Damals (TM): Meine ersten Rollenspielerfahrungen.

Auch diesen Monat ist wieder Karneval der Rollenspielblogs und das Thema gefällt mir dieses Mal auch wieder gut: Einstieg ins Rollenspiel. 

Der Eröffnungsbeitrag bietet einige schöne Fragen und ich fang heute mal mit der ersten an: Wie hast du mit dem Rollenspiel angefangen?

Also [Nostalgiemodus an]: Das allererste Mal von Rollenspielen gehört habe ich in einem Chat, der mit dem Thema gar nix zu tun hatte. Da erzählte jemand, er käme gerade vom Rollenspiel und beschrieb auf Nachfrage auch, was das in etwa ist. Da war ich ungefähr 15, es klang ganz spannend, aber ich sah in dem kleinen Kaff, in dem ich damals wohnte, eh nicht die Möglichkeit, sowas tolles zu machen. Ungefähr ein Jahr später fing ich dann mit Forenrollenspielen an. Was das ist? Im Prinzip auch ein Rollenspiel, aber in geschriebener Form. Jeder übernimmt einen oder mehrere Charaktere, die dann zusammen eine Geschichte erleben. Diese wird von den Spielern gemeinsam geschrieben, in einem Forum, per Mailingliste oder dergleichen. Einen Spielleiter gibt es nicht, man entwickelt die Handlung zusammen. Auch Regeln gibt es (in der Regel …höhö, pun intended) keine. Es ist schon ziemlich anders als PnP, aber Spaß macht es auch. Ich habe vor einiger Zeit auch wieder angefangen und es macht nach wie vor Spaß, auch wenn man auf ganz andere Dinge achten muss als beim Tischrollenspiel. Vielleicht schreib ich bei Gelegenheit nochmal über Gemeinsamkeiten und Unterschiede…aaaaber darum soll es ja heute nicht gehen.

Das erste Mal Pen-and-Paper ausprobiert habe ich in Leipzig auf der Buchmesse, da gab es einen Stand, an dem man probeweise ein kurzes DSA-Abenteuer spielen konnte. DSA war mir damals immerhin schon ein Begriff, weil mein damaliger Freund das begeistert spielte. Der wohnte aber in Hamburg (und ich damals noch im Erzgebirge, so dass ich noch nicht hatte mitspielen können). An das Testabenteuer kann ich mich nur noch dunkel erinnern. Ich weiß noch, dass der Archetyp verkehrt war, weil es eine weiblicher Magierin aus Mherwed war, wo ja nur Männer ausgbildet werden. Nicht, dass mir das aufgefallen wäre, aber die Spielleiterin hat es mir gesagt 😉 Spaß hat es gemacht, obwohl ich nicht so richtig durchsah.

Dann war ich über den Sommer vier Wochen in Hamburg und es ergab sich endlich mal die Chance, in der Runde meines damaligen Freundes mitzuspielen. (Ja, ich habe tatsächlich als mitgebrachte Freundin angefangen – ein Phänomen, über das ich auch noch mal irgendwann schreiben mus…). Ich baute mir also mit den gerade frisch erschienenen DSA4-Regeln meinen ersten Helden. Ehe ihr euch jetzt fragt, wie ich das geschafft habe: Natürlich mit Anleitung und auch nicht per Hand, sondern mit dem Exelbogen von Zhadrakas. Und was war nun meine erste Heldin? Kriegerin, Streuner, Magier? Weit gefehlt – in Anbetracht der Tatsache, dass ich über Aventurien so gut wie nix wusste, baute ich mir eine Schäferin namens Mora, die mit ihrem Hund Helmbrecht von irgendwo am Arsch der Heide kam und bei der es nicht weiter schlimm war, wenn sie nicht wusste, in welchem Land sie grade ist und wer das regiert. Wir haben dann zu zweit mal einen Probedurchgang gemacht, damit ich wenigstens weiß, wie gewürfelt wird etc. Im Prinzip war ich also bereit für die erste Spielrunde. Aber es kommt ja öfter anders als man denkt und nachdem ich noch sehr viel in den Regelbüchern gestöbert hatte, baute ich mir dann in letzter Minute doch noch einen anderen Charakter, nämlich eine Khunchomer Diebin namens Yasine.

Der erste Spielabend – ich erinnere mich noch lebhaft. Es war Juli, draußen waren 35 Grad, in der Wohnung, in der wir spielten, 45 Grad. Das Abenteuer spielte im tiefsten Winter in den Trollzacken, man konnte sich also wenigstens vorstellen, dass es kalt ist. Die Handlung des ganzen war denkbar simpel: Ein Bauer bittet die Helden, seine oben im Gebirge eingeschneite Familie zu retten, ehe die Untoten von der anderen Seite des Gebirges sie umbringen. Es gab einen Dungeon, reichlich Skelette, ein magisches Schwert (was für den Lacher des Abends suchte, weil es nur von Leuten ohne den Nachteil Goldgier angefasst werden konnte, den dummerweise die ganze Gruppe hatte, so dass das magische Schwert am Ende der Bauersfrau gehörte) und jede Menge Kämpfe. Im Nachhinein betrachtet war das sicherlich nicht das beste Abenteuer von Welt, aber es hat gereicht, um mich mit dem Hobby DSA bzw. Rollenspiel an sich total anzufixen. Einen weiteren Aha-Moment hatte ich dann am zweiten Spielabend. Das war auch so eine Geschichte. Der damalige Freund leitete eine selbstgeschriebene Kampagne, in der in etwa die eine Hälfte der Runde mitspielte, die andere Hälfte wollte an dem Samstag dann etwas anderes spielen und ich durfte wieder dabei sein. Das Ganze fand dann aber nicht in Hamburg statt, sondern in Buxtehude (was zwar aus dem Märchen von Hase und Igel hinlänglich bekannt sein dürfte, aber trotzdem auch ein existierender Ort in Niedersachsen ist 😉 ). Ich holte also den einen Spieler ab (den ich so ungefähr 3-4x gesehen hatte) und fuhr dann allein mit ihm zum Spielort, wo ich auch nur einen weiteren Spieler kannte. Den Rest der Leute hatte ich noch nie gesehen. Dementsprechend war ich doch ziemlich nervös. Irgendwann gegen Ende des Abends – das Abenteuer drehte sich um eine mysteriöse Seuche in Ferdok und jeder in dieser verdammten Stadt war ein unkooperativer Idiot – erlebte ich dann, wie ich mich so in meine jähzornige Tulamidin hineinversetzt hatte, dass ich fluchend wie ein Rohrspatz über die dämliche Weibelin der Stadtwache herfiel und mir null Gedanken mehr darum machte, ob ich gerade alles richtig mache oder nicht. Irgendwie hatte es da „Klick“ gemacht und ich war so richtig im Rollenspiel angekommen.

Dieser besagte heiße Julitag wird diesen Sommer 10 Jahre her sein. So lange mache ich nun schon Rollenspiel *krückstock*. Den Status der mitgebrachten Freundin wurde ich spätestens dann los, als ich auch nach Ende der Beziehung weiter dabeiblieb. In den 10 Jahren hat sich natürlich einiges geändert. Ich fand noch eine zweite Runde (die inzwischen auch meine Hauptrunde ist), das Regelwerk wurde aktualisiert, meine Aventurienkenntnisse stiegen an (und befinden sich heute in nahezu lächerlichen Höhen…). Ich baute noch viele weitere Charaktere, wobei meine Vorliebe für eher untypische Professionen sich nicht änderte. Yasine, meine erste Heldin, erlebte viele Abenteuer und zuletzt auch die Jahr des Feuers-Kampagne. Inzwischen ist sie Stufe 22 und vorläufig zur Ruhe gesetzt (bis ich hoffentlich nochmal Gelegenheit finde, ihr einen etwas rühmlicheren Abschluss der Heldenlaufbahn zu geben als das in unserem Finale vom JdF der Fall war).

Ja. So war das mit mir und dem Rollenspiel [Nostalgiemodus aus].

Vielleicht und hoffentlich komme ich dazu, noch über einige andere Aspekte zum Thema Einstieg ins Rollenspiel zu bloggen.

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2 Kommentare

Eingeordnet unter blabla, DSA, Helden, Rollenspiel

2 Antworten zu “Damals (TM): Meine ersten Rollenspielerfahrungen.

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