Monatsarchiv: Februar 2016

Etiketten sind für Dosen, nicht für Helden

88cf9-logo_rspkarnevalIm Monat Februar beschäftigt sich der Karneval der Rollenspielblogs mit dem spannenden Thema „Gesinnung im Rollenspiel“, organisiert von Neue Abenteuer. Nachdem ich bereits mit den Kollegen von Nandurion ein wenig über das Thema disputierte, kommt jetzt doch noch ein eigener Beitrag zum Thema. Je länger ich nämlich über eine feste Gesinnung für Charaktere im regeltechnischen Sinne nachdenke, desto weniger gefällt mir das Konzept, und die Gründe dafür reichen wohl tatsächlich für einen Blogeintrag. So here we go:

Ich habe tatsächlich noch nie ein System bespielt, das mit festen Gesinnungen arbeitet, die als regeltechnischer Teil der Charaktererschaffung fungieren. Vielleicht stelle ich mir das auch schlimmer vor, als es tatsächlich ist, aber mir ist eine Einordnung in irgendwelche festen Gesinnungskategorien irgendwie suspekt. Eine Skala, auf der ein gewisser geistiger oder moralischer Verfall dargestellt werden kann (so wie Menschlichkeit bei Vampire, geistige Gesundheit bei Cthulu oder auch der dämonische Verfall bei DSA, wobei der auch so seine Probleme hat, siehe hier unter Frage 6), gefällt mir noch ganz gut, weil man als Spieler dann einen Anhaltspunkt dafür hat, wie tiefgreifend Veränderungen eines Charakters bereits fortgeschritten sind. Eine Einordnung in eine feste Kategorie hingegen, möglichst noch mit einem festen Katalog an „erlaubten“ Verhaltensmustern, ist für mich zu viel und beschneidet zu viele Möglichkeiten, den Charakter selbst zu gestalten.

Klar, mir erschließt sich der Sinn von Gesinnungskategorien. „Abenteuer für SC ab Stufe 10, Dauer ca. 6 Stunden: Gesinnung: nicht dunkler als chaotic-neutral“ ist eine kurze, knackige Art, die richtigen SC für ein Abenteuer anzufordern. „Abenteuer für SC ab Stufe 10, Dauer: ca 6 Stunden, die SC sollten bereit sein, aus Hilfsbereitschaft oder gegen eine geringe Entlohnung tätig zu werden, dürfen dabei aber gerne auch auf leicht illegale Wege, ihr Ziel zu erreichen, zurückgreifen und sollten grundsätzlich göttergefällig sein“ ist eher ziemlicher Schwurbel und führt vermutlich dazu, dass man von den 6 Stunden erstmal eine damit verbringt, die passenden SC herauszuklamüsern. Also ja, ich kann verstehen, wieso man auf ein festes System zurückgreift.

Aber irgendwie hätte ich wenig Spaß daran, einen Charakter zu spielen, der von Anfang an einen festen Stempel aufgedrückt bekommt und dann den Rest seines Heldenlebens bei dieser Einstellung bleibt. (Leider habe ich keine Ahnung, ob sich z. B. DnD-Gesinnungen auch nachträglich ändern können, vielleicht kann mich da jemand in den Kommentaren erleuchten.) Ich meine, eins der Grundprinzipien von Abenteuern ist doch, dass den SC da ALLES passieren kann. Sie können unermesslich reich werden, ihren besten Freund verlieren, von Dämonen verführt werden, leibhaftigen Göttern begegnen, Drachen erschlagen, ihre Seele verlieren (und wiedergewinnen), die große Liebe finden, Herrscher über einen Landstrich werden, sich einem Gott weihen … das sind so tiefgreifende Veränderungen, dass ich mir schwer vorstellen kann, wie dabei die Gesinnung immer gleich bleibt. Okay, das läuft irgendwie dann wieder auf die Frage hinaus, ob Menschen sich grundlegend ändern können oder nicht.

Wenn ich einen neuen SC erstelle, denke ich in den wenigsten Fällen darüber nach, wo er/sie auf einer irgendwie gearteten Gut-Böse-Skala einzuordnen wäre. Tatsächlich liegt für mich auch ein gewisser Reiz darin, im Laufe der Zeit herauszufinden, wie die Erlebnisse den SC prägen und wo seine/ihre Grenzen liegen. Manchmal war ich schon selbst davon überrascht, welche Entscheidung sich für den Helden richtig anfühlte. Das alles würde mir fehlen, wenn der SC von Anfang an einer „so ist der drauf“-Stempel auf dem Datenbogen hätte. Außerdem liegt dann die Hoheit über die Entscheidungen für meinen SC eben nicht mehr nur bei mir als Spieler, sondern der SL könnte mir sagen „nee, das kannste nicht machen, dein Held ist dafür zu gut/zu böse“. Wie doof wäre das denn, wenn doch gerade der Bruch mit den üblichen Verhaltensweisen das Interessante ist? (Außerdem mag ich es nicht, wenn der/die SL mir in einer Situation konkret vorschreiben will, wie ich jetzt zu reagieren habe. Es sei denn, ich vergesse meine lähmende Angst vor Wasser – aber das kommt so gut wie nie vor, ich kenne meine Charaktere ja doch recht gut.)

Was mir außerdem nicht an dem System gefällt, ist, dass es auch den anderen Spielern schnell offenlegt, mit welchen Leuten ihr Held unterwegs ist. Das mag zwar dafür sorgen, dass man ohne viel Aufwand eine in sich harmonische Truppe zusammenstellen kann, nimmt aber natürlich das Spielerlebnis weg, herauszufinden, dass die nette Heilerin in Wirklichkeit doch eine skrupellose Giftmischerin oder der düstere Krieger im Grunde ein sehr aufrechter, liebenswerter Kerl ist. Generell ist die Frage, ob die anderen Helden genauso weit gehen würden wie man selbst, um ein Ziel zu erreichen, und wie sie zu bestimmten Fragen stehen, etwas für mich sehr Interessantes am Spieltisch, das zudem noch jede Menge Potenzial für Drama und spannende Szenen bietet. Das würde ich wirklich nicht durch ein „Gesinnung der Gruppe: weiß bis hellgrau, basta“ ersetzen wollen.

Natürlich birgt es Konfliktpotenzial, wenn es möglich ist, dass sich sehr unterschiedlich gesinnte Helden auf einmal auf einer gemeinsamen Queste wiederfinden, ohne dass da vorher ein Warnhinweis a la „Achtung, sehr verschiedene Gesinnungen“ auftaucht. Aber ich behaupte mal, dass auch zwei Charaktere mit dem selben Gesinnungslabel richtig in die Haare kriegen können … genauer gesagt, ich behaupte es nicht nur, ich hab es schon mehrfach erlebt. Außerdem muss ein Konflikt zwischen den SC ja auch gar nichts Schlimmes sein, sondern den Spielern Spaß machen. Oder er ruiniert den ganzen Abend – aber das hängt eigentlich immer an den Spielern und ihren Vorlieben und Erwartungen, nicht an dem Ausmaß des Unterschieds zwischen den betroffenen Charakteren.

Letztendlich kann ich zwar grundsätzlich nachvollziehen, wieso man feste Gesinnungskategorien sinnvoll und wünschenswert finden mag, für mich persönlich und meine Art von Rollenspiel finde ich sie eher kontraproduktiv.

[Der Titel des Artikels ist übrigens ein abgewandeltes Zitat aus einer Being Erica-Folge.]

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#12von12 im Februar 2016

Auf Twitter gabs die Bilder schon eher, aber zum Artikel komme ich heute erst. Gestern war ja Samstag, Samstag ist DSA-Tag. 🙂

Diesen Monat fiel der 12. auf meinen freien Freitag, was natürlich super ist, weil ich dann nicht nur im Büro sinnlos meine Kaffeetasse und irgendwelche Schreibtischdinge fotografieren kann.

Aufgewacht bin ich um 9.30 Uhr, was relativ früh ist … aber wo ich nun schon mal wach war, wollte ich mal meine neuen Schuhe testen. Ich hasse ja Schuhe kaufen sehr, hatte letzten Montag aber ne Stunde Zeit zwischen Arbeit und Arzttermin totzuschlagen und war mal im Karstadt, um nach Schuhen zum Spazierengehen zu gucken. Nachdem ich erst in der Sportabteilung wieder die Freuden des Einzelhandels erleben durfte (3 Mitarbeiter, die Ware verräumten und sich unterhielten, während ich völlig rat- und planlos vor Walkingschuhen rumstand, schließlich alle anprobierte – es gab ganze vier Modelle – und feststellte, dass keins davon richtig passt), fand ich dann in der normalen Schuhabteilung diese hier. Bequem, gescheites Profil, und von 70 auf 27 Euro runtergesetzt … da kann ich dann auch damit leben, dass sie teilweise pink sind.

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Also auf in den Park! Nach ungefähr 30-40 Minuten herumlaufen konnte ich das Fazit ziehen: Gute Schuhe gekauft. Waren gleich beim ersten Tragen sehr bequem. Tollerweise hatte mein Kopf, der dumme Arschkeks, beschlossen, meine sportlichen Bemühungen mit Migräne of doom zu honorieren. Nicht nett. Gar nicht nett. Daher dann erstmal Frühstück.

Für mich:

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Und für den dummen Kopf:

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Die Katze, die weder Schuhprobleme noch Migräne kennt, machte derweil wieder das, was sie am besten kann: Flauschig und niedlich sein.

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Die Migräne war dann zu schlimm, um irgendwas zu machen, außer im Bett zu liegen … also zurück ins Bett, Kühlakku, Minzöl und ein bisschen Modern Family auf Netflix geschaut.

Dabei dann ein Bild von den Sachen gemacht, die sonst noch so in meinem Bett rumliegen:

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Nach 2 Stunden ging es mir dann besser. Zeit nochmal das Haus zu verlassen und auf den Wochenmarkt zu gehen.

Auf dem Weg:

2016-02-12 14.18.05Ja, da wohn ich. Hammer, ne?

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Noch mal schnell in den Park und ein bisschen am Ententeich sitzen. Enten beobachten macht nämlich glücklich! Mich zumindest.

Und dann auf den Markt:

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Von den Trauben hier im Bild hab ich welche gekauft, dazu Clementinen für den Mitbewohner, Wirsing und Kalbsschnitzel fürs heutige Sonntagsessen, Oliven und eingelegte getrocknete Tomaten, Rosmarin-Frischkäse-Creme, Lachs und Matjessalat. Dazu noch 2 Falafeln, die ich dann auch gleich zu Hause mit ein paar der anderen Sachen vertilgt hab:

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Ein bisschen am PC gesessen. Ich mag immer noch meinen aktuellen Desktophintergrund:

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Ja, der Schreibtisch ist chaotisch, aber weniger chaotisch als noch vor 2 Wochen. Da hab ich nämlich die ganzen Unterlagen wegsortiert, die da teilweise seit … äh… 2013 herumlagen. Manchmal glaub ich selber nicht, dass ich beruflich was mache, was viel mit Ordnung, Wegsortieren und sowas zu tun hat :p.

Dann hab ich ein bisschen auf dem Sofa rumgelegen und mich bemüht, endlich mal wieder ein bisschen zu lesen:

 

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Ein paar Kapitel hab ich auch geschafft, dann hab ich noch mit meiner Mutter telefoniert und dann kam auch schon der Mitbewohner mit dem traditionellen Freitags-Gyros.

Gegessen, ein bisschen Serien geschaut, dabei Weintrauben und Möhren mit Frischkäsecreme gefuttert, die Katze schlief auf dem Sofa neben uns und war sehr zufrieden. Dann noch einen Nandurion-Artikel geschrieben und verzweifelt nach einem Motiv fürs letzte Foto gesucht. Es wurden dann unsere Plüscheulen. Meet Heather (links) und Hugo (rechts) Featherly.

2016-02-12 23.46.13Und dann wars Mitternacht und ich ging ins Bett.

Die anderen 12von12-Beiträge findet ihr hier.

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Mediengedöhns im Januar 2016

So, neues Jahr, neue Mediendinge, und damit gar nicht erst wieder so viel Rückstand entsteht, gleich mal frisch ans Werk:

Bücher

Ich habe 20 Seiten in meinem aktuellen Buch weitergelesen. Hurra. Irgendwie komm ich damit nicht so wirklich weiter, obwohl ich es gut finde. Hngh. Hab mir jetzt erstmal den grade erschienenen neuen Teil der Iron Druid Chronicles bestellt, das werd ich dann wohl dazwischenschieben, damit ich überhaupt mal wieder ein Buch zu Ende lese.

Filme und Serien

Kein Film … es gibt einfach zu viele gute Serien. Aber seit neulich ist Silver Linings auf Netflix, den will ich mir mal anschauen.

An der Serienfront: Endlich die erste Staffel von The Killing beendet, nachdem ich da zwischendrin monatelang pausiert hatte. (Wozu man so kommt, wenn man 4 Tage mit Migräne daheim liegt…) The Killing ist quasi ein Remake der dänischen Serie „Kommissarin Lund – Das Verbrechen“, wobei ich das Original nicht kenne. Tatsächlich finde ich den Drang, in den USA alle möglichen Serien und Filme einfach mal nachzumachen, eher dämlich, The Killing gefällt mir aber trotzdem sehr gut. Es wirkt auch irgendwie skandinavisch, auch wenn es in Seattle spielt. Vom ganzen Look her ist es auch die am wenigsten glamouröse Krimi-Serie, die ich je gesehen habe, und das finde ich ausgezeichnet. Seattle ist grau und regnerisch, die Kommissarin rennt im Strickpulli rum und trägt kein Make-up (ja ja, keins was man sehen würde, natürlich sind die alle geschminkt im Fernsehen 😉 ), selbst der Bürgermeisterkandidat und seine Berater sehen einfach aus wie normale Menschen und keine Fernsehschönheiten. Finde ich sehr erfrischend und fällt mir beim Gucken immer wieder positiv auf. Die ganze erste Staffel dreht sich nur um einen einzigen Fall, nämlich den der ermordeten Rosie Larsen. Dabei thematisiert die Serie nicht nur die Ermittlungsarbeit der Polizei, sondern auch die Auswirkungen des Todes auf Rosies Familie, außerdem geht es auch um Politik, wobei das alles miteinander verknüpft wird. Die beiden Polizisten sind sehr unterschiedlich – Sarah Linden, die eigentlich mit ihrem Sohn zu ihrem Freund nach L.A. ziehen will und dann doch noch für diesen einen letzten Fall dableibt und von diesem quasi aufgefressen wird, und ihr junger Kollege Stephen Holder, der sehr viel jünger ist, neu bei der Mordkommission, ehemaliger Junkie und optisch auch als Meth-Dealer durchgehen würde. Es geht durchaus auch um die Beziehung zwischen den beiden Kollegen, aber eher immer mal wieder nebenbei. Die Serie erzählt die Ermittlungsarbeit unaufgeregt, ohne unnötige Actionsequenzen und auch immer wieder mit Rückschlägen, ich habe ja keine Ahnung von Polizeiarbeit, aber es wirkt realistischer auf mich als in vielen anderen Serien. Spannend ist es trotzdem, zumal immer wieder neue Details ans Licht kommen, die wieder einen anderen Täter möglich erscheinen lassen. Am Ende von Staffel 1 ist, hm, das ist wohl ein Spoiler (zum Lesen markieren) der Mörder noch nicht gefassst, und die 2. Staffel scheint nun eine noch politischere Dimension anzunehmen und sich noch mehr mit dem Wahlkampf zu befassen. Insgesamt jedenfalls große Empfehlung, die Serie gefällt mir sehr gut.

Auch irgendwo Krimi, aber ganz anders: Die zweite Staffel Elementary. Nachdem ich eine Sherlock Holmes-Serie mit Case of the Week ja erst doof fand, konnte mich die erste Staffel dann doch überzeugen. Als ich dann vorletzte Woche krank war, hab ich auch die zweite zu Ende geschaut, die Serie eignet sich nämlich durchaus als relativ stressfreie Migräne-Bespaßung. Was jetzt nicht negativ gemeint ist, ich schätze durchaus auch Serien, von denen ich mich einfach unterhalten lassen kann, ohne dass man die ganze Zeit 100 %ig aufmerksam sein und jedes Detail erfassen muss. Das macht die Serie auch sehr gut, die Fälle sind immer ganz gut, die Dynamik zwischen Sherlock und Watson auch, und trotz der Case-of-the-Week-Ausrichtung gibt es doch immer wieder Weiterentwicklung der Charaktere und ein bisschen übergreifende Handlung. Im Finale ging es diesmal um Mycroft, Sherlocks Bruder, den ich in dieser Version der Geschichte auch sehr gut getroffen finde. Leider ist Staffel 3 noch nicht auf Netflix, aber ich werd sie dann auf jeden Fall gucken.

Dann war da noch Galavant – schon letztes Jahr begeistert geschaut, dieses Jahr noch begeisterter. Galavant ist ein Fantasy-Musical und zwar eins, das sich in keiner Weise ernst nimmt und daher umso großartiger ist. Galavant ist Monty Python meets Ritter aus Leidenschaft meets ein Joss-Whedon-Musical. What’s not to love? Nachdem ich letztes Jahr den Trailer gesehen hatte, musste ich natürlich die erste Staffel gucken und fand sie auch ziemlich gut. Allerdings war die Story so gegen Ende hin dann doch ziemlich dünn und konfus, was auch die vielen Witze und die Lieder nicht mehr rausreißen konnten. Staffel 2 hingegen macht für mich alles richtig – abgedrehte Charaktere, tolle Musik, unglaublich viele lustige Stellen und witzige Referenzen auf andere Serien und dergleichen, aber dazu auch eine Geschichte, die doch ziemlich gut ist und am Ende alle Handlungsfäden zusammenführt. Und weil ein paar Youtube-Videos mehr sagen als 1000 Worte: Trailer zu Staffel 1, Opening Song für Season 2, Finally (aus 2.08 – die beste Mittelalter-Grease-Adaption mit tanzenden Zombies, die ihr je gesehen habt, isch schwör!). Und jetzt guckt das. Los!

Sonst noch geschaut: Die ersten 4 Folgen von The Man in the High Castle. Dann abgebrochen, weil leider Schwachsinn. Eigentlich klang die Serie, als wäre sie genau mein Ding, aber die spannende Grundprämisse ist so derartig grottig umgesetzt, dass es echt nicht zu ertragen war. Komplett unmotiviert handelnde Charaktere, die mich null interessiert haben, und eine Story mit so vielen Plotlöchern und Unsinnigkeiten, dass man sich fragt, wie das bei der aufwändigen Produktion überhaupt durchgehen kann, dazu ein quasi nicht vorhandener Spannungsbogen, der nach dem Prinzip „50 Minuten Langeweile und dann ein Cliffhanger“ zu funktionieren versucht … neeeee. Auch das Setting wirkt teilweise undurchdacht, denn während die japanischen Besatzer immerhin noch verschiedene Ämter und Funktionen haben, gibts bei den Deutschen nur „die Nazis“. Okay, es gibt die SS, die wird öfter erwähnt (und scheint irgendwie in den USA auch ALLES zu machen, seltsamerweise), aber wie diese ganze Besatzung da funktioniert, wer da eigentlich der Chef ist, was aus den ganzen anderen Organisationen geworden ist – man weiß es nicht. Es sind Nazis, sie gucken böse, sie tragen Hakenkreuze, das passt schon. Als dann in Folge 3 auch noch dieser vollkommen überzeichnete Kopfgeldjäger auftauchte, der anscheinend aus einem Tarantino-Film entlaufen ist und mal so null zum Rest der Story passte, war Schluss. Folge 4 hab ich noch geschaut, falls Folge 3 nur ein Ausrutscher gewesen sein sollte … aber nee. Blieb so. Uargh. Meine Motivation, mir weitere Amazon Prime-Eigenproduktionen anzuchauen, ist jetzt jedenfalls sehr gesunken.

Spiele

Immer noch Fallout 4, immer noch weit davon entfernt, nach 80 Stunden Spielzeit das Mainquest nennenswert vorangebracht zu haben. Aber in Santuary haben schon 5 Häuser wieder Strom!

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Elfer-Stöckchen

Julie hat mir ein Stöckchen zugeworfen! Und zwar das mit den 11 Fragen, die man beantwortet und sich dann wiederum selbst 11 Fragen ausdenkt. Gabs hier irgendwann schonmal, aber Fragen sind immer gut! Also danke an Julie – und los gehts:

1. Wenn du die Wahl zwischen “am Meer” oder “in den Bergen leben” hättest, was wäre es?

Am Meer, gar keine Frage. Am Meer könnte ich immer sein und ich finds auch gut, dass ich von meinem Wohnort aus innerhalb von ner Stunde an der Oststee sein kann, wenn ich will. Tatsächlich wäre eine Wohnung mit Blick aufs Meer irgendwann mal eine Option, falls ich nicht mehr in Hamburg leben wollen würde. Aber eigentlich wohne ich schon sehr gerne hier und die Elbe ist am Hafen ja fast schon wie Meer.

2. Wären wir als Menschheit bereits im All unterwegs (à la Star Trek), hättest du einen anderen Beruf(swunsch) als jetzt?

Öh. Keine Ahnung. Kommt drauf an, welche Berufe es denn dann gäbe, die es jetzt nicht gibt und welche schon wegen irgendwelcher Technik überflüssig wären. Vermutlich wäre mein jetziger Job schon abgeschafft, weil alles über Spracherkennungsprogramme und irgendwelche andere Technik läuft. Hm. Selbst mit dem Raumschiff irgendwo herumfliegen würde ich glaube ich eher nicht wollen. Aber ich würde vielleicht gerne in irgendeiner Botschaft arbeiten und mit Aliens kommunizieren. „Botschafter Nr’SG’Rfrtt, Ihr Rückenkamm sieht heute aber besonders prächtig aus.“ Ja, doch. Das wäre nett.

3. Welches Buch oder Film hat dich am meisten beeindruckt und geprägt?

Da kann ich natürlich nur „Der Herr der Ringe“ sagen, denn ohne das Buch und die Filme würde ich dieses Stöckchen gar nicht beantworten, weil ich Julie nicht kennen würde. Vermutlich würde ich in Berlin statt in Hamburg wohnen, oder ganz woanders. Ich würde keinen meiner Freunde kennen und wer weiß, was aus mir so geworden wäre, wenn, ja wenn ich mich nicht vor nunmehr 16 Jahren, vollkommen begeistert vom Herrn der Ringe und der FotR-Verfilmung, auf der Suche nach Gleichgesinnten im Herr-der-Ringe-Film-Forum angemeldet hätte.

4. Welchen Menschen würdest du gern mal auf ein langes Abendessen mit stundenlangen Gesprächen einladen?

Am ehesten einen Schriftsteller, dessen Bücher ich toll finde, um dann stundenlang über selbige und übers Schreiben zu reden. Neil Gaiman zum Beispiel. Oder Kevin Hearne, dem folge ich auf Twitter und er scheint ein lustiger Geselle zu sein. Oder natürlich GGR Martin, den würde ich dann mit ganz viel Alkohol abfüllen und hoffen, dass er mir verrät, wie seine Buchreihe ausgeht *g*.

5. Lieber freier Sommernachmittag mit perfekter, warmer Temperatur, Hängematte und allem drum und dran oder freier Winternachmittag mit Couch, heißem Lieblingsgetränk und dicker Kuscheldecke?

Schwer. Bis letztes Jahr hätte ich noch Winter gesagt, aber letztes Jahr habe ich mich dann im Sommer doch mit warmen Temperaturen angefreundet, die nicht mehr so schlimm sind, wenn man dabei im Park liegen und lesen kann. Und wenn man im Sommer frei hat, kann man wenigstens so oft duschen und so viel Eis essen wie man will. Also: Sommernachmittag.

6. Welches dir bislang unbekannte Land möchtest du unbedingt besuchen?

Uh, da gibt es viele. Ich möchte schon irgendwann mal gerne in die USA, auch wenn mich da die Einreisegeschichten abschrecken, oder nach Australien, wobei mich ja der lange Flug abhält. Ich will unbedingt mal nach Island und generell noch öfter nach Norden, auch gerne nach Spitzbergen und ans Nordkap (aber das zählt nicht, weil ich in Norwegen schon war). Und seit ich diesen Reisebericht von Andreas Moser gelesen habe, möchte ich auch mal nach Israel.

7. Was wolltest du schon immer mal machen, aber es fehlte dir an Zeit/Gelegenheit/Möglichkeit dazu?

Eine Schiffsreise, da fehlt mir das Geld zu. Dabei gibt es da so tolle Sachen. Mit dem Hurtigruten-Schiff die norwegische Küste hoch, Donaukreuzfahrt von Wien über Budapest und Belgrad ans Schwarze Meer … inzwischen kann man sogar mit dem Schiff durch den Nordatlantik gen Nordpol fahren. Find ich alles großartig, ist aber alles wirklich teuer. Ansonsten würde ich gerne einen Roman schreiben, dazu fehlen mir Zeit und Motivation. Nicht in dem Maße, dass es unmöglich wäre, aber es ist bis jetzt noch nicht gelungen.

8. Wenn du nicht mehr arbeiten müsstest, um genug Geld auf dem Konto zu haben, würdest du trotzdem weiter arbeiten gehen? In deinem jetzigen Beruf oder etwas anderes? Wie würde dein Alltag aussehen?

Ich glaube, die Frage habe ich schonmal gestellt oder gar beantwortet. Jedenfalls: Wenn ich genug Geld hätte, würde ich meinen Job lieber gestern als heute hinwerfen. Und dann mal gucken. Mehr schreiben, mich vielleicht irgendwo engagieren, und ansonsten mehr schlafen, mehr bewegen, ganz viel wilde, aufwändige Sachen kochen/backen, eine Rollenspielzweit- und drittgruppe gründen – mir fällt genug ein.

9. Der perfekte Haustiername?

Der muss immer zum Haustier passen. Und darf gerne lustig sein. Ich finde es großartig, seine Katze Schrödinger zu nennen und lache immer noch über die Erzählung von den 4 Katzen, die Jack, Daniels, Tenessee und Whiskey hießen.

10. In welcher Fantasywelt würdest du gern leben, wenn du dich dauerhaft für eine entscheiden müsstest?

Urks. Vermutlich in der von Harry Potter, da gibts wenigstens schon Strom, fließend Wasser, Duschen und Käsetoast. Und wenn ich zaubern könnte, müsste ich nie wieder aufstehen, wenn die Fernbedienung mal wieder zu weit weg liegt.

11. Welches ist das Alter, in dem du am liebsten warst oder auf das du dich am meisten freust?

An sich freue ich mich drauf, irgendwann Rentnerin zu sein und nicht mehr arbeiten zu müssen, aber wer weiß, welche gesundheitlichen Probleme sich bis dahin ergeben haben oder ob ich dann überhaupt noch lebe. Zurück würde ich nicht wollen, mit 20 hatte ich zwar ein relativ turbulentes Leben und hab viel erlebt, war dabei aber wirklich nicht glücklich. Passt also schon alles so, wie es jetzt ist.

Vielen Dank an Julie für die schönen Fragen! Nun muss ich selber welche ausdenken … also denn:

  1. Welches Essen verbindest du mit Kindheitserinnerungen und magst du es auch heute noch?
  2. Hattest du als Teenager jemals Star-Poster in deinem Zimmer hängen und wenn ja, von wem?
  3. Was ist aktuell dein liebstes Ding, was bei dir zu Hause an der Wand hängt? (Gerne mit Foto 😉 )
  4. Was war das letzte Mediendings (Buch, Serie, Spiel…), was du abgebrochen hast und warum?
  5. Welche übernatürliche Fähigkeit würdest du gerne beherrschen?
  6. Wie oft denkst du außerhalb des eigentlichen Spiels an deine RPG-Charaktere? (Für Nichtrollenspieler: Wie oft denkst du an fiktive Charaktere, z. B. aus Büchern?)
  7. Was war die letzte Sache, die dich richtig aufgeregt hat?
  8. Wofür würdest du gerne in 200 Jahren noch bekannt/berühmt sein?
  9. Lieber fliegen können oder lieber unter Wasser atmen?
  10. Gibt es irgendeine Eigenschaft, Fähigkeit oder Macke, die du 1 zu 1 von einem deiner Elternteile übernommen/geerbt hast?
  11. Wo, wie und mit wem würdest du wohnen wollen, wenn Geld keine Rolle spielen würde?

Diese Fragen darf sich natürlich klauen, wer möchte, ich nominiere zur Beantwortung mal Judith, Guddy, Susepedia, Ben, Josefina und Marina.

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