Monatsarchiv: September 2015

Nerd-Zusammenhalt: Bitte um eine Spende für Orkenspalter TV

Es gibt ja Leute, die tun Dinge, die man sich selbst nie trauen würde. Da kann man dann nur bewundernd zusehen, die Neuigkeiten verfolgen und im sicheren Zuhause hoffen, dass alles gut geht. Im aktuellen Fall ging leider … nicht alles gut.

Orkenspalter TV ist ein Projekt von zwei Freunden von mir, die Comics, Rollenspiele, Filme und Games rezensieren, LARP-Filme drehen, Rollenspielabenteuer schreiben, Conventions oganisieren und dergleichen mehr. Was sie so machen, kann man sich auf ihrer Youtube-Präsenz angucken.

Ihr aktuelles Großprojekt ist der durch Crowdfunding finanzierte Steampunk-Scifi-Fantasy-Film Space 1889: The Secret of Phobos, dem Film zum gleichnamigen Rollenspiel. Dafür haben sie es unter anderem geschafft, den Kauf eines Dinosaurier-Roboters zu finanzieren, der im Film eine wichtige Rolle spielen wird. Dieser wird in China gebaut und den beiden kam die verrückte Idee, mit dem ebenfalls für den Film gekauften Wohnmobil nach China und zurück zu fahren, den Dino abzuholen und darüber eine Doku zu drehen. Die Idee war so verrückt, dass sich jemand fand, der ihnen einen Teil der Reise finanzierte und so brachen sie im August dann auch auf, begleitet von 2 weiteren Mitwirkenden des Films.

Ums kurz zu machen: Es ging trotz guter Vorbereitung über eine Reiseagentur, einheimischem Guide (okay, vielleicht auch WEGEN und nicht trotz diesem) usw. einiges schief und aktuell hängen die vier samt Dino mit komplett kaputten Wohnmobil und abgelaufenem Visum in China fest und keiner weiß, wann und wie sie da wieder wegkommen. Das Budget für die Reise ist aufgebraucht und dass bei freischaffenden Autoren und Medienmenschen nicht mal das Geld für nen Flug aus China, eine Spedition für den Dino und eventuelle Bußgelder fürs abgelaufene Visum auf der hohen Kante liegt, ist vermutlich klar.

Deswegen haben 2 weitere Schauspieler des Films einen Spendenaufruf gestartet, den ich hiermit weiterverbreiten möchte. Wenn ihr also vielleicht 2, 5 oder 10 Euro entbehren könnt, um vier gestrandeten Nerds mit Dino unter die Arme zu greifen, schreibt eine Mail an orkenspalterrettung@gmail.com, um eine Kontonummer zu erhalten. Was genau mit dem Geld passiert, könnt ihr euch in diesem Video ansehen.

Ich hoffe inständig, dass die vier bald wieder gesund und munter und samt Dino in Deutschland zurück sind. Updates über die Reise gibt es hier auf Facebook.

Disclaimer: Ja, mir ist klar, dass es momentan noch ganz andere Probleme auf der Welt gibt als vier Verrückte, die mit dem Auto nach China fahren, um eine Doku über einen Nerd-Film zu drehen. Und jeden, der lieber etwas für die Flüchtlingshilfe spendet, kann ich verstehen. Aber wie schade wäre es doch, wenn es in dieser momentan echt bekackten Welt nicht wenigstens ein paar durchgeknallte Nerds gäbe, die irre genug sind, so ein Projekt auf die Beine zu stellen und durchzuziehen, oder?

PS: Völlig vergessen: Wer für seine Spende etwas haben und/oder längerfristig das Projekt unterstützen will, kann das am besten über die Patreon-Seite von Orkenspalter TV tun.

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Finnland für Fortgeschrittene

(Teil 2 des Finnlandurlaubs-Berichtes, Teil 1 ist hier.)

Wir verließen also Lappland und fuhren nach Süden. Aus Gründen der Dusseligkeit meinerseits hatte sich die Reiseroute kurz vor Abfahrt noch einmal recht stark geändert, denn versehentlich hatte ich ein falsches Hotel gebucht. Statt in Kemi an der Ostsee befindet sich nämlich ein gleichnamiges Hotel auch in Jyväskylä, was mehrere hunder Kilometer weiter südlich liegt. Das wären flauschige 10 Stunden Fahrt an einem Tag gewesen, so was möchte natürlich kein Mensch. Daher – und weil ich trotzdem in das sehr toll klingende Hotel wollte – wurde die erste Nacht gecancelt und ein Hotel für den Zwischenstopp gesucht, was halbwegs in der Mitte liegt.

2015-09-11 09.40.44So landeten wir dann für eine Nacht im Hotel Iso Syöte. Das ist ein Hotel, das auf einem Berg nahe eines Naturschutzgebietes liegt und von dem aus man einen tollen Ausblick in die Umgebung hat. Besonders morgens, als die Wolken noch im Tal hingen, während oben schon die Sonne schien, war das ein eindrucksvoller Anblick. Das Hotel selbst ist vermutlich eher als Hotel für die Skisaison ausgerichtet, da es in der Nähe auch ein Skigebiet gibt. Mitte September war es recht leer. Das Zimmer war okay, das Essen ein bisschen überteuert, aber eine Alternative hat man auf dem Berg da eben nicht. War trotzdem ganz okay. Die lange Fahrt von etwa 5 Stunden an dem Tag war dann auch so anstregend gewesen, dass ich abends auch gar nix mehr groß machen wollte außer ein bisschen in die finnische Landschaft zu schauen. Nachts gab es sogar nochmal ein wenig Nordlicht zu sehen, aber wesentlich weniger hell – wir waren ja auch wieder südlich des Polarkreises.

2015-09-11 14.01.16Am nächsten Tag stand dann die nächste lange Fahrstrecke von 5,5 Stunden an. Wer hat den Scheiß nur geplant? Ach ja – ich war das. Langsam war ich schon recht genervt vom Fahren, zumal man halt für eine Strecke sehr viel länger braucht als hier in Deutschland, da man im Durchschnitt vielleicht nur so 70 – 80 km pro Stunde schafft. Es musste also wenigstens ein hübscher Zwischenstopp her. Den machten wir dann in Kajaani, einer nette kleinen Stadt mit einer Burgruine. Die war sogar kostenlos zugänglich und auch ziemlich cool. Außerdem haben wir es geschafft, in Finnland für ein Mittagessen von 2 Personen mitsamt Getränken unter 10 Euro zu bezahlen. Unglaublich! Und die Pizza war sogar sehr lecker und so groß, dass wir sie zu zweit gerade geschafft haben.

Am Abend trafen wir dann in Jyväskylä ein und fanden dann auch schnell unser Hotel, das Boutique Hotel Yöpuu. Und hier nun meine Empfehlung an alle zukünftigen Finnlandreisenden: Fahrt da hin! Wirklich! Wenn ich nur eine Unterkunft der ganzen Reise empfehlen könnte, dann wäre es dieses Hotel, das insgesamt auch zu den schönsten Hotels zählt, in denen ich je war. Jedes Zimmer ist dort indivduell gestaltet, unseres hatte eine total tolle blaue Wandfarbe und lustige weiße (dimmbare!) Lampen. Außerdem gab es dort die einzige Dusche auf der ganzen Reise, die sowas wie Wasserdruck entfaltete und nicht nur ein müdes Tröpfeln zustande brachte (ja, das ist so eine Marotte von mir, ich hasse Tröpfelduschen *g*). Aber das Tollste am Hotel ist das Restaurant. Die Bewertungen sprachen da schon von einer sehr guten Küche, wir mussten das natürlich testen und ließen uns beim Einchecken einen Tisch reservieren. Und dann haben wir gegessen. Den ganzen Abend lang. Das Restaurant ist recht klein, sehr schön mit alten Möbeln und Kronleuchtern und tralala. Serviert wird dort moderne Küche mit überwiegend regionalen Zutaten. Empfohlen wurde uns das herbstliche Vier-Gänge-Menü und das haben wir dann auch genommen. Davor gab es einen sehr leckeren Cocktail, zum Essen gab es passende Weine für jeden Gang und, was ich wirklich super fand, auch passende nichtalkoholische Getränke. Sonst sitze ich in so gehobenen Restaurants ja immer da und trinke Wasser, weil ich keinen Wein vertrage, aber hier hatte ich zu jedem Gang einen passenden Saft (teilweise noch gemischt mit Sirup bzw. ein Gemisch aus verschiedenen Säften). Und das Essen war unglaublich gut, die Getränke passten toll dazu, die Kellnerinnen waren superfreundlich und sehr professionell. Zwischen dem Hauptgang und dem Nachtisch wurden wir noch gefragt, ob wir denn noch nen Käsegang zwischenschieben wollten, sie hätten ja gerade so guten Käse aus der Schweiz da (haben wir natürlich gemacht, war auch total klasse). Und zwischen den Gängen verging auch immer ein wenig  Zeit, so dass man nie das Gefühl hatte, total vollgefuttert zu sein. Insgesamt haben wir ungefähr 3,5 Stunden da gesessen, gegessen und uns unterhalten. War ein total schöner Abend, der die lange Fahrt komplett vergessen ließ. Das Frühstück am nächsten Tag war auch total großartig. Ich möchte nochmal dort hin! (Wie die Stadt sonst so ist – null Ahnung, wir waren ja erst abends da und haben das Hotel dann auch nicht mehr verlassen.) Was für ein Glück, dass ich das falsche Hotel gebucht habe!

Als nächstes fuhren wir dann erstmal zurück, denn dank der bescheuerten Planung waren wir auf dem Weg nach Jyväskylä schon durch die Stadt gefahren, in der unser nächster Zwischenstopp war. In Kuopio wohnten wir im Scandic Hotel Kuopio, was direkt am See liegt und auch sehr schön war. Unterwegs waren wir noch auf einem Aussichtsturm, das war auch sehr nett, denn die finnische Seenlandschaft sieht von oben sehr schick aus:

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Das ist übrigens ein Autorastplatz.

Insgesamt hat man spätestens an dem Tag gemerkt, dass wir jetzt in Südfinnland waren, denn die Landschaft war dann doch sehr anders. Mehr Nadelbäume, mehr Grün, keine Rentiere mehr (schluchz). Dafür eben sehr schöne und große Seen (wobei es die im Norden ja auch gibt, man kann generell in Finnland keine 10 Kilometer fahren, ohne an einem größeren Gewässer vorbeizukommen. Eine sehr schöne Sache!). Leider hatten im Süden doch auch noch ein paar Mücken überlebt, die uns gerade in Wassernähe etwas genervt haben. Aber wir hatten Salbe gegen die Stiche dabei, da passte das dann schon. In Kuopio jedenfalls sind wir ein Stück am See herumspaziert, dann waren wir essen in so einem Restaurant-Musikbar-Dings, wo dann – es war ja Samstag – auch eine Liveband spielte. Die waren auch recht gut, so dass wir dann noch eine Weile blieben, teuren Alkohol tranken und zuhörten. Eine Sache muss ich aber nochmal irgendwie im Nachherein ergründen, nämlich die, was der Finne an sich eigentlich unter Karaoke versteht. Bereits in  unserem Hotel in Ivalo hieß es nämlich, am Abend gebe es Karaoke. Wir guckten dann mal, was da so los war und hörten irgendeine finnische Volksweise, zu der ein paar Rentner über die Tanzfläche schunkelten. Nun gut, vielleicht eine andere Zielgruppe. In Kuopio allerdings war es Samstag Abend und wir kamen dann wieder an einer recht jugendorientiert wirkenden Bar vorbei, wo auch gerade ein Karaokeabend sein sollte. Da ich das prinzipiell sehr lustig finde, also da mal rein – jedoch stand auf der Bühne gerade eine junge Frau, die musikalisch Ähnliches von sich gab wie die Rentnerschunkelmusik im ersten Hotel. Wir wtf-ten also und fielen quasi rückwärts wieder aus der Tür. Ist in Finnland Karaoke so eine Art Codewort für finnischsprachige Volksmusik? Hatten wir nur Pech? Gibt es da einen tieferen Sinn? Ich weiß es nicht. Jedenfalls gingen wir dann lieber zuück im Hotel, wo wir dann noch ein warum auch immer stattfindendes Feuerwerk vorm Fenster betrachten konnten. Auch schön.

2015-09-13 18.55.11Vorletzter Halt: Savonlinna. Savonlinna ist eine gar nicht mal so kleine Stadt im Süden Finnlands, die allerdings generell nur so von Juni bis August geöffnet hat. Zumindest ist es uns nicht gelungen, am Sonntag Abend ein Restaurant zu finden, was a) überhaupt offen hat und b) nicht um 20 Uhr schließt (was doof ist, wenn man 19.30 Uhr was essen gehen will). Schwer genervt haben wir dann in einer Art Pizza Hut-Verschnitt eine Pizza gegessen und die Stadt verflucht. Immerhin gibt es da eine große Burg, die Olavinlinna, die man besichtigen kann – die Tour gibt es natürlich auch außerhalb des Sommers nur auf Finnisch, aber man bekommt immerhin eine schriftliche Übersetzung der Erklärungen. Die Burg ist auch echt cool und sehr gut erhalten und man kann in recht viele Teile davon rein. Die Führungen sind immer zur vollen Stunde.

Danach waren wir beim Punkaharju Ridge. Das ist eine aus der letzten Eiszeit entstandene Landschaft – quasi ein sehr dünner Streifen Land, der sich zwischen den Seen entlangzieht. Wie dünn, sieht man auf diesem Bild ganz gut:

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Links Wasser, rechts Wasser, in der Mitte auf dem Damm die Straße. Sehr cool. Da sind wir dann am Nachmittag herumgefahren und haben die wirklich wunderschöne Landschaft betrachtet. Hier gab es dann, obwohl wir im Süden waren, doch wieder sehr viele Birken, zwischen denen sich die Gräser und Farne bereits herbstlich bunt gefärbt hatten. Sah unglaublich toll aus:

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Unsere Unterkunft war diesmal etwas anders, nämlich ein Bed&Breakfast in einem umgebauten Bauernhof. Das war auch sehr toll, sie hatten Kühe und unglaublich puschelige Hunde und einen eigenen See, auf dem man mit kostenlos ausleihbaren Ruderbooten herumfahren konnte. Das Gelände liegt mitten im Wald und es war total still dort und die Luft wieder sehr toll. Da könnte ich mir auch vorstellen, dort mal länger Urlaub zu machen. Wir waren diesmal im Haupthaus und hatten Frühstück dabei, man kann aber auch ein eigenes Häuschen mieten, eine Gemeinschaftsküche nutzen oder auf dem Grillplatz grillen. Am letzten Abend in Savonlinna fanden wir dann übrigens doch noch ein gutes Restaurant, nämlich das Waahto direkt am Hafen. Und hatten anschließend noch einen wunderschönen Sonnenuntergang.

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Der unglaublich puschelige Hund.

Zum Schluss der Reise ging es dann nach Helsinki. Das war wieder eine Fahrt von vier Stunden, ich hatte Migräne und wenig Lust, aber irgendwie haben wir es bis Helsinki geschafft. Immerhin hatten wir noch erreichen können, dass wir das Auto eine Stunde später abgeben konnten als ursprünglich vereinbart und  zwar auch in einer Filiale, die näher an unserem Hotel lag. Autofahren durch die Innenstadt von Helsinki war dank Navi zwar machbar, aber ein wenig anstrengend, da es da Straßenbahnen gibt und ich immer schwerst irritiert bin, wenn ich auf den Schienen derselben fahren soll. Aber dann war die Hertz-Filiale nach vielleicht 15 Minuten auch erreicht, das Auto in der Tiefgarage verstaut und der Schlüssel abgegeben – tschüss, Rotpüschel (ja, ich muss Mietwagen immer alberne Namen geben). Immerhin 2300 Kilometer bin ich in 9 Tagen gefahren. Danach sind wir dann erstmal zum Bahnhof und haben uns ein 2-Tages-Ticket für den Nahverkehr geholt, mit 12 Euro pro Nase durchaus bezahlbar. Die Öffis in Helsinki haben auch einen guten Eindruck hinterlassen, sie kamen dann, wann sie sollten und fuhren dorthin, wo man es erwartet hat*g*.

In Helsinki waren wir im Hilton Helsinki Strand, nicht weil wir auf einmal vom Reichtum überfallen worden wären, sondern weil das Hilton in Helsinki auch nicht groß mehr kostet als andere Hotels. Alternativ hätte man auch in so Ferienwohnungen wohnen können, aber wenn das auch nur 20 Euro weniger kostet als ein Hotelzimmer, seh ich das dann nicht ein. Das Hilton jedenfalls war eigentlich gut. Eigentlich, da a) das Hotel gerade ein Großbaustelle war, weil es saniert wird (zum Glück war im  Zimmer der Lärm nicht zu hören) und b) man im Hilton anscheinend der Meinung ist, im Jahr 2015 sei freies Wlan im Zimmer keine Selbstverständlichkeit. Während wir in jedem Winzhotel in Lappland freies Wifi hatten, kostete das im Hilton 5 Euro. Pro Tag und Gerät. Also 20 Tacken für Wlan, bei nem Zimmer, das eh schon 130 Euro die Nacht kostete. Unverschämt.

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Helsinki: Dom und Denkmal.

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Auf Suomenlinna.

Das schöne Wetter hatte uns dann auch verlassen, Helsinki präsentierte sich im Nieselregen und ich hatte irgendwie gar keinen Bock auf Stadt. Schon der erste Gang durch den recht vollen (also im Vergleich zu Hamburg natürlich nicht, im Vergleich zu Lappland dann doch) Hauptbahnhof fand ich irgendwie stressig und ich hätte auch kein Problem damit gehabt, statt Helsinki anzuschauen lieber doch noch 2 Tage auf dem Bauernhof zu bleiben. Aber nu waren wir schon da. Helsinki ist irgendwie eine Stadt, in der ich glaube ich ganz gut leben könnte, die ich touristisch aber nicht so spannend fand. Besonders groß ist sie nicht, man hat schnell alle wichtigen Gebäude gesehen, und viele der Dinge, die man sich anschauen konnte, waren nicht so mein Fall (es gibt z. B. diverse Kunstmuseen, aber damit kann ich immer wenig anfangen). Außerdem hatte ich mehr oder weniger von Ankunft bis Abfahrt durchgehend Migräne, das macht natürlich auch nicht gerade Lust auf ausgedehnte Ausflüge. Wir waren dann am vorletzten Tag der Reise in Suomenlinna, das ist die große Hafenfestung vor Helsinki. Da kann man mit der Öffi-Karte per Fähre hinfahren, das ist schonmal super. Leider sieht man dann von der Festungsanlage auf der Insel selber weniger als ich so gedacht hatte, weil das Ding verdammt groß ist und man quasi mittendrin steht und auch viele Gebäude halt immer noch genutzt werden und umgebaut worden usw. Wir waren dann noch in einem Museum, wo man sich die Geschichte der Festung anschauen konnte, zum Glück gab es das Ganze auch als Kurzfilm – ich war langsam doch etwas museumsmüde und hatte wenig Lust, mir stundenlang irgendwelche Tafeln durchzulesen. Nachher sind wir dann noch etwas rumspaziert und haben uns dann durch eine Verkettung unglücklicher Umstände eine Stunde lang gegenseitig gesucht. Jaaaahaaa. Never split the party, da ist eben doch was dran. And if you split the party, make sure every party member has his smartphone :p .

Am letzten Abend wollten wir dann nochmal irgendwo schön essen gehen, und da wir schon so oft finnisch gegessen hatten, fiel unsere Wahl dann auf das Steakhouse Grotesk. War eine gute Wahl, bei Cocktail, Vorspeisen, Dry Aged Black Angus und Tarte Tatin ließen wir den Urlaub dann ausklingen.

Okay, am nächsten Tag ging unser Flug erst um 17:30 Uhr und wir haben noch die Markthalle besucht und sind etwas mit der Tram herumgefahren. Aber diese Reisetage sind immmer so verlorene Tage und ich glaube, das nächste Mal möchte ich lieber gleich morgens nach Hause fliegen und nicht noch so einen halbgaren Tag irgendwo haben. Außerdem werde ich das nächste Mal mit einem verdammten Taxi zum Flughafen fahren, weil wir schon wieder mit dem Airport Shuttle gefahren sind und das schon wieder hundert Jahre lang im Stau stand und wir dann schon wieder zum Gate sprinten mussten. Argh. Der Flug war dann aber unproblematisch und diesmal kam auch das Gepäck an 😉 .

Ja. Das wars, mit dem Finnland. Insgesamt war es ein sehr schöner Urlaub, Finnland ist ein tolles Land und ich kann nur empfehlen, dort Urlaub zu machen. Ich möchte auf jeden Fall nochmal hin – dann vielleicht auch mit Hundeschlittentour und Schnee.

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Lappland für Anfänger

2015-09-08 15.02.50(Teil 1 des Finnlandurlaubs-Berichts, Teil 2 ist hier.)

Was könnte man in der ersten Arbeitswoche nach dem Urlaub (bitte hier Würgegeräusch, untermalt von leisem Schluchzen, einfügen) Besseres tun, als über den Urlaub zu bloggen? Nichts, natürlich. Wer mir auf Twitter folgt, hat ja schon diverse Bilder gesehen und ein paar Kurzkommentare gelesen, aber ich dachte, ich schreib nochmal etwas ausführlicher über Finnland und was man da so tun kann und was da toll ist und was nicht. Und so. Weil ihr ja sicher auch bald alle nach Finnland fahren wollt. Wenn ihr die Bilder gesehen habt.

Es ist nämlich wirklich sehr schön dort. Damit das hier nicht wieder ein ewig langer Eintrag wird, schreib ich heute erstmal was zu Lappland und der südlichere Teil kommt dann später.

Also! Lappland! Der finnische Teil davon – das Gebiet erstreckt sich ja über mehrere Länder  – ist so ganz grob gesagt das nördliche Drittel des Landes. Die größte Stadt des Gebiets ist Rovaniemi, die ziemlich genau am Polarkreis liegt. Die hat auch einen Flughafen und dort haben wir auch unsere Reise angefangen. Man kann auch theoretisch direkt nach Ivalo, also noch 300 km weiter nach Norden, fliegen, aber da haben wir keinen Flug gefunden. Unser Flug ging über Helsinki, wo wir sportliche 35 Minuten zum Umsteigen hatten – ein kleiner Sprint zwischen den Gates war da durchaus nötig. Wir haben den Flieger dann geschafft – nicht so unser Gepäck. Daher gings in Lappland dann erstmal mit viel Stress und Nerv los, wobei die Mitarbeiter des Flughafens sehr nett und hilfsbereit waren und das Problem wohl schon kannten. Tatsächlich kam unser Gepäck dann auch mit dem nächsten Flieger nach Helsinki – und meine Güte, hab ich mich über meine eigenen Sachen gefreut!

Natur, Natur, Natur

2015-09-09 16.59.13Der erste Eindruck von Lappland war, wie unglaublich gut es da riecht. Selbst am Flughafen kam einem sofort der Geruch von Wald, Pilzen, nasser Erde und Natur in die Nase. Und das blieb auch die ganze Zeit so, ich hab ständig herumgestanden und geschnuppert *g*. Was auch spannend ist, ist, wie sehr man doch merkt, dass man sehr weit nördlich ist. Der Himmel hat zum Beispiel einen ganz anderen Blauton, vor allem am Horizont. Das ist so ein ganz helles, pastelliges Blau, was man hier nur manchmal bei Sonnenuntergängen mit drinhat. Außerdem war es tatsächlich 2 Stunden länger hell als in Deutschland und wenn die Sonne um 20:30 Uhr unterging, war es dann immer noch bis ca. 23 Uhr ein bisschen hell. Hätte vorher nicht gedacht, dass man das so sehr merkt, es war aber sehr cool.  Temperaturmäßig war es trotz der nördlichen Breiten doch sehr gemäßigt, es waren am Anfang so ca. 10 Grad, in den späteren Tagen dann eher 15. Am ersten Tag hatten wir Regen, danach aber sehr viel Glück mit dem Wetter. Im Sonnenschein sieht der lappländische Herbst, Ruska genannt, besonders schön aus – alles gelb und rot eingefärbt, mit viel Wasser dazwischen.

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Nature Trail-Wanderung

Nature Trail-Wanderung

Die Natur ist auch ganz klar das Tollste an Lappland, wobei wir jetzt gar nicht alles ausgeschöpft haben, was man da machen kann. Wenn Schnee liegt, kann man Abfahrtsski oder Langlauf betreiben, oder eine Huskyschlittentour, auch zum Schlittschuhlaufen dürften die vielen Seen und Flüsse gut geeignet sein. In den etwas touristischeren Ecken gibt es auch ausgeschilderte Wander- und Mountainbikewege in unterschiedlicher Länge. Wir haben eine sehr kleine Wanderung von 2,5 km auf einem „nature trail“, also einem recht waldigen Waldweg, gemacht, das war super. Theoretisch, wenn man nicht wie ich der unfitteste Mensch der Welt ist, kann man sogar einen richtigen Wanderurlaub da machen, inzwischen gibt es so Angebote, bei denen man einen langen Rundweg wandert und jede Nacht in einer anderen Hütte unterkommt. Sicherlich auch sehr fein, wenn man denn wanderfit ist. Achja, Boot fahren kann man natürlich auch – Kanu, Ruderboot, sogar Wildwasserrafting wird angeboten. Wobei man darauf achten sollte, dass der Sommer in Finnland so generell vom 01.06. – 30.08. dauert und danach sind viele Dinge nur noch reduziert oder gar nicht möglich. Die Wintersportsachen gehen logischerweise nur, wenn Schnee liegt, ist klar. Das ist wohl in etwa von November bis März der Fall, wie uns eine nette Finnin erklärte – ihrer Meinung nach sei es im März am schönsten, weil da immer noch dick Schnee liegt, es aber nicht mehr ganz so garstig und kalt ist.

Definitiv zur Natur gehören natürlich auch die vielen Tiere, die man so zu sehen bekommt. Einen Elch haben wir zum Glück nur ausgestopft im Museum gesehen – ich möchte nicht wissen, was passiert wäre, wenn uns so ein Riesenviech vor unseren doch eher blechdosigen Nissan Micra gerannt wäre. Rentiere hingegen haben wir massenweise zu Gesicht bekommen, das war schon irgendwie skurril, weil man hierzulande ja so gut wie nie mal Tiere auf der Straße sieht. Oder, um mich selbst zu zitieren

2015-09-08 14.50.44Zum Glück ist mir auch ein Rentier nicht zu nahe vors Auto gekommen, manchmal waren die verdammt schwer zu sehen und tauchten sehr plötzlich am Straßenrand auf. Allerdings sind sie dabei recht gemächlich drauf und springen nicht auf einmal wild aus dem Gebüsch, sondern trotten meist ganz langsam neben der Straße her. Dass man wirklich SO viele Rentiere einfach unterwegs sehen kann, hätte ich nie gedacht. Aber wir haben jeden Tag in Lappland mindestens 4-5 x Rentiere gesehen, das war schon echt toll, zumal sie wirklich sehr niedlich sind.

Außerdem haben wir ja noch den Wild Spirit Park bei Ivalo besucht, das war auch super. Die haben da ganze 35 Huskys, mit denen sie im Winter Schlittentouren anbieten. Das ging jetzt logischerweise nicht, man kann den Park aber gegen Eintritt auch einfach so besuchen und wird dann von der sehr netten Besitzerin herumgeführt und kann die Hunde und anderen Tiere bewundern. Sie hatten da z. B. mehrere Polarfüchse, zum Teil erst 4 Monate alt (sooo niedlich!), einen normalen Rotfuchs, Marderhunde, etc. – fast alle der Tiere stammen von Pelzfarmen, die (zum Glück) geschlossen wurden und haben da jetzt ein neues Zuhause gefunden. Wildschweine gab es auch und man konnte sie sogar füttern. Die Huskys selber waren auch total lieb und sehr begeistert über den Besuch.

2015-09-09 13.00.26Zu den spektakulärsten Naturereignissen gehören natürlich die Nordlichter. Besonders gut zu sehen sollen sie im September, Dezember und März sein. Inzwischen gibt es diverse Apps, über die man auf dem Smartphone schauen kann, wie stark die Nordlichter sind und wie die Prognose für die nächsten Stunden und Tage ist. Natürlich nützt das alles nix, wenn es bewölkt ist, so dass wir in der ersten Nacht im Norden zwar sehr starke Nordlichter hatten, diese aber nicht sehen konnten. Ich habe total wenig geschlafen, weil ich völlig obsessiv die Nordlicht-App und die Wettervorhersage verfolgt und mit auf unmögliche  Zeiten Wecker gestellt habe … letztendlich klarte der Himmel aber nicht auf. Auch am zweiten Abend nicht, aber dann, ich hatte es schon fast aufgegeben, hatten wir am dritten Abend erst einen wunderschönen Sonnenuntergang und konnten dann gegen Mitternacht schon vom Hotelzimmer aus erste Lichter sehen. Dann sind wir ins Auto gesprungen und aus der zu hell beleuchteten Stadt rausgefahren. Auf irgendeinem Feldweg haben wir dann angehalten und etwa eine Stunde lang den Himmel beobachtet. Allein die Sterne waren schon wirklich spektakulär hell, dazu kamen dann die Nordlichter, die tatsächlich gar nicht grün waren, sondern eher weiß mit leichtem Lila-Stich. Und da wir in der Nähe der Husky-Farm waren, hatten wir dazu noch die Geräusche von heulenden Huskys, die den Himmel anjaulten. Nordlichter sind jedenfalls ein wirklich spektakulärer Anblick und ich kann gut verstehen, wieso sich in den Kulturen, die sie öfter sehen können, so viele Geschichten darum ranken. Spätestens damit hatte sich der Ausblick in den hohen Norden auch auf jeden Fall gelohnt. Achja: Man kann mit einer mittelmäßigen Handykamera übrigens keine Fotos von Nordlichtern machen, deswegen gibts auch keine.

Dafür aber den Sonnenuntergang:

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Städte und Museen

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Ausblick aus dem Arktikum

Rovaniemi selber ist mit 60.000 Einwohnern die weitaus größte Stadt der ganzen Gegend, allerdings nicht besonders schön oder zu ausgedehnten Besuchen einladend. Im Winter gibt es da Wintersport und jede Menge kitschige Weihnachtsmannaction, wenn man auf sowas steht. Ansonsten ist es eine eher hässliche Kleinstadt. Sehr sehenswert allerdings ist das Arktikum, eine Mischung aus Museum und Forschungszentrum und Mitglied der University of the Arctic (ein Zusammenschluss diverser Universitäten und Institute). Dort gibt es mehrere Ausstellungen, sowohl zur Arktis als auch zu Lappland und dessen Einwohnern. Als wir dort waren, gab es außerdem gerade eine temporäre Ausstellung über die Deutschen in Lappland in den Jahren 1940-1944. Das war sehr interessant, zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich vorher keine Ahnung hatte, dass dort überhaupt Soldaten stationiert waren. Aber auch die dauerhaften Ausstellungen sind sehr gut gemacht und interessant, mit vielen Dingen zum selber ausprobieren und rumprobieren und angucken. Der Eintritt von 12 Euro pro Nase lohnt sich auf jeden Fall, wenn man sich annähernd für die Thematik interessiert. Übrigens gab es dort auch ein paar Geschichten um die Nordlichter und was die Legenden verschiedener Kulturen in ihnen sehen. Mein Liebling: Es sind die Toten, die im Himmel mit dem Schädel eines Walrosses Fußball spielen. 😀

COeVgl4UYAA9OKMVon Rovaniemi aus ging es dann weiter nach Norden, nämlich nach Ivalo. Das liegt so ca. 300 km nördlich des Polarkreises und ist einer der größten Orte da – mit 3000 Einwohnern *g*. Es gibt da mehrere Hotels und Campingmöglichkeiten sowie einige wenige Restaurants, ansonsten einen großen Supermarkt und mehrere Tankstellen. Sonst ist da wirklich nicht viel. Relativ in der Nähe ist dann noch Inari, ein weiterer kleiner Ort, in dem wir das Sami-Museum Siida besucht haben. Auch da war es sehr interessant, auch wenn man über die Lebensweise der Sami eigentlich alles weiß, wenn man bei DSA mal die Nivesenkultur durchgelesen hat (will sagen: Da hat man wirklich sehr gründlich geklaut *g*). Und wo wir gerade von Museen reden: Das Goldmuseum in Tankavaara (ca. 60 km südlich von Ivalo) haben wir auch noch besucht. In Lappland gab es nämlich, was ich auch nicht wusste, diverse Goldrausche … räusche … na, ihr wisst schon. Was ich ebenfalls nicht wusste, ist, dass es Weltmeisterschaften im Goldwaschen gibt. Ist aber so. Das Museum ist nicht besonders riesig, aber durchaus interessant – vor allem die Geschichten über berühmte Goldwäscher, die teilweise so skurril sind, dass man eigentlich gleich drei Romane über goldwaschende Lappländer schreiben will. Rein theoretisch hätte man sich auch selbst am Goldwaschen versuchen können, allerdings war das Wetter an dem Tag zu schlecht.

Sehr viel mehr, und darüber muss man sich klar sein, gibt es dann auch an Ortschaften und Sehenswürdigkeiten nicht. Ein paar Holzkirchen, ein paar noch kleinere Museen, das wars. Wer also eher auf Städte und Kulturelles steht und nicht auf Natur, muss jetzt nicht unbedingt nach Lappland fahren.

Schlafen, Essen, Fahren

Damit das ganze hier noch etwas Service bereithält und nicht nur Reisebericht wird, gibt es jetzt noch ein bisschen was Praktisches.

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Schnellstraße

Also, Fahren in Finnland: Man sollte glaub ich auf jeden Fall einen Mietwagen nehmen, wenn man in Lappland von hier nach da kommen will. Autofahren ist zwar ein wenig nervig, weil die einzige Schnellstraße nur einspurig ist und man unter Umständen auch mal 20 Minuten hinter einem langsam fahrenden Holzlaster hängt, aber dafür fährt man die ganze Zeit durch schöne Natur. Fahren darf man außerorts meist 100 oder 80, de facto allerdings oft noch ein wenig langsamer, weil man dann doch nur 60 fahren darf, an einer Baustelle warten muss, hinter nem Trecker hängt oder für Rentiere bremsen muss. Falls ihr mit Google Maps navigiert: Auf die angegebene  Zeit für eine Strecke ruhig ne halbe Stunde draufrechnen. Apropos navigieren: Wieder habe ich vorsichthalber einen Straßenatlas gekauft, wieder haben wir ihn nicht gebraucht. Lappland hat mehr oder minder durchgehend LTE-Abdeckung und man kann problemlos mit Smartphone-Navi fahren. Abseits der Schnellstraße gibt es auch noch kleinere Straßen, die sind dann aber auch gerne mal mehr so schlammig-schotterig. Fahren kann man aber auch darauf.

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Nicht-die-Schnellstraße

Unterkünfte: Wir waren eine Nacht in Rovaniemi, und zwar im Chalet Hotel Rovaniemi. Obwohl das Ding Hotel heißt, hat man da kein Hotelzimmer, sondern ein kleines Apartmentdings in so Holz-Ferienhäuschen. Wie unser eigentliches Zimmer ausgesehen hätte, weiß ich nicht, da wir netterweise kostenlos auf ein besseres Häuschen upgegradet wurden. (Was ist das denn für ein Wort? Naja.) Frühstück gabs im Haupthaus, wo man auch hätte Abendessen kriegen können. Das Frühstück war gut, die Hütte auch. Gutes Ding. Hinweis: Wenn man direkt über die Homepage bucht, gibts ein wenig Rabatt.

In Ivalo waren wir im Hotel Kultahippu. Auch da kann ich nicht sagen, wie ein Standard-Zimmer da so ist, weil wir da eine Junior Suite hatten (der Herr Mitbewohner bestand darauf *g*). Die hatte gute Betten, dazu zwei bequeme Lesesessel und einen Kamin, der sehr aussah, als könne man ihn benutzen, was man aber nicht durfte, weil er angeblich keinen Abzug hatte. Naja. War auch nicht so schlimm. Das Hotel hat ein nicht ganz günstiges, aber sehr gutes Restaurant mit finnischer Küche, wo wir zweimal sehr gut gegessen haben. Kostenloses und gut funktionierendes Wifi scheint in finnischen Hotels auch Standard zu sein, da gab es nie Probleme (außer in Helsinki, aber dazu komme ich noch).

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Sie waren überall!

Achja, zum Essen: In Rovaniemi waren wir abends in so einem Burgerdings, da haben wir durchaus gut gegessen (die Chicken Wings waren super). In Ivalo waren wir an einem Abend dann auch in so einem Burger-Pizza-Laden, der war auch okay. Insgesamt gibt es in Lappland keine gigantische Auswahl an Restaurants – logisch, wohnen ja nicht so schrecklich viele Leute da. Die meisten Restaurants sind dann zum Abendessen eher etwas teurer, wobei die Burgerläden schon okay, waren – ein großer Burger mit Pommes kostet da so um die 15 Euro. Für eher gehobene Küche ist man dann mit Getränken, Vor- und Hauptspeise gerne mal bei 70-100 Euro, je nach Gericht. Als Alternative bieten quasi alle finnischen Restaurants ein sehr günstiges Lunch Buffet an, wo man für 10 bis 15 Euro so viel essen und trinken kann wie man möchte. Das kam unserer Tagesplanung in Lappland eher weniger entgegen, so dass wir das nie genutzt haben, aber so kann man auch sehr viel günstiger wegkommen. Alkohol ist wie überall in Skandinavien eher teuer, Softdrinks sind recht günstig. Und: Man bekommt überall in Finnland zu jedem Essen so viel stilles Wasser, wie man trinken möchte (das begeistert mich immer noch sehr).

So. Uff. Das war jetzt glaub ich alles, was mir zu Lappland gerade einfällt. Es wird noch einen zweiten Teil zum südlichen Teil von Finnland geben.

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Vorfreude

Heute ist es dann endlich soweit: Mein letzter Arbeitstag vorm Urlaub. Meinem ersten Urlaub seit April, also seit 21 Wochen. So lange habe ich glaube ich noch nie auf die nächsten freien Tage warten müssen und auch wenn das durch den freien Freitag alles etwas abgemildert wurde, bin ich einfach nur froh, wenn ich nachher in 8 Stunden die Bürotür hinter mir zumache und den Laden hier für 17 Tage am Stück nicht sehen muss. Ich habe sowieso eine etwas dämliche Angewohnheit, nämlich im Urlaub jeden Tag nachzurechnen, wie viele Tage ich jetzt noch ausschlafen kann und frei habe, ehe ich wieder ins Büro muss und wenn es dann langsam aufs Urlaubsende zugeht, bin ich immer fürchterlich deprimiert, dass die freie Zeit so schnell dahinrast. Das macht mir dann schlechte Laune, was im Urlaub ja kein Mensch brauchen kann. Guter Vorsatz also für dieses Jahr: Möglichst wenig dran denken.

Ansonsten befinde ich mich grad in letzter Minute noch im Versuch, eine Unterkunft abzuändern, weil ich der Namensgleichheit zweier Hotels zum Opfer fiel und deswegen ein Hotel gebucht habe, das ungefähr 350 Kilometer weiter südlich liegt als das eigentlich gemeinte. Das würde dann bedeuten, an einem Tag eine Fahrt von etwa 10 Stunden (nicht sehr spaßig) und gar keinen Stopp am Meer zu haben (auch doof). Andererseits macht das falsch gebuchte Hotel aber einen sehr guten Eindruck, so dass ich gerade herumwurschele und versuche, irgendwie doch noch ne Möglichkeit zu finden, dort zu übernachten. Was ein Spaß. Zum Glück bin ich zu müde, um schreiend im Kreis zu rennen.

Achja, wo es hingeht, könnte ich wohl auch noch erwähnen: Finnland! Wie ich drauf kam, weiß ich schon gar nicht mehr, einmal glaub ich durch die viele Finnland-Schwärmerei im Blog von Koffer, andererseits durch den Wunsch, irgendwann mal Nordlichter zu sehen. Deswegen fliegen wir auch gleich erstmal nach Lappland und fahren dann wieder runter in den Süden bis Helsinki. Ich bin schon völlig in Panik, ob wir auf dem Hinflug  den Anschlussflug in Helsinki bekommen, weil wir da nur sehr wenig Zeit zum Umsteigen haben. Und wenn das nicht klappt, sitzen wir dann in Helsinki und Hotel und Mietwagen sind 900 km entfernt. Juppheidi. Aber ich hoffe einfach, dass alles klappt.

Was ich bei der Vorbereitung des Urlaubs gelernt habe: Es wird alles exorbitant viel teurer, wenn man nicht dort abreist, wo man ankommt. Also wenn man auf der Hinreise bis Lappland fliegt, dort einen Mietwagen nimmt und den dann in Helsinki wieder abgibt und von dort aus zurückfliegt, so wie es bei uns der Fall ist. Dann kostet der Flug mehr, weil Gabelflug, der Mietwagen kostet mehr, weil Einweggebühr und es ist ein Abenteuer für sich, überhaupt eine Mietwagenfirma zu finden, wo man diese Gebühr vorher einsehen kann und sich nicht mit „lass dich überraschen, wie viel hundert Euro dir zusätzlich abgeknüpft werden“ herumschlagen muss. In diesem Zusammenhang noch eine neue Erkenntnis: Wenn man beim ADAC Mitglied ist, kann man einen Mietwagen über die buchen und kriegt sogar Rabatt! So habe ich es jetzt letzendlich nämlich gemacht. Arschteuer isses trotzdem noch – mehr als das doppelte für die selbe Mietdauer wie letztes Jahr in Irland.

Apropos teuer: Das ist der ganze Spaß übrigens auch. In Finnland ist alles recht teuer, sowohl der Flug als auch die Hotels. Es gibt halt kaum günstige Unterkünfte wie B&Bs, sondern halt meistens entweder Ferienwohnung oder Hütten, die aber meist nur für ne Woche oder zumindest mehrere Nächte zu buchen sind, oder halt Hotels. Und da wir halt rumfahren wollen, sind es eben die Hotels geworden. Naja. Man kann Geld für Schlimmeres ausgeben als nen (hoffentlich schönen) Urlaub.

Mal sehen, wie das Wetter so wird, aktuell meldet Lappland um die 8 Grad und Regen … die Temperatur ist mir egal, aber ich hoffe sehr auf wenigstens ein bisschen Sonne und klaren Himmel. Und natürlich Nordlichter, aber ich weiß nicht, wie hoch die Chance da ist, welche zu sehen. Ab September soll jedenfalls schon mal die richtige Zeit sein. Und der Herbst in Lappland ist angeblich sehr schön.

So wird die Reise jedenfalls aussehen:

Finnland-Route

Wie man sieht, fahren wir fast einmal komplett von Norden nach Süden. Was man jetzt nicht sieht, weil es die selbe Strecke auf der Karte ist: Wir fliegen nach Rovaniemi, fahren dann nach Ivalo ganz im Norden und dann wieder nach Süden. So jedenfalls der Plan. Wenn wir den Flug kriegen, der Mietwagen da ist, diese blöde Hotel-Sache sich klärt und die Welt nicht untergeht.

Aber ich freu mich drauf.

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Mediengedöhns im Juli und August 2015

Ich versprach ja, dass ich nicht wieder ewig warte und dann die ewiglange Liste of doom poste. Daher diesmal eine etwas kürzere Auswahl:

Bücher

Ich bin im Moment sooo lesefaul, es ist schlimm. Ich hoffe, im Urlaub komme ich endlich mal wieder dazu. Immerhin ein Buch habe ich ausgelesen, nämlich den 4. Band der Dresden Files: Summer Knight. Auch da kann ich wieder nicht meckern, war wie immer unterhaltsam, kurzweilig geschrieben und auch immer wieder sehr lustig. Diesmal kriegt Harry es mit der Feenwelt zu tun, was das Dresden Files-Universum wieder um so einige schöne Elemente erweitert. Immer, wenn ich ein Buch der Reihe lese, möchte ich danach das dazugehörige Rollenspiel spielen. Schade fand ich, dass es diesmal keinen richtigen Side-Kick gab, sondern mehr so wechselnde Nebenpersonen. Aber es ist schön, dass die alten Nebencharaktere – wie z. B. die Werwolfbande – wieder aufgegriffen wird. Die Reihe lese ich auf jeden Fall weiter.

Filme und Serien

Ich war mal wieder im Kino –  und tatsächlich schon wieder in einem Marvel-Film, man kriegt den Eindruck, ich würde nur noch solche Filme schauen. Das liegt aber nur daran, dass ich fast nur noch Serien gucke, aber die Filme des MCU sich als so zuverlässig guckbar etabliert haben, dass ich dafür dann doch immer mal ne Ausnahme mache. Antman wollte ich allerdings gar nicht gucken, da ich die Idee mit diesem Schrumpf-Helden irgendwie nicht so wahnsinnig prall fand. Aber dann wollten wir freitags mal irgendwas unternehmen und er lief im Savoy in der OV und in 2D! Das musste natürlich unterstützt werden. Überraschenderweise fand ich den Film dann auch echt cool, es war war nicht so der klassische Superheldenfilm, sondern mehr so ein Heist-Movie mit nem Typen im Superheldenanzug und … Ameisen. Das alles wieder mit sehr vielen Gags und zum Glück ohne erzwungen wirkendes Drama. Auch dieser Film fügte sich wieder gut ins Marvel Cinematic Universe ein (Falcon! Peggy! Die Szene nach dem Abspann!), was ich nach wie vor großartig gemacht finde. Und es gab sogar eine Leverage-Anspielung. Was will man mehr?

Kommen wir zu den Serien, es sind diesmal auch wirklich weniger als letztes Mal …

Zum einen wäre da die 2. Staffel von Penny Dreadful, die dankenswerterweise immer 5 Tage nach US-Ausstrahlung bei Netflix lief. Penny Dreadful ist sicherlich nicht was für jeden, und das bleibt auch in der zweiten Staffel so. Wer Action und ein hohes Erzähltempo erwartet, wird mit der Serie nicht glücklich werden. Der Schwerpunkt der Serie liegt auf Charakterstudien, dem Ausleuchten menschlicher Abgründe, der Frage, wo der Mensch aufhört und das Monster anfängt. Das alles wird unterstrichen durch eine düstere, opulente Optik, tolle Musik, gute bis herausragende (Eva Green!) Schauspieler und Dialoge, die zwar nicht lebensecht wirken, sondern sehr künstlerisch gehalten sind, was aber zur Serie sehr gut passt. Nachdem es in Staffel 1 um Vampire ging, tauchen in dieser Staffel böse Hexen als Gegenspieler auf, außerdem erfährt man noch mehr über die Charaktere, es gibt auch wieder eine (grandiose) Rückblick-Folge über Vanessa. Insgesamt fand ich Staffel 2 mindestens genauso gut wie die erste. Die Serie ist einfach genau mein Geschmack und ich mag es sehr, in die dort gezeigte Welt einzutauchen, zumal sie sich auch immer wieder Mühe gibt, Skurrilitäten und Besonderheiten des viktorianischen London einfließen zu lassen und darzustellen.

„You are being watched“ hieß es dann wieder in der dritten Staffel von Person of Interest. Im letzten Mediengedöhns-Artikel schrieb ich ja schon Generelles zur Serie, in der dritten Staffel geht es weiter, allerdings entwickelt sich die Serie – zu meiner Freude – immer weiter weg vom Fall der Woche hin zu übergreifenden Handlungsbögen, die mehr im Mittelpunkt stehen als zuvor. Tatsächlich hat die Staffel mehr oder weniger zwei Finales, einmal in der Hälfte der Staffel, einmal am Ende. Die drei Folgen in der Mitte der Staffel, mit denen der HR-Plot zu einem (vorläufigen?) Ende gebracht wird, fand ich dabei tatsächlich sogar noch besser als das eigentliche Finale. Das liegt vermutlich daran, dass dabei die beiden Polizisten, also Carter und Fusco, mehr im Mittelpunkt stehen und die einfach eher für emotionales Mitfiebern geeignet sind als die ja immer sehr coolen (oder total verrückten) übrigen Hauptfiguren. Trotzdem war auch das Staffelfinale durchaus wieder gut und lässt mich schonmal gespannt auf Staffel 4 warten, die allerdings auf Netflix leider noch nicht verfügbar ist.

Nach der grandiosen ersten Staffel  habe ich die zweite Staffel von True Detective sehr gespannt erwartet. Nun war irgendwie klar, dass man – zumal in einer Anthologieserie – am besten möglichst wenig Vergleiche zu Staffel 1 ziehen sollte – dennoch wurde das in gefühlt allen Reviews, die ich gelesen habe, gemacht, was mich echt genervt hat. Versuche ich es also mal ohne irgendwelche Vergleiche: Staffel 2 spielt in Vinci, einer fiktiven us-amerikanischen Industriestadt in der Nähe von Los Angeles. Durch einen doofen Zufall (vermisste Person aus Ort A wird im Zuständigkeitsbereich von Person B auf der Autobahnraststätte, die wiederum in die Zuständigkeit von Person C fällt, tot aufgefunden) werden drei Polizisten zur Zusammenarbeit gezwungen, die man wohl alle nur unter dem Sammelbegriff „verkrachte Existenzen“ beschreiben kann. Ein Charakter ist da düsterer als der andere, was in der Summe vielleicht ein bisschen viel des Guten ist. Dann ist da noch der Mafiosi, der mit einer Menge Geld in ein Geschäft einsteigen wollte, das zusammen mit der vermissten Person verschwunden ist und der wiederum einen der Polizisten wegen diverser korrupter Dinger in der Tasche hat. Und ringsherum gibt es noch mehr Polizisten, Stadtverwaltung, Verbrecher, Wirtschaftsbosse … es ist ein ganzer Sumpf an Klüngel und Verbrechen, in dem die 3 Cops herumstochern und zunächst mal so gar nix finden. Tatsächlich passiert in den ersten vier Folgen wirklich eher wenig. Man erfährt viel über die Charaktere und ihr Privatleben, ihre Vergangenheit, ihre Probleme, usw., der Fall läuft fast eher nebenher. Wer also deswegen eingeschaltet hat, weil er einen spannenden Kriminalfall erwartete, dürfte die erste Staffelhälfte vermutlich nicht durchgehalten haben. Ich fand es trotzdem ganz gut, weil die Stimmung einfach sehr gut rüberkam. Vinci als von der Industrie total ausgelutschter Ort, die wirklich krassen Abgründe der Charaktere, die versiffte Kneipe, in der sich Cop und Mafiosi treffen … das kommt alles gut rüber, das fand ich schon ziemlich gelungen.

Am Ende von Folge 4 gibt es dann doch richtig Action, die wieder großartig inszeniert ist. Dann folgt die 2. Staffelhälfte, in der nun all die Handlung stattfindet, die man in den ersten vier Folgen vielleicht vermisst hat. Da passiert dann eine Menge, wobei ich es nicht ZU viel fand. Oft bemängelt wurde die zu komplizierte Hintergrundgeschichte, denn was die drei Ermittler im Laufe der Zeit aufdecken, ist nicht einfach ein Mord, sondern eine Geschichte, in der Korruption, vertuschte Verbrechen, Geklüngel und illegale Partys eine Rolle spielen und in der irgendwie jeder Dreck am Stecken hat. Ja, ich hatte teilweise auch Probleme, da durchzusteigen, zumal wirklich ganz viel so am Rande in den ersten vier Folgen erzählt wird, was dann auf einmal in Folge 6 oder 7 entscheidend wichtig ist. Schlimm fand ich das jetzt aber nicht unbedingt. Ich mag es eigentlich, wenn in Filmen oder Serien nicht immer alles logisch und „benutzerfreundlich“ aufbereitet ist, damit am Ende bloß keine Fragen offenbleiben. Menschen verhalten sich oft komplett irrational und machen dämliche Dinge und ich mag es, wenn das auch mal in Serien passiert. Anyhoo, am Ende kommt dann doch noch soweit alles zusammen, der Mord wird aufgeklärt, die Hintergründe sind aufgedeckt, jedoch stecken die Charaktere am Ende dann so richtig in der Scheiße, weil in diesem Sumpf aus Verbrechen gar keiner Interesse daran hat, dass die Machenschaften aufgedeckt werden. Das Ende der Staffel fand ich irgendwie … gleichzeitig ein wenig zu kitschig und ein wenig zu negativ, wobei es insgesamt schon passend zum Rest der Staffel war. Gut fand ich auch, dass eben kein einzelner Mörder gesucht und gefunden wurde, sondern es mehr um ein ganzes Netzwerk von Leuten ging, die alle mehr oder weniger Verbrecher sind.

Cool war, dass mir am Ende der letzten Folge aufging, dass es thematisch auch ganz viel um Familien ging. Eigentlich jeder Charakter hat ein oder mehrere Probleme und Wünsche, die mit seiner Familie zusammenhängen, viele der Motivationen hängen damit zusammen, es geht unglaublich viel um Beziehungsgeflechte (familiäre und andere) und Verbindungen, so dass auch die vielen tollen Aufnahmen von Straßennetzen sehr symbolisch sind und da gut reinpassen. Optisch und musikalisch ist die Staffel eh großartig, vor allem die Lieder der Singer/Songwriterin Lera Lynn, die diese extra für die Staffel geschrieben hat, haben es mir sehr angetan. Aber auch der Titeltrack („Nevermind“ von Leonard Cohen) ist super und passt total gut. Zumal auch im Vorspann jede Folge andere Passagen daraus laufen, was mir erst nach mehreren Folgen aufgefallen ist. Schauspielerisch fand ich die Staffel auch stark, die drei Cops – gespielt von Colin Farell, Rachel McAdams und Taylor Kitsch – waren wirklich sehr gut dargestellt. Der Schwachpunkt der Staffel liegt für mich beim Mafioso Frank (gespielt von Vince Vaughn) und seiner Frau Jordan (Kelly Reilly) – erstens fallen meiner Meinung nach beide etwas gegen die anderen Schauspieler ab, zweitens ist die Story um Frank und Jordan (in der es eigentlich nur darum geht, dass sie gerne ein Kind wollen und dass Frank seine großen Bussiness-Pläne nicht aufgeben will) echt nicht spannend genug, um so viel Screentime einzufordern. Die wirklich guten Szenen mit Frank sind eigentlich nur die, wo seine Frau nicht dabei ist. Daher fand ichs schade, dass so viel Zeit für diese Beziehung investiert wird, die bei mir einfach nicht wirklich rüberkommt. Insgesamt hätte es der Staffel wohl gutgetan, wenn nicht alle 4 Hauptcharaktere gleich zu Beginn als so dermaßen gescheiterte Existenzen charakterisiert worden wären. Ich hatte ein wenig den Eindruck, dass da zu viel mit dem Holzhammer auf der Düüüüüster-Schiene herumgekloppt wird, das hätte man geschickter machen können. Insgesamt mag ich ja das wirklich üble Weltbild, was die Serie vermittelt, aber gerade in den ersten Folgen kommen die Charaktere doch etwas übetrieben übel rüber.

Insgesamt habe ich auch die 2. Staffel sehr gerne gesehen. Ich bin gespannt, ob es eine dritte gibt und wie die dann wohl aussehen mag.

Letztes Jahr schwärmte ich ja schon von der 2. Staffel Defiance, nun lief die dritte. Auch diese hat mir wieder sehr gut gefallen. Ich mag das Endzeit-Alien-Setting immer noch und diesmal gab es auch zwei sehr spannende Storylines. Und neue Aliens! (Das ist jetzt kein Spoiler, die werden in den ersten 5 Minuten der dritten Staffel eingeführt.) Tatsächlich war ich positiv überrascht, wie rigoros gleich in der ersten Doppelfolge Platz für neue Charaktere gemacht wird und wie spannend die Staffel anfängt. Diesmal wurde gefühlt auch noch mehr Wert auf die Ausgestaltung und Entwicklung der Charaktere gelegt, das fand ich super. Das Finale der Staffel könnte auch locker das Serienfinale sein, es war wirklich toll gemacht, sehr ergreifend und zum Teil auch echt überraschend. Optisch war die Serie schon immer ganz gut, auch diesmal waren ein paar tolle optische Hingucker dabei, vor allem im Finale. Ich bin gespannt, ob es eine weitere Staffel geben wird – tatsächlich könnte ich ja mit dem gezeigten Ende der 3. Staffel als endgültiges Ende gut leben.

Vom selben Fernsehsender wie Defiance stammt die neue Serie Dark Matter. Einfache Prämisse: Raumschiffcrew wacht aus der Kryostase aus und erinnert sich an nix. Weder an ihre Namen, noch ihre Vergangenheit, noch was sie auf dem Schiff eigentlich machen. Lediglich ihre Fähigkeiten kommen im Laufe der Zeit wieder ins Gedächtnis. Dark Matter ist im Vergleich zu anderen Serien seeeehr günstig produziert, die Effekte sind schrottig, das Raumschiff besteht aus gefühlt 5 Räumen und auch sonst ist das optisch alles nicht so der Bringer. Die einzelnen Folgen sind meist in sich abgeschlossen und enden immer mit einem Cliffhanger, was aber tatsächlich gut funktioniert und zum Weiterschauen animiert. Die Charaktere sind schon alle sehr cool und sehen natürlich auch alle umwerfend aus – aber das darf ja auch mal sein. Ich kann gar nicht genau sagen, wieso es mir so viel Spaß gemacht hat, die Serie zu gucken. Für mich funktioniert sie irgendwie einfach. Die Charaktere sind hinreichend interessant, die Handlung ist spannend, es gibt den ein oder anderen Lacher und manche Ideen, wie die Reise-Klone, fand ich schon recht originell. Einzig schade war, dass die Staffel mit einem ziemlichen Cliffhanger endete und noch nicht sicher ist, ob die Serie weitergeht.

Spiele

Ich habe ein wenig weiter Dragon Age:Inquistion gespielt, da bin ich ja im zweiten Durchgang. Eigentlich hatte ich schon komplett aufgegeben und wieder angefangen, Fallout New Vegas zu spielen, aber dann hab ich doch weitergemacht, weil ja nächste Woche doch ein DLC rauskommt, was mich interessiert. Wobei ich eigentlich auch gerne Fallout weiterspielen würde. Hngh. Und ja, iiirgendann schreib ich auch noch mal was Längeres zu Dragon Age: Inquistion. Nach dem 2. Durchgang dann.

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