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Liebe Mitspieler…

(Sozusagen die Fortsetzung von „Lieber Spielleiter…“, wo ich über Dinge rantete, die mich am SL nerven.)

Und hier wäre dann also auch mein Beitrag zum diesmonatigen RSP-Karneval mit dem Thema „Rollenspieltipps“, der dieses Mal von Zeitzeugin organisiert wird.

Es gibt ja nicht nur den Spielleiter, der viel dazu beitragen kann, für Spaß am Spieltisch zu sorgen oder selbigen zu verderben. Genauso können auch die lieber Mitspieler den Abend toll werden lassen oder ruinieren. Also wird es höchste Zeit, auch mal meine persönliche Liste der „so nich, liebe Mitspieler“ anzufertigen. Los gehts.

1. Lass mich ausreden, verdammt! Ja, ich bin nicht die lauteste Person der Welt (also jedenfalls nicht im Vergleich zu meinen teilweise eher stimmgewaltigen Mitspielern…), aber das ist trotzdem kein Grund, mir ins Wort zu fallen, wenn es nicht gerade in einer hitzigen Diskussion unter den Charakteren ist. Der SL kann eh bloß einer Person gleichzeitig zuhören. Also bitte ein bisschen Geduld.

2. Kenn deine Regeln. Nein, du musst nicht das gesamte Regelwerk auswendig können. Aber Himmelnocheins, wenn du auch am 20. Abend in Folge fragst, wie nochmal das Manöver Windmühle funktioniert, dann habe ich das Bedürfnis, deinen Heldenbogen aufzuessen. (Dieses Verhalten eines Spielers in meiner Oldschool-Runde führte dazu, dass wir irgendwann die Regel „jeder darf nur die Manöver einsetzen, zu denen er die Regeln auswendig kann“ einführten.) Und ja, auch bei DSA kann man die Regeln des eigenen Charakters soweit verinnerlichen oder sich auf einen Zettel schreiben, dasss man die ohne langes Nachschlagen benutzen kann. Ächt jetzt. Isch schwör.

3. Irgendwann ist genug diskutiert. Einen Plan schmieden, Gefahren abwägen, Vorschläge machen – immer gern. Auch mal outgame den SL was fragen – kann auch sinnvoll sein. Aber wenn die Diskussion dann zu „also in demundem Film hat es aber auch funktioniert“ und „im Mittelalter war das aber soundso“ abgleiten (wobei sich Spieler und SL dann meist gegenseitig Halbwissen um die Ohren hauen, weil wir alle keine Historiker oder derlgeichen sind), isses irgendwann mal genug. Und wichtig ist auch immer die Frage: Muss das jetzt geklärt werden oder reicht es nach dem Spiel? Kann man nicht einfach erstmal würfeln und wenn man eh 10 Punkte drunter ist, hat sich die Diskussion, ob der Aufschlag + 2 oder eher + 4 war, dann eh erledigt?
Jede Diskussion unterbricht das Spiel und das sollte so wenig wie möglich vorkommen.

4. Töte den Flachwitz! Töte ihn rechtzeitig! Ein Punkt, bei dem ich mir selber auch an die eigene Nase fassen muss: Manchmal ist der Bogen für dumme Witze dann echt mal überspannt. Und dann muss mal wieder gut sein und man muss sich mal wieder aufs Spiel konzentrieren können, sonst ist der Versuch, eine Stimmung zu erzeugen, gleich zum Scheitern verurteilt. Also wenn alle anderen schon wieder ernst gucken und weitermachen wollen, dann einfach mal den nächsten Spruch, der dir einfällt, runterschlucken. (Wie gesagt – daran muss ich auch manchmal echt arbeiten.)

5. Es geht nicht um dein Ego. Leider mal erlebt bei einem Spieler, der immer nur der Tollste und Größte sein wollte und am liebsten das Abenteuer im Alleingang gelöst hätte, nur damit er toll dasteht. Würfelschubsen und vorher das Abenteuer lesen, um „ganz plötzlich“ auf die Lösungen zu kommen, inklusive. Das.geht.gar.nicht. Auch Äußerungen wie „ach, das sind nur 50 Gegner, wir sind doch Helden, das schaffen wir locker“ finde ich total unangebracht, wenn der Charakter nicht unter Größenwahn und Arroganz leidet.

6. Sprich dich aus, wenn dich was stört. Ich hab es auch schon erlebt, dass Spieler Probleme mit der Zusammensetzung der Gruppe oder einem bestimmten Charakter oder einem bestimmten Abenteuerpart hatten, dass dann nicht sagten, wochenlang in sich hineinfraßen und dann irgendwann ziemlich „explodierten“. Aber hey, das ist ein Punkt, den man glaub ich aufs Leben generell anwenden kann. 😉

7. Ingame-Probleme auch ingame klären. Gehört zu Punkt 6 irgendwie dazu…einmal hab ich erfahren, dass ein Mitspieler mit seinem Charakter ein  ziemliches Problem mit einem meiner Charaktere hatte, aber das im Spiel nie angesprochen hat, weil er den Gruppenfrieden nicht stören wollte. Dabei hätte mich das null gestört, wenn sein Chrakter meinen wegen dessen Verhalten angeraunzt hätte – im Gegenteil. Ein bisschen Ärger zwischen den Helden ist doch immer mal ganz nett. Und das dann außerhalb des Spiels auf einmal zu hören, ist blöd. Also, Mut zum ingame-Streit.

8. Prüfe, ob du dein Charakterkonzept ertragen kannst. Will heißen: Wenn du Bock hast, einen arschigen Misanthropen zu spielen, dann immer her mit dem Charakter, aber sei dir bewusst, dass dich die Umwelt und auch die anderen Helden dann wie einen arschigen Misanthropen behandeln werden. Und wenn du darauf keine Lust hast und dann beleidigt bist, dass keiner deinen Helden mag (im Sinne von „im Spiel leiden können“, nicht im Sinne von „nen gut gespielten Charakter finden“), dann lass es und spiel nen netten Typen.

9. Termine, Termine, Termine. Wer kennt es nicht, das Chaos, das entstehen kann, wenn man 5 oder 6 Leute terminlich unter einen Hut kriegen will. Je mehr Hobbies, andere Runden, sonstige Aktivitäten und Familienfeiern die Spieler haben, desto komplizierter wird es. Deshalb die 2 Grundsätze der erfolgreichen Terminfindung: a) Sag rechtzeitig Bescheid („In 3 Wochen kann ich samstags nicht, da hat meine Oma Geburtstag“ ist rechtzeitig, „Was? MORGEN haben wir Termin? Nee, da kann ich nicht!“ ist nicht rechtzeitig.)! Und b): Halte dich dran. Wenn wir einen Termin ausgemacht haben, dann verlassen wir uns drauf, dass du auch da bist, und nicht lieber spontan zu einer Party/ins Kino/ins Freibad gehst. Tun alle anderen ja auch nicht.

10. Feedback ist alles. Da spreche ich sowohl aus meinen wenigen Erfahrungen als SL, wo Feedback natürlich enorm wichtig ist, um herauszufinden, was gut ankam und was nicht, als auch als Spieler. Dinge wie „du hast deinen Charakter heute gut rübergebracht“ oder „boah war das cool, als du dem Ork den Kopf abgeschlagen hast“ sind sehr schön zu hören, Sachen wie „ich glaub, das aktuelle Verhalten deines Charakters könnte dazu führen, dass die Gruppe ihn weiter ausschließt“ oder „wieso hast du denn nicht dieseundjene Fähigkeit eingesetzt?“ sind hilfreich. Und bitte: Wenn ich auf ein „irgendwie war das Verhalten von Charakter X heute seltsam“ mit einem „das hatte schon seinen Grund“ antworte, ist das wirklich eine explizite Einladung, das nächste Mal im Spiel herauszufinden, WIESO Charakter X sich komsisch verhält.

So. Das waren meine Top 10 der Dinge, die ich schon immer mal…und so. Habt ihr noch mehr?

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Das DSA-Jahr 2012

Nachdem wir an Silvester in meiner einen DSA-Runde unsere wunderbare Umfrage durchgeführt haben, kann ich ja hier nochmal ein wenig über die Ergebnisse labern.

Zuvor ein bisschen Zahlenkram:

In der Runde gab es dieses Jahr 42 Spielabende. Davon hat 41 der Herr Mitbewohner gemeistert (ja, Huld und Jubel und überhaupt!) Von diesen Abenden habe ich 36 mitgespielt, dazu kommen noch 11 Spielabende (8 als Spielerin, 3 als SLin) in der anderen Runde, insgesamt also 47. Was tatsächlich weniger sind als 2011. Das dürfte an der langen Pause liegen, die wir im Mai/Juni hatten.

Also, was wurde gespielt?

  • Ruf der Götter (Botenszenario)
  • Der Schwur des letzten Sultans: Die Erben Nebachots
  • Auf dünnem Eis (Botenszenario)
  • Erben des Throns (Botenszenario)
  • Von Wieseln und Wölfen (inoffiziell)
  • An dunklen Tagen (Teil 2) (inoffiziell)
  • Die Heilige (inoffiziell)
  • Vergessene Tiefen
  • Königsmacher: Der Drache im Winter – Die Gefangenen von Naumstein
  • Königsmacher: Der Drache im Winter – Alte Freunde
  • Königsmacher: Der Drache im Winter – Kupfer und Gold
  • Dunkle Gaben (inoffizielles DZ-Abenteuer)
  • Die Feuer des Winters (halboffizielles Abenteuer mit Anleihen aus Rückkehr des Kaisers)
  • Blütenzauber (inoffiziell)
  • Königsmacher: Die Hunde des Krieges – Die Stunde des Todes
  • Das Ende der Nacht (gemeinsames Finale von Ruf der Götter und Die Erben Nebachots)
  • Vergangene Gezeiten (inoffiziell)
  • Der Schatten des Raben (Jenseits des Horizonts-Kampagne)
  • Der Schatten von Okdragosch (Botenszenario)

Bei der Wahl zum besten Abenteuer 2012 waren sich die Spieler und Spielleiter diesmal ziemlich uneins (letztes Jahr gewann Der ewige Tod sehr eindeutig). Es gab 2 Stimmen für Ruf der Götter, 2 für Die Stunde des Todes, eine für Die Gefangene von Naumstein und eine für Alte Freunde. Ich selber hab für Die Stunde des Todes gestimmt, was niemanden meiner Mitspieler überrascht hat. Das ich ein Stadt-und-Detektiv-Abenteuer nicht schon fast aus Prinzip als bestes Abenteuer des Jahres betrachte, wäre ein Wunder 😉 Und dieses war dazu noch wirklich gut.

Das schlechteste Abenteuer war auch sehr weit gestreut. Hier gab es zwei Stimmen für An dunklen Tagen, zwei für Der Schatten von Okdgragosch, eine für Das Ende der Nacht und eine für Auf dünnem Eis. Letztere ist meine gewesen. Das Abenteuer war mir einfach zu reise- und kampflastig und eine Heerfahrt mit 900 Leuten ist halt so NPC-technisch auch irgendwie doof. Trotzdem stammt skurillerweise meine Liebste Szene 2012 aus genau diesem Abenteuer, das war nämlich der Besuch beim Orakel der drei Klageweiber (die, glaube ich, der SL einfach inoffiziell da eingebaut hat).

Beim besten Abenteuer ever hat sich nicht viel getan, immer noch stehen Reise zum Horizont und Jenseits des Lichts ganz oben auf der Liste.

Bei der „symphatischsten Meisterfigur des Jahres“ gab es eine bunte Mischung: Genannt wurden Comto Ravendosa, Teucras di Solstono und Geron Berlinghan aus der Königsmacher, ebenso Vater Orban, der Vorsteher des Vinsalter Borontempels (wieso auch immer der Spieler den jetzt toll fand *g*), außerdem Wonschensch, unser shingwanischer Feuerteufel aus Jenseits zum Horizont. Bei der „unsymphatischsten Meisterfigur“ ist Arkos Shah vertreten, der einigen Spielern doch zu viel Nachsicht mit seinen (ehemaligen) politischen Feinden hat, außerdem Bruder Golgarion aus dem Vinsalter Borontempel und Deredan Karinor, ein al’anfanischer Gesandte (ebenfalls in Vinsalt). Bei der Kategorie „am besten gespielte Meisterfigur“ sind unter anderem Janna, das etwas andere Schiffsmädchen (aus Jenseits des Horizonts) dabei, über die anderen Figuren verliere ich mal keine Worte, damit ich nix spoilere. Ich selber habe als besten NSC Marena gewählt, die ehemalige oronische Hexe, mit der mein Magier jetzt irgendwie zusammen ist *g* Sollte ich mir Sorgen machen, dass ich diese wie letzte Abstimmung immer einen NSC am besten gespielt fand, der mit einem meiner Helden in der Kiste war? Hm… 😉

Was gabs noch? Achja, den „am liebsten gespielten Helden 2012“. Da überraschte ich mich selber und wählte nicht die Schreiberin und auch nicht die Agentin, sondern meinen Magier. Niemals hätte ich letztes Jahr gedacht, dass ich diese Wahl treffen würde, aber in Die Erben Nebachots hatte er einfach ein paar sehr schöne Momente (und inzwischen nennt man ihn wohl auch Corvinus den nicht mehr ganz so Nutzlosen 😉 ). Leider war bei der Kategorie „coolster Held eines anderen Spielers“ dieses Jahr nicht einer meiner Charaktere dabei (ich bin immer noch traurig). Ich hab mich – wie letztes Jahr – für Fadril, den Nandusgeweihten der Jenseits des Horizonts-Runde entschieden. Ich mag ihn einfach. Auch wenn er immer alles an jeden verkaufen will.

Es gab natürlich noch viele weitere Kategorien, aber falls tatsächlich ein Leser bis hierher durchgehalten hat, will ich ihn nicht endgültig zu Tode langeweilen.

Insgesamt war es ein gutes Jahr, wir haben recht viel gespielt, einige Sachen – wie z. B. die JdF-Nebenabenteuerreihe – abgeschlossen, endlich die Königsmacher angefangen und die Planung so gut hinbekommen, dass tatsächlich im ganzen Jahr nur 4 One-Shots gespielt wurden. Die Königsmacher wird sicherlich auch das nächste Jahr wieder sehr viel gespielt werden, hoffentlich dann auch die Jenseits des Horizonts-Runde. In die haben wir jetzt einen neuen Helden aufgenommen, was bisher auch ganz gut läuft.

Meine persönlichen Ziele für dieses Jahr: Meine Agentin in der Königsmacher noch ein bisschen besser gespielt kriegen und den schmalen Grat zwischen „sie weiß, was sie tut“ und „sie ist eine irre Psychopathin“ noch etwas besser herausstellen *muhaha*. Und natürlich weiterhin alles und jeden an die Wand organisieren, so termintechnisch gesehen.

In diesem Sinne, ich wünsche allen Rollenspielern da draußen ein fantastisches Jahr 2013!

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