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RPG-Blog-O-Quest #040 – Rückblick 2018

Im Rahmen von „mal wieder mehr bloggen“ mache ich doch direkt mal bei der diesmonatigen Blog-O-Quest mit. Es ist noch Januar, da geht ja noch ein Jahresrückblick, nicht wahr?

Was ist die RPG-Blog-O-Quest?

  • An jedem Monatsersten gibt es fünf Fragen/Lückentexte rundum das Hobby Rollenspiel, welche auf Blogs, in Podcasts, Vlogs oder Foren zu beantworten (bzw. auszufüllen) zu sind.
  • Jeder Monat hat ein anderes Hauptthema um das sich die Fragen drehen.
  • Über die Zusendung der Links, per Mail, Kommentar, usw. freuen sich die Fragesteller.
  • Jeder, der sich die Zeit nimmt, die Fragen zu beantworten ist herzlich Willkommen.
  • Die “RPG-Blog-O–Quest” Logos dürfen in den Beiträgen benutzt werden.

Dieses mal stammen die Fragen, die sich im Januar traditionell um einen Blick zurück auf das vergangene Jahr beziehen, von Greifenklaue.

1. Welches Rollenspielereignis war für dich am prägnantesten in 2018?

Die 3W6-Con. Also das war einfach so ein anderes Level von Con-Erlebnis, dass es schon ein bisschen absurd war. Alles, was ich an Cons mag (nette Leute treffen, Spiele ausprobieren, schnacken und rum-nerden) minus alles, was ich an Cons nicht mag (laute Spielräume mit mehreren Runden, drängeln am Rundenaushang, sich überschneidende Timeslots) und dazu dann noch der Fokus auf Erzählspiele und eine Atmosphäre, die echt anders war als auf anderen Conventions – irgendwie herzlicher und offener, was wohl auch an der kleinen Größe der Con lag, und eben daran, dass die Leute, die den Podcast hören und mögen, ein sehr ähnliches Verständnis vom Umgang miteinander haben. Es war trotz meiner unfassbar ätzenden 72-Stunden-Dauermigräne of doom ein absolut großartiges Erlebnis und ich freue mich schon auf die nächste Con. Prägant fand ich die Convention vor allem deswegen, weil sie gezeigt hat, WIE anders sich eine Veranstaltung anfühlen kann, wenn im Vorfeld ganz offensiv kommuniziert wurde, dass ein respektvoller, liebevoller und freundlicher Umgang miteinander angestrebt wird; und das auch praktisch umgesetzt wird durch die Community Standards, die vorgeschriebene X-Card oder auch durch so coole Ideen wie die Charakterklassen-Namensschilder, die spielerisch Punkte verteilen für nette Dinge, die man füreinander tut. Es ist einfach irgendwie eine … offensivere Art von Nettigkeit, was jetzt irgendwie blöd klingt, aber total lobend gemeint ist. Es macht einen Unterschied, ob ich, was hoffentlich auf auf jeder anderen Con so ist, unter allgemein decent human beings herumlaufe, die sich okay verhalten, oder ob es Zielsetzung ist, dass jeder darauf achtet, dass die Con für sich selbst, aber auch für alle anderen, das bestmögliche Erlebnis werden soll, und überlegt, wie man da hinkommt. Das können so kleine Sachen sein, wie die Frage, ob man es mit oder ohne Licht im Raum angenehmer findet, aber natürlich auch das Aufeinander achten bei Spielen, die vielleicht emotional aufwühlend werden können. Es gab einfach so viele nette Vorstellungsrunden und Nachfragen, wie es mir denn geht (nachdem ich die Fotos vom Wochenende gesehen habe, wusste ich auch warum, ich sah aus, wie ich mich fühlte…) und überhaupt. Und auch der Fokus auf eine bestimmte Art von Spiel war einfach großartig und führte irgendwie dazu, dass alle auf dem gleichen Erwartungslevel waren, und zwar egal ob das Erzählspielprofis waren oder diejenigen Mitspieler*innen, die zum ersten Mal ein Erzählspiel ausprobieren wollten. Ach, keine Ahnung, ob das jetzt so rübergekommen ist, wie ich es meinte, es war einfach ein Wochenende, an dem ich festgestellt habe: Doch, die Mühe, für eine offene, respektvolle und inklusive Community lohnt sich.

Tja, und dann war da ja noch die Sache mit dem Podcast, aber der ist ja kein Ereignis, der ist ja mehr so eine Reihe von Ereignissen und Folgen und Ideen und Kommentaren und technischen Schwierigkeiten und kleinen Nervenzusammenbrüchen und Late-Night-Editier-Sessions und verrückten Dingen, die passieren. Es ist für mich immer noch voll-komm-en surral, dass irgendwelche Leute da draußen meinen, ich hätte was Hörenswertes zum Rollenspieluniversum beizutragen.

2. Wie oft bist Du 2018 zum Spielen gekommen? Was wurde am meisten gespielt, welche Systeme hast Du neu kennengelernt?

Ich habe leider aus Faulheit nicht die Spielabende mitgezählt. Es waren wie immer um die 35-40 Spielsitzungen DSA, dazu 10 Spielsitzungen in meiner neuen City of Mist-Runde. Insgesamt habe ich, und das hat mich selbst echt überrascht, tatsächlich 23 verschiedenen Rollenspielsysteme gespielt. So viel war das noch nie. Es ist aber dank Online-Runden inzwischen auch wirklich niedrigschwellig möglich, sich mal für einen Abend ein neues System anzuschauen, und im Real Life kenne ich jetzt inzwischen auch etliche Leute, die immer Lust auf neue Systeme haben (und Zeit, sie auszuprobieren, was ja auch ein Faktor ist).

So, zähl ich jetzt noch mal auf, welche Spielsysteme ich alle neu kennengelernt hab? Hmmneeeh, kann man alles im Mediengedöhns nachlesen. Also nur mal eine Auswahl derer, die mir im Gedächtnis geblieben sind:

Kagematsu: Ein Spiel, das nicht nur clever mit dem Schlumpfinensyndrom vieler Rollenspielrunden spielt, sondern außerdem eine tolle Übung ist, um sich Genderdynamiken und Geschlechterrollen zu verdeutlichen. Spaß macht es außerdem noch. Die Mechanismen sind nicht nur simpel, sondern tragen auch das Spielkonzept extrem gut. Außerdem das erste Spiel, was ich je auf einer Convention angeboten habe.

10 Candles: Kein perfektes Spiel, aber ein verdammt stimmungsvolles. Definitiv ein Spiel, bei dem man beim ersten Durchgang Fehler machen wird, aber vermutlich mit etwas Übung ein tolles System für bleibende Erinnerungen. Ich würde es gern nochmal spielen.

Monsterhearts: Teenager, die Monster sind, Selbstfindung, Weirdness und sexuelles Erwachen als Thema, tolle Playbooks, tolle Moves – eins der besten PbtA-Spiele, die ich kenne.

Der Sprawl: Cyberpunk nach PbtA-Regeln und eine Bestärkung der Ansicht, dass man Systeme nach einem nicht so tollen Spielabend nicht ganz abschreiben soll. Außerdem jedes Mal großartige Welterschaffungssessions.

So Mom I Made This Sextape (aus der #Feminism-Anthologie): Der Beweis dafür, dass emotionale Auswirkungen und Länge der Spielsitzung nichts miteinander zu tun haben. Die 30 Minuten Spiel waren unglaublich intensiv und blieben mir noch lange im Kopf.

3. Welches RPG-Produkt 2018 (aber nicht unbedingt aus 2018) hat Dich am meisten überrascht, Dir am meisten fürs Spielen genutzt?

Da denke ich jetzt schon seit gestern drauf rum. Hm. Ich glaube, ich nenne hier einfach mal die Kleine Reihe von System Matters, weil ich das System einfach sehr cool finde, als übergreifendes Merkmal einer Reihe Spiele zu wählen, die mit wenig Seiten auskommen (und daher auch günstig sind), (meist) ein schnelles Losspielen ermöglichen und den Facettenreichtum der deutschen Rollenspiellandschaft immens bereichern. Von ganz klassischen erzähllastigen Spielen wie Geh nicht in den Winterwald über das (leider) sehr nischige Kagematsu mit seinem Spiel mit Geschlechterrollen bis hin zu ungewöhnlichen Spielen wie Ein ruhiges Jahr oder Der tiefe Wald, die sich auch für Leute gut eignen, die keine Rollenspieler sind. Bis zur NordCon hatte ich diese Reihe noch überhaupt nicht auf dem Schirm, aber ich bin sehr begeistert davon und hoffe, sie erweitert sich noch um viele weitere tolle Spiele.

4. Welcher Blogartikel, welches Video, welcher Karneval Deiner RPG-Kollegen (also quasi der Blogosphäre) hat Dich 2018 am meisten geflasht?

Hm. Ich habe glaube ich wenige Blogartikel gelesen dieses Jahr, an die ich mich erinnern kann. Okay, und die, an die ich mich erinnern kann, waren entweder Teil einer Diskussion, die ich hier nicht aufmachen möchte, oder sehr ärgerlich. Im Zuge der DSGVO haben auch viele das Bloggen ja erstmal eingestellt. Außerdem frage ich mich gerade, wieso Videos hier mitgezählt werden zur Blogosphäre, Podcasts aber nicht. Videos schaue ich jedenfalls nach wie vor ungern, wenn es um Informationsvermittlung geht. Bei Let’s Plays ist das vielleicht was anderes, aber auch da muss das schon extrem gut sein, damit ich es schaue. Und aus der Blog-Szene mit z. B. dem Rollenspiel-Karneval war ich dieses Jahr auch echt total raus, was vermutlich auch damit zu tun hat, dass ich nicht mehr für Nandurion schreibe und das gar nicht mehr so mitbekomme (womit ich auch keine Blogeinträge mit DSA-Content mehr lese, weil es mich meistens einfach eh nicht mehr interessiert). Außerdem habe ich teilweise das Gefühl, dass ich hier einfach viele Themen schon mal abgehandelt habe, und die immer weniger werdenden Kommentare in Blogs sind auch nicht gerade ein Ansporn. Tja, und die 31 days Rpg Challenge im August lief auf Twitter auch besser und mit größerem Feedback als hier. Trotzdem könnte ich eigentlich mal wieder gucken, was es so für Karnevals-Ideen gibt im neuen Jahr 2019. Tja, damit hat mich wohl gar nix wirklich geflasht, was Blogeintrag oder Video war. Sorry.

5. Welches sind die Medien 2018 für Dich? Bester Film, beste Serie, beste Buch, beste Comic etc.?

Sowas stelle ich ja eh schon immer sehr ausführlich im Mediengedöhns vor. Aber gut.

Tolle 2018 erschienene Serienstaffeln, realtime: Westworld. Better Call Saul. GLOW. Doctor Who. Daredevil.

Tolle 2018 erschienene Serienstaffeln, animiert: STAR WARS REBELS. Weil immer noch beste Serie von Welt. Aber Dragon Prince und She-Ra waren auch toll.

Tolle 2018 erschienene Filme, realtime: Gundermann. Blackkklansman. Black Panther.

Tolle 2018 erschienene Filme, animiert: INTO THE SPIDERVERSE, Baby!

Tolle 2018 erschienene Podcasts, Diskussionsformat: 3W6 Podcast, Asians Represent, Vocal About it, Session Zero

Tolle 2018 erschienene Podcasts, Actual Play: A Woman with Hollow Eyes, Campaign (alt und neu), Autonomic Podcast, die Kids on Bikes-Serie von OneShot.

Bei Comis und Romanen … tja, das meiste, was ich gelesen habe, erschien gar nicht 2018, sondern schon früher. Allerdings möchte ich euch doch nochmal Judiths Space-Römer aus Roma Nova ans Herz legen. (Ich rezensierte.)

Bonus: Warst Du 2018 auf RPG-Cons? Wenn ja, wie war es?

Neben der oben schon ausführlich belobhudelten 3W6-Con war ich auf der HeinzCon und auf der NordCon. Die HeinzCon war irgendwie etwas spiel-arm, dafür aber wie immer ein Wiedersehen mit sehr vielen netten Leuten. Die NordCon war sehr cool, mit vielen alten Bekannten und neuen Bekanntschaften und Demorunden und Essen gehen und überhaupt. Also beides sehr schöne Erlebnisse.

Ein Kommentar

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Mediengedöhns im … äh … Herbst, Teil 2

Und weiter geht es mit dem Mediengedöhns im Herbst, bevor ich hier endgültig den Anschluss verliere.

Ich habe beschlossen, dass ich eine neue Kategorie namens „Gehört“ einführe und da kurz auf die Podcasts eingehe, die ich höre. Nicht auf alle, die ich ohnehin regelmäßig höre, aber auf Neuentdeckungen und besondere Empfehlungen und so.

Gehört

Actual Play höre ich ja fast ausschließlich beim OneShot-Network, das mich auch nachhaltig für viele anderen APs verdorben hat, weil die halt schon immer echt gut sind. Macht aber nix, es ist da eh mehr Content da, als ich überhaupt weghören kann. Ein paar Highlights der letzten Wochen (ich verlinke jeweils die erste Folge):

Noir World – hier handelt es sich um ein spielleiterloses PbtA-System, in dem man mehr oder weniger einen Noir-Film erschafft. Jim McClure spielt einen unfassbar tollen Bösewicht und auch sonst ist das alles sehr gelungen. Das System würde ich auch gerne mal ausprobieren.

Kids on Bikes – meiner Meinung nach eins der besten Actual Plays, das Oneshot bisher gemacht hat. Das System klingt so cool, dass ich es heute bestellt habe, die Spieler waren alle total klasse und dass mit Patrick Rothfuss ein Bestsellerautor als Gastspieler dabei war, schlägt sich in einigen wirklich tollen Ideen nieder. Außerdem gibt es Musikuntermalung, die Story ist richtig cool und eine unglaublich tolle Romanze war auch noch dabei. Sehr große Empfehlung.

Eher so mittelgroße Empfehlung, da schon im Intro gesagt wird, dass sie das System wohl mehrfach spielen müssten, um es richtig gut hinzukriegen: Swords without master. ABER ich empfehle total die ersten 15-20 Minuten, in denen die Charaktere erschaffen werden. Bei dem System nimmt man nämlich, was ich extrem cool finde, ein Bild oder ein Objekt und baut daraus einen Sword-and-Sorcery-Charakter. Und was da z. B. Stephen Kropa aus „ein Bild von Bryan Fuller mit einem Fuchs um den Hals“ macht, ist einfach hammergut. Aber auch die anderen Charaktere sind super.

Außerdem ist im Oktober ja die neue Kampagne auf OneShot gestartet. Die Star Wars-Kampagne ist ja leider, leider vorbei, ich bin immer noch sehr traurig drüber und spare mir die letzten Folgen noch auf, weil ich mich nicht von den Charakteren verabschieden will. Die neue Kampagne ist aber bisher auch schon ganz, ganz toll. Campaign: Skyjacks spielt in einer selbst erschaffenen Welt und benutzt die Genesys-Regeln, erweitert um eine Art Sooth Deck-Mechanismus, der auf den Illimat-Karten basiert. Die Charaktere und die Spieler sind toll, außerdem hat die Kampagne einen eigens komponierten Soundtrack. Sehr, sehr cool bisher. Und: Man kann jetzt am Anfang einsteigen und hat nicht den „Klingt toll, aber SCHON 65 EPISODEN?“-Effekt.

Und, das ist das einzig Gute am Ende der StarWars-Kampagne, die ehemalige Spielleiterin hat jetzt auch ein neues Actual Play in Kampagnenform: Den Autonomic Podcast. Der ist family friendly, also auch für Kinder zu verstehen (so sie Englisch sprechen natürlich), ohne Gefluche und so, und bisher auch sehr toll. Die Charaktere sind alles 12-Jährige, die als „Nomics“ auserwählt werden und dadurch Superkräfte bekommen. Allerdings läuft dabei nicht alles so, wie sie es erhofft hatten. Das Setting ist angelehnt an südamerikanische Mythen, die „Kinder mit Superkräften“-Geschichte erinnert mich bisher an eine Mischung aus Avatar und Harry Potter. Auch hier eine große Empfehlung.

Und dann noch zwei neue Podcasts, die es auf meine App geschafft haben:

Asians Represent ist ein Rollenspiel-Diskussionspodcast, der sich viel mit der Repräsentation asiatischer Stereotype in der Rollenspielszene beschäftigt, außerdem in jeder Folge eine*n asiatische*n Designer*in, Veranstalter*in oder ähnliches vorstellt. Teilweise sind die Folgen sehr lang und meinethalben könnten die gerne mehr rausschneiden (gerade bei den Interviews), letztendlich sind es aber trotzdem sehr hörenswerte Episoden. Besonders empfehlenswert sind die ersten 45 Minuten von Folge 3, in denen es um „Lernen durch RPG“ und Safety Tools geht.

Und, tatsächlich ohne jeden RPG-Content: Vocal About it ist ein Podcast von zwei Women of Colour, die darüber reden, wie das alltägliche Leben für sie ist und welchen Herausforderungen sie sich stellen müssen, wenn sie einfach abends mit Freundinnen ausgehen. Oder in den Urlaub fahren. Oder, you know, existieren. Sehr cooles Projekt von zwei sehr sympathischen Frauen.

Gespielt

Ja, huch, gespielt, gespielt habe ich viel. War ja auch eine lange Zeit, die ich jetzt nicht gebloggt habe, und da lag auch die 3W6-Con drin, die natürlich gleich vier Spielrunden auf einmal mit sich brachte.

In der DSA-Runde spielen wir gerade weiterhin die Lamea-Kampagne und sind aktuell in der Narkramar unterwegs, die mit zu den faszinierenden Settings gehört, die der Westkontintent so zu bieten hat. Ich bin sehr begeistert davon. Ansonsten waren wir ja wieder mit der Oldschool-Runde eine Woche in Dänemark und haben da eine neue Kampagne angefangen mit einer Zwergen-Themengruppe. Das war wirklich großartig. Ich konnte endlich eine brillantzwergische Schwertgesellin bauen, was ich schon ewig vorhatte. Und die Gruppe war dann echt cool und so aus kompletter Zwergenperspektive sieht die Welt doch anders aus und man hat ganz andere Möglichkeiten, wenn halt alle im Dunkeln gut sehen können und alle durch den Zwergenstollen passen. Es gab einige wirklich lustige Momente – wir haben im Schwerpunkt Brillantzwerge gespielt (mit einigen Gästen aus anderen Völkern) und mit dem Untergang von Lorgolosch angefangen. Danach landete die Gruppe zusammen mit dem Rest der Zwerge in der Nähe vom Schlund und es war ziemlich witzig, wie sie völlig verschreckt durch dieses Draußen mit dem Himmel und den Bäumen und so laufen mussten, stets in Furcht vor eventuell auftauchenden Drachen. Außerdem mussten sie eine reißenden Strom (aka einen 2 m breiten Bach…) durchqueren! Und am Ende gab es noch einen schönen Plot um ein paar entführte Zwerge, die wir aus einer Ogerhöhle mit 2 Ogern befreien mussten. Es geschah, was eigentlich nie geschieht – ich machte einen Plan und alle hielten sich dran und er funktionierte. Unglaublich! Jedenfalls war es seine sehr schöne Runde und ich hoffe, dass der Plan, diese jährlich weiterzuspielen und eine Kampagne um die Suche der Brillantzwerge nach einer neuen Heimat zu erleben, aufgeht.

In meiner City of Mist-Runde ging es auch weiter. Es freut mich immer noch total, dass ich es geschafft habe, nach ewigen Jahren mal etwas anderes als DSA regelmäßig zu spielen. Inzwischen haben wir unseren ersten Fall mehr oder weniger gut abgeschlossen (wenn alle NSC tot sind, ist der Fall auch vorbei … wir haben uns schon überlegt, als Crew Theme „Leichen pflastern unseren Weg“ zu nehmen). Mittlerweile habe ich auch einmal geleitet, das war allerdings eher der Auftakt zu einem Fall als ein richtiger Fall und ich hatte auch nicht viel vorbereitet, es war aber trotzdem ein sehr lustiger Abend. Mal sehen, ob die Runde Lust hat, das weiterzuspielen. Aktuell spielen wir jedenfalls erstmal ein Weihnachtsspecial, und das war bisher sehr großartig. Der beste Mitbewohner von allen hat uns nicht nur als Eröffnung des Szenarios alle geWHAMT, sondern es gab auch durchgegangene Karussellpferde und einen toten Stripper im Santa-Outfit. Mal sehen, wie es damit weitergeht. Das System ist jedenfalls nicht immer einfach und manchmal auch etwas viel „wie war das noch gleich“-nachschlagelastig, aber es macht bisher Spaß.

Kommen wir zur 3W6-Con:

Dort habe ich eine Runde Kagematsu geleitet. Ich denke, es lief ganz gut, allerdings habe ich nicht viel Erinnerung daran. Migräne des Todes und so. Aber der Aufbau des Dorfes mit kleiner Karte war sehr cool und ich lache immer noch über „ich serviere ihm Natto. Das schmeckt wie Kotze“. SO ROMANTIC!

Auf der Con habe ich auch zum ersten Mal Ten Candles gespielt. Tatsächlich habe ich das inzwischen sogar schon geleitet (und dabei gnadenlos alle guten Ideen aus der Runde von der Con geklaut) und ich muss sagen, das System hat einfach was. Einige Regelaspekte finde ich nicht sooo gut, z. B., dass man beim Verbrennen seines Hoffnungsmoments nicht automatisch einen Erfolg hat (das habe ich dann so gehausregelt). Generell ist das ein System, dass man glaube ich mehrfach spielen muss, in der ersten Runde waren wir als Spieler viel zu zögerlich, unsere Charakteraspekte einzusetzen, und genauso ging es meinen Spielern in der Runde mit mir als SLin auch. Auch das Wahrheiten etablieren könnte noch sehr viel runder laufen, wenn man erstmal das Prinzip dahinter verstanden hat. Und im Buch sind außerdem noch sehr viele tolle Szenario-Ideen. Ich möchte das wieder spielen.

Dritte Spielrunde von der 3W6-Con: Esprit Nouveau. Das kennt ihr jetzt bestimmt nicht, was kein Wunder ist, denn es ist ein noch in der Betatest-Phase befindliches PbtA von Harald vom 3W6-Podcast. Deswegen weiß ich auch gar nicht, wie viel ich dazu erzählen darf und beschränke mich auf: Es war sehr cool, es hat einen sehr coolen Fokus auf die Faszination des Übernatürlichen auf der einen und die Kraft von menschlichen Beziehungen auf der anderen Seite, das Design der Playbooks ist wunderschö, es kam eine tolle Story bei raus und ich möchte das auch gerne noch mal spielen. Und für Neuigkeiten zum Spiel könnt ihr ja dem Twitter-Account (Link führt zu Twitter, was dann eventuell Daten sammelt und so, ne, is klar) folgen.

Und die letzte Runde der Con: Monsterhearts! Auch PbtA, man spielt Teenager, die gleichzeitig Monster sind und es geht sehr viel um Selbstfindung und Romantik und Sexualität und Queerness und überhaupt. Die Kurzbeschreibungen der Playbooks sind fantastisch geschrieben, und dass das Spiel damit losgeht, dass man erstmal einen Klassensitzplan aufstellt, ist einfach genial und bring einen sofort in Teenager-Intrigen-Drama-Laune. Unsere Story war dann erstaunlich „zahm“, was so Sex und so anging, aber das lag wohl auch daran, dass der Spieler, der den von allen angeschmachteten Feenprinzen spielte, vorzeitig weg musste. Aber am Ende waren alle Geheimnise gelüftet und meine Werwölfin hat mit dem Geist geknutscht. Oder wie der eher entschwundene Mitspieler so schön zusammenfasste: I kissed a ghost and I liked it! Also auch hier: Möchte das nochmal spielen!

Dann haben wir ja Halloween eine Runde mit 2 gruseligen Abenteuern gehabt, und das eine war Ten Candles, das andere war Geh nicht in den Winterwald. Das war auch total klasse, sehr regelleichtes System und wirklich geeignet, um zur Not auch am Lagerfeuer zu spielen. Durch die Vorgabe, vom eigenen Charakter in der dritten Person und im Präteritum zu sprechen, entsteht eine ganze eigene Stimmung. Sehr schönes Ding, und durch die vorgegebenen Abenteuer auch glaube ich sehr gut für Einsteiger geeignet.

Ansonsten gab es noch einen Abend Star Wars mit FATE-Regeln, seit Langem mal wieder, und natürlich wieder mit den Vögten über Hangout. Da … kommt noch mal was zu. Demnächst. Hoffe ich.

Als die DSA-Runde neulich ausfiel, haben wir auch nochmal einen Abend Edge of the Empire gespielt, das war auch wieder ziemlich gut. Ich mag das System einfach.

Geleitet habe ich noch ein kurzes Hollow Earth Expedition-Abenteuer, so quasi als Systemvorstellung. Das wird dann nochmal wiederholt, weil der Spieler, der es sich gewünscht hatte, wegen krankem Kind gar nicht konnte. Jedenfalls bin ich wieder in ein Rechercheloch gefallen und möchte jetzt sehr dringend einen Roman im Buenos Aires der frühen 30er schreiben.

In Dänemark haben wir noch The Sprawl gespielt und das war sehr toll, weil zwei Leute aus der Runde riesige Cyberpunk-Fans sind, aber vom Umfang des Shadowrun-Regelwerks doch abgeschreckt waren, auch wenn sie es vor Jahren mal gespielt hatten. Das Interesse am Sprawl war dann also recht groß und auch das System und die Welterschaffung und so kamen glaube ich auch gut an. Zum ersten Mal haben wir mehr als einen Abend gespielt und es war echt cool, auch mal die Zwischen-den-Missionen-Moves auszuprobieren. Ich glaube, ich bin sehr froh, dem System nach dem nicht so überzeugenden ersten Abend letztes Jahr noch eine Chance gegeben zu haben. Bisher haben die Runden alle viel Spaß gemacht.

Und zuletzt hatte ich neulich in einer Woche gleich zwei Online-Spieltermine. Das war etwas stressig, aber es haben sich beide Termine gelohnt.

Einmal haben wir Migrant Stories gespielt, ein PbtA-Game, was mehr oder weniger in einer Betaversion online frei verfügbar ist und dass das Leben von Migranten thematisiert. Die Regeln sind hierbei so designt, dass man – ähnlich wie bei Bluebeard’s Bride – sehr eingeschränkte Handlungsmöglichkeiten hat und so die Beschränkungen und Vorurteile wahrnimmt, die Einwanderer täglich erleben. Unsere Session ist dann ziemlich schnell eskaliert und in Gewalt und Polizeieinsatz ausgeartet, was auch sehr interessant war, zumal man die Situation eben nicht durch ein ruhiges Erklären der Umstände auflösen kann. Trotzdem würde ich das gerne noch mal spielen und auch mal das tägliche Leben und Geldverdienen etwas länger ausspielen. Und ich würde es gerne mal in einen komplett fiktionalen Kontext setzen, das stelle ich mir auch spannend vor. Migrant Stories findet ihr, wie gesagt, kostenlos hier zum Download.

Und zum Schluss: #Feminism. Das ist eine Anthologie mit Nano-Games zu unterschiedlichsten feministischen Themen. Wir haben Tropes vs. Women gespielt, das klappte irgendwie nicht so richtig gut. Man spielt die selbe Szene zweimal, einmal möglichst realistisch, einmal möglichst überladen mit Klischees. Aber irgendwie … kam da nicht so richtig was bei rum. Auch wenn es lustig war, einen männermordenden Sex-Alien-Hybriden IN KLISCHEEHAFT zu spielen.

Umso besser war dafür allerings So Mom, I Made This Sextape. Toll war die Idee, es als Online-Larp zu spielen, also nicht am PC zu sitzen und zu tun, als säße man um einen Tisch, sondern am PC zu sitzen und zu tun, als wäre man sein Charakter, der mit den anderen Charakteren in einem Hangout ist. (Danke für die coole Idee und die Anleitung, Gerrit!) Das Spiel selber hat mich sehr beeindruckt und emotional sehr mitgenommen, vor allem für die Spieldauer von weniger als 30 Minuten. Der Zwiespalt zwischen erbitterter Diskussion und dennoch liebevollem, respektvollem Umgang miteinander ist einfach extrem gut gelungen. Ich könnte mir das Spiel auch mit einem anderen Thema als Sex und Pornos vorstellen. Das war jedenfalls eine wirklich gelungene Session, die mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

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