Monatsarchiv: Oktober 2015

Wochenendhuldigungseintrag

Uargh. Ein typischer Montag. Viel zu spät eingeschlafen gestern, völlig verpeilt und übermüdet aufgewacht, durch die Wohnung gestolpert, irgendwie, wie man in Hamburg sacht, angeplünnt, raus ausm Haus, zu spät dran, Stau überall, zu spät im Büro. Arbeit über Arbeit, der Kopierer streikt, Kollegin ist im Urlaub, die Azubine hat Scheiße gebaut und ich muss das mit ihr klären. Müde, müde, müde. Draußen scheint strahlend die Sonne, am Wochenende hätte mich das Wetter gefreut, jetzt nervt mich die grell blendende Sonne im Fenster gegenüber.

Und dieser Scheiß mit der Zeitumstellung … die eine Stunde mehr Schlaf ist irgendwie völlig egal, die macht das Jetlag-Gefühl nicht wieder wett. Außerdem isses jetzt dunkel, wenn ich nach Hause komme. Nix mehr mit nem Spaziergang durch den Park nach Feierabend. Gah. Außerdem sagt nie einer der Katze, dass es jetzt ne Stunde später Frühstück gibt und ich kann mich auf 2-3 Wochen Mauzen und Am-Schlafanzug-Zupfen einstellen, bis Majestät die neue Fütterungszeit akzeptiert hat.

Am Samstag war ich an der Ostsee. Brodtener Steilufer, zum dritten Mal dieses Jahr, dieses Mal mit Herbstoptik. Es war toll, das Meer ganz still und so klar, dass man selbst von oben auf der Steilküste durch Wasser auf die Steine im Wasser sehen konnte. Außerdem waren da Möwen, ganze Schwärme von Möwen, die laut schreiend über dem Wasser kreisten oder in großen Gruppen auf den Holzstegen herumsaßen. Sammeln die sich da? Fliegen die weg? Sind Möwen überhaupt Zugvögel? Ich habe keine Ahnung. Auf der anderen Seite: Krähen, die die über den abgeerneten Feldern kreisen und Körner picken. Vögel, überall Vögel, dann auf einmal ein komisches lautes, brummendes Geräusch, wie eine sehr sehr laute Hummel … wir gucken uns um: Da lassen Leute eine kleine Flugdrone über den Strand fliegen. Immer mitten zwischen die Möwen, ein Irrsinnstempo hat das Ding drauf. Der Herr Mitbewohner ist fasziniert, ich finde es eher nervig, dieses permanente Summen in der Luft. Wir gehen schnell weiter, die Drone bleibt zurück. Es ist viel los, richtig viele Leute sind auf dem Weg unterwegs, zu Fuß, mit dem Fahrrad, Kinder mit irgendwelchen Skateboard-Ablegern, wie auch immer man die nennt. Wir gehen wieder bis zu der Bank, die wie ein riesiger Vogel aussieht, dann noch weiter, nochmal um die nächste Kurve, dann kehren wir doch lieber um, es ist kalt und wird langsam dämmerig. Den ganzen Rückweg lang reden wir über den neuen StarWars-Film. Unten am Strand machen Leute ein Lagerfeuer. Das muss toll sein, da abends am Strand zu sitzen und aufs Meer zu schauen. Ich möchte da mal Urlaub machen, glaube ich. Im November oder im Februar oder zu sonst einer Zeit, wo da nix los ist, und dann möchte ich aufs graue Meer gucken und auf dem Steilküstenweg herumlaufen und Fischbrötchen essen und ansonsten einfach gar nichts tun, außer mal wieder ganz viel lesen.

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Wir fahren nach Lübeck und wollen was essen, drei Restaurants habe ich mir vorher ausgeguckt, zwei davon haben keinen Tisch mehr frei. Wir laufen gar nicht mehr bis zum dritten, sondern gehen ins nächstbeste Restaurant und essen in einem Brauhaus Schnitzel mit Bratkartoffeln. Da ist nix gegen einzuwenden, ich hatte mich nur schon auf was anderes gefreut und bin genervt davon, dass es nicht geklappt hat und noch mehr genervt davon, dass mich das ärgert. Wir essen, wir laufen zurück durch die ganze Stadt, fallen ins Auto. Zurück nach Hause. Auf die Couch werfen, Serie gucken, danach bin ich müde und falle ins Bett. Ich schlafe über 10 Stunden, mein Rücken tut weh, als ich aufstehe.

Am Sonntag noch eine Runde durch den Park, es ist sonnig und herbstlich und wieder sind überall Leute. Zwei Jogger überholen uns gleich zweimal, während wir gemächlich durch den Park laufen. Die Blumenbeete, die letzte Woche noch bepflanzt waren, sind komplett kahl. Was wohl aus den Blumen wird? Werden die über den Winter irgendwo im Warmen untergebracht oder schmeißt man die weg und pflanzt im nächsten Jahr neue? Schon wieder habe ich keine Ahnung.

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Ich koche abends, es gibt Rouladen mit Kartoffeln und Rosenkohl, das habe ich alles am Freitag auf dem Markt gekauft. Außerdem gab es noch Pflaumen, die letzten des Jahres, sagte der Gemüsestandmensch, deswegen gibt es zum Nachtisch auch noch Pflaumencrumble und danach möchte ich mich eigentlich nie mehr bewegen und nie mehr was essen. Ich tue dies und das, liege auf dem Sofa, spiele noch ein bisschen am PC, möchte nicht, dass das Wochenende zu Ende ist. Ich gehe ins Bett, viel zu spät, kann nicht schlafen. Irgendwann geht es dann doch, dann wache ich auf und es ist Montag. Argh. Aber schön wars, das Wochenende.

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#12von12 im Oktober 2015

Gestern war wieder #12von12 (Was ist das?) – und das an einem Montag. Eigentlich wusste ich gar nicht, ob ich wirklich mitmachen will, aber andererseits geht es ja um Alltagsbilder. Und was drückt den tristen Alltag besser aus als ein Montag? Also, auf ins Auto und ab in den Hamburger Berufsverkehr – immerhin mit schönem Morgenhimmel:

tYKF9Pr1AFrSgOFkVuRxMU3y8wV0LNZcx94DScNmx38Ich erwähnte, dass es Montag war?

-yd6u0BPHErrDOHBnpLQNrMDc3-4zTku0An82ihiGG8Tatsächlich war sogar ein ausgesprochen montagiger Montag, denn: Die Heizung im Büro war kaputt. Was natürlich wunderschön ist bei 8 Grad Außentemperatur. Wie immer war unser Vermieter nicht zu erreichen, daher haben wir dann selber die Heizungsfirma angerufen. Frühestens nachmittags könne jemand kommen, vorher seien alle Monteure unterwegs. Narf. Es blieb also nur, sich an der warmen Kaffeetasse festzuhalten …

CRGR6EfWUAAWISIDer Verbrauch an Kaffee und Tee stieg dann am Vormittag auch um so 300 %, wir froren uns den Arsch ab und es war ein so überhaupt nicht erfreulicher Vormittag.

Arbeiten musste ich natürlich trotzdem … daher hier eine Auswahl unserer topaktuellen Büromaterialien.

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(Ja, das ist eine Minikassette für ein Diktiergerät. Ja, das benutzt eigentlich keiner mehr. Ja, die Soundqualität ist unterirdisch. Außerdem ist mein Kopfhörer kaputt, so dass ich ewig dran rumzuppeln und/oder meinen Kopf um 45 Grad zur Seite neigen muss, damit ich überhaupt was höre. Macht viel Spaß.)

Zur Mittagspause hatte ich Salat mit, was natürlich ein tolles Essen ist, wenn man eh schon friert – gegessen hab ichs aber trotzdem:

CRHLFBjW8AApUdhKurz nach der Mittagspause kam dann endlich der Heizungsmensch, wurschtelte irgendwas im Keller herum, woraufhin die Heizung wieder ansprang und zumindest lauwarm wurde. Bald darauf wars im Büro dann endlich wieder erträglich und die Zeit bis zum Feierabend war wesentlich weniger schlimm.

Auf dem Heimweg bin ich am Hafen entlanggefahren, das ist eine von mehreren möglichen Strecken und aktuell die mit dem wenigsten Stau. Und der schönsten Aussicht:

CRIDe2tWEAAYJlJSo richtig schön finde ich die Elbphilharmonie ja immer noch nicht, aber ohne die Baukräne sieht sie schon mal besser aus.

Daheim ging ich dann gar nicht erst in die Wohnung, sondern noch ne Runde in den Park. Ich musste eh da in die Nähe, weil ich mir am Freitag einen neuen Mantel gekauft hatte und da noch was umgenäht werden musste. Nachdem es am Sonntag noch sehr grün war und kaum herbstlich aussah, gab es immerhin schon ein wenig buntes Laub.

CRIKbmnWIAAdJB3In dem Teil mit den Blumenbeeten gab es allerdings auch noch sehr viel bunte Blüten. Und ich mag diese Hecken mit den „Fenstern“.

CRIK-fNXAAAK9GnDann holte ich also den Mantel, ging nach Hause und … wusste nicht mehr so richtig, was ich fotografieren soll. Aber halt, Katzenbilder gehen natürlich immer:

CRIZUXqWcAE-hqcMajestät guckt sehr verstört … vermutlich wusste sie nicht, wieso ich da jetzt mit dem Handy vor ihr rumspringe.

Was essen musste ich natürlich auch noch – es gab Reste von Sonntag. Also Schweinefilet, Kartoffeln und Pilze, die ich mir nochmal in der Pfanne warmmachte.

CRIZpM6XAAEdO0h(Ja, der Herd sieht schlimm aus – das ist aber Rost, kein Dreck. Das Ding ist vermutlich 50 Jahre alt und immer wenn man die Herdplatten abwischt, kommt einem erstmal ne Schicht Rost entgegen. Aber solange er noch funktioniert…)

Dann saß ich erstmal lange am Computer, führte eine zweistündige Skypebesprechung wegen einer Textüberarbeitung, über die ich auch nochmal bloggen muss. Mein Schreibtisch ist wie immer ein Chaos. Aber wenigstens der Desktophintergrund ist schick …

CRJByBfWgAMX5UsUm 21.30 Uhr waren wir fertig, dann tüddelte ich noch etwas am Text rum und dann – da ich in der Nacht zuvor wenig geschlafen hatte – war es auch Zeit fürs Bett:

CRJLwVTWsAAvvdsWobei ich da natürlich erst noch ein bisschen Bettflix (=im Bett liegen und Netflix gucken) betrieben habe.

So, und das war mein wunderbar spannender Montag am 12. des Monats. Hurra!

PS: Die Heizung ist heute übrigens wieder kaputt, es sind 18 Grad im Büro, meinen Chefs ist es maximal egal, dass wir uns hier den Arsch abfrieren und der Heizungsmonteur kommt frühstens am Nachmittag. Es gibt Wochen, da hört der Montag einfach nie auf.

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