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Cosplay, Chaos, Käsespätzle – Auf der Comic Con Germany in Stuttgart

2016-06-25 12.35.43Letztes Wochenende fand die erste deutsche Comic Con statt – zum zweiten Mal. Was nicht an einem Zeitparadoxon liegt, sondern daran, dass es gleich 2 Veranstalter gibt, die beide die Idee hatten, eine ComicCon nach Deutschland zu bringen. Letzten Dezember fand die German Comic Con in Dortmund statt, letztes Wochenende die Comic Con Germany in Stuttgart. Und ich war tatsächlich auf beiden Cons, auch wenn ich im Dezember nicht wirklich drüber gebloggt habe.

Nun ist Stuttgart nicht gerade um die Ecke, aber es waren 3 Schauspieler aus meiner liebsten Lieblingsserie Agents of SHIELD angekündigt, auch wenn natürlich diejenige, wegen der ich ursprünglich überhaupt fahren wollte (Ming Na Wen aka Melinda May) wieder abgesagt hat. Aber da hatte ich die Tickets eh schon gekauft. Außerdem wohnt der geschätzte Mitnanduriat Vibart ja in Stuttgart, so dass es sich sehr anbot, die Comic Con mit einem Besuch bei ihm zu verknüpfen. Der Mitbewohner und ich kauften also Tickets und Flüge und machten uns frohgemut am Freitag auf den Weg nach Stuttgart.

Der Plan war: Am Freitag um 20:30 Uhr abfliegen, 21:45 Uhr ankommen, gemütlich zu Vibart fahren, schlafen, Samstagvormittag zur Con fahren. Samstagabends Fiasko spielen mit Vibart und unserem ehemaligen DSA-Mitspieler, der in der Nähe von Stuttgart wohnt. Sonntag wieder zur Con, dann direkt zum Flughafen, 16:20 Uhr abfliegen, 17:35 Uhr ankommen, gegen 18:00 Uhr zu Hause sein. Jaha. Soweit der Plan. Dass Pläne den Erstkontakt mit der Wirklichkeit nicht überleben, ist ja bekannt, aber so viel Chaos und Clusterfuck und beschissene Reisedinge habe ich ernsthaft noch nie erlebt.

Freitag warens in Hamburg gefühlte eine Million Grad und 500 % Luftfeuchtigkeit. Also tolles Wetter, was mir ebenso tolle Migräne bescherte. Schlafen konnte ich auch nicht wirklich, so dass ich schön völlig übermüdet aufbrach, mit meinem und des Mitbewohners Gepäck zum Bus hetzte, ihn am Bahnhof einsammelte und wir dann noch total rechtzeitig am Flughafen eintrafen, um … festzustellen, dass der Flug eine Stunde Verspätung hat. Hurra. Pizza gegessen, aufs Rollfeld gestarrt, mich gefragt, wieso das Wlan an Flughäfen nie so richtig funktioniert, gewartet. 20:30 Uhr sollten wir eigentlich starten, so gegen 22 Uhr waren wir dann mal im Flieger. Der Pilot sagte durch, dass es wegen der Gewitter überall in Deutschland gar nicht so einfach war, überhaupt die Startgenehmigung zu kriegen, aber nun sollte es auf ner abweichenden Route losgehen. Ging es dann auch, Flug war entspannt, ich hörte die Life Day Episode des großartigen Podcasts, wir flogen an dem Gewitter vorbei, was von oben ziemlich spektakulär aussah. Und landeten dann so kurz nach 23 Uhr. Und dann standen wir da. Und standen. Weil es nämlich in Stuttgart immer noch gewitterte wie Hulle und der ganze Flughafen den Betrieb eingestellt hatte. Hurra. Vibart war derweilen schon am Flughafen und wartete auf uns. Insgesamt standen 20 Flugzeuge am Flughafen rum, aus denen die Leute nicht raus durften. Immerhin waren wir ganz vorne dabei, so dass wir dann als eine der ersten Maschinen abgefertigt wurden – so gegen 1:30 Uhr nachts. Es fiel mir ein bisschen schwer, nicht durchzudrehen, ich habe ja ziemliche Raumangst, und dann so ewig eingezwängt in ein stehendes Flugzeug … gah. Immerhin gabs noch viele Getränke und Schokolade. Und wie immer war es hilfreich, über den ganzen Scheiß live zu tweeten. Danke, liebe Timeline. Irgendwann waren wir dann draußen, fuhren noch einmal quer durch Stuttgart und lagen dann so gegen 3 Uhr auch „schon“ im Bett.

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Wäääären wir nicht nur mit Handgepäck geflogen, hätte ich diesen Chipsschüsselhalter natürlich kaufen müssen. Itsy-Bitsy-DarthMaul!

Samstag also, erster Con-Tag … wir begannen ihn erst gegen Mittag, vorher gabs Kaffee und superleckere schwäbische Brötchen (Wecken?) und Käse und Marmelade. So gegen 12 waren wir dann mal da und kamen auch sofort rein, ohne Schlange der Verdammnis wie auf der GCC. Drinnen dann erstmal Verwirrung. Es gab zwar gut sichtbar platzierte Programmhefte und darin auch Lagepläne der Halle(n), aber es fehlte irgendwie arg der rote „You are here“-Punkt. Zumal ich am Anfang dachte, die farbigen Blöcke auf dem Plan bezeichnen verschiedene Hallen, nicht verschiedene Bereiche in der selben Halle. Anyhoo. Das Agents of SHIELD-Panel, das ich hätte sehen wollen, lief leider schon, da es am Sonntag aber noch eins gab, war das nicht so schlimm. Wir stürzten uns also erstmal ins Getümmel. Es war voooooooll. Aber das war ja auch kaum anders zu erwarten gewesen. Trotzdem fand ichs noch erträglich, man kam noch halbwegs durch die Gänge und es war, auch wenn die Klimaanlage an ihre Grenzen kam, auch noch okay-ish von der Temperatur her. Draußen waren halt auch fast 30 Grad und schwülwarmes Wetter. Was ich absolut toll fand: Es gab eine relativ große Wiese mit Sitzgelegenheiten draußen, so dass man sich auch einfach mal raussetzen konnte, wenn es drinnen zu voll und trubelig wurde.

Tja, was haben wir also so gemacht? Cosplays bestaunt und fotografiert, die coolen Lego-Installationen angeschaut, die vielen Verkaufsstände nach tollen Dingen durchsucht … und uns dann erstmal schön verloren. Never split the party! Wobei es vielleicht doch ein bisschen viel verlangt ist, dass alle zusammen aufs Klo gehen, aber genau so haben wir uns verloren, als wir das getrennt voneinander taten. Und dann schlug das vollkommen überlastete Netz der Messehallen zu – wir konnten uns nämlich nicht erreichen. Weder über Anruf noch über SMS noch über WhatsApp, so dermaßen überlastet war das Netz. Nach mehr als 30 Minuten kam dann doch mal ein Anruf durch und wir fanden uns endlich wieder. Danach habe ich mich dann in die Schlange gestellt, um ein Foto mit Brett Dalton (Grant Ward aus Agents of SHIELD) machen zu lassen – wenn der nun schonmal da war und das nur 35 Euro kostete. Man musste ein Weilchen anstehen, es ging aber relativ zügig voran. Das Fotografieren selbst ging dann wieder in Bruchteilen von Sekunden, was ein bisschen schade ist, aber schon verständlich. Und man bekam das Foto sofort mit, da es auf so nem speziellen Drucker ausgedruckt wurde. Das fand ich super, viel besser als Stunden danach nochmal hin zu müssen um das Foto abzuholen.

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Menschenmasse beim Cosplay Contest

Um 17 Uhr sind wir dann zum Cosplay-Contest, der auf der kostenlosen Panel-Bühne im Foyer stattfand. Gefühlt die ganze Con war da, jedenfalls gab es keinen einzigen Sitzplatz mehr, selbst die Treppen waren voll belegt, obwohl man da eigentlich nicht sitzen sollte. Wir haben uns dann halt nen Stehplatz gesucht. Der Wettbewerb war … so naja. Dazu muss ich sagen, dass ich mir den ja auch schon letztes Jahr auf der GCC angesehen hatte und da war das wirklich das Highlight der Con, trotz teilweise Fehlern in der Musik. Hier hatte ich das Gefühl, dass das Niveau der Kostüme etwas niedriger lag, was vermutlich auch an sehr viel mehr Teilnehmern lag. Auf der GCC waren es glaub ich 15, hier so … 25? 30? Keine Ahnung. Die besten und aufwändigsten Kostüme in Stuttgart waren jedenfalls so die, die auf der GCC in Dortmund so im Mittelmaß waren, scheint mir. Dazu kam dann noch, dass die Bühen winzig war und die Zeit pro Teilnehmer sehr kurz. Zwar präsentierten sich auch alle kurz mit passender Musik, jedoch zwar die Zeit wirklich sehr knapp bemessen – ich schätze, es waren so 10-20 Sekunden, maximal. In Dortmund hatte jeder Teilnehmer so ungefähr ne Minute Zeit, die Bühne war groß und es gab sogar nen Laufsteg, das war dann schon besser. Und in Dortmund hatte ja auch Mháire von Orkenspalter TV moderiert, was um Welten besser war als das Moderationsduo in Stuttgart. Ehrlich, die gingen gar nicht. Ich bin eh schon sehr allergisch gegen diese blöden „Looos, ihr müsst noch lauter Juuuubeln-„-Aufrufe, die da gefühlt nach jedem Teilnehmer kamen. Und die Sprüche waren teilweise auch zum Abgewöhnen. Zum Beispiel sowas wie „Und das nächste Cosplay ist von einer Prinzessin, wir Frauen wollen ja alle mal Prinzessin sein“ oder „Wir Frauen kommen ja immer zu spät, hihi“. Oder vom männlichen Moderator das leicht anzüglich „Den Charakter würde ich ja auch gerne mal … spielen“ als Reaktion auf ein Cosplay eines weiblichen Computerspielcharakters. Ich dachte während der Show, dass die beiden einfach nur unsicher sind und deshalb so viel Blödsinn reden, im Programmheft steht allerdings, sie moderieren solche Wettbewerbe schon seit Jahren. Naja. War dann wohl einfach nicht mein Humor. Nachdem alle Teilnehmer sich präsentiert hatten, sind wir dann los, weil wir ja noch verabredet waren. Hinterher hab ich auf Twitter noch gelesen, dass es wohl ne After-Con-Party gab. Die aber erst angekündigt wurde, als quasi schon alle weg waren. Okay, aber wir wären eh gefahren. Zusammen mit gefühlt dem Rest der Con, es war jedenfalls eine ewig lange Schlange vor den Fahrkartenautomaten und die erste Bahn fuhr ohne uns, weil wir schlicht nicht mehr reinkamen. Zum Glück fuhr dann kurz danach die nächste.

Der Abend war dann supernett und definitiv das Highlight des Wochenendes. Vibart bekochte uns mit suuuuperleckeren Käsespätzle und schwäbischem Kartoffelsalat, wir hatten eine großartige Fiasko-Runde (passend zur EM mit dem Endspiel-Playset, was wirklich gut ist und jede Menge Ideen hergibt) und es war total cool, unseren Ex-Mitspieler mal wieder zu sehen. Insgesamt ein großartiger Abend.

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Nicht-die-Con-Schlange … am AirBerlin-Schalter.

Am nächsten Morgen sind wir dann sehr früh hoch, wieder auf zum Flughafen, Gepäck eingeschlossen, rein in die Messe, Tickets für das Agents of SHIELD-Panel gekauft … und während wir grad in die Halle reingingen, rief mich Kari an und fragte, ob mein Flug auch gestrichen wurde. Ich wusste von nix (weil ich mir nicht alle Mails aufs Handy weiterleiten lasse). Hätte sie mich nicht angerufen, hätte ich nicht mal mitbekommen, dass Air Berlin einfach mal alle Flüge von Stuttgart nach Hamburg gestrichen hat am Sonntag. Blöderweise ging genau dann auch das Panel los und ich wollte es mir trotzdem anschauen, auch wenn ich total abgelenkt war durch diese Flug-Scheiße. Aber es war trotzdem sehr cool. Brett Dalton und Marc Dacascos (den meisten vermutlich bekannt als der Martial-Arts-Indiander aus Pakt der Wölfe) hatten sichtlich Spaß, waren superlustig drauf und sehr unterhaltsam. Die 10 Euro wars auf jeden Fall wert, wir haben sehr viel gelacht und es war auf jeden Fall nett, mal 2 Schauspieler einer Lieblingsserie live zu erleben. Dass die Panels in ner eigenen Halle waren und was kosteten … hmja. Ich sag mal so: Da ich nur das eine Panel sehen wollte, war es nicht schlimm, bei mehreren würde es vermutlich sehr ins Geld gehen.

Danach zurück in die Halle, Vibart eingesammelt, auf zum Air Berlin-Schalter am Flughafen – gut zu erkennen an der meterlangen Schlange. In der wir dann zur Abwechslung mal wieder warteten. So ungefähr eine Stunde lang. In der wir uns dann schonmal einen anderen Flug sicherten, vorsichtshalber. Mir wärs ja noch egal gewesen, noch nen Tag zu bleiben, auch wenn ich schon auch heimwollte, aber der Mitbewohner musste Montag wieder früh im Büro sein und hatte auch wenig Lust auf Mietwagen, Zug oder anderes. Während wir in der Schlange warteten, boten schon wieder unheimlich viele Leute auf Twitter Rat oder konkrete Hilfe an oder teilten einfach mein ungläubiges Staunen über so viel Bekacktheit. Danke! Das hilft echt immer. Was auch gut half, war am Schalter einfach die Klappe halten zu können, während der Herr Mitbewohner volle Kanne den Anwalt raushängen ließ. War auch nötig. Am Schalter saß nämlich eine Mitarbeiterin des Flughafens, die gar nix mit Air Berlin zu tun hatte und von denen nur die Anweisung hatte, den Leuten Bahngutscheine in die Hand zu drücken. Statt halt Ersatzflug, wie es bei solch kurzfristigen Ausfällen wohl eigentlich sein sollte. Und natürlich ohne Erklärung, was das konkret heißt und worauf man verzichtet, wenn man da unterschreibt (Gutschein natürlich nur gegen Unterschrift). Das war echt so krass, nicht ein Wort der Erklärung, einfach nur „Geben Sie mir mal die Flugnummer … Name … okay, hier ist ein Bahngutschein, unterschreiben Sie hier, nächster bitte“. Das wäre, wenns nach der gegangen wäre, das gesamte Gespräch gewesen. Wobei die Mitarbeiterin natürlich auch nur das machen konnte, was Air Berlin ihr gesagt hat – irgendwelche Mitarbeiter von Air Berlin direkt waren am Flughafen nämlich gar nicht mehr anwesend. Traumhaft, jedenfalls. Also eine Stunde dumm rumgestanden, nur um den Nachweis zu haben, dass Air Berlin uns keinen Ersatzflug angeboten hat. Dann den anderen Flug bestätigt und gleich eingecheckt, damit dann wirklich nix mehr schief geht. Was – für – ein – Chaos.

Danach waren wir mit Vibart noch was essen, ehe er sich nach Hause verabschiedete. Vielen, vielen Dank noch mal für die Gastfreundschaft und das tolle Essen und die schöne Zeit – und sorry für das stundenlange Warten am Flughafen unseretwegen.

Danach noch eine Runde über die Con – dass man, wenn man diese verlässt, nen Stempel abholen muss, um wieder rein zu dürfen, hatten wir auch mal so gar nicht mitbekommen. Aber wir durften trotzdem noch mal rein, nachdem der Orga-Mensch überprüft hatte, wann wir vorher rein und raus waren. Es leerte sich drinnen dann auch rapide, was immerhin nochmal Gelegenheit gab, an einigen Ständen noch mal in Ruhe zu stöbern. Nachdem ich mich am Tag vorher nicht so ganz durchringen konnte, 20 Euro für eine BB8-Tasse auszugeben, war ich dann frustriert genug, um sie mir doch noch zu kaufen (nachdem wir endlich den Stand wiedergefunden hatten).  Zusammen mit meinem neuen Darth Vader-Shirt waren die Einkäufe also sehr Star-Wars-lastig 🙂 . Irgendwann konnte ich aber auch wirklich nicht mehr laufen, so dass wir noch eine Weile auf der Wiese draußen gesessen und Cosplayer beobachtet haben. Dann noch ein kurzes Treffen mit den übrigen Air Berlin-Geschädigten, die sich inzwischen einen Mietwagen organisiert hatten. Und dann wars auch schon Zeit, das Gepäck abzuholen und durch die Security-Kontrolle zu gehen. Statt am Gate zu sitzen konnten wir dann immerhin in so nem Café-Dings noch die erste Halbzeit des Deutschland-Spiels schauen, ehe wir zum Boarding mussten. Der Heimflug mit EuroWings war dann auch pünktlich und sehr entspannt – jetzt müssen wir nur noch das Geld dafür wiederkriegen.

Insgesamt war es schon ein cooles Wochenende, aber doch ziemlich überschattet von dem ganzen Chaos und bei mir auch noch Migräne und zu wenig Schlaf. Insofern ist meine Beurteilung der Con vielleicht auch etwas getrübt. Insgesamt fand ich sie sehr gut organisiert – es gab viele Helfer, genügend Programmhefte mit den wichtigsten Infos, auch die Messemitarbeiter wussten übers Wichtigste Bescheid und man musste nirgendwo unangemessen lange warten. Die Panels in der Extra-Halle waren zwar noch mal ein zusätzlicher Kostenfaktor, aber irgendwie ist so ein gesonderter Raum doch etwas cooler als wenn allzuviel Chaos und Getöse drumrum ist, so wie es bei der GCC in Dortmund war. Kritikpunkte: Kein verfügbares Wlan und unglaublich überlastetes, nicht funktionsfähiges Handynetz – das führte zu unnötigen Suchaktionen der Mitbesucher. Auch der Cosplay-Wettbewerb war, siehe oben, verbesserungswürdig. Ansonsten sehe ich ehrlich gesagt keinen so riesigen Unterschied zwischen den beiden Cons – gerade so als reiner Besucherin, die einfach nur gucken, ein bisschen shoppen und vielleicht ein paar Schauspieler sehen will, waren beide Veranstaltungen sich doch recht ähnlich, wobei ich der GCC noch zugute halten will, dass die Veranstalter hoffentlich dazu gelernt haben und es nächstes Mal nicht wieder 90 Minuten Schlangestehen vorm Eingang geben wird.

Auf welche der German Comic Cons Germany ich wiede fahre, werde ich wohl a) von den Stargästen, b) der Erreichbartkeit und c) dem Rahmenprogramm (aka Bekannte und Freunde dort treffen und mit denen danach noch was machen) abhängig machen. Und generell dachte ich bei beiden Veranstaltungen, dass ein Tag auch gereicht hätte, also nächstes Mal werd ich vielleicht einfach nur einen Tag hinfahren.

Zum Schluss noch ein paar Fotos:

 

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Finnland für Fortgeschrittene

(Teil 2 des Finnlandurlaubs-Berichtes, Teil 1 ist hier.)

Wir verließen also Lappland und fuhren nach Süden. Aus Gründen der Dusseligkeit meinerseits hatte sich die Reiseroute kurz vor Abfahrt noch einmal recht stark geändert, denn versehentlich hatte ich ein falsches Hotel gebucht. Statt in Kemi an der Ostsee befindet sich nämlich ein gleichnamiges Hotel auch in Jyväskylä, was mehrere hunder Kilometer weiter südlich liegt. Das wären flauschige 10 Stunden Fahrt an einem Tag gewesen, so was möchte natürlich kein Mensch. Daher – und weil ich trotzdem in das sehr toll klingende Hotel wollte – wurde die erste Nacht gecancelt und ein Hotel für den Zwischenstopp gesucht, was halbwegs in der Mitte liegt.

2015-09-11 09.40.44So landeten wir dann für eine Nacht im Hotel Iso Syöte. Das ist ein Hotel, das auf einem Berg nahe eines Naturschutzgebietes liegt und von dem aus man einen tollen Ausblick in die Umgebung hat. Besonders morgens, als die Wolken noch im Tal hingen, während oben schon die Sonne schien, war das ein eindrucksvoller Anblick. Das Hotel selbst ist vermutlich eher als Hotel für die Skisaison ausgerichtet, da es in der Nähe auch ein Skigebiet gibt. Mitte September war es recht leer. Das Zimmer war okay, das Essen ein bisschen überteuert, aber eine Alternative hat man auf dem Berg da eben nicht. War trotzdem ganz okay. Die lange Fahrt von etwa 5 Stunden an dem Tag war dann auch so anstregend gewesen, dass ich abends auch gar nix mehr groß machen wollte außer ein bisschen in die finnische Landschaft zu schauen. Nachts gab es sogar nochmal ein wenig Nordlicht zu sehen, aber wesentlich weniger hell – wir waren ja auch wieder südlich des Polarkreises.

2015-09-11 14.01.16Am nächsten Tag stand dann die nächste lange Fahrstrecke von 5,5 Stunden an. Wer hat den Scheiß nur geplant? Ach ja – ich war das. Langsam war ich schon recht genervt vom Fahren, zumal man halt für eine Strecke sehr viel länger braucht als hier in Deutschland, da man im Durchschnitt vielleicht nur so 70 – 80 km pro Stunde schafft. Es musste also wenigstens ein hübscher Zwischenstopp her. Den machten wir dann in Kajaani, einer nette kleinen Stadt mit einer Burgruine. Die war sogar kostenlos zugänglich und auch ziemlich cool. Außerdem haben wir es geschafft, in Finnland für ein Mittagessen von 2 Personen mitsamt Getränken unter 10 Euro zu bezahlen. Unglaublich! Und die Pizza war sogar sehr lecker und so groß, dass wir sie zu zweit gerade geschafft haben.

Am Abend trafen wir dann in Jyväskylä ein und fanden dann auch schnell unser Hotel, das Boutique Hotel Yöpuu. Und hier nun meine Empfehlung an alle zukünftigen Finnlandreisenden: Fahrt da hin! Wirklich! Wenn ich nur eine Unterkunft der ganzen Reise empfehlen könnte, dann wäre es dieses Hotel, das insgesamt auch zu den schönsten Hotels zählt, in denen ich je war. Jedes Zimmer ist dort indivduell gestaltet, unseres hatte eine total tolle blaue Wandfarbe und lustige weiße (dimmbare!) Lampen. Außerdem gab es dort die einzige Dusche auf der ganzen Reise, die sowas wie Wasserdruck entfaltete und nicht nur ein müdes Tröpfeln zustande brachte (ja, das ist so eine Marotte von mir, ich hasse Tröpfelduschen *g*). Aber das Tollste am Hotel ist das Restaurant. Die Bewertungen sprachen da schon von einer sehr guten Küche, wir mussten das natürlich testen und ließen uns beim Einchecken einen Tisch reservieren. Und dann haben wir gegessen. Den ganzen Abend lang. Das Restaurant ist recht klein, sehr schön mit alten Möbeln und Kronleuchtern und tralala. Serviert wird dort moderne Küche mit überwiegend regionalen Zutaten. Empfohlen wurde uns das herbstliche Vier-Gänge-Menü und das haben wir dann auch genommen. Davor gab es einen sehr leckeren Cocktail, zum Essen gab es passende Weine für jeden Gang und, was ich wirklich super fand, auch passende nichtalkoholische Getränke. Sonst sitze ich in so gehobenen Restaurants ja immer da und trinke Wasser, weil ich keinen Wein vertrage, aber hier hatte ich zu jedem Gang einen passenden Saft (teilweise noch gemischt mit Sirup bzw. ein Gemisch aus verschiedenen Säften). Und das Essen war unglaublich gut, die Getränke passten toll dazu, die Kellnerinnen waren superfreundlich und sehr professionell. Zwischen dem Hauptgang und dem Nachtisch wurden wir noch gefragt, ob wir denn noch nen Käsegang zwischenschieben wollten, sie hätten ja gerade so guten Käse aus der Schweiz da (haben wir natürlich gemacht, war auch total klasse). Und zwischen den Gängen verging auch immer ein wenig  Zeit, so dass man nie das Gefühl hatte, total vollgefuttert zu sein. Insgesamt haben wir ungefähr 3,5 Stunden da gesessen, gegessen und uns unterhalten. War ein total schöner Abend, der die lange Fahrt komplett vergessen ließ. Das Frühstück am nächsten Tag war auch total großartig. Ich möchte nochmal dort hin! (Wie die Stadt sonst so ist – null Ahnung, wir waren ja erst abends da und haben das Hotel dann auch nicht mehr verlassen.) Was für ein Glück, dass ich das falsche Hotel gebucht habe!

Als nächstes fuhren wir dann erstmal zurück, denn dank der bescheuerten Planung waren wir auf dem Weg nach Jyväskylä schon durch die Stadt gefahren, in der unser nächster Zwischenstopp war. In Kuopio wohnten wir im Scandic Hotel Kuopio, was direkt am See liegt und auch sehr schön war. Unterwegs waren wir noch auf einem Aussichtsturm, das war auch sehr nett, denn die finnische Seenlandschaft sieht von oben sehr schick aus:

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Das ist übrigens ein Autorastplatz.

Insgesamt hat man spätestens an dem Tag gemerkt, dass wir jetzt in Südfinnland waren, denn die Landschaft war dann doch sehr anders. Mehr Nadelbäume, mehr Grün, keine Rentiere mehr (schluchz). Dafür eben sehr schöne und große Seen (wobei es die im Norden ja auch gibt, man kann generell in Finnland keine 10 Kilometer fahren, ohne an einem größeren Gewässer vorbeizukommen. Eine sehr schöne Sache!). Leider hatten im Süden doch auch noch ein paar Mücken überlebt, die uns gerade in Wassernähe etwas genervt haben. Aber wir hatten Salbe gegen die Stiche dabei, da passte das dann schon. In Kuopio jedenfalls sind wir ein Stück am See herumspaziert, dann waren wir essen in so einem Restaurant-Musikbar-Dings, wo dann – es war ja Samstag – auch eine Liveband spielte. Die waren auch recht gut, so dass wir dann noch eine Weile blieben, teuren Alkohol tranken und zuhörten. Eine Sache muss ich aber nochmal irgendwie im Nachherein ergründen, nämlich die, was der Finne an sich eigentlich unter Karaoke versteht. Bereits in  unserem Hotel in Ivalo hieß es nämlich, am Abend gebe es Karaoke. Wir guckten dann mal, was da so los war und hörten irgendeine finnische Volksweise, zu der ein paar Rentner über die Tanzfläche schunkelten. Nun gut, vielleicht eine andere Zielgruppe. In Kuopio allerdings war es Samstag Abend und wir kamen dann wieder an einer recht jugendorientiert wirkenden Bar vorbei, wo auch gerade ein Karaokeabend sein sollte. Da ich das prinzipiell sehr lustig finde, also da mal rein – jedoch stand auf der Bühne gerade eine junge Frau, die musikalisch Ähnliches von sich gab wie die Rentnerschunkelmusik im ersten Hotel. Wir wtf-ten also und fielen quasi rückwärts wieder aus der Tür. Ist in Finnland Karaoke so eine Art Codewort für finnischsprachige Volksmusik? Hatten wir nur Pech? Gibt es da einen tieferen Sinn? Ich weiß es nicht. Jedenfalls gingen wir dann lieber zuück im Hotel, wo wir dann noch ein warum auch immer stattfindendes Feuerwerk vorm Fenster betrachten konnten. Auch schön.

2015-09-13 18.55.11Vorletzter Halt: Savonlinna. Savonlinna ist eine gar nicht mal so kleine Stadt im Süden Finnlands, die allerdings generell nur so von Juni bis August geöffnet hat. Zumindest ist es uns nicht gelungen, am Sonntag Abend ein Restaurant zu finden, was a) überhaupt offen hat und b) nicht um 20 Uhr schließt (was doof ist, wenn man 19.30 Uhr was essen gehen will). Schwer genervt haben wir dann in einer Art Pizza Hut-Verschnitt eine Pizza gegessen und die Stadt verflucht. Immerhin gibt es da eine große Burg, die Olavinlinna, die man besichtigen kann – die Tour gibt es natürlich auch außerhalb des Sommers nur auf Finnisch, aber man bekommt immerhin eine schriftliche Übersetzung der Erklärungen. Die Burg ist auch echt cool und sehr gut erhalten und man kann in recht viele Teile davon rein. Die Führungen sind immer zur vollen Stunde.

Danach waren wir beim Punkaharju Ridge. Das ist eine aus der letzten Eiszeit entstandene Landschaft – quasi ein sehr dünner Streifen Land, der sich zwischen den Seen entlangzieht. Wie dünn, sieht man auf diesem Bild ganz gut:

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Links Wasser, rechts Wasser, in der Mitte auf dem Damm die Straße. Sehr cool. Da sind wir dann am Nachmittag herumgefahren und haben die wirklich wunderschöne Landschaft betrachtet. Hier gab es dann, obwohl wir im Süden waren, doch wieder sehr viele Birken, zwischen denen sich die Gräser und Farne bereits herbstlich bunt gefärbt hatten. Sah unglaublich toll aus:

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Unsere Unterkunft war diesmal etwas anders, nämlich ein Bed&Breakfast in einem umgebauten Bauernhof. Das war auch sehr toll, sie hatten Kühe und unglaublich puschelige Hunde und einen eigenen See, auf dem man mit kostenlos ausleihbaren Ruderbooten herumfahren konnte. Das Gelände liegt mitten im Wald und es war total still dort und die Luft wieder sehr toll. Da könnte ich mir auch vorstellen, dort mal länger Urlaub zu machen. Wir waren diesmal im Haupthaus und hatten Frühstück dabei, man kann aber auch ein eigenes Häuschen mieten, eine Gemeinschaftsküche nutzen oder auf dem Grillplatz grillen. Am letzten Abend in Savonlinna fanden wir dann übrigens doch noch ein gutes Restaurant, nämlich das Waahto direkt am Hafen. Und hatten anschließend noch einen wunderschönen Sonnenuntergang.

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Der unglaublich puschelige Hund.

Zum Schluss der Reise ging es dann nach Helsinki. Das war wieder eine Fahrt von vier Stunden, ich hatte Migräne und wenig Lust, aber irgendwie haben wir es bis Helsinki geschafft. Immerhin hatten wir noch erreichen können, dass wir das Auto eine Stunde später abgeben konnten als ursprünglich vereinbart und  zwar auch in einer Filiale, die näher an unserem Hotel lag. Autofahren durch die Innenstadt von Helsinki war dank Navi zwar machbar, aber ein wenig anstrengend, da es da Straßenbahnen gibt und ich immer schwerst irritiert bin, wenn ich auf den Schienen derselben fahren soll. Aber dann war die Hertz-Filiale nach vielleicht 15 Minuten auch erreicht, das Auto in der Tiefgarage verstaut und der Schlüssel abgegeben – tschüss, Rotpüschel (ja, ich muss Mietwagen immer alberne Namen geben). Immerhin 2300 Kilometer bin ich in 9 Tagen gefahren. Danach sind wir dann erstmal zum Bahnhof und haben uns ein 2-Tages-Ticket für den Nahverkehr geholt, mit 12 Euro pro Nase durchaus bezahlbar. Die Öffis in Helsinki haben auch einen guten Eindruck hinterlassen, sie kamen dann, wann sie sollten und fuhren dorthin, wo man es erwartet hat*g*.

In Helsinki waren wir im Hilton Helsinki Strand, nicht weil wir auf einmal vom Reichtum überfallen worden wären, sondern weil das Hilton in Helsinki auch nicht groß mehr kostet als andere Hotels. Alternativ hätte man auch in so Ferienwohnungen wohnen können, aber wenn das auch nur 20 Euro weniger kostet als ein Hotelzimmer, seh ich das dann nicht ein. Das Hilton jedenfalls war eigentlich gut. Eigentlich, da a) das Hotel gerade ein Großbaustelle war, weil es saniert wird (zum Glück war im  Zimmer der Lärm nicht zu hören) und b) man im Hilton anscheinend der Meinung ist, im Jahr 2015 sei freies Wlan im Zimmer keine Selbstverständlichkeit. Während wir in jedem Winzhotel in Lappland freies Wifi hatten, kostete das im Hilton 5 Euro. Pro Tag und Gerät. Also 20 Tacken für Wlan, bei nem Zimmer, das eh schon 130 Euro die Nacht kostete. Unverschämt.

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Helsinki: Dom und Denkmal.

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Auf Suomenlinna.

Das schöne Wetter hatte uns dann auch verlassen, Helsinki präsentierte sich im Nieselregen und ich hatte irgendwie gar keinen Bock auf Stadt. Schon der erste Gang durch den recht vollen (also im Vergleich zu Hamburg natürlich nicht, im Vergleich zu Lappland dann doch) Hauptbahnhof fand ich irgendwie stressig und ich hätte auch kein Problem damit gehabt, statt Helsinki anzuschauen lieber doch noch 2 Tage auf dem Bauernhof zu bleiben. Aber nu waren wir schon da. Helsinki ist irgendwie eine Stadt, in der ich glaube ich ganz gut leben könnte, die ich touristisch aber nicht so spannend fand. Besonders groß ist sie nicht, man hat schnell alle wichtigen Gebäude gesehen, und viele der Dinge, die man sich anschauen konnte, waren nicht so mein Fall (es gibt z. B. diverse Kunstmuseen, aber damit kann ich immer wenig anfangen). Außerdem hatte ich mehr oder weniger von Ankunft bis Abfahrt durchgehend Migräne, das macht natürlich auch nicht gerade Lust auf ausgedehnte Ausflüge. Wir waren dann am vorletzten Tag der Reise in Suomenlinna, das ist die große Hafenfestung vor Helsinki. Da kann man mit der Öffi-Karte per Fähre hinfahren, das ist schonmal super. Leider sieht man dann von der Festungsanlage auf der Insel selber weniger als ich so gedacht hatte, weil das Ding verdammt groß ist und man quasi mittendrin steht und auch viele Gebäude halt immer noch genutzt werden und umgebaut worden usw. Wir waren dann noch in einem Museum, wo man sich die Geschichte der Festung anschauen konnte, zum Glück gab es das Ganze auch als Kurzfilm – ich war langsam doch etwas museumsmüde und hatte wenig Lust, mir stundenlang irgendwelche Tafeln durchzulesen. Nachher sind wir dann noch etwas rumspaziert und haben uns dann durch eine Verkettung unglücklicher Umstände eine Stunde lang gegenseitig gesucht. Jaaaahaaa. Never split the party, da ist eben doch was dran. And if you split the party, make sure every party member has his smartphone :p .

Am letzten Abend wollten wir dann nochmal irgendwo schön essen gehen, und da wir schon so oft finnisch gegessen hatten, fiel unsere Wahl dann auf das Steakhouse Grotesk. War eine gute Wahl, bei Cocktail, Vorspeisen, Dry Aged Black Angus und Tarte Tatin ließen wir den Urlaub dann ausklingen.

Okay, am nächsten Tag ging unser Flug erst um 17:30 Uhr und wir haben noch die Markthalle besucht und sind etwas mit der Tram herumgefahren. Aber diese Reisetage sind immmer so verlorene Tage und ich glaube, das nächste Mal möchte ich lieber gleich morgens nach Hause fliegen und nicht noch so einen halbgaren Tag irgendwo haben. Außerdem werde ich das nächste Mal mit einem verdammten Taxi zum Flughafen fahren, weil wir schon wieder mit dem Airport Shuttle gefahren sind und das schon wieder hundert Jahre lang im Stau stand und wir dann schon wieder zum Gate sprinten mussten. Argh. Der Flug war dann aber unproblematisch und diesmal kam auch das Gepäck an 😉 .

Ja. Das wars, mit dem Finnland. Insgesamt war es ein sehr schöner Urlaub, Finnland ist ein tolles Land und ich kann nur empfehlen, dort Urlaub zu machen. Ich möchte auf jeden Fall nochmal hin – dann vielleicht auch mit Hundeschlittentour und Schnee.

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Vorfreude

Heute ist es dann endlich soweit: Mein letzter Arbeitstag vorm Urlaub. Meinem ersten Urlaub seit April, also seit 21 Wochen. So lange habe ich glaube ich noch nie auf die nächsten freien Tage warten müssen und auch wenn das durch den freien Freitag alles etwas abgemildert wurde, bin ich einfach nur froh, wenn ich nachher in 8 Stunden die Bürotür hinter mir zumache und den Laden hier für 17 Tage am Stück nicht sehen muss. Ich habe sowieso eine etwas dämliche Angewohnheit, nämlich im Urlaub jeden Tag nachzurechnen, wie viele Tage ich jetzt noch ausschlafen kann und frei habe, ehe ich wieder ins Büro muss und wenn es dann langsam aufs Urlaubsende zugeht, bin ich immer fürchterlich deprimiert, dass die freie Zeit so schnell dahinrast. Das macht mir dann schlechte Laune, was im Urlaub ja kein Mensch brauchen kann. Guter Vorsatz also für dieses Jahr: Möglichst wenig dran denken.

Ansonsten befinde ich mich grad in letzter Minute noch im Versuch, eine Unterkunft abzuändern, weil ich der Namensgleichheit zweier Hotels zum Opfer fiel und deswegen ein Hotel gebucht habe, das ungefähr 350 Kilometer weiter südlich liegt als das eigentlich gemeinte. Das würde dann bedeuten, an einem Tag eine Fahrt von etwa 10 Stunden (nicht sehr spaßig) und gar keinen Stopp am Meer zu haben (auch doof). Andererseits macht das falsch gebuchte Hotel aber einen sehr guten Eindruck, so dass ich gerade herumwurschele und versuche, irgendwie doch noch ne Möglichkeit zu finden, dort zu übernachten. Was ein Spaß. Zum Glück bin ich zu müde, um schreiend im Kreis zu rennen.

Achja, wo es hingeht, könnte ich wohl auch noch erwähnen: Finnland! Wie ich drauf kam, weiß ich schon gar nicht mehr, einmal glaub ich durch die viele Finnland-Schwärmerei im Blog von Koffer, andererseits durch den Wunsch, irgendwann mal Nordlichter zu sehen. Deswegen fliegen wir auch gleich erstmal nach Lappland und fahren dann wieder runter in den Süden bis Helsinki. Ich bin schon völlig in Panik, ob wir auf dem Hinflug  den Anschlussflug in Helsinki bekommen, weil wir da nur sehr wenig Zeit zum Umsteigen haben. Und wenn das nicht klappt, sitzen wir dann in Helsinki und Hotel und Mietwagen sind 900 km entfernt. Juppheidi. Aber ich hoffe einfach, dass alles klappt.

Was ich bei der Vorbereitung des Urlaubs gelernt habe: Es wird alles exorbitant viel teurer, wenn man nicht dort abreist, wo man ankommt. Also wenn man auf der Hinreise bis Lappland fliegt, dort einen Mietwagen nimmt und den dann in Helsinki wieder abgibt und von dort aus zurückfliegt, so wie es bei uns der Fall ist. Dann kostet der Flug mehr, weil Gabelflug, der Mietwagen kostet mehr, weil Einweggebühr und es ist ein Abenteuer für sich, überhaupt eine Mietwagenfirma zu finden, wo man diese Gebühr vorher einsehen kann und sich nicht mit „lass dich überraschen, wie viel hundert Euro dir zusätzlich abgeknüpft werden“ herumschlagen muss. In diesem Zusammenhang noch eine neue Erkenntnis: Wenn man beim ADAC Mitglied ist, kann man einen Mietwagen über die buchen und kriegt sogar Rabatt! So habe ich es jetzt letzendlich nämlich gemacht. Arschteuer isses trotzdem noch – mehr als das doppelte für die selbe Mietdauer wie letztes Jahr in Irland.

Apropos teuer: Das ist der ganze Spaß übrigens auch. In Finnland ist alles recht teuer, sowohl der Flug als auch die Hotels. Es gibt halt kaum günstige Unterkünfte wie B&Bs, sondern halt meistens entweder Ferienwohnung oder Hütten, die aber meist nur für ne Woche oder zumindest mehrere Nächte zu buchen sind, oder halt Hotels. Und da wir halt rumfahren wollen, sind es eben die Hotels geworden. Naja. Man kann Geld für Schlimmeres ausgeben als nen (hoffentlich schönen) Urlaub.

Mal sehen, wie das Wetter so wird, aktuell meldet Lappland um die 8 Grad und Regen … die Temperatur ist mir egal, aber ich hoffe sehr auf wenigstens ein bisschen Sonne und klaren Himmel. Und natürlich Nordlichter, aber ich weiß nicht, wie hoch die Chance da ist, welche zu sehen. Ab September soll jedenfalls schon mal die richtige Zeit sein. Und der Herbst in Lappland ist angeblich sehr schön.

So wird die Reise jedenfalls aussehen:

Finnland-Route

Wie man sieht, fahren wir fast einmal komplett von Norden nach Süden. Was man jetzt nicht sieht, weil es die selbe Strecke auf der Karte ist: Wir fliegen nach Rovaniemi, fahren dann nach Ivalo ganz im Norden und dann wieder nach Süden. So jedenfalls der Plan. Wenn wir den Flug kriegen, der Mietwagen da ist, diese blöde Hotel-Sache sich klärt und die Welt nicht untergeht.

Aber ich freu mich drauf.

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Urlaub I: Prag

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(Es sei denn, es handelt sich bei dir um Judith, die den ganzen Scheiß jetzt gefälligst lesen muss :p .)

Ach, Prag. Wir hatten einen schweren Start miteinander. Die ersten Stunden mit dir – ich hätte wieder nach Hause fahren mögen. Wie das kam? Weiterlesen

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Eingeordnet unter blabla, Graaaah!