Archiv der Kategorie: Tagebuchbloggen

#RPGaDay2018 und Tagebuchbloggen, Tag 14

(Krass, schon fast der halbe Monat um.)

Tag 14: Beschreibe einen Fehlschlag, aus dem etwas Tolles entstand.

Da fällt mir immer die Geschichte ein, wie mein SC in der Lamea-Kampagne mal eine Kletternprobe richtig schlimm verkackte und vom Seil abrutschte und in einen dunklen Schacht stürzte. Ohne zu wissen, was ihr da jetzt passiert ist, saß ich fingerknibbelnd vor Aufregung da und hörte zu, wie die Szene weiterging und einer der anderen SC hinter ihr her kletterte. Er fand sie dann eingesponnen in ein riesiges Spinnennetz und schon übersäht mit kleinen Babyspinnen, die den von Mama Spinne angebotenen Snack mal probieren wollten. Er hat sie dann heldenhaft gerettet, es war alles sehr dramatisch, sie war hinterher tagelang ziemlich traumatisiert und hat bis heute den Nachteil Angst vor Spinnen. War jedenfalls ein Abend, an den ich mich immer noch lebhaft erinnere, etablierte schon an diesem frühen Zeitpunkt der Kampagne die Vorliebe des anderen SC, große Monster zu jagen und überhaupt sehr wagemutig zu sein, und war generell einfach eine coole Geschichte, die aus einer verpatzten Probe entstand.

(Und ich habe die Story bestimmt schon so 2-8 Mal im Kontext „warum Charaktertode aus Würfelpech doof sind und was man stattdessen machen kann“ erzählt.)

Tagebuchblogcontent

Der Montag ging GANZ toll damit los, dass ich um 2 Uhr nachts mit Migräne aufwachte. Tabletten genommen, wieder hingelegt, ewig vor Schmerzen nicht wieder eingeschlafen. Als um 6 Uhr der Wecker klingelte, lachte ich innerlich einmal herzlich und stellte ihn weiter auf 07.30 Uhr, um dann kurz vor 8 nach mehrfachem Klingeln völlig zombie-esk aus dem Bett zu taumeln und zum spätmöglichsten Gleitzeitarbeitsbeginn ins Büro zu fallen. Die Schwimmsachen hatte ich gleich wieder ausgepackt, da ich ja eine Stunde länger arbeiten würde. Und Yoga vor der Arbeit hatte ich ja auch noch nicht gemacht.

Der Arbeitstag verging zäh mit nervigen Baustellengeräuschen, einem fast schon loriotschen Versuch, eine Mandantin per Telefon von der Bushaltestelle herzulotsen (natürlich hatte sie, wie sie mir auf Nachfrage bei ihrem dritten Anruf dann mitteilte, Google Maps auf dem Handy, aber man kann ja auch die Sekretärin für 30 Minuten in Beschlag nehmen und mit Angaben wie „ich stehe hier vor einem Kiosk, wo muss ich denn nun hin?“ in den Wahnsinn treiben). Mittags mitgebrachtes Essen und ein kurzer Trip zu Rewe, um was für abends einzukaufen. Halb 6 endlich Feierabend. Mit schwerem Rucksack durch die halbe Stadt, hinterher wieder Kopfschmerzen und völlig verspannt. Yoga nachgeholt, meine Balancierfähigkeit war schonmal besser. Länger mit einem Freund telefoniert, der im Krankenhaus war und jetzt endlich auf dem Weg der Besserung scheint, uff.

Kartoffeln und ein bisschen Gemüse geschnibbelt, in den Ofen gepackt, Mittagessen für heute gemacht, Duschen gegangen. Eine Folge One day at a time geschaut, dazu Ofengemüse mit Ziegenfrischkäse und Hummus, war lecker. Mehr Migräne, mehr Tabletten, Wärmepflaster, ab ins Bett. Gegen 22 Uhr eingeschlafen, um 23 Uhr wieder aufgewacht, dabei festgestellt, dass mein Handy sich zum 2. Mal innerhalb einer Woche komplett aufgehängt hatte und knallheiß war. Fluchend im Dunklen und mit extremem Schwindel den Akku rausgeprökelt, kurz liegen und abkühlen lassen, alles wieder rein, danach fuhr es wieder hoch. Nochmal gecheckt, ob der Wecker noch richtig gestellt ist, dann zum Glück schnell wieder eingeschlafen.

Umzugserledigungen: Nope.

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#RPGaDay2018 und Tagebuchbloggen, Tag 13

(Montag. So müde. So ein typischer Montag bisher. Gah. Mehr dazu dann morgen.)

((Gestern war auch wieder der 12., aber diesmal kein 12 von 12, diese Aktion hier ist schon genug Arbeit *g*.)

Tag 13: Beschreibe, wie dein Rollenspielverhalten sich im Lauf der Zeit entwickelt hat.

Puh, interessant. Gute Frage auf jeden Fall. Also, im Gegensatz zu den Spielern, die angefangen haben, als es noch nur Dungeoncrawls und nix anderes gab, kann ich mit solchen Geschichten wie „und dann konnte man auf einmal durch den Wald laufen und ÜBERALL HINGEHEN!!!“ nicht aufwarten.  Übrigens auch nicht mit „und dann hab ich gelernt, dass auch Scheitern toll sein kann“, das ging mir nämlich schon immer so. Aber dennoch hat sich natürlich auch bei mir in all den Jahren mal was verändert. Auf verschiedenen Ebenen und in verschiedenen Abstufungen, ich versuche das mal aufzudröseln.

Als ich damals mit Rollenspiel anfing, hieß Rollenspiel noch automatisch DSA und gespielt wurde meistens eine Kampagne und drumherum kürzere Abenteuer mit 1-3 Abenden Länge. Die Mitspieler wurden per Mailingliste organisiert, die SC wurden am Spieltag kurz vorm Spiel herausgesucht, meist in einem längeren „Wer weiß denn schon, was er spielen will?“-Ritual. Gespielt wurde Samstags, 16:30 bis spät in die Nacht, der Rekord liegt irgendwo bei 09:00 Uhr am Folgetag (und danach mit dem Auto heimzufahren war ein bisschen bedenklich). Meist wurden selbst ausgedachte Abenteuer gespielt, lediglich große Kampagnen konnten das Interesse der potenziellen Spielleiter wecken. In dieser Runde spielte ich mehrere Jahre mindestens 2 Abende im Monat, unter anderem die Kampagne Das Jahr des Feuers (von … ich glaube 2005 bis 2009), an die ich auch immer noch sehr schöne Erinnerungen habe.

Irgendwann, damals war ich noch Studentin und hatte im Sommer sehr viel frei, stieß ich dann zu der Runde, die über mehrere Umwege, Spaltungen, Rauswürfe und Neuzugänge meine heutige DSA-Runde werden sollte. Es lief ähnlich, nur viel spontaner. Per ICQ (ein Messenger, den damals jeder benutzte, liebe Kinder) wurde meistens für den selben Abend eine Gruppe zusammengestellt, irgendwer erklärte sich bereit zu leiten, es gab in dieser Gruppe aber selbst damals schon verschiedene SC-Gruppen, die immer zusammen gespielt wurden und für diese Oneshots spielte man dann halt andere SC. Gespielt wurde fast immer im Keller der Eltern des heutigen Herrn Mitbewohners, es gab Tee und Cola und Süßkram und wenn man Hunger hatte, ging man die Treppe hoch in die Küche und machte Käsetoast mit Pesto in der Mikrowelle. Ab und zu wurde auch mal was bestellt. Gespielt wurde meistens irgendwann ab abends bis irgendwann spät. Und wenn man nicht fertig wurde, traf man sich eben am nächsten Tag wieder. Hachja, those were the times.

Fast forward um ein paar Jahre. Inzwischen war die Jahr-des-Feuers-Kampagne vorbei und ich hatte zuletzt eigentlich kaum noch Oneshots in meiner alten Runde mitgespielt, dafür umso mehr Abende in meiner fast schon jetzigen, wo ich inzwischen auch in mehreren festen SC-Gruppen eingebunden war. Ich bemerkte immer mehr, wie komisch ich es inzwischen fand, eine zusammengewürfelte SC-Gruppe durch ein Abenteuer zu schicken und als einzige Anforderungen für die Gruppenzusammensetzung „Stufe 3-8, keine Hellsichtsmagier“ zu haben. Am schlimmsten ging das in einem Abenteuer nach hinten los, in der in einer Szene die SC mit Illusionen und Trugbildern konfrontiert werden, die ihre Ängste oder Wünsche spiegeln. Der SL, der das für seine feste Gruppe geleitet hatte, hatte begeistert davon erzählt, wie gut das Abenteuer ankam. Ich versuchte dasselbe mit einer Runde aus spontan zusammengewürfelten SC und es ging total nach hinten los. Das war so einer der Schlüsselmomente, in dem ich merkte, dass ich das in der Form eigentlich nicht mehr richtig toll finde und sehr viel lieber Gruppen spiele, die aufeinander und auf das Abenteuer abgestimmt sind. Die neue Gruppe hatte auch sonst noch einige Vorteile zu bieten, z. B. waren es alles Nichtraucher, während in der alten Gruppe meistens 2-3 Kettenraucher in einer 30-Quadratmeter-Einzimmer-Wohnung saßen. Tatsächlich hatte mich das am Anfang nicht so sehr gestört, es beeinträchtigte mich gesundheitlich aber immer mehr. Außerdem wurde in der neuen Gruppe immer mehr mit Musikuntermalung gespielt, was für die Stimmung am Tisch immens wertvoll war. Schlussendlich diffundierte ich dann über einen Zeitraum von mehreren Jahren immer mehr in meine neue Runde, mit Teilen der alten fahre ich heute immer noch auf Rollenspieltour oder spiele mal mit einem Teil von ihnen einen Oneshot, aber halt nicht mehr dauerhaft.

Und dann natürlich: Andere Systeme! Ich wünschte ich könnte mich erinnern, was überhaupt mein ersten Nicht-DSA-System war. Ich glaube, es müsste vereinfachtes GURPS gewesen sein, in einer Runde auf der NordCon. Ich fand andere Systeme auch immer interessant, aber lange Zeit zog ich es vor, auch dann DSA zu spielen, wenn eine feste Runde oder Kampagne pausieren musste. Das hat sich mittlerweile geändert, inzwischen versuche ich eigentlich für die Samstage, an denen DSA ausfällt, möglichst eine Gruppe für ein anderes System zusammenzukriegen. Denn: So viele Systeme, so wenig Zeit. Interessanterweise mag ich DSA4.1 aber immer noch wirklich gerne. Auch wenn es sehr viel regellastiger ist als viele der Systeme, die ich sonst so spiele. Das nur am Rande, weil ja oft die Meinung herrscht, man könne DSA nicht mehr gut finden, wenn man nur genug andere Systeme kennt und so.

Weiterer Faktor – Conventions und Rollenspieltheorie und Metabetrachtungen. Ich war mehrere Jahre auf der NordCon immer nur im Außenbereich gewesen, der damals noch kostenfrei war. Erst nach Jahren bezahlte ich auch mal Eintritt und guckte mir mal an, was es drinnen noch so gab. Irgendwann, das muss schon am jetzigen Standort gewesen sein, war ich mal fast eine ganze Veranstaltung lang nur auf diversen verschiedenen Workshops zu so allgemeinen Rollenspielthemen wie „Wie stelle ich NSCs gut dar?“ oder „Was macht ein gutes Detektivabenteuer aus“ oder „Wie gestalte ich Kämpfe spannender?“. Zu dem Zeitpunkt spielte ich schon jahrelang fast jede Woche, ohne mir über solche Fragen jemals Gedanken gemacht zu haben. Ungefähr zur selben Zeit hörte ich dann auch zum ersten Mal von so Dingen wie Spielertypen und GMS-Skalen und verschiedenen Bedürfnissen verschiedener Spieler und so weiter. (Fun fact am Rande – DSA ist ja immer für einen ganz bestimmten SL-Stil verschrien und wird oft sehr abwertend als schlechtes Beispiel genutzt, aber der Spielleiterband, auch wenn er Wege des Meisters heißt und Meister ja schon per se gaaaaaanz schlimm ist, ist wirklich gut. Echt jetzt. Ich habe auch Laws Buch gelesen und Wäschs Spielleiten, aber WdM ist sehr ausführlich, mit vielen schönen Beispielen versehen und bringt wirklich gute Anregungen.) Allein diese Erkenntnis, dass man sich echt nicht drüber streiten muss, wie man Spaß hat, und dass ich nicht glühend jemanden davon überzeugen muss, dass 4-Stunden-Kämpfe öde sind und Charakterspiel toll , sondern dass man dann wohl einfach nicht zusammen spielen sollte oder sehr viel Toleranz entwickeln muss – Hammer. Ich war vorher sehr geprägt von so „wenn man XY macht, ist das ja gar kein richtiges Rollenspiel“-Vorstellungen und dass das alles sehr viel komplexer ist als das … das finde ich selbst heute immer noch spannend. Ähm, ja.

Tatsächlich hat es auch ab und zu negative Auswirkungen, sich so viel mit diesem ganzen Rollenspieltheoriekram zu befassen, man ist nämlich schnell frustriert, wenn man merkt, dass einzelne Spieler/Spielleiter oder eine ganze Gruppe es für total abwegig hält, sich damit zu befassen. Ich weiß noch, wie ich mal irgendwem von der NordCon und den ganzen Rollenspielworkshops erzählte und als Antwort quasi ein „das brauch ich nicht, das kann ich alles schon“ bekam.

Inzwischen bin ich durch all die Storygames und regelleichten erzählerischen Systeme, die ich gespielt habe, auch ein großer Fan von Player Empowerment, und finde, das kann man auch sehr gut in eher klassische Systeme wie DSA einbringen.

Generell würde ich meinen aktuellen Spielstil als eine ziemlich wilde Mischung aus ganz klassisch auf der einen Seite und sehr neugierig auf der anderen bezeichnen. Ich spiele immer noch hauptsächlich DSA, in einer Gruppe, die seit 2011 so besteht und mit sorgfältig geplanten Kampagnen, die parallel gespielt werden. Gleichzeitig versuche ich so viele neue Systeme mit so vielen anderen Leuten zu spielen, wie ich zeitlich noch irgendwie unterkriege, ob auf Cons oder an anderen Terminen oder per Videochat. (Natürlich kann man immer noch sehr viel mehr spielen als ich das tue; aber mehrere Spieltermine pro Woche oder mehr als 3 Runden auf einem Conwochenenende wären mir einfachzu stressig.) Ich beschäftige mich immer noch gern mit der Frage, was Rollenspiel eigentlich kann, wie man es anwenden kann, was man dabei über sich und andere lernt und warum manche Sachen funktionieren und andere nicht. Und wie bei allen Medien auch damit, wie es dabei so mit Repräsentation und Diversität aussieht und was man da noch verbessern kann.

Inzwischen habe ich am meisten Probleme mit Runden, die halt so gespielt werden, damit man was spielt. Wo dann quasi die Person, die den kürzesten Strohhalm gezogen hat, irgendwas leitet, eine zusammengewürfelte Gruppe durch irgendwelche Zufallsbegegnungen stolpert und am Ende des Abends denkt man so „joah, hätte man jetzt auch stattdessen nen Film gucken können und vielleicht mehr Spaß gehabt“. Dabei habe ich nicht generell was gegen eher simple Plots an sich, auch die kann man mit Leben füllen, aber ich möchte einfach nicht mehr irgendwo 10 Stunden sitzen und am Ende ist rein gar nichts passiert, was mich irgendwie interessiert hat. Oder um es ganz kurz zu sagen: Lieber keine Rollenspielsession als eine schlechte Rollenspielsession.

So, puh, ich freu mich schon drauf, diesen Roman jetzt irgendwie in einen Tweet zu quetschen.

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Wie meist, wenn ich spät im Bett war, trotzdem sehr früh erstmal aufgewacht, eine ganze Weile im Bett hin- und hergedreht, nochmal eingeschlafen, dann kurz vor 11 unsanft vom Wecker aus dem Schlaf gerissen worden. Kaffee und Wasser und eine interessante Besprechung via Videochat.

Dann mehr Kaffee, Blogeintrag angefangen. Meine Schwester schrieb bei WhatsApp, ob wir nicht mal wieder telefonieren wollen, also bei ihr angerufen und fast 2 Stunden gelabert, bis dann meine Nichte aufwachte und Aufmerksamkeit einforderte. Hauptsächlich haben wir über Baustellen und Küchenplaner und Umzug und so geredet, da ja einfach mal meine gesamte Familie gerade hin- und herzieht. Also meine Eltern in ein neues Haus, meine Schwester in deren altes Haus und ich ja auch in eine neue Wohnung, allerdings ohne familiäre Verstrickungen. 😉

Dann noch ein paar Klamotten aussortiert und dann mit dem Mitbewohner eine Runde durch den Park und bei der guten Eisdiele ein Eis frühstücken. Um 16 Uhr. Gesundes Leben! Als wir wieder heimkamen, waren die ätzenden Renovierungsnachbarn gerade im Flur und schleppten mal wieder neue Dinge in ihre Wohnung, ich grüßte natürlich freundlich – Leute, mit denen man seit Monaten Stress hat, grüßt man IMMER scheißfreundlich im Hausflur, schon um sie maximal zu irriteren.

Dann Yoga gemacht, danach auf einmal Kreislauf total am Boden und viel Migräne. Tabletten genommen, geduscht, dann zitterig mit der Zubereitung des Abendessens angefangen. Wir haben schnell zu zweit Gemüse geschnibbelt und als das im Ofen verschwunden war, hab ich mich schonmal auf die Couch verzogen, während der Mitbewohner den Lachs briet. Dann sehr leckeres Abendessen, dazu ne Folge Brooklyn 99. Dann noch mit meinen Eltern telefoniert, die haben jetzt auch ihren Umzugstermin und ziehen eine Woche nach mir um. Lustig. Während des Telefonats noch Geschirr weggeräumt, restliches Gemüse und gebratenes Huhn in ein Mittagessen für heute zusammengeworfen.

Dann eine Folge Avatar, den Staffelauftakt der vierten Staffel Better Call Saul und noch ne Folge OitnB geschaut. Dann war es halb 10 und ich schon wieder so müde, dass ich nur noch ins Bett wollte. Von oben wieder Gerödel und Getrampel, mit Ohropax und Netflix auf voller Lautstärke eingeschlafen.

Umzugserledigungen: Drei Stoffbeutel voll Klamotten in den Altkleidercontainer gebracht.

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#RPGaDay2018 und Tagebuchbloggen, Tag 12

Frage 12: Wildestes Charakterkonzept?

Puh. Schwierig. Ich versuche schon, meinen SC immer noch was mitzugeben, dass sie besonders macht, wie wild das letztendlich ausfällt, müsste man wohl im Kontext sämtlicher existierender Charakterkonzepte einordnen. Relativ ausgefallen finde ich immer noch meinen Charakter aus einer lange eingeschlafenen Handwerker-Themengruppe – einen kleinwüchsigen Uhrmacher mit einer übernatürlichen (aber nicht magischen) Begabung für Feinmechanik, trotz seiner zerbrechlichen Gestalt immer ganz vorne dabei, wenn man jemandem zu Hilfe eilen konnte und mit dem Weltbild, ein kleines Rädchen in einer riesigen Weltenuhr zu sein, das vom Schicksal schon immer an den richtigen Ort gelenkt wird. Er ist außerdem der anstrengendste Charakter, den ich je gespielt hab, denn er redet ununterbrochen und schnell und hoch. 😉

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Leider kurz vor 09:00 Uhr sehr müde aufgewacht. Yoga, Kaffee, gebloggt. Rumgeräumt. Dann Frühstück, dann los zum Rollenspiel.

Gestern wieder kein DSA, stattdessen trafen sich der Mitbewohner und ich mit einem Spieler meiner DSA-Runde und einem Spieler meiner City of Mist-Runde, um The Sprawl zu spielen. Das hatte ich ja letztes Jahr schonmal gespielt und fand das da so semi-gut, weil ich halt so Runs, bei denen man am Ende überhaupt nicht weiß, was man da eigentlich weswegen gemacht hat, doof finde. Das Welt- und Charakterebauen fand ich da aber auch schon gut, und nach der begeisterten Besprechung des Spiels beim 3W6-Podcast wollte ich ihm doch nochmal ne Chance geben. Wir haben dann also erstmal unseren Sprawl erschaffen, eine Riesenmetropole auf dem Pluto, die längst jeden Kontakt zu anderen Planeten verloren hat und in der Dinge längst angefangen haben, auseinander zu fallen, was aber von allen wichtigen Leuten ignoriert wird. Stattdessen werden alle, die am System was zu meckern haben, in Normalisierungszentren gehirngewaschen. Als Orte etabliert hatten wir EDEN, das Zentrum der Stadt, einen riesigen Hochhauskomplex, der das Luxus-Vergnügungsviertel für die Angehörigen der Konzernbosse darstellt und zu dem man bei tadellosem Verhalten und fleißigem Drohnenarbeiterdasein in der Lotterie für eine Nacht oder eine Woche  Zutritt gewinnen kann; den inneren Ring, in dem die vier Megakonzerne in ihren Gebäudekomplexen durch Hochgewschwindigkeitsbahnen verbunden sind; den äußeren Ring, in dem die Ärmeren und weiter draußen und unten die Ausgestoßenen leben; und den Blind Spot, den ehemaligen Raumhafen, jetzt Schwarzmarkt und Zentrum der kriminellen Aktivität.

Als Charaktere hatten wir den Killer (El Loco, einen stark mit Cyberware aufgemotzten Typen, der für seine Bande, die Diablos, Auftragsmorde durchführt und dabei glaubt, das Werk Gottes zu tun), die Fahrerin (Dash, eine ehemalige Teilnehmerin an Motorradrennen, die irgendwann keine Lust mehr auf den abgekarteten Ausgang der Rennen hatte und in den Untergrund ging) und die Infiltratorin (Smoke, eine Verkleidungskünstlerin, die in einer konzerntreuen Familie aufwuchs, aber aus ihrem vorbestimmten Leben floh, als sie mitbekam, wie ein Familienmitglied nach Aufdeckung unliebsamer Tatsachen „normalisiert“ wurde). Na-tür-lich habe ich wieder den Heimlichkeitscharakter gespielt, irgendwie komme ich da nicht von weg im Moment. Schlimm. Aber war in dem Fall wirklich ziemlich spaßig. Achja, unsere Konzere waren: Red Cross (Medizin, Cyberware, Gesundheit und Nahrung), Navi (Transportsystem, Überwachung, etc.), STS – Spare Time Solutions (Medien, Werbung, Datenverarbeitung, Unterhaltung) und Gravity Dynamics (künstliche Graviation, Wartung der Schutzkuppel, Gebäude, Stromversorgung).

Die Mission lief dann auch ziemlich gut, die Legwork- und die Actionphase hatten beide zum Glück eine ganz gute Mischung aus gelungenen und misslungenen Proben, es wurden noch die Kontakte etabliert und benutzt und insgesamt lief das alles sehr flüssig, stimmungsvoll und mit genug Charakterspiel ab, um meine Meinung, dass runbasiertes Spielen auf keinen Fall was für mich ist, dann doch zu revidieren. Am Ende haben wir sogar die Konzerne samt Countern notiert, weil doch alle Lust hatten, das vielleicht irgendwann mal weiterzuspielen. Yay! War insgesamt eine sehr schöne Runde.

Bis Mitternacht gespielt, dann noch eine halbe Stunde übers Spiel diskutiert, dann heimgefahren, kurz nach 1 da, kurz vor 2 dann auch endlich im Bett.

Umzugserledigungen: Ca. zwei Drittel meines Kleiderschranks durchgesehen und in behalten – Müll – Altkleidersammlung sortiert.

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#RPGaDay2018 und Tagebuchbloggen, Tag 11

Frage 11: Wildester Charaktername?

Bei meinem ersten One-Shot Hollow Earth Expedition wurde ich ermutigt, dass die Charaktere ruhig dumme übertriebene Namen haben dürfen. Im Bestreben, dem nachzukommen, hieß mein SC dann Annabelle Ruth McGuffin Pomeroy.

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Gestern erwachte ich perplex und sehr glücklich um halb 10. HALB ZEHN! Was für eine Wohltat nach 4 Wochen in Folge, in denen ich an meinem freien Tag um 07.30 wach war. Tatsächlich war gestern auch entweder die Baustelle vorm Fenster gar nicht besetzt (vielleicht Notfallarbeiten anderswo wegen des Unwetters von Donnerstag?) oder es wurde nur in den Kellern gearbeitet, jedenfalls standen die Bagger still. Ich las in Ruhe meine Twittertimeline durch und beschloss dann, endlich mal wieder tagsüber schwimmen zu gehen. Das Schwimmbad war dann auch erfreulich leer. Auf dem Rückweg kurz am Wochenmarkt angehalten und Fisch und Gemüse fürs Sonntagessen besorgt. Daheim dann noch Yoga gemacht, danach musste ich gleich nochmal duschen. Dann endlich Essen (Wassermelone mit Feta und Basilikum, gerade mein hitzebedingtes Lieblingsessen, auch wenns gestern ja gar nicht warm war, aber es waren noch Reste da; Nektarine und Ananas mit Skyr und Honig) und Kaffee, dazu zwei Folgen One Day At A Time, dann gebloggt, nochmal kurz ins Bett gelegt, weil schon wieder schläfrig, aber nicht eingeschlafen. Bisschen im Internet rumgelesen, dann mit Buch auf die Couch gelegt.

Abends kam dann ein Freund vorbei mit dem vagen Plan „Pizza und Film gucken“. Nach ein bisschen rumüberlegen sahen wir dann, dass es gestern den neuen Jumanji-Film für 99 Cent auf Amazon Prime zum Ausleihen gab. Und da ich den alten Jumanji-Film auch noch nie gesehen hatte, gab es ein spontanes Double Feature. Und Pizza. Bzw. Nudeln für mich. War sehr nett und die beiden Filme haben mir auch gefallen. Dann war es halb 1 und ich konnte kaum noch die Augen offenhalten. Ins Bett gefallen.

Umzugserledigungen: Schon wieder keine. Verdammt.

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#RPGaDay2018 und Tagebuchbloggen, Tag 10

Huihui, quasi schon ein Drittel des Monats durchgehalten. Hurra.

Frage 10: Wie hat Rollenspiel dich verändert?

Nun ja, darauf könnte ich jetzt natürlich wieder erzählen, wie viele Leute ich nur durchs Rollenspiel kennengelernt habe und dass mein Leben heute wohl sehr aussehen würde, wenn ich nicht vor mittlerweile 15 Jahren mit RPG angefangen hätte. Aber das habe ich ja bestimmt schon tausendmal hier irgendwo geschrieben.

Von daher: Ich denke, Rollenspiel hat mir durchaus geholfen, gewisse Stärken und Schwächen an mir zu erkennen und auch außerhalb des Spiels auszubauen. Zum Beispiel hat das Runden- und Rollenspieltouren organisieren doch geholfen zu erkennen, dass ich ziemlich gut im Organisieren bin. Und dass ich, das ist jetzt ein seltsames Eigenlob, ziemlich gut lügen kann, hab ich auch beim Rollenspiel gemerkt. Ist im Job übrigens auch ziemlich nützlich, wenn mal wieder einer von meinen Chefs nicht mit Mandant X reden möchte. Oder in anderen Situationen.

Es sei dann noch kurz angemerkt, dass ich denke, dass man ziemlich lange Rollenspiel machen kann und nicht allzuviel Neues hinzulernt – vor allem, wenn man immer das selbe System mit immer den selben Leuten spielt. Ich empfinde Rollenspiel erst so richtig als bereichernd und gedankenanregend, seit ich mich mit verschiedenen Spielstilen und Metathemen wie Repräsentation und Diversität sowie verschiedensten, auch eher nischigen Systemen befasse. Das muss man nicht, man kann auch einfach spielen und nicht groß drüber nachdenken und das ist auch völlig legitim. Aber die Frage, wieso verschiedene Leute eigentlich verschiedene Dinge am RPG interessant finden und wie man Rollenspiele auch benutzen kann, um zum Nachdenken anzuregen und sich gezielt in bestimmte Personengruppen hineinzuversetzen – das sind schon wirklich spanennde Aspekte des Hobbies, die ich heute nicht mehr missen möchte. Zumal auch das normale Stammsystem mit der Stammgruppe bereichert wird, wenn man mal über den Tellerrand schaut.

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Gestern dann erst um 07:00 aufgestanden, da ich donnerstags ja später anfange. Wieder Yoga am offenen Fenster, leider untermalt von erst der Frühstückspause der Bauarbeiter und dann dem vorm Fenster wütenden Bagger. Aber hey, das war einfach nur das zusätzliche Schwierigkeitslevel bei einem Video, das eh schon „Practice Serenity“ heißt. 😉

Dann los ins Büro, es war erstaunlich kühl und angenehm dafür, dass es abends eigentlich gewittern sollte. Im Büro dann erstmal Kaffee gemacht und die Tatsache, dass ich etwas weniger müde war als den Rest der Woche, dazu genutzt, ein paar aufgeschobene eher schwierige Vorgänge zu erledigen. Mittags wollte ich eigentlich zum Asiaten, der war aber megavoll mit mindestens 10 Leuten vor mir in der Schlange. Stattdessen war ich dann beim Falafelladen gegenüber, das war auch wieder sehr lecker, allerdings wurde der Plan, nebenher zu lesen, nix, da es superlaut war. Deshalb dann schnell von dort geflohen und nochmal in einen Coffeeshop, wo ich dann einem Stück Schokoladenkuchen nicht wiederstehen konnte. Dazu nen Cappuccino, dann zurück ins Büro. Einen Pfändungs- und Überweisungsbeschluss fertig gemacht, der so das Äquivalent zu „einmal mit der Schrotflinte ins Gebüsch schießen“ ist. Mal sehen, was aus dem so wird.

Feierabend um kurz nach 18 Uhr, nochmal schnell zu Rewe. Dann zum Bahnhof, durch die fast schon flüssige Luft. „Freudige“ Überraschung: Citytunnel dicht, nächste Bahn über die andere Strecke in 13 Minuten. Orrrr. Genervt wieder hoch zum Busbahnhof, in den völlig überfüllten Bus gequetscht und eine andere Route heimgefahren. Auf dem Weg von der Bahn nach Hause kam dann endlich das angekündigte Gewitter. Schnell die Kopfhörer und das Handy in den Rucksack gestopft, dann aber sehr erfreut durch den Regenguss nach Hause gelaufen. Der Mitbewohner hatte schon die ersten Interessenten durch die Wohnung geführt, die zweiten kamen dann um 20 Uhr. Inzwischen weiß ich aber schon, dass beide die Wohnung nicht wollten. Also gehen die Besichtigungen weiter, seufz.

Dann noch eine Folge OitnB, Abendessen fiel aus wegen zu viel zum Mittag gehabt, dann gegen 23 Uhr völlig erschöpft ins Bett.

Umzugserledigungen: Die Interessenten rumgeführt, sonst leider nix.

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#RPGaDay2018 und Tagebuchbloggen, Tag 9

(Es ist fürchterlich irritierend, dass ich am 02.08. und nicht am 01.08. mit dem Yoga-Programm angefangen habe. Jetzt ist die Nummerierung des Eintrags hier immer einen Tag weiter als die der morgendlichen Turnerei, das bringt mich ganz durcheinander.)

Frage 9: Wie hat dich ein Spiel überrascht?

Puh, schwere Frage irgendwie. Kommt ja auch immer drauf an, wie viel man über ein Spiel vorher überhaupt weiß, wenn man jetzt z. B. es gar nicht gelesen hat und dann einen One-Shot spielt. Überraschend fand ich z. B., wie gut Society of Dreamers es trotz der extrem freien Erzählstruktur schafft, dass man allein durch die Thematik und die inhaltlichen Vorgaben in so eine ganz bestimmte Stimmung und Schwerpunktsetzung gleitet.

Bei City of Mist hat mich überrascht, wie kniffelig es war, mittels der Fragen in den Playbooks (die anders heißen, aber es fällt mir nicht ein im Moment) den Charakter zu erstellen. Man merkte sehr deutlich, wenn das Konzept noch nicht ausgereift genug war oder das ausgesuchte Playbook doch noch nicht so ganz das richtige. Dadurch war das Charaktererstellen dann doch mit ziemlich viel Überlegung verbunden, was aber glaube ich den Charakteren gut tut und interessante Konzepte hervorbringt.

Tagebuchblogcontent

Auch gestern wieder um 06:00 aufgestanden, allerdings war es da auch schon superwarm und schwül und bäh. Yoga gemacht. Müder Baum. Und so. Ins Büro gefahren. Ich war entsetzlich müde und es war ein völlig entnervender Tag mit sehr viel Telefon und vor allem total bescheuerten Leuten am anderen Ende. Nachdem mein Chef ja vorher noch meinte, in seinem Urlaub würde nix Dringendes anfallen, hab ich ihn gestern dann schon zum zweiten Mal wegen eines Notfalls angerufen. Also was heißt Notfall – wegen Leuten, die meinen, es sei eine gute Idee, ihre Post fast 2 Wochen lang liegenzulassen und dann auf einmal sehr dringend einen Anwalt brauchten. Seufz. Mittags war ich schon völlig fertig mit den Nerven. In der Pause Roma Nova weitergelesen, leider materialisierte sich kein Gladiator im Pausenraum. Nur Migräne, aber das war auch kein Wunder bei 31 Grad, schwül und tief fliegenden Deppen. Der Nachmittag war genauso furchtbar, Bohrmaschine, Fräsgeräusche, schwül, warm, mehr blöde Anrufe, grah. Immerhin kam mein Feminazgul-T-Shirt an. 16:30 genervt und müde aus dem Büro gefallen. Eine Stunde bei C&A vergeudet, weil Sale war und ich dachte, ich fände vielleicht noch nen günstigen Ersatz für meine eine Leinenhose, die leider ein Loch hat. War leider nix Gutes da. Aus Frust dann für 6 Euro noch ein Oberteil mitgenommen.

Abends war eigentlich der zweite Abend der Monster of the Week-Runde geplant, die schonmal verschoben wurde. Der Spielleiter vermeldete dann aber Hitzekollaps – verständlich. Stattdessen habe ich dann also geputzt, denn heute kommen 2 interessierte Parteien unsere Wohnung anschauen. Hier bitte Flüche über die Duschwand, das kalkhaltige Hamburger Wasser und zwecklose Anti-Kalk-Reiniger einsetzen. Dann noch alte Briefe und Fotos sortiert. Zwischendurch Twitter, irgendwo mussten die skurrilen Erkenntnisse ja hin, die man aus fast 20 Jahre alten Briefchen ziehen kann. Dann Essen – wieder Obst mit Skry, Melone mit Feta und noch Tomate-Mozarella. Dann noch eine Folge OitnB, dann wollte ich eigentlich todmüde ins Bett fallen, dann aber doch noch mehr Twitter, weil Dinge. Und so. Viel zu spät eingeschlafen.

Umzugserledigungen: Ersten Umzugskarton gepackt, mehr alten Kram entsorgt, für heute geputzt.

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#RPGaDay2018 und Tagebuchbloggen, Tag 8

Und weiter geht es:

Frage 8: Wie kriegt man mehr Leute zum Rollenspielen?

Hachja, eine der klassischen Fragen der Szene, in der der Schwund der Spieler und die Überalterung der Gruppen und das früher-war-alles-besser fast schon gebetsmühlenartig in den Foren und sozialen Medien beklagt wird. Wie man vielleicht schon raushört – ich bin nicht unbedingt der Meinung, dass die Szene ein Problem mit Nachwuchs hat. Klar ist die Konkurrenz durch Computerspiele und dergleichen groß, andererseits war es aber noch nie so leicht wie heute, den Einstieg ins Hobby zu finden. Noch vor ein paar Jahren wusste überhaupt gar keiner, was Pen and Paper-Rollenspiel überhaupt ist und wenn man sagte, man ist Rollenspielerin, dann dachten alle komische Dinge. Heute haben Serien wie The Big Bang Theory (so bescheuert die Auseinandersetzung mit dem Thema Nerdtum da auch ist) oder Community schonmal das Konzept massentauglich gemacht. Und wenn man sich vage dafür interessiert und mal danach googelt, dann findet man meistens nicht nur die Bücher, die man kaufen kann, sondern eben oft auch gleich Erfahrungsberichte oder Plattformen zur Gruppensuche oder Actual Plays. Und gerade letztere sind natürlich sehr wertvoll, weil man dann gleich sehen kann, wie das denn in der Praxis so aussieht, und auch, dass es nicht in jeder Gruppe gleich abläuft. Außerdem scheint es, hierzulande leider noch nicht so sehr, in den USA offenbar erfreulicherweise schon, so zu sein, dass inzwischen auch immer mehr öffentlich sichtbare Spieler*innen und Spielleiter*innen existieren, die halt nicht die typischen Gamer sind, und das damit das Hobby auch für diejenigen interessant wird, die nicht die Quotenminderheit in einer ansonsten sehr gleichförmigen Truppe sein wollen. (Es folgt Podcast-Content aus der letzten Folge: Tatsächlich hat, vermutlich sowohl durch die etwas erzähllastigere Struktur der 5. Edition als auch durch die aktive Actual Play-Community, die Anzahl der weiblichen DnD-Spielerinnen stark zugenommen, von ca. 22 auf ca. 40 %. Gleichzeitig sind damit auch die Verkaufszahlen angestiegen, 2017 war wohl ein sehr erfolgreiches Jahr und 2018 ging genauso weiter. Es scheint sich also auch finanziell zu lohnen, das Zielpublikum zu erweitern.)

Ansonsten kann man aber natürlich auch was tun, wenn man nicht gerade zufällig einen Verlag besitzt. Gerade aufs Thema Actual Plays möchte ich nochmal eingehen, immerhin gab es gerade auf den GenCon einen Diana Jones Award for Excellence in Gaming für die Actual Play-Community allgemein. Für mich sind gute Actual Plays auch in den letzten Jahren eine große Inspiration geworden – mir angucken, wie Rollenspiel eigentlich funktioniert, muss ich natürlich nicht mehr, aber mir angucken, was beim Rollenspiel alles so möglich ist, was Story, Charaktere, Ideen und Darstellung angeht – Holy Shit, da geht noch so einiges! (Ich beziehe mich da natürlich auf die APs, die halt meiner Meinung nach richtig gut sind, also hauptsächlich die vom Oneshot Network. Ich habe weiterhin kein Interesse, einfach nur Leuten beim Spielen zuzugucken, die das auch nicht anders machen als ich selber.) Außerdem ist es ein sehr bequemer Weg, neue Systeme kennenzulernen, ohne sie selber zu spielen oder zu lesen.

Dann gibt es natürlich noch das Thema Conventions, auch da kann man was für die Nachwuchsförderung tun. Oder natürlich selber hingehen und eine Gruppe suchen, wenn man spielen möchte und keine hat. Tatsächlich möchte ich nochmal betonen, dass die besten Cons für diesen Zweck eigentlich die sind, die eben keine reinen Pen-and-Paper-Cons sind, denn nirgendwo kriegt man leichter generell nerdaffine Leute zum Rollenspiel als auf einer Veranstaltung, wo viele vielleicht auch wegen Jugger, Lesungen, Abhängen in Gewandung oder Brettspielen hingehen und dann ohne Probleme auch mal 4 h ins Rollenspiel reinschnuppern können. Schon deswegen halte ich Cons wie die NordCon für extrem wichtig für die Szene.

Und schlussendlich kann natürlich jeder selbst was tun, um neue Spielende zu gewinnen. Das bedeutet vor allem natürlich, Runden für Einsteiger anzubieten und Leute dazu einzuladen, die generell interessiert sind. Natürlich ist das immer eine Frage von Zeit und Energie, deswegen würde ich es auch keinem übelnehmen, wenn er oder sie das nicht oder nicht häufig schafft. Ich habe dieses Jahr tatsächlich schon zwei Runden geleitet, die gezielt für Einsteiger oder Leute, die lange nicht gespielt hatten, gedacht waren. Tatsächlich sind ja sowieso die meisten meiner Freunde und Bekannten eh Rollenspieler, aber ab und zu lerne selbst ich ja mal andere Leute kennen *hust*. Wenn generell Interesse vorhanden ist, merke ich mir das und wenn es sich dann mal zeitlich anbietet, dass ich was leite, dann frag ich nach, ob Zeit und Lust vorhanden sind. Oder aber ich organisiere, dass jemand ander leitet und spiele mit. (Generell wird ja unterschätzt, wie wichtig es ist, dass es nicht nur Leute gibt, die leiten, sondern auch Leute, die gerne und gut Runden organisieren. Und nein, das muss nicht die selbe Person sein. Aber das ist ein anderes Thema.)

Für solche Einsteigerrunden kann ich empfehlen, nicht einfach einen Gast in die feste Runde – und da gar noch in die laufende Kampagne – einzubauen. Haben wir zwar auch schon gemacht, aber es blieb dann immer sehr deutlich, wer Stammspieler ist und wer nicht. Besser was anderes planen, einen Oneshot oder gleich ein neues System. Möglichst das System und das Setting an die Wünsche des Spielenden anpassen, dessen erste Session das wird, umso größer ist die Chance, dass das Hobby auch zündet. Gerade wenn man für mehrere Neueinsteiger leitet – keep it simple. Hey, endlich ist mal keiner dabei, der alle Plots zu ausgelutscht findet oder alle Monster an einer vagen Beschreibung erkennt! Das ist für die Spielleitung auch ein Vorteil. Der Plot muss jetzt nicht „rettet Jobst“ sein, aber man kann es durchaus gradlinig und klassich halten. Schön gemacht Einsteigerboxen, wie die für Splittermond oder Star Wars helfen natürlich, zumal die Abenteuer darin auch eine ausreichend kurze Länge haben. Ich würde diese Runden auch möglichst immer mit Archetypen spielen, es sei denn, Charakterbau geht wie bei PbtA in 15 Minuten. Und dann dran denken: Die Session ist der erste Versuch fürs Hobby und wenn sie zäh und frustrierend läuft, kann es auch der letzte sein. Wenn ihr mitspielt, macht vor, wie mans macht, sprecht in character, sprecht den/die neue(n) Mitspieler gezielt an, lasst ihnen Platz und buttert ihre Ideen nicht unter. Wenn ihr leitet: Kriegt es irgendwie hin, die Stärken des Rollenspiels rüberzubringen und ändert, handwedelt und biegt dazu, was immer nötig ist. Scheißegal, ob die korrekte Regelanwendung anders wäre, scheißegal, ob eine coole Idee eigentlich nicht funktionieren würde, scheißegal, ob der Endgegner nach dem fantastisch coolen Manöver des Neueinsteigers eigentlich noch 2 Lebenspunkte hätte. Das kann man alles dann nochmal korrekt machen, wenn er/sie länger dabeibleibt. Zeigt, was möglich ist, was Spaß macht, WARUM ihr dieses Hobby mögt.

So. Ich glaube mehr als den Hinweis, dass man das inzwischen alles auch ganz wunderbar online machen kann, hab ich dazu jetzt auch wirklich nicht mehr zu sagen.

Tagebuchblogcontent

Gestern wieder um 06:00 aufgestanden. Es war noch wunderbar kühl. Alle Fenster aufgerissen, Yoga gemacht, dann fertiggemacht für die Arbeit und ins Büro, auch da alle Fenster aufgerissen. Gearbeitet, nebenher gebloggt und andere Internetdinge getan, völlig entnervt gewesen von den lauten Fräs- und Bohrgeräuschen. Deswegen dann auch das mitgebrachte Mittagessen schon kurz vor der Pause gegessen und in der eigentlichen Pause dann zu der einen sehr guten Eisdiele hier in der Nähe spaziert. Nougateis und Jogurth-Aprikose-Eis gegessen. War super. Durch die Hitze zurück. Mehr Arbeit, mehr Müdigkeit. Feierabend, Podcast hörender erstmal in den Park gefahren. Dann dort nach Ende der Folge das neue Buch von Judith angefangen, allerdings kam ich nicht weit. Das Buch ist nämlich offensichtlich magisch und mit einem Zauber belegt, der Themen des Buches in die Wirklichkeit bringt. Oder so. Jedenfalls las ich über muskulöse, sich duellierende Gladiatoren und dann … war da ein Typ, der als römischer Gladiator auch eine gute Figur gemacht hätte. Und machte da irgendwelche Dehnübungen, oben ohne natürlich. Ich bin ja auch nur ein Mensch, deswegen setzte ich mir dann meine Sonnenbrille auf und schaute immer abwechselnd ins Buch und auf den Typen. Irgendwann ging er dann. Eine Minute später kam ein anderer Typ, warf sein Shirt von sich und begann Burpees zu machen. Viele Burpees. Und Lunges, und andere Übungen, und das Ganze natürlich auch mit freiem Oberkörper. Und während ich mich schon fragte, in welcher Realität ich gerade aus Versehen gelandet bin, kam dann ein DRITTER Typ, baute 3 Meter neben mir Turnringe an einen Baum an und warf auch sein T-Shirt von sich, um dann superkrasse Übungen zu machen. So einhändige Klimmzüge an den Turnringen und Handstand mit Liegestütz und all sowas. Es war ein wenig absurd. Also sehr cool anzusehen, aber so geballt ist mir das in den Park noch nie aufgefallen. Also entweder ist da Dienstags Hot-guys-work-out-Thementag oder das Buch hat übernatürlich Kräfte. Also – wenn ihr einen Mangel an gutgebauten Gladiatoren in eurem Leben habt, kauft Roma Nova! Falls sie sich nicht in eurer Nähe manifestieren, sobald ihr das Buch aufschlagt, gibt es wenigsten IM Buch welche. (Und es ist ansonsten auch bisher sehr spannend und hat ein cooles Setting.)

Der Mitbewohner holte mich ab, wir gingen heim, die Wohnung war dank des morgendlichen Lüftens schön kühl. Zum Abendessen gabs dann Wassermelone mit Feta und Basilikum (nom!), Reissalat mit Tomate und Feta und Obst mit Eis. Und ne Folge Orange is the New Black und dann wars schon wieder 22 Uhr und ich fiel sehr müde ins Bett .

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