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Mediengedöhns im Juli und August 2017

Im Juli habe ich so wenig zu Ende geschaut, dass ich gar nicht genug für einen Artikel hatte. Daher jetzt mal wieder etwas mehr.

Bücher

Ich schreibe jetzt endlich was zu Bloodline, auch wenn ich noch 30 Seiten vor mir habe – aber die werden den Eindruck nun nicht mehr ändern. Bloodline ist neben der Aftermath-Trilogie der beste Star Wars-Roman, den ich bisher gelesen habe. Claudia Gray schafft es, Leia Organa wirklich großartig zu schreiben, aber auch die weiteren Charaktere sind wirklich toll. Außerdem ist die Handlung ein weiteres kleines Puzzlestück auf dem Weg zwischen der Schlacht von Endor und dem Aufstieg des First Order und der Entstehung der Resistance. Auch der Einblick in die Politik des Senats der Neuen Republik ist sehr gut, vor allem, weil er auch ziemlich realistisch scheint. Aber großer Dreh- und Angelpunkt ist halt schon Leia, und vermutlich mag ich das Buch deswegen auch so. Also große Empfehlung.

Ebenfalls gelesen habe ich den 2. Bank der Darth Vader-Comicserie. Der war auch wieder ziemlich cool, mit viel Unterwelt- und Aphra-Action und so. Und einem sehr coolen Eröffnungsbild mit Vader auf Tatooine vor Lukes zerstörtem Zuhause. Der nächste in der Reihe ist jetzt glaube ich Vader Down, was ein Crossover der Serie mit … irgendwas anderem ist. Ich muss mich da mal informieren. Äh, ja. Da ich mit diesem Buch jetzt 5 Comicbücher in meinem gesamten Leben gelesen habe, fühle ich mich immer sehr inkompetent, wenn ich darüber schreibe, deswegen einfach nur: Ich fand den Band gut.

Filme und Serien

Irgendwann im Juli war ich dann nochmal im Kino zu Spider Man Homecoming. Tatsächlich nehme ich ja seit einer Weile so ziemlich jeden MCU-Film im Kino mit, denn bisher waren die alle immer solide bis sehr gute Unterhaltung. Spiderman interessierte mich seit den furchtbaren Filmen mit Tobey Maguire eigentlich mal so überhaupt nicht, aber der kurze Auftritt vom neuen Spiderman in Civil War und die Tony Stark-Mentorbeziehung machten mich dann doch neugierig genug für einen Kinobesuch. Der Film war dann auch echt ganz cool. Halt bewusst High School-Film meets Superhelden, aber das macht das MCU ja auch so gut – dass sie fast jeden Superheldenfilm noch mit einem anderen Genre mischen. Tom Hollander ist ein überzeugender 16-jähriger Möchtegernheld, der Bösewicht war meiner Meinung nach besser als in vielen anderen MCU-Filmen, Tony Stark hätte von mir aus aber gerne etwas mehr vorkommen können, und wenn es nur gewesen wäre, um meine seit Civil War reichlich vorhandenen Tony-Stark-FEELS zu verarbeiten. Die weiteren Rollen waren auch toll besetzt, gerade Peters Sidekick und das Love-Interest fand ich klasse. Insgesamt eher ein Standalone-Film als eine Fortführung der MCU-Geschichte, aber wirklich charmant.

Das MCU neu schätzen gelernt hab ich dann letztes Wochenende, als ich matschig daheim rumhing und Bock auf einen hirnlosen, unterhaltsamen, coolen Film hatte. Meine Wahl fiel dann auf Pacific Rim und meine Fresse, ist der Film kacke. SO eine coole Prämisse (2 miteinander verlinkte Personen steuern 50-Meter-Battlemech gegen Monster aus einer andere Dimension) und dann so wenig draus gemacht. Die … äh … man kann es kaum Charaktere nennen … die klischeehaften Abziehbilder, die da als Ensemble durch die Gegend eierten, waren zu 80 % weiße Typen, die einzige relevante Frau ist ein totales Mäuschen, lässt sich von jedem rumkommandieren und verliebt sich natürlich nach 3 Minuten in den Hauptcharakter. Die zwei Wissenschaftler waren so überzeichnet geschrieben und overactet, dass es unerträglich war, und der Versuch, ein paar humorige Stellen einzubauen, ging auch total nach hinten los. Ja, optisch war es teilweise ganz cool, aber ich brauch schon wenigstens einen Charakter, der den Namen verdient hat und mir nicht völlig egal ist, oder wenigstens ein bisschen mehr Coolness oder …. irgendwas. Ich weiß immer noch nicht, wieso ich den Scheiß nicht nach 40 Minuten ausgemacht hab, aber irgendwie hab ich 2 h meines Lebens damit verbracht, diesen Film zu schauen und auf Twitter darüber zu lästern, wie kacke ich ihn finde. Eigentlich beides Ding, die ich doof finde. Ich gelobe Besserung beim nächsten schlechten Film!

Kommen wir zu den Serien:

Um die Netflix-Serie Iron Fist hatte ich mich bisher ein wenig gedrückt, weil sie ja gar nicht mal so gut sein soll. Aber in Vorbereitung auf The Defenders musste ich sie dann doch gucken. Und ich muss sagen: Sie ist zwar wirklich lange nicht so gut wie Daredevil oder Jessica Jones, aber auch nicht so mies, wie ich es dachte. Eigentlich ist sogar alles an der Serie recht cool, bis auf leider den Hauptcharakter. Neben der Tatsache, dass ich Finn Jones für eine absolute Fehlbesetzung halte (weil er a) keine Kampfsportvorbildung und auch offensichtlich auch nicht arg so viel Talent dafür hat und b) hier die Gelegenheit verpasst wurde, Danny Rand einfach Asian-American sein zu lassen und damit noch ein bisschen mehr Diversität in die Defenders zu bringen) ist Danny Rand einfach … dumm. Er ist ein dummer, weißer Junge mit mehr Privilegien, als er checkt und erinnerte mich frappierend an jeden Kampf-ist-die-einzige -Lösung-Krieger, der mich bei diversen Rollenspielsitzungen zur Weißglut gebracht hat. Die Serie gönnt ihm leider auch nicht gar so viel Entwicklung und seine in den ersten Folgen noch ganz interessanten Kindheits-Flashbacks kommen einfach nur immer wieder und werden nicht wirklich weitergeführt, so wie auch die ganze Ausbildung zu Iron Fist in K’unlun reichlich oberflächlich abgehandelt wird. Die weiteren Charaktere sind da schon erfreulicher. Claire Temple ist eh eine Bereicherung für jede Szene, in der sie dabei ist, und Colleen Wing, Dannys Sidekick/Love Interest ist ziemlich cool (und hätte eine bessere Hauptfigur abgegeben, zumal die Schauspielerin auch ihre Katana-Kämpfe wesentlich besser rüberbringt als Finn Jones) und die gesamte Familie Meachum ist auch durchweg gut besetzt und gespielt. Leider hat auch das Drehbuch so seine Schwächen und die Schauspieler können aus den teils seltsamen bis wirren Dingen, die ihre Figuren tun, halt nur das Beste rausholen. Insgesamt leider wirklich die schlechteste der Defenders-Einzelserien, aber nun auch nicht schlimmer als vieles andere, was so über den Bildschirm flattert.

Wirklich mit Hochspannung erwartet habe ich dann The Defenders. Die 8 Folgen umfassende Serie bringt erstmals Daredevil, Jessica Jones, Luke Cage und Iron Fist zusammen, als die in den meisten anderen Serien schonmal aufgetauchte Hand sich daran macht, New York ganz klischeehaft zur eigenen Bereicherung dem Untergang zu weihen. Das bringt nicht nur ein Team-up der vier (nicht immer sehr heldenhaften) Helden mit sich, sondern beschert dem Zuschauer auch Sigorney Weaver als Oberbösewichtin Alexandra, die wirklich ziemlich cool und auch toll gespielt ist. Gerade ihre abgefuckte Irgendwie-Mutter-Tochter-Beziehung zu Black Sky ist durchaus gelungen. Zurück zu den Superhelden – die Serie nimmt sich glücklicherweise Zeit, sie zusammenzuführen und widmet dem Austausch- und Teamfindungsprozess auch eine ganze Folge. Das hat für mich sehr gut funktioniert. Gerade die Charaktermomente der einzelnen Figuren sind mit das Beste an der Serie. Was das Problem mit Danny Rand angeht: Glücklicherweise arbeitet die Serie hier mit dem, was sie nunmal hat, und stellt nie in Frage, dass Danny ein dummer Haudrauf ist, allerdings ein dummer Haudrauf, der für beide Seiten von Wichtigkeit ist, so dass er in die Geschichte gut eingebunden wird. Und zwischen ihm und Luke entwickelt sich dann doch recht schnell eine Buddy-Dynamik, die ich sehr gelungen finde. Hach, überhaupt, Luke. Er ist auf jeden Fall der sympathischste im Team und ich finde ihn als großen, starken, dabei aber nicht doofen, sondern im Gegenteil relaxten und entspannten Typen einfach großartig. Auch das vorsichtige Wieder-Annähern zwischen ihm und Jessica ist super. Letztere ist auch in jeder ihrer Szenen ein Highlight in ihrer üblichen rotzigen, fertigen, sarkastischen Art und Weise. Insgesamt entwickeln sich tatsächlich alle vier Figuren auch in dieser Serie ein Stück weiter, was in Hinsicht auf das große Ensemble und die nur knapp 8 Stunden Laufzeit sehr positiv ist.

Leider fand ich die letzten Folgen und das Finale dann nicht mehr ganz so stark wie den Anfang, da das Finale mit einem Plottwist eingeleitet wird, der zwar echt überraschend kam, aber in der weiteren Entwicklung nicht unbedingt mein Gefallen gefunden hat. Außerdem darf Danny Rand auch in dieser Serie nicht schlauer werden und sorgt mit einer absolut blöden Aktion dafür, dass die böse Seite einen Schritt weiterkommt. Und auch der Finalkampf an sich war dann weniger cool als andere Kampfszenen es waren. Und ich werde einfach nicht warm mit Matt und SPOILER Elektra als dramatischem Liebespaar. Elektra als Black Sky war super, sobald sie dann wieder zu ihrem irren Selbst zurückgefunden hat, hat sie mich genauso genervt wie in Daredevil Staffel 2. Was nicht an Elodie Yung liegt, sondern einfach daran, wie die Figur geschrieben ist. Als Matt und sie sich am Ende in all den Trümmern in den Armen lagen, hab ich nur mit den Augen gerollt. Achja: Ich hoffe, Madam Gao hat den einstürzenden Neubau irgendwie überlebt. Sie ist einfach so cool und ich hoffe, sie kommt nochmal wieder. SPOILER ENDE. Insgesamt hat der Plot um die Hand damit nun hoffentlich erstmal einen Abschluss gefunden und macht Platz für andere Handlungsstränge.

Was die Defenders übrigens absolut brillant umsetzt, sind die verschiedenen Farben. Jeder Defender hat eine Farbe oder Farbkombination, die immer wieder aufgegriffen wird, gerade auch im Zusammenspiel (Alexandra als Gegenspielerin hingegen trägt nur Nicht-Farben wie weiß, gold oder silber). Das sorgt bei den getrennten Handlungssträngen am Anfang dafür, dass man schnell wieder weiß, um wen es gerade geht. Auch wie die Farben dann zusammenkommen, aber jeder immer noch seine Farbe im Hintergrund hat, wie z. B. im quietschbunten Chinarestaurant, wo aber Danny halt immer vor der iron-fist-grünen Topfpflanze sitzt, ist großartig gemacht und zieht sich bis in kleine Details durch. Als Matt z. B. in den Verhörraum kommt, in dem Jessica sitzt, ist der Raum komplett blau und er steht dann vor der rot lackierten Tür. Und als Luke und Danny eine Unterhaltung allein führen, sind die Stühle, auf denen sie sitzen, sicherlich in voller Absicht grün (Danny) und gelb (Luke). Schon allein für diese Farbspielereien lohnt sich vermutlich auch noch ein zweites Anschauen – für die Interaktion der Charaktere und die zum großen Teil tollen Dialoge sowieso. Insgesamt also auf jeden Fall eine Empfehlung.

Mehr Netflix-Content: Die fünfte Staffel Orange is the new Black hatte in meiner medialen Filterblase eine ähnlich herzliche Rezeption wie Iron Fist, und auch hier kann ich es nicht so richtig nachvollziehen. Die Entscheidung, die ganze Staffel lang den Aufstand im Gefängnis zu behandeln, fand ich durchaus gut und richtig so. Es vergeht sehr wenig Zeit in den 13 Folgen (4 Tage etwa) und verschiedendste Aspekte des auf einmal im Chaos versinkenen Gefängnisses werden beleuchtet. Dabei fand ich manche Handlungsstränge fantastisch (Taystee ftw! Sie war SO TOLL in dieser Staffel!, Gloria, Caputo), manche typisch skurril-humorig (Frida und der Pool, Boo und Linda, Piper und Alex), manche viel zu klamaukig und doof (Liane und … die andere Hirnlose da vor allem, teilweise auch Malitza und Flaca) und der Tiefpunkt war dann irgendwie die Story mit Red und Piscatella. Da machte einfach sehr vieles überhaupt keinen Sinn. Man hätte auch von mir aus gerne sehr viel mehr beleuchten können, wie sich die Lage aus Sicht der Offiziellen und Verantwortlichen darstellt. Trotzdem gab es einige wirklich schöne Szenen und im Großen und Ganzen ist die Serie immer noch gut und vor allem anders als viele anderen. Ich bin gespannt auf Staffel 6.

Auch gerade beendet: Die dritte Staffel Dark Matter. Hach, hach. Ich liebe diese Serie echt sehr, auch wenn sie wenig Budget und damit grottige Special Effects hat. Aber die Charaktere sind einfach großartig und liebenswert, die Folgen sind immer superspannend und diese Staffel haben sie echt ein paar Highlights abgeliefert … eine Zeitschleifenfolge, eine Stranger Things-inspierte Zeitreise, ganz viel Human-Android-Relations-Kram … großartig. Und die Klamotten sehen immer noch supergeil aus und der Cast ist bis in kleine Nebenrollen hinein immer noch superdivers (there are Asians in this movie!) und … ja. Es ist halt kein total hochqualitatives Fernsehen, aber schon verdammt cool. Und ich hoffe SEHR auf Staffel 4, die dritte hörte nämlich wieder mit gefühlt 5 Cliffhangern gleichzeitig auf.

Dann lief natürlich auch die 7. Staffel Game of Thrones, die sich nun endgültig über die Bücher hinaus fortbewegt hat und zudem diesmal nur 7 Folgen umfasste. Leider schlägt das doch sehr durch, denn vieles wird einfach zu hastig erzählt, die Charaktere besitzen inzwischen gefühlt alle einen Teleportring und so richtig habe ich einfach insgesamt nicht kapiert, warum man unbedingt 7 statt 10 Folgen machen wollte. Man merkt auf jeden Fall, dass es aufs Finale zugeht, die meisten Handlungsstränge werden zum großen Plot zusammengeführt, es gibt viele Wiedersehen, viele, nicht immer sehr subtil umgesetzte, Enthüllungen und Entscheidungen und am Ende der Staffel kann man wohl sagen:  Jo, der Winter ist da. Wie unglaublich viel Liebe zum Detail und wie krasse Set- und Stuntarbeiten in jeder Folge stecken, finde ich großartig und bewundernswert, und ich kann jedem Fan der Serie nur die Making of-Videos auf Youtube ans Herz legen. (Ich würde gerne eine tolle Playlist verlinken, aber der offizielle GoT-Account ist eher ein Chaos. HIER ist mal das Making of zu Folge 6 aus Staffel 7 – enthält logischerweise Spoiler 😉 . Insgesamt war ich schon ganz zufrieden mit der Staffel, man merkt aber, dass sich die Serie von der Komplexität und Vielschichtigkeit der Buchvorlage leider etwas entfernt hat. Gut, was sollen sie machen, GRRM hat sich ja leider in seine 17 Nebenplots verstrickt und Buch 6 kommt vermutlich auch nächstes Jahr noch nicht raus. Es ist trotzdem etwas schade, dass sich nun die Charaktere mehr dem Plot unterzuordnen scheinen als andersrum – und bei manchen Figuren wirkt das doch sehr als Bruch mit ihrem ursprünglichen Charakter und ihren Kompetenzen. Unterhaltsam, toll anzusehen und gut gespielt ist die Serie natürlich weiterhin. Für nähere Einzelheiten zu den Folgen empfehle ich die Reviews der NY Times, beim Guardian, oder ihr schaut mal drüben beim Hermator vorbei.

Und dann hab ich ja noch Star Trek geschaut. Das ist sehr neu, ich habe das immer verweigert – in meiner bedauernswert unnerdigen Jugend kam Star Trek ja nicht vor, und danach habe ich es immer doof gefunden, weil es alle kannten und sich drüber stundenlang unterhalten haben, und ich nur mit Fragezeichen überm Kopf danebensaß. Die drei neuen Kinofilme fand ich aber dann doch recht unterhaltsam, First Contact habe ich irgendwann auch mal gesehen und fand ihn cool. Und im September kommt ja die neue Serie, die ich auch auf jeden Fall gucken will. Und irgendwann im Mai hab ich dann mal angefangen, in die Serien reinzuschauen. Die Originalserie ging gar nicht, die ist einfach zu alt und zu albern für mich. TNG hab ich irgendwie gar nicht erst versucht, da kannte ich ein paar Folgen, die mal zufällig im Fernsehen liefen, und fand die nicht so spannend. Tatsächlich hab ich dann gleichzeitig mit Voyager und DS9 angefangen, bin bei DS9 aber mit der ersten Staffel noch nicht durch, weil ich nur selten eine Folge schaue. Aber die erste Staffel Voyager habe ich nun inzwischen gesehen. Ist ja glaub ich so die Serie, die alle immer doof finden, weil sie so weit weg spielt und so, wenn man von Star Trek null Ahnung hat, ist das aber sehr gut, wenn man nicht so viel Vorwissen bräuchte (DS9 hat ja in Staffel 1 so ne Folge mit Q und ich hab natürlich die siebenhundert Anspielungen nicht kapiert). Außerdem hat Voyager den großen Vorteil, dass Kate Mulgrew mitspielt, die einfach so großartig ist, dass ich schon deswegen drangeblieben bin. Aber auch sonst fand ich es erstaunlich gut. Nicht jede einzelne Folge, aber es war viel Gutes bei und ich bin auch erstaunt über die Ernsthaftigkeit vieler Themen und die Charaktere, die mir doch recht schnell ans Herz gewachsen sind. Außerdem ist so diese Das-Schiff-als-Heimat-Geschichte und die Suche nach dem Heimweg total meine Tasse Tee (und ich wüsste manchmal gern, wie viel Voyager-Inspiration in der Lamea-Kampagne steckt, denn so einige Punkte passen da doch schon sehr gut zusammen). Demzufolge schaue ich auch weiter, auch wenn ichs nun nicht gerade gierig durchbinge. Und DS9 guck ich so gelegentlich sicher auch weiter.

Gespielt

Nix am Computer, beim DSA sind wir gerade wieder bei der Königsmacherkampagne und dilettieren in der Politik herum. In Berlin ja, wie schon erwähnt, The Sprawl, ein PbtA-Cyberpunk-System, das mir wohl endgültig klargemacht hat, dass ich so Systeme, die auf einzelnen Runs und Aufträgen basieren, ohne dass es eine große Geschichte drumrum gibt, einfach nix anfangen kann. Auch wenn das System mMn sehr gut ist, wenn man denn run-basiert spielen möchte. Und im Juli haben wir auch noch einmal Edge of the Empire gespielt. Dafür habe ich mir sogar endlich mal einen eigenen SC gebaut, nämlich eine Zabrak-Slicerin namens Kepiri. Und dank einer spontanen Comission von Alexej Axis gibt es zu ihr jetzt auch schon ein Bild:

Ich habe sie ja bisher nur einmal gespielt, fand den Charakter aber ganz cool bisher. Es ist auf jeden Fall bemerkenswert, wie viel Input das Regelwerk durch die Verpflichtungen und Motivationen reinbringt. Ich hoffe, ich kann sie bald mal wieder spielen.

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Mediengedöhns im Oktober 2016

Der Oktober ist vorbei, es folgt der obligatorische Medienrückblick.

Bücher

Da war zum einen der Ahsoka-Roman, der mich leider so enttäuscht hat, dass er einen eigenen Eintrag bekommen hat. Nee, das war leider gar nix. Da freut man sich monatelang auf den Roman zu einem seiner liebsten Star Wars-Charaktere und dann ist das so ein langweiliger Käse. Blöd.

Wesentlich besser war der zweite Comicband zu Kanan, nämlich Kanan: First Blood. Der beinhaltet Teil 7-12 der Comics und ist damit leider auch erstmal der letzte Band zu unser aller Lieblings-SpaceCowboyJedi. Warum man dann im letzten von 12 Teilen nochmal eben den Zeichner austauscht, erschließt sich mir ja weniger, aber es hatte vermutlich einen Grund. Leider ist der Zeichenstil dann im letzten Teil nicht ganz so schön wie in den anderen. Nachdem Kanan 1 mehr oder weniger beschreibt, wie Kanan nach Order 66 überlebte, geht es in First Blood darum, wie er überhaupt zum Padawan von Depa Billaba wurde und wie ihr erster gemeinsamer Einsatz in den Klonkriegen verlief. Dazu gibt es dann aber auch noch eine Rahmenhandlung, die meiner Meinung nach sehr geschickt aufgebaut ist und immer wieder mit Kanans Erinnerungen interagiert.

Depa Billaba hat in diesem Teil sehr viel mehr Screentime als in Band 1. Und das ist eine gute Sache, denn sie ist schon eine sehr coole Socke. Ich mag es sehr, wie sie trotz ihrer schlimmen Erfahrungen und alten Verletzungen eine gute Meisterin für Ka…leb ist und wie das wiederum Parallelen zu Kanan und Ezra aufweist und überhaupt. Es gibt auch wieder sehr schöne und traurige Momente mit den Klonen und diesmal auch ein bisschen mehr Handlung mit der Ghost-Crew. Das Ende bildet dann einen tollen Bogen zum ersten Band und ist meiner Meinung nach sehr gelungen. Schade, dass ich jetzt keinen neuen Band mehr lesen kann … aber es gibt ja zum Glück noch mehr Star Wars- Comics.

Filme und Serien

Kein Film im Oktober. Und bei den Serien gibt es diesmal auch nur drei Rezensionen, weil ich ja immer erst nach Ende der Staffel was schreibe. Ich schaue aber gerade natürlich noch mehr Sachen, die aktuell laufen. Im Moment nämlich Rebels, Agents of Shield, Legends of Tomorrow, Westworld und Supernatural. Dazu dann also irgendwann in Zukunft mehr.

Komplett gesehen habe ich die erste Staffel von Luke Cage. Mit der hatte ich am Anfang so meine Probleme, denn die ersten Folgen erschienen mir irgendwie gleichzeitig recht zäh und zu überdramatisch. Aber zum Glück habe ich durchgehalten, denn so ab Folge 4 oder 5 wurde die Staffel dann doch richtig gut. Luke Cage spielt in Harlem, und die Serie nutzt dieses Setting auch komplett aus und bringt sehr viele Eigenheiten und Besonderheiten des Stadtteils und vor allem seiner afroamerikanischen Bewohner mit rein. Vermutlich lag da am Anfang auch mein Problem, denn als weiße Mitteleuropäerin hat man ja erstmal ziemlich viel wenig Ahnung davon, wie spektakulär es eigentlich ist, dass der schwarze, kugelsichere Superheld im Hoodie mit Kapuze herumläuft. Man lernt jedenfalls eine ganze Menge über Harlem und seine Gemeinschaft, wenn man die Serie schaut. Tatsächlich finde ich es ja sehr gut, wie jede der Marvel-Netflix-Serien immer noch so ein ganz eigenes Thema haben, das über das übliche Superheldenkrams hinausgeht. Ob das jetzt Missbrauch und Gaslighting bei Jessica Jones ist, Gentrifizierung und die Frage von Selbstjustiz in Daredevil oder halt bei Luke Cage jetzt Harlem und seine Geschichte als afroamerikanischer Stadtteil.

Okay, aber zurück zur Serie an sich: Die Story war mir so in der Mitte der Staffel dann etwas zu durcheinander, was die verschiedenen Bösewichte und deren teilweise recht abrupten Wechsel anging. Letztendlich hat sich das im Finale aber ziemlich ausgezahlt, denn das hat mir dann wirklich sehr gut gefallen, auch wenn es wohl das am wenigstens positive Ende aller bisherigen Staffel war. Luke Cage ist zwar so vom Grundprinzip her etwas weniger spannend als Jessica Jones oder Daredevil, aber während die beiden ja eher alleine mit ein paar Verbündeten herumeiern, geht es bei Luke Cage tatsächlich vor allem um die Frage, was ein Mensch mit übernatürlichen Kräften für die ihn umgebende Gesellschaft tun kann und wie er von dieser wahrgenommen wird. Schönstes Beispiel dafür ist der relativ am Ende der Serie auftauchende Song Bulletproof Love, der mir sehr gefällt. Ah, überhaupt, die Musik. Luke Cage ist eine sehr musikalische Serie, die alle möglichen Arten von Musik im Programm hat. Hip-Hop fällt einem natürlich als erstes ein, aber auch Soul und Jazz und Swing (würde ich jetzt laienhaft sagen) werden gespielt, da ja praktischerweise einer der Hauptschauplätze ein Nachtclub ist. Auch in den Actionszenen weicht man davon nicht ab. Optisch hat die Serie mit ihrem oft sehr gelblichen Licht was sehr eigenes. Dann sind da natürlich noch die weiteren Charaktere neben Luke. Manche von den Antagonisten fand ich ein bisschen überzeichnet, aber gerade so Charaktere wie Misty Knight (allein der Name!), Mariah Dillard oder natürlich Claire Temple, die auch hier wieder eine größere Rolle spielt, sind großartig gelungen. Insgesamt war ich nach anfänglicher Skepsis jedenfalls sehr angetan von Luke Cage und freue mich schon auf eine potenzielle nächste Staffel und natürlich die Defenders-Serie.

Unterbrochen wurde Luke Cage von einem relativ hektischen Schauen der 2. Staffel Mr. Robot. Wenn man nämlich im Mr. Robot-Cosplay zur ComicCon fährt, sollte man womöglich auf dem aktuellen Stand der Serie sein, damit man nicht aus Versehen gespoilert wird. Wir haben es zwar nicht ganz geschafft, die Staffel vorher zu beenden, aber bis auf eine Fast-Verspoilerung durch den Hotelrezeptionisten ging alles gut 😉 . Also, Mr. Robot. Schon die erste Staffel fand ich ja ganz herausragend und absolut ungewöhnlich in jeglicher Hinsicht. Staffel 2 setzt der Verworrenheit in der Erzählung noch einiges drauf, selbst mir war das zwischendurch schon fast zu viel – aber letztendlich hat es sich wieder auf jeden Fall gelohnt. Mr. Robot hat schon in der ersten Staffel einiges anders gemacht als andere Serien und das bleibt auch in der zweiten so. Allerdings nimmt die Isoliert- und Verlorenheit der einzelnen Charaktere noch um einiges zu – wo in Staffel 1 noch irgendwo ein Team vorhanden war, gibt es jetzt fast nur noch Einzelkämpfer auf scheinbar verlorenem Posten. Ob das Darlene ist, die versucht, FSociety weiter voranzubringen, Elliot, der seinen Kampf mit seinem sehr persönlichen Dämon aufnimmt oder Angela, die versucht, die Dinge von innen heraus zu verändern. Um sie alle herum hat die Welt sich verändert, keiner weiß so richtig, wie er damit umgehen soll, weder die Wirtschaftsbosse noch die Politiker noch die Leute, die die Veränderung verursacht haben. Und das finde ich einen durchaus guten und stimmigen Ansatz, der die Serie doch sehr anders macht als die meisten.

Auch die zweite Staffel ist wieder sehr eigen, was die Kameraarbeit angeht, auch hier kleben die Personen oft irgendwo unten am Bildrand oder werden aus großer Entfernung gezeigt. Auch die Musik ist wieder großartig – besonderes Highlight war die Szene, in der Angela in einer Karaoke-Bar „Everybody wants to rule the world“ singt – sowieso ein Lied, das ich sehr mag, und in die Serie passt es perfekt. Insgesamt ist Mr. Robot sicher eine Serie, auf die man sich einlassen muss, in der zweiten Staffel noch mehr als in der ersten. Aber es lohnt sich.

Spiele

Am PC habe ich wieder gar nichts gespielt.

Aber, und das kann man ja auch mal berichten, wir haben es mal wieder geschafft, einen Nicht-DSA-Rollenspielabend zusammenzukriegen und diesmal konnten wir eine Runde Star Wars – Edge of the Empire spielen. Das hat mich sehr gefreut, weil ich ja so gerne diesen Podcast höre und das System, seit ich weiß, wie cool es sein kann, unheimlich gerne noch mal ausprobieren wollte. Es war dann auch eine sehr coole Runde, mit einem mon-calamarischen Ingenieur, einem Rebellensoldaten und einem tattoinschen Schmuggler. Und wir konnten danach nie mehr zurück nach Tattooine. Also alles wie immer :p .

Der Spielabend in Tweets:

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The Blogstöckchen strikes back

Aller guten Dinge sind vier … oder so. Jedenfalls wurde mir zum vierten Mal (in diesem Jahr ein Blogstöckchen zugeworfen, diesmal vom Blog Quest in Peace (großartiger Name für ein Rollenspielblog, übrigens!). Und natürlich antworte ich auch dieses Mal.

Mit welchem deiner Charaktere würdest du gerne einen Abend zu zweit verbringen?

Uff, schwere Frage, ich mag ja die meisten von ihnen. Und sie hätten alle so ihre Vor- und Nachteile. Mein Koch zum Beispiel könnte mir ein grandioses Essen kochen, ist aber scheiße im Smalltalk und hat ein gruseliges rauchendes Auge. Mein Schauspieler sieht herausragend aus und ein Abend mit dem und ein paar Cocktails würde bestimmt … nett. Andererseits hat er ein viel zu großes Ego. Bei meiner Schreiberin würde der Abend vermutlich mit interessanten Gesprächen anfangen, aber damit enden, dass ich versuche, ihren Helferkomplex und ihre Verlustängste zu kurieren, und das würde bestimmt grandios schiefgehen. Meine Skaldin könnte ein  unglaublich tolles Privatkonzert für mich geben, allerdings könnte es sein, dass sie mir auch aus Versehen meine Zukunft vorhersagt und das will ich doch alles gar nicht wissen. Meinem Magier würde ich gerne ein paar Beziehungstipps geben, aber wäre das ein gelungener Abend?

Ernsthaft in Erwägung ziehen würde ich drei Charaktere: Bert, meine Söldnerin, weil es garantiert ein lustiger, unkomplizierter Abend mit jeder Menge Spaß wäre. Geraldine, meine Agentin aus der Königsmacher-Kampagne, würde ich gerne kennenlernen, damit ich es vielleicht endlich schaffe, sie so dazustellen, wie ich es eigentlich immer wollte. Und Yasine, meine allererste Heldin, die ich 4,5 Jahre lang in der Jahr des Feuers-Kampagne gespielt habe, ist einfach einer der Charaktere, denen ich mich am verbundensten fühle. Insofern würde ich vermutlich letzten Endes sie wählen, auch deshalb, weil ich sie aktuell nicht mehr spiele.

Bevorzugst du eher regellastige oder regelarme Systeme?

Da kann ich mich gar nicht so genau festlegen. Ich spiele nach wie vor supergern DSA 4.1, was man ja nur als sehr regellastig bezeichnen kann. Ich spiele zwischendurch aber auch gerne mal FATE oder was fast regelfreies wie Fiasko, auch The Pool fand ich ein nettes System für One-Shots. Allerdings habe ich festgestellt, dass ich für Runden, die länger als einen Abend dauern, doch schon gerne ein bisschen mehr Regelkram habe. Wir haben mal versucht, ein längeres Abenteuer mit The Pool zu spielen und das fand ich irgendwann zu handwedelig und auch ohne gute Möglichkeiten, den Charakter zu verbessern. Ganz so detailliert wie DSA muss es gar nicht sein, aber so ein Mittelding mit halbwegs komplexen Regeln, die trotzdem halbwegs schnell zu erklären und zu handhaben sind, finde ich gut. Also zum Beispiel sowas wie Ubiquity oder das Edge of the Empire-System.

Wie würde dein Traum-Spielleiter seine Runden leiten?

Jetzt kommt wieder der Teil, wo ich unseren SL lobhudele, denn meiner Meinung nach macht er das schon einigermaßen perfekt. Er kennt die Regeln besser als wir alle (ohne das irgendwie raushängen zu lassen), steckt supertief im DSA-Hintergrund drin, kann sowohl gekaufte Abenteuer super auf die Runde anpassen als auch tolle eigene Plots überlegen, versucht Wünsche der Spieler über die Charakterentwicklung zu berücksichtigen und regt auch selber Sachen an, die er cool für die SC fände. Er kann, das bewundere ich sehr, fast druckreif aus dem Stegreif sprechen, stellt NPCs gut und vielseitig dar, sucht für jede Spielsitzung passende Musik raus, bastelt „Titelbilder“ (die dann für das aktuell gespielte Abenteuer außen am Meisterschirm hängen) und Handouts. Man kann ihn quasi mit nix, was die SC tun, wirklich aus dem Konzept bringen. Ja sorry, ich bin ein Fangirl, unser Spielleiter ist toll. Er könnte es nur noch optimieren, wenn er irgendwann seinen Führerschein macht – dann müsste ich nicht jede Woche noch spätnachts das Auto nach Hause lenken. 😉

Du spielst zusammen mit vier Promis Pen and Paper. Welche drei Prominente werden deine Mitspieler und welcher dein Spielleiter?

Die Frage kommt irgendwie ständig bei sowas und ich finde sie recht schwer zu beantworten, man weiß ja nicht, wie welcher Promi privat so drauf ist. Deswegen sag ich jetzt mal: Ich würde, auch wenn das eher Prominenz unter Rollenspielern ist, unfassbar gerne mal mit den 4 Leuten von Oneshot Campaign spielen, auch gerne genau in der Besetzung, was SL und Mitspieler angeht.

Du wirst in dein Lieblings-PnP-Rollenspielsystem gesaugt. Wo landest du und welche Rolle (Klasse) würdest in der Welt übernehmen?

Ich lande in Aventurien, vorzugsweise nicht in der letzten Einöde, sondern in einer coolen Stadt wie Gareth oder Vinsalt oder so. Dort würde ich dann als „Klasse“/Profession vermutlich ähnliches sein wie in der realen Welt – bei DSA gibts ja zum Glück nicht nur Krieger-Magier-Streuner, sondern auch genug alltägliche Berufe. Insofern wäre ich wohl Schreiberin, wie meine Heldin Curima, oder so etwas in der Art. Es sei denn natürlich, ich hätte ganz viel Glück und könnte auf einmal zaubern oder irgendein  Gott fänd mich cool genug, um mich zu weihen.

Für welches System könnte, deiner Meinung nach, gar nicht genug Material erscheinen?

Tja, das ist so eine Sache, einfach nur „viel Zeug“ ist ja auch nicht ganz das Wahre. Zum Beispiel erscheint gerade ganz viel Kram für DSA, aber da ich DSA5 ja blöd finde, hab ich da nur was von, wenn man die Sachen problemlos auch für DSA4 benutzen kann. Und es ist ja auch immer die Frage, ob man ganz viel Ergänzungen und Zusatzbände und Kaufabenteuer überhaupt braucht oder ob man ganz froh ist, wenn man sich 1 oder 2 Bücher kauft und dann wars das auch erstmal und man kann damit 3 Jahre spielen.

Aber okay, um die Frage trotzdem zu beantworten: Da ich gerade so sehr im Star Wars-Wahn bin, kann gerne noch viel mehr Zeug für Edge of the Empire bzw. die beiden anderen Settings erscheinen. Zumal das da auch sehr optional ist und meist einfach weitere Spielmöglichkeiten bietet und man auch mit dem Grundbuch schon vermutlich sehr lange spielen kann.

Welches Universum verdient seine eigene Pen and Paper Umsetzung?

Auch diese Frage habe ich, glaub ich, schon mal beantwortet, aber egal. Generell gibt es inzwischen ja genügend Universalsysteme wie FATE, mit denen man jegliches Setting bespielen kann. Spannend finde ich eine eigene Regelumsetzung immer dann, wenn das Universum auch etwas hergibt, was eine eigene Regelmechanik rechtfertigt.

Jedenfalls bleibe ich mal bei meiner Antwort vom letzten Mal: Ich hätte gerne ein PnP-Rollenspiel zur Fernsehserie Defiance. Das Setting bietet eine Sci-Fi-Dystopie in einem meiner Meinung nach sehr interessanten Zeitraum, nämlich dem, wo die Aliens gerade weder just mit Angriff drohen noch schon seit Jahrhunderten mit Menschen zusammenleben, sondern eben gerade erst vor ein paar Jahren angekommen sind. Die verschiedenen Alienspezies finde ich alle ziemlich cool, außerdem gibt es witzige Techniksachen und halt eine wilde Mischung aus restlicher menschlicher Zivilisation, wild terraformter Natur und fremder Alienkultur. Das würde ich wirklich gerne mal spielen.

Welches ist deine Lieblingsfantasyrasse und wieso?

Ich selber spiele am liebsten Menschen, weil mich die biologischen Abweichungen bei anderen Spezies immer irgendwie aus dem Spiel reißt. Wenn ich ständig dran denken muss, dass „ich“ nur 1,40 groß bin, im Dunkeln sehen kann und beim Geruch von Brot kotzen muss, komm ich nicht in Spiel rein. Ab und zu spiele ich schon mal Spezies,  die keine Menschen sind, aber denen halt recht ähnlich. Twi’lek zum Beispiel.

Abgesehen von den eigenen Charakteren wären bei meinen Lieblingsspezies die Neristu sehr weit vorne, die gehören zu DSA-Myranor und ich finde sie cool, weil sie ziemlich originell sind und mir noch nicht aus tausend anderen Fantasybüchern bekannt vorkommen. Neristu sind Humanoide mit vier Armen, blauer Haut und drei Nasenlöchern, die nachtaktiv sind und im Dunkeln sehen können. Sie haben eine ziemlich großartige Kultur, sind oft als sehr zwielichtig verschrien (was daran liegen könnte, dass es bei ihnen ganz offiziell sowas wie eine Gilder der Giftmischer oder Kopfgeldjäger gibt *g*), besitzen eine sehr interessante Glaubenswelt und sind untypisch, aber nicht zu fremdartig-abgefahren.

Gibt es eine bestimmte Art von Plot, die du bevorzugst, z.B. Intrigen, Kämpfen, Investigation?

Ich mag alles, bei dem man Mitdenken und Rätseln kann/muss. Also Detektivabenteuer, Intrigen, Rätsel lösen usw. Wobei auch kampflastige Abenteuer natürlich cool sein können, wenn entweder eine taktische Komponente dabei ist (und die SC auch in die Planung einbezogen werden) oder dabei einfach eine Stimmung gut rüberkommt, wie z. B. in einer großen Schlacht. Großartig finde ich auch so soziale Herausforderungen, also sowas wie sich verkleidet auf einen Ball einzuschleichen oder dergleichen.  Oder generell so heimliche Aktionen mit rumschleichen und verkleiden und verstellen. Was ist nicht so mag, sind reine Reiseabenteuer oder irgendwas, was zum Großteil aus Zufallsbegegnungen besteht (was bei Reiseabenteuern leider oft der Fall ist). Meist ist ein Abenteuer ja aber ohnehin eine Mischung aus verschiedenen Elementen.

Was steht bei dir beim Rollenspiel im Vordergrund: Spaß oder Immersion?

Ich verstehe die Frage nicht ganz, denn maximalen Spaß habe ich bei höchstmöglicher Immersion.

Aber vermutlich isses so gemeint, dass man sagen soll, ob man lieber versucht, ernsthaft-immersives Rollenspiel zu machen oder eher so Bier-und-Brezel-mäßig mit viel Gelächter spielt. In dem Fall: Sehr viel lieber ersteres, auch wenn es natürlich nicht immer und vor allem nicht am Stück durchzuhalten ist. Zumindest habe ich es noch nicht erlebt, dass in einer Spielsitzung gar nicht rumgeblödelt würde, aber das mag auch an der Dauer unserer Spielrunden liegen, die meist so irgendwo bei 8 Stunden aufwärts liegt. So lange kann man keine superernsthafte Stimmung aufrecht erhalten. Am liebsten mag ich es eigentlich, wenn lustige Situationen und witzige Sprüche aus dem Spiel heraus und zwischen den Charakteren entstehen. Aber natürlich kommt Outgame-Gelaber und dumme Flachwitze und Wortspiele trotzdem vor und auch öfter von mir selbst ausgehend als mir das eigentlich lieb ist. Aber ich finde, das muss man entspannt sehen. Wenn man so wie meine Runde fast jeden Samstag spielt, dann kann nicht jeder Spielabend das Highlight schlechthin sein, manchmal ist es auch ein Abend, um Pizza zu essen, vorm Spiel 2 Stunden lang über Serien und Computerspiele zu quatschen und 15 saudoofe Wortspiele zu machen. Trotzdem freue ich mich immer, wenn das mit der Immersion und dem Drama und so richtig gut klappt.

Jemand fragt dich, was Pen and Paper überhaupt ist. Antworte in einem Satz.

„Eine Art Mischung aus interaktiver Geschichte, Laienschauspiel und Gesellschaftsspiel – wie genau das aussieht, kann man sich auch im Internet anschauen.“

Nun ist es wieder an der Zeit, Leute zu nominieren! Langsam wird es echt schwer, es hatte ja gefühlt jeder schon das Stöckchen mindestens einmal.

Ich nominiere natürlich wieder Judith (mit oder ohne Christian), weil ich ein böser, gemeiner Mensch bin. Und außerdem auf eigenen Wunsch Julie und Sal. Und wenn sie mögen, auch den GM Raphi und den Nur-den-Tim. Und zwar mit folgenden Fragen:

  1. Welches Rollenspielprodukt in deinem Besitz bedeutet dir am meisten und warum?
  2. Welches Fantasy/SciFi-Klischee hängt dir total zum Hals raus?
  3. Womit schafft es ein Rollenspiel-Mitspieler, dass du ihn/sie sofort aus der Runde werfen willst?
  4. Wie findest du Let’s Plays, also Videos von echten Spielrunden? Schaust du welche? Stellst du selber welche online oder könntest du dir das vorstellen?
  5. Abseits des Rollenspiels: Was ist dein liebstes Brett- oder Kartenspiel für einen gemütlichen Spieleabend?
  6. Lagepläne, Battlemaps und Miniaturen für Kämpfe im PnP – yay oder nay?
  7. Du kriegst einen Haufen Geld und genügend Freizeit, um einen Fantasy- oder SciFi-Roman zu schreiben. Was wird es? Wo spielt es? Was sind die Hauptfiguren?
  8. Gibt es Musik, die du, abseits von Hintergrundmusik für Sitzungen, mit Rollenspiel oder deinen Charakteren verbindest?
  9. Regeln auf dem Tablet, Software zum Musikabspielen oder gleich reine Online-Runden: Wie viel Technik gehört für dich zum Rollenspiel?
  10. Wie kamst du eigentlich zum Bloggen?
  11. Wie sehr befasst du dich im Internet mit Rollenspielinhalten (Blogs, Foren, Videos usw.)?

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