Archiv der Kategorie: Helden

2016 – Der Rollenspielrückblick

Ich habe beschlossen, nochmal kurz einen Rückblick zum Rollenspieljahr 2016 zu schreiben, und zwar getrennt von meinem eigentlichen Jahresrückblick, dann muss das hier nicht lesen, wen es nicht interessiert (und umgekehrt).

Gestern habe ich mich ja vor der Silvesterfeier noch damit beschäftigt, aus meinem Gedächtnis, dem Blog, meinem Twitter-Account und der WhatsApp-Gruppe unserer Rollenspielrunde zu rekonstruieren, wann wir eigentlich nochmal was gespielt haben und wie viele Abende es insgesamt waren und welche Abenteuer dieses Jahr an der Reihe waren und so weiter. Denn eigentlich machen wir ja an Silvester immer die lustige Rollenspieljahresauswertung, küren das beste und schlechteste Abenteuer sowie die Gewinner in vielen weiteren lustigen Kategorien wie „bestes Monster“, „bester Lacher“, „am liebsten gespielter SC“ und dergleichen mehr. Nachdem ich dann nach 3 Stunden damit fertig war … haben wir es dann gestern doch nicht gemacht, weil aus der Feier mit der DSA-Runde irgendwie eine Feier mit erweitertem Familienkreis wurde, wir dann bis fast Mitternacht erstmal nicht-nerdtaugliche Dinge tun mussten und die anschließende Partie X-Wing sich dann auch so lange hingezogen hat, dass wir danach heimgefahren sind. Hurra. Die Umfrage wird aber nächsten Samstag nachgeholt, so dass ich die Ergebnisse vielleicht in Auszügen hier doch noch posten kann, mal sehen.

Immerhin kann ich schonmal festhalten, dass ich letztes Jahr 40 Spielabende gespielt habe (Cons und Online-Runden nicht mitgerechnet), was mehr ist als ich dachte, weil doch öfter mal Termine ausgefallen sind. Außerdem hat mich sehr gefreut, dass dieses Jahr auch mal ein paar mehr Nicht-DSA-Abende stattgefunden haben, denn Abwechslung ist immer gut und mal mit Raumschiffen und Schusswaffen zu hantieren macht halt auch viel Spaß. Neben zwei Hollow Earth Expedition-Abenteuern (über jeweils 2 Abende) haben wir auch ein wenig Star Wars: Am Rande des Imperiums gespielt. Beides hat sehr viel Spaß gemacht. Ich hoffe, dass auch im nächsten Jahr immer mal wieder was in der Richtung stattfindet. Außerdem habe ich mich dieses Jahr auch mal an „Rollenspiel online spielen“ herangewagt, einerseits mit einer FATE-Star Wars-Runde über Videochat (die leider viel zu selten stattfindet, dann aber immer sehr viel Spaß macht) und andererseits mit einer DSA-Runde über Teamspeak und Fantasygrounds (was nach wie vor etwas ungewohnt ist, weil halt wirklich ganz ohne die Mimik der anderen Spieler zu sehen). Jedenfalls kommt beides nicht so richtig an eine Tischrunde heran, funktioniert aber besser als ich das vorher gedacht hätte.

In der normalen Tisch-Rollenspielrunde jedenfalls war das Jahr sehr geprägt von einem langen Abschnitt der Lamea-Kampagne, den wir in ungefähr 20 Spielabenden beendet haben. Trotzdem wird die Kampagne uns noch eine ganze Weile begleiten. Sehr schön war auch ein Ausflug in die Dunklen Zeiten, wo wir jetzt gerade zwischen den Feiertagen das Abenteuer „Inspectores“ gespielt haben. Ich halte die Dunkle Zeiten-Box nach wie vor für eines der großartigsten DSA-Produkte EVER, und gerade die ungewöhnlichen SC-Typen machen einfach total viel Spaß. Und das Setting mit seiner Mischung aus bekanntem Aventurien, noch deutlich zu erkennbaren myranischen Einflüssen und erlebbarer Geschichte ist toll. Vielleicht schaffen wir ja auch 2017 mal wieder einen Ausflug in die Vergangenheit. Ansonsten machen wir aktuell gerade die Uli-Lindner-Wochen und spielen jetzt nach „Zwischen den Fronten“ das Abenteuer „Vergessenes Wissen“, wobei wir bei letztem gerade erst einen halben Abend gespielt haben. Jedenfalls habe ich zu diesem Anlass endlich mal meinen Magier durch sein Zweitstudium gejagt und ein paar lustige Stunden mit Versinken in die Tiefen des DSA4-Regelwerks verbracht. Und ja, das meine ich ernst, für einen schon halbwegs hochstufigen Charakter 2500 AP und das Zweitstudium zur Verfügung zu haben und sich mal wieder richtig in die magischen Sonderfähigkeiten und dergleichen reinzugraben hat echt Spaß gemacht. Weniger Spaß machte die Erkenntnis, dass die elektronische Version des Zauberbogens verschwunden war – den neu zu bauen, hat gedauert und war echt nervig. Aber nun ist es ja geschafft.

Wie immer gibts da draußen noch drölfzig andere Systeme, die cool klingen und die ich gerne mal ausprobieren würde. City of Mist klingt zum Beispiel toll, um mal was ganz Neues zu nennen. Immerhin hab ich dieses Jahr auf der NordCon mal Splittermond ausprobieren können, was ich nur aus frühen Demo-Runden kannte. Ist auf jeden Fall ein sehr durchdachtes System mit einer wirklich fantastischen Einsteigerbox zum Sofort-Loslegen. Sehr gut. Da werde ich mir auch nochmal einen Charakter für bauen, um das auf Cons gegebenenfalls mal Spielen zu können. Sehr gefreut hat mich auch, dass das Magun-Rollenspiel von Leander Taubner so erfolgreich finanziert worden ist, weil da ganz offensichtlich jede Menge Herzblut und Liebe drinsteckt.

Was mich auch gefreut hat, war, dass ich zu zwei weiteren Publikationen für Myranor einen kleinen Beitrag schreiben konnte. Was genau, werd ich dann nochmal berichten, wenn die Bücher auch erscheinen.

Auch eine neue Erfahrung ist das Hören eines Rollenspiel-Podcastst. Eigentlich mag ich keine Podcasts und eigentlich schaue ich z. B. auch keine Let’s Plays (von so Highlights wie dem Worst of DSA von Orkenspalter TV mal ausgenommen), aber zum Glück wurde ich vom One Shot Podcast überzeugt. Neben der Star Wars-Kampagne habe ich inzwischen auch schon einige andere Folgen gehört und die Qualität ist wirklich herausragend. Außerdem sind die beiden Macher, die auch auf Twitter stets präsend sind, unglaublich toll und sympathisch. Also, wer One Shot noch nicht kennt – hört doch mal rein.

Mal sehen, was das neue Jahr an Rollenspieldingen noch so bringt. Generell kanns aber gerne so halbwegs so weitergehen. Und das in Bezug auf 2016 zu sagen, ist ja auch schon mal was wert 😉 .

In diesem Sinne – Frohes Neues und Game On!

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31-Tage-RPG-Challenge: Frage 25 bis 29

Waah, nur noch 2 Tage! Dann mal weiter.

Frage 25: Gibt es für Dich im Rollenspiel Tabuthemen und wenn ja welche?

Hm. Schwere Frage. Ich finde, da muss man unterscheiden in Themen, die man selber nicht im Rollenspiel haben will und Themen, die man allgemein nur nach Absprache einbringen sollte.

Ich persönlich habe es noch nie erlebt, dass mir am Spieltisch irgendwas zu viel wurde, obwohl wir schon so einiges an potenziellen Tabuthemen hatten. Neulich spielten wir ein Abenteuer, in dem die Helden auch mit Folter bedroht wurden, das war schon recht übel und ich saß da auch mit zitternden Händen am Spieltisch, aber ich fand es schon sehr gut, wie die Stimmung da rüberkam. Es war in dem Moment greifbar, ich konnte danach aber problemlos vom Spieltisch aufstehen und wieder heiterer Stimmung sein. Im Gegenzug hatten wir in der anderen Runde auch schon ziemlich detailliert ausgespielte Bordellbesuche, was meistens sehr witzige Abende waren, bei denen man irgendwann vor Lachem halb unterm  Tisch lag. Aber auch bei anderen „kritischen Themen“ habe ich mich noch nie unwohl gefühlt. Bislang hat aber auch noch kein SL irgendetwas völlig Übles mit einem meiner Charaktere angestellt, also einen meiner Helden  ungefragt durch einen NPC verstümmeln, vergewaltigen oder foltern lassen. Es ist auch nicht mal so, dass ich eine Szene, in der z. B. ein Held gefoltert wird, komplett ablehnen würde, aber sowas gehört schon irgendwie abgesprochen.

Was mich zum nächsten Punkt bringt: Potenzielle Tabuthemen sollten abgeklärt werden. Manchmal merkt man ja schon, wenn Mitspieler bestimmte Sachen lieber ausblenden, ansonsten kann man ja auch vorher drüber reden. Sollte man auch, wenn man sowas thematisieren will.

Und zu potenziellen Tabuthemen: Ein paar andere Blogger haben ja schon Gewalt gegen Tiere erwähnt, dass geht mir teilweise ähnlich. Wir hatten mal eine Szene, in der ein anderer Held ein kleines Schoßhündchen einfach mit dem Fuß weggekickt hat, das fand ich irgendwie als Spieler furchtbar. Dabei mag ich Hunde nicht mal, aber da kommt bei mir irgendwie Mitleid hoch. Insofern würde ich auch nicht gerne detaillierte Schilderungen von gequälten Tieren haben wollen. Anderes Thema ist meine extreme Raumangst: Ich kann schon im Film nicht hinschauen, wenn jemand verschüttet wird oder durch nen engen Lüftungsschach kriecht. Also so Dinge wie „Held wird lebendig begraben“ möchte ich auch nicht gerne ausspielen.

Frage 26: Wie kommst du mit einem Charaktertod klar?

Tja, das ist jetzt schwer zu sagen, denn bislang ist noch keiner meiner langfristig gespielten Charaktere gestorben (in einem One-Shot kam es schon ein oder zwei Mal vor). In meiner Spielrunde gibt es die Absprache, dass niemand an Würfelpech oder am dritten Goblin von links stirbt, sondern nur an bewusstem In-Kauf-nehmen eines Risikos oder konsequent ausgespielter Selbstüberschätzung. Oder natürlich geplant seinen Helden abtreten lässt, aber das ist auch nocht nicht passiert. Bei einigen meiner Charaktere könnte ich mir gut vorstellen, dass sie irgendwann mal den (ruhmreichen oder nicht so ruhmreichen) Heldentod sterben. Ich finde es nur nicht gut, wenn man an Pech oder einem Missverständnis („Ach, nich 8 Orks, sonder 18?“) stirbt. Dazu plane ich zu gerne mit dem weiteren Schicksal meiner Helden herum, als dass ich mir das durch ne Doppel-20 kaputtmachen lassen möchte. Zum Glück sieht das der Rest meiner Runde genauso.

Frage 27: Hat Rollenspiel bei dir schon mal zu einer Beziehung geführt?

„Schon mal“ ist gut. Ich glaube meine Beziehungen und beziehungsähnlichen Dinge der letzten 10 Jahre kann man getrost mit „ich schlafe nur mit Rollenspielern“ zusammenfassen.

Frage 28: Hattest du schon mal einen Rollenspiel-Burnout?

Nö. Trotz fast jeden Samstag spielen seit über 10 Jahren.

Frage 29: Spielt ihr in eurer Runde mehr selbsterdachte Abenteuer oder Kaufabenteuer?

Das Verhältnis dürfte wohl etwa 70 : 30 sein, wobei die Kaufabenteuer überwiegen. Aber auch die selbstausgedachten Abenteuer basieren meist entweder auf aktuellen Metaplotentwicklungen oder irgendwelchen offziellen Hintergrunddingen, Mysterien usw. Oft kommt in selbstausgedachten One-Shots unseres SL halt doch noch mal wieder was vor, was man aus der gerade parallel laufenden Kampagne kennt oder er bereitet damit etwas vor, was später thematisiert wird. Ich finde das auch sehr gut, weil man dadurch eben nicht im luftleeren Raum spielt.

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31-Tage-RPG-Quest: Frage 13 bis 17

Am Wochenende war ich dann doch zu beschäftigt damit, DSA zu spielen und mich darüber zu ärgern, Demonicon nicht auf meinem PC zum Laufen zu kriegen (und danach 3 Stunden Fallout New Vegas zu spielen um das zu kompensieren *g*), als dass ich noch zum bloggen gekommen wäre.

Aber jetzt gehts weiter.

Frage 13: Hast Du jemals versucht ein eigenes Rollenspiel zu schreiben und wie weit bist Du gekommen?

Nein. (Auch noch nie drüber nachgedacht oder damit angefangen – ich konzentrier mich da lieber auf Geschichten innerhalb eines bestehenden Systems und wenn Worldbuilding, dann im Moment eher zu Schreibzwecken.)

Frage 14: Was war dein erstes Rollenspielsystem?

DSA4.

Frage 15: Wie ist die Akzeptanz deiner Verwandtschaft / nicht rollenspielenden Bekannten bezüglich Rollenspiel?

Zunächst mal gehe ich damit nicht sonderlich hausieren – Arbeitskollegen oder flüchtige Bekannte müssen nicht wissen, was ich in meiner Freizeit eigentlich genau mache. Das bezieht sich aber nicht nur auf Rollenspiel, sondern auch auf ausgiebigen Serienkonsum, PC-Spiele, Wochenenden auf Conventions etc. Meiner Meinung nach muss man nicht allen Leuten sämtliche eigenen Interessen offenlegen, wenn man schon weiß, dass das Gegenüber z. B. mit Fantasy überhaupt nichts anfangen kann.

Meine Familie weiß, dass ich Rollenspiel mache, ob sie so wirklich ne Ahnung haben, was da genau passiert und wie das abläuft, weiß ich nicht, obwohl ich es schon mehrfach erklärt habe *g*. Meine Oma denkt wohl, wir sind so eine Art Theatergruppe (und fragt regelmäßig nach, ob wir denn bald mal auftreten…), meine Mutter und meine Schwester wissen auch, dass ich für Nandurion schreibe und finden das gut, auch wenn sie mit den Beiträgen nichts anfangen können.

Frage 16: Was ist dein Lieblings-Rollenspielmonster?

Ich mag Drachen. Die sind so schön vielseitig und können als Monster verschiedenster Schwierigkeit (je nach Drache), alternativ aber auch als Verbündeter, Auftraggeber, Orakel, Naturgewalt oder Helden-Sidekick eingesetzt werden.

Mit Drachen verbinde ich übrigens auch eine legendäre Rollenspielgeschichte: Unser SL versuchte mal, die Helden mit dem Angriff zweier Westwinddrachen zu erschrecken, die eigentlich nur einmal angreifen und dann wieder verschwinden sollten. Der Xorloscher Drachenkrieger war anderer Meinung und die bestätigte 1 beim Angriff auf den Drachen gab ihm recht…
Am Ende des Abends hatten wir 2 tote Drachen und 6 sehr reiche Helden (Drachenschuppen und andere Drachenbestandteile sind sehr viel wert, selbst wenn der Markt dezent überschwemmt wird…).Bei den meisten der Helden enstanden aus dem unerwarteten Geldregen aber schöne Bereicherungen unserer Rollenspielwelt – eine zwergische Schmiede, eine neue Schwertgesellenschule, ein Magierturm, eine Söldnerkneipe und ein Weingut.

Frage 17: Gibt es einen Spieler oder Charakter, der Dir imponierte und falls ja, hast du versucht ihm nachzueifern?

Hm, so konkret eine Person benennen kann ich gar nicht. Ich muss dazu sagen, dass ich ja als Neuling in eine DSA-Runde kam, in der alle schon seit über 10 Jahren spielten. Insofern war das erstmal alles neu und beeindruckend. Ich habe mich zwar relativ schnell reingefuchst, aber am Anfang wars natürlich krass, wie sehr die anderen sich in der Welt auskannten, wie sie ihre Charaktere spielten, usw. Inzwischen ist es eher so, dass ich verschiedene Leute für verschiedene Dinge bewundere. Den einen Mitspieler dafür, 2 Stunden lang die Klappe zu halten und dann einen absolut treffenden Spruch rauszuhauen, den anderen für sein komisches Talent, den nächsten für seine Fähigkeit, die Weltanschauung des Charakters gnadenlos auszuspielen. Generell bewundere ich Spieler, die sich trauen, ihren Charakter ohne Angst und Bedenken auszuspielen. Das ist nämlich so mein größtes Problem – in einigen Situationen habe ich so viele Worte im Kopf, die der Charakter sagen könnte, halt dann aber die Klappe, weil ich befürchte, dass es irgendwie unpassend oder seltsam ist.

Und auch wenn es hier um Spieler und nicht Spielleiter geht: Vor allem imponiert mir der SL meiner Runde, da er durchschnittlich 40 Abende im Jahr meistert und das auch immer sehr gut.

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31-Tage-RPG-Quest: Frage 9 – 12

Mist, gestern nur die eine Frage geschafft. Aber dann mal weiter im Text.

Frage 9: Was ist das Verrückteste, was dir beim Rollenspiel passiert ist (outgame)?

Ich fürchte, hier hab ich keine so prägnante Geschichte wie für die ingame-Verrücktheit. Einige Sachen waren natürlich schon denkwürdig.

Da war der eine Abend, an dem der SL seine Freundin zum spielen mitbrachte und diese eigentlich weder Bock auf Rollenspiel noch das Konzept davon verstanden hatte. Sie wollte einfach nur auf Teufel komm raus auch das machen, was ihr Freund so gern in seiner Freizeit tut. Sie ignorierte gekonnt alle Möglichkeiten, ihren Charakter ins Spiel zu integrieren, verstand überhaupt nichts, trank während des Spielens 2 Flaschen Rotwein und ne halbe Flasche Whiskey und schlief vor Mitternacht auf dem Bett des Gastgebers ein.

Oder das eine Mal, als wir im Keller eines ziemlich alten Hauses spielten und während eines gruseligen Abenteuers auf einmal ein Bild von der Wand fiel. Das war auch irgendwie creepy und daher denkwürdig. Genauso wie der Drucker, der nachts um 4 einmal von alleine anging und uns zu Tode erschreckte.

Dann war da noch die Geburtstagskatze: unser SL hatte an einem Sonntag Geburtstag und wir spielten an einem Samstag sozusagen hinein. Punkt Mitternacht machten wir Pause und gratulierten – und 1 Minute nach Mitternacht tauchte die Katze unserer Mitspieler auf und brachte dem SL eine Maus. (Keine Sorge, sie lebte noch und wir haben sie dann wieder freigelassen). An nem anderen Abend haben wir auch mal eine der Katzen 20 Minuten lang in einem Raum gesucht, in dem sie längst nicht mehr war.

Aber ich glaub, so was richtig knallverrücktes, total denkwürdiges ist tatsächlich noch nicht passiert.

Frage 10: Was ist dein Lieblings-Kaufabenteuer?

Hrm. Das ist jetzt eine gute Frage. Da ich, da kommen wir gleich zu, sehr selten spielleite, kenne ich die meisten Abenteuer eher aus Spielerperspektive. Da ist es dann ziemlich schwer zu beurteilen, ob das Abenteuer an sich toll ist oder ob der SL aus einem mäßig guten Abenteuer was tolles gemacht hat und wenn ja, wie viel Arbeit das war. Zum Beispiel habe ich „Das Gleichgewicht der Macht“ aus der Anthologie „Sphärenkräfte“ als Spieler total geliebt – es ist aber wohl eine Irrsinnsarbeit gewesen, das auszuarbeiten, weil viele Dinge nur grob vorgegeben sind. Andere Abenteuer sind vielleicht total gut ausgearbeitet, kommen aber bei Spielen irgendwie nicht so richtig rüber.

Aber ich will natürlich trotzdem was nennen. Als Spielleiterin fand ich das Abenteuer „Zwischen den  Zeilen“ aus der Anthologie „Bardensang und Gauklerspiel“ sehr schön. Das hat eine nette Geschichte, man kann es frei ausgestalten und es ist auch für Anfänger-Spielleiter gut zu machen, obwohl es ein Detektivabenteuer ist. Ansonsten: Auch wenn es für den SL eine Heidenarbeit ist und man auch als Spieler viel zu grübeln hat: „Jenseits des Lichts“ ist ein unglaublich geniales Abenteuer mit so vielen coolen Ideen, dass andere Leute daraus 3 Abenteuer gemacht hätten.

Frage 11: Bist du lieber Spieler oder Spielleiter und warum?

Spieler. Spieler, Spieler, Spieler.

Es ist nicht so, dass ich nicht auch schon geleitet hätte. Im Gegenteil, ich hatte ja sogar mal angefangen, die Drachenchronik zu meistern. Und das dann wieder aufgegeben, aus dem einfachen Grund: Es.macht.mir.keinen.Spaß. So gar nicht. Ich bin nicht unbedingt mal schlecht darin, aber selbst wenn es gut läuft, die Spieler super sind und alle Spaß haben, sitze ich da und gucke alle 10 Minuten auf die Uhr und hoffe, dass der Abend schnell vorbei ist. Es könnte ja noch irgendwas passieren, womit ich nicht gerechnet habe (ja, is nie wirklich passiert, dass ich nicht weiter wusste, aber egal). Vorbereiten find ich auch schrecklich. Was vor allem daran liegt, dass das ja die Vorstufe zum Leiten ist.

Und das allerschlimmste ist, dass man nicht spielen kann, wenn man leitet. Also jeder Abend als Spielleiter ist einer weniger, wo ich einen meiner Charaktere spielen kann. Und einer weniger, wo ich keine Ahnung habe, was passieren wird und mich auf einen aufregenden Abend freuen kann. Und einer weniger, wo sich einer meiner Helden weiterentwickelt, beeinflusst wird, etwas erlebt…usw.

Inzwischen hab ich das Spielleiten erstmal vollständig an den Nagel gehängt. Vielleicht hab ich irgendwann ja nochmal Lust. Oder unser SL-im-Dauereinsatz bittet mich, ihn mal abzulösen, das wäre einer der wenigen Gründe, aus denen ich doch nochmal hinter den Meisterschirm steigen würde.

Frage 12: Was für einer Deiner Charaktere sah auf dem Papier besser aus als er sich dann spielte?

Das war ein gjalkserländischer Schamane, glaube ich. Ich hatte ihn zusammen mit einem Freund erstellt, der einen Tierkrieger spielen wollte, die beiden sollten dann zusammen unterwegs sein. Ein Spieler wollte zum ersten Mal eine längere Kampagne meistern, die in Nordaventurien spielen sollte. Also klang das eigentlich nach einem tollen Konzept. Dabei sein sollten noch drei andere Spieler, die größtenteils Kämpfer oder Wildnishelden spielen wollten. Der Schamane wäre also der einzige Zauberer gewesen und ich freute mich schon drauf, dann allen was von der Geisterwelt zu erzählen, weils ja eh keiner besser wissen würde.

Tja, dann kam der erste Spielabend  und zwei Spieler hatten es sich anders überlegt und spielten dann statt profanen Helden einen Andergaster Kampfmagier und einen Firnelfen. Well, yeah. Der Schamane war dagegen natürlich längst nicht so gut, der SL konnte auch mit dem Prophezeien-Vorteil, den ich mir gekauft hatte, wenig anfangen und das Zusammenspiel mit dem Tierkrieger gestaltete sich eher so, dass der Schamane selbigen permanent davon abbringen musste, irgendwas zu tun, wofür man ihn umbringen würde. Letzten Endes fanden nur 2 Spielabende der Kampagne statt, der SL hatte wohl auch nicht so viel Lust darauf.

Gespielt habe ich den Schamanen danach nicht mehr. Wobei ich Schamanen schon immer noch irgendwie cool finde und sie in der richtigen Gruppe bestimmt Spaß machen können.

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Damals (TM): Meine ersten Rollenspielerfahrungen.

Auch diesen Monat ist wieder Karneval der Rollenspielblogs und das Thema gefällt mir dieses Mal auch wieder gut: Einstieg ins Rollenspiel. 

Der Eröffnungsbeitrag bietet einige schöne Fragen und ich fang heute mal mit der ersten an: Wie hast du mit dem Rollenspiel angefangen?

Also [Nostalgiemodus an]: Das allererste Mal von Rollenspielen gehört habe ich in einem Chat, der mit dem Thema gar nix zu tun hatte. Da erzählte jemand, er käme gerade vom Rollenspiel und beschrieb auf Nachfrage auch, was das in etwa ist. Da war ich ungefähr 15, es klang ganz spannend, aber ich sah in dem kleinen Kaff, in dem ich damals wohnte, eh nicht die Möglichkeit, sowas tolles zu machen. Ungefähr ein Jahr später fing ich dann mit Forenrollenspielen an. Was das ist? Im Prinzip auch ein Rollenspiel, aber in geschriebener Form. Jeder übernimmt einen oder mehrere Charaktere, die dann zusammen eine Geschichte erleben. Diese wird von den Spielern gemeinsam geschrieben, in einem Forum, per Mailingliste oder dergleichen. Einen Spielleiter gibt es nicht, man entwickelt die Handlung zusammen. Auch Regeln gibt es (in der Regel …höhö, pun intended) keine. Es ist schon ziemlich anders als PnP, aber Spaß macht es auch. Ich habe vor einiger Zeit auch wieder angefangen und es macht nach wie vor Spaß, auch wenn man auf ganz andere Dinge achten muss als beim Tischrollenspiel. Vielleicht schreib ich bei Gelegenheit nochmal über Gemeinsamkeiten und Unterschiede…aaaaber darum soll es ja heute nicht gehen.

Das erste Mal Pen-and-Paper ausprobiert habe ich in Leipzig auf der Buchmesse, da gab es einen Stand, an dem man probeweise ein kurzes DSA-Abenteuer spielen konnte. DSA war mir damals immerhin schon ein Begriff, weil mein damaliger Freund das begeistert spielte. Der wohnte aber in Hamburg (und ich damals noch im Erzgebirge, so dass ich noch nicht hatte mitspielen können). An das Testabenteuer kann ich mich nur noch dunkel erinnern. Ich weiß noch, dass der Archetyp verkehrt war, weil es eine weiblicher Magierin aus Mherwed war, wo ja nur Männer ausgbildet werden. Nicht, dass mir das aufgefallen wäre, aber die Spielleiterin hat es mir gesagt 😉 Spaß hat es gemacht, obwohl ich nicht so richtig durchsah.

Dann war ich über den Sommer vier Wochen in Hamburg und es ergab sich endlich mal die Chance, in der Runde meines damaligen Freundes mitzuspielen. (Ja, ich habe tatsächlich als mitgebrachte Freundin angefangen – ein Phänomen, über das ich auch noch mal irgendwann schreiben mus…). Ich baute mir also mit den gerade frisch erschienenen DSA4-Regeln meinen ersten Helden. Ehe ihr euch jetzt fragt, wie ich das geschafft habe: Natürlich mit Anleitung und auch nicht per Hand, sondern mit dem Exelbogen von Zhadrakas. Und was war nun meine erste Heldin? Kriegerin, Streuner, Magier? Weit gefehlt – in Anbetracht der Tatsache, dass ich über Aventurien so gut wie nix wusste, baute ich mir eine Schäferin namens Mora, die mit ihrem Hund Helmbrecht von irgendwo am Arsch der Heide kam und bei der es nicht weiter schlimm war, wenn sie nicht wusste, in welchem Land sie grade ist und wer das regiert. Wir haben dann zu zweit mal einen Probedurchgang gemacht, damit ich wenigstens weiß, wie gewürfelt wird etc. Im Prinzip war ich also bereit für die erste Spielrunde. Aber es kommt ja öfter anders als man denkt und nachdem ich noch sehr viel in den Regelbüchern gestöbert hatte, baute ich mir dann in letzter Minute doch noch einen anderen Charakter, nämlich eine Khunchomer Diebin namens Yasine.

Der erste Spielabend – ich erinnere mich noch lebhaft. Es war Juli, draußen waren 35 Grad, in der Wohnung, in der wir spielten, 45 Grad. Das Abenteuer spielte im tiefsten Winter in den Trollzacken, man konnte sich also wenigstens vorstellen, dass es kalt ist. Die Handlung des ganzen war denkbar simpel: Ein Bauer bittet die Helden, seine oben im Gebirge eingeschneite Familie zu retten, ehe die Untoten von der anderen Seite des Gebirges sie umbringen. Es gab einen Dungeon, reichlich Skelette, ein magisches Schwert (was für den Lacher des Abends suchte, weil es nur von Leuten ohne den Nachteil Goldgier angefasst werden konnte, den dummerweise die ganze Gruppe hatte, so dass das magische Schwert am Ende der Bauersfrau gehörte) und jede Menge Kämpfe. Im Nachhinein betrachtet war das sicherlich nicht das beste Abenteuer von Welt, aber es hat gereicht, um mich mit dem Hobby DSA bzw. Rollenspiel an sich total anzufixen. Einen weiteren Aha-Moment hatte ich dann am zweiten Spielabend. Das war auch so eine Geschichte. Der damalige Freund leitete eine selbstgeschriebene Kampagne, in der in etwa die eine Hälfte der Runde mitspielte, die andere Hälfte wollte an dem Samstag dann etwas anderes spielen und ich durfte wieder dabei sein. Das Ganze fand dann aber nicht in Hamburg statt, sondern in Buxtehude (was zwar aus dem Märchen von Hase und Igel hinlänglich bekannt sein dürfte, aber trotzdem auch ein existierender Ort in Niedersachsen ist 😉 ). Ich holte also den einen Spieler ab (den ich so ungefähr 3-4x gesehen hatte) und fuhr dann allein mit ihm zum Spielort, wo ich auch nur einen weiteren Spieler kannte. Den Rest der Leute hatte ich noch nie gesehen. Dementsprechend war ich doch ziemlich nervös. Irgendwann gegen Ende des Abends – das Abenteuer drehte sich um eine mysteriöse Seuche in Ferdok und jeder in dieser verdammten Stadt war ein unkooperativer Idiot – erlebte ich dann, wie ich mich so in meine jähzornige Tulamidin hineinversetzt hatte, dass ich fluchend wie ein Rohrspatz über die dämliche Weibelin der Stadtwache herfiel und mir null Gedanken mehr darum machte, ob ich gerade alles richtig mache oder nicht. Irgendwie hatte es da „Klick“ gemacht und ich war so richtig im Rollenspiel angekommen.

Dieser besagte heiße Julitag wird diesen Sommer 10 Jahre her sein. So lange mache ich nun schon Rollenspiel *krückstock*. Den Status der mitgebrachten Freundin wurde ich spätestens dann los, als ich auch nach Ende der Beziehung weiter dabeiblieb. In den 10 Jahren hat sich natürlich einiges geändert. Ich fand noch eine zweite Runde (die inzwischen auch meine Hauptrunde ist), das Regelwerk wurde aktualisiert, meine Aventurienkenntnisse stiegen an (und befinden sich heute in nahezu lächerlichen Höhen…). Ich baute noch viele weitere Charaktere, wobei meine Vorliebe für eher untypische Professionen sich nicht änderte. Yasine, meine erste Heldin, erlebte viele Abenteuer und zuletzt auch die Jahr des Feuers-Kampagne. Inzwischen ist sie Stufe 22 und vorläufig zur Ruhe gesetzt (bis ich hoffentlich nochmal Gelegenheit finde, ihr einen etwas rühmlicheren Abschluss der Heldenlaufbahn zu geben als das in unserem Finale vom JdF der Fall war).

Ja. So war das mit mir und dem Rollenspiel [Nostalgiemodus aus].

Vielleicht und hoffentlich komme ich dazu, noch über einige andere Aspekte zum Thema Einstieg ins Rollenspiel zu bloggen.

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Das DSA-Jahr 2012

Nachdem wir an Silvester in meiner einen DSA-Runde unsere wunderbare Umfrage durchgeführt haben, kann ich ja hier nochmal ein wenig über die Ergebnisse labern.

Zuvor ein bisschen Zahlenkram:

In der Runde gab es dieses Jahr 42 Spielabende. Davon hat 41 der Herr Mitbewohner gemeistert (ja, Huld und Jubel und überhaupt!) Von diesen Abenden habe ich 36 mitgespielt, dazu kommen noch 11 Spielabende (8 als Spielerin, 3 als SLin) in der anderen Runde, insgesamt also 47. Was tatsächlich weniger sind als 2011. Das dürfte an der langen Pause liegen, die wir im Mai/Juni hatten.

Also, was wurde gespielt?

  • Ruf der Götter (Botenszenario)
  • Der Schwur des letzten Sultans: Die Erben Nebachots
  • Auf dünnem Eis (Botenszenario)
  • Erben des Throns (Botenszenario)
  • Von Wieseln und Wölfen (inoffiziell)
  • An dunklen Tagen (Teil 2) (inoffiziell)
  • Die Heilige (inoffiziell)
  • Vergessene Tiefen
  • Königsmacher: Der Drache im Winter – Die Gefangenen von Naumstein
  • Königsmacher: Der Drache im Winter – Alte Freunde
  • Königsmacher: Der Drache im Winter – Kupfer und Gold
  • Dunkle Gaben (inoffizielles DZ-Abenteuer)
  • Die Feuer des Winters (halboffizielles Abenteuer mit Anleihen aus Rückkehr des Kaisers)
  • Blütenzauber (inoffiziell)
  • Königsmacher: Die Hunde des Krieges – Die Stunde des Todes
  • Das Ende der Nacht (gemeinsames Finale von Ruf der Götter und Die Erben Nebachots)
  • Vergangene Gezeiten (inoffiziell)
  • Der Schatten des Raben (Jenseits des Horizonts-Kampagne)
  • Der Schatten von Okdragosch (Botenszenario)

Bei der Wahl zum besten Abenteuer 2012 waren sich die Spieler und Spielleiter diesmal ziemlich uneins (letztes Jahr gewann Der ewige Tod sehr eindeutig). Es gab 2 Stimmen für Ruf der Götter, 2 für Die Stunde des Todes, eine für Die Gefangene von Naumstein und eine für Alte Freunde. Ich selber hab für Die Stunde des Todes gestimmt, was niemanden meiner Mitspieler überrascht hat. Das ich ein Stadt-und-Detektiv-Abenteuer nicht schon fast aus Prinzip als bestes Abenteuer des Jahres betrachte, wäre ein Wunder 😉 Und dieses war dazu noch wirklich gut.

Das schlechteste Abenteuer war auch sehr weit gestreut. Hier gab es zwei Stimmen für An dunklen Tagen, zwei für Der Schatten von Okdgragosch, eine für Das Ende der Nacht und eine für Auf dünnem Eis. Letztere ist meine gewesen. Das Abenteuer war mir einfach zu reise- und kampflastig und eine Heerfahrt mit 900 Leuten ist halt so NPC-technisch auch irgendwie doof. Trotzdem stammt skurillerweise meine Liebste Szene 2012 aus genau diesem Abenteuer, das war nämlich der Besuch beim Orakel der drei Klageweiber (die, glaube ich, der SL einfach inoffiziell da eingebaut hat).

Beim besten Abenteuer ever hat sich nicht viel getan, immer noch stehen Reise zum Horizont und Jenseits des Lichts ganz oben auf der Liste.

Bei der „symphatischsten Meisterfigur des Jahres“ gab es eine bunte Mischung: Genannt wurden Comto Ravendosa, Teucras di Solstono und Geron Berlinghan aus der Königsmacher, ebenso Vater Orban, der Vorsteher des Vinsalter Borontempels (wieso auch immer der Spieler den jetzt toll fand *g*), außerdem Wonschensch, unser shingwanischer Feuerteufel aus Jenseits zum Horizont. Bei der „unsymphatischsten Meisterfigur“ ist Arkos Shah vertreten, der einigen Spielern doch zu viel Nachsicht mit seinen (ehemaligen) politischen Feinden hat, außerdem Bruder Golgarion aus dem Vinsalter Borontempel und Deredan Karinor, ein al’anfanischer Gesandte (ebenfalls in Vinsalt). Bei der Kategorie „am besten gespielte Meisterfigur“ sind unter anderem Janna, das etwas andere Schiffsmädchen (aus Jenseits des Horizonts) dabei, über die anderen Figuren verliere ich mal keine Worte, damit ich nix spoilere. Ich selber habe als besten NSC Marena gewählt, die ehemalige oronische Hexe, mit der mein Magier jetzt irgendwie zusammen ist *g* Sollte ich mir Sorgen machen, dass ich diese wie letzte Abstimmung immer einen NSC am besten gespielt fand, der mit einem meiner Helden in der Kiste war? Hm… 😉

Was gabs noch? Achja, den „am liebsten gespielten Helden 2012“. Da überraschte ich mich selber und wählte nicht die Schreiberin und auch nicht die Agentin, sondern meinen Magier. Niemals hätte ich letztes Jahr gedacht, dass ich diese Wahl treffen würde, aber in Die Erben Nebachots hatte er einfach ein paar sehr schöne Momente (und inzwischen nennt man ihn wohl auch Corvinus den nicht mehr ganz so Nutzlosen 😉 ). Leider war bei der Kategorie „coolster Held eines anderen Spielers“ dieses Jahr nicht einer meiner Charaktere dabei (ich bin immer noch traurig). Ich hab mich – wie letztes Jahr – für Fadril, den Nandusgeweihten der Jenseits des Horizonts-Runde entschieden. Ich mag ihn einfach. Auch wenn er immer alles an jeden verkaufen will.

Es gab natürlich noch viele weitere Kategorien, aber falls tatsächlich ein Leser bis hierher durchgehalten hat, will ich ihn nicht endgültig zu Tode langeweilen.

Insgesamt war es ein gutes Jahr, wir haben recht viel gespielt, einige Sachen – wie z. B. die JdF-Nebenabenteuerreihe – abgeschlossen, endlich die Königsmacher angefangen und die Planung so gut hinbekommen, dass tatsächlich im ganzen Jahr nur 4 One-Shots gespielt wurden. Die Königsmacher wird sicherlich auch das nächste Jahr wieder sehr viel gespielt werden, hoffentlich dann auch die Jenseits des Horizonts-Runde. In die haben wir jetzt einen neuen Helden aufgenommen, was bisher auch ganz gut läuft.

Meine persönlichen Ziele für dieses Jahr: Meine Agentin in der Königsmacher noch ein bisschen besser gespielt kriegen und den schmalen Grat zwischen „sie weiß, was sie tut“ und „sie ist eine irre Psychopathin“ noch etwas besser herausstellen *muhaha*. Und natürlich weiterhin alles und jeden an die Wand organisieren, so termintechnisch gesehen.

In diesem Sinne, ich wünsche allen Rollenspielern da draußen ein fantastisches Jahr 2013!

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Lenas Helden, Teil 2: Curima (inkl. Zeichnung)

Es folgt – endlich – mal eine weitere Vorstellung eines meiner Charaktere. Diesmal geht es um Curima, meinen Charakter, der gerade in Jenseits des Horizonts durchs Güldenland rennt. Auch hier gibt es ein Bild, das ein guter Freund von mir vor Jahren dankenswerterweise mal gezeichnet hat.

6913CurimaLow

Die Beschreibung passe ich mal an die aus Teil 1 an.

NAME: Curima Flinkenkiel

RASSE/KULTUR/PROFESSION: Mittelländer/Garetien (Tempelstädte)/Schreiberin

AUSSEHEN: Curima ist Mitte Zwanzig, etwa 1,65 m groß und zierlich gebaut. Sie hat grüne Augen, Sommersprossen und rotblondes Haar, das sie seit einiger Zeit nach Art der Vesai knallrot gefärbt hat. In Aventurien bzw. auf der Überfahrt ins Güldenland trug sie meist Stiefel, Hosen und Bluse, inzwischen passt sie sich der jeweiligen Mode in Myranor an. Ihre Finger sind meist mit Tinte verschmiert, die sich auch gerne in Gesicht oder Haare verirrt – manchmal ist Curima einfach zu sehr ins Schreiben vertieft, um auf solche Nebensächlichkeiten zu achten.

HINTERGRUND: Bereits seit mehreren Generationen sind die Flinkenkiels eine Familie von Schreibern – daher auch der Name. In Eslamsgrund geboren und aufgewachsen, wurde auch Curima dort auf Schreiberschule ausgebildet. Dabei entdeckte sie schon früh ihre Liebe zu alten Sprachen und zum Schreiben. Einige Zeit lang verdiente sie ihr Geld damit, Artikel für diverse Gazetten zu schreiben – meist über die abenteuerlichen Geschichten, in die sie immer wieder hineingeriet. Nach gewissen Geschehnissen im Horasreich (zu erleben in „Die unsichtbaren Herrscher“) entschloss Curima dann, für einen Platz in der Güldenlandflotte vorzusprechen. Kurz darauf begann das große Abenteuer…

PERSÖNLICHKEIT: Schlau, wortgewandt und stets eine ironische Bemerkung auf den Lippen – das ist eine Seite von Curima. Die andere fragt sich immer noch, welcher Anflug von Wahnsinn sie dazu gebracht hat, Aventurien zu verlassen, ohne zu wissen, ob sie jemals wieder nach Hause finden wird. Sie hängt sehr an ihren Freunden und sämtlichen Mitgliedern der Bordbesatzung und betrachtet die „Prinzessin Lamea“ inzwischen als ein zweites Zuhause. Curima tut alles, was sie tut, mit vollem Einsatz und manchmal beängstigender Hingabe.

STÄRKEN UND SCHWÄCHEN: Curima ist klug, hat eine schnelle Auffassungsgabe, ein gutes Gedächtnis und eine Begabung für alles, was mit Sprachen, Schriften oder schriftlichem Ausdruck zu tun hat. Sie denkt über alles gründlich nach und ist selten um eine Antwort verlegen. Gleichzeitig überfordert sie sich gerne selbst mit ihrem Anspruch, alles logisch zu durchdenken und möglichst lückenlos all ihre Erlebnisse aufzuschreiben. Sie kann sich an einem Problem so festbeißen, dass sie darüber das Essen und Schlafen vergisst. Sie ist oft zu neugierig, hat panische Angst vor Ratten und vor Spinnen und achtet selten darauf, ob sie sich vor lauter Suche nach Erkenntnissen nicht selbst in Gefahr bringt.

ANEKDOTE: Kurz vor Beginn der Reise ins Güldenland bekam Curima von einem Tierkundler auf einem der anderen Schiffe ein Säbelzahnkaninchen geschenkt, das seitdem in ihrer Kabine wohnt. Sie hat es auf den Namen „Fortuna“ getauft und immer, wenn es ihr nicht gut geht, verkriecht sie sich mitsamt Kaninchen in ihre Koje. Das hat mittlerweile den Satz „Curima braucht wieder ihr Therapiekaninchen“ geprägt…

ZITATE:
„…aber trotzdem: Mal eben so den Kontinent verlassen, auf einer Fahrt ins Ungewisse, mit der Gewissheit, dass ich,  selbst wenn die Sache nicht völlig schief geht, erst nach mehreren Götterläufen wiederkehren werde, das ist eigentlich nicht meine Art.“
Vielleicht haben wir wirklich das Spielbrett der Götter verlassen, denn es scheint, dass sie sich von uns abgewandt haben.“
„Was ist, wenn ich eine Kleinigkeit vergesse, mir weder merke noch sie festhalte, und diese Kleinigkeit wäre entscheidend gewesen, an dieser Kleinigkeit wird die ganze Reise scheitern?“

SONSTIGES: Bei Curima macht mir am meisten Spaß, dass sie eigentlich nie eine Heldin sein oder große Taten vollbringen wollte. Sie ist eigentlich in alles immer durch eine Mischung aus Neugier und Hilfsbereitschaft hineingestolpert. Die Güldenlandfahrt war das erste Abenteuer, auf das sie sich freiwillig aufgemacht hat – im Gegensatz zu mir als Spielerin weiß sie ja nicht, wie viele Jahre die Expedition tatsächlich unterwegs sein wird 😉 Außerdem mag ich kluge Helden und Curima ist tatsächlich schlauer als der ganze Rest. Sogar mein Magier ist nicht so klug. Und sie mag Rätsel und fremde Sprachen, genau wie ich. Insofern hab ich viel Freude an ihr.

Übrigens – Curimas Abenteuer könnt ihr hier nachlesen.

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