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Mediengedöhns im Juli und August 2017

Im Juli habe ich so wenig zu Ende geschaut, dass ich gar nicht genug für einen Artikel hatte. Daher jetzt mal wieder etwas mehr.

Bücher

Ich schreibe jetzt endlich was zu Bloodline, auch wenn ich noch 30 Seiten vor mir habe – aber die werden den Eindruck nun nicht mehr ändern. Bloodline ist neben der Aftermath-Trilogie der beste Star Wars-Roman, den ich bisher gelesen habe. Claudia Gray schafft es, Leia Organa wirklich großartig zu schreiben, aber auch die weiteren Charaktere sind wirklich toll. Außerdem ist die Handlung ein weiteres kleines Puzzlestück auf dem Weg zwischen der Schlacht von Endor und dem Aufstieg des First Order und der Entstehung der Resistance. Auch der Einblick in die Politik des Senats der Neuen Republik ist sehr gut, vor allem, weil er auch ziemlich realistisch scheint. Aber großer Dreh- und Angelpunkt ist halt schon Leia, und vermutlich mag ich das Buch deswegen auch so. Also große Empfehlung.

Ebenfalls gelesen habe ich den 2. Bank der Darth Vader-Comicserie. Der war auch wieder ziemlich cool, mit viel Unterwelt- und Aphra-Action und so. Und einem sehr coolen Eröffnungsbild mit Vader auf Tatooine vor Lukes zerstörtem Zuhause. Der nächste in der Reihe ist jetzt glaube ich Vader Down, was ein Crossover der Serie mit … irgendwas anderem ist. Ich muss mich da mal informieren. Äh, ja. Da ich mit diesem Buch jetzt 5 Comicbücher in meinem gesamten Leben gelesen habe, fühle ich mich immer sehr inkompetent, wenn ich darüber schreibe, deswegen einfach nur: Ich fand den Band gut.

Filme und Serien

Irgendwann im Juli war ich dann nochmal im Kino zu Spider Man Homecoming. Tatsächlich nehme ich ja seit einer Weile so ziemlich jeden MCU-Film im Kino mit, denn bisher waren die alle immer solide bis sehr gute Unterhaltung. Spiderman interessierte mich seit den furchtbaren Filmen mit Tobey Maguire eigentlich mal so überhaupt nicht, aber der kurze Auftritt vom neuen Spiderman in Civil War und die Tony Stark-Mentorbeziehung machten mich dann doch neugierig genug für einen Kinobesuch. Der Film war dann auch echt ganz cool. Halt bewusst High School-Film meets Superhelden, aber das macht das MCU ja auch so gut – dass sie fast jeden Superheldenfilm noch mit einem anderen Genre mischen. Tom Hollander ist ein überzeugender 16-jähriger Möchtegernheld, der Bösewicht war meiner Meinung nach besser als in vielen anderen MCU-Filmen, Tony Stark hätte von mir aus aber gerne etwas mehr vorkommen können, und wenn es nur gewesen wäre, um meine seit Civil War reichlich vorhandenen Tony-Stark-FEELS zu verarbeiten. Die weiteren Rollen waren auch toll besetzt, gerade Peters Sidekick und das Love-Interest fand ich klasse. Insgesamt eher ein Standalone-Film als eine Fortführung der MCU-Geschichte, aber wirklich charmant.

Das MCU neu schätzen gelernt hab ich dann letztes Wochenende, als ich matschig daheim rumhing und Bock auf einen hirnlosen, unterhaltsamen, coolen Film hatte. Meine Wahl fiel dann auf Pacific Rim und meine Fresse, ist der Film kacke. SO eine coole Prämisse (2 miteinander verlinkte Personen steuern 50-Meter-Battlemech gegen Monster aus einer andere Dimension) und dann so wenig draus gemacht. Die … äh … man kann es kaum Charaktere nennen … die klischeehaften Abziehbilder, die da als Ensemble durch die Gegend eierten, waren zu 80 % weiße Typen, die einzige relevante Frau ist ein totales Mäuschen, lässt sich von jedem rumkommandieren und verliebt sich natürlich nach 3 Minuten in den Hauptcharakter. Die zwei Wissenschaftler waren so überzeichnet geschrieben und overactet, dass es unerträglich war, und der Versuch, ein paar humorige Stellen einzubauen, ging auch total nach hinten los. Ja, optisch war es teilweise ganz cool, aber ich brauch schon wenigstens einen Charakter, der den Namen verdient hat und mir nicht völlig egal ist, oder wenigstens ein bisschen mehr Coolness oder …. irgendwas. Ich weiß immer noch nicht, wieso ich den Scheiß nicht nach 40 Minuten ausgemacht hab, aber irgendwie hab ich 2 h meines Lebens damit verbracht, diesen Film zu schauen und auf Twitter darüber zu lästern, wie kacke ich ihn finde. Eigentlich beides Ding, die ich doof finde. Ich gelobe Besserung beim nächsten schlechten Film!

Kommen wir zu den Serien:

Um die Netflix-Serie Iron Fist hatte ich mich bisher ein wenig gedrückt, weil sie ja gar nicht mal so gut sein soll. Aber in Vorbereitung auf The Defenders musste ich sie dann doch gucken. Und ich muss sagen: Sie ist zwar wirklich lange nicht so gut wie Daredevil oder Jessica Jones, aber auch nicht so mies, wie ich es dachte. Eigentlich ist sogar alles an der Serie recht cool, bis auf leider den Hauptcharakter. Neben der Tatsache, dass ich Finn Jones für eine absolute Fehlbesetzung halte (weil er a) keine Kampfsportvorbildung und auch offensichtlich auch nicht arg so viel Talent dafür hat und b) hier die Gelegenheit verpasst wurde, Danny Rand einfach Asian-American sein zu lassen und damit noch ein bisschen mehr Diversität in die Defenders zu bringen) ist Danny Rand einfach … dumm. Er ist ein dummer, weißer Junge mit mehr Privilegien, als er checkt und erinnerte mich frappierend an jeden Kampf-ist-die-einzige -Lösung-Krieger, der mich bei diversen Rollenspielsitzungen zur Weißglut gebracht hat. Die Serie gönnt ihm leider auch nicht gar so viel Entwicklung und seine in den ersten Folgen noch ganz interessanten Kindheits-Flashbacks kommen einfach nur immer wieder und werden nicht wirklich weitergeführt, so wie auch die ganze Ausbildung zu Iron Fist in K’unlun reichlich oberflächlich abgehandelt wird. Die weiteren Charaktere sind da schon erfreulicher. Claire Temple ist eh eine Bereicherung für jede Szene, in der sie dabei ist, und Colleen Wing, Dannys Sidekick/Love Interest ist ziemlich cool (und hätte eine bessere Hauptfigur abgegeben, zumal die Schauspielerin auch ihre Katana-Kämpfe wesentlich besser rüberbringt als Finn Jones) und die gesamte Familie Meachum ist auch durchweg gut besetzt und gespielt. Leider hat auch das Drehbuch so seine Schwächen und die Schauspieler können aus den teils seltsamen bis wirren Dingen, die ihre Figuren tun, halt nur das Beste rausholen. Insgesamt leider wirklich die schlechteste der Defenders-Einzelserien, aber nun auch nicht schlimmer als vieles andere, was so über den Bildschirm flattert.

Wirklich mit Hochspannung erwartet habe ich dann The Defenders. Die 8 Folgen umfassende Serie bringt erstmals Daredevil, Jessica Jones, Luke Cage und Iron Fist zusammen, als die in den meisten anderen Serien schonmal aufgetauchte Hand sich daran macht, New York ganz klischeehaft zur eigenen Bereicherung dem Untergang zu weihen. Das bringt nicht nur ein Team-up der vier (nicht immer sehr heldenhaften) Helden mit sich, sondern beschert dem Zuschauer auch Sigorney Weaver als Oberbösewichtin Alexandra, die wirklich ziemlich cool und auch toll gespielt ist. Gerade ihre abgefuckte Irgendwie-Mutter-Tochter-Beziehung zu Black Sky ist durchaus gelungen. Zurück zu den Superhelden – die Serie nimmt sich glücklicherweise Zeit, sie zusammenzuführen und widmet dem Austausch- und Teamfindungsprozess auch eine ganze Folge. Das hat für mich sehr gut funktioniert. Gerade die Charaktermomente der einzelnen Figuren sind mit das Beste an der Serie. Was das Problem mit Danny Rand angeht: Glücklicherweise arbeitet die Serie hier mit dem, was sie nunmal hat, und stellt nie in Frage, dass Danny ein dummer Haudrauf ist, allerdings ein dummer Haudrauf, der für beide Seiten von Wichtigkeit ist, so dass er in die Geschichte gut eingebunden wird. Und zwischen ihm und Luke entwickelt sich dann doch recht schnell eine Buddy-Dynamik, die ich sehr gelungen finde. Hach, überhaupt, Luke. Er ist auf jeden Fall der sympathischste im Team und ich finde ihn als großen, starken, dabei aber nicht doofen, sondern im Gegenteil relaxten und entspannten Typen einfach großartig. Auch das vorsichtige Wieder-Annähern zwischen ihm und Jessica ist super. Letztere ist auch in jeder ihrer Szenen ein Highlight in ihrer üblichen rotzigen, fertigen, sarkastischen Art und Weise. Insgesamt entwickeln sich tatsächlich alle vier Figuren auch in dieser Serie ein Stück weiter, was in Hinsicht auf das große Ensemble und die nur knapp 8 Stunden Laufzeit sehr positiv ist.

Leider fand ich die letzten Folgen und das Finale dann nicht mehr ganz so stark wie den Anfang, da das Finale mit einem Plottwist eingeleitet wird, der zwar echt überraschend kam, aber in der weiteren Entwicklung nicht unbedingt mein Gefallen gefunden hat. Außerdem darf Danny Rand auch in dieser Serie nicht schlauer werden und sorgt mit einer absolut blöden Aktion dafür, dass die böse Seite einen Schritt weiterkommt. Und auch der Finalkampf an sich war dann weniger cool als andere Kampfszenen es waren. Und ich werde einfach nicht warm mit Matt und SPOILER Elektra als dramatischem Liebespaar. Elektra als Black Sky war super, sobald sie dann wieder zu ihrem irren Selbst zurückgefunden hat, hat sie mich genauso genervt wie in Daredevil Staffel 2. Was nicht an Elodie Yung liegt, sondern einfach daran, wie die Figur geschrieben ist. Als Matt und sie sich am Ende in all den Trümmern in den Armen lagen, hab ich nur mit den Augen gerollt. Achja: Ich hoffe, Madam Gao hat den einstürzenden Neubau irgendwie überlebt. Sie ist einfach so cool und ich hoffe, sie kommt nochmal wieder. SPOILER ENDE. Insgesamt hat der Plot um die Hand damit nun hoffentlich erstmal einen Abschluss gefunden und macht Platz für andere Handlungsstränge.

Was die Defenders übrigens absolut brillant umsetzt, sind die verschiedenen Farben. Jeder Defender hat eine Farbe oder Farbkombination, die immer wieder aufgegriffen wird, gerade auch im Zusammenspiel (Alexandra als Gegenspielerin hingegen trägt nur Nicht-Farben wie weiß, gold oder silber). Das sorgt bei den getrennten Handlungssträngen am Anfang dafür, dass man schnell wieder weiß, um wen es gerade geht. Auch wie die Farben dann zusammenkommen, aber jeder immer noch seine Farbe im Hintergrund hat, wie z. B. im quietschbunten Chinarestaurant, wo aber Danny halt immer vor der iron-fist-grünen Topfpflanze sitzt, ist großartig gemacht und zieht sich bis in kleine Details durch. Als Matt z. B. in den Verhörraum kommt, in dem Jessica sitzt, ist der Raum komplett blau und er steht dann vor der rot lackierten Tür. Und als Luke und Danny eine Unterhaltung allein führen, sind die Stühle, auf denen sie sitzen, sicherlich in voller Absicht grün (Danny) und gelb (Luke). Schon allein für diese Farbspielereien lohnt sich vermutlich auch noch ein zweites Anschauen – für die Interaktion der Charaktere und die zum großen Teil tollen Dialoge sowieso. Insgesamt also auf jeden Fall eine Empfehlung.

Mehr Netflix-Content: Die fünfte Staffel Orange is the new Black hatte in meiner medialen Filterblase eine ähnlich herzliche Rezeption wie Iron Fist, und auch hier kann ich es nicht so richtig nachvollziehen. Die Entscheidung, die ganze Staffel lang den Aufstand im Gefängnis zu behandeln, fand ich durchaus gut und richtig so. Es vergeht sehr wenig Zeit in den 13 Folgen (4 Tage etwa) und verschiedendste Aspekte des auf einmal im Chaos versinkenen Gefängnisses werden beleuchtet. Dabei fand ich manche Handlungsstränge fantastisch (Taystee ftw! Sie war SO TOLL in dieser Staffel!, Gloria, Caputo), manche typisch skurril-humorig (Frida und der Pool, Boo und Linda, Piper und Alex), manche viel zu klamaukig und doof (Liane und … die andere Hirnlose da vor allem, teilweise auch Malitza und Flaca) und der Tiefpunkt war dann irgendwie die Story mit Red und Piscatella. Da machte einfach sehr vieles überhaupt keinen Sinn. Man hätte auch von mir aus gerne sehr viel mehr beleuchten können, wie sich die Lage aus Sicht der Offiziellen und Verantwortlichen darstellt. Trotzdem gab es einige wirklich schöne Szenen und im Großen und Ganzen ist die Serie immer noch gut und vor allem anders als viele anderen. Ich bin gespannt auf Staffel 6.

Auch gerade beendet: Die dritte Staffel Dark Matter. Hach, hach. Ich liebe diese Serie echt sehr, auch wenn sie wenig Budget und damit grottige Special Effects hat. Aber die Charaktere sind einfach großartig und liebenswert, die Folgen sind immer superspannend und diese Staffel haben sie echt ein paar Highlights abgeliefert … eine Zeitschleifenfolge, eine Stranger Things-inspierte Zeitreise, ganz viel Human-Android-Relations-Kram … großartig. Und die Klamotten sehen immer noch supergeil aus und der Cast ist bis in kleine Nebenrollen hinein immer noch superdivers (there are Asians in this movie!) und … ja. Es ist halt kein total hochqualitatives Fernsehen, aber schon verdammt cool. Und ich hoffe SEHR auf Staffel 4, die dritte hörte nämlich wieder mit gefühlt 5 Cliffhangern gleichzeitig auf.

Dann lief natürlich auch die 7. Staffel Game of Thrones, die sich nun endgültig über die Bücher hinaus fortbewegt hat und zudem diesmal nur 7 Folgen umfasste. Leider schlägt das doch sehr durch, denn vieles wird einfach zu hastig erzählt, die Charaktere besitzen inzwischen gefühlt alle einen Teleportring und so richtig habe ich einfach insgesamt nicht kapiert, warum man unbedingt 7 statt 10 Folgen machen wollte. Man merkt auf jeden Fall, dass es aufs Finale zugeht, die meisten Handlungsstränge werden zum großen Plot zusammengeführt, es gibt viele Wiedersehen, viele, nicht immer sehr subtil umgesetzte, Enthüllungen und Entscheidungen und am Ende der Staffel kann man wohl sagen:  Jo, der Winter ist da. Wie unglaublich viel Liebe zum Detail und wie krasse Set- und Stuntarbeiten in jeder Folge stecken, finde ich großartig und bewundernswert, und ich kann jedem Fan der Serie nur die Making of-Videos auf Youtube ans Herz legen. (Ich würde gerne eine tolle Playlist verlinken, aber der offizielle GoT-Account ist eher ein Chaos. HIER ist mal das Making of zu Folge 6 aus Staffel 7 – enthält logischerweise Spoiler 😉 . Insgesamt war ich schon ganz zufrieden mit der Staffel, man merkt aber, dass sich die Serie von der Komplexität und Vielschichtigkeit der Buchvorlage leider etwas entfernt hat. Gut, was sollen sie machen, GRRM hat sich ja leider in seine 17 Nebenplots verstrickt und Buch 6 kommt vermutlich auch nächstes Jahr noch nicht raus. Es ist trotzdem etwas schade, dass sich nun die Charaktere mehr dem Plot unterzuordnen scheinen als andersrum – und bei manchen Figuren wirkt das doch sehr als Bruch mit ihrem ursprünglichen Charakter und ihren Kompetenzen. Unterhaltsam, toll anzusehen und gut gespielt ist die Serie natürlich weiterhin. Für nähere Einzelheiten zu den Folgen empfehle ich die Reviews der NY Times, beim Guardian, oder ihr schaut mal drüben beim Hermator vorbei.

Und dann hab ich ja noch Star Trek geschaut. Das ist sehr neu, ich habe das immer verweigert – in meiner bedauernswert unnerdigen Jugend kam Star Trek ja nicht vor, und danach habe ich es immer doof gefunden, weil es alle kannten und sich drüber stundenlang unterhalten haben, und ich nur mit Fragezeichen überm Kopf danebensaß. Die drei neuen Kinofilme fand ich aber dann doch recht unterhaltsam, First Contact habe ich irgendwann auch mal gesehen und fand ihn cool. Und im September kommt ja die neue Serie, die ich auch auf jeden Fall gucken will. Und irgendwann im Mai hab ich dann mal angefangen, in die Serien reinzuschauen. Die Originalserie ging gar nicht, die ist einfach zu alt und zu albern für mich. TNG hab ich irgendwie gar nicht erst versucht, da kannte ich ein paar Folgen, die mal zufällig im Fernsehen liefen, und fand die nicht so spannend. Tatsächlich hab ich dann gleichzeitig mit Voyager und DS9 angefangen, bin bei DS9 aber mit der ersten Staffel noch nicht durch, weil ich nur selten eine Folge schaue. Aber die erste Staffel Voyager habe ich nun inzwischen gesehen. Ist ja glaub ich so die Serie, die alle immer doof finden, weil sie so weit weg spielt und so, wenn man von Star Trek null Ahnung hat, ist das aber sehr gut, wenn man nicht so viel Vorwissen bräuchte (DS9 hat ja in Staffel 1 so ne Folge mit Q und ich hab natürlich die siebenhundert Anspielungen nicht kapiert). Außerdem hat Voyager den großen Vorteil, dass Kate Mulgrew mitspielt, die einfach so großartig ist, dass ich schon deswegen drangeblieben bin. Aber auch sonst fand ich es erstaunlich gut. Nicht jede einzelne Folge, aber es war viel Gutes bei und ich bin auch erstaunt über die Ernsthaftigkeit vieler Themen und die Charaktere, die mir doch recht schnell ans Herz gewachsen sind. Außerdem ist so diese Das-Schiff-als-Heimat-Geschichte und die Suche nach dem Heimweg total meine Tasse Tee (und ich wüsste manchmal gern, wie viel Voyager-Inspiration in der Lamea-Kampagne steckt, denn so einige Punkte passen da doch schon sehr gut zusammen). Demzufolge schaue ich auch weiter, auch wenn ichs nun nicht gerade gierig durchbinge. Und DS9 guck ich so gelegentlich sicher auch weiter.

Gespielt

Nix am Computer, beim DSA sind wir gerade wieder bei der Königsmacherkampagne und dilettieren in der Politik herum. In Berlin ja, wie schon erwähnt, The Sprawl, ein PbtA-Cyberpunk-System, das mir wohl endgültig klargemacht hat, dass ich so Systeme, die auf einzelnen Runs und Aufträgen basieren, ohne dass es eine große Geschichte drumrum gibt, einfach nix anfangen kann. Auch wenn das System mMn sehr gut ist, wenn man denn run-basiert spielen möchte. Und im Juli haben wir auch noch einmal Edge of the Empire gespielt. Dafür habe ich mir sogar endlich mal einen eigenen SC gebaut, nämlich eine Zabrak-Slicerin namens Kepiri. Und dank einer spontanen Comission von Alexej Axis gibt es zu ihr jetzt auch schon ein Bild:

Ich habe sie ja bisher nur einmal gespielt, fand den Charakter aber ganz cool bisher. Es ist auf jeden Fall bemerkenswert, wie viel Input das Regelwerk durch die Verpflichtungen und Motivationen reinbringt. Ich hoffe, ich kann sie bald mal wieder spielen.

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Mediengedöhns im November und Dezember 2016

Das Jahr geht zu Ende und bevor 2017 beginnt, versuche ich gerade noch ein paar Altlasten abzuarbeiten. Wie eben das Mediengedöhns. Eigentlich wollte ich zu Rogue One ja einen eigenen Eintrag schreiben, aber keine Zeit, keine Energie. Die letzten Wochen waren zu ätzend. Deswegen jetzt einfach einen langen Eintrag für alles.

Bücher

Als letztes Buch des Jahres (in dem ich somit kümmerliche 5 Bücher und 2 Comics gelesen habe), habe ich passend zu Rogue One den Auftaktroman Catalyst gelesen. In dem geht es vor allem um die Vorgeschichte von Galen Erso und Orson Krennic, aber auch um erste Anfänge der Rebellion gegen das Imperium. Und natürlich um den Bau des Todessterns. Im Prinzip dreht sich alles darum, wie Galen Erso als genialer Wissenschaftler zwischen seinem alten Freund Krennic und dem Imperium auf der einen Seite und seiner Frau Lyra auf der anderen Seite steht. Der eine will, dass er fürs Imperium Kyberkristalle als Energielieferant erforscht, die andere will möglichst nix mit dem Imperium zu tun haben und argwöhnt (zu Recht) andere Motive als die Energieversorgung von Planeten hinter der Forschung. Der Roman ist durchaus solide, gerade Orson Krennic wurde durch ihn nochmal sehr viel deutlicher beleuchtet als der Film das geschafft hat und war mir zu gewissen Teilen sogar ein wenig sympathisch. Mit Galen und Lyra Erso habe ich da schon eher meine Probleme, denn der supergeniale Wissenschaftler, der in Ruhe vor sich hinarbeitet, während seine Frau quasi die einzige ist, die seine Notizen versteht und abtippt (!) und seinen Verstand begreift, während sie so ein wenig Expeditionen macht und das Kind hütet … argh, das wäre doch auch irgendwie anders gegangen. Wenn schon Lyra nicht diejenige ist, die die Kristalle erforscht – wieso kann sie dann nicht wenigstens gleichberechtigte Kollegin und ebenfalls Wissenschaftlerin sein? Wieso muss ein genialer Wissenschaftler gleichzeitig so abgehoben sein, dass er seine eigene Tochter nur so am Rande mitbekommt und sich erst am Ende des Romans mal drauf besinnt, dass er ihr ja auch mal ein Märchen erzählen kann? Das war schon irgendwie schade, es hätte dem Buch ganz gut getan, wenn es da weniger klischeehaft gewesen wäre. Nichtdestotrotz macht die Kenntis des Romans den Film noch etwas interessanter und führt z. B. auch vor Augen, wieso Lyra zu Beginn des Filmes die Waffe gegen Orson erhebt – aus dem Buch wird schon deutlich, dass sie ihn nach all den Jahren wirklich erbittert hasst. Auch die imperialen Intrigen zwischen Krennic, Tarkin und Mas Amedda fand ich interessant. Insgesamt schon ein lesenswertes Buch, aber kein totales Muss.

Filme und Serien

Bleiben wir bei Star Wars – natürlich habe ich Rogue One so schnell wie möglich gesehen. Ich hatte sogar Karten für den Donnerstag, als er in die Kinos kam, aber wieso soll man einen lang erwarteten  Film schauen, wenn man stattdessen auch mit Migräne im Bett liegen kann? Immerhin ist es mir dann gelungen, bis zum Sonntag danach unverspoilert zu bleiben. Tja, es ist irgendwie schwierig, über den Film zu schreiben, ohne zu spoilern. Ich fand – wer ihn kennt, wird wissen was ich meine – gut, wie konsequent er durchgezogen war, was ich tatsächlich bei einem Disney-Film für nicht möglich gehalten hatte. Man hat zum Teil schon gemerkt, dass im Drehbuch nochmal rumgeändert wurde (weil z. B. die Hälfte der Szenen ausm Trailer gar nicht im Film war), gerade der Anfang des Films wirkte auf mich etwas holprig und sprunghaft und in den ersten 20 Minuten fand ich auch die Musik eher störend als passend. Aber so ab dem Jedha-Teil hat Rogue One mir dann wirklich gut gefallen und den Scarif-Part fand ich dann wirklich richtig gut, auch was Stimmung und Musik angeht. Ich hätte mich gefreut, noch ein bisschen mehr über die Charaktere zu erfahren und hätte dafür jetzt z. B. die Vader-Szene auf Mustafar nicht gebraucht. Den mittels CGI eingebauten Tarkin fand ich super, und Krennic ohne Tarkin wäre auch echt blöd gewesen nach den Jahrzehnten an Konkurrenz im Roman. Nee, doch, ich bin sehr zufrieden mit dem Film, muss ihn nochmal sehen, diesmal hoffentlich die Rebels-Referenzen bemerken und mich drüber freuen, dass schon zwei Jahre in Folge ein toller Star Wars-Film in die Kinos gekommen ist. Achso: Kurz nach Rogue One nochmal A New Hope gucken macht übrigens extrem Spaß. Kann ich nur empfehlen.

Als weiteren Film habe ich im November noch Dr. Strange gesehen. Der war für mich solide Marvel-Durchschnittskost, etwa so auf dem Niveau von Ironman oder Antman – besser als Thor, nicht so gut wie die Captain America-Filme. Positiv fand ich die Darstellung der Magie, die sehr coole und innovative Problemlösung im Finale (hat mich sehr an Doctor Who erinnert) und den obercoolen Mantel. Blöd fand ich das Love Interest, das so in der Form auch aus dem Jahr 1975 hätte stammen können und definitiv weniger Charakter hatte als der Mantel. Gnah. Aber insgesamt schon ein ganz netter Film.

Hah, und da fällt mir noch ein, dass ich natürlich auch noch Scrooged / Die Geister, die ich rief aus dem Jahr 1988 gesehen habe. Nämlich, um in einem Podcast darüber zu reden. Ich war im Adventskalender des Spätfilm-Podcasts zu Gast und durfte mit Paula und Daniel darüber reden, wie der Film mir denn nun gefallen hat. Trotz der Tatsache, dass ich nicht mehr so richtig sagen konnte, welche Filme ich denn hier in meinem eigenen Blog so besprochen hatte, habe ich hoffentlich nicht allzu viel Müll geredet. Die Folge könnt ihr euch HIER anhören.

Kommen wir zu den Serien:

Schon länger rumgelegen hatte die 2. Staffel von Dark Matter, die ich dann im November mal geschaut habe. Und wie auch schon in Staffel 1 konnte ich kaum aufhören zu gucken, weil die Serie einfach verdammt spannend ist – auch wenn sie diesmal darauf verzichtet hat, wirklich JEDE Folge mit einem Cliffhanger zu beenden. Die Crew der Raza schlägt sich wieder durch die Galaxis, es gibt viel Action und Kämpfe und zwielichtige Industriebosse, die Protagonisten hängen auf ihre hartgesottene und zynische Weise trotzdem ganz wunderbar aneinander, die großartige Androidin bekommt ihren eigenen Nebenplot und die Staffel endet dann leider mit einem Mega-Cliffhanger – zum Glück ist Staffel 3 schon bestellt. Achja: Ich achte ja eigentlich nie auf sowas, aber meine Fresse, haben die alle GEILE KLAMOTTEN in der Serie. Ernsthaft, ich möchte alles, was die da anhaben, in meinen Kleiderschrank hängen. Wer auch immer da die Kostüme macht – Daumen hoch. Na, und dass der Captain des Schiffes eine großartige, schöne, halb-asiatische und einfach saucoole Frau ist, ist auch ein Grund für mich, die Serie zu lieben. (Tatsächlich beinhaltet die aktuelle sechsköpfige Crew der Raza am Ende von Staffel 2 genau einen weißen Kerl. Auch dafür Daumen hoch.)

Auch schon länger ausgestrahlt, aber noch nicht geschaut war die dritte und letzte Staffel von The Musketeers. Staffel 2 fand ich ja nicht so toll, weil sie irgendwie zu sehr auf Politik-Drama gemacht hat, ohne das wirklich ernsthaft durchzuziehen (und ich Rochefort auch vollkommen gaga und viel zu irre fand). Staffel 3 fand ich aber wieder ganz großartig. Es gibt nen Zeitsprung von drei Jahren, Frankreich und Spanien liegen im Krieg, die vier Musketiere haben sich etwas auseinandergelebt (finden sich dann aber natürlich fix wieder zusammen) und Paris zeigt erste Revolutions-Vibes. Dass der Krieg mit noch epischeren Bärten und schickeren Rüstungen einhergeht, ist natürlich auch sehr in Ordnung 😉 . Jedenfalls gibt es diesmal einen übergreifenden Plot, der wirklich funktioniert, ein paar sehr coole Szenen, funktionierende Antagonisten und – weil es ja leider die letzte Staffel war – ein wirklich sehr schönes Happy End für all die tapferen Musketiere. Ich bin schon ein wenig traurig, dass die Serie nun nicht weitergeht, aber mit dem Ende kann ich jedenfalls sehr gut leben.

Kommen wir zu DER neuen Serie der Herbstsaision: Westworld! Die neue HBO-Serie, basierend auf dem Roman von Michael Crichton (der auch schon mal verfilmt wurde), hat mich von der ersten Minute an total geflasht. Die Story, die Schauspieler, die Dialoge, die unfassbar großartige Kulisse, die Kampfsequenzen, die Musik (absolut genial von Ramin Djawadi umgesetzt) … Hammer. Definitiv eine Serie, die man mehrfach schauen kann, weil das zweite Gucken bestimmt nach Kenntnis der weiteren Entwicklungen nochmal ein ganz anderes Erlebnis ist. Wenn man dieses Jahr nur eine neue Serie schaut, dann sollte es Westworld sein. Punkt.

Auch endlich mal weitergeschaut: Skins (die UK-Version). Die längere Pause machte nix, da die Story ja immer nach zwei Staffeln abgeschlossen ist und dann eine komplett neue Besetzung mit eigener Geschichte kommt. Generation 3 gefällt mir bis jetzt jedenfalls auch recht gut. Die Serie schafft es immer wieder, jede Figur so gut zu beleuchten, dass auch die bescheuertsten im Hormonrausch getroffenen Entscheidungen irgendwie nachvollziehbar sind und jeder Charakter greifbar wird. Teilweise kann man zwar kaum hingucken, wenn wieder eine/r totalen Bullshit baut, aber Skins ist immer sehr unterhaltsam, teilweise sehr lustig, teilweise auch echt dramatisch und traurig, manchmal sehr britisch-skurril. Wer das noch nicht gesehen hat: Die Serie ist komplett auf Netflix. Kann man wirklich gut gucken. In Staffel 1-4 spielen auch gefühlte drölfzig inzwischen sehr bekannte Schauspieler mit, die durch die Serie zu größeren Projekten (wie Game of Thrones oder X-Men) kamen.

Sonst noch so gesehen: Die ersten drei Staffeln von That 70s Show, die ich zwar schon so halbwegs aus „immer mal im Fernsehen gesehen“ kenne, die aber wirklich sehr lustig und echt abgefahren ist und perfekte Unterhaltung, um nebenher zu essen oder zu kochen. Pünktlich zur wochenlangen Migräneattacke war dann wenigstens auch endlich Friends bei Netflix gelandet, so dass ich die Serie in den letzten Wochen nochmal komplett gesehen habe. Geht immer noch sehr gut und ist immer noch sehr lustig. Außerdem hab ich in den letzten Tagen noch mal ein paar alte Folgen von Dr. House geschaut, auch wenn ich immer noch mit der Originalstimme von Hugh Laurie kämpfe. Das hab ich sonst nie, aber Klaus-Dieter Klebsch hat einfach einen so guten Job als Synchronsprecher gemacht (und seine Stimme passt so perfekt zu Gregory House), dass die Umstellung echt hart ist. Dafür kann man sich im Original aber über Chases coolen australischen Dialekt freuen *g*. Und weil ja Weihnachten war: Love, actually hab ich natürlich auch nochmal geschaut am 24.12. Und dabei Schokolade gegessen und geheult und mich sehr weihnachtlich gefühlt.

Gespielt

DSA natürlich, zwei Abende Am Rande des Imperiums in Dänemark, dort auch ein bisschen X-Wing, Mensch-ärgere-dich-nicht mit meiner Familie. Am PC weiterhin nix. Aber vielleicht komm ich im neuen Jahr ja mal wieder dazu.

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Mediengedöhns im Juli und August 2015

Ich versprach ja, dass ich nicht wieder ewig warte und dann die ewiglange Liste of doom poste. Daher diesmal eine etwas kürzere Auswahl:

Bücher

Ich bin im Moment sooo lesefaul, es ist schlimm. Ich hoffe, im Urlaub komme ich endlich mal wieder dazu. Immerhin ein Buch habe ich ausgelesen, nämlich den 4. Band der Dresden Files: Summer Knight. Auch da kann ich wieder nicht meckern, war wie immer unterhaltsam, kurzweilig geschrieben und auch immer wieder sehr lustig. Diesmal kriegt Harry es mit der Feenwelt zu tun, was das Dresden Files-Universum wieder um so einige schöne Elemente erweitert. Immer, wenn ich ein Buch der Reihe lese, möchte ich danach das dazugehörige Rollenspiel spielen. Schade fand ich, dass es diesmal keinen richtigen Side-Kick gab, sondern mehr so wechselnde Nebenpersonen. Aber es ist schön, dass die alten Nebencharaktere – wie z. B. die Werwolfbande – wieder aufgegriffen wird. Die Reihe lese ich auf jeden Fall weiter.

Filme und Serien

Ich war mal wieder im Kino –  und tatsächlich schon wieder in einem Marvel-Film, man kriegt den Eindruck, ich würde nur noch solche Filme schauen. Das liegt aber nur daran, dass ich fast nur noch Serien gucke, aber die Filme des MCU sich als so zuverlässig guckbar etabliert haben, dass ich dafür dann doch immer mal ne Ausnahme mache. Antman wollte ich allerdings gar nicht gucken, da ich die Idee mit diesem Schrumpf-Helden irgendwie nicht so wahnsinnig prall fand. Aber dann wollten wir freitags mal irgendwas unternehmen und er lief im Savoy in der OV und in 2D! Das musste natürlich unterstützt werden. Überraschenderweise fand ich den Film dann auch echt cool, es war war nicht so der klassische Superheldenfilm, sondern mehr so ein Heist-Movie mit nem Typen im Superheldenanzug und … Ameisen. Das alles wieder mit sehr vielen Gags und zum Glück ohne erzwungen wirkendes Drama. Auch dieser Film fügte sich wieder gut ins Marvel Cinematic Universe ein (Falcon! Peggy! Die Szene nach dem Abspann!), was ich nach wie vor großartig gemacht finde. Und es gab sogar eine Leverage-Anspielung. Was will man mehr?

Kommen wir zu den Serien, es sind diesmal auch wirklich weniger als letztes Mal …

Zum einen wäre da die 2. Staffel von Penny Dreadful, die dankenswerterweise immer 5 Tage nach US-Ausstrahlung bei Netflix lief. Penny Dreadful ist sicherlich nicht was für jeden, und das bleibt auch in der zweiten Staffel so. Wer Action und ein hohes Erzähltempo erwartet, wird mit der Serie nicht glücklich werden. Der Schwerpunkt der Serie liegt auf Charakterstudien, dem Ausleuchten menschlicher Abgründe, der Frage, wo der Mensch aufhört und das Monster anfängt. Das alles wird unterstrichen durch eine düstere, opulente Optik, tolle Musik, gute bis herausragende (Eva Green!) Schauspieler und Dialoge, die zwar nicht lebensecht wirken, sondern sehr künstlerisch gehalten sind, was aber zur Serie sehr gut passt. Nachdem es in Staffel 1 um Vampire ging, tauchen in dieser Staffel böse Hexen als Gegenspieler auf, außerdem erfährt man noch mehr über die Charaktere, es gibt auch wieder eine (grandiose) Rückblick-Folge über Vanessa. Insgesamt fand ich Staffel 2 mindestens genauso gut wie die erste. Die Serie ist einfach genau mein Geschmack und ich mag es sehr, in die dort gezeigte Welt einzutauchen, zumal sie sich auch immer wieder Mühe gibt, Skurrilitäten und Besonderheiten des viktorianischen London einfließen zu lassen und darzustellen.

„You are being watched“ hieß es dann wieder in der dritten Staffel von Person of Interest. Im letzten Mediengedöhns-Artikel schrieb ich ja schon Generelles zur Serie, in der dritten Staffel geht es weiter, allerdings entwickelt sich die Serie – zu meiner Freude – immer weiter weg vom Fall der Woche hin zu übergreifenden Handlungsbögen, die mehr im Mittelpunkt stehen als zuvor. Tatsächlich hat die Staffel mehr oder weniger zwei Finales, einmal in der Hälfte der Staffel, einmal am Ende. Die drei Folgen in der Mitte der Staffel, mit denen der HR-Plot zu einem (vorläufigen?) Ende gebracht wird, fand ich dabei tatsächlich sogar noch besser als das eigentliche Finale. Das liegt vermutlich daran, dass dabei die beiden Polizisten, also Carter und Fusco, mehr im Mittelpunkt stehen und die einfach eher für emotionales Mitfiebern geeignet sind als die ja immer sehr coolen (oder total verrückten) übrigen Hauptfiguren. Trotzdem war auch das Staffelfinale durchaus wieder gut und lässt mich schonmal gespannt auf Staffel 4 warten, die allerdings auf Netflix leider noch nicht verfügbar ist.

Nach der grandiosen ersten Staffel  habe ich die zweite Staffel von True Detective sehr gespannt erwartet. Nun war irgendwie klar, dass man – zumal in einer Anthologieserie – am besten möglichst wenig Vergleiche zu Staffel 1 ziehen sollte – dennoch wurde das in gefühlt allen Reviews, die ich gelesen habe, gemacht, was mich echt genervt hat. Versuche ich es also mal ohne irgendwelche Vergleiche: Staffel 2 spielt in Vinci, einer fiktiven us-amerikanischen Industriestadt in der Nähe von Los Angeles. Durch einen doofen Zufall (vermisste Person aus Ort A wird im Zuständigkeitsbereich von Person B auf der Autobahnraststätte, die wiederum in die Zuständigkeit von Person C fällt, tot aufgefunden) werden drei Polizisten zur Zusammenarbeit gezwungen, die man wohl alle nur unter dem Sammelbegriff „verkrachte Existenzen“ beschreiben kann. Ein Charakter ist da düsterer als der andere, was in der Summe vielleicht ein bisschen viel des Guten ist. Dann ist da noch der Mafiosi, der mit einer Menge Geld in ein Geschäft einsteigen wollte, das zusammen mit der vermissten Person verschwunden ist und der wiederum einen der Polizisten wegen diverser korrupter Dinger in der Tasche hat. Und ringsherum gibt es noch mehr Polizisten, Stadtverwaltung, Verbrecher, Wirtschaftsbosse … es ist ein ganzer Sumpf an Klüngel und Verbrechen, in dem die 3 Cops herumstochern und zunächst mal so gar nix finden. Tatsächlich passiert in den ersten vier Folgen wirklich eher wenig. Man erfährt viel über die Charaktere und ihr Privatleben, ihre Vergangenheit, ihre Probleme, usw., der Fall läuft fast eher nebenher. Wer also deswegen eingeschaltet hat, weil er einen spannenden Kriminalfall erwartete, dürfte die erste Staffelhälfte vermutlich nicht durchgehalten haben. Ich fand es trotzdem ganz gut, weil die Stimmung einfach sehr gut rüberkam. Vinci als von der Industrie total ausgelutschter Ort, die wirklich krassen Abgründe der Charaktere, die versiffte Kneipe, in der sich Cop und Mafiosi treffen … das kommt alles gut rüber, das fand ich schon ziemlich gelungen.

Am Ende von Folge 4 gibt es dann doch richtig Action, die wieder großartig inszeniert ist. Dann folgt die 2. Staffelhälfte, in der nun all die Handlung stattfindet, die man in den ersten vier Folgen vielleicht vermisst hat. Da passiert dann eine Menge, wobei ich es nicht ZU viel fand. Oft bemängelt wurde die zu komplizierte Hintergrundgeschichte, denn was die drei Ermittler im Laufe der Zeit aufdecken, ist nicht einfach ein Mord, sondern eine Geschichte, in der Korruption, vertuschte Verbrechen, Geklüngel und illegale Partys eine Rolle spielen und in der irgendwie jeder Dreck am Stecken hat. Ja, ich hatte teilweise auch Probleme, da durchzusteigen, zumal wirklich ganz viel so am Rande in den ersten vier Folgen erzählt wird, was dann auf einmal in Folge 6 oder 7 entscheidend wichtig ist. Schlimm fand ich das jetzt aber nicht unbedingt. Ich mag es eigentlich, wenn in Filmen oder Serien nicht immer alles logisch und „benutzerfreundlich“ aufbereitet ist, damit am Ende bloß keine Fragen offenbleiben. Menschen verhalten sich oft komplett irrational und machen dämliche Dinge und ich mag es, wenn das auch mal in Serien passiert. Anyhoo, am Ende kommt dann doch noch soweit alles zusammen, der Mord wird aufgeklärt, die Hintergründe sind aufgedeckt, jedoch stecken die Charaktere am Ende dann so richtig in der Scheiße, weil in diesem Sumpf aus Verbrechen gar keiner Interesse daran hat, dass die Machenschaften aufgedeckt werden. Das Ende der Staffel fand ich irgendwie … gleichzeitig ein wenig zu kitschig und ein wenig zu negativ, wobei es insgesamt schon passend zum Rest der Staffel war. Gut fand ich auch, dass eben kein einzelner Mörder gesucht und gefunden wurde, sondern es mehr um ein ganzes Netzwerk von Leuten ging, die alle mehr oder weniger Verbrecher sind.

Cool war, dass mir am Ende der letzten Folge aufging, dass es thematisch auch ganz viel um Familien ging. Eigentlich jeder Charakter hat ein oder mehrere Probleme und Wünsche, die mit seiner Familie zusammenhängen, viele der Motivationen hängen damit zusammen, es geht unglaublich viel um Beziehungsgeflechte (familiäre und andere) und Verbindungen, so dass auch die vielen tollen Aufnahmen von Straßennetzen sehr symbolisch sind und da gut reinpassen. Optisch und musikalisch ist die Staffel eh großartig, vor allem die Lieder der Singer/Songwriterin Lera Lynn, die diese extra für die Staffel geschrieben hat, haben es mir sehr angetan. Aber auch der Titeltrack („Nevermind“ von Leonard Cohen) ist super und passt total gut. Zumal auch im Vorspann jede Folge andere Passagen daraus laufen, was mir erst nach mehreren Folgen aufgefallen ist. Schauspielerisch fand ich die Staffel auch stark, die drei Cops – gespielt von Colin Farell, Rachel McAdams und Taylor Kitsch – waren wirklich sehr gut dargestellt. Der Schwachpunkt der Staffel liegt für mich beim Mafioso Frank (gespielt von Vince Vaughn) und seiner Frau Jordan (Kelly Reilly) – erstens fallen meiner Meinung nach beide etwas gegen die anderen Schauspieler ab, zweitens ist die Story um Frank und Jordan (in der es eigentlich nur darum geht, dass sie gerne ein Kind wollen und dass Frank seine großen Bussiness-Pläne nicht aufgeben will) echt nicht spannend genug, um so viel Screentime einzufordern. Die wirklich guten Szenen mit Frank sind eigentlich nur die, wo seine Frau nicht dabei ist. Daher fand ichs schade, dass so viel Zeit für diese Beziehung investiert wird, die bei mir einfach nicht wirklich rüberkommt. Insgesamt hätte es der Staffel wohl gutgetan, wenn nicht alle 4 Hauptcharaktere gleich zu Beginn als so dermaßen gescheiterte Existenzen charakterisiert worden wären. Ich hatte ein wenig den Eindruck, dass da zu viel mit dem Holzhammer auf der Düüüüüster-Schiene herumgekloppt wird, das hätte man geschickter machen können. Insgesamt mag ich ja das wirklich üble Weltbild, was die Serie vermittelt, aber gerade in den ersten Folgen kommen die Charaktere doch etwas übetrieben übel rüber.

Insgesamt habe ich auch die 2. Staffel sehr gerne gesehen. Ich bin gespannt, ob es eine dritte gibt und wie die dann wohl aussehen mag.

Letztes Jahr schwärmte ich ja schon von der 2. Staffel Defiance, nun lief die dritte. Auch diese hat mir wieder sehr gut gefallen. Ich mag das Endzeit-Alien-Setting immer noch und diesmal gab es auch zwei sehr spannende Storylines. Und neue Aliens! (Das ist jetzt kein Spoiler, die werden in den ersten 5 Minuten der dritten Staffel eingeführt.) Tatsächlich war ich positiv überrascht, wie rigoros gleich in der ersten Doppelfolge Platz für neue Charaktere gemacht wird und wie spannend die Staffel anfängt. Diesmal wurde gefühlt auch noch mehr Wert auf die Ausgestaltung und Entwicklung der Charaktere gelegt, das fand ich super. Das Finale der Staffel könnte auch locker das Serienfinale sein, es war wirklich toll gemacht, sehr ergreifend und zum Teil auch echt überraschend. Optisch war die Serie schon immer ganz gut, auch diesmal waren ein paar tolle optische Hingucker dabei, vor allem im Finale. Ich bin gespannt, ob es eine weitere Staffel geben wird – tatsächlich könnte ich ja mit dem gezeigten Ende der 3. Staffel als endgültiges Ende gut leben.

Vom selben Fernsehsender wie Defiance stammt die neue Serie Dark Matter. Einfache Prämisse: Raumschiffcrew wacht aus der Kryostase aus und erinnert sich an nix. Weder an ihre Namen, noch ihre Vergangenheit, noch was sie auf dem Schiff eigentlich machen. Lediglich ihre Fähigkeiten kommen im Laufe der Zeit wieder ins Gedächtnis. Dark Matter ist im Vergleich zu anderen Serien seeeehr günstig produziert, die Effekte sind schrottig, das Raumschiff besteht aus gefühlt 5 Räumen und auch sonst ist das optisch alles nicht so der Bringer. Die einzelnen Folgen sind meist in sich abgeschlossen und enden immer mit einem Cliffhanger, was aber tatsächlich gut funktioniert und zum Weiterschauen animiert. Die Charaktere sind schon alle sehr cool und sehen natürlich auch alle umwerfend aus – aber das darf ja auch mal sein. Ich kann gar nicht genau sagen, wieso es mir so viel Spaß gemacht hat, die Serie zu gucken. Für mich funktioniert sie irgendwie einfach. Die Charaktere sind hinreichend interessant, die Handlung ist spannend, es gibt den ein oder anderen Lacher und manche Ideen, wie die Reise-Klone, fand ich schon recht originell. Einzig schade war, dass die Staffel mit einem ziemlichen Cliffhanger endete und noch nicht sicher ist, ob die Serie weitergeht.

Spiele

Ich habe ein wenig weiter Dragon Age:Inquistion gespielt, da bin ich ja im zweiten Durchgang. Eigentlich hatte ich schon komplett aufgegeben und wieder angefangen, Fallout New Vegas zu spielen, aber dann hab ich doch weitergemacht, weil ja nächste Woche doch ein DLC rauskommt, was mich interessiert. Wobei ich eigentlich auch gerne Fallout weiterspielen würde. Hngh. Und ja, iiirgendann schreib ich auch noch mal was Längeres zu Dragon Age: Inquistion. Nach dem 2. Durchgang dann.

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