Archiv der Kategorie: Lena does Stuff

Was schön war: Berlin, Berlin

Letzten Sommer war ich ja schon ein Wochenende in Berlin – und letztes Wochenende wieder. Darf gerne ein festes Ritual werden, wenns nach mir geht. Diesmal hatte uns Tharun-Marcus eingeladen, ihn zu besuchen.

Der Freitag war erstmal richtig bescheiden, ich war mal wieder um 07.30 Uhr wach, nachdem mein Plan, im Wohnzimmer zu schlafen, weil direkt vor meinem Schlafzimmer ab 7 Uhr der Bagger rumbaggert (ja, mal wieder Baurarbeiten, diesmal die Wasserleitungen, es ist einfach ein Elend und wüsste ich nicht, dass ich bald ausziehe, hätte ich mich vermutlich schon erschossen…), zwar in der Theorie gut war, in der Praxis war das Sofa aber unbequem, es war viel zu warm und joah, wer will schon an seinem freien Tag ausschlafen. Grummelgrummel. Dann mehr Bauarbeiten, deswegen alles Fenster zugemacht und den Rechner des Herrn Mitbewohners in Beschlag genommen, weil dessen Zimmer zum Innenhof rausgeht. Denn Judith und ich haben Freitag für den Podcast aufgenommen und da sollte man natürlich möglichst keine Baggergeräusche hören. (Stattdessen hört man jetzt Vögel. Und Kinder. Also falls ich das nicht noch rausgefiltert kriege.) Das dauerte dann ungefähr ewig, dann musste ich noch packen und all sowas, und dann wars auch schon so spät, dass ich direkt losfahren musste. Noch was essen gewesen, dann zum Bahnhof. Wo der Zug nicht kam. Merke: Nur weil man am Startbahnhof der ganzen Fahrt steht, heißt das nicht, dass der Zug nicht trotzdem gleich mal 30 Minuten Verspätung haben kann *augenroll*.

Dann waren wir aber irgendwann mal da und nach ein bisschen Tram-Fahrt auch bei Marcus angekommen. Und dann wurde das Wochenende wirklich sehr nett und großartig, auch wenn ich leider sehr viel weniger fit war als ich das gerne gewesen wäre (müde + Migräne + völlig verspannter Nacken). Manchmal kommt man ja in eine Wohnung und fühlt sich sofort, als wäre man schon hundertmal da gewesen, und das war bei Marcus‘ Wohnung der Fall. Ich hab mich jedenfalls sofort wohl dort gefühlt und außerdem bin ich sehr neidisch, wie UNFASSBAR ruhig die Zimmer sind, die zum Innenhof rausgehen. Das ist so eine alte Berliner Wohnanlage mit quasi Haus um vier Ecken um einen großen grünen Innenhof rum gebaut und es war soooo ruhig. Nur Vogelzwitschern. Und ab und zu mal ein Flugzeug. Ich war natürlich am Samstag trotzdem um 8 wach (nachdem wir bis 2 Uhr gelabert hatten), aber das lag an der Scheißmigräne, wegen der ich nicht mehr einschlafen und nicht mehr bequem liegen konnte. Um 10 hab ichs dann aufgegeben, der Rest wurde auch wach, dann gabs erstmal Kaffee und dann sind wir zum Frühstück in ein Café aufgebrochen. Zwischendurch haben wir in einem Comicladen angehalten, der ausschließlich englischsprachige Comics vertreibt, und wie das immer so ist, mussten wir dann auch was kaufen, auch wenn ich ja gar nicht so viel Comics lese. Jetzt habe ich jedenfalls die Komplettausgabe der Secret Warriors von Marvel zu Hause und bin schon gespannt drauf. Ich mein, es hat SHIELD und Fury und Hydra und Quake, das muss zumindest so mittelgut sein. Marcus kaufte sich Made Men, was der Comic Store Guy mit „es ist eine moderne Adaption von Frankenstein, bei der eine CIA-Agentin ihr gesamtes Team verliert und von den Toten wieder aufstehen lässt, um sich zu rächen“ anpries. (Das hätte ich nach der Zusammenfassung auch gekauft. Klingt großartig.)

Dann also leckeres Frühstück im Café, nebenan tüddelte eine Hochzeitsgesellschaft vor einer Kirche rum, es war warm, es gab Kaffee, also alles gut. Dann zurück in die Wohnung, wo um 15:00 Uhr dann Society of Dreamers gespielt werden sollte. Es war noch ein bisschen Zeit, deswegen legte ich mich nochmal hin, allerdings ohne einzuschlafen – hatte ich auch gar nicht vor, aber da so liegen und vom Bett aus in den Himmel überm Hinterhof schauen, das hätte ich auch noch 2 weitere Stunden machen können.

Dann haben wir gespielt, Marcus hatte noch zwei weitere Leute eingeladen, die beide auch sehr cool und nett waren. Außerdem wurden meine Maßstäbe von „fancy Zeuch beim Rollenspiel“ sehr nach oben erweitert, als erstmal ne Buddel Sekt aufgemacht und der Sektkühler in einem eigens dafür vorhandenen Gestell an den Tisch eingehakt wurde. War auf jeden Fall sehr stilvoll, auch wenn ich ja Sekt nur angucken muss, um Migräne zu bekommen. Society of Dreamers war jedenfalls super. Es ist ein Erzählspiel, grob ähnlich strukturiert wie Fiasko, aber mit mehr Szenen und mehr Vorgaben. Man spielt die Mitglieder der Gesellschaft der Träumer, die sich gründet, um den Mnemosyten auf den Grund zu gehen, die in den Träumen der Menschen leben. Was genau das für Wesen sind und was sie so treiben, findet man quasi im Spiel heraus. Außerdem gibt es ein paar sehr großartige Charaktererschaffungsmechanismen und Mechaniken um Träume zu erzählen, die man gut und gerne auch für andere Rollenspiele übernehmen kann. Letztendlich hatten wir in der Runde ein wenig ein Zeitproblem, da wir eine Stunde später angefangen haben und ein Mitspieler dann nach 4 Stunden los musste. Das und einige zu lang ausgeuferte Szenen sorgten dafür, dass wir dann leider irgendwann zu viert weitermachen mussten, und auch da wurde es irgendwann zeitlich eng, weil wir noch essen gehen wollten …. aber ich muss sagen, dass wir das dann doch noch irgendwie gut hinbekommen haben und es irgendwie auch für die Spielrunde spricht, wenn man auch unter Überbordwerfen der eigentlich vorgesehenen Szenenabfolge und unter Zeitdruck noch ein gutes Finale hinimprovisiert.

Dann gingen wir also essen, um 22:00 Uhr, irgendwie passte das aber total gut zu dem Wochenende und zu Berlin und zum Sommer, denn wir saßen trotzdem noch draußen und es war warm und das Restaurant immer noch voll. Wir waren im Tiblisi, einem georgischen Restaurant, und meine Fresse, war das super. Ich hatte vorher noch nie georgisch gegessen, aber ich möchte das dringend wiederholen. Zur Vorspeise gabs schonmal neben gemischten kalten Cremes mit Bohnen, Roter Bete und Spinat so eine Teigspeise, die mehr oder weniger „Teigfladen – Käääääse – Teigfladen“ war, und mit wenig erfreut man mich ja mehr als mit geschmolzenem Käse. Und danach hatte ich dann Lachs aus dem Ofen, mit kleinen Kartoffeln und mit Käse überbackenen Auberginen und Minzjoghurt und das Ganze lag auf einem Teigfladen, den man dann am Ende, als er sich mit all den leckeren Sachen vollgesogen hatte, auch noch essen konnte. Und dazu gabs noch drei verschiedene Saucen und überhaupt. Es war unglaublich lecker. Der Wein dazu war laut meinen Begleitern auch gut, und am Ende gabs für die anderen noch einen georgischen Grappa und für mich Traubensaft, denn der nette Kellner hatte gemerkt, dass ich keinen Alkohol trinke.

Eigentlich hatten wir dann noch angedacht, Cocktails trinken zu gehen. Aber da die angedachte Bar leider ein Stück entfernt und eine Raucherkneipe war und ich sowieso nur ne Cola hätte bestellen können … haben wir das dann gelassen. Was mich ärgerte, aber der Kopf sagte sehr entschieden „nein“. Stattdessen haben wir dann noch bei Marcus daheim gesessen und Scotch (die anderen) und Ginger Ale (ich) getrunken. Irgendwann konnte ich dann vor Müdigkeit nicht mehr geradeaus gucken und ging ins Bett. Wo ich diesmal immerhin 8 Stunden schlief, hurra.

Am Sonntag war dann noch Brunch angesagt, nämlich im Samowar, einem russischen Restaurant. Da gibt es natürlich auch russisches Essen und das war schon sehr spannend, denn die meisten Gerichte kannte ich gar nicht. Obwohl ich weder Hering noch rote Beete sonderlich mag, fand ich das Schuba sehr lecker, das ist Hering, rote Beete und … anderer Kram, Sauerrahm glaub ich und … noch irgendwas. Außerdem gab es leckere Teigtaschen und alle möglichen Salate und Süßspeisen und ach ja, Tee natürlich, aus dem Samowar, von dem ich nicht wusste, wie man ihn bedient (Serviceblog-Content: Aus der oben stehenden Kanne die Tasse ca. halb voll mit dem starken Tee gießen, dann aus dem Hahn mit heißem Wasser verdünnen). Da ich ja nicht ständig in Berlin bin, hatte ich noch alle Leute, die ich da sonst so kenne, gefragt (bzw. fragen lassen) und so waren wir dann immerhin 8 Leute und ich hab mich gefreut, dass so viele Zeit und Lust auf ein Treffen hatten. Und außerdem wurde ich noch mit einer coolen Star Wars-Schürze beschenkt, worüber ich mich sehr gefreut hab. (Außerdem haben wir jetzt ein Purple Tentacle-Stofftier. Wie konnten wir nur ohne leben??)

Am Ende wurde es dann nochmal hektisch, denn der Weg zum Bahnhof gestaltete sich etwas länger als kalkuliert, sodass wir dann so ungefähr 90 Sekunden vor Abfahrt in den Zug hüpften. Der tatsächlich pünktlich war und außerdem halbleer, also saßen wir zu zweit auf einem Vierersitz und dösten so bis Hamburg vor uns hin.

Alles in allem war es, trotz meiner Unfitheit, die mich vermutlich selber am meisten geärgert hat, ein wunderbares Wochenende. Nette Leute, gutes Essen, tolle Rollenspielrunde und Sonnenschein – besser gehts ja kaum. Vielen Dank an Marcus und alle anderen, ich hoffe auf baldige Wiederholung! 🙂

PS: Das ganze Wochenende war ja super und wunderschön und entspannt und überhaupt, aber der schönste Moment war dann tatsächlich nicht beim Spielen oder beim Essen, sondern das war Sonntagvormittag, als wir zu dritt müde, angekatert (ja, ich auch, wusstet ihr, dass man von Knoblauch einen Kater bekommen kann…?) und in Schlafklamotten zwei Stunden schnackend in der Küche Kaffee tranken.

PPS: Muss meine Entscheidung, keine Sitzecke in der neuen Küche zu wollen, wohl dringend revidieren.

PPS: Society of Dreamers/Gesellschaft der Träumer erscheint irgendwann demnächt-ish bei System Matters.

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Podcast, Folge 0

Während ich also neulich auf Korfu am Pool rumlag, ging auf Twitter der Wunsch rum, es sollte doch echt mal mehr Frauen geben, die Rollenspielpodcast machen. Geäußert wohl ursprünglich von Daniel im System Matters-Podcast, schlossen sich doch ziemlich viele Leute an, die das offenbar gerne hören wollen und der Meinung waren, Judith Vogt (die hier mittlerweile in fast jedem Beitrag erwähnt wird, aber this is my life now 😉 ) und ich könnten da ja geeignet für sein. Wir schrieben also wild (und meinerseits in unfassbar schlechtem Wlan) hin und her und kamen dann irgendwie von „Hilfe, nein, das können wir doch gar nicht und wie man das technisch macht, wissen wir erst recht nicht“ zu „hm, aber cool wär es ja doch“ zu „verdammt, wir können vermutlich nur einschätzen, wenn wir einfach mal eine Folge aufnehmen und editieren und so“.

Ja, und das ist jetzt inzwischen passiert und wir können euch heute stolz die Folge 0 eines noch nicht benannten Podcasts präsentieren. Hurra!

Unsere grobe Idee ist es, durchaus über Rollenspiel zu sprechen, aber auch über andere und generelle Nerdthemen (hallo, ich mach ja wohl keinen Podcast, in dem ich nie über Star Wars reden darf!) – und das Ganze natürlich immer quasi aus einem weiblichen Blickwinkel. Weil das ja sozusagen die Aufgabenstellung war.

Diese Folge 0 ist jetzt sozusagen erstmal ein Testballon und wir würden gerne Feedback dazu haben, ob das denn jetzt so ungefähr das ist, was DAS INTERNET (TM) von uns wollte. Dass Ton und Editing noch ausbaufähig sind, ist klar, aber zum Inhalt hätten wir natürlich gerne eure Meinung. Falls wir mehr Folgen machen, gibt es natürlich auch irgendwann eine Website, einen vernünftigen Feed in den üblichen Podcast-Plattformen und so. Und einen Namen.

Inhalt

Wir reden darüber, was das hier ist, warum wir das machen, wer wir sind und woher wir uns eigentlich kennen. Außerdem sprechen wir über die Frage, wie es denn mit Frauen im deutschen Rollenspiel nun so aussieht und quatschen über Oceans 8. Mit ein paar Spoilern, fürchte ich, andererseits ist bei dem Film jetzt eh nicht so viel da, was man spoilern könnte.

Ihr könnt die Folge direkt hier herunterladen – leider ein Dropbox-Link, weil mein kostenloses WordPress mich keine Mp3s hochladen lässt: KLICK

Oder ihr könnt die Folge auf Soundcloud hören.

SHOWNOTES

Feedback gerne an mich oder Judith per E-Mail oder auf Twitter an @Catrinity und @JudithCVogt!

Die Bartspielhilfe

Eis und Dampf-Material zum Gratis-Rollenspiel-Tag:

Von Hannah Möllmann

Von Antonia Schmalstieg

Interview mit Alex Roberts beim 3W6-Podcast

Starcrossed Actual Play als Podcast: Teil 1, Teil 2

Starcrossed Actual Play als Video

Mit Dank an:

Oscar fürs Jingle, Markus Widmer (3W6-Podcast) und Daniel (Spätfilm-Podcast) für technische Beratung und Unterstützung! (Und danke auch an alle, die mir noch Hilfe angeboten haben, die dann nicht mehr nötig war.)

 

5 Kommentare

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Was schön war im Januar 2018

Sollte man ja öfter mal machen, drüber bloggen, was eigentlich schön war. Und obwohl der Januar ja meistens irgendwie so ein seltsamer Monat ist, wo man eigentlich nur friert und versucht sich fürs neue Jahr zu sortieren, war in diesem Jahr erstaunlich Action.

Am ersten Januarwochenende gleich drei Tage Besuch – von Ex-Nandurionkollegen Vibart, Ex-DSA-Mitspieler J. und NordCon-Bekanntschaft R. Aber so staffelweise, also der eine von Donnerstag bis Samstag, der nächste von Freitag bis Sonntag. Was dann drei nette Abende ergab, nämlich ein Essen beim Griechen am Donnerstag, Fiakso am Freitag und Star Wars-RPG am Samstag. Zwischendurch nette Gespräche, leckeres Essen und trotz all der Action wenigstens einigermaßen ausreichend Schlaf. Außerdem hatten wir äußerst unkomplizierte und großzügige Gäste, die uns ganz viel Süßkram und Bier und Cola und Schnaps und Kaffee mitbrachten und auch kein Problem damit hatten, wenn ich mal ne halbe Stunde keine Zeit hatte.

Schon lange drauf gefreut, dass es im Januar wieder ein tägliches Yoga-Video von Adriene gibt, und bis auf 2 Tage hab ich auch jeden Tag das aktuelle gemacht (und die 2 Tage dann auch am nächsten jeweils nachgeholt). Wenn ichs also nicht noch in den letzten 3 Tagen verbasel, bin ich up-to-date mit dem Ganzen durchgekommen. Irgendwie war es diesmal sogar meistens gar nicht so anstrengend.

Dann gab es ein Treffen mit lauter Leuten aus dem nichtmehrganzsodunkelgrünen Forum, die ich teilweise seit 13 Jahren nicht gesehen hatte. Das war lustig. Auch wenn das Wetter kacke war, Julie leider wegen nicht fahrender Züge absagen musste und Hamburg im Januar keine gar so geile Location ist, um stundenlang durch die Gegend zu laufen. Aber es war auf jeden Fall nett, all die Leute mal wieder zu sehen. Fun fact: Nachdem ich wochenlang nach 2 Locations gesucht hatte, wo man a) mit einem Rollstuhlfahrer reinkommt und b) ein Veganer was zu essen findet, war dann beim ersten Essen die Veganerin nicht dabei und beim zweiten der Rollstuhlfahrer. Aber da der Rest mit der Auswahl der Location glaube ich auch ganz zufrieden war, war das schon okay. Jetzt dank Besuch auch mal auf der Elphi gewesen. Doch, schon ganz nett, die Aussicht von dort.

Mit dem T. war ich dann letzte Woche Pizza essen bei meinem Lieblingsitaliener. Das war auch sehr nett und ich bin jetzt wieder ein kleines bisschen mehr motiviert, was Schreibprojekte angeht und habe auch zumindest schon ein bisschen was getan.

Eine sehr, sehr erfreuliche Nachricht für den besten Mitbewohner von allen. Ich freu mich immer noch.

Und dann (auch aufgrund der sehr erfreulichen Nachricht) dann noch ein sehr spontan eingeworfenes Wochenende an der Ostsee. Ich weiß nicht, was alle Leute im Januar auch da wollen, es war aber ganz schön schwer, noch ein Hotelzimmer zu finden. Das, was wir dann noch ergattert haben, war dann aber sehr schön. Und das Wochenende auch! Ostseetherme, im Hotel rumhängen und lesen, Essen, Spaziergang, mehr Wellness im Hotel, mehr Essen, zwei Nächte mit 9 Stunden Schlaf ohne trampelnde Kinder morgens um halb 8. Ich wär am liebsten dageblieben.

Der (halb)neue Job ist bisher auch eigentlich im Großen und Ganzen okay. Über die Stunde Gleitzeit morgens hab ich mich schon sehr gefreut, wenn man migränig und matschig aufwacht, ist es sehr entspannend, dann alels in Ruhe machen zu können. Bis auf 4 Stunden, die ich gemeinsam mit der Aushilfe da bin, habe ich mein Vorzimmer für mich allein und das ist schon sehr angenehm. Kein blöder Smalltalk mehr. Keine Kollegin, die mir ihr unspannendes Leben erzählen will. Und wenn mir gerade der Rücken wehtut, steh ich halt kurz auf und hampel ein bisschen rum, stört auch keinen. Die Stimmung ist auch viel besser als im alten Büro, auch wenns natürlich immer noch Arbeit ist, immer noch öfter mal anstrengend und nervig, aber … insgesamt einfach schon besser.

Sonst noch schön im Januar:

  • Nach wie vor immer mal wieder ein Fischbrötchentreffen mit dem besten Mitbewohner von allen, zwar an einem anderen Tag, weil anderer Markt, aber ich arbeite immer noch im Einzugsgebiet der besten Fischbrötchen Hamburgs. Hurra!
  • Zweimal im Lieblingsbrunchlokal zum Frühstück gewesen. Und überhaupt irgendwie ständig was leckeres gegessen.
  • Donnerstags hab ich ja jetzt immer eine Stunde lang Mittagspause, die ich dazu nutze, in einem der tausend Hipsterlokale hier etwas zu essen und dabei zu lesen. Das gefällt mir ausgesprochen gut.
  • Nochmal im Kino gewesen zu The Last Jedi. Und vorher ein Steak gegessen. Das war nett. Ich habe auch nur noch halb soviel geheult wie sonst (im Kino, nicht bei Block House). Ich glaube, auf BluRay kann ich den Film vielleicht mit nur einer Packung Taschentücher überstehen!
  • Offline (online versuche ich das gar nicht erst) erstaunlich viele gesittete und nette Diskussionen über Star Wars geführt.
  • Mit Schwerter und Giganten ist das erste Buch erschienen, das ich lektoriert habe. Hurra!

Nichganzsoschön im Januar

  • mein Knie zickt seit über einer Woche herum, seit ich es mir beim Yoga leicht verdreht habe und dann zwei Tage damit durchs kalte Hamburg gerannt bin. Es wird zwar besser, aber so richtig weg isses immer noch nicht.
  • Im neuen Büro herrscht teilweise immer noch sehr viel Chaos und meine drei Chefs dazu zu bewegen, sich mal zu Entscheidungen durchzuringen, ist ein bisschen wie Flöhe hüten. Oder Beamtenmikado. Irgendwer wird es schon irgendwann machen, aber iiiiiiich hab jetzt keine Zeit.
  • Die Baustelle unter uns ist immer noch da. Zusätzlich sind schon die Hecken entfernt worden für die bald anstehende Abwasserkanalkompletterneuerung. Isch möschte das nischt.
  • Mein neues Hobby: Immer donnerstags, wenn ich erst kurz vor 8 hochmüsste, zwischen 4 und 5 Uhr morgens aufwachen und mindestens ne Stunde wachliegen. Nervt.
  • Es ist kalt, kalt, kaaaaaalt. Und der Frühling wird noch auf sich warten lassen.

So, und morgen muss ich zum Zahnarzt und kriege nen Weisheitszahn gezogen. Der Januar hat also noch das Potenzial, auf dem letzten Meter blöd zu werden. Deshalb poste ich das hier einfach ganz gewieft schon heute!

Und zum Schluss noch wilde Bilder – hauptsächlich Meer. Und Essen. Also das Schönste überhaupt 😉 .

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Schamlose Eigenwerbung, mal wieder

Moin zusammen!

Während ich mich gerade von der NordCon erhole, auf der ich am Wochenende drei sehr spaßige Tage verbracht habe, hier nochmal kurz zwei Hinweise:

Erstens habe ich für das Tor Online-Portal einen Artikel über die Serie American Gods geschrieben. Der befasst sich vor allem mit der Frage, ob die Adaption von Neil Gaimans Roman einfach nur Unterhaltung ist oder wirklich so viel politische Bedeutung hat, wie ihr zugesprochen wird. Wer meine Meinung dazu lesen will:

KLICK!

Und zweitens durfte ich zum zweiten Mal im Spätfilm-Podcast zu Gast sein, mit einem Thema, das mir auch sehr am Herzen liegt: Weibliche Heldinnen in Hollywood-Actionfilmen. Wir sprachen über Hunger Games, Mad Max Fury Road und Star Wars (Rogue One und The Force Awakens). Wer mich darüber mit Daniel und Paula schnacken hören will:

KLICK!

Zu einem späteren Zeitpunkt hoffentlich auch wieder mehr anderes aus meinem Leben und so. Aber gerade muss ich erstmal etwas verpassten Schlaf nachholen…

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Nautolanication – The nerdy project of nerdiness

Manchmal macht man ja so Sachen, die sind SO irrsinnig, dass man es gar nicht glauben kann, dass mans wirklich getan hat. Und sowas kommt jetzt.

Wie ihr vielleicht womöglich eventuell wisst *hust*, bin ich ja inzwischen ein komplett riesiger Star Wars-Fan und fangirle so vor mich hin. Das heißt nicht nur, dass ich gerade jeden Tag ein paar Stunden vorm Livestream der aktuell stattfindenden Star Wars Celebration hänge und jeden neuen Trailer, der da gezeigt wird, komplett abfeiere und mich davon in emotionale Abgründe reißen lasse, sondern auch, dass ich natürlich auch Star Wars im Rollenspiel haben muss. Neben einigen Runden Edge of the Empire gibts noch die sporadisch stattfindende Runde über Videochat mit den wunderbaren Vogts. Und da geht die Geschichte los.

Wir spielen nämlich eine Rebellengruppe, die getarnt als Rockband (bzw. Darugaband, so der von Christian erfundene Name unseres Genres) durch die Galaxis tourt, um Rebellenpropaganda zu verbreiten. Die Band hat den klangvollen Namen Duke Lightrazor and the Meilooruns und besteht aus dem charmanten Nautolaner Ran Webb (Christian), dem heimwehkranken Jawa Tok (der Herr Mitbewohner) und meiner mehr schlecht als recht drummenden Twi’lek Tablaa. Als NSC ist unser Sänger Duke dabei, der als einziger nicht weiß, dass wir eigentlich Rebellen sind (und daher öfter mal ausgeknockt, mit nem Groupie ins Hotel geschickt oder „von bösen Rebellen entführt“ wird). Christian hatte schon eine ganze Weile eine Liste mit Songs, die die Band so drauf hat, und neulich schickte er einen umgeschriebenen Text für „Californication“ von den Chili Peppers: Nautolanication.

Dann ist irgendwie alles ein bisschen außer Kontrolle geraten, der Mitbewohner meinte, wir könnten das ja mal einspielen und ich könnte singen, das warf dann das Problem auf, dass ich ja weiblich bin, unser guter Sänger aber männlich. Aber die Band könnte ja vorher mal eine SängerIN gehabt haben, dachte ich mir und schrieb spontan noch eine kleine Kurzgeschichte darüber, wieso sie denn nicht mehr dabei ist. Dann haben wir noch etwas an den Lyrics gefeilt, in einer längeren Session das Ganze eingesungen und der Herr Mitbewohner hat ungefähr 93 verschiedene Spuren in Qubase gebastelt, mit Keyboard und Bass alle Instrumente eingespielt und das Ergebnis dann noch so bearbeitet, dass es wie eine Live-Version klingt.

Ihr seht also, ein ganz klein wenig Irrsinn steckte da schon dahinter, aber es hat wirklich wahnsinnig viel Spaß gemacht und zum Glück wurde es alles noch bis heute fertig, denn so konnten wir es unserer Spielleiterin Judith zum Geburtstag übersenden. 🙂

Und weil es so viel Spaß gemacht hat, der Mitbewohner so viel Zeit reingesteckt hat und ich es irgendwie einfach cool finde, könnt ihr das Ganze jetzt auch lesen und hören:

Nautolanication auf YouTube

Nautolanication auf Soundcloud

And the Meiloorons – Kurzgeschichte zum Nachlesen auf meinem Schreibblog.

Viel Spaß 😉 .

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Urlaubscontent: Toskana

2016-09-11-19-18-34

Es wird Herbst, der Urlaub ist vorbei, die Arbeit hat mich wieder (schluchz!) und alles, was jetzt noch bleibt, ist natürlich: Über den Urlaub bloggen!

Nach zwei Jahren in eher nördlichen Gefilden ging es dieses Jahr also mal in den Süden, genauer gesagt: In die Toskana. Von der man ja immer wieder hört und liest, wie schön es da ist, außerdem ist so ein Urlaub mit warmen Temperaturen ja auch mal schön (auch wenn es in Deutschland dann tatsächlich die meiste Zeit genauso warm war wie dort). Wir waren also eine Woche mitten in der Toskana, in einer Ferienwohnung kurz südlich von Siena, dann noch drei Tage in der Nähe von La Spezia, also an der Grenze zwischen Toskana und Ligurien, und zum Schluss noch eine Nacht in Pisa. Geflogen sind wir nach Pisa, wo wir dann einen Mietwagen gebucht hatten. Ohne Auto würde ich auch den Urlaub da nicht empfehlen, weil man dann glaube ich gar nicht von A nach B kommt. Mit Auto … kann man aber auch Probleme haben, aber dazu gleich mehr.

Worst Urlaubstag ever

Ich fang jetzt einfach mal mit dem beschissenen Teil vom Urlaub an: Am ersten Tag ist uns der Mietwagen verreckt. Ich weiß bis heute nicht, was die Karre hatte, aber nach 10-15 min Fahren war da irgendwas so überhitzt (?), dass der Motor nicht mehr ansprang. Während wir dann gerade noch überlegten, ob wir auf unserem Ausflug in den Supermarkt noch an einer Werktstatt oder Tankstelle anhalten, würgte ich dann leider an einer Ampel am Berg das Auto ab und dann standen wir da. Mitten in Siena. Auf einer zweispurigen Schnellstraße am Hang, mitten im Weg und nach Minuten im Strom von hupenden, fluchenden und vorbeirasenden italienischen Autos (ja, leider ist alles, was man über italienische Autofahrer sagt, wahr). Wir riefen den ADAC – zum Glück hab ich eine Karte, mit der das auch im Ausland geht – und konnten nach ungefähr 20 Minuten das Auto wieder zum Leben erwecken, auf den nächsten Parkplatz fahren und dann dort warten. Es erschien dann nach 90 Minuten der lokale ADAC-Vertragsmensch, der uns sagte, dass er am Auto leider nix machen darf, weils ja nicht meins ist, sondern ein Mietwagen. Damit begann dann die etwa fünfstündige Telefonodyssee, in der wir versuchten, mit Avis zu klären, wo wir nun ein neues Auto herkriegen. Es gibt in Siena zum Glück eine Filiale und da hinzufahren war logischerweise auch das erste, was wir gemacht haben – dort wurde uns praktisch die Tür vor der Nase zugeknallt. Auto wollten sie nicht zurücknehmen, mit uns reden auch nicht, sie seien nicht zuständig, bla. Zum Glück war der ADAC-Vertragsmechaniker in Siena ein echt supernetter Mensch, der uns dann einfach erstmal mit zu seiner Werkstatt nahm und uns half, irgendwie durch den irrsinnigen Dschungel aus tausend verschiedenen, teilweise kostenpflichtigen, teilweise von deutschen Handys nicht anrufbaren Hotlines hindurchzutelefonieren. (Wenn ich hier „wir“ schreibe, heißt das: Der Mitbewohner (und ab und zu der ADAC-Mann). Ich selber war nämlich viel zu sehr damit beschäftigt, verzweifelt zu sein, in regelmäßigen Abständen in Tränen auszubrechen und am liebsten wieder nach Hause fahren zu wollen. Ihr seht, ich bin maximal stressresistent und total geeignet, im Ausland irgendwelche Pannen zu erleiden. Whuzza.)

Der ADAC konnte uns irgendwann nicht mehr helfen, weil sie Avis weigerte, mit denen zu reden, obwohl ich den Wagen über ADAC gebucht hatte. Avis selber war stundenlang gar nicht zu erreichen, bis wir dann endlich eine Nummer hatten, die wir anrufen konnten, vergingen Stunden. Dann irgendwann kristallisierte sich heraus, dass wir wohl das Auto zurückgeben können und von der Filiale in Siena ein neues bekommen. Allerdings mussten wir dazu auf den offiziellen Avis-Abschlepp-Dude warten, der sich erst verspätete und dann im Stau stand und sich noch mehr verspätete. Der sehr nette ADAC-Mechaniker kaufte uns Kaffee und Wasser und ließ uns im Schatten neben seiner Werkstatt sitzen und übersetzte, wenn mal wieder der Mensch an der Hotline kein Englisch sprach (es spricht in Italien gefühlt nur jeder 10. überhaupt ein  paar Brocken Englisch, was die ganze Sache nicht leichter machte). Kurz nach 18 Uhr tauchte dann der Avis-Abschlepper auf, erst war gar keine Verständigung möglich, weil der ADAC-Typ kurz weggegangen war und der Avis-Man wirklich nullkommanullgarnicht Englisch oder Deutsch konnte. Zum Glück tauchte unser Retter dann wieder auf, verklickerte dem Avis-Man, dass er uns jetzt bitte mitsamt dem Auto zur Filiale fahren soll, ehe diese schließt … und das tat er dann auch grummelnderweise. 10 Minuten vor Schließzeit waren wir dann da, radebrechten mit dem Filialtypen, der uns erst nicht so richtig glauben wollte, dass das Auto Schuld war und nicht wir und konnten dann, nach NUR 7 STUNDEN (!) unser neues Auto in Empfang nehmen. Danke, supernetter ADAC-Mann und danke, stressresistenter Mitbewohner! Ohne die beiden würde ich vermutlich heute noch in Siena am Straßenrand sitzen.

Der postkatastrophale Hamsterkauf.

Der postkatastrophale Hamsterkauf.

Ich hatte nach der Nummer ehrlich gesagt die Schnauze gestrichen voll. Wir besorgten dann endlich im Supermarkt jede Menge Essen und verbrachten den nächsten Tag dann komplett im Ferienhaus. Und auch an den übrigen Tagen war meine Einstellung zum weiteren Autofahren eher so „wir werden alle sterben“. Neben der Sorge, dass auch das neue Auto wieder kaputt sein könnte oder dass es uns irgendwo geklaut wird, konnte ich mir auch sehr gut vorstellen, dass wir noch einen Unfall haben, weil die Italiener wirklich alle fahren wie die Irren, egal wie holprig, bergig, schmal oder steil die Straße gerade ist. Deswegen sind wir dann nicht nach Florenz gefahren und auch den Trip in ein Naturschutzgebiet in den Bergen haben wir lieber bleiben lassen.

Nun war das an sich nicht schlimm, da wir ja eine wunderschöne Unterkunft hatten und einfach ein paar Tage mehr am Pool gechillt haben. Das Blöde war nur, dass mein Hirn aus dem Panikmodus nicht mehr rauskam. Ich habe jeden Tag überlegt, was wir machen, wenn wir wieder liegenbleiben. Oder das Auto geklaut wird. Oder uns einer reinfährt oder ich selber gegen eine Mauer fahre. Oder was wir tun, wenn Avis noch endlos viel Geld von uns für das Abschleppen will. Oder oder oder. Leider konnte ich dadurch den Urlaub nicht so wirklich genießen, auch wenn es trotzdem sehr schön war. Generell ist Italien auch irgendwie ein Land, was ich sehr unentspannend finde, weil so bestimmte Sachen einfach nicht stattfinden (z. B. eine Bestätigung von der zweiten Wohnung, dass unsere Anzahlung eingegangen ist, das mussten wir dann erst noch kurz vorher klären) und man aufgeschmissen ist, wenn man die Sprache nicht kann (ich habe kein Problem damit, mit meinen 3 Brocken Italienisch im Restaurant zu bestellen, aber so Nummern wie der Mietwagentausch funktionieren halt schlicht nicht ohne gemeinsame Sprache). Das Fahren und vor allem das Parken (Parkplätze, vor allem bewachte, sind sehr teuer und teilweise auch schwer zu ergattern – in La Spezia haben wir 40 Minuten lang einen Parkplatz in Bahnhofsnähe gesucht) war mühsam und stressig und iiiirgendwie war einfach alles zu chaotisch und wirr für mein anscheinend doch sehr deutsches Gemüt. Argh. Ich war also die ganze Zeit entweder genervt oder besorgt, ärgerte mich permanent, dass ich mich einfach nicht entspannen konnte und bin glaube ich noch nie so froh gewesen, am Ende wieder lebend, ohne weitere Autopanne und mit allem Gepäck am Hamburger Flughafen zu stehen.

Nach dieser kurzen (äh, naja … oder langen) Erklärung, wieso ich trotz allem den Urlaub jetzt nicht so richtig prickelnd fand, nun der eigentliche Bericht.

Gewohnt

Die erste Woche verbrachten wir in einem Agriturismo nahe Siena, das ich eigentlich am liebsten gar nicht verlinken würde, weil ihr das dann bestimmt alle auf die nächsten 20 Jahre ausbucht und ich, selbst wenn ich wollte, nie mehr hin kann :p . Aber na gut: DA. Die Fotos lügen nicht, es ist dort wirklich so schön:

Wir hatten eine Wohnung mit 2 Schlafzimmern, 2 Bädern, Wohnküche und Terasse. Außerdem gibt es draußen noch einige Sitzgelegenheiten sowie einen tollen Pool mit Liegen. Man kann umsonst eine Waschmaschine und den Grill benutzen. Die 3 Häuser des Bauernhofs liegen auf einem Hügel an einer Kiesstraße und es ist wirklich traumhaft still da – nachts hört man nur die Grillen zirpen, tagsüber manchmal ein paar landwirtschaftliche Gefährte in der Nähe, aber nix Störendes. Das Wlan hat auch wunderbar funktioniert, wenn auch nicht bis in die hintersten Räume der Wohnung (dafür aber am Pool). Es ist halt weitab vom Schuss, man fährt so 10 min bis ins nächste Dorf (da gibt es ein Restaurant und einen Kiosk) und ca. eine halbe Stunde bis Siena (und bis zum nächsten Supermarkt). Aber dafür halt auch superschön. Insgesamt wirklich eine traumhafte Unterkunft, die ich nochmal buchen würde, sollte ich mich doch wieder nach Italien wagen.

Dann waren wir noch drei Nächte in Sarzana in einem anderen Agriturismo, das war mehr so mittelprächtig. Die machen das da erst seit 2 Jahren und vielleicht liegt es daran, aber es war nicht so richtig toll. Die Wohnung an sich war okay, aber das Haus liegt mitten in einem Wohngebiet nahe eines Militärstützpunkts, so dass teilweise stundenlang irgendwelche Helikopter da durch die Luft kreisten. Außerdem war die Klimaanlage unglaublich laut und das Wlan ging nicht. Also es ging so mit einem halben Balken, wenn man im Garten herumgewandert ist … manchmal. Das hat mich richtig angekotzt, ich suche mir ja nicht umsonst Unterkünfte mit Wifi aus, und wenn man dann damit wirbt und es am Ende gar nicht vorhanden ist, nervt mich das richtig. Zumal wir ja immer ohne Reiseführer, Straßenatlas oder sonstwas unterwegs sind und alles mit dem Handy planen. Naja, insgesamt wars schon okay in der Unterkunft, aber nochmal würde ich da nicht hinfahren.

Die letzte Nacht waren wir dann im Hotel Bologna in Pisa. Das liegt sehr schön zentral mitten in der Stadt und hat, wenn man direkt über die Homepage bucht, einen kostenlosen Shuttle zum und vom Flughafen. Das war super. Das Zimmer war okay, leider machte die Klimaanlage vor allem Lärm und wenig Kälte (und das Fenster konnte man auch nicht wirklich aufmachen, weil draußen auch irgendwas laut vor sich hin brummte). Es hätte auch noch Frühstück gegeben, aber wir mussten leider schon vorher zum Flughafen. Aber die Angestellten da waren supernett, sprachen alle gut Englisch, haben uns morgens beim Warten auf das Shuttle noch Kaffee angeboten und außerdem gute Tipps für Restaurants gegeben. Das war schon sehr fein, insofern kann ich das Hotel empfehlen.

Besucht

Bereits auf dem Hinweg von Pisa zum Ferienhaus waren wir in Volterra. Man fährt da sehr lange die Hügel hinauf und dann ist man irgendwann oben und guckt in sehr viel Landschaft. In Volterra selber gibt es ein sehr spektakuläres altes Amphiteather und theoretisch auch ziemlich viel über die Etrusker – allerdings waren wir ja nur als Zwischenstopp da, dann lief die Zeit vom Parkticket ab und wir mussten doch recht schnell wieder aufbrechen … jedenfalls war es es schon ziemlich schön da und ich hätte auch gerne noch ein paar Stunden mehr da verbracht.

volterra

Weils halt sehr nah dran war, waren wir dann auch in Siena, wo wir unser Auto in einem arschteuren Parkhaus sicher verstaut und dann die Altstadt erkundet haben. Ist auch ganz schön da, viele enge Straßen, ein paar beeindruckende Gebäude, eine schöne Aussicht von der Mauer der Medici-Festung und halt überall touristisches Gedöhns. Länger als einen Tag würde ich in der Stadt jetzt eher nicht verbringen wollen, so spannend war es nämlich auch wieder nicht und außerdem auch recht laut, quasi kein Grün und naja. Schon ganz nett, aber mehr auch nicht. Vielleicht mochte ich die Stadt auch einfach nicht, weil wir da mit dem Auto gestrandet waren.

siena

Ein absolutes Highlight des Urlaubs war auf jeden Fall der Besuch in Monteriggioni. Das ist nicht nur eine coole mittelalterliche Festung, sondern sogar genau die coole mittelalterliche Festung, in der ein Teil von Assassins Creed spielt. Die kann man besuchen, für drei Euro hoch auf den Wehrgang und in ein kleines Museum und ansonsten halt noch da rumlaufen und Notizbücher mit schickem Einband kaufen, weil man ein elender Notizbuchjunkie ist das ein tolles Mitbringsel ist. Endlos riesig ist die Festung natürlich nicht, ein paar Stunden kann man da aber auf jeden Fall verbringen.

monteriggioni

Auf der Fahrt von der ersten zur zweiten Unterkunft haben wir eine lange Mittagspause in Lucca gemacht. Das ist ein weiterer hübscher kleiner Ort, der allerdings noch eine komplett intakte fette Stadtmauer hat, auf der man oben komplett einmal um die Stadt herumspazieren kann. Ansonsten gibt es wie überall enge Straßen, große Kirchen und leckeres Essen. Aber wirklich ein sehr netter Ort, da lässt es sich gut aushalten.

Zweites Highlight des Urlaubs – und der Grund, wieso wir noch das Quartier gen Ligurien gewechselt haben: Die Cinque Terre. Das heißt einfach „die fünf Dörfer“ und es sind – haltet euch fest – fünf Dörfer, die an der ligurischen Steilküste liegen und die Unesco-Weltkulturerbe und schrecklich hübsch sind. Und natürlich vollkommen mit Touristen überflutet, aber ein Ausflug dahin lohnt sich trotzdem. Man kann da mit dem Auto nicht wirklich hin – also man kann schon, aber dann muss man einen abstellen, der die ganze Zeit im Kreis fährt, denn parken kann man da noch weniger als im Rest von Italien. Deswegen sind wir der Empfehlung gefolgt und haben uns in La Spezia in den Zug gesetzt, der zwischen allen Dörfern hin und her fährt. Das ist auch einigermaßen bezahlbar, man zahlt pro Person 16 Euro für beliebig langes Zugfahren, Wlan an den Bahnhöfen, kostenlose Benutzung der Toiletten und Zugang zu allen Wanderwegen. Ja, Wanderwege. Die Cinque Terre sind nämlich auch berühmt für ihre Wanderwege, man kann von Dorf zu Dorf auf verschieden langen und schwierigen Routen herumwandern. Und da wir uns, obwohl wir ja eher keine Wandertouristen sind, das auch nicht entgehen lassen wollten, sind wir dann zwischen Dorf 3 und 4 den Küstenpfad entlang gewandert. Wobei Dorf 3 gleich damit losgeht, dass man vom Bahnhof ins Dorf hinauf ungefähr eine Trillion Treppenstufen nach oben steigen muss. Und danach kam dann erst die Wanderung: 2,5 Stunden (mit Pause und in langsam) über einen ziemlich kraxeligen Steinpfad, der ebenfalls reichlich auf und ab ging. Dafür gab es wirklich großartige Aussichten übers Meer und auf die anderen Dörfer.

Der Wanderweg:

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Die Aussicht:

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Und, das ist das Tolle daran, wenn man dann angekommen und in Dorf 4 ganz nach unten gelatscht ist, steht man am Strand.

cinque-terre-strand

Und dann kann man zur Abkühlung und Erholung mal eben ins Meer springen, was einfach großartig war. (Noch großartiger wäre es gewesen, ein T-Shirt zum Wechseln dabeizuhaben, aber well … sie haben uns danach im Restaurant tatsächlich reingelassen und bewirtet, so schlimm kanns nicht gewesen sein.) Mit dem Zug fuhren wir dann noch zu Dorf 5, wo es auch einen wunderschönen Strand gibt.

Insgesamt ein anstrengender, aber sehr schöner Tag und die Dörfer sind auf jeden Fall die Reise wert.

Die letzte Nacht verbrachten wir dann ja in Pisa, so dass wir auch da noch einen Nachmittag herumgelaufen sind. Der berühmte Turm musste natürlich auch besichtigt werden – der Mitbewohner war sogar oben, allerdings war mir das zu anstrengend und hoch (und teuer. 16 Euro pro Person!!), daher habe ich lieber unten gewartet. Pisa hatte ich von einer Schulexpedition irgendwie als komisch und sehr klein in Erinnerung, tatsächlich war es dann zum Glück aber sehr schön und wirkte auch etwas weltoffener als die anderen Orte. Mehr als 1 oder 2 Tage kann man sich da vermutlich trotzdem nicht bespaßen, aber schon auch ein schöner Ort.

turm-unten

turm-oben

Gegessen

Ich hatte ja so meine Probleme mit Italien – allerdings verschwanden die meist vorübergehend ins Nirgendwo, sobald wir essen gegangen sind oder im Supermarkt waren. Es gibt soooooo großartiges Essen in Italien! Was die Supermärkte dort für Kram in den Theken anbieten, ist der Wahnsinn, und Kochen macht auch richtig viel Spaß mit all den leckeren Zutaten:

Auch sehr viele gute Restaurantbesuche hatte der Urlaub zu bieten. Toll war z. B. die speziell in der Toskana verbreitete „white pizza“ bzw. Chiaccini (?), also Pizza mit heller Sauce statt mit Tomatensauce. Die habe ich zweimal gegessen und sie war ziemlich gut. Auch toll: Pistazieneis. Also nicht das grellgrüne mit irgendeinem Aroma, was es hier meistens gibt, sondern halt Nusseis aus Pistazien. Schmeckt göttlich. An den drei Tagen am Meer haben wir auch einfach immer Antipasti di mare bestellt und immer sehr tolle frische Fische und Meeresfrüchte bekommen. Auch toll war der gegrillte Thunfisch. Und in der einen Pizzeria gab es als Vorspeise so frittierte Pizzateig-Stückchen, das war auch unglaublich lecker. Tatsächlich haben wir nicht einmal irgendwo gegessen, wo es irgendwie schlecht war. Und Restaurantbesuche sind doch eine Ecke günstiger als in Deutschland – selbst am letzten Abend mit vier Gängen, Likörchen und fettem Trinkgeld sind wir nicht über 90 Euro gekommen.

Ein paar der Restaurants, in denen wir waren (und an die ich mich noch gut genug erinnern kann, um sie bei Google wiederzufinden…):

Die Osteria Il Ristoro in Ville di Corsano war das einziges Restaurant  Dorf neben unserem Agriturismo. Man sollte telefonisch reservieren, es war immer sehr voll da. Gute Pizza, tolle Vorspeisen, sehr leckeres Pistazieneis.

Das Il Tritone in Marinella di Sarzana – spezialisiert auf Fisch und Meeresfrüchte, man kriegt aber auch Lasagne oder Nudeln mit Fleischsauce. Tolle Auswahl an Antipasti di mare – die auch tatsächlich zu wechseln scheinen, je nachdem, was es gerade frisch gibt, denn wir waren an zwei verschiedenen Tagen da und hatten zweimal komplett verschiedene Auswahl. Der gegrillte Thunfisch ist auch toll.

Auch in Marinella di Sarzana: Das Zena mare – Ähnliche Auswahl wie im Tritone, liegt auch ungefähr 50 Meter weiter, aber etwas mehr fancy und mit Option Tisch mit Meerblick am offenen Fenster. Sehr schön. Da waren wir auch nachmittags am letzten ligurischen Tag, weil man da auch Strandliegen mieten kann. 10 Euro am Tag für 2 Liegen, Stuhl, Tisch und Sonnenschirm find ich auch sehr okay.

In Pisa waren wir mittags im Caffé Toti – das ist ein Café mit Kaffee (surprise!), Süßkram, aber auch Pizza, Nudeln und so … Brettern mit Zeuch. Also man kann da so Holzbretter mit verschiedenen kleinen Sachen (Wurst, Käse, Mozarella und Salat, Bruschetta, etc.) bestellen, das war sehr gut.

Am letzten Abend in Pisa waren wir dann im Ristorante della Bandierine und alles war sehr gut da. Es gibt so das Rauf und Runter der italienischen Speisekarte – Pizza, Nudeln, Carpaccio, Caprese, Tiramisu … aber alles sehr gut. Sehr gemütlich, man kann da nett sitzen.

Ristorante Montalbuccio – da waren wir an des Mitbewohners Geburtstag. Man sitzt zwar etwas seltsam in so einer Art Party-Pavillon mit Plastikfenster-Dingens, aber das Essen war auch da gut. Die verschiedenen Bruschetta zur Vorspeise waren nicht so sehr mein Fall, aber die Nudeln und das Steak waren sehr gut.

Zum Abschluss noch ein paar obligatorische Essensfotos:

Und was noch an Fotos so übrig ist:

sonnenuntergang

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landschaft1

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Insgesamt: Schöner Urlaub, der mir leider durch meine Unfähigkeit, mich nach dem ersten Katastrophentag wieder zu entspannen, ziemlich verleidet wurde. Tipp: Italien möglichst mit funktionierendem Auto und Italienischkenntnissen bereisen. Und ich hätte jetzt leider schon wieder Lust auf eine leckere italienische Pizza.

PS: Wem dieser schon wieder irrsinnig lange Blogartikel nicht lang genug ist, der kann natürlich auch noch auf Twitter unter meinem höchst eigenen Urlaubshashtag #Tuscatrinity meine Tweets nachlesen.

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Urlaubsauftakt: Streetfoodmarkt

Nachdem ich dieses Jahr ja irgendwie gar keinen Eintrag darüber geschrieben hab, dass ich fertig und urlaubsreif bin und warte, dass es endlich soweit ist: Ich habe Urlaub! Hurra! Noch bin ich zu Hause, aber bald geht es auch los in die Toskana, wo es laut Vorhersage schön und warm und sonnig ist und wo wir hoffentlich ein paar nette Tage haben werden.

Allerdings hab ich mit den coolen Sachen, die man im Urlaub so tut, gleich mal gestern nach der Arbeit angefangen. Ich hab nämlich neulich gelesen, dass es in Hamburg inzwischen tatsächlich einen regelmäßig stattfindenden Streetfoodmarkt gibt, der – zumindest den Sommer über, ich weiß nicht, ob auch im Winter – jeden Donnerstag auf dem Spielbudenplatz stattfindet. Der Spielbudenplatz, liebe Nicht-Hamburger, ist ein großer Platz auf der Reeperbahn, und der war früher mehr so ömmelig, inzwischen ist er aber total nett gemacht mit Getränkeständen und im Sommer auch Liegestühlen und Bänken zum Draußensitzen. Im Winter findet da auch der St. Pauli-Weihnachtsmarkt statt, soweit ich weiß. Und halt aktuell jeden Donnerstag der Streetfoodmarkt, der unter dem Titel Street Food Session – St. Pauli-Straßenmampf steht.

Ich bin ja ein riesiger Fan von gutem Essen und abgefahrenen Sachen und war schon in London total begeistert von den Märkten im Bourough und in Camden. Umso größer meine Freude, dass es das jetzt hier auch gibt. Und gestern hatten der Mitbewohner und ich dann auch mal Zeit, hinzugehen.

Tatsächlich war es ein sehr großartiger Besuch und ich bin sehr begeistert von dem Markt. Es gibt nämlich nicht nur so an die 20 Foodtrucks und diverse Getränkestände, sondern auch Tische und Bänke en masse, so dass es wirklich kein Problem war, immer ein Plätzchen zum Essen zu finden. Außerdem schien die Sonne und es war bestes Wetter, die Leute an den Ständen waren alle total freundlich und das Essen wirklich ausnahmslos gut. Preislich liegen die Gerichte natürlich etwas höher, aber ich fand das für die Qualität völlig angemessen. Man hätte zum reinen Sattwerden sicherlich mit 10-15 Euro sehr weit kommen wollen, aber wir wollten ja so viele Sachen wie möglich probieren.

Und na-tür-lich habe ich Fotos gemacht!

Saté-Burger (Hähnchenfleisch mit Erdnusssauce und Gemüse im Burgerbrötchen)

Saté-Burger (Hähnchenfleisch mit Erdnusssauce und Gemüse im Burgerbrötchen)

Noch ein Burger, diesmal mit Hackpatty, Käse, Spiegelei und Babyspinat

Noch ein Burger, diesmal mit Hackpatty, Käse, Spiegelei und Babyspinat

 

Meine liebste kulinarische Neuentdeckung: Avocado-Fries

Meine liebste kulinarische Neuentdeckung: Avocado-Fries

"Ferkelbox" - Spanferkelfleisch mit Sauerkraut, Ruccola, Röstzwiebeln und Sauce

„Ferkelbox“ – Spanferkelfleisch mit Sauerkraut, Ruccola, Röstzwiebeln und Sauce

Von einem der BBQ-Stände: Smoked Pulled Pork mit Kartoffelchips, Käse und Sauce

Von einem der BBQ-Stände: Smoked Pulled Pork mit Kartoffelchips, Käse und Sauce

Des Mitbewohners Cupcake. Devise: Hauptsache bunt. Schokoteig mit Pfirsischfrosting, Schokosauce, Marshmallows und Streuseln

Des Mitbewohners Cupcake. Devise: Hauptsache bunt. Schokoteig mit Pfirsischfrosting, Schokosauce, Marshmallows und Streuseln

Und mein Cupcake: Schokoteig mit Erdnussbutterfrosting, Karamellsauce, Nüssen und Salzflocken

Und mein Cupcake: Schokoteig mit Erdnussbutterfrosting, Karamellsauce, Nüssen und Salzflocken

Ich hoffe, die Bilder bringen es ein bisschen rüber: Es war alles wahnsinnig lecker! Und es hätte noch so viel andere Sachen gegeben, die ich hätte probieren wollen. Aber auch wenn wir uns all die Gerichte jeweils geteilt haben – mehr ging wirklich nicht rein. Insofern muss ich wohl  einfach bald mal wieder hin 😉 . Welche Trucks da sind, kann man übrigens jede Woche auf der oben verlinkten Homepage sehen.

Zum Schluss noch ein paar weitere Fotos vom Markt an sich – wirklich eine tolle Sache und absolut einen Besuch wert.

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