Monatsarchiv: Dezember 2018

Mediengedöhns im … äh … Herbst, Teil 2

Und weiter geht es mit dem Mediengedöhns im Herbst, bevor ich hier endgültig den Anschluss verliere.

Ich habe beschlossen, dass ich eine neue Kategorie namens „Gehört“ einführe und da kurz auf die Podcasts eingehe, die ich höre. Nicht auf alle, die ich ohnehin regelmäßig höre, aber auf Neuentdeckungen und besondere Empfehlungen und so.

Gehört

Actual Play höre ich ja fast ausschließlich beim OneShot-Network, das mich auch nachhaltig für viele anderen APs verdorben hat, weil die halt schon immer echt gut sind. Macht aber nix, es ist da eh mehr Content da, als ich überhaupt weghören kann. Ein paar Highlights der letzten Wochen (ich verlinke jeweils die erste Folge):

Noir World – hier handelt es sich um ein spielleiterloses PbtA-System, in dem man mehr oder weniger einen Noir-Film erschafft. Jim McClure spielt einen unfassbar tollen Bösewicht und auch sonst ist das alles sehr gelungen. Das System würde ich auch gerne mal ausprobieren.

Kids on Bikes – meiner Meinung nach eins der besten Actual Plays, das Oneshot bisher gemacht hat. Das System klingt so cool, dass ich es heute bestellt habe, die Spieler waren alle total klasse und dass mit Patrick Rothfuss ein Bestsellerautor als Gastspieler dabei war, schlägt sich in einigen wirklich tollen Ideen nieder. Außerdem gibt es Musikuntermalung, die Story ist richtig cool und eine unglaublich tolle Romanze war auch noch dabei. Sehr große Empfehlung.

Eher so mittelgroße Empfehlung, da schon im Intro gesagt wird, dass sie das System wohl mehrfach spielen müssten, um es richtig gut hinzukriegen: Swords without master. ABER ich empfehle total die ersten 15-20 Minuten, in denen die Charaktere erschaffen werden. Bei dem System nimmt man nämlich, was ich extrem cool finde, ein Bild oder ein Objekt und baut daraus einen Sword-and-Sorcery-Charakter. Und was da z. B. Stephen Kropa aus „ein Bild von Bryan Fuller mit einem Fuchs um den Hals“ macht, ist einfach hammergut. Aber auch die anderen Charaktere sind super.

Außerdem ist im Oktober ja die neue Kampagne auf OneShot gestartet. Die Star Wars-Kampagne ist ja leider, leider vorbei, ich bin immer noch sehr traurig drüber und spare mir die letzten Folgen noch auf, weil ich mich nicht von den Charakteren verabschieden will. Die neue Kampagne ist aber bisher auch schon ganz, ganz toll. Campaign: Skyjacks spielt in einer selbst erschaffenen Welt und benutzt die Genesys-Regeln, erweitert um eine Art Sooth Deck-Mechanismus, der auf den Illimat-Karten basiert. Die Charaktere und die Spieler sind toll, außerdem hat die Kampagne einen eigens komponierten Soundtrack. Sehr, sehr cool bisher. Und: Man kann jetzt am Anfang einsteigen und hat nicht den „Klingt toll, aber SCHON 65 EPISODEN?“-Effekt.

Und, das ist das einzig Gute am Ende der StarWars-Kampagne, die ehemalige Spielleiterin hat jetzt auch ein neues Actual Play in Kampagnenform: Den Autonomic Podcast. Der ist family friendly, also auch für Kinder zu verstehen (so sie Englisch sprechen natürlich), ohne Gefluche und so, und bisher auch sehr toll. Die Charaktere sind alles 12-Jährige, die als „Nomics“ auserwählt werden und dadurch Superkräfte bekommen. Allerdings läuft dabei nicht alles so, wie sie es erhofft hatten. Das Setting ist angelehnt an südamerikanische Mythen, die „Kinder mit Superkräften“-Geschichte erinnert mich bisher an eine Mischung aus Avatar und Harry Potter. Auch hier eine große Empfehlung.

Und dann noch zwei neue Podcasts, die es auf meine App geschafft haben:

Asians Represent ist ein Rollenspiel-Diskussionspodcast, der sich viel mit der Repräsentation asiatischer Stereotype in der Rollenspielszene beschäftigt, außerdem in jeder Folge eine*n asiatische*n Designer*in, Veranstalter*in oder ähnliches vorstellt. Teilweise sind die Folgen sehr lang und meinethalben könnten die gerne mehr rausschneiden (gerade bei den Interviews), letztendlich sind es aber trotzdem sehr hörenswerte Episoden. Besonders empfehlenswert sind die ersten 45 Minuten von Folge 3, in denen es um „Lernen durch RPG“ und Safety Tools geht.

Und, tatsächlich ohne jeden RPG-Content: Vocal About it ist ein Podcast von zwei Women of Colour, die darüber reden, wie das alltägliche Leben für sie ist und welchen Herausforderungen sie sich stellen müssen, wenn sie einfach abends mit Freundinnen ausgehen. Oder in den Urlaub fahren. Oder, you know, existieren. Sehr cooles Projekt von zwei sehr sympathischen Frauen.

Gespielt

Ja, huch, gespielt, gespielt habe ich viel. War ja auch eine lange Zeit, die ich jetzt nicht gebloggt habe, und da lag auch die 3W6-Con drin, die natürlich gleich vier Spielrunden auf einmal mit sich brachte.

In der DSA-Runde spielen wir gerade weiterhin die Lamea-Kampagne und sind aktuell in der Narkramar unterwegs, die mit zu den faszinierenden Settings gehört, die der Westkontintent so zu bieten hat. Ich bin sehr begeistert davon. Ansonsten waren wir ja wieder mit der Oldschool-Runde eine Woche in Dänemark und haben da eine neue Kampagne angefangen mit einer Zwergen-Themengruppe. Das war wirklich großartig. Ich konnte endlich eine brillantzwergische Schwertgesellin bauen, was ich schon ewig vorhatte. Und die Gruppe war dann echt cool und so aus kompletter Zwergenperspektive sieht die Welt doch anders aus und man hat ganz andere Möglichkeiten, wenn halt alle im Dunkeln gut sehen können und alle durch den Zwergenstollen passen. Es gab einige wirklich lustige Momente – wir haben im Schwerpunkt Brillantzwerge gespielt (mit einigen Gästen aus anderen Völkern) und mit dem Untergang von Lorgolosch angefangen. Danach landete die Gruppe zusammen mit dem Rest der Zwerge in der Nähe vom Schlund und es war ziemlich witzig, wie sie völlig verschreckt durch dieses Draußen mit dem Himmel und den Bäumen und so laufen mussten, stets in Furcht vor eventuell auftauchenden Drachen. Außerdem mussten sie eine reißenden Strom (aka einen 2 m breiten Bach…) durchqueren! Und am Ende gab es noch einen schönen Plot um ein paar entführte Zwerge, die wir aus einer Ogerhöhle mit 2 Ogern befreien mussten. Es geschah, was eigentlich nie geschieht – ich machte einen Plan und alle hielten sich dran und er funktionierte. Unglaublich! Jedenfalls war es seine sehr schöne Runde und ich hoffe, dass der Plan, diese jährlich weiterzuspielen und eine Kampagne um die Suche der Brillantzwerge nach einer neuen Heimat zu erleben, aufgeht.

In meiner City of Mist-Runde ging es auch weiter. Es freut mich immer noch total, dass ich es geschafft habe, nach ewigen Jahren mal etwas anderes als DSA regelmäßig zu spielen. Inzwischen haben wir unseren ersten Fall mehr oder weniger gut abgeschlossen (wenn alle NSC tot sind, ist der Fall auch vorbei … wir haben uns schon überlegt, als Crew Theme „Leichen pflastern unseren Weg“ zu nehmen). Mittlerweile habe ich auch einmal geleitet, das war allerdings eher der Auftakt zu einem Fall als ein richtiger Fall und ich hatte auch nicht viel vorbereitet, es war aber trotzdem ein sehr lustiger Abend. Mal sehen, ob die Runde Lust hat, das weiterzuspielen. Aktuell spielen wir jedenfalls erstmal ein Weihnachtsspecial, und das war bisher sehr großartig. Der beste Mitbewohner von allen hat uns nicht nur als Eröffnung des Szenarios alle geWHAMT, sondern es gab auch durchgegangene Karussellpferde und einen toten Stripper im Santa-Outfit. Mal sehen, wie es damit weitergeht. Das System ist jedenfalls nicht immer einfach und manchmal auch etwas viel „wie war das noch gleich“-nachschlagelastig, aber es macht bisher Spaß.

Kommen wir zur 3W6-Con:

Dort habe ich eine Runde Kagematsu geleitet. Ich denke, es lief ganz gut, allerdings habe ich nicht viel Erinnerung daran. Migräne des Todes und so. Aber der Aufbau des Dorfes mit kleiner Karte war sehr cool und ich lache immer noch über „ich serviere ihm Natto. Das schmeckt wie Kotze“. SO ROMANTIC!

Auf der Con habe ich auch zum ersten Mal Ten Candles gespielt. Tatsächlich habe ich das inzwischen sogar schon geleitet (und dabei gnadenlos alle guten Ideen aus der Runde von der Con geklaut) und ich muss sagen, das System hat einfach was. Einige Regelaspekte finde ich nicht sooo gut, z. B., dass man beim Verbrennen seines Hoffnungsmoments nicht automatisch einen Erfolg hat (das habe ich dann so gehausregelt). Generell ist das ein System, dass man glaube ich mehrfach spielen muss, in der ersten Runde waren wir als Spieler viel zu zögerlich, unsere Charakteraspekte einzusetzen, und genauso ging es meinen Spielern in der Runde mit mir als SLin auch. Auch das Wahrheiten etablieren könnte noch sehr viel runder laufen, wenn man erstmal das Prinzip dahinter verstanden hat. Und im Buch sind außerdem noch sehr viele tolle Szenario-Ideen. Ich möchte das wieder spielen.

Dritte Spielrunde von der 3W6-Con: Esprit Nouveau. Das kennt ihr jetzt bestimmt nicht, was kein Wunder ist, denn es ist ein noch in der Betatest-Phase befindliches PbtA von Harald vom 3W6-Podcast. Deswegen weiß ich auch gar nicht, wie viel ich dazu erzählen darf und beschränke mich auf: Es war sehr cool, es hat einen sehr coolen Fokus auf die Faszination des Übernatürlichen auf der einen und die Kraft von menschlichen Beziehungen auf der anderen Seite, das Design der Playbooks ist wunderschö, es kam eine tolle Story bei raus und ich möchte das auch gerne noch mal spielen. Und für Neuigkeiten zum Spiel könnt ihr ja dem Twitter-Account (Link führt zu Twitter, was dann eventuell Daten sammelt und so, ne, is klar) folgen.

Und die letzte Runde der Con: Monsterhearts! Auch PbtA, man spielt Teenager, die gleichzeitig Monster sind und es geht sehr viel um Selbstfindung und Romantik und Sexualität und Queerness und überhaupt. Die Kurzbeschreibungen der Playbooks sind fantastisch geschrieben, und dass das Spiel damit losgeht, dass man erstmal einen Klassensitzplan aufstellt, ist einfach genial und bring einen sofort in Teenager-Intrigen-Drama-Laune. Unsere Story war dann erstaunlich „zahm“, was so Sex und so anging, aber das lag wohl auch daran, dass der Spieler, der den von allen angeschmachteten Feenprinzen spielte, vorzeitig weg musste. Aber am Ende waren alle Geheimnise gelüftet und meine Werwölfin hat mit dem Geist geknutscht. Oder wie der eher entschwundene Mitspieler so schön zusammenfasste: I kissed a ghost and I liked it! Also auch hier: Möchte das nochmal spielen!

Dann haben wir ja Halloween eine Runde mit 2 gruseligen Abenteuern gehabt, und das eine war Ten Candles, das andere war Geh nicht in den Winterwald. Das war auch total klasse, sehr regelleichtes System und wirklich geeignet, um zur Not auch am Lagerfeuer zu spielen. Durch die Vorgabe, vom eigenen Charakter in der dritten Person und im Präteritum zu sprechen, entsteht eine ganze eigene Stimmung. Sehr schönes Ding, und durch die vorgegebenen Abenteuer auch glaube ich sehr gut für Einsteiger geeignet.

Ansonsten gab es noch einen Abend Star Wars mit FATE-Regeln, seit Langem mal wieder, und natürlich wieder mit den Vögten über Hangout. Da … kommt noch mal was zu. Demnächst. Hoffe ich.

Als die DSA-Runde neulich ausfiel, haben wir auch nochmal einen Abend Edge of the Empire gespielt, das war auch wieder ziemlich gut. Ich mag das System einfach.

Geleitet habe ich noch ein kurzes Hollow Earth Expedition-Abenteuer, so quasi als Systemvorstellung. Das wird dann nochmal wiederholt, weil der Spieler, der es sich gewünscht hatte, wegen krankem Kind gar nicht konnte. Jedenfalls bin ich wieder in ein Rechercheloch gefallen und möchte jetzt sehr dringend einen Roman im Buenos Aires der frühen 30er schreiben.

In Dänemark haben wir noch The Sprawl gespielt und das war sehr toll, weil zwei Leute aus der Runde riesige Cyberpunk-Fans sind, aber vom Umfang des Shadowrun-Regelwerks doch abgeschreckt waren, auch wenn sie es vor Jahren mal gespielt hatten. Das Interesse am Sprawl war dann also recht groß und auch das System und die Welterschaffung und so kamen glaube ich auch gut an. Zum ersten Mal haben wir mehr als einen Abend gespielt und es war echt cool, auch mal die Zwischen-den-Missionen-Moves auszuprobieren. Ich glaube, ich bin sehr froh, dem System nach dem nicht so überzeugenden ersten Abend letztes Jahr noch eine Chance gegeben zu haben. Bisher haben die Runden alle viel Spaß gemacht.

Und zuletzt hatte ich neulich in einer Woche gleich zwei Online-Spieltermine. Das war etwas stressig, aber es haben sich beide Termine gelohnt.

Einmal haben wir Migrant Stories gespielt, ein PbtA-Game, was mehr oder weniger in einer Betaversion online frei verfügbar ist und dass das Leben von Migranten thematisiert. Die Regeln sind hierbei so designt, dass man – ähnlich wie bei Bluebeard’s Bride – sehr eingeschränkte Handlungsmöglichkeiten hat und so die Beschränkungen und Vorurteile wahrnimmt, die Einwanderer täglich erleben. Unsere Session ist dann ziemlich schnell eskaliert und in Gewalt und Polizeieinsatz ausgeartet, was auch sehr interessant war, zumal man die Situation eben nicht durch ein ruhiges Erklären der Umstände auflösen kann. Trotzdem würde ich das gerne noch mal spielen und auch mal das tägliche Leben und Geldverdienen etwas länger ausspielen. Und ich würde es gerne mal in einen komplett fiktionalen Kontext setzen, das stelle ich mir auch spannend vor. Migrant Stories findet ihr, wie gesagt, kostenlos hier zum Download.

Und zum Schluss: #Feminism. Das ist eine Anthologie mit Nano-Games zu unterschiedlichsten feministischen Themen. Wir haben Tropes vs. Women gespielt, das klappte irgendwie nicht so richtig gut. Man spielt die selbe Szene zweimal, einmal möglichst realistisch, einmal möglichst überladen mit Klischees. Aber irgendwie … kam da nicht so richtig was bei rum. Auch wenn es lustig war, einen männermordenden Sex-Alien-Hybriden IN KLISCHEEHAFT zu spielen.

Umso besser war dafür allerings So Mom, I Made This Sextape. Toll war die Idee, es als Online-Larp zu spielen, also nicht am PC zu sitzen und zu tun, als säße man um einen Tisch, sondern am PC zu sitzen und zu tun, als wäre man sein Charakter, der mit den anderen Charakteren in einem Hangout ist. (Danke für die coole Idee und die Anleitung, Gerrit!) Das Spiel selber hat mich sehr beeindruckt und emotional sehr mitgenommen, vor allem für die Spieldauer von weniger als 30 Minuten. Der Zwiespalt zwischen erbitterter Diskussion und dennoch liebevollem, respektvollem Umgang miteinander ist einfach extrem gut gelungen. Ich könnte mir das Spiel auch mit einem anderen Thema als Sex und Pornos vorstellen. Das war jedenfalls eine wirklich gelungene Session, die mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

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Besinnen Sie sich jetzt!

Adventszeit. Besinnlich sitzt man in der geschmückten Wohnung, schreibt Weihnachtskarten, isst selbstgebackene Kekse, trinkt Kakao und wartet auf die Weihnachtstage. Freut sich auf den Moment, an dem man die Geschenke einpacken und dann dabei zuschauen kann, wie sie von den Beschenkten freudig ausgepackt werden. Kerzen brennen. Feuer prasselt. Leise Weihnachtslieder laufen im Hintergrund und draußen fällt der erste Schnee und

JA, SO LÄUFT DAS BEI EUCH AUCH NICHT, RICHTIG???

Argh. Diese Winter-Advents-Dezemberzeit, sie macht mich jedes Jahr mehr fertig. Und das liegt weder daran, dass meine Familie irgendwie anstrengend wäre, noch dass ich mich im totalen Weihnachtsgeschenkekonsumtaumel verlieren würde noch daran, dass ich mich durch volle Innenstädte oder über Weihnachtsmärkte bewege. Genau genommen liegt das einfach daran, dass Weihnachten nicht im Juli stattfindet.

Es ist nämlich so, dass ich ab Mitte November einfach nicht mehr mag. Vielleicht ist es die Scheißwinterzeit, bei der es immer dunkel ist, wenn man frei hat, vielleicht ist es die Kälte, vielleicht reicht meine Energie einfach nur für 45 Wochen im Jahr, ich kann es auch nicht sagen. Jedenfalls stellt sich zuverlässig zum 15.11. bei mir der Wunsch ein, in meiner Freizeit ausschließlich im Bett zu liegen, alte Serienfolgen auf Netflix zu gucken, sehr viel zu essen und ansonsten gar nix zu tun. Schon gar nix, was mit Planung, Terminen, anderen Menschen und so zu tun hat. Das beißt sich leider arg mit der Realität, denn wenn man sich „noch dieses Jahr“ treffen will, dann wirds Anfang Dezember natürlich Zeit. Achja, Weihnachtsfeiern waren da ja auch noch, und da bin ich noch in der glücklichen Lage, dass es nur eine sehr entspannte vom Büro gibt und nicht noch 700 andere von irgendwelchen Vereinen, wo ich Mitglied bin. Oder gar irgendwelche Weihnachtsbasarbastelverkaufsonstwasaktionen, die Leuten dräuen, die Kinder haben.

Ich habe also vielleicht 5-6 Termine in dieser Zeit, und alle davon stressen mich unendlich. Wenn ich mich dann aufgerafft hab, zum Treffen aufzuschlagen, den Besuch reinzulassen oder mich im Online-Hangout einzufinden, ist sogar alles gut. Aber vorher! Die Aussicht darauf, nicht BettNetflixSchokolade als Abendgestaltung zu haben, macht mich fertig.

Eigentlich hätte ich auch ganz gerne die Wohnung dekoriert. Allein, die Deko ist in irgendeinem Karton, der Karton ist im Keller, und im Keller läuft man gegen eine Wand aus 50 Umzugskartons, durch die man sich erstmal graben müsste. Und überhaupt müsste man dazu erstmal die Wohnung verlassen. Uäh.

Kekse backen! Kekse backen war auch sowas. In jeder anderen Zeit des Jahres würde ich freudig Rezepte raussuchen, eine schicke Liste mit Zutaten schreiben, einen organisierten Großeinkauf machen und mich dann, zack, ein paar Stunden in die Küche stellen, und Kekse produzieren. Im Dezember sieht das so aus:

Schritt 1: Der Mitbewohner findet, wir könnten mal Kekse backen, wenn seine Familie uns besuchen kommt. Ich halte das grundsätzlich für gut.

Schritt 2: Mir fällt ein, dass Freitag ist, Samstag ist Rollenspiel, Sonntag kommt die Familie, HEUTE müsste man also mal einkaufen. Leider habe ich gar keine Energie für gar nichts. Ich google hektisch „schnelle Plätzchenrezepte“ und finde alle davon doof.

Schritt 3: Da ich eh einkaufen muss, am selben Abend ist nämlich auch Besuch angekündigt, dem ich Gulasch versprochen habe, gehe ich beim Supermarkt vorbei. Ich kaufe einen BERG ZUTATEN, von denen ich denke, dass sie womöglich in Weihnachtskeksen gut kämen.

Schritt 4: 50 Meter vor der Wohnungstür fällt mir ein, dass ich die Butter vergessen habe und wir keine mehr haben. Hasse und verfluche mich selbst.

Schritt 5: Kaufe 3 Stück Butter für 2,50 das Stück beim türkischen Kiosk nebenan, der vermutlich genau für solche Deppen für mich welche vorrätig hat.

Schritt 6: Werfe den Zutatenberg in die Küche. Mache erstmal Gulasch, putze die Wohnung, stelle fest, dass der Tag damit dann auch um ist.

Schritt 7: Bekomme vom Schleppen des Zutatenberges erst Rückenschmerzen und dann Migräne des Todes.

Schritt 8: Kann vor Schmerzen kaum mit dem Freitagsbesuch reden, gehe frühzeitig ins Bett. Wache Samstag mit genausoviel Migräne auf. Rollenspiel wird zu uns in die Wohnung verlegt, damit ich nicht fahren muss. Der beste Mitbewohner von allen backt derweil zumindest ein paar Kekse. Die Zutaten hat er wegen Absprache-Fail selber gekauft.

Schritt 9: Die Kekse misslingen ein wenig wegen Rezept-nicht-richtig-gelesen, sind aber lecker. Der Teig für die anderen Kekse muss bis zum nächsten Tag warten.

Schritt 10: Ich habe keine Erinnerung an den Rollenspielabend, den ich mit Schmerzen of doom auf dem Sessel verbringe, bis ich um 22 Uhr kapituliere und ins Bett gehe. Übrig bleibt ein Haufen Süßkram und Chips vom Rollenspiel.

Schritt 11: Der Besuch der Mitbewohnerfamilie muss abgesagt werden, weil ich – Überraschung – auch am Sonntag noch komplett flach liege. Stattdessen fährt er zur Familie hin und kommt mit noch mehr Süßkram nach Hause. Vorher werden die misslungenen Kekse nochmal neu gebacken, womit wir jetzt 2 Teller voll davon haben.

Schritt 12: Der noch schnell fertig gemachte Keksteig Nr. 2 verbrennt im Ofen, während wir völlig kaputt die EINE Serienfolge schauen, zu der wir am ganzen Wochenende gekommen sind.

Schritt 13: Es ist Montag. Zu Hause liegen Süßwaren, mit denen man eine Kleinfamilie bis Weihnachten versorgen könnte. Ich stehe im Rewe und kaufe für 15 Euro Käse, um all das Süß zu kompensieren.

Ja.

So war das.

Ansonsten kaufe ich ja schon am liebsten alles im Internetz, damit ich nicht in diese fürchterliche Welt da draußen muss. Trotzdem stand ich neulich in der Buchhandlung und wog Bücher in der Hand, denn meine Schwester hatte mich mit Geschenk-Aussuchen für Omma betraut. „Bitte 2 Taschenbücher, aber sie müssen wenig wiegen, damit sie ihr beim Lesen nicht immer aus der Hand fallen“. Inhalt hingegen egal. Ich wog also Bücher ab und versuchte trotzdem noch welche zu finden, die nicht völlig bekloppt klangen.

Dann ging ich übern Weihnachtsmarkt und aß für SECHS EURO FUFFZIG einen Crepe.

Da war mir dann ganz besinnlich.

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Mediengedöhns im … äh … Herbst, Teil 1

Gnarf gnarf. Das Blog liegt mal wieder brach ohnegleichen. Deshalb jetzt endlich mal ein Versuch, diesen Artikel hier in die Welt zu werfen, ich teile einfach mal auf und mache hier jetzt Bücher und Filme/Serien und dann einen weiteren Artikel mit gespielten Spielen und gehörten Podcasts, so.

Also. Medien von September bis … jetzt so.

Gelesen

An Büchern habe ich nur Roma Nova gelesen, und das habe ich ja neulich schon ausführlichst besprochen.

Ansonsten war ich leider wieder sehr lesefaul, was Bücher angeht. Ich hoffe, das ändert sich vielleicht doch noch, jetzt, wo ich diverse gemütliche Sitzgelegenheiten im neuen Wohnzimmer habe. Aber bisher war ich einfach weiterhin zu unmotiviert.

Allerdings möchte ich es beibehalten, im Mediengedöhns einige besonders im Gedächtnis gebliebene und lesenswerte Artikel zu verlinken, die ich in den letzten 2 Monaten gelesen habe.

Da ist zum Beispiel die Reportage über das Team, das den CumEx-Skandal recherchiert hat. Mit falschen Identitäten, Gesichtsmasken, einem übergelaufenen Insider und allem, was man sonst eher in einem Fernsehkrimi vermutet. Nur dass es hier echt ist. (Warum dieses Verbrechen in der breiten Öffentlichkeit so weitgehend unbeachtet bleibt – es ist mir ein Rätsel.)

Sehr, sehr lesenwert ist dieser Essay über das Erstarken der Rechten, den Wandel der Gesellschaft und wie das alles zusammenhängt.

Und passend dazu: Die Hans-Bremse, ein spannender Artikel über Frauen in der deutschen Politik. Woher der Titel kommt? Es gab von 1949 bis heute mehr verbeamtete Staatssekretäre namens Hans als Frauen in diesem Amt.

Dinge, über die man nie nachdenkt, und die dann doch einleuchten und nach einer sehr sinnvollen Änderung klingen: HBO hat jetzt eine Intimitäts-Koordinatorin am Set. Was das ist? Jemand, die drauf achtet, dass die Schauspieler sich mit den Sexszenen wohlfühlen.

Frauen müssen Wut zeigen dürfen, ohne dadurch als inkompetent, hysterisch oder lächerlich hingestellt zu werden. Jawoll, verdammt noch mal!

Politik und Fiktion gehen nie getrennte Wege: Das Märchen von der unpolitischen Fiktion.

Vordergründig ein Artikel zur Throne Room Scene aus The Last Jedi, vor allem in den letzten Absätzen aber eine Abhandlung darüber, warum man Dinge auch nicht mögen kann, wenn man sie mit eigenen schlechten Erfahrungen verbindet. Sehr spannend.

Und zum Schluss zweimal Fotos:

Portraits in Text und Bild von den großartigen Teilnehmerinnen der World Nomad Games.

Und ein Street Fotografer auf den Spuren der Vergangenheit.

Filme und Serien

Zweimal im Kino gewesen, beide Male sehr beeindruckt gewesen. Und zwar einmal zu Gundermann. Ja, den Namen kannte ich vorher auch nicht, auch wenn die Chance bei mir größer gewesen wäre, dass ich von dem schonmal gehört hätte, handelt es sich doch um einen bekannten DDR-Musiker. Allerdings war der in meines Vaters Ostrock-Sammlung nicht zu finden – mag damit zusammenhängen, dass nach der Wende rauskam, dass er für die Stasi gearbeitet hat. Und damit sind wir auch schon beim Film angekommen, denn der dreht sich unter anderem darum. Gerhard Gundermann (was ein Name!) war überhaupt eine ziemlich faszinierende Gestalt: Baggerfahrer im Tagebau und Musiker gleichzeitig, wegen Querulantentums aus der SED geworfen und später trotzdem von der Stasi angeworben. Der Film spielt in zwei Zeitebenen, einmal in den 70ern, als die Karriere von „Gundi“ so langsam in Fahrt kam, und einmal in den 90ern, als er nach der Wende fast noch richtig berühmt geworden wäre, bevor dann die Sache mit der Stasi rauskam.

Vor allem aber ist Gundermann mal wieder ein Beispiel dafür, wie wichtig es ist, Geschichten von denjenigen erzählen zu lassen, die sie erlebt haben. Es gab schon einige berühmt gewordene Filme über das Leben in der DDR, zumeist jedoch erzählt von westdeutschen Regisseuren und Autoren. Die vermutlich nie einen Film über Gundermann gemacht hätten, weil sie ihn schlicht nicht kannten. Aber hier jetzt: ostdeutscher Regisseur, ostdeutsche Drehbuchautorin, und das merkt man. Ich habe von der DDR ja nicht sonderlich viel mitbekommen, beim Mauerfall war ich gerade mal 4. Aber wie z. B. diese Hochhaussiedlung in Hoyerswerda im Film aussieht – ja, genau so war das. (Lustigerweise wohnten Freunde meiner Eltern nach der Wende in genau dieser Stadt, in genauso so einer Hochhaussiedlung, es kam mir alles sehr vertraut vor.) Es sind ganz viele kleine Szenen, die ein Bild von der DDR zeichnen, das mir aus den Erzählungen meiner Verwandten vertraut vorkommt. Am schönsten finde ich das bei der Szene gelungen, in der, kleiner Spoiler, Gundermann seinem Kumpel die Frau ausgespannt hat und mit der jetzt zusammenzieht. Und dann treffen sich die beiden Typen, vor dem Hochhaus, jeder mit seinem Umzugskarton, denn natürlich tauschen sie jetzt einfach die Wohnungen, Betrug hin, Verrat her, man kam ja nicht so einfach an Wohnraum, da musste man halt praktisch denken. DAS war echt so der Moment, in dem ich dachte, „boah, da weiß jemand, wovon er erzählt“. Ich behaupte, dass es so eine Szene in einem DDR-Film von einem rein westdeutschen Teamnicht gegeben hätte.

Ansonsten hat der Film natürlich viel Musik, komplett neu eingespielt und eingesungen von Hauptdarsteller Alexander Scheer und seiner Band (gibt es auch als Album). Ich mochte die Lieder und vor allem die Texte fast alle sofort im Kino, ein paar hab ich mir auch danach nochmal angehört. Sind einige Ohrwürmer dabei und einige wirklich tolle Lyrics.

ich mache meinen frieden mit dir, du großer gott
ich nehm‘ was du mir bieten kannst, leben oder tod
ich will mich nicht mehr drängeln und will mich nicht verpissen
und wer mich angeschissen hat will ich auch nicht mehr wissen
so fülle meinen becher, ich trink ihn bis zur neige
nun gib mir schon mein kreuz, oder eine geige

(Gundermann, „Ich mache meinen Frieden“, vom Album „Der 7. Samurai, 1993)

Der Hauptdarsteller, ich kannte ihn vorher nicht, weil ich ja kaum deutsche Filme gucke, ist jedenfalls auch sensationell. Optisch wurde er wirklich krass dem echten Gundermann angepasst, und sächseln kann er auch gut. Achja, das war auch noch so ein Aspekt des Films, den ich sehr mochte: Fast alle Hauptfiguren sächseln mehr oder weniger. Und das ist einfach so und wird nicht einmal benutzt, um sie irgendwie blöd, lächerlich oder sonstwie negativ darzustellen. Super waren dann auch noch die unglaublichen und wirklich beeindruckenden Panorama-Aufnahmen aus dem Tagebau. Insgesamt also wirklich eine große Empfehlung für einen vielleicht ungewöhnlichen, aber in jeder Hinsicht beeindruckenden Film.

Ich verlinke hier einfach auch nochmal das Interview mit dem Regisseur, nach dessen Lektüre ich dringend ins Kino wollte.

Und dann war ich noch in #FemalePleasure, (pro Tipp: Beim danach googlen das Häschtäg nicht vergessen…) davon habe ich neulich schon im Podcast erzählt. Großartiger Dokumentarfilm über fünf Frauen, die aus den Zwängen von Patriarchat und Religion ausbrechen und sich dafür einsetzen, anderen Frauen (und Männern) zu helfen. Der Film zeigt bemerkenswerte Parallelen aller fünf Weltreligionen auf, die alle mehr oder weniger die Rolle der Frau abwerten und Strukturen schaffen, die Macht zementieren und Missbrauch fördern, mal mehr und mal weniger. Dabei schafft die Doku es, einen gelungenen Tonfall einzuschlagen, der weder in rührseliges „diese 5 haben es geschafft, alles gut, keine weitere Tätigkeit nötig“ noch in fatalistisches „Menschheit kacke, bitte Komet, jetzt“ abdriftet, sondern mehr so in Richtung „der Anfang ist gemacht, jetzt müssen mehr Leute mit anpacken, um die Gesamtsituation zu verbessern“ geht. Hier ist die Homepage mit einem Trailer und einer Übersicht der vorgestellten Frauen. Läuft aktuell noch in den Kinos, nächstes Jahr kommt wohl die DVD (und hoffentlich auch die Verfügbarkeit über Streamingdienste). Wirklich sehr empfehlenswerte Doku, ich bin froh, dass ich mich noch zum Kinobesuch aufgerafft habe.

Und damit zuuuurüüüück zur Popkultur: Die dritte und letzte Staffel von Avatar – The Last Airbender habe ich inzwischen auch gesehen. Hach. So viel Liebe. Noch nicht mal unbedingt für das Finale, das war zwar nett und episch und so, aber im Prinzip wurde alles Wichtige ja vorher schon geklärt und musste dann nur noch ausgefochten werden. Aber die Folgen vorher! Da waren so viele großartige Sachen dabei, ich wüsste gar nicht, wo ich anfangen soll. (Auf Twitter entspann sich da neulich eine sehr lustige Diskussion, in der alle versuchten, möglichst ohne Spoiler ihre Lieblingsfolge zu nennen und ein Gif dazu zu posten.) Jedenfalls eine fantastische Serie, ich werd die bestimmt noch ein weiteres Mal gucken. Aber erstmal Legend of Korra.

Und tatsächlich hab ich von Legend of Korra auch schon Buch 1 und 2 gesehen, irritierenderweise bei Amazon Prime beides unter „Staffel 1“ geführt. Aaaaaah Korra. So. Viel. Liebe. Ich glaube, es gefällt mir fast noch besser als Avatar, weil die Charaktere ein bisschen älter sind und die Geschichte weniger klassisches Heldenreise-Weltretten ist. Außerdem finde ich es einfach so großartig, wie Personen und Familien und Themen aus Avatar weiterentwickelt werden und was da alles draus gemacht wird. Und dass es nicht nur um die jugendlichen Helden geht, sondern auch relativ viel um die ältere Generation, also die Kinder der Avatar-Protagonisten, finde ich absolut toll. Wann sieht man schonmal so viele coole Charaktere, die so um die 50 sind? Und dann noch der Jugendstil-Look. Und die unglaublich tolle Musik! Und Korra ist einfach so herrlich anders als Aang und dann auch noch ALL DAS LIEBESDRAMA, ich liebe es (und es passt hier auch viel besser – Aang fand ich für den ganzen Liebeskrempel ja immer etwas SEHR jung). Ich bin sehr gespannt auf den Rest der Serie.

Und jetzt komm mir keiner mit „da gibts doch ne neue Serie von den Avatar-Machern“, denn natürlich hab ich auch The Dragon Prince schon gesehen. Alle 9 Folgen an einem Tag, denn ich wollte nur mal reinschauen und konnte dann nicht mehr aufhören. Auch wieder wirklich sehr toll gemacht, wunderbare diverse Charaktere (Amaya!!!), tolles Worldbuilding und bisher eine schöne, spannende Geschichte, auch wenn sie noch nicht ganz die Epik von Avatar erreicht. Ist aber auch kein Wunder, war ja nur eine halbe Staffel – ich hoffe, die 2. kommt bald und mit mehr Folgen.

Und weil ich gerade so schön drin bin in animierten Serien, habe ich neulich, als ich migränig daheim herumlag, an einem Tag alle 13 Folgen der neuen SheRa-Serie geschaut. Aaaaaah! Schon wieder so viel Liebe. Ich kenne die alte Serie überhaupt nicht, die neue hat mich aber echt begeistert. Tolle Charaktere in toller diverser Optik, schöne Story, ganz viel Fokus auf Freundschaft und gegenseitiges Unterstützen, so viel queerer (Sub)-Text, dass ich nur am Grinsen war, und dann gab es EINE PROM-FOLGE. Mit Kleid-Aussuch-Montagen, Eifersuchtsdrama und plotrelevanter Tanzsszene, und allein dafür hat die Serie sich schon gelohnt, aber generell lohnt die sich, weil … einfach toll und bunt und bunt und divers und hach. Guckt das mal.

So und dann war da natürlich noch das MCU, was auf Netflix weiterging. Und jetzt reihenweise abgesetzt wird, gnarf.

Die zweite Staffel Iron Fist haben vermutlich viele erst gar nicht angefangen, weil die erste so schlecht war. Was der zweiten unrecht tut, denn die ist wirklich verdammt cool und hat mich am Ende ungläubig, aber hocherfreut zurückgelassen. Eigentlich macht die Staffel wirklich alles richtig. Danny entwickelt sich konsequent weiter und ist wesentlich weniger nervig und blöd als in Staffel 1, sondern kämpft mit seinem Dasein als Iron Fist und seiner Vergangenheit. Genauso wie Ward, der versucht, ein besserer Mensch zu werden, und dabei ziemliche Mühe hat. Es gibt Folgen, die sind so großartig deutlich in ihrer „toxic masculinity schadet Männern übrigens ebenso sehr wie Frauen“-Botschaft, ich hab es echt gefeiert. Und dann sind da natürlich Colleen Wing und Misty Knight, die einen guten Teil der Staffel als großartiges, kompetentes und witziges Duo unterwegs sind. Verdammt, Disney, wenn ihr schon alles absetzt auf Netflix, dann gebt mir wenigstens die Daughters of the Dragon-Serie auf eurem Streaming-Dienst, ey! In jedem Fall – die Staffel hat nur 10 Folgen, was ihr merklich gut tut, und auch wenn es nach der Staffel nicht weitergeht, kann und sollte man sie trotzdem schauen, wenn man das MCU generell mag. Es hört nicht so richtig mit einem Cliffhanger auf, sondern mehr mit einem einigermaßen okayen Abschluss, aber vielen Andeutungen, was noch kommen könnte. Das geht schon als Schlusspunkt. Sehr viel besser als der Cliffhanger in der 2. Luke Cage-Staffel, der jetzt nie aufgelöst wird … hab ich schon erwähnt, wie ich diese Lizenz-Geschacher-Absetzungsscheiße hasse???

So und dann war da noch Daredevil, Staffel 3. Meiner Ansicht nach auch die beste Staffel der Serie, weil sie es endlich hinbekommt, nicht das Finale total zu verkacken, das war in den ersten beiden Staffeln ja jedesmal der Tiefpunkt der Staffel für mich, vor allem in Staffel 2. Diesmal klappt aber auch das, und die Staffel ist total großartig. Fisk ist wieder dabei, es gibt eine Karen-Rückblicksfolge, es gibt ein paar neue, tolle Charaktere, es gibt noch irrwitzigere Hallway-Fights … tolle Sache. Und das Ende war für mich perfekt als Serienabschluss, auch wenn es bitter ist zu lesen, dass Staffel 4 schon komplett geplant war, als die Absetzung beschlossen wurde. Hab ich schon erwähnt….etc.pp???

Und dann natürlich noch: Die vierte Staffel von Better Call Saul. Irgendwie ist man bei der Serie ja schon fast gewohnt, dass sie eine irrsinnige Qualität in jeglicher Hinsicht hat. Trotzdem haben einige Folgen, Szenen und vor allem Montagen der 4. Staffel da nochmal eine ganze Schippe draufgelegt. Better Call Saul hat weiterhin ein gemächliches Tempo, viel Zeit für Charakterstudien und ist für mich gleichzeitig immer noch in jeder Folge von der ersten bis zur letzten Minute spannend. Unglaubliche Serie, ich hoffe, sie bekommt wenigstens noch eine Staffel. Von mir aus dürfen es aber auch gerne noch mehr sein.

Ich hab das dumpfe Gefühl, was vergessen zu haben, wenn es mir noch einfällt, wird es nachgeliefert.

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