, die Star Wars hervorgebracht hat. Ich muss dringend mal einen Rewatch machen. Und bin super gespannt auf die neue Serie. In Filoni I trust. Oder so ;).

(Apropos rewatch: Ich habe, als ich krank war, nochmal diverse MCU-Filme geschaut. Die beiden ersten Captain America-Filme sind immer noch meine liebsten MCU-Filme, wobei ich mich ehrlich nicht entscheiden kann, welchen ich lieber mag. Und ich hab nochmal alle Folgen The Get Down geschaut. So viel Liebe.)

Und dann habe ich ja nun schon ausdauernd von dem Actual Play A Woman with Hollow Eyes geschwärmt, was ich jetzt nochmal mit dem Hinweis wiederhole: Die Staffel ist beendet, man kann sich jetzt alle Folgen auf YouTube anschauen. Tut es!

Gespielt

Auf der Playstation: Secret of Mana. Zusammen mit dem Mitbewohner. Der es als Kind gespielt hat, während ich es gar nicht kenne. Wir sind jedenfalls doch recht erfolgreich und bisher nur einmal komplett gestorben. Und das Spiel macht total Spaß. Ich schreib nochmal was dazu, wenn wir durch sind.

Außerdem ungefähr 40 Minuten lang Assassin’s Creed Origins angespielt, auch auf der Playstation. Ich bin irgendwie verwirrt von dem Spiel, da es ja wirklich gar nix zum Charakter und zur Geschichte erklärt und man irgendwie random in einer Pyramide anfängt. Die Sequenz davor hab ich nicht wirklich kapiert. Joah und es war so ganz nett, aber bisher hatte ich noch keine Lust zum weiterspielen, zumal das alles aussieht, als ob es ein ewig langes Spiel mit ganz viel Open World-Kram und Crafting-Mist werden könnte und ich habe da gerade keine Lust drauf.

Außerdem DSA gespielt, endlich fertig mit Mengbilla und dann totales Konstrastprogramm: Winterlicher Kosch, ein Abenteuer um einen Feiertag und die Ferdoker Lanzerinnen und Fabelwesen. Wobei es zwischendrin aussah, als müssten wir eigentlich doch total heldenhaft Nekromanten jagen, aber das hat sich schon wieder erledigt. Jedenfalls macht das Abenteuer total Spaß, die Gruppe ist wesentlich harmonischer als die an Mengbilla verzweifelnden Königsmacherhelden und joah. Läuft. Achja, wir hatten dann noch 2 Abende, an denen wir beschlossen hatten, wie im Abenteuer vorgeschlagen zur Region passende Snacks zu verzehren. Das gipfelte in einer schlimmen, schlimmen Wurst-und-Käse-Orgie und ich kann jetzt glaube ich noch weitere 3 Monate keine Wurstplatte sehen, ohne leise zu wimmern.

Auf der HeinzCon haben wir eine Runde Fiasko gespielt, und zwar mal wieder Dysfunctions and Dragons. Das war auch wieder ziemlich lustig. Und dann haben wir noch das letzten Herbst angefangene StarWars-FATE-Abenteuer beendet. Und sonst kam ich leider gar nicht zum Spielen, weil alle Runden sich mit irgendwas überschnitten. Schön wars trotzdem auf der Con.

Uuuuund dann haben wir ja noch mit einer potenziellen neuen Runde ein potenzielles neues System gespielt, und das lief dann tatsächlich so gut, dass ich wohl ab nächste Woche tatsächlich eine hoffentlich regelmäßig stattfindende City of Mist-Runde habe!  Hurra!  Die Testrunde mit vorgefertigten Charakteren lief jedenfalls schonmal gut. Über „welchen Mythos nehme ich für meinen Charakter?“ kann man übrigens lange nachdenken. Sehr lange. Seeeeehr lange. Inzwischen habe ich so 4 konkrete Ideen. Mal sehen, welche davon es letztendlich wird. Und irgendwie sollte ich bis nächste Woche wohl auch nochmal das SC-Erschaffungs-Kapitel lesen. Hust. Aber ich freue mich sehr, dass es so aussieht, als könnte ich endlich mal ein weiteres System außer DSA regelmäßig spielen. Ich bin schon sehr gespannt, wie es laufen wird.

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Mediengedöhns im Februar 2018

Streberhaft kommt hier jetzt einfach schon am 27.02. der mediale Rückblick des Februars. Bis morgen kommt da eh nix mehr dazu, was verbloggt werden müsste.

Bücher

Puh, gerade bin ich total wenig in Lesestimmung. Ich habe die Kurzgeschichtensammlung From A Certain Point Of  View angefangen, das ist die Jubiläums-Anthologie zu 40 Jahren Star Wars, dementsprechend enhält sie auch 40 Geschichten, die aus verschiedensten Perspektiven A New Hope erzählen. Bisher habe ich leider erst 3 davon gelesen, weil ich gerade irgendwie in der Bahn lieber Podcasts höre statt zu lesen. Irgendwann also mal mehr dazu, wenn ich das Buch durch habe.

Filme und Serien

Im Kino zu Black Panther gewesen – leider in 3 D, was wieder etwas blöde war, weil meine 2D-Brille gefühlt jedes Mal schlechter funktioniert. Ich hatte mehrfach Doppelbilder und gerade die eingeblendeten Untertitel waren immer verschwommen. Aber es gab leider keine normale Vorstellung zu einer guten Zeit. Anyhoo. Der Film selber war jedenfalls super! Ich fand T’Challa schon in Civil War sehr cool und sympathisch und hatte mich auf seinen eigenen Film sehr gefreut. Auch hier fand ich die Porträtierung eines eher ungewöhnlichen Superhelden, der nebenbei halt noch König ist, sehr gelungen und seinen inneren Zwiespalt zwischen „das ham wer hier schon immer so gemacht“ und „ich bin jetzt König, was mach ich jetzt anders als mein Vater?“ sehr gut dargestellt. Und dann die unglaublich coolen weiteren Charaktere! Von T’Challas Mutter über seine unglaublich coole nerdige technikaffine Schwester über seine Ex-Vielleicht-Freundin, die Spionin, und natürlich seine unglaublich großartige Generalin. Wie cool es überhaupt ist, dass er von so vielen tollen Frauen umgeben ist, ich hab das wirklich extrem abgefeiert. Auch der Antagonist des Films ist für eine Comicverfilmung ziemlich gelungen und was anderes als der übliche Evil Overlord.

Aber der eigentliche Star des Filmes ist ja irgendwie einfach mal Wakanda an sich. Ich mag es sehr, wie der Film mit der Idee „was wäre, wenn es eine hochtechnische und fortschrittliche Nation in Afrika gäbe“ umgeht und wie positiv Wakanda dargestellt wird. Optisch ist das alles natürlich sowieso ganz großes Kino, allein die verschiedenen Outfits der fünf Stämme, die Naturaufnahmen, der Wasserfall…! Man kann jetzt vielleicht drüber streiten, wie sinnvoll es ist, gleichzeitig unsichtbare Kampfjets und gepanzerte Kriegsnashörner zu haben, aber cool ist es allemal. Die Musik war auch sehr cool und unterstrich das afrikanische Setting, und überhaupt gab es tatsächlich auch mal davon abgesehen sowas wie ein wiederekennbares Leitmotiv. Das fällt positiv auf – viele MCU-Soundtracks sind ja einfach total langweilig und generisch, da scheint aber mit Black Panther, Thor 3 und Doctor Strange wirklich langsam Besserung einzusetzen. Schön.

Die Handlung ist natürlich jetzt nicht die Neuerfindung des Rades, klar. Aber trotzdem fand ichs gut, dass es einfach um T’Challas neue Herausforderung als König geht, um sein Hadern mit dem Erbe seines Vaters, den Taten seiner Vorfahren und mit der Frage, wie man denn jetzt damit umgeht, wenn man als Nation unglaublich reich und mächtig ist und einen der Rest der Welt nur deshalb in Ruhe lässt, weil er denkt, Wakanda sei ein Dritte-Welt-Land. Da war schon eine gute Portion Politik- und Gesellschaftskritik drin und es freut mich immer, wenn sowas auch mal in einem Superheldenfilm vorkommt. Bei Civil War hat man die Chance ja eher verpasst und die politische Auseinandersetzung sehr an den Rand gedrängt. So, und letztendlich war der Film halt vor allem ENDLICH der erste Blockbuster mit PoC-Superheld und ich bin richtig glücklich, dass er so viel einspielt und so gefeiert wird, es wurde ja höchste Zeit.

(Vor dem Kinobesuch nochmal geschaut: Civil War. Insgesamt immer noch nicht mein liebster MCU-Film, aber nach wie vor unterhaltsam.)

Serien hab ich natürich auch geschaut. Einmal ziemlich schnell die 10 Folgen Altered Carbon auf Netflix. Die Serie hatte ich einigermaßen gespannt erwartet, da ich vor Jahren das erste Buch der Trilogie von Richard Morgan gelesen und für ziemlich cool befunden hatte. (Tatsächlich habe ich erst durch das erneute Befassen damit im Zuge der Serie festgestellt, dass es noch 2 Folgebände gibt, die ich vielleicht gelegentlich noch mal lesen werde.) Altered Carbon (in der Übersetzung: Das Unsterblichkeitsprogramm) ist jedenfalls eine Adaption, die sich nicht allzu sklavisch an die Vorlage hält und auch schon Elemente aus den beiden Fortsetzungen mit einbringt. Die gezeigte Cyberpunk-Welt ist jedenfalls auch in der Serie sehr faszinierend und optisch grandios umgesetzt. Die Grundidee, dass Menschen nicht mehr an ihren Körper gebunden sind, da ihre Erinnerungen in im Nacken implantierten Chips gespeichert werden, ist auch nach wie vor spannend und erfährt in der Serie auch einige nette Umsetzungen, wenn z. B. zwei Schaukämpfer sich bis zum Tod bekämpfen, um im Falle des Gewinns einen neuen, besser mit Implantaten und Cyberware ausgestatteten Körper zu erhalten oder gleich in der ersten Folge Leute in Körper „resleevet“ werden, die halt gerade noch so übrig sind, auch wenn dann ein Kind mal im Körper einer 40-jährigen Frau landet. Konsequenterweise wird jedenfalls auch der Hauptcharakter von zwei Schauspielern gleichzeitig verkörpert, da ein Teil der Geschichte als Rückblende erzählt wird. In der Promotion der Serie stand Hauptdarsteller 1, Joel Kinnaman, ziemlich im Fokus, allerdings finde ich Darsteller 2, Will Yun Lee, fast noch ein bisschen cooler. Allerdings machen meiner Meinung nach beide ihren Job gut, auch wenn Kinnamans Takeshi Kovac halt schon sehr der Archetyp des düsteren brütenden SciFi-Helden ist. Tatsächlich hätte ich es ziemlich toll gefunden, wenn man Takeshi auch in der Gegenwarts-Version vielleicht anders besetzt hätte (der Charakter entspricht zwar dem Buch, aber etwas mehr Diversität hätte halt nicht geschadet). Trotzdem finde ich die Besetzung der Serie ansonsten sehr erfreulich und vor allem die weiblichen Charaktere haben es mir sehr angetan. Tatsächlich war mein Lieblingsplot einer, der sofern ich mich erinnere nicht im Buch auftaucht, nämlich der um Lizzie und ihre Familie.

Huh, es ist ziemlich schwer, über die Serie zu schreiben, ohne groß zu spoilern. Sie ist optisch und musikalisch jedenfalls wirklich ein Hingucker, ich persönlich finde Joel Kinnaman auch ziemlich cool als Hauptdarsteller – und darüber, Dichen Lachman irgendwo zu sehen, freu ich mich eh immer. Die Geschichte hat mich, obwohl ich sie grob ja schon kannte, sehr in ihren Bann gezogen und die  Änderungen die gemacht wurden, um die Ereignisse noch etwas persönlicher werden zu lassen, fand ich sehr gelungen. Es gibt reichlich Actionszenen, die teilweise auch schon ziemlich brutal geraten sind, allerdings hat mich das nicht weiter gestört und ich fand es passend zum Setting. Leider ist glaube ich gar nicht so richtig klar, ob es noch eine zweite Staffel der Serie geben wird – sie funktioniert auch als abgeschlossene Erzählung, allerdings würde ich wirklich gerne noch mehr von der Welt sehen und hoffe ein bisschen auf eine Art Anthologieserie, da das Setting das geradezu nahelegt. Wer als Cyberpunk und abgefahrene Ideen mag, sollte hier ruhig mal reinschauen.

Dann ist ja auch die erste Staffel von Star Trek Discovery nun mal durch, also kann ich jetzt auch mal was dazu schreiben. Zunächst mal bin ich absolut kein Trekkie, ich habe die neuen Kinofilme, First Contact und mittlerweile 1,5 Staffeln Voyager gesehen, bin aber nicht so „drin“ in dem ganzen Franchise. Von daher sind mir sicherlich Änderungen gegenüber irgendwelchen alten Setzungen gar nicht erst aufgefallen und selbst wenn – ich finde das meistens gar nicht weiter schlimm und kann auch ehrlich nicht verstehen, wie man sich 30 Minuten drüber aufregen kann, dass es jetzt Kommunikation per Hologramm gibt. Also jo, mir ist klar, dass es die in den alten Serien, die zeitlich danach spielen, nicht gab, aber ehrlich gesagt bin ich froh, dass Discovery gar nicht versucht auszusehen wie die TNG-Ära, sondern sich optisch eher an den Filmen orientiert. Was ich von der in meiner Twitter-Timeline geäußerten Kritik eher verstehen kann, ist die Tatsache, dass sie Serie zwischendurch wirklich sehr grim&gritty-düster-fies rüberkommt, was ein ziemlich anderes Bild zeichnet als es in dem Star Trek, was ich sonst so kenne, der Fall ist. Wobei es für mich irgendwie funktioniert hat, denn am Ende der Staffel gibt es ein paar wirklich schöne Momente, in denen der Geist von Staarfleet und der Föderation eingefangen wird, und die hätten nicht so gut funktioniert, wenn man vorher nicht gesehen hätte, wie anders und schlimm es sonst so laufen könnte.

Gut fand ich, dass Discovery kein Procedural geworden ist und ein hohes Handlungstempo hat. Tatsächlich passiert ziemlich viel in den 15 Folgen und manchmal hätte man sicherlich auch noch etwas länger an einem Handlungsstrang verweilen können. Am uninteressantesten fand ich eigentlich tatsächlich diesen ganzen Klingonen-Kriegs-Plot, auch wenn er coole Auswirkungen auf die Crew und deren Verhalten hatte. Aber tatsächlich schien das Ganze eher Katalysator für die restliche Handlung als alles andere zu sein. Und die fand ich dann auch ziemlich cool, auch wenn sie hin und wieder doch recht vorhersehbar war. Tatsächlich konnte man, wenn man auch nur ganz am Rande die Fan-Spekulationen verfolgte, die meisten „überraschenden“ Entwicklungen kommen sehen, aber das ist ja immer so eine Sache – entweder man teasert sowas vorher an, dann kommen findige Menschen im Internet halt womöglich drauf, oder man bringt die Wendungen so überraschend und ohne Ankündigung, dass sie irgendwie übers Knie gebrochen und unplausibel wirken. Von daher für mich gerne die erste Variante.

Die Charaktere und die Besetzung fand ich jedenfalls auch durchgehend super. Jason Isaacs ist ein herrlich charistmatischer zwielichtiger Captain Lorca, Michelle Yeoh ist auch großartig in ihrer Rolle. Und auch Michael Burnham als Hauptcharakter mag ich wirklich gerne und kann irgendwelche Mary-Sue-Vorwürfe (die natürlich mal wieder zufällig einen weiblichen Charakter treffen…) nicht nachvollziehen. Beim Lieblingscharakter schwanke ich trotzdem zwischen Saru und Tilly, die ich wirklich beide während der ersten Staffel ins Herz geschlossen habe. Aber auch die weiteren Figuren fand ich alle ziemlich cool und auch alle gut gespielt. Dass auf der Brücke der Discovery lauter Mädels mit superschicken Undercut-Frisuren arbeiten, kann ich auch nur begrüßen. Ich bin jedenfalls gespannt, wie es weitergeht, von mir aus gerne mit mehr abgefahrenen Spore Drive-Sachen und weniger nuschelnden Klingonen (die wirklich sehr cool aussahen, aber die klingonischen Dialoge fand ich irgendwann ein bisschen mühsam).

Dann war da noch die 4. Staffel Grace and Frankie – immer noch eine fantastische Serie mit liebenswerten, schrulligen Charakteren, tollem Humor, traurigen und rührenden Szenen und beneidenswerten Locations. Wie immer waren die 13 Folgen viiiiel zu schnell vorbei.

Ansonsten habe ich ja neulich schon erwähnt, dass ich auf Twitch die Invisible Sun-Kampagne des OneShot-Networks verfolge. Invisible Sun ist ein gerade im Erscheinen begriffenes Rollenspiel mit seltsamer Magie, charakterzentrierten Geschichten und wunderschöner optischer Aufmachung. In der Kampagne trifft das dann auf drei begnadete Improvisations-Theaterspieler und das Ergebnis begeistert mich mit jeder Folge mehr. Tatsächlich schaue ich eher selten Actual Plays als Video und höre mir lieber (editierte) Podcasts wie Campaign an, aber A Woman with Hollow Eyes ist tatsächlich meistens 2-3 Stunden beste Unterhaltung ohne äääh und hmms und Regelblätterei. Ergänzt wird das Ganze noch um einige nur als Audio veröffentlichte Zwischenspiele. Leider ist die Kampagne schon halb vorbei, und leider möchte ich jetzt dringend dieses Spiel haben, was leider 250 Dollar kostet und vermutlich nochmal so viel Versandkosten. Und das ich dann vermutlich auch wieder nur in den Schrank stellen würde. Seuuuufz. Die Kampagne jedenfalls gibt es hier auf Twitch, hier auf YouTube und hier findet man die Podcast-Zwischenspiele dazu.

Spiele

Tatsächlich kam es mal wieder zu einem Spiele-Abend, an dem wir AnnoDomini (in der Spiel des Jahres-Edition) gespielt haben (und ich gewonnen habe, harrr harrr), außerdem Codenames (mit Bildern), was ein sehr spaßiges Spiel ist uuuund tatsächlich schon wieder Fiasko. Diesmal mit dem Playset „Mission zum Merkur“ aus dem Fiasko-Kompendium. Diesmal war die Aufstellung auch etwas sinnvoller und es lief eigentlich ganz gut, auch wenn am Ende die Würfel dem unsympathischsten Charakter irgendwie das meiste Glück zusprachen. So ein Fiasko aber auch. 😉 Der im Spiel erfundene Werbeslogan „There is no Mercury without ME and U!“ wird uns wohl noch lange im Gedächtnis bleiben.

Rollenspieltechnisch gab es ganze zwei Samstage DSA im Februar und wir sind tatsächlich mit dem aktuellen Abenteuer immer noch nicht durch, was ein bisschen auch daran liegt, dass wir beide Male sehr spät angefangen haben. Und uns in einen Plan verbissen, der leider nicht durchführbar war. Immerhin waren wir dabei so hartnäckig, dass unser SL zum ersten Mal seit 15 Jahren die „sorry Leute, der Metaplot sagt nein“-Karte ziehen musste. Das fand ich aber recht erleichternd, da man dann ja immerhin weiß, dass der entsprechende NPC nochmal wieder vorkommen wird. Ansonsten sind wir glaube ich alle froh, wenn wir das Abenteuer dann hoffentlich diesen Samstag WIRKLICH beendet haben und mal wieder an anderer Front weiterspielen können. Immerhin könnte der Myranor-Südband kaum passender endlich erscheinen,  denn als nächstes steht, vermutlich mit einem kurzen Intermezzo im Kosch, wieder die Lamea-Kampagne an.

Dann hab ich ja noch was geleitet. Ja! Ich! Geleitet. Hammer. Irgendwie ergab es sich, dass einige Leute im Freundes- und Bekanntenkreis Lust hatten, mal wieder seit Langem oder überhaupt zum ersten Mal Rollenspiel zu machen und dann war da tatsächlich ein Freitag, wo der beste Mitbewohner von allen ein Tischtennisspiel hatte und 4 Leute Zeit und das war dann logistisch also wirklich SO bestechend, dass ich darüber total vergaß, dass ich ja eigentlich nicht gerne leite. Nach etwas Hin und Her bezüglich System und Setting wurde es dann das Einsteigerset zu Star Wars: Am Rande des Imperiums. Ich hatte vorher ein bisschen Sorge, ob das mit den 6 verschiedenen Würfelsymbolen, den Machtpunkten und so weiter nicht etwas zu viel ist für Neu- und Wiedereinsteiger, aber das ging tatsächlich erstaunlich gut. Zwischendurch gab es mal so ein wenig einen Hänger, weil einfach ungefähr 10 Proben am Stück nicht klappten, obwohl die Spieler echt nette Ideen hatten, wie sie es angehen wollen. Am Ende haben sie es aber trotzdem geschafft, mit dem geklauten Raumschiff aus Tatooine zu entkommen. Ich glaube, es hatten auch alle durchaus Spaß an der Sache, auch wenn es am Ende sehr spät war und alle müde und zwischendurch halt mal gar nix klappte. Skurrilerweise fiel mir das Leiten auch einigermaßen leicht, obwohl ich es ja noch nie gemacht hatte. Da half mal wieder der Campaign-Podcast weiter, denn zumindest passiv habe ich schon seeeeehr viele Stunden mit dem Spiel verbracht. Naja. Jedenfalls war es lustig und vielleicht gibt es ja irgendwann nochmal eine Fortsetzung der Runde mit dem anderen Einsteigerset oder doch mit HEX oder Space 1889, was die anderen beiden Systeme waren, die ich angeboten hatte.

Und dann spielen der Mitbewohner und ich gerade noch Secret of Mana. Ja genau, das Spiel von 1993, das gerade in einer remasterten Version für die Playstation erschienen ist. Blöderweise mussten wir dafür dann erstmal eine Playstation kaufen. *hust* Was sich allerdings als ziemlich gut herausstellte, denn wenn man zu zweit ein Spiel spielen will, braucht man ja auch zwei Controller. Und jeder Controller hat einen Kopfhörerausgang. Und das heißt, dass wir jetzt zu zweit Fernsehen können und jeder einfach über die noise-cancelling Kopfhörer hören, falls die Trampelnachbarn mal wieder total in Action sind. Allein dafür hat es sich schon gelohnt. Äh ja, jedenfalls ist Secret of Mana so eins der liebsten Kindheitserinnerungsspiele des Mitbewohners, während ich es natürlich nicht kenne, weil in meiner Kindheit Computerspiele schlicht nicht vorkamen. Wir spielen jetzt also zu zweit, ich habe nach 3 Stunden schon sehr starke Sympathien für Princess Primm, finde die Monster alle viel zu niedlich zum Erschlagen und bin mal gespannt, wie es so weitergeht. Zumindest ist es nicht total bockschwer, wie ich es befürchtet hatte. Und zu zweit macht es jedenfalls doch recht viel Spaß.

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Mediengedöhns im Januar 2017

Huch, der erste Monat des Jahres ist wieder um – nun schnell auf zum medial konsumierten, ehe ich wieder so einen Berg anhäufe wie im letzten Eintrag.

Bücher

Leia, Princess of Alderaan von Claudia Gray ist ein Young Adult-Roman mit einer 16-jährigen Leia als Protagonistin. Inhaltlich dreht er sich darum, wie Leia langsam als Nachfolgerin ihrer Mutter als Königin von Alderaan an deren Aufgaben herangeführt werden soll und dazu die klassischen drei Prüfungen des alderaanischen Adels ablegt. Nebenher arbeitet sie als Jung-Abgeordnete im Senat des Imperiums. Und langsam bekommt sie nicht nur mit, dass im Imperium so einiges falsch läuft, sondern auch, dass ihre Eltern Teil einer Verschwörung sind, um das zu ändern. Ich fand von Claudia Gray bisher ja alles gut, und auch dieser Roman hat mich wieder richtig begeistert. Sie schreib Leia einfach super und auch die weiteren Charaktere sind einfach toll. Endlich gibt es mal mehr zu Breha Organa, Leias Adoptivmutter. Und Amilyn Holdo kommt auch schon vor – als 16-jährige mit bunten Haaren, seltsamer Faszination für den Tod und skurrilen Hobbies. Der Roman ist ja auch Teil der Journey to The Last Jedi und wenn man den Film schon kennt, sind da doch schon ein paar schöne Elemente drin, nicht nur so was offensichtliches wie halt die Basis auf Crait, sondern auch eine Szene, in der Leia sich total geistesgegenwärtig vor dem Tod durch eine Schlammlawine rettet und eine, in der sie unbewusst die Macht benutzt.

Mich hat das Buch beim Lesen eigentlich die ganze Zeit sehr traurig gemacht. Leia, die damit hadert, ob man auch einfach Zeit für sich brauchen kann, ob man glücklich sein darf, wenn die Galaxis ein immer dunklerer Ort ist, was sie mit all ihren Privilegien als Prinzessin von Alderaan eigentlich bewegen kann … das bricht mir, wenn man weiß, wie es für sie weitergeht, einfach irgendwie ständig das Herz. Genau wie ihre innige Beziehung zu ihren Eltern und die Schönheit und Friedlichkeit von Alderaan, die ständig beschrieben wird. Und dann noch das Ende! Und der letzte Satz! Aaaah! Es ist alles so traurig und dann muss ich immer daran denken, dass wir Leia nie mehr auf der Leinwand sehen werden und dann bin ich noch trauriger. Seufz. Trotzdem große Empfehlung für den Roman – ich muss dringend mal rausfinden, was Claudia Gray abseits von Star Wars so geschrieben hat.

Einen weiteren Star Wars-Comic hab ich auch noch geschafft, nämlich Vader Down. Das ist ein Crossover zwischen der Vader-Reihe und dem Star Wars-Comic (also dem, der sich um Luke, Leia und Han und so dreht) und die Geschichte ist irgendwie sehr abgefahren und teilweise auch ganz cool. In der Vader-Serie geht es ja unter anderem darum, dass Vader rausbekommt, wie der Typ eigentlich heißt, der den Todesstern in die Luft gespreng that, und versucht, Luke in die Finger zu kriegen. Das resultiert im Crossover dann in einem Showdown zwischen Vader und der Rebellion, wobei imperiale Intrigen, Visionen in alten Jeditempeln und bösartige Droiden für noch mehr Chaos sorgen. Ich fand den Comic insgesamt ganz cool, leider sind die Zeichnungen teilweise grenzwertig, gerade Leia sieht oft aus wie … na, nicht wie Leia jedenfalls. Seltsamerweise sind Luke und Han wesentlich besser getroffen. Es gibt ein paar sehr lustige Droidenverwechselungsspielchen, Aphra und Han, die sich mit dem selben Trick gegenseitig ausschalten und ein paar coole Momente in einem alten Jeditempel, den Luke findet. Der Rest war teilweise etwas sehr übertrieben, wenn Vader ganze Rebelleinheiten alleine ausschaltet oder gefühlte 20 Panels zwei sich kloppende Wookies gezeigt werden. Insgesamt schon ganz nett, aber jetzt nicht mein liebster Star-Wars-Comic (der 5, die ich bisher kenne *hust*).

Filme und Serien

Kann es jemals genug Superheldenserien geben? Für mich ja nicht. Nachdem ich Marvel’s Inhumans nach den Trailern und den Kritiken lieber geflissentlich ignoriert habe, konnten sowohl The Gifted als auch Marvel’s Runaways mein Interesse wecken, und beide Serien haben eine wirklich coole erste Staffel abgeliefert.

The Gifted sah im Trailer irgendwie eher nach Familiendrama mit Mutanten aus und weckte schlimme Assoziationen an Heroes und Claire-Noah-Drama in uffzich Wiederholungen. Aber halt immerhin mit Stephen Moyer und Amy Acker, was dann doch ganz cool klang. Irgendwann sah ich dann, dass die Serie von Matt Nix ist, der auch eine meiner Lieblings-Serien, Burn Notice, gemacht hat. Von da an war ich dann doch ganz positiv gestimmt und tatsächlich hatte ich auch sehr viel Freude an der ersten Staffel. The Gifted ist ja die erste Serie, die den X-Men-Hintergrund benutzen darf (nicht wie z. B. Legion, wo Davids Vater immer nur als „sehr mächtiger Mutant“ bezeichnet wird), und so gibt es auch mit Blink eine Figur, die man aus Days of Future Past schon kennt, allerdings in einer anderen Version. Insgesamt mochte ich die Auswahl an Superhelden und ihren Fähigkeiten sehr. Thematisch geht es um die Familie Strucker, deren Kinder beide Mutanten sind, was sich recht überraschend auf einer Schulparty offenbart. Da Mutanten verfolgt, gejagt, in unfairen Prozessen verurteilt oder zu medizinischen Experimenten verschleppt werden, entschließt sich die Familie schnell zur Flucht, obwohl der Vater als Staatsanwalt eigentlich selbst auf der Seite der Verfolger steht. Im Verlauf der Staffel geht es dann einmal um den Mutant Underground, der Mutanten beschützt und ihnen zur Flucht verhilft, und um ein Mitglied von Sentinel Services, das Jagd auf die Mutanten macht. Ich finde die Serie bisher ziemlich gut geschrieben, mit coolen Charakteren, schönen ruhigen Momenten, aber auch coolen Actionszenen. Der Plot hält tatsächlich auch die ein oder andere Überraschung bereit und ich hatte sehr viel Freude mit der Serie. Es sehen irgendwie alle Darsteller auch geradezu unfassbar gut aus, aber das ist ja auch nicht unbedingt schlimm. Ich freue mich jedenfalls schon auf Staffel 2.

Noch seltsamer klang irgendwie die Prämisse von Marvel’s Runaways – ein Haufen Teenager als Superhelden, die Probleme mit ihren Eltern haben und von daheim weglaufen. Klang erstmal irgendwie seltsam, aber dann sah der Trailer doch ganz nett aus und meine Twitter-Timeline war auch recht angetan und dann musste ich da doch mal reinschauen. Und war dann auch angetan. Marvel’s Runaways ist ein bisschen so, als hätten Skins, Misftis und Desperate Housewives ein kleines Superheldenbaby gemacht. Die Serie spielt halt im supersuperdeluxen Teil von Los Angeles und die Familien der Runaways sind auch alle superreich. Aber halt nicht nur so, sondern warum die alle so reich sind, ist ein Teil des Plots. Jedenfalls sind die Noch-nicht-Superhelden-Teenies am Anfang alle ziemlich zerstritten und reden nicht mehr miteinander, seit ein Mädel ihrer Clique sich (angeblich) umgebracht hat. Dann raufen sie sich aber doch wieder zusammen, bemerken, dass ihre Eltern komische Dinge tun und forschen da so hinterher, während sie gleichzeitig ihre Kräfte entdecken und sich reihenweise ineinander verlieben, natürlich meistens so, dass A auf B steht, die auf C steht, der auf D steht. Aber das ist irgendwie so nett gemacht und so augenzwinkernd erzählt, dass ich voll drin war in all dem Teenage-Romance-Drama! Dankenswerterweise geht es auch nicht nur um die Teenager, sondern die Eltern haben einen auch recht großen Anteil an Screentime, so dass man die Geschichte aus mehreren Perspektiven sieht. Auch die Beziehungen der Kinder zu ihren Eltern und die der Eltern untereinander ist ziemlich gut gemacht. Die Superkräfte sind auch mal was anderes als das, was man schon tausendmal gesehen hat. Schauspielerisch fand ich das auch alles sehr schön, es gab immer wieder echt lustige Momente und insgesamt macht die Serie halt einfach Spaß. Auch hier gibt es eine zweite Staffel, hurra.

Und weil das jetzt immer noch nicht genug Comic-Adaption war, hab ich dann noch die 1. Staffel Punisher auf Netflix geschaut. Irgendwie hatte ich im Vorfeld eher so durchwachsene Kritiken gelesen und kann sie ehrlich gesagt überhaupt nicht nachvollziehen. Also ja, die Serie ist schon arg brutal, mehr als das für mich hätte sein müssen, aber …. es ist eine Punisher-Serie. Mit Ab 18-Warnung. Da kann man sich ja schon denken, dass da reichlich Blut fließt. Ich war jedenfalls von den Charakteren und der Story doch ziemlich begeistert und fand es auch schön, dass die Thematik von Kriegsveteranen mit all ihren Problemen mal aufgegriffen und aus meiner Sicht auch doch recht differenziert dargestellt wird. Das in einigen Reviews bemängelte zu langsame Fortschreiten der Handlung war auch etwas, was ich gar nicht nachvollziehen konnte, ich fand das Erzähltempo genau richtig so. Wobei ich ja auch langsam erzählte Sachen sehr mag und es gut finde, wenn sich eine Serie Zeit lässt für Charakterentwicklung und dergleichen. Hm, es ist relativ schwer, über die Handlung was zu schreiben ohne zu spoilern. Es geht jedenfalls weiter um die Sachen, die Frank im Krieg in Afghanistan gemacht hat und um die Leute, die dahinterstecken. Aber halt auch immer wieder um die Frage, wie man weiterlebt, wenn man traumatisiert aus der Armee entlassen wird, um teils hilfreiche, teils problematische Loyalitäten zwischen Ex-Soldaten und all sowas. Die Action-Sequenzen sind, wie gesagt, reichlich brutal, aber sehr gut inszeniert. Die Musik ist auch sehr cool. Und die Schauspieler … oh boy. Jon Bernthal als Frank Castle ist einfach nur der Hammer. Er spielt das so unglaublich gut und macht so viel einfach nur mit Mimik und Körperhaltung. Es ist eine Freude, dabei zuzusehen und er schafft es wirklich sehr gut, den Balanceakt zwischen „der Typ ist eigentlich wirklich ein netter Kerl“ und „aber meine Güte, ECHT gestört“ rüberzubringen. Aber auch alle anderen Darsteller sind echt gut. Den Schauspieler von David kannte ich ja schon aus Girls, wo er auch schon wirklich gut war, und auch hier spielt er seine Rolle wirklich toll. Man hätte aus der Zusammenarbeit von Frank und David übrigens auch ziemlich gut eine ins Alberne abgleitende Buddy-Geschichte machen können, was zum Glück vermieden wird. Es gibt immer wieder recht witzige Momente, aber die ergeben sich aus der Situation und nicht aus irgendwelchen gezielt lustigen Dialogen. Überhaupt dürfte das zusammen mit Jessica Jones die Serie sein, die am wenigsten vom typischen Marvel-Humor hat, was aber durchaus sehr gut zum Ton der Serie passt. Insgesamt war ich wirklich begeistert, zumal die Serie meiner Meinung nach auch ein wirklich gutes, durchdachtes Drehbuch hat und weiß, welche Geschichte sie erzählen will. Und trotz aller Brutalität hält man sich mit zu vielen Todesfällen aus Draaaaamagründen zurück und gleitet nicht völlig in eine Alles-ist-scheiße-und-alle-sterben-Nummer ab. Also wirklich Daumen hoch für den Punisher, gerne mehr davon.

Wieder so immer mal zwischendurch zum Essen geschaut: Die 4. Staffel Elementary. Den staffelübergreifenden Plot mit Morland Holmes fand ich irgendwie nicht ganz so super, weil er zwar seine Momente hatte, aber ihm letztendlich halt neben dem Fall der Woche nicht so wirklich viel Platz eingeräumt wurde. Schade eigentlich, zumal John Noble seine Rolle auch wirklich toll gespielt hat. Wie das Ganze am Ende dann aufgelöst wurde, war mir auch etwas too much irgendwie. Verschwörung über Verschwörung und so. Naja. Ich schau die Serie trotzdem immer noch gerne, zumal ich diese Versionen von Sherlock und Watson eigentlich mit am liebsten mag. Gerade Lucy Liu ist einfach … großartig. Es gibt außerdem eine Szene, in der Sherlock Yoga macht, und in der der Hauptdarsteller eine wirklich gute Figur dabei abgibt.

Gespielt

Der Januar war sehr arm an DSA-Terminen, es gab nämlich tatsächlich nur einen Samstag, an dem wir spielen konnten. Da ging es weiter mit der Königsmacherkampagne und das nächste Mal sollten wir nun wirklich mal das aktuelle Abenteuer abschließen. Wird auch Zeit, ich glaube, alle außer mir haben sehr großen Stadtabenteuerkoller und möchten mal wieder irgendwas mit Wildnis und Einsamkeit und Gemetzel spielen. Ich fand das Abenteuer hingegen sehr cool, es hatte öfter mal so ein paar frustrierende Momente und außerdem eine etwas unschöne Wiederholung drin. Aber insgesamt ist das schon wirklich gut gemacht, auch wenn mir erst in der letzten Sitzung klar wurde, wie gut eigentlich.

Außerdem gab es mal wieder eine Runde Star Wars, was mich wie immer sehr gefreut hat. Das Szenario, das wir gespielt haben, heißt Only Two Ways Home und hat, obwohl verkürzt für einen nicht so langen Spielabend, sehr viel Spaß gemacht. Wir haben es wegen einer kurzfristigen Absage mit 3 Spielern gespielt, was aber ganz gut funktioniert hat. Es war auch ziemlich creepy auf diesem seltsamen Schiff. Sehr cooles Szenario – ich muss jetzt leider auch mit meiner Zabrak Force-Shit aktivieren, weil anders kann man eigentlich gar nicht erklären, wieso ich an einem Abend ungefähr 10 Triumphe erwürfelt hab. Auch cool: Der Mensch, der das Szenario verfasst hat, freute sich sehr über meinen Kommentar und schrieb mir noch auf Twitter zurück, wie cool er es fand, dass wir sein Szenario auf deutsch gespielt haben, weil es jetzt für ihn so ist, als sei es in andere Sprachen übersetzt worden. Hihi. Für sowas mag ich das Internet doch sehr.

Am Tag vorher spielten wir noch ne Runde Fiakso, verdaddelten uns bei der Aufstellung aber irgendwie, so dass das alles gar nicht sooo optimal lief. Trotzdem war es sehr lustig. Wir spielten auf einer Hochzeit im Sauerland, bei der die Erbin eines Schweinezuchtimperiums heiratete und haben uns unfassbar viel dumme Dekoartikel und Hochzeitsbräuche mit Schweinen ausgedacht. Bei „Wohin geht denn die Hochzeitsreise?“ – „Schweinfurt.“ bin ich vor Lachen fast gestorben.

Am PC weiterhin nix gespielt. Keine Zeit, keine Zeit.

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Mediengedöhns: Der Rest 2017

Äh, ja. Es ist eine Weile her. Deswegen gibt es jetzt mal wieder einen Rundumschlag, damit ich im Januar nicht mit ganz vielen Altlasten weiterbloggen muss 😉

Bücher

Relativ viel gelesen hab ich im September im Schottlandurlaub. Normalerweise ist das im Urlaub bei mir ja immer so, dass ich 5 Bücher einpacke, im Urlaub dann 5 weitere kaufe und keins davon lese. Diesmal habe ich … 5 Bücher eingepackt, 4 neue gekauft, aber wenigstens 3 von den 9 dann auch gelesen. Tatsächlich drei sehr unterschiedliche Bücher, die ich aber alle sehr gut fand.

Urlaubskauf Nummer 1 war The Vegetarian von Han Kang. Das Cover war so auffällig hübsch und dann fiel mir ein, dass ich in mindestens zwei Blogs schonmal was dazu gelesen hatte. Außerdem hat es nen Haufen Preise gewonnen und drittens kann ich mich nicht erinnern, schon mal ein Buch von einer südkoreanischen Autorin gelesen zu haben. Also hab ichs mitgenommen und dann auch gleich durchgelesen. The Vegetarian erzählt oberflächlich gesehen die Geschichte einer Frau, die von jetzt auf gleich zur Veganerin wird (wieso der Titel und die englische und deutsche Übersetzung stattdessen Vegetarierin sagen, hab ich nicht kapiert) und dann nach und nach das Essen vollkommen einstellt. Erzählt wird das alles in drei Abschnitten, aus der Sicht ihres Ehemannes, ihres Schwagers und ihrer älteren Schwester. Nur ganz kurz kommt die Protagonistin selbst zu Wort, wobei man sich vermutlich darüber streiten kann, ob sie überhaupt die Protagonistin ist und nicht vielmehr die Projektionsfläche für die drei anderen Figuren. Es ist jedenfalls ein ziemlich verstörendes Buch, sehr verrückt, sehr traurig, teilweise sehr krasse Themen, wunderschön geschrieben. Einige sprachliche Bilder hängen immer noch in meinem Hirn. Wenn man sich mit der Kultur in Südkorea auskennt, kann man sicherlich noch mehr Spannendes entdecken, das kann ich jetzt nicht beurteilen. Insgesamt jedenfalls eine Empfehlung.

Danach zurück zu Star Wars und den eingepackten Büchern: Guardians of the Whills ist ein Young Adult-Roman, der die Vorgeschichte von Baze Malbus und Chirrut Imwe aus Rogue One erzählt. Wobei, und das ist auch so mein größter Kritikpunkt daran, nicht wirklich etwas darüber erzählt wird, woher die sich eigentlich kennen und was sie die ganze Zeit in Jedha so getrieben haben. Vielmehr spielt der Roman eher so einige Monate bis Wochen vor Rogue One und damit bereits im vom Imperium besetzten Jedha. Es gibt ein paar ganz netten Nebenfiguren, wobei der Fokus schon sehr stark auf Baze und Chirrut liegt, aber das gefiel mir eigentlich ganz gut. Die Kapitel werden abwechselnd aus Sicht der beiden erzählt und gerade die Schilderung von Chirruts Blindheit, seiner (schwach vorhandenen) Machtsensitivität und seiner Art sich zu orientieren haben mir sehr gut gefallen. Dazu kommen noch ein paar sehr schöne Zeichnungen und, was das Buch nochmal schöner gemacht hat, zwischen jedem Kapitel kurze Texte aus verschiedenen Glaubensströmungen. Neben dem Jedi- und dem Sithcode kommen da auch die Guardians of the Whills, weitere Glaubensgemeinschaften, aber auch Poeten etc. zu Wort. Man sollte da jetzt keine allzu philosophischen Abhandlungen oder die megatolle Lyrik erwarten, aber es war cool, nochmal ein paar Einblicke in andere Machtgemeinschaften zu bekommen. Insgesamt ist Guardians of the Whills durchaus empfehlenswert, wenn auch meiner Meinung nach kein Must-Read.

Das dritte Urlaubs-Buch, größtenteils im Flugzeug gelesen: Der erste Frühling von Klaus Kordon. Das ist der dritte Band der sogenannten Trilogie der Wendepunkte, die anhand einer Familie aus einem armen Berliner Stadtviertel drei umschlagende Ereignisse der deutschen Geschichte schildern: Die Ausrufung der Republik und das Ende des zweiten Weltkriegs (in: Die Roten Matrosen), die Machtergreifung der Nazis (in: Mit dem Rücken zur Wand) und jetzt im dritten Band die letzten Monate des zweiten Weltkriegs und die Besetzung durch die Siegermächte. Die Bücher sind jeweils aus der Sicht von so 12-13-Jährigen geschrieben und, soweit ich weiß, auch als Jugendromane angelegt, wobei die behandelten Themen natürlich schon ganz schön krass sind. Gleichzeitig sehen die Protagonisten aber auch noch nicht durch alles durch, so dass immer noch so ein gewisser Filter drüberliegt. Jedenfalls sind alle drei Bände sehr zu empfehlen, weil sie nicht nur historisch interessant sind, sondern auch absolute Page-turner. Ich hatte Der erste Frühling gerade aufgeschlagen und schwupps, war ich auf Seite 120. Besonders gut find ich immer, wie das alltägliche Leben der Menschen eingefangen wird in diesen Ausnahmesituationen. Also das knapp werdende Essen, die Nächte im Luftschutzkeller, etc. – das ist alles sehr eindrucksvoll. Achja, dieses Buch über die letzten Tage im Dritten Reich zu lesen, machte die Wahlergebnisse am Sonntag drauf übrigens nicht erfreulicher.

Dann habe ich mich aufs nächste Star Wars-Buch gestürzt, nämlich Inferno Squad. Was eigentlich die Vorgeschichte zum Storyteil von Battlefront II ist, aber man kann es auch so sehr gut lesen. Das Buch beschreibt, wie das Inferno Squad nach der Zerstörung des ersten Todessterns gegründet wird und hat zur Abwechslung halt mal 4 imperiale Offiziere als Hauptcharaktere. Dabei schafft es aber den Balanceakt, die Charaktere sowohl als treu ergebene Imperiale darzustellen und sie trotzdem sympathisch zu machen. Ansonsten dreht sich der Großteil des Buches darum, wie das Inferno Squad eine Rebellensplittergruppe infiltriert und dabei natürlich feststellt, dass die Rebellen auch nicht automatisch schlechte Menschen (und Aliens) sind und in Loyalitätskonflikte gerät und all sowas. Das ist eine Thematik, mit der man mich immer kriegt, und von daher ist es auch nicht verwunderlich, dass das Buch mir extrem gut gefallen hat. Sicherlich kein Must-Read des neuen Romankanons, aber schon sehr cool und mit sehr viel moralischen Grauzonen.

Mehr Star Wars: Lost Stars ist ein Young Adult-Roman von Claudia Gray, von der ich dieses Jahr auch schon Bloodline gelesen habe. Lost Star erzählt die Geschichte von Ciena Ree und Thane Kyrell, die sich als Kinder auf dem Outer Rim-Planeten Jelucan kennenlernen und gemeinsam auf das Ziel hinarbeiten, an eine der Imperialen Akademien aufgenommen zu werden. Die Handlung spielt quasi parallel zu der gesamten OT (und etwas darüber hinaus) und erzählt einfach eine andere Geschichte, die zur selben Zeit stattfindet. Mich hat das Buch total mitgerissen, Ciena und Thane sind mir schnellstens ans Herz gewachsen und ihre Geschichte ist sehr schön und sehr tragisch. Das relativ offene Ende hat mich ein wenig überrascht. Irgendwie hoffe ich fast, dass man anderswo nochmal erfährt, was letztendlich aus den beiden geworden ist. Jedenfalls ein weiteres sehr gutes Buch aus dem neuen Star Wars-Kanon, das man sicherlich auch jedem ans Herz legen kann, der noch nicht so tief in Star Wars drinsteckt.

Filme und Serien

Im Rahmen des Großen StarWars Marathons 2017 ™ habe ich zum ersten Mal seit … ich sie damals einmal im Kino und danach nie wieder sah, die Star Wars-Prequels gesehen. Und meeeeine Güte, ich habe das nicht in meinem Kopf ins Schlechte gesteigert, die sind wirklich einfach … nicht gut. Tatsächlich fand ich The Phantom Menace noch mit am besten. Jar-Jar Binks ist zwar ein wirklich übertriebener Comic Relief-Charakter, aber er nervte mich sehr viel weniger als gedacht und ich musste ein paarmal wirklich über ihn lachen. Der Film hat ein seltsames Pacing, räumt dem Podrennen vieeeeel zu viel Zeit ein, ist aber sonst eigentlich ganz solide. Der Endkampf im Palast von Padme mit den drei parallelen Handlugssträngen, Darth Maul vs. Obi-Wan und QuiGon und der Duel of the Fates-Musik ist auch nach wie vor ziemlich gut. Und Baby-Anakin nervt sehr viel weniger als seine spätere Inkarnation als creepy Emo-Teenager. Attack of the Clones fand ich dann auch entsprechend sehr mühsam zu gucken. Wenn man die furchtbare Padme-Anakin-Liebesgeschichte rausschneiden und sich einfach nur Obi-Wan, Private Investigator, anschauen würde, wäre es noch einigermaßen spaßig. Aber leider muss zwischendurch immer zu so wunderbaren Digen wie dem Sand-Dialog geschnitten werden. Uaaah. Nee, der Film funktioniert irgendwie überhaupt nicht, auch wenn er einzelne Highlights hat. Revenge of the Sith ist dann einfach noch blöder, weil noch mehr Fokus auf Anakin. Und noch mehr schlechte Liebesdialoge. Und dann noch diese bescheuerte Szene, in der Anakin zur Dunklen Seite überläuft. Und der Kampf auf der Lava. Und …. argh! Nee. Echt jetzt, das ist einfach so großer Murks. Der Film hat so gut wie gar keine Szene, die ich gut finde – höchstens Palpatines Monolog über Darth Plagueis ist noch ganz schick. Und alle dreieinhalb Emotionen, die ich während des Schauens hatte, kamen nur daher, dass all die Jedi, die sterben, mir durch die Clone Wars-Serie so ans Herz gewachsen sind. Also zusammengefasst – es darf gerne jeder die Prequels auch ganz toll finden, aber beim nächsten Star Wars-Marathon fliegen die glaube ich raus.

(Danach habe ich natürlich noch Rogue One und die OT geschaut und dann TFA und The Last Jedi im Kino als Double Feature. Aber über TLJ habe ich ja schon einen eigenen Artikel geschrieben.)

Okay, kommen wir mal zu Serien.

Die dritte Staffel Grace and Frankie ging schon sehr viel eher online als ich sie gucken konnte, aber wir haben die 13 Folgen dann wieder sehr schnell durchgeschaut. Die Serie ist weiter so toll wie sie auch schon in den ersten Staffeln war. Sehr liebenswerte Charaktere, die richtige Mischung aus ernst und lustig, wunderbares Timing, großartige Schauspieler. Ich freu mich auf Staffel 4.

Die 2. Staffel von Jane the Virgin hat mir ähnlich viel Spaß gemacht. Die Serie verarscht ihr eigenes Telenovela-Dasein in der Staffel noch mehr als in der ersten, scheut sich nicht vor allen möglichen absurden Stilmitteln, Musikeinlagen und sonst was, ist dabei trotzdem irgendwo spannend und witzig und einfach vergnügliche Unterhaltung, wenn man mal beim Gucken nicht nachdenken will. Ich glaube, Staffel 3 kommt bald auf Netflix raus, die wird dann auch geschaut.

Dann lief ja auch wieder Mr. Robot. Für mich immer noch eine absolut bemerkenswerte und einzigartige Serie, allein schon in Hinblick auf Kamera- und Tonarbeit. Diese war auch in dieser Staffel wieder absolut herausragend. Die Story der dritten Staffel hatte keine so totalen Twists drin wie in Staffel 1 und 2, wirkte aber auch etwas kohärenter erzählt als in Staffel 2. Von daher hat sie mir auch wieder gut gefallen. Die schauspielerischen Leistungen sind ohnehin großartig und ab und zu kommt einfach mal so ne Szene mit einem Monolog über den Zustand der Welt, der einfach so WAHR und so deprimierend ist … ach, ach. Jedenfalls nach wie vor eine sehr gute Serie. Bin gespannt, ob und wie lange die Geschichte noch weitergeht.

Während ich zu Star Trek Discovery erst nach Abschluss der Staffel was schreiben werde, gab es ja noch Nicht-das-Star-Trek, also The Orville. Die Serie ist eigentlich sehr viel näher dran an klassischem TNG-Star Trek als die neue Serie, nur halt mit einer großen Portion mehr Humor. Der Trailer tut der Serie keinen Gefallen, weil er nach reinem Slapstick aussieht, so dass ich eigentlich, obwohl ich ja ein großer Fan von Adrienne Palicki bin, nicht reinschauen wollte. Zum Glück wurde ich auf Twitter davon überzeugt, der Serie eine Chance zu geben, sie hat mir dann nämlich doch ziemlich gut gefallen. Ja, es ist ziemlich viel Humor drin, manchmal etwas zu viel und nicht immer 100 Prozent mein Geschmack – aber das ist nicht der Hauptaspekt von The Orville. Eigentlich erzählt sie eine sehr klassische Geschichte von einem Raumschiff mit dem üblichen Raumschiff-Team und dem Fall der Woche auf fremden Planeten und Welten. Es sind Sachen drin, die vermutlich auch bei Star Trek  hätten passieren können, es sind Sachen drin, die bei Star Trek garantiert nicht passiert wären, und vor allem kommen in mehreren Folgen Themen vor, die topaktuell und durchaus politisch sind, was mir sehr gut gefallen hat. Die Crew wächst einem recht schnell ans Herz, die klassische Erzählweise wirkt fast schon wie eine angenehme Abwechslung, weil sie gar nicht mehr in so vielen Serien vorkommt. Insgesamt für mich eine große Überraschung, ich bin froh, dass es eine 2. Staffel geben wird.

Und dann war da noch Designated Survivor, das der Mitbewohner und ich spontan in Dänemark angefangen haben und dann doch recht schnell die 1. Staffel durchgeschaut. Die Serie beruht auf dem tatsächlich existierenden Konzept, dass bei Anlässen, bei denen alle wichtigen Politiker der USA auf einem Haufen sind, ein Mitglied des Kabinetts der Sache fernbleibt, falls es einen Anschlag gibt. In dem Fall wird dieses Mitglied dann automatisch Präsident. Natürlich ist es das, was als erste Szene der Serie passiert und so findet sich dann ein aufrichtiger, netter Architekt, der in der Regierung einen Posten als Stadtplaner hatte, auf einmal in der Rolle des US-Präsidenten wieder, der mit der größten Krise des Staates konfrontiert ist, die es je gab. Der zweite Plot dreht sich dann um eine FBI-Agentin und die Aufklärung des Anschlages. Die Serie ist ziemlich spannend, jede Folge hört quasi mit nem Cliffhanger auf, und man will eigentlich immer wissen, wie es weiter geht. Der Plot um den Anschlag und die dahinterstehende Verschwörung ist teilweise schon an der Grenze zu hanebüchen, aber gerade der Handlungsstrang um den eigentlich auf den ersten Blick ungeeigneten neuen Präsidenten und die diversen Probleme mit anderen Staatschefs, unbesetzten Posten, nicht mehr arbeitsfähigen Gerichten und durchdrehenden Bundesstaaten hat mir ziemlich gut gefallen. Sicherlich keine total fundierte und realistische Serie, aber spaßig zu gucken.

Außerdem schaue ich natürlich noch einen ganzen Haufen andere Serien, aber ich schreibe ja immer erst was, wenn die Staffel zu Ende ist.

Gespielt

Am PC nix. In der heimischen DSA-Runde weiter Königsmacher, wo wir irgendwie geschafft haben, aus lauter Übervorsicht den Mittelteil des Abenteuers vor dem Anfang zu spielen und fünf Abende wirklich quasi nix außer Recherche passiert ist. Damit dann nach sorgfältiger Vorbereitung eines Treffens … die Person, die wir treffen wollten, in einer Skriptsequenz stirbt. Das klingt jetzt blöder als es tatsächlich war, aber ich habe doch ziemlich gehadert mit dem aktuellen Abenteuer – unser SL aber auch. Danach ging es aber wieder bergauf und jetzt sind wir alle ganz gespannt, wie es weitergeht. Außerdem durfte ich auf der Dänemarktour ein Abenteuer aus einem bald noch erscheinenden Band unter Leitung des Mitbewohners spielen, das war auch toll. Mehr dazu bestimmt bald mal, wenn das Buch draußen ist.

Außerdem gabs im November noch eine Runde City of Mist über Skype mit netten Leuten von Twitter. Das System gefällt mir sehr gut und ich würde es gerne mal länger spielen. Die Archetypen sind sehr cool, die Regeln passen gut zum Setting und so dieser ganze Urban Fantasy-Noir-Kram ist überhaupt cool.

Achja, und dann habe ich in Dänemark nach 3 Jahren mal wieder einen Abend geleitet, nämlich ein wild aus Ideen anderer Leute zusammengeklautes Hollow Earth Expedition-Abenteuer, das aber ziemlich gut lief, mir sogar beim Leiten einigermaßen Spaß machte und glaub ich bei den Spielern auch ganz gut ankam.

Uuuund das war es nun auch wieder. Das nächste Mediengedöhns folgt hoffentlich wieder im monatlichen Abstand. 🙂

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Gedanken zu The Last Jedi

(Ja ja, seit September nicht gebloggt, aber für Star Wars krieche ich doch mal wieder aus der Versenkung. Der Rest – wie z. B. die seit September brachliegende Abarbeitung von Mediengedöhns und Urlaubsbericht) kommt vielleicht noch demnächst. Zusammen mit nem Artikel über den Grund des langen Nichtschreibens.)

(Spoiler nach der Warnung!)

Ich muss nun also doch mal zu The Last Jedi bloggen, auch wenn ich vermutlich nix schreiben werde, was andere nicht schon anderswo eloquenter formuliert haben, aber sei es drum. Inzwischen habe ich den Film zweimal gesehen. Ich war tatsächlich, da ich gerade Urlaub habe, in der Mitternachtspremiere – das hab ich bisher nur einmal gemacht, damals zu Return of the King. Sogar im gleichen Kino, denn obwohl ich natürlich in mein Lieblingskino wollte, musste ich auf das Cinemaxx am Dammtor ausweichen, weil die Homepage des Lieblingskinos vorm Ansturm zusammenbrach und ich woanders Karten besorgen musste, ehe es keine mehr gab. Der Kinobesuch war so … naja. Ich weiß schon, warum das Savoy mein Lieblingskino ist.

Jedenfalls, The Last Jedi. Ich habe es zum Glück geschafft, unverspoilert reinzugehen. Es war ein Doublefeature, vorher also nochmal The Force Awakens gesehen, den ich auch nach wie vor großartig finde.

Zunächst mal ein paar unspoilerige Worte: Ich fand TLJ beim ersten Schauen ganz gut, beim zweiten Mal dann absolut grandios. Das liegt vor allem daran, dass der Film sehr vieles anders macht als man es von ihm erwartet hätte und mit so gut wie jeder Konvention der Star Wars-Filme bricht. Das war beim ersten Schauen doch etwas gewöhnungsbedürftig (und ich war müde und total erkältet und daher generell etwas überfordert), so dass ich den Film beim zweiten Mal sehr viel mehr genießen konnte. Wenn man sich nochmal den Trailer ins Gedächtnis ruft: This is not going the way you think, sagt Luke Skywalker da, und diese Worte sind ebenso ans Publikum gerichtet wie an Rey. TLJ lässt Dinge, die in jedem SW-Film funktionieren, scheitern. Er dekonstruiert Figuren, um sie dann ganz anders wieder aufzubauen. Er spielt mit den Erwartungen des Zuschauers und verdreht sehr viele klassische Elemente in ihre Gegenteil oder eine ganz andere Version desselben Storyelements. Wo Rogue One einfach eine klassische Antiheldengeschichte mit ungewohnt konsequentem Ausgang war, schlägt The Last Jedi einen ganz anderen Weg ein und macht Dinge, die bisher kein SW-Film gemacht hat. (Und das dürfte auch der Grund sein, warum der Film ungewohnt heftig mit Kritik überschüttet wird.)

Zur Handlung kann man ohne Spoiler natürlich nicht so viel sagen, aber im Prinzip geht es natürlich weiter um die Themen, die in Episode 7 angefangen wurden: Der Kampf zwischen Restistance und First Order, Reys Suche nach ihrer Herkunft, einem Mentor und ihren Platz in der Welt und Kylos Kampf mit sich selbst. Wie auch schon in Episode 7 legt der Film den Fokus zum großen  Teil auf die neue Generation, also Rey, Finn, Poe und den neu eingeführten Charakter Rose. Diesmal haben aber auch Luke und Leia einen größeren Anteil an der Geschichte, wobei der Film darauf hinarbeitet, dass beide das Szepter an ihre Nachfolger quasi weiterreichen. Die Geschichte hat dabei ihre Star Wars-typischen unlogischen Momente und McGuffins, aber letztendlich ist einiges, was passiert, auch vor allem wichtig, um die Figuren und ihren Konflikt zu zeigen und die grundliegende Botschaft des Films rüberzubringen. Die ich irgendwie schwer in Worte zu fassen finde, ohne zu spoilern, deswegen lasse ich das jetzt mal.

Optisch ist der Film absolut fantastisch, die Rot-Weiß-Schwarze Optik aus den Trailern und Filmplakaten setzt sich fort und es gibt etliche wunderschöne und fantastische Shots zu bestaunen. Auch die Musik fand ich wenig überraschend wieder sehr gelungen, vor allem das neue Thema, das auch schon im Trailer zu hören war. Die (Lichtschwert)-Kämpfe sind wieder absolut beeindruckend und es gibt auch einige schicke neue Raumschiffe, wobei Star Wars-Technik für mich immer eher zweitrangig ist. Sie ist halt … so da, aber ich bin da längst nicht so tief in der Materie drin wie andere.

Insgesamt ist The Last Jedi für mich ein großartiger Star Wars-Film, der mutig genug ist, ganz neue Wege zu gehen und Dinge zu machen, die man so noch nie im Franchise gesehen hat. Die schauspielerischen Leistungen sind meiner Meinung nach wieder absolut gelungen. Vor allem Mark Hamill, Daisy Ridley und Adam Driver liefern eine absolut emotionale Darstellung ihrer Charakere ab. Carrie Fisher in ihrem letzten Auftritt überzeugt ebenfalls auf ganzer Linie und generell ist niemand dabei, der irgendwie eine schlechte Leistung abliefert. The Force Awakens war für mich schon ein absolut gelungener Neuanfang für Star Wars – The Last Jedi zeigt jetzt, dass das Franchise mutig genug ist, nicht nur eine Neuauflage von Altbekanntem zu bringen, sondern neue Wege zu beschreiten, ohne dabei aus den Augen zu verlieren, was Star Wars ausmacht.

So. Und nun spoilere ich wild drauf los. Wer noch nicht im Kino war, steigt jetzt besser wieder in den Millenium Falcon und fliegt zurück nach Jakku.

So. Puh. Ich muss sagen, ich kam erstmal ziemlich aufgewühlt aus dem Kino nach dem ersten Schauen. Ich hätte nicht erwartet, dass der Film mit der Restistance so krass umspringt und sie auf gefühlte 15 Leute reduziert. Und Lukes Ende … puh. So schön, so perfekt und trotzdem so unglaublich aufwühlend für mich, dass ich am Tag nach der Premiere nach 3 Stunden Schlaf aufschreckte und als erstes „Oh Gott, Luke Skywalker ist tot“ dachte. Ich finde es absolut gut, dass er in dem Film sein Ende findet, nachdem er vorher noch einmal der Held war, den alle in ihm sehen. Und der er weder sein will noch sein kann noch eigentlich sein muss, denn, und das ist eine der wichtigen Botschaften des Filmes – der Erfolg der Restistance hängt nicht davon ab, dass Luke Skywalker in der ersten Reihe steht.

Wie schon geschrieben: Der Film nimmt so gut wie jede Erwartung, die man an ihn hat, und klatscht sie einem um die Ohren. Kylo Ren ist doch nicht durch und durch böse? Ja, aber er wird nicht wieder gut, sondern schafft es, sich dem Bösen ganz zuzuwenden. Rey hat endlich Luke Skywalker gefunden? Ja, aber er will sie nicht ausbilden und die Lehren der Jedi beenden. Es gibt einen waghalsigen Plan, die Flotte der Resistance zu retten? Ja, aber er geht schrecklich daneben und macht alles noch schlimmer. Und so weiter und so weiter. Nach dem ersten Schauen war ich auch etwas desillusioniert. Was, Snoke ist tot und man erfährt vorher nicht, wer er nun eigentlich war und wieso er Kylo so beeinflussen konnte? Was, Reys Eltern waren (vermutlich, da bin ich mir ja noch nicht so sicher, ob Kylo richtig lag) einfach irgendwelche Leute, die sie in die Sklaverei verkauft haben? Was, die Restistance ist quasi erstmal zerstört und wird lange brauchen, um überhaupt wieder nennenswert etwas machen zu können? Das waren schon ganz schön viele Sachen, mit denen ich null gerechnet hatte. Aber genau das macht den Film in meinen Augen so gut. Er dreht so viel in eine ganz neue Richtung, eine Richtung, die man so noch nicht gesehen hat. Er geht weg von den wagehalsigen Piloten, die mit einem Schuss die Galaxis retten, weg von den großen Namen, die schon aufgrund ihrer Blutlinie ausersehen sind, das Schicksal der Galaxis zu lenken, weg von klarem Gut und Böse, Schwarz und Weiß, Jedi und Sith. Am Ende ist ein wütender, ängstlicher, gefährlicher Junge der Anführer des First Order, am Ende führt Rey, „I am nobody“-Rey, die letzten Überlebenden in die Zukunft, am Ende ist es egal, was Luke Skywalker und Yoda und der Jedi-Orden je getan oder nicht getan hat, weil das Symbol der Rebellen und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft ausreicht, damit ein kleiner Junge in den Himmel schaut und das ist, was Luke Skywalker ganz am Anfang war: Ein Bauernjunge, der von den Sternen träumt.

Ich muss dann jetzt auch noch kurz was zu Carrie Fisher schreiben: Ihr Tod letztes Jahr hat mich sehr getroffen, sie jetzt ein letztes Mal auf der Leinwand zu sehen, war gleichzeitig sehr schön und schrecklich traurig – zumal Leias Story teilweise schon fast erschreckende Parallelen zu Carries letzten Tagen hatte (knapp überlebt, dann im Koma … nur ging es im Film leider besser aus als in der Realität). Ich werde glaube ich nie unglaublich wütend darüber sein, dass wir nie Episode 9 so zu sehen kriegen werden, wie er geplant war, nämlich als Leias Film (während 7 Hans und 8 Lukes Filme waren). Ich hoffe, dass sie einen Weg finden, Leia rauszuschreiben, ohne sie einfach stumpf im Opening Crawl von Episode 9 umzubringen. Jedenfalls … Leia in diesem Film ist einfach ALLES für mich. Am Ende des Films hat sie alles verloren, ALLES, ihren Mann, ihren Sohn, ihren Bruder, ihren Vater, ihren Planeten, ihren Sitz im Senat, ihren Widerstand, ALLES. Und dann setzt sie sich zu Rey und macht ihr Mut und sagt, dass alles wieder gut wird und I CANNOT EVEN. Ich glaube, es gibt wirklich kaum einen Charakter, der mir so viel bedeutet. Und nach all diesen Jahren endlich zu sehen, wie Leia die Macht benutzt, in dieser wunderwunderschönen Szene … allein dafür könnte ich noch 10 x ins Kino gehen.

Überhaupt, reden wir nochmal ganz kurz über Frauenfiguren in The Last Jedi: Hach! So viele coole Charaktere! Rey ist weiterhin großartig, Leia sowieso. Vice Admiral Holdo hat mir unglaublich gut gefallen, zumal sie einen großen Anteil an „das hätte ich nicht erwartet“ im Handlungsstrang der Restistance hat. Und Rose – was für ein wunderbarer neuer Charakter, toll gespielt von Kelly Marie Tran. Die DEN zentralen Satz des Films sagen darf. „This is how we win – not fighting what we hate, saving what we love.“

Damit das hier nicht NOCH länger wird, noch ein paar kürzere Gedanken:

    • Ich liebe die Porgs. Ja, sie sind da, damit Disney einen Haufen Geld mit Merchandise machen kann, aber who cares. Ich liebe sie, ich will einen Plüsch-Porg, shut up.
    • Beim ersten Schauen war ich ja irgendwie underwhelmed von dem Canto Bight-Handlungsbogen, der letztendlich ja nicht wirklich irgendwo hinführt, weil diese ganze Geschichte mit dem Tracker am Ende zu nix führt. Beim zweiten Schauen empfand ich es dann aber so, dass die Handlung – neben der Tatsache, Monte Carlo in Space zu sein und eine tolle Kulisse zu präsentieren – vor allem dazu da ist, Rose und Finn zu charakterisieren und bereits „saving what we love“ vorzubereiten. Finn ist erst neidisch auf die reichen Leute und erkennt erst durch Rose, wie die sich das alles leisten können. Und dann ist er vor allem froh, ihnen eins reingewürgt zu haben, während Rose vor allem glücklich ist, die Tiere befreit zu haben. Und vor allem: Star Wars hat ja so drei Grundthemen: Krieg, Familie und Sklaverei/Unterdrückung, und die geknechteten Tiere und ihre Sklaven-Stallknechte sind eine gute Möglichkeit, um auch dieses dritte Thema einzubringen.
    • Die Szene, in der Holdo und Leia sich verabschieden, war so großartig. Wie sie schon lachen müssen über „may the Force be with you“. Und vor allem, wie Leia sagt, sie kann keine Verluste mehr ertragen. Und Holdo nur ganz ruhig: „Of course you can. You taught me how.“  Entschuldigung, können wir jetzt alle mal bitte kurz innehalten und wertschätzen, dass Leia diese Scheiße seit DREISSIG VERDAMMTEN JAHREN macht und immer noch dabei ist, immer noch nicht dabei durchgedreht und irgendwie einen Weg gefunden hat, mit all den Emotionen klarzukommen, ohne sich auf eine Insel zu verkriechen oder zur dunklen Seite überzulaufen?
    • Die Witze und den Humor fand ich eigentlich auch durchgehend gelungen. Ich habe vorher ja alle alten Filme nochmal geschaut und ja, Star Wars war schon immer so, dammit. Lukes Verhalten gegenüber Rey ist sogar ziiiiemlich ähnlich zu dem von Yoda gegenüber Luke in Empire.
    • Apropos Yoda: Ich war recht überrascht, dass er auftauchte und bin jetzt auch kein totaler Fan von ihm, aber die Szene war dann auch sehr OT-Yoda. Und wieder mit Puppe statt CGI, hurra.
    • Ich fand Hux in dem Film absolut herrlich und zum Schreien komisch. „Long live the Supreme Leader“ *röchel*.
    • Die Kylo-oben-ohne-Szene war vermutlich erschreckender, wenn man Adam Driver nicht schon in 6 Staffeln Girls gesehen hätte, wo er, ohne Witz, in der gesamten ersten Staffel glaube ich NIE ein T-Shirt anhat. Jedenfalls nicht verwunderlich, dass Rey etwas abgelenkt war *g*.
    • Ich finde es großartig, wie Poe sich im Film entwickelt und wie er am Ende Finn so zurückpfeift wie Leia es am Anfang mit ihm versucht hat. Ich glaube, er wird auf jeden Fall vom Flyboy zum Anführer werden.
    • Die einzige Szene, die ich auch beim zweiten Anschauen eher seltsam fand, war die Spiegelszene mit Rey in der Höhle. Die war mir irgendwie zu surreal, da kommen gleich wieder ganz schlimme Mortis Arc-Erinnerungen auf.
    • Und apropos Mortis Arc: An den erinnerte mich die ganze Sache mit „Rey und Kylo sind gleichstarke Widerparts der dunklen und hellen Seite, die einander irgendwo bedingen“ auch sehr. Vielleicht kommt da ja noch mehr zu in Episode 9.
    • Auch wenn ich gerne noch mehr Force-Philosophie dringehabt hätte, fand ich es toll, dass es so viele neue Machtanwendungen gab. Die telepathische Kommunikation, die Projektion von Luke, die ganze Insel mit ihren hellen und dunklen Machtaspekten … super.
    • Mit der Macht zurück aus dem Weltall kommen. We saw it on Rebels first. (Aber hier wars schöner.)
    • Und der Kampf von Finn gegen Phasma mit dem zerbrechenden Helm … well, we also saw it on Rebels first 😉 .
    • Ich bin gespannt, ob es zwischen 8 und 9 einen Zeitsprung geben wird, fände ich jetzt fast zwingend nötig, so klein wie die Resistance am Ende war. Aber andererseits – Erwartungen sind ja dazu da, nicht unbedingt erfüllt zu werden.
    • Immer, wenn mir jemand erzählen wollte, dass nach dem Trailer klar ist, wo die Sache hinläuft, hab ich gesagt: „Das ist ein Trailer und ich wette, 50 % der Szenen sind im Film nachher in einem komplett anderen Kontext.“ Und so war es auch.
    • Zum Thema Hyperspace Trecking tauchte heute früh das hier in meiner Timeline auf … ich liebe es:

Letzten Endes finde ich, dass Rian Johnson einen großartigen Film gedreht hat, der sehr Star Wars ist, ohne sich in typischen Star Wars-Tropes zu verlieren. Wie sehr der Film gerade mit sinnlosem Gehate überhäuft wird, finde ich übrigens absolut zum Kotzen. Von mir aus kann den Film jeder finden, wie er mag. Von mir aus kann man auch gerne darüber diskutieren, wieso man etwas gelungen oder nicht gelungen findet. Aber es gibt tatsächlich unfassbar viele Leute, die sich jeden Tweet von Mark Hamill oder Rian Johnson suchen um darunter ihr „Der Film ist so scheiße“ zu kacken, oder Bots programmieren, die den Film bei Bewertungsportalen mit tausenden von schlechten Bewertungen versehen. Für solche Leute fehlt mir echt jedes Verständnis und sie mögen dann bitte ihre 15. Ankündigung, das Fandom jetzt für immer zu verlassen, endlich in die Tat umsetzen und wem anders auf den Sack gehen.

Zum Schluss noch ein paar Artikel, die ich zum Film gelesen habe und gut und teilenswert finde:

Ein Kommentar

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