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Mediengedöhns im … äh … Herbst, Teil 2

Und weiter geht es mit dem Mediengedöhns im Herbst, bevor ich hier endgültig den Anschluss verliere.

Ich habe beschlossen, dass ich eine neue Kategorie namens „Gehört“ einführe und da kurz auf die Podcasts eingehe, die ich höre. Nicht auf alle, die ich ohnehin regelmäßig höre, aber auf Neuentdeckungen und besondere Empfehlungen und so.

Gehört

Actual Play höre ich ja fast ausschließlich beim OneShot-Network, das mich auch nachhaltig für viele anderen APs verdorben hat, weil die halt schon immer echt gut sind. Macht aber nix, es ist da eh mehr Content da, als ich überhaupt weghören kann. Ein paar Highlights der letzten Wochen (ich verlinke jeweils die erste Folge):

Noir World – hier handelt es sich um ein spielleiterloses PbtA-System, in dem man mehr oder weniger einen Noir-Film erschafft. Jim McClure spielt einen unfassbar tollen Bösewicht und auch sonst ist das alles sehr gelungen. Das System würde ich auch gerne mal ausprobieren.

Kids on Bikes – meiner Meinung nach eins der besten Actual Plays, das Oneshot bisher gemacht hat. Das System klingt so cool, dass ich es heute bestellt habe, die Spieler waren alle total klasse und dass mit Patrick Rothfuss ein Bestsellerautor als Gastspieler dabei war, schlägt sich in einigen wirklich tollen Ideen nieder. Außerdem gibt es Musikuntermalung, die Story ist richtig cool und eine unglaublich tolle Romanze war auch noch dabei. Sehr große Empfehlung.

Eher so mittelgroße Empfehlung, da schon im Intro gesagt wird, dass sie das System wohl mehrfach spielen müssten, um es richtig gut hinzukriegen: Swords without master. ABER ich empfehle total die ersten 15-20 Minuten, in denen die Charaktere erschaffen werden. Bei dem System nimmt man nämlich, was ich extrem cool finde, ein Bild oder ein Objekt und baut daraus einen Sword-and-Sorcery-Charakter. Und was da z. B. Stephen Kropa aus „ein Bild von Bryan Fuller mit einem Fuchs um den Hals“ macht, ist einfach hammergut. Aber auch die anderen Charaktere sind super.

Außerdem ist im Oktober ja die neue Kampagne auf OneShot gestartet. Die Star Wars-Kampagne ist ja leider, leider vorbei, ich bin immer noch sehr traurig drüber und spare mir die letzten Folgen noch auf, weil ich mich nicht von den Charakteren verabschieden will. Die neue Kampagne ist aber bisher auch schon ganz, ganz toll. Campaign: Skyjacks spielt in einer selbst erschaffenen Welt und benutzt die Genesys-Regeln, erweitert um eine Art Sooth Deck-Mechanismus, der auf den Illimat-Karten basiert. Die Charaktere und die Spieler sind toll, außerdem hat die Kampagne einen eigens komponierten Soundtrack. Sehr, sehr cool bisher. Und: Man kann jetzt am Anfang einsteigen und hat nicht den „Klingt toll, aber SCHON 65 EPISODEN?“-Effekt.

Und, das ist das einzig Gute am Ende der StarWars-Kampagne, die ehemalige Spielleiterin hat jetzt auch ein neues Actual Play in Kampagnenform: Den Autonomic Podcast. Der ist family friendly, also auch für Kinder zu verstehen (so sie Englisch sprechen natürlich), ohne Gefluche und so, und bisher auch sehr toll. Die Charaktere sind alles 12-Jährige, die als „Nomics“ auserwählt werden und dadurch Superkräfte bekommen. Allerdings läuft dabei nicht alles so, wie sie es erhofft hatten. Das Setting ist angelehnt an südamerikanische Mythen, die „Kinder mit Superkräften“-Geschichte erinnert mich bisher an eine Mischung aus Avatar und Harry Potter. Auch hier eine große Empfehlung.

Und dann noch zwei neue Podcasts, die es auf meine App geschafft haben:

Asians Represent ist ein Rollenspiel-Diskussionspodcast, der sich viel mit der Repräsentation asiatischer Stereotype in der Rollenspielszene beschäftigt, außerdem in jeder Folge eine*n asiatische*n Designer*in, Veranstalter*in oder ähnliches vorstellt. Teilweise sind die Folgen sehr lang und meinethalben könnten die gerne mehr rausschneiden (gerade bei den Interviews), letztendlich sind es aber trotzdem sehr hörenswerte Episoden. Besonders empfehlenswert sind die ersten 45 Minuten von Folge 3, in denen es um „Lernen durch RPG“ und Safety Tools geht.

Und, tatsächlich ohne jeden RPG-Content: Vocal About it ist ein Podcast von zwei Women of Colour, die darüber reden, wie das alltägliche Leben für sie ist und welchen Herausforderungen sie sich stellen müssen, wenn sie einfach abends mit Freundinnen ausgehen. Oder in den Urlaub fahren. Oder, you know, existieren. Sehr cooles Projekt von zwei sehr sympathischen Frauen.

Gespielt

Ja, huch, gespielt, gespielt habe ich viel. War ja auch eine lange Zeit, die ich jetzt nicht gebloggt habe, und da lag auch die 3W6-Con drin, die natürlich gleich vier Spielrunden auf einmal mit sich brachte.

In der DSA-Runde spielen wir gerade weiterhin die Lamea-Kampagne und sind aktuell in der Narkramar unterwegs, die mit zu den faszinierenden Settings gehört, die der Westkontintent so zu bieten hat. Ich bin sehr begeistert davon. Ansonsten waren wir ja wieder mit der Oldschool-Runde eine Woche in Dänemark und haben da eine neue Kampagne angefangen mit einer Zwergen-Themengruppe. Das war wirklich großartig. Ich konnte endlich eine brillantzwergische Schwertgesellin bauen, was ich schon ewig vorhatte. Und die Gruppe war dann echt cool und so aus kompletter Zwergenperspektive sieht die Welt doch anders aus und man hat ganz andere Möglichkeiten, wenn halt alle im Dunkeln gut sehen können und alle durch den Zwergenstollen passen. Es gab einige wirklich lustige Momente – wir haben im Schwerpunkt Brillantzwerge gespielt (mit einigen Gästen aus anderen Völkern) und mit dem Untergang von Lorgolosch angefangen. Danach landete die Gruppe zusammen mit dem Rest der Zwerge in der Nähe vom Schlund und es war ziemlich witzig, wie sie völlig verschreckt durch dieses Draußen mit dem Himmel und den Bäumen und so laufen mussten, stets in Furcht vor eventuell auftauchenden Drachen. Außerdem mussten sie eine reißenden Strom (aka einen 2 m breiten Bach…) durchqueren! Und am Ende gab es noch einen schönen Plot um ein paar entführte Zwerge, die wir aus einer Ogerhöhle mit 2 Ogern befreien mussten. Es geschah, was eigentlich nie geschieht – ich machte einen Plan und alle hielten sich dran und er funktionierte. Unglaublich! Jedenfalls war es seine sehr schöne Runde und ich hoffe, dass der Plan, diese jährlich weiterzuspielen und eine Kampagne um die Suche der Brillantzwerge nach einer neuen Heimat zu erleben, aufgeht.

In meiner City of Mist-Runde ging es auch weiter. Es freut mich immer noch total, dass ich es geschafft habe, nach ewigen Jahren mal etwas anderes als DSA regelmäßig zu spielen. Inzwischen haben wir unseren ersten Fall mehr oder weniger gut abgeschlossen (wenn alle NSC tot sind, ist der Fall auch vorbei … wir haben uns schon überlegt, als Crew Theme „Leichen pflastern unseren Weg“ zu nehmen). Mittlerweile habe ich auch einmal geleitet, das war allerdings eher der Auftakt zu einem Fall als ein richtiger Fall und ich hatte auch nicht viel vorbereitet, es war aber trotzdem ein sehr lustiger Abend. Mal sehen, ob die Runde Lust hat, das weiterzuspielen. Aktuell spielen wir jedenfalls erstmal ein Weihnachtsspecial, und das war bisher sehr großartig. Der beste Mitbewohner von allen hat uns nicht nur als Eröffnung des Szenarios alle geWHAMT, sondern es gab auch durchgegangene Karussellpferde und einen toten Stripper im Santa-Outfit. Mal sehen, wie es damit weitergeht. Das System ist jedenfalls nicht immer einfach und manchmal auch etwas viel „wie war das noch gleich“-nachschlagelastig, aber es macht bisher Spaß.

Kommen wir zur 3W6-Con:

Dort habe ich eine Runde Kagematsu geleitet. Ich denke, es lief ganz gut, allerdings habe ich nicht viel Erinnerung daran. Migräne des Todes und so. Aber der Aufbau des Dorfes mit kleiner Karte war sehr cool und ich lache immer noch über „ich serviere ihm Natto. Das schmeckt wie Kotze“. SO ROMANTIC!

Auf der Con habe ich auch zum ersten Mal Ten Candles gespielt. Tatsächlich habe ich das inzwischen sogar schon geleitet (und dabei gnadenlos alle guten Ideen aus der Runde von der Con geklaut) und ich muss sagen, das System hat einfach was. Einige Regelaspekte finde ich nicht sooo gut, z. B., dass man beim Verbrennen seines Hoffnungsmoments nicht automatisch einen Erfolg hat (das habe ich dann so gehausregelt). Generell ist das ein System, dass man glaube ich mehrfach spielen muss, in der ersten Runde waren wir als Spieler viel zu zögerlich, unsere Charakteraspekte einzusetzen, und genauso ging es meinen Spielern in der Runde mit mir als SLin auch. Auch das Wahrheiten etablieren könnte noch sehr viel runder laufen, wenn man erstmal das Prinzip dahinter verstanden hat. Und im Buch sind außerdem noch sehr viele tolle Szenario-Ideen. Ich möchte das wieder spielen.

Dritte Spielrunde von der 3W6-Con: Esprit Nouveau. Das kennt ihr jetzt bestimmt nicht, was kein Wunder ist, denn es ist ein noch in der Betatest-Phase befindliches PbtA von Harald vom 3W6-Podcast. Deswegen weiß ich auch gar nicht, wie viel ich dazu erzählen darf und beschränke mich auf: Es war sehr cool, es hat einen sehr coolen Fokus auf die Faszination des Übernatürlichen auf der einen und die Kraft von menschlichen Beziehungen auf der anderen Seite, das Design der Playbooks ist wunderschö, es kam eine tolle Story bei raus und ich möchte das auch gerne noch mal spielen. Und für Neuigkeiten zum Spiel könnt ihr ja dem Twitter-Account (Link führt zu Twitter, was dann eventuell Daten sammelt und so, ne, is klar) folgen.

Und die letzte Runde der Con: Monsterhearts! Auch PbtA, man spielt Teenager, die gleichzeitig Monster sind und es geht sehr viel um Selbstfindung und Romantik und Sexualität und Queerness und überhaupt. Die Kurzbeschreibungen der Playbooks sind fantastisch geschrieben, und dass das Spiel damit losgeht, dass man erstmal einen Klassensitzplan aufstellt, ist einfach genial und bring einen sofort in Teenager-Intrigen-Drama-Laune. Unsere Story war dann erstaunlich „zahm“, was so Sex und so anging, aber das lag wohl auch daran, dass der Spieler, der den von allen angeschmachteten Feenprinzen spielte, vorzeitig weg musste. Aber am Ende waren alle Geheimnise gelüftet und meine Werwölfin hat mit dem Geist geknutscht. Oder wie der eher entschwundene Mitspieler so schön zusammenfasste: I kissed a ghost and I liked it! Also auch hier: Möchte das nochmal spielen!

Dann haben wir ja Halloween eine Runde mit 2 gruseligen Abenteuern gehabt, und das eine war Ten Candles, das andere war Geh nicht in den Winterwald. Das war auch total klasse, sehr regelleichtes System und wirklich geeignet, um zur Not auch am Lagerfeuer zu spielen. Durch die Vorgabe, vom eigenen Charakter in der dritten Person und im Präteritum zu sprechen, entsteht eine ganze eigene Stimmung. Sehr schönes Ding, und durch die vorgegebenen Abenteuer auch glaube ich sehr gut für Einsteiger geeignet.

Ansonsten gab es noch einen Abend Star Wars mit FATE-Regeln, seit Langem mal wieder, und natürlich wieder mit den Vögten über Hangout. Da … kommt noch mal was zu. Demnächst. Hoffe ich.

Als die DSA-Runde neulich ausfiel, haben wir auch nochmal einen Abend Edge of the Empire gespielt, das war auch wieder ziemlich gut. Ich mag das System einfach.

Geleitet habe ich noch ein kurzes Hollow Earth Expedition-Abenteuer, so quasi als Systemvorstellung. Das wird dann nochmal wiederholt, weil der Spieler, der es sich gewünscht hatte, wegen krankem Kind gar nicht konnte. Jedenfalls bin ich wieder in ein Rechercheloch gefallen und möchte jetzt sehr dringend einen Roman im Buenos Aires der frühen 30er schreiben.

In Dänemark haben wir noch The Sprawl gespielt und das war sehr toll, weil zwei Leute aus der Runde riesige Cyberpunk-Fans sind, aber vom Umfang des Shadowrun-Regelwerks doch abgeschreckt waren, auch wenn sie es vor Jahren mal gespielt hatten. Das Interesse am Sprawl war dann also recht groß und auch das System und die Welterschaffung und so kamen glaube ich auch gut an. Zum ersten Mal haben wir mehr als einen Abend gespielt und es war echt cool, auch mal die Zwischen-den-Missionen-Moves auszuprobieren. Ich glaube, ich bin sehr froh, dem System nach dem nicht so überzeugenden ersten Abend letztes Jahr noch eine Chance gegeben zu haben. Bisher haben die Runden alle viel Spaß gemacht.

Und zuletzt hatte ich neulich in einer Woche gleich zwei Online-Spieltermine. Das war etwas stressig, aber es haben sich beide Termine gelohnt.

Einmal haben wir Migrant Stories gespielt, ein PbtA-Game, was mehr oder weniger in einer Betaversion online frei verfügbar ist und dass das Leben von Migranten thematisiert. Die Regeln sind hierbei so designt, dass man – ähnlich wie bei Bluebeard’s Bride – sehr eingeschränkte Handlungsmöglichkeiten hat und so die Beschränkungen und Vorurteile wahrnimmt, die Einwanderer täglich erleben. Unsere Session ist dann ziemlich schnell eskaliert und in Gewalt und Polizeieinsatz ausgeartet, was auch sehr interessant war, zumal man die Situation eben nicht durch ein ruhiges Erklären der Umstände auflösen kann. Trotzdem würde ich das gerne noch mal spielen und auch mal das tägliche Leben und Geldverdienen etwas länger ausspielen. Und ich würde es gerne mal in einen komplett fiktionalen Kontext setzen, das stelle ich mir auch spannend vor. Migrant Stories findet ihr, wie gesagt, kostenlos hier zum Download.

Und zum Schluss: #Feminism. Das ist eine Anthologie mit Nano-Games zu unterschiedlichsten feministischen Themen. Wir haben Tropes vs. Women gespielt, das klappte irgendwie nicht so richtig gut. Man spielt die selbe Szene zweimal, einmal möglichst realistisch, einmal möglichst überladen mit Klischees. Aber irgendwie … kam da nicht so richtig was bei rum. Auch wenn es lustig war, einen männermordenden Sex-Alien-Hybriden IN KLISCHEEHAFT zu spielen.

Umso besser war dafür allerings So Mom, I Made This Sextape. Toll war die Idee, es als Online-Larp zu spielen, also nicht am PC zu sitzen und zu tun, als säße man um einen Tisch, sondern am PC zu sitzen und zu tun, als wäre man sein Charakter, der mit den anderen Charakteren in einem Hangout ist. (Danke für die coole Idee und die Anleitung, Gerrit!) Das Spiel selber hat mich sehr beeindruckt und emotional sehr mitgenommen, vor allem für die Spieldauer von weniger als 30 Minuten. Der Zwiespalt zwischen erbitterter Diskussion und dennoch liebevollem, respektvollem Umgang miteinander ist einfach extrem gut gelungen. Ich könnte mir das Spiel auch mit einem anderen Thema als Sex und Pornos vorstellen. Das war jedenfalls eine wirklich gelungene Session, die mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

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#RPGaDay2018 und Tagebuchbloggen, Tag 28

(5 Wochen bis zum Umzug.)

Frage 28: Share whose inspiring game excellence you are thankful for.

Es gibt natürlich diverse Personen, die ich bewundere und die mich inspirieren. Ich hab es glaub ich schon mal irgendwo geschrieben, aber eigentlich gibt es bei fast jeder Person, mit der ich regelmäßig spiele, etwas, was ich bewundernswert finde. Ob es die absolute Regelfestheit ist oder die Fähigkeit zu witzigen One-Linern oder ein Talent für wirklich spannende Charaktere oder ein toller Spielleitungs-Stil oder die Kenntnis sehr vieler Systeme oder oder oder. Und natürlich sind da auch verschiedenste Autoren und Podcaster und Blogger und Experten, deren Meinung und Kreativität immer wieder toll ist.

Aber ich geb jetzt trotzdem eine konkrete Antwort, keine persönliche Bekannte, mehr so mein Gaming-Idol, mehr so die Person, bei der ich mich freuen würde, irgendwann mal 30 % von dem zu erreichen, was sie geschafft hat.

Kat Kuhl.

Kat Kuhl war bis zum April eine der beiden Personen hinter dem Oneshot-Network. Sie ist Spieledesignerin, Podcasterin, Voice Actress, Spielleiterin und vieles mehr. Sie ist eine der Personen, die für mich für die „neue“ Rollenspielszene steht, für Inklusivität, Diversität, respektvollen Umgang und gleichzeitig Rollenspiel auf unglaublich hohem Niveau. Kat hat die jetzt leider fast beendete Star Wars-Kampagne geleitet und editiert, von der ich ständig schreibe (was bei den drei Spielern vermutlich viel Ähnlichkeit damit hat, einen Sack Flöhe zu hüten), sie ist Spielerin bei A Woman with Hollow Eyes (siehe gestern) und sie wird demnächst einen neuen Podcast starten, wieder ein Actual Play. Ich bin schon sehr gespannt drauf.

Kat Kuhl ist außerdem die einzige Person, die ich „kenne“ und die noch mehr und noch schlimmere Migräne hat als ich. Außerdem hat sie ein kaputtes Knie, psychische Probleme (mit denen sie sehr offen umgeht) und diverse andere gesundheitliche Einschränkungen. Und sie hat es trotzdem geschafft, dass sie vom Geschichtenerzählen und Rollenspielen leben kann, auch wenn es offensichtlich nicht immer leicht ist. Ich leide immer sehr mit, wenn sie auf Twitter erzählt, dass sie jetzt Podcasts schneiden müsste und wollte, aber ihre Migräne es einfach nicht zulässt.

Immer, wenn ich doch mal leite und vorher denke „scheiße, will nicht, Panik, aaaaah“, denke ich an Kat. Und dann geht es irgendwie.

Ich hoffe, sie macht noch lange weiter großartige Projekte. Und dass ihre Migräne endlich weniger schlimm wird.

Tagebuchblogcontent:

Wieder sehr geschäftig alles gestern. Aufstehen, Yoga, Bahnfahrt, Arbeit, Mittagspause mit Salat und Buch, mehr Arbeit, dann zu meinem vierteljährlichen Besuch beim Neurologen (immer noch kein Wundermittel gegen Migräne erfunden, aber es gibt demnächst dann mal lustige neue Dinge, die angeblich helfen sollen….), hektisch nach Hause, wo schon die City of Mist-Runde wartete, ja, am Montag, weil morgen konnte irgendwer nicht. Und leider minus die weggezogene Mitspielerin, die mangels Internet nicht per Skype dazukommen konnte. Bis kurz nach 22 Uhr gespielt, dazu Essen vom Asia-Lieferdienst, dann Bett.

Keine Umzugserledigungen, weil keinen Moment Zeit.

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#RPGaDay2018 und Tagebuchbloggen, Tag 20

(Grummelgrummel, Montag, müde, schlecht geschlafen, grummel.)

Frage 20: Welche Spielmechanik inspiriert dich am meisten?

Puh. Tendenziell immer diejenigen, die irgendwas erzählerisches machen und mir als Spielerin ermöglichen, selber etwas zur Geschichte beizutragen. Ich mag z. B. die Advantage/Threat-Dinger bei FFG Star Wars, die auf eine unkomplizierte und ziemlich klar vorgegebene Weise den Spielern Erzählrechte geben. Wer es nicht kennt: Jeder Wurf entscheidet nicht nur, ob eine Probe gelingt oder misslingt, sondern auch, ob es positive oder negative Nebeneffekte gibt. Auch cool finde ich Mechaniken, bei denen man den Mitspielern Dinge vorgeben kann, wie z. B. die zufallsbasierte Charaktererschaffung bei Society of Dreamers, oder die Anekdoten bei One Last Job. Ich mag auch Spiele, bei denen man Werte nicht in Zahlen, sondern mit Worten ausdrücken muss, wie bei FATE oder City of Mist, auch wenn das manchmal kniffelig wird. Faszinierend war auch der Fragebogen bei DREAD, den ich sehr cool fand – zumal der ja gar nicht auf irgendwelche Spielwerte hinausläuft, denn man zieht ja Jenga-Steine, sondern wirklich rein story- und charakterbasiert ist.

Ich mag auch Mechaniken, die auch gleich gewisse Ideen fürs Spiel liefern, z. B. die Downtime-Montage oder das Geek out during the credits bei City of Mist. Das macht deutlich, dass es gewünscht ist, dass die SC auch mal ihr eigenes Ding machen, dass das aber nicht im Hauptfokus stehen soll. Und dass man am Ende der Session (oder des Falls) reflektieren soll, wie es dem Charakter so geht und wie sie/er die Dinge wahrgenommen hat und wie es jetzt mit der Entwicklung weitergehen könnte. Das hat mich ja, wie schon erwähnt, bei Invisible Sun auch total fasziniert, dieser Mechanismus, bei dem man am Ende die Erfahrungspunkte auch durch Freude- und Verzweiflungsmarker bekommt und so automatisch am Ende des Abends darüber redet, wie ein SC die Geschehnisse denn so sieht. Bei dem System mag ich übrigens auch den Developement-Mode, bei dem man auch mit weniger Spielern oder ohne Spielleiterin einfach mal ein paar Szenen spielen kann.

Tagebuchblogcontent

Samstag ja um 2 Uhr im Bett gewesen, ein bisschen gebraucht um einzuschlafen. Früher habe ich dann einfach bis 11 Uhr geschlafen, in letzter Zeit ist Schlafen ja so meine absolute Schwachstelle. Gestern war ich dann auch um kurz nach 9 wach und fühlte mich wie überfahren. Nochmal einschlafen ging nicht, aufstehen führte nur zu Schwindel und Kreislaufuäh, also bin ich noch ein bisschen liegen geblieben, hab aufm Smartphone rumgedaddelt und bin dann gegen 11 aufs Sofa übergesiedelt. Dort Kaffee und ein paar Folgen der Star Wars Show auf YouTube. Irgendwie haben wir die früher immer sonntags geschaut und das in letzter  Zeit vergessen, so dass wir jetzt sehr viele Folgen zum nachholen haben. Nach 4 oder 5 Folgen dann an den Computer, kurz gebloggt, immer noch elend gefühlt, Obst gefrühstückt, Migränetabletten genommen. Dann wurde mir richtig schummerig und ich bin dann doch zurück ins Bett und nochmal für ne Stunde eingeschlafen. Danach waren die Kopfschmerzen besser, ich aber sehr matschig. Aus dem Bett und in die Klamotten gequält, eine Runde spazieren bis zum Park und zurück. Es war auf einmal doch richtig warm draußen. Nach ner knappen Stunde war dann der Kreislauf auch wieder soweit okay, dass ich noch das Yoga-Video des Tages machen konnte. Dann geduscht, dann indisches Essen beim Lieferdienst bestellt, dann auf die Couch und den Rest des Abends mit Masala Paneer, Naanbrot und vieeeeel Wasser (weil gut gewürzt) vor Netflix verbracht. Völlig fertig gewesen nach dem Ende der neuen Staffel Orange is the new Black. Dann ins Bett, ewig nicht schlafen können, noch 3 Folgen How I met your mother geschaut, immer noch rumgewälzt, irgendwann viel zu spät eingeschlafen. Insgesamt ein irgendwie blöder Tag, ich wollte eigentlich Dinge schaffen und nicht nur rumgammeln.

Umzugserledigungen: Wenigstens beim Spaziergang noch die weitere riesige Tüte mit Kleidung in die Altkleidersammlung geworfen.

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#RPGaDay2018 und Tagebuchbloggen, Tag 9

(Es ist fürchterlich irritierend, dass ich am 02.08. und nicht am 01.08. mit dem Yoga-Programm angefangen habe. Jetzt ist die Nummerierung des Eintrags hier immer einen Tag weiter als die der morgendlichen Turnerei, das bringt mich ganz durcheinander.)

Frage 9: Wie hat dich ein Spiel überrascht?

Puh, schwere Frage irgendwie. Kommt ja auch immer drauf an, wie viel man über ein Spiel vorher überhaupt weiß, wenn man jetzt z. B. es gar nicht gelesen hat und dann einen One-Shot spielt. Überraschend fand ich z. B., wie gut Society of Dreamers es trotz der extrem freien Erzählstruktur schafft, dass man allein durch die Thematik und die inhaltlichen Vorgaben in so eine ganz bestimmte Stimmung und Schwerpunktsetzung gleitet.

Bei City of Mist hat mich überrascht, wie kniffelig es war, mittels der Fragen in den Playbooks (die anders heißen, aber es fällt mir nicht ein im Moment) den Charakter zu erstellen. Man merkte sehr deutlich, wenn das Konzept noch nicht ausgereift genug war oder das ausgesuchte Playbook doch noch nicht so ganz das richtige. Dadurch war das Charaktererstellen dann doch mit ziemlich viel Überlegung verbunden, was aber glaube ich den Charakteren gut tut und interessante Konzepte hervorbringt.

Tagebuchblogcontent

Auch gestern wieder um 06:00 aufgestanden, allerdings war es da auch schon superwarm und schwül und bäh. Yoga gemacht. Müder Baum. Und so. Ins Büro gefahren. Ich war entsetzlich müde und es war ein völlig entnervender Tag mit sehr viel Telefon und vor allem total bescheuerten Leuten am anderen Ende. Nachdem mein Chef ja vorher noch meinte, in seinem Urlaub würde nix Dringendes anfallen, hab ich ihn gestern dann schon zum zweiten Mal wegen eines Notfalls angerufen. Also was heißt Notfall – wegen Leuten, die meinen, es sei eine gute Idee, ihre Post fast 2 Wochen lang liegenzulassen und dann auf einmal sehr dringend einen Anwalt brauchten. Seufz. Mittags war ich schon völlig fertig mit den Nerven. In der Pause Roma Nova weitergelesen, leider materialisierte sich kein Gladiator im Pausenraum. Nur Migräne, aber das war auch kein Wunder bei 31 Grad, schwül und tief fliegenden Deppen. Der Nachmittag war genauso furchtbar, Bohrmaschine, Fräsgeräusche, schwül, warm, mehr blöde Anrufe, grah. Immerhin kam mein Feminazgul-T-Shirt an. 16:30 genervt und müde aus dem Büro gefallen. Eine Stunde bei C&A vergeudet, weil Sale war und ich dachte, ich fände vielleicht noch nen günstigen Ersatz für meine eine Leinenhose, die leider ein Loch hat. War leider nix Gutes da. Aus Frust dann für 6 Euro noch ein Oberteil mitgenommen.

Abends war eigentlich der zweite Abend der Monster of the Week-Runde geplant, die schonmal verschoben wurde. Der Spielleiter vermeldete dann aber Hitzekollaps – verständlich. Stattdessen habe ich dann also geputzt, denn heute kommen 2 interessierte Parteien unsere Wohnung anschauen. Hier bitte Flüche über die Duschwand, das kalkhaltige Hamburger Wasser und zwecklose Anti-Kalk-Reiniger einsetzen. Dann noch alte Briefe und Fotos sortiert. Zwischendurch Twitter, irgendwo mussten die skurrilen Erkenntnisse ja hin, die man aus fast 20 Jahre alten Briefchen ziehen kann. Dann Essen – wieder Obst mit Skry, Melone mit Feta und noch Tomate-Mozarella. Dann noch eine Folge OitnB, dann wollte ich eigentlich todmüde ins Bett fallen, dann aber doch noch mehr Twitter, weil Dinge. Und so. Viel zu spät eingeschlafen.

Umzugserledigungen: Ersten Umzugskarton gepackt, mehr alten Kram entsorgt, für heute geputzt.

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Mediengedöhns im Mai und Juni 2018

Tja. Wer das Bloggen lange vernachlässigt, hat einen riesigen Berg Mediendinge abzutragen. Aber ich möchte ja dann doch wieder aufs Laufende kommen, also denn.

Bücher

Nachdem ich Claudia Grays Star Wars- Roman alle drei so wunderbar fand, wollte ich dann auch mal was anderes von ihr lesen und habe mir A Thousand Pieces of You gekauft. Das ist der erste Band einer Young-Adult-Trilogie (Firebird-Trilogie, auf Deutsch scheint es die noch nicht zu geben). Die Hauptfigur ist sehr YA-typisch eine junge Frau namens Marguerite Caine, deren Eltern eine Möglichkeit gefunden haben, mittels eines Artefakts zwischen verschiedenen Paralleldimensionen hin- und herzureisen. Kurz nach der bahnbrechenden Entdeckung stirbt aber ihr Vater bei einem verdächtig wirkenden Autounfall und sie bricht auf, um seinen Tod zu rächen. Blöderweise hat sich der Assistent ihres Vaters, den sie hinter dem Mord vermutet, schon in die nächste Parallelwelt verzogen und sie muss also hinterher. Daraus entspinnt sich dann eine Geschichte mit etlichen Verwicklungen und Wendungen, die mehrere Parallelwelten vorstellt. Ich habe irgendwie ein bisschen meine Probleme mit dem Buch gehabt, denn einerseits las es sich wirklich gut weg und war spannend und die Protagonistin war auch durchaus recht sympathisch. Andererseits gab es auch so mehrere Punkte, die mich genervt haben. Erstmal ist Marguerite natürlich die einzige in der Familie, die keine brillante Wissenschaftlerin ist, sondern eine ebenso brillante Künstlerin. Okay, ich geb zu, müsste ich ein Buch schreiben, das sich mit Dimensionsreisen beschäftigt, würde ich auch zusehen, dass mein POV-Charakter nicht zu viel von Physik versteht. Aber so ein bisschen blöd wars halt schon, Mädchen können kein Physik und so. Wobei das auch wieder relativiert wird, denn es gibt noch eine ältere Schwester, die immerhin Meeresbiologin ist. Und die Wissenschaftlereltern sind auch trotzdem eher so hippieske Spinner (ich hab sie mir immer so vorgestellt wie die Hippie-Eltern von Gertrude aus Marvels Runaways) und sehr herzlich und nicht unnahbar abgehoben oder so. Also gemischte Gefühle bei diesem Teil des Buches. Und dann kam sehr schnell und sehr unerwartet ein wildes Love Triangle angesprungen, das mich fürchterlich irritiert hat. Vielleicht, weil ich dachte „ächt jetzt, 10 Jahre nach Twilight ist das immer noch ein Ding??“ und vielleicht auch, weil Claudia Gray solche lovetriangelesken Dinge in ihren SW-Romanen einfach komplett unterlassen hat. Ist jetzt auch nicht so, dass ich für diese Art von romantisch-dramatischen Verwicklungen total unempfänglich wäre, wenns denn gut gemacht ist, aber irgendwie hat es mich hier genervt. Weil die Protagonistin einfach SEHR viel drüber nachdenkt, welchem der beiden Männers sie denn jetzt vertrauen kann und welchem nicht und wen sie lieber mag und bei welcher Gelegenheit sich wessen Hände berührt haben, statt über den sehr viel spannenderen Kram mit Dimensionsreisen und bösen Wissenschaftlern und so. Also das war so ein bisschen nervig, dafür waren dann die Romance-Szenen schon wirklich sehr schön geschrieben und generell, wie auch schon bei Lost Stars oder dem Leia YA-Roman: Claudia Gray schafft es total gut, einen mitfühlen und mitleiden zu lassen. Und Marguerite ist halt schon auch kein Mäuschen, das so durch die Story stolpert, sondern schon cool und clever und mitfühlend und selbstbewusst. Das hat mir dann doch wieder gefallen und am Ende gibt es in der Story auch noch zwei schöne und gut vorbereitete Twists. Tatsächlich hab ich mir Band 2 noch nicht bestellt, also so ganz dringend will ich es nicht weiterlesen (Band 1 ist aber auch zum Glück einigermaßen abgeschlossen), aber irgendwann bestimmt. Also wer eine nette und mitreißende YA-Geschichte haben will und ein Love Triangle nicht ganz furchtbar findet, kann da gut zugreifen. Wer Hard SciFi über Dimensionsreisen will …. eher nicht.

Im Urlaub am Pool und am Strand verschlungen: Die letzten Wächter, den sechsten und nun wohl wirklich letzten Teil der Wächter-Reihe von Sergej Lukianenko. Irgendwie kam da ja immer noch ein Teil und noch einer und noch wieder einer, nachdem ich dachte, es sei eine Trilogie. Aber obwohl es mittlerweile wohl ein Spin-off mit neuen Charakteren gibt, ist Band 6 jetzt wirklich der letzte dieser Geschichte. Ich mag ja die Reihe wegen ihres coolen und ungewöhnlichen Magiesystems, der ganzen Magierbürokratie und ihrem unverkennbaren russischen Einschlag. Ob das Bild, das Lukianenko von Moskau zeichnet, jetzt realistisch ist, weiß ich nicht, aber es wird einfach immer wieder sehr deutlich, dass die Story nicht in einer austauschbaren amerikanischen Metropole spielt, sondern in Russland. Anton Gorodezki ist als Protagonist zwar manchmal etwas anstrengend, aber ich glaube, das soll so sein – und irgendwie macht es auch immer wieder Spaß, seinen manchmal etwas altmodischen und verqueren Gedankengängen zu folgen. Spannend ist das Buch auch allemal, denn es gibt eine wüste Prophezeiung, das drohende Ende der Welt, überraschende Enthüllungen und die Wiederkehr so manches alten Charakters aus Band 1-5. Und das Ende fand ich auch gelungen – eine schöne Kulmination aller Bücher, nicht zu happy, nicht zu tragisch. Jetzt, wo mal klar ist, dass es sich hier nicht um eine Reihe ohne Abschluss handelt, würde ich sie definitiv empfehlen, wenn man Urban Fantasy mag und mal was anderes an kulturellem Hintergrund haben will.

Sehr viel weniger leichte Urlaubslektüre: Human Acts von Han Kang. Ein unglaubliches Buch über ein finsteres Kapitel in der Geschichte Südkoreas, über das ich noch rein gar nichts wusste. Es lohnt sich, das Vorwort der Übersetzerin ins Englische zu lesen, das nochmal sehr viel zu den Hintergründen der Geschichte erklärt. Es geht jedenfalls um die Studenten- und Arbeiterdemonstrationen in der Provinz Gwangju im Jahr 1980, die vom damals herrschenden Militärregime auf grausamste Weise niedergeschlagen wurden. Ausgangspunkt ist eine Gruppe Studenten und Schüler, die in diesem Chaos versuchen Gutes zu tun und die Leichen der Getöteten aufbahren, damit ihre Familien sie identifzieren können. Damit geht die Geschichte los, und dann zieht sie sich durch die Jahre und Jahrzehnte und folgt immer wieder dieser Handvoll Menschen, bis in die Gegenwart des Buches und bis hin zur Autorin selbst, die als Ausklang erzählt, wie sie auf die Geschichte des Schülers Dong Ho aufmerksam wird und anfängt Spuren zu suchen. Wie schon The Vegetarian ist das Buch teilweise poetisch, teilweise unfassbar brutal, allerdings Human Acts noch wesentlich politischer. Der Roman hat nicht ganz 250 Seiten, und es lohnt sich, sie zu lesen, wenn man nicht allzu zart besaitet ist, denn Schilderungen von Folter und Gefängnissen kommen durchaus vor. Aber es lohnt sich sehr. Nicht nur, weil man als Mitteleuropäer jetzt eher wenig über Südkorea und seine Geschichte weiß, sondern auch, weil der Schreibstil wirklich wunderschön und poetisch und gelungen ist. Allein die Erzählperspektiven sind absolut faszinierend. Große Empfehlung. Auf Deutsch heißt das Buch übrigens Menschenwerk.

Hinterher dann noch was Leichtes: Besieged von Kevin Hearne, eine Sammlung von Kurzgeschichten im Iron Druid-Universum. Der Band ist teilweise so ein bisschen Buch 8.5 der neunteiligen Reihe und enthält sowohl Verbindungselemente zum letzten Band (den ich noch lesen muss) als auch ein paar Geschichten aus der Vergangenheit der etwas langlebigeren Protagonisten. Die Geschichten haben mir alle gut gefallen, sehr süß ist zum Beispiel die um eine Unterrichtseinheit für Druidenschüler. Es war schön, mal wieder in die Welt einzutauchen und ich bin mal sehr gespannt auf den letzten Band. Reichlich lustige Momente hatte das Buch natürlich auch. Achja, und so auf Meta-Ebene ist meine persönliche Lieblingsgeschichte glaub ich schon die, in der ein Charakter durch den Besuch eines BDSM-Clubs lernt, was Konsens in Beziehungen eigentlich ist und erkennt, dass es in seiner nicht wirklich welchen gibt und Konsequenzen zieht. Das war großartig.

Filme und Serien

Dreimal im Kino gewesen, davon zweimal zu Solo – A Star Wars Story. Man sieht also, ich fand ihn nicht völlig schlecht. Allerdings auch nicht so richtig toll. Wie Kat Kuhl in meinem Lieblings-StarWars-Podcast so schön sagt: „The parts that didn’t suck were really fun.“ Sprich, ich habe einige Sachen sehr abgefeiert und mich über andere sehr geärgert. Geärgert halt über die Tatsache, dass vorher ganz groß angekündigt wurde, dass es endlich mal eine schwarze Frau in einer Hauptrolle UND eine weibliche Droidin mit Freiheitsbestreben geben wird – und dann wurden beide Charaktere so blöd und lieblos behandelt, damit es mehr Screentime für Woody Harelson und Paul Bettany geben konnte. Wo-hoo. Bevor ich da jetzt weiter aushole – lest einfach Judiths Artikel dazu auf Tor-Online, da steht quasi alles drin, was ich auch sagen würde. Allerdings hatte der Film schon auch positive Seiten, ich mochte Qi’ra als Femme Fatale, die auch eher zwielichtig und moralisch flexibel sein darf, ohne dafür abgestraft zu werden. Ich mochte auch vor allem, wie sehr sie alle möglichen Dinge aus dem Kanon eingebunden haben, vor allem natürlich, ich wills immer noch nicht spoilern, DIE Szene am Ende. Da bin ich im Kino schon so ein bisschen ausgeflippt. Aber auch die Erwähnung von Bossk und Aurra Sing und der Ghost-Schiffklasse … das war schon sehr schön. Tatsächlich hatte ich von Solo sogar noch weniger erwartet, weil die Produktionsgeschichte ja nun schon sehr …. bewegt war. Ich war dann positiv überrascht, dass trotz allem ein kohärent erzählter Film dabei rausgekommen ist. Alden Ehrenreich fand ich im Trailer ja furchtbar, im Film selber dann aber durchaus in Ordnung. Und Donald Glover als Lando war SO gut. Der hätte noch viel mehr Screentime haben dürfen. Insgesamt schon ein okayer Star War, auf meiner persönlichen Skala irgendwo oberhalb der Prequels und unterhalb vom Rest. Und wann kommt jetzt eigentlich Enfys Nest: A Star Wars Story?

Dann war ich noch in Oceans 8, da haben wir ja übrigens auch im Podcast drüber geredet, falls euch Rollenspiel nicht so interessiert, Filmgelaber aber schon. 😉 Ab Minute 24 ungefähr. Aber hier auch nochmal: Nettes Popcornkino, wunderschönste Cate Blanchett, viele coole Frauen, die sehr professionell und kameradschaftlich zusammenarbeiten, nette Musik, schöne Kostüme. Konnte man gut gucken, aber letztendlich kein Film, den ich jetzt 5 x anschauen würde. (Längere Ausführungen zum Thema Genderswapped Remakes und so spare ich mir jetzt mal, ich hab da neulich nämlich was Längeres zu verfasst und das erscheint die Tage auch, und dann kann ich das einfach verlinken. So.)

Kommen wir zu den Serien:

Die 5. Staffel Agents of Shield ist inzwischen ja auch schon länger durch. Puh, und zum ersten Mal dachte ich beim Staffelfinale mehr so „hmja“ als „OMG toll“, was aber vor allem daran liegt, dass a) den Serienmachern keine Info zum Ausgang von Infinity War gegeben wurde und sie so auch nichts entsprechendes einbauen konnten und b) den Serienmachern auch nicht gesagt wurde, ob sie noch ne Staffel kriegen, so dass das Finale so konzipiert wurde, dass es als Serienende funktionieren würde, aber nicht zwangsläufig muss und das war dann irgendwie so ein Mittelding und für keine von beiden Optionen so riiiichtig gut. Aber das betrifft eigentlich nur die letzten 1-2 Folgen, den Rest der Staffel fand ich wieder sehr gut! Vor allem die erste Hälfte, die war fantastisch. Lucasfilm hat ja eine live action Star Wars-Serie angekündigt und in der ersten Hälfte dieser AoS-Staffel war ich gar nicht sicher, ob ich nicht vielleicht gerade diese Serie schon sehe. 😉 Wilde Dinge! In space! Und wieder so viele coole Charaktermomente und -entwicklung und alles. Und die zweite Hälfte dann, mit diesem Zeitreise-Prophezeiungs-Kram, die war schon auch toll, auch wenn ich die ganze Zeit gehofft hab, es kommt noch so ein „we have to go back“-Moment, wo sie merken, dass wieder alles auf die falsche Version der Zukunft hinausläuft und dann so eine coole Montagen-Folge mit ganz vielen Zeitschleifen-Durchläufen kommt. War leider nicht so, aber trotzdem wurde das Thema schon halbwegs gut und ohne allzu große Widersrprüche (die mir aufgefallen wären) behandelt. Insgesamt liebe ich die Serie einfach immer noch unglaublich sehr und ich freue mich, dass sie wenigstens noch 13 Folgen bekommen haben. Und da das dann schon nach „letzte Staffel“ klingt, machen sie hoffentlich noch was richtig cooles draus.

Mehr Marvel: Die zweite Staffel von Luke Cage ist ja auch draußen und ich hab sie ziemlich schnell durchgesuchtet. Und holy shit! Was für eine Staffel. Ich war wirklich total geflasht. Die erste Staffel fand ich ja schon nach einem mühsamen Anfang total gut, und die 2. Staffel baut total darauf auf und nutzt aus, dass schon so viele Figuren eingeführt und etabliert wurden. Man sollte übrigens Defenders schon vorher geschaut haben, glaube ich, denn auch darauf baut die Staffel doch sehr auf. Sehr cool fand ich die jamaikanisch-stämmigen Gang-Mitglieder als neue Gegenspieler, schon allein wegen ihres Dialekts. Aber auch darüber hinaus ist die Geschichte, die sich mit ihnen entwickelt, sehr gut. Tatsächlich dreht sich unglaublich viel in der Staffel gar nicht so sehr um Luke, sondern um Mariah Dillard, äh, Stokes, äh, Dillard und ihre Geschichte und Familie und die Geschichte des Clubs Harlem’s Paradise, der auch wieder DER zentrale Ort der Serie ist. Dort wird auch sehr viel Platz eingeräumt, um Musik von unterschiedlichsten Künstlern zu präsentieren, weit mehr als das in anderen Serien so üblich ist. Fand ich aber großartig, zumal viele der Songs auch richtig gut sind und ich sie sonst vermutlich nie gehört hätte. Die Schauspieler sind auch wieder durch die Bank richtig großartig, und auch Figuren, die in Staffle 1 etwas zu kurz kamen (Shades!) werden jetzt richtig interessant. Crossovers zu den anderen Serien gibt es reichlich, unter anderem eine ganze Folge mit Danny Rand, in der ich ihn erstmalig nicht nervig fand. Das macht vage Hoffnung für die zweite Staffel Iron Fist … . Ja, und dann war da noch die letzte Folge, die mich echt ziemlich sprachlos zurückgelassen hat. 12 Folgen lang wird ein Konflikt aufgebaut und eskaliert und beendet und dann kommen die Folgen davon und DANN kommt ein doch sehr unerwarteter Twist, der mich extrem gespannt auf Staffel 3 macht. Insgesamt alle Daumen hoch – eine meiner liebsten MCU-Netflix-Staffeln bisher.

Dann, endlich auf Netflix und deshalb auch endlich mal angefangen, weil vorher gar nicht wirklich außer „die eine Animationsserie, an der Filoni vor Star Wars gearbeitet hat“ registriert: Avatar – The Last Airbender. Alter! Wo war diese Serie all mein Leben? Bzw. wo war ich all mein Leben, statt diese Serie zu gucken? Was für eine großartige Fantasy-Serie, was für tolle Charaktere, war für Worldbuilding und Storytelling und aaaaaah! Ich bin Star Wars Rebels und Clone Wars sehr dankbar dafür, dass ich nicht mehr automatisch „was für Kinder“ denke, wenn ich animierte Serien sehe, sonst wäre mir das entgangen. Ich könnte die ganze Serie auch schon locker durch haben, aber ich teile sie mir gerade ein bisschen ein, weil sie ist so gut und es gibt nur 3 Staffeln. Aber hach. Ich liebe sie alle so sehr. Und Katara ein bisschen mehr. *fangirlt hemmungslos herum* Die erste Staffel war jedenfalls verdammt großes Kino und das Finale unglaublich gut. Und die ganzen coolen Nebencharaktere und Schauplätze und überhaupt. Meine Fresse. (Und man kann irgendwie immer sehr gut sagen, welche Folge jetzt von Filoni ist. Das war schon lustig. „Guck mal, ein riesiger Wolf – I see what you did there, Dave!“) Äh, ja. Jedenfalls neue große Serienliebe, demnächst dann noch mehr dazu, wenn ich durch bin.

Vor langer Zeit mal angefangen, dann mehr so mittelgut gefunden und nun nach dem Schrei des Internets, die Serie dürfte nicht sterben, doch mal weitergeschaut: Brooklyn 99. Und ja, ich muss sagen, inzwischen ist die mir schon ans Herz gewachsen. Skurrile und doch liebenswerte Charaktere, viele wirklich sehr lustige Momente, aber zwischendurch auch immer wieder schöne zwischenmenschliche Dinge. Und Captain Holt ist ja wohl eine absolute Ikone. Guck ich auch weiter, bin schon in Staffel 2 angekommen.

Und zum Schluss war da noch die zweite Staffel von Westworld. Da könnte man jetzt sehr viel drüber schreiben, aber das hier wird auch so schon wieder länger und länger. Tatsächlich fand ich die Staffel in den ersten Folgen nicht so gut wie die erste, einfach weil so ein bisschen diese Faszination fehlte, nachdem man jetzt ja schon mit dem Konzept Park-Westerndinge-Hosts und so vertraut war. Außerdem waren gerade in der Dolores-Plotline in der ersten Hälfte der Folge ein paar irgendwie doofe und mMn überflüssige Elemente drin. Aber während ich diesen Teil der Handlung mehr so naja fand, kamen dann vor allem in Maeves Geschichte so großartige Elemente und Ideen, dass die Serie sich auf jeden Fall auch weiterhin ihren Platz unter den hochqualitativen Fernsehserien sichern kann. Und dann kam Kiksuya, die achte Folge. WAS. FÜR. EIN. MEISTERWERK. Allein für diese Folge werde ich die Serie glaub ich für immer toll finden, egal wo sie noch hinläuft. Und danach kam ja noch das Finale, was durchaus wieder ein paar Überraschungen bereithielt. (Übrigens kann ich all die Leute nicht nachvollziehen, die sich in den sozialen Medien gegenseitig versichern, dass sie alle die Serie seit 2 Staffeln gucken und nicht wissen, was eigentlich passiert. Ich meine, die Erzählstruktur ist nicht linear und ein paar Sachen sind etwas verwirrend am Anfang, aber am Ende von Staffel 2 war doch eigentlich alles aufgeklärt und nachvollziehbar – bis auf die Sachen, die für Staffel 3 bewusst offengelassen wurden. Nun ja.) Und generell natürlich wieder einfach toll anzusehendes Fernsehen – gute Darsteller, großartige Kulissen und Kostüme und die Musik von Ramin Djawadi ist weiterhin herausragend. Ich freu mich auf Staffel 3.

Gespielt

Gespielt wurde auch. So einiges. Ich sag ja, die letzten 2 Monate hatten es in sich.

Also, beim DSA haben wir Tag der Jagd gespielt, ein schon etwas älteres Abenteuer im Kosch, aus der Stromschnellen-Anthologie. Das einzige mir bekannte Abenteuer mit der eigenen Kategorie „Humor“. Und es war dann auch sehr ulkig, zumal wir es in einer eh schon recht comedy-lastigen SC-Konstellation gespielt haben. Gegen Ende hatte es ein paar komödiantische Schlenker zu viel, aber insgesamt ein großartiges Abenteuer. Das mir vermutlich immer als „Das Abenteuer, bei dem wir so viel Wurst aßen“ in Erinnerung bleiben wird, denn das Buch schlägt vor, man könne doch am Spieltisch passendes Essen verzehren, wie halt Wurst und Käse und Nüsse und so. Das gipfelte dann in zwei Abende mit SEHR überbordenden Wurstplatten und mir wird schon bei der Erinnerung daran ein bisschen schlecht. Das Abenteuer ist trotzdem empfehlenswert.

Auf der NordCon gespielt:

  • Malmsturm, aber irgendwie nicht so richtig, weil der SL das Setting beiseite ließ und mehr so ne Art daran angelehntes FATE-Setting aus Input der Spieler erschuf. War aber eine nette Runde und ich habe das Gefühl, FATE wieder etwas besser kapiert zu haben.
  • No Return, ein komplett im Eigenverlag erschienenes deutsches Endzeit-Postapokalypse-RPG. Das ist ja schonmal sehr cool. Das Setting klang auch ganz interessant, die Regeln waren auch okay, nur das Einsteiger-Con-Abenteuer war dann doch wieder ein ziemlich langweiliges „erforsche Gebäude X und treffe auf Zombies“-Ding. Was ja nun so gar nicht meins ist. Schade. Trotzdem ein cooles Projekt.
  • Splittermond, in einer extrem fluffigen regelarmen Runde, in der es hauptsächlich darum ging, ein Liebespaar aufzudecken und deren Liebe gegen die widrigen Umstände zu verteidigen. War zwar eigentlich ein bisschen unpassend zum Setting, weil in Lorakis nun eigentlich Homosexualität kein Problem ist, aber irgendwie war die Geschichte so nett und die Gruppe so gut drauf, dass es mir dann auch egal war.
  • Ein ruhiges Jahr: Auf der Con gekauft, am selben Abend noch gespielt. Ein ruhiges Jahr ist ein spielleiterloses Landkarten-Siedlungsaufbau-Spiel, das etwas darunter litt, dass es spät war und wir albern waren. Eigentlich ist es nämlich schon höchst interessant, dass man auch die Kommunikationsprobleme in einer Gemeinschaft mit ausspielt. Muss ich dringend noch ein weiteres Mal spielen.

Kurz nach der Con dann im Würfel und Zucker gespielt: Winterhorn. Ein ebenfalls spielleiterloses Spiel, in dem man Regierungsbeamte und Polizisten spielt, die gegen eine politische Aktivistengruppe ermitteln. Dabei werden auch viele tatsächlich genutzte Vorgehensweisen vorgestellt, die Mechaniken greifen tatsächlich sehr gut ineinander und am Ende bekommt man dann durch die Codes auf den benutzten Aktionskarten eine Art Endbericht heraus. Tatsächlich haben wir nach dem Spiel noch lange diskutiert. Also darüber, ob das Spiel jetzt quasi  bei uns einen Aha-Effekt über das Vorgehen von Regierungen ausgelöst hat (nö), ob wir schockiert waren über die Skrupellosigkeit der Methoden (nö) und ob es nicht seltsam ist, die Aufgabe des Spiels moralisch gar nicht zu hinterfragen (vielleicht, aber wenn ich mich treffe, um ein Spiel zu spielen, sage ich gewöhnlich nicht nach 10 Minuten „lass mal gut sein“, wenn mich nicht irgendwas stört, und dafür war das Spiel dann einfach zu „theoretisch“ und zu weit weg von den betroffenen Aktivisten). Ja, hm. Ich glaube, die Runde litt daran, dass wir nur drei Leute waren, denn wir waren auch ständig viel zu früh fertig mit der Besprechung unserer Spielzüge. Und irgendwie waren wir alle einfach nicht die Zielgruppe, glaub ich. Also was das „aha, sowas machen Regierungen also“ angeht. Wussten wir nämlich alle schon. Insgesamt trotzdem ein gutes und sicherlich wertvolles Spiel, aber vielleicht halt eher für andere Spieler geeignet, was den Lern-und Moraleffekt angeht.

Und dann noch, in 2 Online-Terminen über Google Hangout: Worlds in Peril, ein weiteres Superhelden-PbtA-System. Der Two-Shot mit fertigen SC hat sehr viel Spaß gemacht, der Schurke, den wir gejagt haben, war sehr cool, das Zusammenspiel hat gut funktioniert und am Ende haben alle Spieler gemeinsam entschieden, dass wir jetzt nicht den Schurken davon abhalten, in die ägyptische Unterwelt zu gehen, sondern einfach mitkommen. sehr schön fand ich auch, wie unser SL immer wieder erzählt hat, wie jetzt das Comic-Panel zur aktuellen Szene aussehen würde, das war sehr stimmungsvoll.

Ansonsten hat sich meine City of Mist-Runde jetzt endlich hinreichend oft getroffen, um mit Charaktererschaffung, Verknüpfung und dem einführenden A day in the life durchzusein – Dienstag gehts dann richtig los. Hurra! Meinen SC hab ich ja im vorletzten Beitrag schon gezeigt. Ich mag aber die ganze Runde sehr und finde die SC alle sehr cool und spannend. Werde berichten, wie es läuft.

Und ein bisschen Secret of Mana haben wir auch noch weitergespielt, nach wie vor ist das cool und macht Spaß und muss dringend mal weitergespielt werden.

So. Uff. Das wars mal wieder. Bis zum nächsten Mal, diesmal hoffentlich Ende des Monats und mit weniger ausuferndem Inhalt. Jaja, das sage ich immer…

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Still here

Ja, mich gibt es auch noch. Und wenn meine Motivation erhalten bleibt, setz ich mich nachher auch nochmal ans Mediengedöhns der letzten 2 Monate *seuuuuufz*.

Boah, ich habe gerade so viel um die Ohren, dass ich kaum zum bloggen komme und sehr oft hatte ich schon einen neuen Beitrag geöffnet, dann doch wieder was anderes gemacht und ihn leer wieder geschlossen. Irgendwie ist im letzten halben Jahr mein Social Life ein bisschen explodiert und es ist auch so einiges passiert und …. puh.

Also, ich trau es mich kaum zu schreiben, aber es sieht so aus, als ob wir im Herbst wieder umziehen. Raus aus dem hellhörigen Nachkriegshaus mit den Assi-Nachbarn aus der Hölle. Wie die neuen Nachbarn sein werden, weiß man natürlich nicht, aber: Die neue Wohnung ist ein einem Haus, das erst 4 Jahre alt ist und ich erhoffe mir, dass die Wände dann dort vernünftig dick sind und wir nicht mehr fast jeden Abend mit geräuschunterdrückenden Kopfhörern daheim sitzen müssen. Passend zum letzten Abschnitt in der bescheuerten Wohnung wird jetzt parallel die gesamte Straße (bzw. die Bürgersteige) neu gemacht UND gleichzeitig die Abwasseranlage unseres Hauses und der zwei Nachbarhäuser saniert. Aktuell also Montag bis Freitag ab 7 Uhr Baustellenlärm allüberall, was natürlich etwas suboptimal ist, wenn man freitags frei hat. Und noch suboptimaler, wenn man davon nicht mehr betroffen gewesen wäre, wenn sie es ein paar Monate später gemacht hätten. Naja, egal.

Ihr dürft mir also gerne die Daumen drücken, dass mit der neuen Wohnung alles klappt und so. Sie liegt übrigens …. *trommelwirbel* …. 200 Meter Luftlinie von unserer alten Wohnung weg, also genau in der Gegend, aus der ich eigentlich sowieso nie wegwollte. Erstaunlich übrigens, wie sehr sich das Stadtbild, die Bewohner und das Lebensgefühl ändern, wenn man 2 km weiter weg zieht. Hätte ich nie gedacht. Aber der neue (bald wieder alte) Stadtteil ist doch leider deutlich blöder als der alte (bald wieder neue). Also nicht nur, dass da mehr rücksichtslose und seltsame Menschen wohnen, es gibt auch einfach weniger nette Läden und Cafés und so. Aber bald bin ich ja dann wieder back in the hood. Hoffentlich. Wenn alles klappt. Und ich mich nicht erschieße aufgrund der schieren Schrecklichkeit, schon wieder umziehen zu müssen.

Wie sinnfrei und was für eine Geldverschwendung es ist, aufwändig umzuziehen und dann nach anderthalb Jahren schon wieder die Wohnung zu wechseln, fragt ihr? Ja. Ich sag mal so: Könnte ich in die Zukunft sehen, hätte ich das auch SEHR anders gemacht. Kann ich aber nicht, von daher bleibt mir dann auch nur learning from mistakes und so.

Dann war ich im Urlaub. Nach dem letzten Jahr in Schottland – hey, immer noch nicht drüber gebloggt, das kann ich dann wohl auch einfach bleiben lassen – wollte ich dringend wieder ins Warme. Ja ja, könnte ich in die Zukunft sehen und hätte gewusst, dass es hier dieses Jahr tatsächlich einen Sommer gibt, hätte ich auch ne Ferienwohnung an der Ostsee mieten können und mir den Flug sparen. Kann ich aber nicht. :p Und deswegen war ich dann also auf Korfu. Schlimmer Pauschalurlaub, gebucht über Lufthansa Holiday. Und Korfu auch vor allem, weil das mit das günstigste war, wenn man einfach nur ne Woche „irgendwas mit Sonne, Strand und warm“ haben wollte. Joah, und was soll ich sagen – das war dann total nett! Zwar wurde im Vorfeld die Unterkunft umgebucht, weil die, die wir wollten, überbucht war. Eigentlich hatten wir so ne Ferienwohnung in einem kleinen Dingens mit nur 8 Wohneinheiten, das wurde dann geändert auf Hotelanlage. Da war das aber auch so ein Apartment mit 2 Zimmern, Küchenzeile und eigener Terrasse, das war dann schon okay. Ich glaube, in der Hochsaison ist das eher gruselig da, wenn man von der Anzahl der Poolliegen auf die übliche Belegung schließen kann, aber da noch nirgendwo in Deutschland Sommerferien waren, war es doch ziemlich leer. Korfu selber ist jedenfalls total schön, sehr grün, mit tollen Stränden (teils Kies, teils Sand) und schönen Buchten und durchweg ziemlich freundlichen Menschen und sehr leckerem Essen. Da würde ich glatt nochmal hinfahren. Mit einem Mietwagen da rumcruisen wäre sicherlich auch ganz nett, allerdings waren die Straßen halt schon sehr …. bergig und schmal und so, so dass ich froh war, dass wir da mit einem Minibus rumkutschiert wurden. Also vom und zum Flughafen und auf der einen Tagestour, die wir gemacht haben. Den Rest der Zeit hab ich am Pool und am Strand gelegen, gelesen, gebadet, geschlafen und sehr sehr viel frittierten Käse gegessen. Und irgendwie war das nach dem ganzen Stress und Nerv echt so der optimale Urlaub.

Vorher war dann ja auch noch NordCon, die wieder sehr schön war. Viele nette Leute getroffen und wiedergesehen, neue Spiele ausprobiert, Fan vom System Matters-Verlag geworden, mit Cifer an neuem Abenteuerprojekt gewerkelt und überhaupt. Ist immer wieder ganz wunderbar dort. UND dann waren dieses Jahr ja noch die Vögte mit Scherbenland  für den Deutschen Rollenspielpreis nominiert UND haben gewonnen! Wohoo! Glückwunsch nochmal! Das spontane Essen in großer, gemischter Runde beim Kroaten um die Ecke war dann auch ganz wunderbar und ein schöner Abschluss für die Con.

Oh, und noch vorher, an Pfingsten nämlich, hatten wir Besuch von den Vögten, das war ganz großartig, auch wenn sie auf der Hinfahrt im Stau des Todes steckten und ich sehr lange Angst hatte, dass sie einfach wieder umdrehen und nach Hause fahren. Aber das Wochenende war dann super! Mit Museum und DSA-Spielen und Hafenrundfahrt und Whisky kaufen und Essen. Sehr viel Essen. Sehr gutem Essen. Und natürlich viel Zeit zum Quatschen und Rumnerden und überhaupt! Dass wir uns dann zwei Wochen später auf der NordCon schon wieder gesehen haben, war natürlich noch superer – ich bewundere die beiden immer noch für das knallharte Durchziehen des „für einen Tag nach Hamburg“-Plans!

Bei meiner Familie im tiefen Erzgebirge war ich zwischendrin auch noch, da unser alljährliches Frühlingstreffen in Leipzig ausgefallen war, weil mein Neffe noch ein bisschen sehr klein ist. Das war auch nett, und ich war mal an Muttertag bei meiner Mutter und wir haben großen Brunch gemacht und alles. Außerdem ist meine Schwester ja mindestens so ein verkappter Gourmet wie ich und hat uns in Chemnitz in ein unglaublich gutes Restaurant geschleppt.

Dann war ja noch das Game of Thrones Experience-Konzert hier in Hamburg, das war auch sehr cool. Ramin Djawadi hat ja selber dirigiert und der wirkt wirklich sehr nett und sympathisch und bodenständig (vor allem im Vergleich zu Hans Zimmer, dem alten Angeber….). Und das Konzert war toll gemacht, mit krass coolen Effekten und Kostümen und natürlich ganz viel von der wirklich großartigen Musik. Sehr schön. (Und gut, dass wir noch rechtzeitig gemerkt haben, dass das demnächst ist und wir Karten dafür haben. Wir hatten die nämlich schon letzten Oktober gekauft und es dann im Mega-Stress total vergessen … aber zum Glück dann ca. 2 Wochen vor dem Konzert gemerkt und so war es dann eine schöne Überraschung sozusagen.)

Ansonsten habe ich gerade erfreulicherweise sehr viel Rollenspiel in meinem Leben, also so von der DSA-Runde mal abgesehen. Die gibt es natürlich auch noch und wir spielen auch weiterhin fast jeden Samstag. Aaaaaber tatsächlich hat es sich ergeben, dass sich eine City of Mist-Runde zusammengefunden hat und nach sehr vielen Charaktererstellungs-Session-Zero-Dingen werden wir dann bald nun auch mal wirklich anfangen. Ich hab mir auch spontan gleich mal meinen Charakter zeichnen lassen, als neulich eine Künstlerin auf Twitter Comissions anbot. Wenn ich vorstellen darf: Emilia. Ehemalige Trickbetrügerin auf der Suche nach einem ehrlichen Auskommen, blöderweise besessen von einem diebischen Rabengeist, der diese Bemühungen etwas torpediert…

Aber auch abseits von City of Mist habe ich in den letzten Wochen wirklich unglaublich viel gespielt – zwei Abende Worlds of Peril (auch ein PbtA-System über Superhelden) über Hangout, Winterhorn im Würfel und Zucker, und morgen spiele ich da auch DREAD und nächste und überübernächste Woche dann Monster of the Week auch über Hangout. Wah! Ich find es sehr cool, dass ich gerade einigermaßen dazu komme, all die coolen Systeme, von denen ich immer so höre, tatsächlich auch mal auszuprobieren.

Zwischendurch natürlich noch Arbeit (immer noch entspannt und tausendmal besser als im alten Job), leider ziemlich viel Migräne (inklusive Krankschreibung für mehrere Tage, mäh) und auch sonst noch mehr Besuch gehabt, im Park gelegen, viel rumorganisiert und rumüberlegt und tralala und joah. Da fliegt die Zeit einfach so vorbei und zack, seit 2 Monaten nicht gebloggt. Aber vielleicht klappt das in Zukunft mal wieder ein bisschen besser.

So. Und in 2 Wochen fahr ich übers Wochenende nach Berlin, im September hoffentlichvielleichtbittebitte nach Wien und über noch mehr und noch andere coole Sachen, die sich so ergeben haben, erzähl ich dann ein anderes Mal.

(Und weil ich jetzt zu faul bin, noch Bilder außer dem Charakterportrait rauszusuchen, gibts jetzt keine. Vielleicht füg ich sie später noch ein.)

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Mediengedöhns im März und April 2018

Ja, seufz, schon wieder ewig nicht gebloggt. Nerv, nerv. Ich war mal wieder krank. Und im Stress. Und überhaupt. Deswegen gibt es jetzt schon wieder einen riesigen Berg an konsumierten Medien, der sich da so auftürmt … also will ich mal versuchen ihn abzutragen.

Bücher

Judith-Vogt-Wochen auf dem Lesestapel! Ich habe nämlich nicht nur die schon ausführlich rezensierten befangirlten Die 13 Gezeichneten gelesen, sondern auch noch den ebenfalls kürzlich erschienenen Splittermond-Roman Phönix und Affe. Eine sehr, sehr spaßige Angelegenheit mit ganz viel Kung-Fu (das auf Lorakis irgendwie anders heißt), einem stummen Helden mit tragischer Vorgeschichte, der über Tattoos kommunziert, viel Einblick in die Provin Zhoujiang, viele schöne mystische Sachen. Ich finde ja Splittermond vom Regelsystem her schön, hatte aber noch nicht so viel Gelegenheit, mir auch die Welt mal genauer anzusehen. Da war der Roman ein sehr schöner Einstieg, zumal Zhoujian als asiatisch angehauchtes Setting auch sehr gut rüberkam. Wer also mal in das Splittermond-Setting reinlesen will, ohne einen eigentlichen Hintergrundband zu lesen, oder wer einfach farbenfrohe und gut geschriebene Wuxia-Fantasy mag, kann hier unbesorgt zugreifen.

Filme und Serien

Nach über 10 Jahren und 17 Filmen kulminierte das Marvel Cinematic Universe nun jüngst in Avengers: Infinity War. Ich bin zum Glück unverspoilert ins Kino gekommen und bin sehr glücklich darüber, denn der Film hält doch so einige Überraschungen bereit. (Ich bemühe mich auch, hier nicht zu spoilern.) Überhaupt bin ich sehr, sehr glücklich mit dem Film, auch wenn ich am Ende doch ziemlich verheult im Kinosessel saß. Infinity War ist einfach ein gigantischer Pay-Off der sorgfältigen Vorbereitung und der über Jahre hinweg angelegten Erzählung. Ich finde es immer noch faszinierend, wie toll und verflochten und verbunden das Kino-MCU ist (die Einbindung der Serien hat ja leider mehr und mehr nachgelassen, was ich immer noch sehr schade finde), während die Filme trotzdem jeder auch für sich alleine ganz gut funktionieren. Zumindest bisher, ich habe mich schon kurz gefragt, ob man Infinity War verstehen würde, wenn man die anderen Filme jetzt gar nicht oder nur zum Teil kennt. Die grundlegende „wer ist Thanos, was sind Infinity-Steine, welche gibt es und wieso will er sie haben“ wird auf jeden Fall im Film selber erklärt, es wird aber jetzt nicht jeder Charakter nochmal eingeführt – was auch einfach nur lächerlich gewesen wäre bei dem riesigen Cast. Von daher kann man sich vielleicht schon fragen „warum hat Thor jetzt kurze Haare und was machen er und Hulk in einem Raumschiff“, aber tatsächlich glaube ich auch nicht, dass allzuviele Leute einfach mal so auf Verdacht ins Kino gehen und sich den Film anschauen, ohne überhaupt irgendwas vom MCU gesehen zu haben.

Hah, zufällig finde ich jetzt gerade auf Twitter ein wunderbares Chart zu den Filmen. Unter einer strunzdummen Kritik, dass der Film ja die Charaktere nicht einführt. (Zefuq.) Bitteschön:

Jedenfalls. Ich dachte im Vorfeld ja, dass es vermutlich schon krass schwierig werden wird, all die verschiedenen Charaktere so im Film unterzubringen, dass sie einigermaßen Screentime haben und das trotzdem nicht bemüht wirkt. Tatsächlich macht der Film das sehr gut und zwar einfach auf die Art und Weise, dass er vor allem Thanos als zentralem Charakter folgt und ihn immer auf die Charaktere treffen lässt, die ihm dabei nunmal im Weg stehen. Außerdem haben vor allem die Figuren etwas mehr Screentime, die für das Thema Thanos und Infinity Stones auch relevant sind – also Vision, Gamora, Dr. Strange, Loki/Thor. Dabei haben mich die Team-Ups, die der Film vornimmt, öfter man überrascht, sie funktionieren aber meiner Meinung nach ziemlich gut. Auch warum jetzt wer wann wohin reist, macht durchgehend Sinn. Klar, einige Charaktere haben schon weniger zu tun und weniger Screentime als andere und ich hätte gerne von allen noch mehr gesehen, aber insgesamt ist das für so einen Haufen an Figuren schon wirklich gut gelöst. Zumal all die Screentime für Thanos diesem wirklich zugute kommt und ihn zu einem interessanten, durchdachten Gegenspieler macht, dessen Handeln man irgendwo sogar nachvollziehen kann, auch wenn ich ihn trotzdem ziemlich gehasst habe.

Spannend fand ich auch, dass der Film zu einem großen Teil gar nicht auf der Erde spielt, sondern verschiedensten Locations auf anderen Planeten etc. Optisch sind diese auch ein ziemlicher Hingucker – vermutlich noch mehr, wenn man nicht mit dieser beschissenen dunklen 3D- (in meinem Fall 2D)-Brille gucken muss. Musikalisch, nun ja. Das Avengers-Thema wird mehrfach verschieden und auch mMn sehr gelungen eingesetzt, ansonsten war der Soundtrack wieder mal eher nicht so einprägsam, was ich nach den coolen Soundtracks zu Thor 3 und Black Panther etwas schade fand.

Tja, viel mehr kann ich glaub ich gar nicht sagen zum Film, ohne zu spoilern. Er hatte wie immer den typischen Marvel-Humor, aber gleichzeitig auch viele epische und traurige und berührende Momente. Viele davon funktionieren vor allem deshalb, weil das MCU halt so aufgebaut wurde und man an all den Charakteren hängt. Nach dem Ende saß ich jedenfalls erstmal reichlich erschlagen da und jetzt erscheint mir die Wartezeit bis zu Teil 2 seeeehr lang. Gut gemacht, MCU!

Bleiben wir bei selbigem: Die 2. Staffel Jessica Jones wurde von mir natürlich auch verschlungen, sobald sie erschien. Diesmal wurde ja erfreulicherweise in allen 13 Folgen von Frauen Regie geführt, was man auch durchaus merkt, vor allem daran, dass irgendwelche nervigen Male Gaze-Tropes einfach mal komplett vermieden werden. Aber auch sonst hat die Staffel mir wieder sehr gut gefallen. Jessica macht eine ziemliche Entwicklung durch, wird schon wieder mit sehr viel Scheiße konfrontiert und lernt, dass es auf Dauer nicht geht, alle Leute immer nur wegzustoßen. Trish dreht ein bisschen total frei, was ich sehr spannend und auch toll gespielt fand. Und oh Gott, der Nebenplot von Hogarth. Ich liebe Hogarth so sehr! Und überhaupt, so viele weibliche Charaktere in jeglichen Schattierungen – mutig, traurig, verzweifelt, durchtrieben, bösartig, liebenswert, oberflächlich … es war wirklich schön zu sehen, dass in einer Serie mal nicht nur der männliche Hauptcharakter Abgründe haben darf, während die Frau neben ihm verständnisvoll die Hand auf die Schulter legt. Und dass weibliche Figuren nicht automatisch die besseren Menschen sind. Und überhaupt. Jessica Jones ist einfach großartig. Ich möchte Staffel 3. Und ein Hogarth-Spinoff.

Was mich zur Überleitung in das andere Comic-Universum bringt. Hogarth ist ja in der Serienversion eine lesbische Frau und damit kommt das MCU dann nach 18 Filmen und 9 Serien auf vier, in Zahlen 4, in Worten VIER Charaktere, die LGBTA+ sind. Vier. Und das auch nur, wenn man das jetzt nicht übermäßig kanonisch-vernetzte Runaways mitzählt, sonst wären es nur 2. Das nervt mich so derartig kolossal an. Und auch wenn ich das MCU wirklich viel viel cooler finde als den DC-Kram: DC macht das besser. Also in den seltsamen Filmen, die ich bis auf Wonder Woman ignoriere, jetzt nicht, aber bei den Serien auf jeden Fall. Und damit kommen wir zur nächsten Serie, nämlich Black Lightning, zu der ich genau so kam:

(Manchmal frage ich mich, ob Serien- und Filmemachern bewusst ist, dass es tatächlich SO leicht ist, Leute wie mich dazu zu bewegen, in eine neue Sache reinzuschauen.)

Anyhoo. Black Lightning ist jedenfalls auch sonst ziemlich cool. Die Optik ist DC-typisch wieder eher sehr bunt, aber das macht ja nix. Jedenfalls macht die Serie etwas, was andere Comic-Serien eher nicht machen, und stellt einen Superhelden hin, der einfach mal eine halbwegs intakte und funktionierende Familie hat. So mit Eltern, die sich auch nach der Trennung seit Jahren um ihre gemeinsamen Kinder kümmern, auch mal sehr erfrischend. Und überhaupt ist die Black-Lightning-Familie durchgehend sehr sympathisch und cool und ihnen liegt offenbar sehr viel aneinander. Aber auch die ganze Community, um die sich Black Lightning in seinem eigentlichen Job als Schulleiter kümmert, ist wichtig für die Serie. Auf der Gegenseite gibt es natürlich mal wieder fiese Gangster und noch fiesere Regierungstypen, die teilweise recht übertrieben sind, aber nun ja, es ist eine Comic-Serie, das muss wohl so. Tatsächlich gibt es schon so einige Parallelen zwischen Black Lightning und Luke Cage. Auch musikalisch ist die Serie sehr viel mit Hip-Hop untermalt, wobei ein Teil der Songs auch extra für die Serie geschrieben wurde. Also insgesamt ist Black Lightning jetzt halt keine total High Quality-Serie, aber sie ist unterhaltsam zu gucken, hat sympathische Charaktere und coole Musik. Und das reicht ja manchmal auch schon.

Dann war da noch die andere DC-Serie, die ich verfolge, nämlich Legends of Tomorrow. Alter, diese Serie. Ich bin echt froh, dass ich drangeblieben bin, obwohl ich die erste Staffel mehr so mittelprächtig fand. Seit der 2. Staffel hat sich die Serie einfach irgendwie gefunden und zieht seitdem ihr Konzept durch, das sich irgendwie mit „sympathisch-irre Crew tut aberwitzige Dinge und fällt von einer Popkultur-Anspielung in die nächste“ zusammenfassen lässt. Legends of Tomorrow macht einfach Spaß. Die Charaktere liegen mir alle am Herzen, der übergreifende Plot ist seit Staffel 2 auch ganz okay, ich muss mehrfach pro Folge laut lachen und bin einfach ein großer Fan dieser bunten und völlig durchgeknallten Geschichte. Zumal nun auch nicht alles Klamauk ist und gerade die zwischenmenschlichen Momente schon echt gut funktionieren. Dass Staffel 3 nun auch noch eine Liebesgeschichte eingebaut hat, die ich einfach nur unglaublich großartig finde, hat auch nicht gerade geschadet. Hachja. Ich freu mich schon auf Staffel 4.

Weiter gehts: GLOW (steht für Gorgeous Ladies Of Wrestling) ist eine Netflix-Serie über Frauenwrestling in den Achtzigern und ja, genauso hab ich auch geschaut, als ich zum ersten Mal davon hörte. Aber wie schlecht kann eine Serie schon sein, die Alison Brie als Hauptdarstellerin hat und vom selben Team wie Orange is the New Black stammt? Ich hab dann also im März endlich Zeit gehabt, die erste Staffel zu gucken und OMG ist diese Serie super. Es geht halt um einen Regisseur, der eine Fernsehshow über und mit Frauenwrestling drehen soll und vor allem um die Darstellerinnen, die bei der Sache aus verschiedensten Gründen mitmachen. Die Serie ist voll von unterschiedlichsten Frauencharakteren, wobei vor allem Alison Bries Ruth einfach so unglaublich gut gespielt ist, dass es eine Freude ist, dabei zuzusehen. Und Wrestling – vorher nie groß damit befasst – ist ja auch schon ein skurriler und irgendwie sehr cooler Sport.  Und das Ganze dann noch in den Achtzigern mit dem entsprechenden Look und der passenden Musik. Großartig. Zum Glück kommt im Juni schon die zweite Staffel.

Wieder Netflix-Eigenproduktion: Die dritte und letzte Staffel von Love. Auch so eine Serie, die man total schlecht erklären kann, die ich aber auch komplett am Stück hätte durchschauen können. In Love geht es also immer noch um Gus und Mickey, die sich in Los Angeles in einander verlieben, inzwischen irgendwie so halb zusammen wohnen, sich durch ihr Berufsleben kämpfen und so weiter.  Und natürlich ihre ziemlich durchgeknallte Freunde. Und den Dreh einer Mystery-Serie. Und einen völlig kaputten Radioshow-Typen. Und Familie. Und überhaupt. Auch die dritte Staffel war großartig, das Ende würde ich sogar als ziemlich großes Happy End bezeichnen und insgesamt lohnt sich die Serie auf jeden Fall, wenn man gerne einfach mal ein bisschen dem Leben anderer Leute zuschauen möchte.

Auch noch geschaut: Die dritte Staffel von Jane the Virgin. Die gemeinerweise nur 20 Folgen statt 22 hat und mich deshalb schockiert von „ich hab ja noch 2 Folgen“ in „OMG und mit DIESEM Cliffhanger hört das jetzt auf??“ stürzte. Argh! Nach wie vor ist Jane the Virgin so eine Serie, die ich schaue, wenn ich krank oder müde oder schlecht gelaunt bin und irgendwas nettes und leichtes gucken will, gleichzeitig bin ich aber immer wieder beeindruckt von den durchaus diversen ernsten Themen, die angesprochen werden. Außerdem versteht die Serie sich ja selbst als Telenovela, superschöne Darsteller, Cliffhanger und dramatische Wendungen inklusive, macht sich aber die ganze Zeit darüber lustig und baut auch immer wieder noch weitere abgefahrene Kunstgriffe ein, seien es jetzt Schwarzweiß-Stummfilm-Sequenzen, Gesangsnummern oder kleine Comicanimationen. Wundervolle Serie, ich hoffe, Netflix hat bald Staffel 4.

Huuuuh und als letztes muss ich jetzt wohl leider noch was zu Star Wars Rebels schreiben. Was jetzt ja … vorbei ist. Oh Gott. Es betrübt mich immer noch so sehr, dass es wirklich wirklich keine weitere Folge mehr gibt. (Auch wenn ich seit Donnerstag nicht mehr ganz so traurig bin, denn die neue animierte Star Wars-Serie klingt nicht nur nach dem, was ich sehr gerne wollte, sondern kommt zudem schon DIESEN HERBST!!!11elf.) Puh. Also. Staffel 4 war ja geteilt und die Hälfte lief schon letzten Herbst, während die letzten Folgen dann im März ausgestrahlt wurden. Wer hier schon länger mitliest, weiß ja, dass ich die Serie unglaublich liebe und die letzte Staffel hat auf alles nochmal eine Schippe draufgelegt. Die ersten Folgen schlossen noch ein paar Handlungsbögen ab, die offen waren: Mandalore und den Konflikt zwischen Mon Mothma und Saw Gerrera (der ja dann in Rogue One weitergeführt wird). Danach geht es für den Rest der Staffel zurück nach Lothal. Das sah ich am Anfang erstmal ein wenig skeptisch, es hätte ja schon noch andere Sachen gegeben, die ich gerne gesehen hätte. Aber letztendlich hat es sich ausgezahlt, dass vor allem Lothal und die Ghost Crew im Mittelpunkt standen, zumal auch andere bekannte Gesichter wieder auf Lothal auftauchten. Die letzten Folgen, also die nach der Winterpause, waren dann durchgehend einfach unglaublich. Da haben alle nochmal eine Schippe draufgelegt auf alles – Voice Acting, Musik, Animation, Sounddesign, Dialoge. Und abgefahrenem Force-Kram. Also wer schon denkt, dass The Last Jedi wilde Dinge mit der Macht anstellt, hat noch nicht Rebels geschaut. Ich fand es total großartig. Und das Finale. Meine Fresse, hab ich geheult. Und geheult. Und ein bisschen hysterisch gelacht, weil ich tatächlich ZWEI große Plot Points des Finales vorhergesehen habe. Also, Star Wars Rebels. Für mich eine der schönsten und besten Dinge, die Star Wars hervorgebracht hat. Ich muss dringend mal einen Rewatch machen. Und bin super gespannt auf die neue Serie. In Filoni I trust. Oder so ;).

(Apropos rewatch: Ich habe, als ich krank war, nochmal diverse MCU-Filme geschaut. Die beiden ersten Captain America-Filme sind immer noch meine liebsten MCU-Filme, wobei ich mich ehrlich nicht entscheiden kann, welchen ich lieber mag. Und ich hab nochmal alle Folgen The Get Down geschaut. So viel Liebe.)

Und dann habe ich ja nun schon ausdauernd von dem Actual Play A Woman with Hollow Eyes geschwärmt, was ich jetzt nochmal mit dem Hinweis wiederhole: Die Staffel ist beendet, man kann sich jetzt alle Folgen auf YouTube anschauen. Tut es!

Gespielt

Auf der Playstation: Secret of Mana. Zusammen mit dem Mitbewohner. Der es als Kind gespielt hat, während ich es gar nicht kenne. Wir sind jedenfalls doch recht erfolgreich und bisher nur einmal komplett gestorben. Und das Spiel macht total Spaß. Ich schreib nochmal was dazu, wenn wir durch sind.

Außerdem ungefähr 40 Minuten lang Assassin’s Creed Origins angespielt, auch auf der Playstation. Ich bin irgendwie verwirrt von dem Spiel, da es ja wirklich gar nix zum Charakter und zur Geschichte erklärt und man irgendwie random in einer Pyramide anfängt. Die Sequenz davor hab ich nicht wirklich kapiert. Joah und es war so ganz nett, aber bisher hatte ich noch keine Lust zum weiterspielen, zumal das alles aussieht, als ob es ein ewig langes Spiel mit ganz viel Open World-Kram und Crafting-Mist werden könnte und ich habe da gerade keine Lust drauf.

Außerdem DSA gespielt, endlich fertig mit Mengbilla und dann totales Konstrastprogramm: Winterlicher Kosch, ein Abenteuer um einen Feiertag und die Ferdoker Lanzerinnen und Fabelwesen. Wobei es zwischendrin aussah, als müssten wir eigentlich doch total heldenhaft Nekromanten jagen, aber das hat sich schon wieder erledigt. Jedenfalls macht das Abenteuer total Spaß, die Gruppe ist wesentlich harmonischer als die an Mengbilla verzweifelnden Königsmacherhelden und joah. Läuft. Achja, wir hatten dann noch 2 Abende, an denen wir beschlossen hatten, wie im Abenteuer vorgeschlagen zur Region passende Snacks zu verzehren. Das gipfelte in einer schlimmen, schlimmen Wurst-und-Käse-Orgie und ich kann jetzt glaube ich noch weitere 3 Monate keine Wurstplatte sehen, ohne leise zu wimmern.

Auf der HeinzCon haben wir eine Runde Fiasko gespielt, und zwar mal wieder Dysfunctions and Dragons. Das war auch wieder ziemlich lustig. Und dann haben wir noch das letzten Herbst angefangene StarWars-FATE-Abenteuer beendet. Und sonst kam ich leider gar nicht zum Spielen, weil alle Runden sich mit irgendwas überschnitten. Schön wars trotzdem auf der Con.

Uuuuund dann haben wir ja noch mit einer potenziellen neuen Runde ein potenzielles neues System gespielt, und das lief dann tatsächlich so gut, dass ich wohl ab nächste Woche tatsächlich eine hoffentlich regelmäßig stattfindende City of Mist-Runde habe!  Hurra!  Die Testrunde mit vorgefertigten Charakteren lief jedenfalls schonmal gut. Über „welchen Mythos nehme ich für meinen Charakter?“ kann man übrigens lange nachdenken. Sehr lange. Seeeeehr lange. Inzwischen habe ich so 4 konkrete Ideen. Mal sehen, welche davon es letztendlich wird. Und irgendwie sollte ich bis nächste Woche wohl auch nochmal das SC-Erschaffungs-Kapitel lesen. Hust. Aber ich freue mich sehr, dass es so aussieht, als könnte ich endlich mal ein weiteres System außer DSA regelmäßig spielen. Ich bin schon sehr gespannt, wie es laufen wird.

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