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31-Tage-RPG-Challenge: Frage 25 bis 29

Waah, nur noch 2 Tage! Dann mal weiter.

Frage 25: Gibt es für Dich im Rollenspiel Tabuthemen und wenn ja welche?

Hm. Schwere Frage. Ich finde, da muss man unterscheiden in Themen, die man selber nicht im Rollenspiel haben will und Themen, die man allgemein nur nach Absprache einbringen sollte.

Ich persönlich habe es noch nie erlebt, dass mir am Spieltisch irgendwas zu viel wurde, obwohl wir schon so einiges an potenziellen Tabuthemen hatten. Neulich spielten wir ein Abenteuer, in dem die Helden auch mit Folter bedroht wurden, das war schon recht übel und ich saß da auch mit zitternden Händen am Spieltisch, aber ich fand es schon sehr gut, wie die Stimmung da rüberkam. Es war in dem Moment greifbar, ich konnte danach aber problemlos vom Spieltisch aufstehen und wieder heiterer Stimmung sein. Im Gegenzug hatten wir in der anderen Runde auch schon ziemlich detailliert ausgespielte Bordellbesuche, was meistens sehr witzige Abende waren, bei denen man irgendwann vor Lachem halb unterm  Tisch lag. Aber auch bei anderen „kritischen Themen“ habe ich mich noch nie unwohl gefühlt. Bislang hat aber auch noch kein SL irgendetwas völlig Übles mit einem meiner Charaktere angestellt, also einen meiner Helden  ungefragt durch einen NPC verstümmeln, vergewaltigen oder foltern lassen. Es ist auch nicht mal so, dass ich eine Szene, in der z. B. ein Held gefoltert wird, komplett ablehnen würde, aber sowas gehört schon irgendwie abgesprochen.

Was mich zum nächsten Punkt bringt: Potenzielle Tabuthemen sollten abgeklärt werden. Manchmal merkt man ja schon, wenn Mitspieler bestimmte Sachen lieber ausblenden, ansonsten kann man ja auch vorher drüber reden. Sollte man auch, wenn man sowas thematisieren will.

Und zu potenziellen Tabuthemen: Ein paar andere Blogger haben ja schon Gewalt gegen Tiere erwähnt, dass geht mir teilweise ähnlich. Wir hatten mal eine Szene, in der ein anderer Held ein kleines Schoßhündchen einfach mit dem Fuß weggekickt hat, das fand ich irgendwie als Spieler furchtbar. Dabei mag ich Hunde nicht mal, aber da kommt bei mir irgendwie Mitleid hoch. Insofern würde ich auch nicht gerne detaillierte Schilderungen von gequälten Tieren haben wollen. Anderes Thema ist meine extreme Raumangst: Ich kann schon im Film nicht hinschauen, wenn jemand verschüttet wird oder durch nen engen Lüftungsschach kriecht. Also so Dinge wie „Held wird lebendig begraben“ möchte ich auch nicht gerne ausspielen.

Frage 26: Wie kommst du mit einem Charaktertod klar?

Tja, das ist jetzt schwer zu sagen, denn bislang ist noch keiner meiner langfristig gespielten Charaktere gestorben (in einem One-Shot kam es schon ein oder zwei Mal vor). In meiner Spielrunde gibt es die Absprache, dass niemand an Würfelpech oder am dritten Goblin von links stirbt, sondern nur an bewusstem In-Kauf-nehmen eines Risikos oder konsequent ausgespielter Selbstüberschätzung. Oder natürlich geplant seinen Helden abtreten lässt, aber das ist auch nocht nicht passiert. Bei einigen meiner Charaktere könnte ich mir gut vorstellen, dass sie irgendwann mal den (ruhmreichen oder nicht so ruhmreichen) Heldentod sterben. Ich finde es nur nicht gut, wenn man an Pech oder einem Missverständnis („Ach, nich 8 Orks, sonder 18?“) stirbt. Dazu plane ich zu gerne mit dem weiteren Schicksal meiner Helden herum, als dass ich mir das durch ne Doppel-20 kaputtmachen lassen möchte. Zum Glück sieht das der Rest meiner Runde genauso.

Frage 27: Hat Rollenspiel bei dir schon mal zu einer Beziehung geführt?

„Schon mal“ ist gut. Ich glaube meine Beziehungen und beziehungsähnlichen Dinge der letzten 10 Jahre kann man getrost mit „ich schlafe nur mit Rollenspielern“ zusammenfassen.

Frage 28: Hattest du schon mal einen Rollenspiel-Burnout?

Nö. Trotz fast jeden Samstag spielen seit über 10 Jahren.

Frage 29: Spielt ihr in eurer Runde mehr selbsterdachte Abenteuer oder Kaufabenteuer?

Das Verhältnis dürfte wohl etwa 70 : 30 sein, wobei die Kaufabenteuer überwiegen. Aber auch die selbstausgedachten Abenteuer basieren meist entweder auf aktuellen Metaplotentwicklungen oder irgendwelchen offziellen Hintergrunddingen, Mysterien usw. Oft kommt in selbstausgedachten One-Shots unseres SL halt doch noch mal wieder was vor, was man aus der gerade parallel laufenden Kampagne kennt oder er bereitet damit etwas vor, was später thematisiert wird. Ich finde das auch sehr gut, weil man dadurch eben nicht im luftleeren Raum spielt.

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31-Tage-RPG-Quest: Frage 9 – 12

Mist, gestern nur die eine Frage geschafft. Aber dann mal weiter im Text.

Frage 9: Was ist das Verrückteste, was dir beim Rollenspiel passiert ist (outgame)?

Ich fürchte, hier hab ich keine so prägnante Geschichte wie für die ingame-Verrücktheit. Einige Sachen waren natürlich schon denkwürdig.

Da war der eine Abend, an dem der SL seine Freundin zum spielen mitbrachte und diese eigentlich weder Bock auf Rollenspiel noch das Konzept davon verstanden hatte. Sie wollte einfach nur auf Teufel komm raus auch das machen, was ihr Freund so gern in seiner Freizeit tut. Sie ignorierte gekonnt alle Möglichkeiten, ihren Charakter ins Spiel zu integrieren, verstand überhaupt nichts, trank während des Spielens 2 Flaschen Rotwein und ne halbe Flasche Whiskey und schlief vor Mitternacht auf dem Bett des Gastgebers ein.

Oder das eine Mal, als wir im Keller eines ziemlich alten Hauses spielten und während eines gruseligen Abenteuers auf einmal ein Bild von der Wand fiel. Das war auch irgendwie creepy und daher denkwürdig. Genauso wie der Drucker, der nachts um 4 einmal von alleine anging und uns zu Tode erschreckte.

Dann war da noch die Geburtstagskatze: unser SL hatte an einem Sonntag Geburtstag und wir spielten an einem Samstag sozusagen hinein. Punkt Mitternacht machten wir Pause und gratulierten – und 1 Minute nach Mitternacht tauchte die Katze unserer Mitspieler auf und brachte dem SL eine Maus. (Keine Sorge, sie lebte noch und wir haben sie dann wieder freigelassen). An nem anderen Abend haben wir auch mal eine der Katzen 20 Minuten lang in einem Raum gesucht, in dem sie längst nicht mehr war.

Aber ich glaub, so was richtig knallverrücktes, total denkwürdiges ist tatsächlich noch nicht passiert.

Frage 10: Was ist dein Lieblings-Kaufabenteuer?

Hrm. Das ist jetzt eine gute Frage. Da ich, da kommen wir gleich zu, sehr selten spielleite, kenne ich die meisten Abenteuer eher aus Spielerperspektive. Da ist es dann ziemlich schwer zu beurteilen, ob das Abenteuer an sich toll ist oder ob der SL aus einem mäßig guten Abenteuer was tolles gemacht hat und wenn ja, wie viel Arbeit das war. Zum Beispiel habe ich „Das Gleichgewicht der Macht“ aus der Anthologie „Sphärenkräfte“ als Spieler total geliebt – es ist aber wohl eine Irrsinnsarbeit gewesen, das auszuarbeiten, weil viele Dinge nur grob vorgegeben sind. Andere Abenteuer sind vielleicht total gut ausgearbeitet, kommen aber bei Spielen irgendwie nicht so richtig rüber.

Aber ich will natürlich trotzdem was nennen. Als Spielleiterin fand ich das Abenteuer „Zwischen den  Zeilen“ aus der Anthologie „Bardensang und Gauklerspiel“ sehr schön. Das hat eine nette Geschichte, man kann es frei ausgestalten und es ist auch für Anfänger-Spielleiter gut zu machen, obwohl es ein Detektivabenteuer ist. Ansonsten: Auch wenn es für den SL eine Heidenarbeit ist und man auch als Spieler viel zu grübeln hat: „Jenseits des Lichts“ ist ein unglaublich geniales Abenteuer mit so vielen coolen Ideen, dass andere Leute daraus 3 Abenteuer gemacht hätten.

Frage 11: Bist du lieber Spieler oder Spielleiter und warum?

Spieler. Spieler, Spieler, Spieler.

Es ist nicht so, dass ich nicht auch schon geleitet hätte. Im Gegenteil, ich hatte ja sogar mal angefangen, die Drachenchronik zu meistern. Und das dann wieder aufgegeben, aus dem einfachen Grund: Es.macht.mir.keinen.Spaß. So gar nicht. Ich bin nicht unbedingt mal schlecht darin, aber selbst wenn es gut läuft, die Spieler super sind und alle Spaß haben, sitze ich da und gucke alle 10 Minuten auf die Uhr und hoffe, dass der Abend schnell vorbei ist. Es könnte ja noch irgendwas passieren, womit ich nicht gerechnet habe (ja, is nie wirklich passiert, dass ich nicht weiter wusste, aber egal). Vorbereiten find ich auch schrecklich. Was vor allem daran liegt, dass das ja die Vorstufe zum Leiten ist.

Und das allerschlimmste ist, dass man nicht spielen kann, wenn man leitet. Also jeder Abend als Spielleiter ist einer weniger, wo ich einen meiner Charaktere spielen kann. Und einer weniger, wo ich keine Ahnung habe, was passieren wird und mich auf einen aufregenden Abend freuen kann. Und einer weniger, wo sich einer meiner Helden weiterentwickelt, beeinflusst wird, etwas erlebt…usw.

Inzwischen hab ich das Spielleiten erstmal vollständig an den Nagel gehängt. Vielleicht hab ich irgendwann ja nochmal Lust. Oder unser SL-im-Dauereinsatz bittet mich, ihn mal abzulösen, das wäre einer der wenigen Gründe, aus denen ich doch nochmal hinter den Meisterschirm steigen würde.

Frage 12: Was für einer Deiner Charaktere sah auf dem Papier besser aus als er sich dann spielte?

Das war ein gjalkserländischer Schamane, glaube ich. Ich hatte ihn zusammen mit einem Freund erstellt, der einen Tierkrieger spielen wollte, die beiden sollten dann zusammen unterwegs sein. Ein Spieler wollte zum ersten Mal eine längere Kampagne meistern, die in Nordaventurien spielen sollte. Also klang das eigentlich nach einem tollen Konzept. Dabei sein sollten noch drei andere Spieler, die größtenteils Kämpfer oder Wildnishelden spielen wollten. Der Schamane wäre also der einzige Zauberer gewesen und ich freute mich schon drauf, dann allen was von der Geisterwelt zu erzählen, weils ja eh keiner besser wissen würde.

Tja, dann kam der erste Spielabend  und zwei Spieler hatten es sich anders überlegt und spielten dann statt profanen Helden einen Andergaster Kampfmagier und einen Firnelfen. Well, yeah. Der Schamane war dagegen natürlich längst nicht so gut, der SL konnte auch mit dem Prophezeien-Vorteil, den ich mir gekauft hatte, wenig anfangen und das Zusammenspiel mit dem Tierkrieger gestaltete sich eher so, dass der Schamane selbigen permanent davon abbringen musste, irgendwas zu tun, wofür man ihn umbringen würde. Letzten Endes fanden nur 2 Spielabende der Kampagne statt, der SL hatte wohl auch nicht so viel Lust darauf.

Gespielt habe ich den Schamanen danach nicht mehr. Wobei ich Schamanen schon immer noch irgendwie cool finde und sie in der richtigen Gruppe bestimmt Spaß machen können.

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