Mediengedöhns im Juli und August 2015

Ich versprach ja, dass ich nicht wieder ewig warte und dann die ewiglange Liste of doom poste. Daher diesmal eine etwas kürzere Auswahl:

Bücher

Ich bin im Moment sooo lesefaul, es ist schlimm. Ich hoffe, im Urlaub komme ich endlich mal wieder dazu. Immerhin ein Buch habe ich ausgelesen, nämlich den 4. Band der Dresden Files: Summer Knight. Auch da kann ich wieder nicht meckern, war wie immer unterhaltsam, kurzweilig geschrieben und auch immer wieder sehr lustig. Diesmal kriegt Harry es mit der Feenwelt zu tun, was das Dresden Files-Universum wieder um so einige schöne Elemente erweitert. Immer, wenn ich ein Buch der Reihe lese, möchte ich danach das dazugehörige Rollenspiel spielen. Schade fand ich, dass es diesmal keinen richtigen Side-Kick gab, sondern mehr so wechselnde Nebenpersonen. Aber es ist schön, dass die alten Nebencharaktere – wie z. B. die Werwolfbande – wieder aufgegriffen wird. Die Reihe lese ich auf jeden Fall weiter.

Filme und Serien

Ich war mal wieder im Kino –  und tatsächlich schon wieder in einem Marvel-Film, man kriegt den Eindruck, ich würde nur noch solche Filme schauen. Das liegt aber nur daran, dass ich fast nur noch Serien gucke, aber die Filme des MCU sich als so zuverlässig guckbar etabliert haben, dass ich dafür dann doch immer mal ne Ausnahme mache. Antman wollte ich allerdings gar nicht gucken, da ich die Idee mit diesem Schrumpf-Helden irgendwie nicht so wahnsinnig prall fand. Aber dann wollten wir freitags mal irgendwas unternehmen und er lief im Savoy in der OV und in 2D! Das musste natürlich unterstützt werden. Überraschenderweise fand ich den Film dann auch echt cool, es war war nicht so der klassische Superheldenfilm, sondern mehr so ein Heist-Movie mit nem Typen im Superheldenanzug und … Ameisen. Das alles wieder mit sehr vielen Gags und zum Glück ohne erzwungen wirkendes Drama. Auch dieser Film fügte sich wieder gut ins Marvel Cinematic Universe ein (Falcon! Peggy! Die Szene nach dem Abspann!), was ich nach wie vor großartig gemacht finde. Und es gab sogar eine Leverage-Anspielung. Was will man mehr?

Kommen wir zu den Serien, es sind diesmal auch wirklich weniger als letztes Mal …

Zum einen wäre da die 2. Staffel von Penny Dreadful, die dankenswerterweise immer 5 Tage nach US-Ausstrahlung bei Netflix lief. Penny Dreadful ist sicherlich nicht was für jeden, und das bleibt auch in der zweiten Staffel so. Wer Action und ein hohes Erzähltempo erwartet, wird mit der Serie nicht glücklich werden. Der Schwerpunkt der Serie liegt auf Charakterstudien, dem Ausleuchten menschlicher Abgründe, der Frage, wo der Mensch aufhört und das Monster anfängt. Das alles wird unterstrichen durch eine düstere, opulente Optik, tolle Musik, gute bis herausragende (Eva Green!) Schauspieler und Dialoge, die zwar nicht lebensecht wirken, sondern sehr künstlerisch gehalten sind, was aber zur Serie sehr gut passt. Nachdem es in Staffel 1 um Vampire ging, tauchen in dieser Staffel böse Hexen als Gegenspieler auf, außerdem erfährt man noch mehr über die Charaktere, es gibt auch wieder eine (grandiose) Rückblick-Folge über Vanessa. Insgesamt fand ich Staffel 2 mindestens genauso gut wie die erste. Die Serie ist einfach genau mein Geschmack und ich mag es sehr, in die dort gezeigte Welt einzutauchen, zumal sie sich auch immer wieder Mühe gibt, Skurrilitäten und Besonderheiten des viktorianischen London einfließen zu lassen und darzustellen.

„You are being watched“ hieß es dann wieder in der dritten Staffel von Person of Interest. Im letzten Mediengedöhns-Artikel schrieb ich ja schon Generelles zur Serie, in der dritten Staffel geht es weiter, allerdings entwickelt sich die Serie – zu meiner Freude – immer weiter weg vom Fall der Woche hin zu übergreifenden Handlungsbögen, die mehr im Mittelpunkt stehen als zuvor. Tatsächlich hat die Staffel mehr oder weniger zwei Finales, einmal in der Hälfte der Staffel, einmal am Ende. Die drei Folgen in der Mitte der Staffel, mit denen der HR-Plot zu einem (vorläufigen?) Ende gebracht wird, fand ich dabei tatsächlich sogar noch besser als das eigentliche Finale. Das liegt vermutlich daran, dass dabei die beiden Polizisten, also Carter und Fusco, mehr im Mittelpunkt stehen und die einfach eher für emotionales Mitfiebern geeignet sind als die ja immer sehr coolen (oder total verrückten) übrigen Hauptfiguren. Trotzdem war auch das Staffelfinale durchaus wieder gut und lässt mich schonmal gespannt auf Staffel 4 warten, die allerdings auf Netflix leider noch nicht verfügbar ist.

Nach der grandiosen ersten Staffel  habe ich die zweite Staffel von True Detective sehr gespannt erwartet. Nun war irgendwie klar, dass man – zumal in einer Anthologieserie – am besten möglichst wenig Vergleiche zu Staffel 1 ziehen sollte – dennoch wurde das in gefühlt allen Reviews, die ich gelesen habe, gemacht, was mich echt genervt hat. Versuche ich es also mal ohne irgendwelche Vergleiche: Staffel 2 spielt in Vinci, einer fiktiven us-amerikanischen Industriestadt in der Nähe von Los Angeles. Durch einen doofen Zufall (vermisste Person aus Ort A wird im Zuständigkeitsbereich von Person B auf der Autobahnraststätte, die wiederum in die Zuständigkeit von Person C fällt, tot aufgefunden) werden drei Polizisten zur Zusammenarbeit gezwungen, die man wohl alle nur unter dem Sammelbegriff „verkrachte Existenzen“ beschreiben kann. Ein Charakter ist da düsterer als der andere, was in der Summe vielleicht ein bisschen viel des Guten ist. Dann ist da noch der Mafiosi, der mit einer Menge Geld in ein Geschäft einsteigen wollte, das zusammen mit der vermissten Person verschwunden ist und der wiederum einen der Polizisten wegen diverser korrupter Dinger in der Tasche hat. Und ringsherum gibt es noch mehr Polizisten, Stadtverwaltung, Verbrecher, Wirtschaftsbosse … es ist ein ganzer Sumpf an Klüngel und Verbrechen, in dem die 3 Cops herumstochern und zunächst mal so gar nix finden. Tatsächlich passiert in den ersten vier Folgen wirklich eher wenig. Man erfährt viel über die Charaktere und ihr Privatleben, ihre Vergangenheit, ihre Probleme, usw., der Fall läuft fast eher nebenher. Wer also deswegen eingeschaltet hat, weil er einen spannenden Kriminalfall erwartete, dürfte die erste Staffelhälfte vermutlich nicht durchgehalten haben. Ich fand es trotzdem ganz gut, weil die Stimmung einfach sehr gut rüberkam. Vinci als von der Industrie total ausgelutschter Ort, die wirklich krassen Abgründe der Charaktere, die versiffte Kneipe, in der sich Cop und Mafiosi treffen … das kommt alles gut rüber, das fand ich schon ziemlich gelungen.

Am Ende von Folge 4 gibt es dann doch richtig Action, die wieder großartig inszeniert ist. Dann folgt die 2. Staffelhälfte, in der nun all die Handlung stattfindet, die man in den ersten vier Folgen vielleicht vermisst hat. Da passiert dann eine Menge, wobei ich es nicht ZU viel fand. Oft bemängelt wurde die zu komplizierte Hintergrundgeschichte, denn was die drei Ermittler im Laufe der Zeit aufdecken, ist nicht einfach ein Mord, sondern eine Geschichte, in der Korruption, vertuschte Verbrechen, Geklüngel und illegale Partys eine Rolle spielen und in der irgendwie jeder Dreck am Stecken hat. Ja, ich hatte teilweise auch Probleme, da durchzusteigen, zumal wirklich ganz viel so am Rande in den ersten vier Folgen erzählt wird, was dann auf einmal in Folge 6 oder 7 entscheidend wichtig ist. Schlimm fand ich das jetzt aber nicht unbedingt. Ich mag es eigentlich, wenn in Filmen oder Serien nicht immer alles logisch und „benutzerfreundlich“ aufbereitet ist, damit am Ende bloß keine Fragen offenbleiben. Menschen verhalten sich oft komplett irrational und machen dämliche Dinge und ich mag es, wenn das auch mal in Serien passiert. Anyhoo, am Ende kommt dann doch noch soweit alles zusammen, der Mord wird aufgeklärt, die Hintergründe sind aufgedeckt, jedoch stecken die Charaktere am Ende dann so richtig in der Scheiße, weil in diesem Sumpf aus Verbrechen gar keiner Interesse daran hat, dass die Machenschaften aufgedeckt werden. Das Ende der Staffel fand ich irgendwie … gleichzeitig ein wenig zu kitschig und ein wenig zu negativ, wobei es insgesamt schon passend zum Rest der Staffel war. Gut fand ich auch, dass eben kein einzelner Mörder gesucht und gefunden wurde, sondern es mehr um ein ganzes Netzwerk von Leuten ging, die alle mehr oder weniger Verbrecher sind.

Cool war, dass mir am Ende der letzten Folge aufging, dass es thematisch auch ganz viel um Familien ging. Eigentlich jeder Charakter hat ein oder mehrere Probleme und Wünsche, die mit seiner Familie zusammenhängen, viele der Motivationen hängen damit zusammen, es geht unglaublich viel um Beziehungsgeflechte (familiäre und andere) und Verbindungen, so dass auch die vielen tollen Aufnahmen von Straßennetzen sehr symbolisch sind und da gut reinpassen. Optisch und musikalisch ist die Staffel eh großartig, vor allem die Lieder der Singer/Songwriterin Lera Lynn, die diese extra für die Staffel geschrieben hat, haben es mir sehr angetan. Aber auch der Titeltrack („Nevermind“ von Leonard Cohen) ist super und passt total gut. Zumal auch im Vorspann jede Folge andere Passagen daraus laufen, was mir erst nach mehreren Folgen aufgefallen ist. Schauspielerisch fand ich die Staffel auch stark, die drei Cops – gespielt von Colin Farell, Rachel McAdams und Taylor Kitsch – waren wirklich sehr gut dargestellt. Der Schwachpunkt der Staffel liegt für mich beim Mafioso Frank (gespielt von Vince Vaughn) und seiner Frau Jordan (Kelly Reilly) – erstens fallen meiner Meinung nach beide etwas gegen die anderen Schauspieler ab, zweitens ist die Story um Frank und Jordan (in der es eigentlich nur darum geht, dass sie gerne ein Kind wollen und dass Frank seine großen Bussiness-Pläne nicht aufgeben will) echt nicht spannend genug, um so viel Screentime einzufordern. Die wirklich guten Szenen mit Frank sind eigentlich nur die, wo seine Frau nicht dabei ist. Daher fand ichs schade, dass so viel Zeit für diese Beziehung investiert wird, die bei mir einfach nicht wirklich rüberkommt. Insgesamt hätte es der Staffel wohl gutgetan, wenn nicht alle 4 Hauptcharaktere gleich zu Beginn als so dermaßen gescheiterte Existenzen charakterisiert worden wären. Ich hatte ein wenig den Eindruck, dass da zu viel mit dem Holzhammer auf der Düüüüüster-Schiene herumgekloppt wird, das hätte man geschickter machen können. Insgesamt mag ich ja das wirklich üble Weltbild, was die Serie vermittelt, aber gerade in den ersten Folgen kommen die Charaktere doch etwas übetrieben übel rüber.

Insgesamt habe ich auch die 2. Staffel sehr gerne gesehen. Ich bin gespannt, ob es eine dritte gibt und wie die dann wohl aussehen mag.

Letztes Jahr schwärmte ich ja schon von der 2. Staffel Defiance, nun lief die dritte. Auch diese hat mir wieder sehr gut gefallen. Ich mag das Endzeit-Alien-Setting immer noch und diesmal gab es auch zwei sehr spannende Storylines. Und neue Aliens! (Das ist jetzt kein Spoiler, die werden in den ersten 5 Minuten der dritten Staffel eingeführt.) Tatsächlich war ich positiv überrascht, wie rigoros gleich in der ersten Doppelfolge Platz für neue Charaktere gemacht wird und wie spannend die Staffel anfängt. Diesmal wurde gefühlt auch noch mehr Wert auf die Ausgestaltung und Entwicklung der Charaktere gelegt, das fand ich super. Das Finale der Staffel könnte auch locker das Serienfinale sein, es war wirklich toll gemacht, sehr ergreifend und zum Teil auch echt überraschend. Optisch war die Serie schon immer ganz gut, auch diesmal waren ein paar tolle optische Hingucker dabei, vor allem im Finale. Ich bin gespannt, ob es eine weitere Staffel geben wird – tatsächlich könnte ich ja mit dem gezeigten Ende der 3. Staffel als endgültiges Ende gut leben.

Vom selben Fernsehsender wie Defiance stammt die neue Serie Dark Matter. Einfache Prämisse: Raumschiffcrew wacht aus der Kryostase aus und erinnert sich an nix. Weder an ihre Namen, noch ihre Vergangenheit, noch was sie auf dem Schiff eigentlich machen. Lediglich ihre Fähigkeiten kommen im Laufe der Zeit wieder ins Gedächtnis. Dark Matter ist im Vergleich zu anderen Serien seeeehr günstig produziert, die Effekte sind schrottig, das Raumschiff besteht aus gefühlt 5 Räumen und auch sonst ist das optisch alles nicht so der Bringer. Die einzelnen Folgen sind meist in sich abgeschlossen und enden immer mit einem Cliffhanger, was aber tatsächlich gut funktioniert und zum Weiterschauen animiert. Die Charaktere sind schon alle sehr cool und sehen natürlich auch alle umwerfend aus – aber das darf ja auch mal sein. Ich kann gar nicht genau sagen, wieso es mir so viel Spaß gemacht hat, die Serie zu gucken. Für mich funktioniert sie irgendwie einfach. Die Charaktere sind hinreichend interessant, die Handlung ist spannend, es gibt den ein oder anderen Lacher und manche Ideen, wie die Reise-Klone, fand ich schon recht originell. Einzig schade war, dass die Staffel mit einem ziemlichen Cliffhanger endete und noch nicht sicher ist, ob die Serie weitergeht.

Spiele

Ich habe ein wenig weiter Dragon Age:Inquistion gespielt, da bin ich ja im zweiten Durchgang. Eigentlich hatte ich schon komplett aufgegeben und wieder angefangen, Fallout New Vegas zu spielen, aber dann hab ich doch weitergemacht, weil ja nächste Woche doch ein DLC rauskommt, was mich interessiert. Wobei ich eigentlich auch gerne Fallout weiterspielen würde. Hngh. Und ja, iiirgendann schreib ich auch noch mal was Längeres zu Dragon Age: Inquistion. Nach dem 2. Durchgang dann.

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Eingeordnet unter Bücher, Computerspiele, Mediengedöhns, Serien

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