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Mediengedöhns im … äh … Herbst, Teil 1

Gnarf gnarf. Das Blog liegt mal wieder brach ohnegleichen. Deshalb jetzt endlich mal ein Versuch, diesen Artikel hier in die Welt zu werfen, ich teile einfach mal auf und mache hier jetzt Bücher und Filme/Serien und dann einen weiteren Artikel mit gespielten Spielen und gehörten Podcasts, so.

Also. Medien von September bis … jetzt so.

Gelesen

An Büchern habe ich nur Roma Nova gelesen, und das habe ich ja neulich schon ausführlichst besprochen.

Ansonsten war ich leider wieder sehr lesefaul, was Bücher angeht. Ich hoffe, das ändert sich vielleicht doch noch, jetzt, wo ich diverse gemütliche Sitzgelegenheiten im neuen Wohnzimmer habe. Aber bisher war ich einfach weiterhin zu unmotiviert.

Allerdings möchte ich es beibehalten, im Mediengedöhns einige besonders im Gedächtnis gebliebene und lesenswerte Artikel zu verlinken, die ich in den letzten 2 Monaten gelesen habe.

Da ist zum Beispiel die Reportage über das Team, das den CumEx-Skandal recherchiert hat. Mit falschen Identitäten, Gesichtsmasken, einem übergelaufenen Insider und allem, was man sonst eher in einem Fernsehkrimi vermutet. Nur dass es hier echt ist. (Warum dieses Verbrechen in der breiten Öffentlichkeit so weitgehend unbeachtet bleibt – es ist mir ein Rätsel.)

Sehr, sehr lesenwert ist dieser Essay über das Erstarken der Rechten, den Wandel der Gesellschaft und wie das alles zusammenhängt.

Und passend dazu: Die Hans-Bremse, ein spannender Artikel über Frauen in der deutschen Politik. Woher der Titel kommt? Es gab von 1949 bis heute mehr verbeamtete Staatssekretäre namens Hans als Frauen in diesem Amt.

Dinge, über die man nie nachdenkt, und die dann doch einleuchten und nach einer sehr sinnvollen Änderung klingen: HBO hat jetzt eine Intimitäts-Koordinatorin am Set. Was das ist? Jemand, die drauf achtet, dass die Schauspieler sich mit den Sexszenen wohlfühlen.

Frauen müssen Wut zeigen dürfen, ohne dadurch als inkompetent, hysterisch oder lächerlich hingestellt zu werden. Jawoll, verdammt noch mal!

Politik und Fiktion gehen nie getrennte Wege: Das Märchen von der unpolitischen Fiktion.

Vordergründig ein Artikel zur Throne Room Scene aus The Last Jedi, vor allem in den letzten Absätzen aber eine Abhandlung darüber, warum man Dinge auch nicht mögen kann, wenn man sie mit eigenen schlechten Erfahrungen verbindet. Sehr spannend.

Und zum Schluss zweimal Fotos:

Portraits in Text und Bild von den großartigen Teilnehmerinnen der World Nomad Games.

Und ein Street Fotografer auf den Spuren der Vergangenheit.

Filme und Serien

Zweimal im Kino gewesen, beide Male sehr beeindruckt gewesen. Und zwar einmal zu Gundermann. Ja, den Namen kannte ich vorher auch nicht, auch wenn die Chance bei mir größer gewesen wäre, dass ich von dem schonmal gehört hätte, handelt es sich doch um einen bekannten DDR-Musiker. Allerdings war der in meines Vaters Ostrock-Sammlung nicht zu finden – mag damit zusammenhängen, dass nach der Wende rauskam, dass er für die Stasi gearbeitet hat. Und damit sind wir auch schon beim Film angekommen, denn der dreht sich unter anderem darum. Gerhard Gundermann (was ein Name!) war überhaupt eine ziemlich faszinierende Gestalt: Baggerfahrer im Tagebau und Musiker gleichzeitig, wegen Querulantentums aus der SED geworfen und später trotzdem von der Stasi angeworben. Der Film spielt in zwei Zeitebenen, einmal in den 70ern, als die Karriere von „Gundi“ so langsam in Fahrt kam, und einmal in den 90ern, als er nach der Wende fast noch richtig berühmt geworden wäre, bevor dann die Sache mit der Stasi rauskam.

Vor allem aber ist Gundermann mal wieder ein Beispiel dafür, wie wichtig es ist, Geschichten von denjenigen erzählen zu lassen, die sie erlebt haben. Es gab schon einige berühmt gewordene Filme über das Leben in der DDR, zumeist jedoch erzählt von westdeutschen Regisseuren und Autoren. Die vermutlich nie einen Film über Gundermann gemacht hätten, weil sie ihn schlicht nicht kannten. Aber hier jetzt: ostdeutscher Regisseur, ostdeutsche Drehbuchautorin, und das merkt man. Ich habe von der DDR ja nicht sonderlich viel mitbekommen, beim Mauerfall war ich gerade mal 4. Aber wie z. B. diese Hochhaussiedlung in Hoyerswerda im Film aussieht – ja, genau so war das. (Lustigerweise wohnten Freunde meiner Eltern nach der Wende in genau dieser Stadt, in genauso so einer Hochhaussiedlung, es kam mir alles sehr vertraut vor.) Es sind ganz viele kleine Szenen, die ein Bild von der DDR zeichnen, das mir aus den Erzählungen meiner Verwandten vertraut vorkommt. Am schönsten finde ich das bei der Szene gelungen, in der, kleiner Spoiler, Gundermann seinem Kumpel die Frau ausgespannt hat und mit der jetzt zusammenzieht. Und dann treffen sich die beiden Typen, vor dem Hochhaus, jeder mit seinem Umzugskarton, denn natürlich tauschen sie jetzt einfach die Wohnungen, Betrug hin, Verrat her, man kam ja nicht so einfach an Wohnraum, da musste man halt praktisch denken. DAS war echt so der Moment, in dem ich dachte, „boah, da weiß jemand, wovon er erzählt“. Ich behaupte, dass es so eine Szene in einem DDR-Film von einem rein westdeutschen Teamnicht gegeben hätte.

Ansonsten hat der Film natürlich viel Musik, komplett neu eingespielt und eingesungen von Hauptdarsteller Alexander Scheer und seiner Band (gibt es auch als Album). Ich mochte die Lieder und vor allem die Texte fast alle sofort im Kino, ein paar hab ich mir auch danach nochmal angehört. Sind einige Ohrwürmer dabei und einige wirklich tolle Lyrics.

ich mache meinen frieden mit dir, du großer gott
ich nehm‘ was du mir bieten kannst, leben oder tod
ich will mich nicht mehr drängeln und will mich nicht verpissen
und wer mich angeschissen hat will ich auch nicht mehr wissen
so fülle meinen becher, ich trink ihn bis zur neige
nun gib mir schon mein kreuz, oder eine geige

(Gundermann, „Ich mache meinen Frieden“, vom Album „Der 7. Samurai, 1993)

Der Hauptdarsteller, ich kannte ihn vorher nicht, weil ich ja kaum deutsche Filme gucke, ist jedenfalls auch sensationell. Optisch wurde er wirklich krass dem echten Gundermann angepasst, und sächseln kann er auch gut. Achja, das war auch noch so ein Aspekt des Films, den ich sehr mochte: Fast alle Hauptfiguren sächseln mehr oder weniger. Und das ist einfach so und wird nicht einmal benutzt, um sie irgendwie blöd, lächerlich oder sonstwie negativ darzustellen. Super waren dann auch noch die unglaublichen und wirklich beeindruckenden Panorama-Aufnahmen aus dem Tagebau. Insgesamt also wirklich eine große Empfehlung für einen vielleicht ungewöhnlichen, aber in jeder Hinsicht beeindruckenden Film.

Ich verlinke hier einfach auch nochmal das Interview mit dem Regisseur, nach dessen Lektüre ich dringend ins Kino wollte.

Und dann war ich noch in #FemalePleasure, (pro Tipp: Beim danach googlen das Häschtäg nicht vergessen…) davon habe ich neulich schon im Podcast erzählt. Großartiger Dokumentarfilm über fünf Frauen, die aus den Zwängen von Patriarchat und Religion ausbrechen und sich dafür einsetzen, anderen Frauen (und Männern) zu helfen. Der Film zeigt bemerkenswerte Parallelen aller fünf Weltreligionen auf, die alle mehr oder weniger die Rolle der Frau abwerten und Strukturen schaffen, die Macht zementieren und Missbrauch fördern, mal mehr und mal weniger. Dabei schafft die Doku es, einen gelungenen Tonfall einzuschlagen, der weder in rührseliges „diese 5 haben es geschafft, alles gut, keine weitere Tätigkeit nötig“ noch in fatalistisches „Menschheit kacke, bitte Komet, jetzt“ abdriftet, sondern mehr so in Richtung „der Anfang ist gemacht, jetzt müssen mehr Leute mit anpacken, um die Gesamtsituation zu verbessern“ geht. Hier ist die Homepage mit einem Trailer und einer Übersicht der vorgestellten Frauen. Läuft aktuell noch in den Kinos, nächstes Jahr kommt wohl die DVD (und hoffentlich auch die Verfügbarkeit über Streamingdienste). Wirklich sehr empfehlenswerte Doku, ich bin froh, dass ich mich noch zum Kinobesuch aufgerafft habe.

Und damit zuuuurüüüück zur Popkultur: Die dritte und letzte Staffel von Avatar – The Last Airbender habe ich inzwischen auch gesehen. Hach. So viel Liebe. Noch nicht mal unbedingt für das Finale, das war zwar nett und episch und so, aber im Prinzip wurde alles Wichtige ja vorher schon geklärt und musste dann nur noch ausgefochten werden. Aber die Folgen vorher! Da waren so viele großartige Sachen dabei, ich wüsste gar nicht, wo ich anfangen soll. (Auf Twitter entspann sich da neulich eine sehr lustige Diskussion, in der alle versuchten, möglichst ohne Spoiler ihre Lieblingsfolge zu nennen und ein Gif dazu zu posten.) Jedenfalls eine fantastische Serie, ich werd die bestimmt noch ein weiteres Mal gucken. Aber erstmal Legend of Korra.

Und tatsächlich hab ich von Legend of Korra auch schon Buch 1 und 2 gesehen, irritierenderweise bei Amazon Prime beides unter „Staffel 1“ geführt. Aaaaaah Korra. So. Viel. Liebe. Ich glaube, es gefällt mir fast noch besser als Avatar, weil die Charaktere ein bisschen älter sind und die Geschichte weniger klassisches Heldenreise-Weltretten ist. Außerdem finde ich es einfach so großartig, wie Personen und Familien und Themen aus Avatar weiterentwickelt werden und was da alles draus gemacht wird. Und dass es nicht nur um die jugendlichen Helden geht, sondern auch relativ viel um die ältere Generation, also die Kinder der Avatar-Protagonisten, finde ich absolut toll. Wann sieht man schonmal so viele coole Charaktere, die so um die 50 sind? Und dann noch der Jugendstil-Look. Und die unglaublich tolle Musik! Und Korra ist einfach so herrlich anders als Aang und dann auch noch ALL DAS LIEBESDRAMA, ich liebe es (und es passt hier auch viel besser – Aang fand ich für den ganzen Liebeskrempel ja immer etwas SEHR jung). Ich bin sehr gespannt auf den Rest der Serie.

Und jetzt komm mir keiner mit „da gibts doch ne neue Serie von den Avatar-Machern“, denn natürlich hab ich auch The Dragon Prince schon gesehen. Alle 9 Folgen an einem Tag, denn ich wollte nur mal reinschauen und konnte dann nicht mehr aufhören. Auch wieder wirklich sehr toll gemacht, wunderbare diverse Charaktere (Amaya!!!), tolles Worldbuilding und bisher eine schöne, spannende Geschichte, auch wenn sie noch nicht ganz die Epik von Avatar erreicht. Ist aber auch kein Wunder, war ja nur eine halbe Staffel – ich hoffe, die 2. kommt bald und mit mehr Folgen.

Und weil ich gerade so schön drin bin in animierten Serien, habe ich neulich, als ich migränig daheim herumlag, an einem Tag alle 13 Folgen der neuen SheRa-Serie geschaut. Aaaaaah! Schon wieder so viel Liebe. Ich kenne die alte Serie überhaupt nicht, die neue hat mich aber echt begeistert. Tolle Charaktere in toller diverser Optik, schöne Story, ganz viel Fokus auf Freundschaft und gegenseitiges Unterstützen, so viel queerer (Sub)-Text, dass ich nur am Grinsen war, und dann gab es EINE PROM-FOLGE. Mit Kleid-Aussuch-Montagen, Eifersuchtsdrama und plotrelevanter Tanzsszene, und allein dafür hat die Serie sich schon gelohnt, aber generell lohnt die sich, weil … einfach toll und bunt und bunt und divers und hach. Guckt das mal.

So und dann war da natürlich noch das MCU, was auf Netflix weiterging. Und jetzt reihenweise abgesetzt wird, gnarf.

Die zweite Staffel Iron Fist haben vermutlich viele erst gar nicht angefangen, weil die erste so schlecht war. Was der zweiten unrecht tut, denn die ist wirklich verdammt cool und hat mich am Ende ungläubig, aber hocherfreut zurückgelassen. Eigentlich macht die Staffel wirklich alles richtig. Danny entwickelt sich konsequent weiter und ist wesentlich weniger nervig und blöd als in Staffel 1, sondern kämpft mit seinem Dasein als Iron Fist und seiner Vergangenheit. Genauso wie Ward, der versucht, ein besserer Mensch zu werden, und dabei ziemliche Mühe hat. Es gibt Folgen, die sind so großartig deutlich in ihrer „toxic masculinity schadet Männern übrigens ebenso sehr wie Frauen“-Botschaft, ich hab es echt gefeiert. Und dann sind da natürlich Colleen Wing und Misty Knight, die einen guten Teil der Staffel als großartiges, kompetentes und witziges Duo unterwegs sind. Verdammt, Disney, wenn ihr schon alles absetzt auf Netflix, dann gebt mir wenigstens die Daughters of the Dragon-Serie auf eurem Streaming-Dienst, ey! In jedem Fall – die Staffel hat nur 10 Folgen, was ihr merklich gut tut, und auch wenn es nach der Staffel nicht weitergeht, kann und sollte man sie trotzdem schauen, wenn man das MCU generell mag. Es hört nicht so richtig mit einem Cliffhanger auf, sondern mehr mit einem einigermaßen okayen Abschluss, aber vielen Andeutungen, was noch kommen könnte. Das geht schon als Schlusspunkt. Sehr viel besser als der Cliffhanger in der 2. Luke Cage-Staffel, der jetzt nie aufgelöst wird … hab ich schon erwähnt, wie ich diese Lizenz-Geschacher-Absetzungsscheiße hasse???

So und dann war da noch Daredevil, Staffel 3. Meiner Ansicht nach auch die beste Staffel der Serie, weil sie es endlich hinbekommt, nicht das Finale total zu verkacken, das war in den ersten beiden Staffeln ja jedesmal der Tiefpunkt der Staffel für mich, vor allem in Staffel 2. Diesmal klappt aber auch das, und die Staffel ist total großartig. Fisk ist wieder dabei, es gibt eine Karen-Rückblicksfolge, es gibt ein paar neue, tolle Charaktere, es gibt noch irrwitzigere Hallway-Fights … tolle Sache. Und das Ende war für mich perfekt als Serienabschluss, auch wenn es bitter ist zu lesen, dass Staffel 4 schon komplett geplant war, als die Absetzung beschlossen wurde. Hab ich schon erwähnt….etc.pp???

Und dann natürlich noch: Die vierte Staffel von Better Call Saul. Irgendwie ist man bei der Serie ja schon fast gewohnt, dass sie eine irrsinnige Qualität in jeglicher Hinsicht hat. Trotzdem haben einige Folgen, Szenen und vor allem Montagen der 4. Staffel da nochmal eine ganze Schippe draufgelegt. Better Call Saul hat weiterhin ein gemächliches Tempo, viel Zeit für Charakterstudien und ist für mich gleichzeitig immer noch in jeder Folge von der ersten bis zur letzten Minute spannend. Unglaubliche Serie, ich hoffe, sie bekommt wenigstens noch eine Staffel. Von mir aus dürfen es aber auch gerne noch mehr sein.

Ich hab das dumpfe Gefühl, was vergessen zu haben, wenn es mir noch einfällt, wird es nachgeliefert.

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Rezension: Roma Nova

Disclaimer 1: Ich habe ein Rezensionsexemplar erhalten. Ob das hier damit jetzt unter Werbung fällt, muss vermutlich jeder selbst entscheiden. Fühlt euch hiermit darauf hingewiesen.

Disclaimer 2: Ich kenne die Autorin. Wir ham da so nen Podcast zusammen. Ich würde trotzdem sagen, wenn ich das Buch doof fände. Ja ja, das müsst ihr mir jetzt einfach glauben.

Was wäre, wenn Rom keine Stadt, sondern ein Planet wäre, Gladiatorenkämpfe ein Hightech-Spektakel und der Spartacus-Aufstand eine Science Fiction-Geschichte? Das ist so ungefähr die Grundprämisse von Judith Vogts Roman Roma Nova, der auch keine ganz gewöhnliche Entstehungsgeschichte hat. Das Buch war eine Auftragsarbeit für einen Filmproduzenten, schaffte dann doch noch den Weg in den Buchhandel und wer weiß, vielleicht wird es ja irgendwann wirklich noch verfilmt. Auf jeden Fall gibt es sensationell coole Konzeptzeichnungen, die man sich hier angucken kann. Dort steht auch noch mehr dazu, wie es überhaupt zum Buch kam.

Das Setting von Roma Nova geht also nicht von der Prämisse aus, dass Rom nie aufgehört hat zu existieren und irgendwann den Weltraum erobert hat, sondern versetzt das römische Imperium einfach in ein SciFi-Setting. Rom ist zwar eine Stadt, nimmt aber den ganzen Planeten ein. Der Rubicon ist kein Fluss, sondern ein Asteroidengürtel, die römischen Kolonien sind andere Planeten und der gefürchtete Hades ist ein mysteriöses, von einem Schwarzen Loch dominiertes Weltraumphänomen. Es gibt alles, was man aus dem alten Rom so kennt, aber halt in einer SciFi-Variation: Prätorianer mit Energiefeldern als Schilden, Raumschiffe mit Rammspornen und Arenakämpfe, die an eine Mischung aus Castingshow und Hunger Games erinnern. Die Patrizier Roms nehmen ihre Tabula zur Hand – dahinter verbirgt sich dann aber eine Art Tablet/Smartphone mit Internet, Chatprogrammen und Fernsehsendern. Aber trotz dieser HighTech-Gesellschaft ist die Gesellschaft Roms so, wie man sie aus der Antike kennt. Reiche Patrizierfamilien streiten um Ansehen und politische Macht, es gibt – logischerweise, beim Thema Spartacusaufstand – Sklavenhaltung, Frauen gehören ihrem Vater, bis sie an ihren Ehemann übergeben werden und haben insgesamt wenig zu melden. Die Intrigen der Oberschicht vermischen sich hin und wieder mit den Machenschaften von Unterweltkartellen – und dazwischen wollen die meisten einfachen Bürger Roms einfach nur überleben. Und vielleicht das neue Spartacus-Parfüm zum Namenstag.

In dieses Antike-meets-SciFi-Setting mischt sich dann auch noch ein Schuss Fantastik und Übernatürliches, was vielleicht erstmal seltsam klingt, für mich aber sehr gut funktioniert hat. Immerhin war die römische Antike vom Glauben an diverse Götter, Heilige und Heroen bestimmt, und von da ist es nur ein kurzer gedanklicher Schritt zu Seherinnen mit prophetischen Fähigkeiten, mechanischen Herzen, die ihren eigenen Willen haben, und gruseligen kleinen Mädchen, hinter denen sich etwas ganz anderes verbirgt. Gerade der Mix aus Raumschiffen, Energieschilden und Hightech auf der einen und der römisch-antiken Glaubenswelt auf der anderen Seite hat dafür gesorgt, dass das Setting mich extrem begeistert hat. Ich glaube, ich habe alle 50 Seiten „ich will da ein Rollenspiel zu…“ vor mich hingemurmelt. Allein die verschiedenen Verbrecherkartelle in Rom! Die Cyprioten, die quasi Technomancer sind! Die verschiedenen Planeten mit ihren Eigenheiten! Rom als planetenumspanende Cyberpunkstadt! Der Hades! Ich habe da dringenden Bedarf an einem weiteren Roman oder einer Kurzgeschichtensammlung oder einem Rollenspielsettingband. Oder allem davon! Noch ist in die Richtung nichts angekündigt, aber ich darf ja hoffen.

Aber erstmal zurück zum Roman: Im Mittelpunkt stehen die Gladiatoren der großen Arena Roms, die Patrizierfamilie der Mariner und Morisa, eine versklavte Seherin aus dem Volk der Thraker. Diese will sich an Familienoberhaupt Lucius Marinus nicht nur rächen, weil er sie seit Jahren als Sklavin hält und missbraucht, sondern auch, weil er ihren Ehemann Drennis ebenfalls versklavt und als Gladiator in die Arena befördert hat – wo er unter dem Namen Spartacus Ruhm und Ansehen der Mariner-Familie mehren soll. Da kommt es nur gelegen, dass Lucius mit seinem Party-Raumschiff gerade so weit draußen in der Galaxis kreist, dass ein Schiff des Hades die Prätorianer und Gäste mal so richtig aufmischen kann. Morisa nutzt also die Gelegenheit, nicht nur ihre Freiheit zu erlangen, sondern auch noch Einfluss auf einige wichtige Personen auszüben, die Spartacus auf Umwegen in die Freiheit verhelfen sollen. Der bekommt währenddessen gerade ein künstliches Herz eingepflanzt, um zum Star der Arena aufzusteigen. Und wenn das jetzt schon nach viel Action klingt: Das ist gerade einmal der Auftakt des Romans und damit geht es erst richtig los.

Auf den etwa 600 Seiten entwickelt Roma Nova dann eine Geschichte, die mich beim Lesen sehr mitgerissen hat: Das Leben der Gladiatoren in ihrem Zwiespalt aus Freundschaft und Konkurrenz, die spektakulären Kämpfe, die politischen Intrigen der Patrizier, die Mythen der künstlichen Herzen und des Hades, die ungewöhnliche Liebesgeschichte … es ist eine vielschichtige und actionreiche Handlung mit spannenden Protagonisten. Spannend sollte hier nicht mit sympathisch verwechselt werden, denn viele der Charaktere sind nicht unbedingt so drauf, dass ich gerne einen Tee mit ihnen trinken würde. Aber genau das macht für mich Roma Nova auch so glaubwürdig – die Protagonisten sind in ihrem Handeln, Glauben und Denken eben verstrickt in die Zwänge und Moralvorstellungen der römischen Gesellschaft und erliegen ihren eigenen Schwächen ebenso wie den unsichtbaren Fäden der Marionettenspieler im Hintergrund. Trotzdem macht es Spaß, mit ihnen mitzufiebern. Die meisten der Charaktere fand ich auch wirklich sehr cool, gerade bei den Gladiatoren gab es einige schräge Gestalten, aber auch die Patriziertochter Constantia, die unfreiwillig aus ihrem Leben ausbricht und das dann doch ganz gut findet, hat mir gut gefallen. Einzig der Handlungsstrang um Marius Marinus, den jüngsten Sohn der Familie, hat mich nicht ganz so sehr begeistert. Lange war mir nicht klar, auf was er sich denn da eingelassen hat, und letztendlich waren die Auswirkungen auf die gesamte Geschichte auch eher gering. Zwar bringt dieser Aspekt der Story noch mehr von den coolen Unterwelt-Dingen Roms ins Spiel, aber der Fokus des Romans liegt halt doch ganz klar woanders, sodass einfach zu wenig Platz war, seine Pläne und Geschäftspartner so richtig gut rüberzubringen. Auch das Ende seines Handlungsstrangs versandet dann eher – schreit natürlich nach einer Fortsetzung, aber darauf ist das Buch ja eigentlich gar nicht angelegt. Auch einige andere Nebenfiguren kriegen keinen so richtig runden Abschluss, da hätte für mich gerne noch ein paar Szenen mehr drin sein dürfen, die auch den eher unwichtigen Figuren noch einen Ausklang gönnen. Aber das tut dem Lesevergnügen insgesamt keinen Abbruch, denn gerade die Geschichte um Morisa, Drennis, Ianos und Constantia fand ich bis zum Ende hin großartig.

Was Roma Nova für mich besonders stark macht, ist, wie politisch aktuell es sich anfühlt. SciFi hin und Gladiatoren her, viele Themen des Romans gehen über den eigentlichen Plot hinaus und ließen mich beim Lesen unwillkürlich immer wieder über aktuelle Politik und die darüber geführten Diskussionen nachdenken. Natürlich ist das Rom, das im Buch entworfen wird, in vielen Punkten anders als unsere heutige Gesellschaft. Aber viele der Konflikte und gesellschaftlichen Konstrukte gehen dann eben doch auf Einstellungen und Ansichten zurück, die auch heute immer noch verbreitet sind. Klar, heute gehört eine Frau nicht mehr ihrem Vater, bis er sie ihrem Ehemann übergibt – aber den unsäglichen Brauch, bei den Eltern der Braut um Erlaubnis für die Hochzeit zu fragen, gibt es eben doch immer noch. Klar, es kämpfen hier keine Gladiatoren live vor der Kamera um ihr Leben – aber ist es so viel anders, sich anzugucken, wie die Leute im Dschungelcamp Würmer fressen müssen oder sich darüber das Maul zu zerreißen, dass Schauspielerin X auf unvorteilhaften Paparazzi-Fotos ganz klar Cellulite hat?

Die in Roma Nova entworfene Gesellschaft ist nicht besonders nett. Da baut ein Konsul eben Scheiße und sorgt für den Tod unschuldiger Bürger – nicht so schön für ihn, aber natürlich verliert er maximal seinen Posten und wird ins Innenministerium befördert muss auf ein anderes Amt umziehen, oder sein Ruf ist ein bisschen in Gefahr, oder er muss mal ein paar mildtätige Gaben an die Armen spendieren und sich dabei filmen lassen. Trotzdem geht es ihm weiter gut, er hat nichts zu verlieren – die Mächtigen kreisen in ihrer eigenen Sphäre und sind unantastbar. Ebenso krass ist der Unterschied zwischen Sklaven und Bürgern Roms – während es für die Bürger Roms kein Problem ist, dass Sklaven sich zur Unterhaltung gegenseitig abschlachten, dass sie verkauft, missbraucht und vergewaltigt werden, haben die römischen Bürger ihre Rechte und auch die politische Oberschicht weiß, dass ein Bürgerkrieg droht, wenn die Prätorianer nicht nur Sklaven, sondern auch Römer töten, egal, wie niedriggestellt diese auch sein mögen. Diese Unterscheidung in zwei distinktive Gruppen, von denen die eine Menschenrechte hat und die andere eben nicht, ermöglicht erst die Grausamkeiten, die auch in unserer Zeit noch immer vorherrschen. Erst, wenn man vor sich selbst und seiner Peer Group gerechtfertigt hat, dass illegale Einwanderer eben keine Menschenrechte haben, kann man Kleinkinder in Käfige sperren und das als Lösung eines Problems ansehen.

Unter der Oberfläche der spannenden Geschichte brodeln da einfach unglaublich viele spannende Fragen und aufgezeigte Probleme. Kann man als privilegiertes Mitglied einer Gesellschaft etwas gegen deren Grundsätze tun? Sollte man es, auch wenn es das eigene Leben schlechter machen wird? Kann es zwischen Sklaven und ihren Besitzern je zu einer aufrechten Freundschaft kommen? Wieso stehen nicht alle Sklaven auf und wenden sich gegen ihre Besitzer, wo sie doch die Macht dazu hätten? Auch der ganze Komplex von Männlichkeit und Sexualität ist meiner Meinung nach gelungen abgedeckt, zumal mir nicht sehr viele andere Bücher einfallen, in denen Männer sich über ihre Kampffähigkeiten hinaus auch noch als irgendwie begehrenswert für irgendeine Zielgruppe vermarkten müssen, um Erfolg zu haben. Und auch so Dinge wie „natürlich schadet es dem Ruf eines Gladiators nicht, mit einem anderen Mann zu vögeln und sich dabei filmen zu lassen und das Video zu verbreiten – aber puuuuuh, er hat sich in die passive Rolle beim Sex begeben und das ist so weibisch und schadet seinem Ruf“ – eine absolut ins Setting passende Szene, die aber trotzdem Fragen zum Thema (toxische) Maskulinität aufwirft und deshalb auch über die eigentliche Story hinaus relevant ist. In eine ähnliche Richtung geht der Konflikt von Lucius Marinus und Spartacus, die sich vermutlich ähnlicher sind, als sie selber zugeben würden und die zeigen, dass ein gewaltsamer Konflikt im Grunde genommen immer gleich endet – egal, wie viele Sklaven, Soldaten und Unschuldige mit hineingezogen werden.

Insgesamt hat mich dieser Aspekt des Romans sehr beeindruckt. Er zeigt einmal mehr, wie gut und wichtig es ist, politische und gesellschaftliche Themen auch in der Science Fiction und Fantasy aufzuwerfen (zumal es keine nicht politische Unterhaltungsliteratur gibt, wozu ich demnächst nochmal einen Artikel verlinken werde). Dass das Ende des Romans dementsprechend auch eher realistisch ausfällt und zwar so mancher Charakter zu einem Happy End findet, aber sich nichts Grundsätzliches ändert, ist dann umso passender und war bei der historischen Vorlage natürlich auch irgendwo zu erwarten.

Ceterum censeo: Roma Nova ist ein spannender Roman mit einem saucoolen Setting – unterhaltsam und gleichzeitig mehr als nur eine aufregende Geschichte, da die beschriebene Gesellschaft des römischen Weltraumreiches in vielen Punkten zum Nachdenken anregt. Große Empfehlung.

(Und jetzt bitte Teil 2, lieber Bastei-Lübbe-Verlag, in dem Gaia Sabina endlich Twitter erfindet.)

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#RPGaDay2018 und Tagebuchbloggen, Tag 8

Und weiter geht es:

Frage 8: Wie kriegt man mehr Leute zum Rollenspielen?

Hachja, eine der klassischen Fragen der Szene, in der der Schwund der Spieler und die Überalterung der Gruppen und das früher-war-alles-besser fast schon gebetsmühlenartig in den Foren und sozialen Medien beklagt wird. Wie man vielleicht schon raushört – ich bin nicht unbedingt der Meinung, dass die Szene ein Problem mit Nachwuchs hat. Klar ist die Konkurrenz durch Computerspiele und dergleichen groß, andererseits war es aber noch nie so leicht wie heute, den Einstieg ins Hobby zu finden. Noch vor ein paar Jahren wusste überhaupt gar keiner, was Pen and Paper-Rollenspiel überhaupt ist und wenn man sagte, man ist Rollenspielerin, dann dachten alle komische Dinge. Heute haben Serien wie The Big Bang Theory (so bescheuert die Auseinandersetzung mit dem Thema Nerdtum da auch ist) oder Community schonmal das Konzept massentauglich gemacht. Und wenn man sich vage dafür interessiert und mal danach googelt, dann findet man meistens nicht nur die Bücher, die man kaufen kann, sondern eben oft auch gleich Erfahrungsberichte oder Plattformen zur Gruppensuche oder Actual Plays. Und gerade letztere sind natürlich sehr wertvoll, weil man dann gleich sehen kann, wie das denn in der Praxis so aussieht, und auch, dass es nicht in jeder Gruppe gleich abläuft. Außerdem scheint es, hierzulande leider noch nicht so sehr, in den USA offenbar erfreulicherweise schon, so zu sein, dass inzwischen auch immer mehr öffentlich sichtbare Spieler*innen und Spielleiter*innen existieren, die halt nicht die typischen Gamer sind, und das damit das Hobby auch für diejenigen interessant wird, die nicht die Quotenminderheit in einer ansonsten sehr gleichförmigen Truppe sein wollen. (Es folgt Podcast-Content aus der letzten Folge: Tatsächlich hat, vermutlich sowohl durch die etwas erzähllastigere Struktur der 5. Edition als auch durch die aktive Actual Play-Community, die Anzahl der weiblichen DnD-Spielerinnen stark zugenommen, von ca. 22 auf ca. 40 %. Gleichzeitig sind damit auch die Verkaufszahlen angestiegen, 2017 war wohl ein sehr erfolgreiches Jahr und 2018 ging genauso weiter. Es scheint sich also auch finanziell zu lohnen, das Zielpublikum zu erweitern.)

Ansonsten kann man aber natürlich auch was tun, wenn man nicht gerade zufällig einen Verlag besitzt. Gerade aufs Thema Actual Plays möchte ich nochmal eingehen, immerhin gab es gerade auf den GenCon einen Diana Jones Award for Excellence in Gaming für die Actual Play-Community allgemein. Für mich sind gute Actual Plays auch in den letzten Jahren eine große Inspiration geworden – mir angucken, wie Rollenspiel eigentlich funktioniert, muss ich natürlich nicht mehr, aber mir angucken, was beim Rollenspiel alles so möglich ist, was Story, Charaktere, Ideen und Darstellung angeht – Holy Shit, da geht noch so einiges! (Ich beziehe mich da natürlich auf die APs, die halt meiner Meinung nach richtig gut sind, also hauptsächlich die vom Oneshot Network. Ich habe weiterhin kein Interesse, einfach nur Leuten beim Spielen zuzugucken, die das auch nicht anders machen als ich selber.) Außerdem ist es ein sehr bequemer Weg, neue Systeme kennenzulernen, ohne sie selber zu spielen oder zu lesen.

Dann gibt es natürlich noch das Thema Conventions, auch da kann man was für die Nachwuchsförderung tun. Oder natürlich selber hingehen und eine Gruppe suchen, wenn man spielen möchte und keine hat. Tatsächlich möchte ich nochmal betonen, dass die besten Cons für diesen Zweck eigentlich die sind, die eben keine reinen Pen-and-Paper-Cons sind, denn nirgendwo kriegt man leichter generell nerdaffine Leute zum Rollenspiel als auf einer Veranstaltung, wo viele vielleicht auch wegen Jugger, Lesungen, Abhängen in Gewandung oder Brettspielen hingehen und dann ohne Probleme auch mal 4 h ins Rollenspiel reinschnuppern können. Schon deswegen halte ich Cons wie die NordCon für extrem wichtig für die Szene.

Und schlussendlich kann natürlich jeder selbst was tun, um neue Spielende zu gewinnen. Das bedeutet vor allem natürlich, Runden für Einsteiger anzubieten und Leute dazu einzuladen, die generell interessiert sind. Natürlich ist das immer eine Frage von Zeit und Energie, deswegen würde ich es auch keinem übelnehmen, wenn er oder sie das nicht oder nicht häufig schafft. Ich habe dieses Jahr tatsächlich schon zwei Runden geleitet, die gezielt für Einsteiger oder Leute, die lange nicht gespielt hatten, gedacht waren. Tatsächlich sind ja sowieso die meisten meiner Freunde und Bekannten eh Rollenspieler, aber ab und zu lerne selbst ich ja mal andere Leute kennen *hust*. Wenn generell Interesse vorhanden ist, merke ich mir das und wenn es sich dann mal zeitlich anbietet, dass ich was leite, dann frag ich nach, ob Zeit und Lust vorhanden sind. Oder aber ich organisiere, dass jemand ander leitet und spiele mit. (Generell wird ja unterschätzt, wie wichtig es ist, dass es nicht nur Leute gibt, die leiten, sondern auch Leute, die gerne und gut Runden organisieren. Und nein, das muss nicht die selbe Person sein. Aber das ist ein anderes Thema.)

Für solche Einsteigerrunden kann ich empfehlen, nicht einfach einen Gast in die feste Runde – und da gar noch in die laufende Kampagne – einzubauen. Haben wir zwar auch schon gemacht, aber es blieb dann immer sehr deutlich, wer Stammspieler ist und wer nicht. Besser was anderes planen, einen Oneshot oder gleich ein neues System. Möglichst das System und das Setting an die Wünsche des Spielenden anpassen, dessen erste Session das wird, umso größer ist die Chance, dass das Hobby auch zündet. Gerade wenn man für mehrere Neueinsteiger leitet – keep it simple. Hey, endlich ist mal keiner dabei, der alle Plots zu ausgelutscht findet oder alle Monster an einer vagen Beschreibung erkennt! Das ist für die Spielleitung auch ein Vorteil. Der Plot muss jetzt nicht „rettet Jobst“ sein, aber man kann es durchaus gradlinig und klassich halten. Schön gemacht Einsteigerboxen, wie die für Splittermond oder Star Wars helfen natürlich, zumal die Abenteuer darin auch eine ausreichend kurze Länge haben. Ich würde diese Runden auch möglichst immer mit Archetypen spielen, es sei denn, Charakterbau geht wie bei PbtA in 15 Minuten. Und dann dran denken: Die Session ist der erste Versuch fürs Hobby und wenn sie zäh und frustrierend läuft, kann es auch der letzte sein. Wenn ihr mitspielt, macht vor, wie mans macht, sprecht in character, sprecht den/die neue(n) Mitspieler gezielt an, lasst ihnen Platz und buttert ihre Ideen nicht unter. Wenn ihr leitet: Kriegt es irgendwie hin, die Stärken des Rollenspiels rüberzubringen und ändert, handwedelt und biegt dazu, was immer nötig ist. Scheißegal, ob die korrekte Regelanwendung anders wäre, scheißegal, ob eine coole Idee eigentlich nicht funktionieren würde, scheißegal, ob der Endgegner nach dem fantastisch coolen Manöver des Neueinsteigers eigentlich noch 2 Lebenspunkte hätte. Das kann man alles dann nochmal korrekt machen, wenn er/sie länger dabeibleibt. Zeigt, was möglich ist, was Spaß macht, WARUM ihr dieses Hobby mögt.

So. Ich glaube mehr als den Hinweis, dass man das inzwischen alles auch ganz wunderbar online machen kann, hab ich dazu jetzt auch wirklich nicht mehr zu sagen.

Tagebuchblogcontent

Gestern wieder um 06:00 aufgestanden. Es war noch wunderbar kühl. Alle Fenster aufgerissen, Yoga gemacht, dann fertiggemacht für die Arbeit und ins Büro, auch da alle Fenster aufgerissen. Gearbeitet, nebenher gebloggt und andere Internetdinge getan, völlig entnervt gewesen von den lauten Fräs- und Bohrgeräuschen. Deswegen dann auch das mitgebrachte Mittagessen schon kurz vor der Pause gegessen und in der eigentlichen Pause dann zu der einen sehr guten Eisdiele hier in der Nähe spaziert. Nougateis und Jogurth-Aprikose-Eis gegessen. War super. Durch die Hitze zurück. Mehr Arbeit, mehr Müdigkeit. Feierabend, Podcast hörender erstmal in den Park gefahren. Dann dort nach Ende der Folge das neue Buch von Judith angefangen, allerdings kam ich nicht weit. Das Buch ist nämlich offensichtlich magisch und mit einem Zauber belegt, der Themen des Buches in die Wirklichkeit bringt. Oder so. Jedenfalls las ich über muskulöse, sich duellierende Gladiatoren und dann … war da ein Typ, der als römischer Gladiator auch eine gute Figur gemacht hätte. Und machte da irgendwelche Dehnübungen, oben ohne natürlich. Ich bin ja auch nur ein Mensch, deswegen setzte ich mir dann meine Sonnenbrille auf und schaute immer abwechselnd ins Buch und auf den Typen. Irgendwann ging er dann. Eine Minute später kam ein anderer Typ, warf sein Shirt von sich und begann Burpees zu machen. Viele Burpees. Und Lunges, und andere Übungen, und das Ganze natürlich auch mit freiem Oberkörper. Und während ich mich schon fragte, in welcher Realität ich gerade aus Versehen gelandet bin, kam dann ein DRITTER Typ, baute 3 Meter neben mir Turnringe an einen Baum an und warf auch sein T-Shirt von sich, um dann superkrasse Übungen zu machen. So einhändige Klimmzüge an den Turnringen und Handstand mit Liegestütz und all sowas. Es war ein wenig absurd. Also sehr cool anzusehen, aber so geballt ist mir das in den Park noch nie aufgefallen. Also entweder ist da Dienstags Hot-guys-work-out-Thementag oder das Buch hat übernatürlich Kräfte. Also – wenn ihr einen Mangel an gutgebauten Gladiatoren in eurem Leben habt, kauft Roma Nova! Falls sie sich nicht in eurer Nähe manifestieren, sobald ihr das Buch aufschlagt, gibt es wenigsten IM Buch welche. (Und es ist ansonsten auch bisher sehr spannend und hat ein cooles Setting.)

Der Mitbewohner holte mich ab, wir gingen heim, die Wohnung war dank des morgendlichen Lüftens schön kühl. Zum Abendessen gabs dann Wassermelone mit Feta und Basilikum (nom!), Reissalat mit Tomate und Feta und Obst mit Eis. Und ne Folge Orange is the New Black und dann wars schon wieder 22 Uhr und ich fiel sehr müde ins Bett .

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