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London Notes

Nun war ich also in London, und obwohl ich schon Twitter sehr mit Bemerkungen und Fotos zugetextet habe, muss ich natürlich auch nochmal drüber bloggen. Es gibt auch, man mag es kaum glauben, noch ein paar Dinge und Bilder, die ich nicht schon getweetet habe. Zugegebenermaßen, ich habe sogar absichtlich einige Sachen nicht auf Twitter gepostet, damit ich für den Blog noch ein paar neue Sachen habe. Keine Ahnung, wie schlimm das auf der Skala zwischen #Neuland und Clickbait so ist, aber … ich schweife ab. London also!

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Die Eckdaten: Wir flogen Mittwoch spät hin und Montag sehr früh zurück, hatten also 4 volle Tage in der Stadt. Übernachtet haben wir im Pestana Hotel Chelsea Bridge, geflogen sind wir mit Easyjet nach Gatwick, gebucht haben wir Flug und Hotel über Expedia, was gut funktioniert hat und noch ein bisschen Verbilligung brachte. Teuer wars natürlich trotzdem. Flug und Hotel schlugen so mit etwa 500 Euro pro Nase zu Buche, dazu kamen bei Easyjet natürlich noch Extrakosten für jeden Scheiß sowie der Expresszug London-Gatwick, von daher kann man auf die 500 Euro auch nochmal 100 draufschlagen. In der Stadt rumgegurkt sind wir mit Travel Cards für eine Woche für die Zonen 1-2, das hat für all unsere Fahrten locker gereicht. Kosten tut so eine Karte 45 Euro pro Person für eine Woche und man kann sie online kaufen. Was man allerdings nicht sollte, wenn man beabsichtigt, die 2 for 1-Angebote der National Rail zu nutzen. Aber das habe ich hier ja schon erklärt. Wie gut man nun die selbe Karte in London hätte kaufen können, kann ich nicht sagen, aber zumindest an den größeren Bahnhöfen wär es bestimmt gegangen. Und was die Fahrt von und nach Gatwick angeht: Der Express scheint da leider relativ alternativlos zu sein, zumindest, wenn man sich nicht auskennt. Ich hab ziemlich gekotzt, als wir feststellten, dass es für die anderen Bahngesellschaften entweder keine Automaten gibt oder man nirgendwo einen Fahrplan findet. Der Express ist halt arschteuer (20 Pfund pro Person pro Strecke, ein bisschen günstiger wird es noch, wenn man das Rückfahrticket gleich mit bucht), dafür aber halt schnell. Trotzdem hätte ich lieber versucht, noch eine andere Alternative zu finden, aber es war in der Situation einfach nicht möglich.

Ansonsten würde ich in jedem Fall festhalten wollen, dass man irgendwie sehr viel weniger schafft, als man sich vorher so vorgestellt hat. London ist halt doch schon ziemlich groß und es dauert eine Weile, um von A nach B zu kommen. Außerdem fand ich die Sehenswürdigkeiten teilweise auch weniger spannend als einfach so die normalen Straßen, Gebäude, Menschen, usw., und irgendwann kann man auch einfach eh nicht mehr laufen und gucken, sondern möchte nur noch irgendwo hocken und alles essen und trinken, was es da Spannendes gibt ausruhen. Was mir vorher empfohlen wurde, war der Weg am südlichen Ufer der Themse (entweder von der Tower Bridge zum Parlament oder halt andersrum), das war auch sehr schön, man kann sich all die bekannten Gebäude anschauen und findet auch zwischendurch immer eine Möglichkeit zum Hinsetzen. Das kann man also auf jeden Fall machen, um erstmal nen Überblick zu kriegen. London hat auch sehr viele, sehr schöne Parks und Grünanlagen, die man gut für Pausen nutzen kann. Und ansonsten ist auch der nächste Pub oder das nächste Café nie weit weg. Ein Hotel mit Frühstück muss man sich auch nicht unbedingt suchen, man kriegt problemlos an so ziemlich jeder Ecke bis mittags noch Frühstück oder kann sich einfach nur nen Kaffee holen. Ansonsten kann man für Essen sehr unterschiedlich viel Geld ausgeben. Es gibt durchaus viele recht günstige Pubs und Restaurants, natürlich auch sehr teure. Unbedingt empfehlen würde ich den Besuch auf einem der Food-Märkte (Bourough Market oder Camden Market), da gibt es sehr viele Stände mit gutem und außergewöhnlichen Essen, wenn auch relativ teuer. Achja: Die meisten Restaurants berechnen automatisch einen Aufschlag von 12,5 % als Trinkgeld für die Kellner, man muss also nicht zwangsläufig noch extra welches geben. Steht aber auf der Rechnung auch immer mit drauf.

Mit dem Hotel bin ich sehr zufrieden – wir hatten ein gutes, großes Zimmer, bequeme Betten, ein großes Bad – passt. Tendenziell gabs da auch Frühstück für teuer Geld und Spa und Pool  sowie ein Restaurant, aber davon haben wir nichts getestet, weil wir so viel unterwegs waren. Die Verkehrsanbindung ist auch gut, es gibt 3 Buslinien, die quasi vor der Tür abfahren und einen in weniger als 10 Minuten zur nächsten Ubahnstation bringen – auch die Nähe zum Victoria-Bahnhof ist nicht zu unterschätzen, wenn man über Gatwick fliegt. Man kann sicherlich auch noch zentraler wohnen, aber insgesamt war das schon gut.

Was die Anreise angeht: EasyJet nervt halt, weil jeder Müll wie „ich darf mir nen Platz aussuchen und werde nicht random irgendwo im Flugzeug platziert“ extra kostet, es deswegen und wegen der Gepäckkosten zu ewigem Einsortieren der Menschen ins Flugzeug kommt, weil halt jeder versucht, alles im Handgepäck mitzunehmen und dann da das Koffer-Tetris in der Kabine losgeht. Pünktlich gestartet ist keiner der beiden Flüge, der Rückflug war dann immerhin fast pünktlich da, der Hinflug landete mit 40 Minuten Verspätung. Dazu kommt halt, dass man in Gatwick landet und dann da erst noch wegkommen muss. Das nächste Mal würde ich lieber so fliegen, dass ich gleich in Heathrow oder London City lande. Wobei es diesmal halt genau diese Kombination aus Mittwoch spät und Montag früh eh nur bei EasyJet gab.

Erlebt

Tag 1:

  • Bis 12 geschlafen, weil wir um 2 Uhr nachts ja erst im Hotel waren.
  • Danach durch den sehr schönen Battersea Park spaziert und dort ein Frühstück im Parkcafé gegessen. Der Park hat einen sehr schönen tropischen Garten und ist auch sonst sehr zu empfehlen.
  • Ein bisschen durch Chelsea spaziert, dann mit dem Bus zum Buckingham Palace gefahren. Da wars sehr voll, der Palast war irgendwie eher unspektakulär, dafür sehr schöne Blumenbeete drumherum. Natürlich trotzdem ein paar Fotos gemacht, dann einmal quer durch den Green Park.
  • Menschen beobachtet, die Kirschbaumblütenselfies machen und selbst natürlich auch welche machen müssen. Schlimm.
  • Eiskaffee getrunken und festgestellt, dass es sehr viele spannende Dinge gibt, die ich essen und trinken möchte.
  • Zurück ins Hotel, ein bisschen ausgeruht.
  • Dann abends ins Musical: Wicked im Apollo Victoria. Theater scheint da allgemein etwas lockerer zu sein, man konnte Bier im Plastikbecker und Popcorn kaufen und mit in den Saal nehmen. Das Theater war brechend voll, teils mit sehr komischen Menschen (wie die amerikanische Schulklasse hinter uns und das Paar, das erst 10 Minuten vor der Pause reinkam). Zum Glück war das Musical selbst so laut, dass es die teilweise nervenden Mitzuschauer übertönt hat. Die Show war jedenfalls toll. Großartige Darsteller, superschönes Bühnenbild, gute Geschichte mit ein bisschen zu viel Happy End für mich. Aber es hat sich sehr gelohnt.
  • Danach noch Curry gegessen, dann zurück ins Hotel.

Tag 2:

  • Eine Stunde vorm Wecker aufgewacht, weil Migräne. Hurra. Wieder einschlafen war unmöglich, also ein bisschen durchs Zimmer geeiert und versucht,  meinen völlig verkrampften Nacken wieder zu lockern. Mich dafür verflucht, die Wärmepflaster daheim vergessen zu haben.
  • Raus aus dem Hotel, erstmal was frühstücken. Breakfasttee, Saft und Eggs Benedict – danach fühlte ich mich schon ein bisschen besser.
  • Auf zum Big Ben und von dort aus auf dem Südufer gen Tower Bridge. Es ist sonnig, warm und voll.
  • 2016-05-06 13.21.55Beim Globe Theatre zwar nicht die Tour mitgemacht, aber trotzdem was Cooles entdeckt: Ein Projekt, bei dem alle Stücke Shakespeares auf einer mit dem Internet verbundenen Schreibmaschine getippt werden, und zwar generiert aus Tweets. Nähere Erklärung auf dem Bild – bisher stand der Counter bei 0,96 %. Es dürfte also noch eine Weile dauern 😉
  • Auf dem Bourough Market gewesen und sofort in selbigen verliebt. Es gibt dort quasi nur Stände mit Essen, sowohl so klassische Gemüse-Fisch-Fleisch-Käse-Stände als auch welche, wo man direkt was essen kann. Aber die Auswahl ist halt sehr cool und abgefahren. Wir aßen ein Baguette mit Schweinebauch und knuspriger Kruste und Apfelsauce (sehr lecker, obwohl ich eigentlich gar keinen Schweinebauch mag…), einen sehr guten Burger und Salted Caramel-Eis. Jammi. Leider hab ich danach erst die Stände mit den Kuchen und Macarons und dem gegrillten Käse gesehen. Aber da konnte ich nix mehr essen.
  • In der Nähe des Tower of London im Park herumgesessen, sehr müde geworden, eingeschlafen. Ich kann mich gar nicht erinnern, wann ich zuletzt so kaputt war, dass ich einfach auf ner Wiese eingeschlafen bin. Aber hurra, Migräne machts möglich.
  • Noch Richtung St. Pauls Cathedral gelaufen, mitten in den Feierabend der Londoner hinein. Auf einmal waren alle Straßen voll mit Leuten, die vor Pubs herumstanden.
  • St. Pauls ist wirklich ein un-fass-bar riesiges Gebäude, das kann man kaum glauben. Siehe das Bild unten – das links daneben ist ein normaler, auch gar nicht so kleiner Kirchturm. Leider war es schon zu spät für die letzte Tour.
  • Nach Camden gefahren, sehr gestaunt über das Stadtviertel. Spontan einen Mantel gekauft. Über die Reste des schließenden Markts gelaufen und beschlossen, am nächsten Tag früher wiederzukommen.
  • Sehr gute Burger gegessen.
  • Nach ungefähr 12 Stunden unterwegs sehr erschöpft wieder im Hotel angekommen.

Tag 3:

  • Es war Free Comic Book Day! Und das war einer der Gründe, den Forbidden Planet-Store aufzusuchen. Es gab Comics, wir haben diversen Nerdkram gekauft, es war erstaunlich voll in dem Laden. Gute Sache.
  • Danach in so einem Schokoladenshop leckere Kaltgetränke getrunken und dabei ins Gespräch mit einem Londoner gekommen, der ebenfalls grad vom Forbidden Planet kam. Themen: Das MCU und die Bundesliga. Der Typ war da besser informiert als ich *g*. Leider war das auch schon das einzige private Gespräch in den vier Tagen – im Gegensatz zu Irland scheint der Londoner an sich nicht unbedingt Gespräche mit Touristen zu suchen.
  • Noch kurz in einem der 2 RPG-Läden Londons vorbeigeschaut, dem Orcs Nest. Ziemlich winziger Laden, aber ganz cool, allerdings gabs da auch so vor allem die Standard-Systeme, die man eh schon so kennt.
  • Mittagessen im Pub mit Pastete und Fish and Chips. Dabei entschieden, erstmal den ganzen Krempel zurück zum Hotel zu bringen.
  • Am Nachmittag dann wieder auf nach Camden. Diesmal hatte der Markt noch offen. Noch mehr Kram gekauft und viele wilde Dinge gegessen.
  • Dann überlegt ob wir versuchen zu Sonnenuntergang a) auf das London Eye oder b) in die Bar auf halber Höhe im Shard zu kommen. Beides fraglich, obs klappt, beides teuer. Also gegoogelt „wo schaut man sich am besten den Sonnenuntergang in London an?“ und die quasi einzige kostenlose Möglichkeit gewählt, nämlich die Waterloo Bridge. War gut. Dann noch Cider/Bier gekauft, davon wieder Hunger bekommen, daher noch ein Burrito an einem Mexikan Food Truck, während ein Gitarrenmensch Hotel California sang. Sehr schön. London bei Nacht ist auch super.

Das hier hätte ich ja auch gerne noch gekauft:

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Oder natürlich die Eulentasche  – aber die hatte so unpraktische kurze Henkel.

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Tag 4:

  • Auf ins British Museum, was eins der besten der Stadt sein soll und auch noch kostenlos ist. Hurra!
  • Das Museum ist seeeehr groß und hat in der Tat einige coole Ausstellungen. Sehr schick waren die Originalskulpturen aus dem Parthenon in Athen, mitsamt einem kurzen Video, das erklärt, wie man die ursprünglichen Darstellungen zumindest am PC wieder rekonstruieren kann. Bei „The Paint adds more emotion and drama“ musste mein Fangirlherz ein wenig kichern.
  • Die vielen Mumien und Sarkophage sind auch cool, wobei ich ehrlich gesagt den Gedanken, dass da echte Überreste von Menschen liegen, die vor 5000 Jahren mal lebendig waren, irgendwie total creepy finde.
  • Spannend war auch die Installation „Of Living and Dying“, die Stationen aus verschiedenen Lebensaltern mit Fotos darstellt und gleichzeitig ein zusammengesetztes Kunstwerk aus den Medikamenten, die die Person zu der Zeit genommen hat, zeigt. Wie viele Meter man wohl mit meinen Migränemedikamenten so zusammenbekäme?
  • Nach über 3 Stunden hatten wir längst nicht alles gesehen, aber Laufen und Stehen ging einfach nicht mehr. Also wieder in den nächsten Park, ein bisschen ausruhen.
  • Auf dem Rückweg zufällig bei Harrods vorbeigekommen und mal reingegangen. Wee tee eff! So ein riesiges Kaufhaus und so viel Kram, den man irgendwie nicht braucht. Ich würde mir jedenfalls keinen vergoldeten Dekopfau für mehrere hundert Pfund kaufen. Allerdings hätte ich gerne die Pralinen-und-Tee-Abteilung überfallen, das sah alles so lecker aus.
  • Zurück ins Hotel, schon mal ein bisschen packen.
  • Abends dann als letzte Station der Reise fancy Dinner in einem Steakhouse. War wirklich sehr gut, wir haben aber auch ne Menge Geld dagelassen. Vor allem, weil wir nach dem Essen noch nen 18 Jahre alten Scotch (Glenvilet in meinem Fall, Lagavulin für den Mitbewohner) getrunken haben.

Im Harrods steht übrigens aus welchen Gründen auch immer ein mehrere Meter großes Modell von Dubai:

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Am Montag sind wir dann um 5 Uhr aufgestanden (ächz) und haben auf dem Weg zum Zug immerhin noch den Sonnenaufgang gesehen.

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Gegessen/Getrunken

Ich wollte ja am liebsten all die wilden Sachen probieren und essen, die man hier nicht bekommt! So wie Gurkenmineralwasser. Und Sticky Toffee Pudding. Und die ganzen wilden Sachen von den Food Markets. Und natürlich sowas wie Brownie-Salted-Caramell-Frappé.

Besuchte Restaurants:

  • Empfohlen wurde mir so für zwischendurch die Kette Pret a Manger, die auch gefühlt an jeder Straßenecke zu finden ist. Da gibts halt Kaffee, kalte Getränke, Frühstück, Sandwiches, Suppen, Süßkram … alles sehr betont auf „fresh and healthy“, aber schon irgendwie gut. Kann ich für „zwischendurch mal kurz was trinken“ in jedem Fall empfehlen, gegessen hab ich da aber nix und kann daher nix zum Essen sagen.
  • Auch eine (sehr viel kleinere) Kette ist die Coté Brasserie, wir waren in der Filiale am Sloan Square frühstücken. Für ca. 10 Pfund gibts ein Angebot mit einem warmen Frühstück nach Wahl, einem Heißgetränk und einem Saft, was ich sehr okay finde. Die von mir bestellten Eggs Benedict waren auch sehr gut. Man kann da natürlich auch was anderes als Frühstück essen, aber dazu kann ich nix sagen.
  • Das Wetherspoon direkt am Bahnhof Victoria ist eher günstig und hat jeden Tag verschiedene Angebote. Am Donnerstag war Curry Day, da bekommt man verschiedene Currys mit Reis, Naan-Brot, Papadam und Mangochutney für 8 Pfund. War auch sehr lecker.
  • The Sun Tavern in Covent Garden – Mittagessen für unter 6 Pfund, war sehr okay und der Pub ist auch nett zum Herumsitzen.
  • Sehr großartig ist Hashe Burgers, eine Kette, die in Camden ihren Anfang nahm und inzwischen mehrere Filialen hat. Wir waren in der Camden-Filiale in der Inverness-Street. Für gute Burger bin ich ja immer zu haben und die waren auch wirklich sehr lecker, ebenso die Chicken Wings, die wir als Vorspeise gegessen haben. Die Truffle Fries sind ebenfalls zu empfehlen. Außerdem habe ich noch nie erlebt, dass das Personal in einem Restaurant trotz brechend vollem Laden und großer Hektik so freundlich und herzlich war. Daumen hoch.
  • Am letzten Abend waren wir dann im Hawksmoor Restaurant in Covent Garden. Das ist ein eher teurer Steakhouse, aber es war ja letzter Abend und so. Als Vorspeise würde ich unbedingt das Potted Beef & Bacon empfehlen, der Mitbewohner hat das gegessen und ich war sehr neidisch. Die Steaks waren auch sehr gut, ebenso der Nachtisch. Das Restaurant ist auch recht gemütlich, wenn auch ein bisschen lauter.
  • Und auf jeden Fall: Das Restaurant auch mal sein lassen und sich durch die Food Markets futtern 😉 .

Tipps

  • Eine sehr nette Seite ist www.toptiplondon.com, da gibt es Ratschläge für einen günstigen Londonurlaub, wie z. B. die 10 besten kostenlosen Museen, Voucher zum Eintritt sparen, usw.
  • Man kann in London auch sehr gut viel Zeit verbringen, ohne Eintritt für irgendwelche Attraktionen zu bezahlen. Einfach zu Fuß durch die Stadt laufen ist schon ziemlich cool.
  • Der Kauf irgendeiner Dauerkarte für die öffentlichen Verkehrsmittel ist ein Muss. Wir sind mit unserer 2-Zonen-Travelcard sehr gut gefahren (ahahaha…gefahren *ba-dumm-tss*), alternativ geht auch die Oystercard, die auch verbreiteter zu sein scheint.
  • Wenn man dann eh so eine Dauerkarte hat, kann man auch sehr gut einfach mit dem Bus durch die Stadt fahren und sich so ein paar Ecken angucken. Am besten natürlich oben ganz vorne im Doppeldecker-Bus.
  • Als unbedingtes Muss für einen London-Aufenthalt würde ich den Spaziergang am Südufer von Tower Bridge zum Big Ben sowie einen Besuch in Camden nennen.
  • Man sollte eventuell ein bisschen Platz im Koffer lassen, damit man die gekauften Sachen darin unterbringt. Und irgendwas kauft man bestimmt bei so vielen coolen Läden.
  • Falls man über einen Twitter-Account verfügt, ist das eine durchaus gute Möglichkeit, ein paar Tipps von Londonern zu bekommen. Tatsächlich war ich sehr erfreut, wie viele gute Tipps ich da so bekommen habe, vor allem von Richard Green, der mir sehr viel tolle Sachen empfohlen hat. Vielen Dank nochmal!

Mitbringsel

  • Comics vom Free Comic Book Day
  • 2 Tassen (wir können uns jetzt beim Frühstück streiten, wer SHIELD und wer Hydra ist)
  • einen Fallout 4-Vault 11-Hoodie. Er war so großartig, wir mussten den beide kaufen und können jetzt im gelb-blauen Partnerlook auf der Couch sitzen.  Ob es wohl noch sehr kleine Hoodies für Katzen gibt?
  • Felicia Days Autobiografie (deren Kauf ich auf Twitter dokumentiert habe. Der Tweet wurde von ihr persönlich geliket! OMG!)
  • 1 Poster als Geschenk für die DSA-Runde
  • 1 Breaking Bad-Poster
  • neuer Mantel
  • 3 Kühlschrankmagnete
  • 4 kleine Bilder
  • 3 Notizbücher (3 Stück für 10 Pfund! Wie hätte ich wiederstehen können??)
  • der Mitbewohner hat sich noch ein T-Shirt und einen Order of the Stick-Comic gekauft

Und ich hätte noch viel mehr kaufen können. Und ansehen. Und essen.

Und deshalb muss ich irgendwann wieder nach London.

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Ein Kommentar

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Das große Kochen

Letzten Freitag habe ich mal wieder gekocht. Also, GEKOOOOCHT. Nicht das normale Produzieren von Nahrung nach nem Arbeitstag, sondern richtig aufwändiges Kochen. Ich hatte nämlich einer Freundin zum Geburtstag ein Essen geschenkt – sozusagen eine Win-Win-Situation, weil sie sich drüber gefreut hat und ich Gelegenheit hatte, mal wieder ganz viel Kram zu kochen.

Tatsächlich liegt in der Mischung aus Kochen und Organisation, die so ein mehrgängiges Menü erfordert, eine Herausforderung, die mir unglaublich Spaß macht. Ich kann stundenlang mit Freude darüber nachdenken, was genau es geben soll, in welcher Reihenfolge und mit welchen Komponenten – leider kann ich darüber sogar etwas ZU gut nachdenken und liege dann gerne mal nachts stundenlang wach, weil ich darüber nachdenke, ob jetzt Erdbeeren oder Himbeeren besser ins Dessert passen.

Da ich am Freitag ja eh frei habe, hatte ich also auch den ganzen Tag Zeit. Ich wollte allerdings schon am Donnerstag anfangen, das wurde dann aber nichts, da das Wohnung putzen a) länger dauerte als ich dachte und b) mir dabei unser mehrere Kilo schwerer Riesenkochtopf auf den Kopf fiel und ich danach nicht mehr so ganz in der Lage war, irgendwas zu tun, wobei man denken muss (ist aber sonst nix weiter passiert, zum Glück).

Daher wurde dann alles auf den Freitag vertagt und mit Vorbereitungen, Einkaufen usw. war ich dann auch von 10-18 Uhr beschäftigt. Als die Gäste dann eintrafen, war alles soweit fertig, dass ich dann nur noch ein bisschen in der Küche rumwursteln musste und auch Zeit hatte, mich zu unterhalten.

Und da einer meiner Gäste so nett war, mit seiner sehr guten Handykamera ein paar Bilder zu machen, gibts jetzt auch Fotos. Hurra!

Selbstgebackenes Ciabatte mit Oliven und getrockneten Tomaten, grob nach diesem Rezept.

Selbstgebackenes Ciabatte mit Oliven und getrockneten Tomaten, grob nach diesem Rezept.

Fetamousse (Rezept aus meinem Lieblingskochbuch "Kochen mit Käse") mit Ruccolasalat und Tomaten

Fetamousse (Rezept aus meinem Lieblingskochbuch „Kochen mit Käse“) mit Ruccolasalat und Tomaten

Kräuterschaumsuppe mit gebratenem Rotbarschfilet.

Kräuterschaumsuppe mit gebratenem Rotbarschfilet.

Lammragout mit karamellisierten Möhren und Lauch-Tomaten-Quiche

Lammragout mit karamellisierten Möhren und Lauch-Tomaten-Quiche

Cheesecake-Mousse mit Erdbeeren, Erdbeersoße und selbstgemachter Karamellsoße (nach diesem Rezept - sehr zu empfehlen übrigens)

Cheesecake-Mousse mit Erdbeeren, Erdbeersoße und selbstgemachter Karamellsoße (nach diesem Rezept – sehr zu empfehlen übrigens)

War ein sehr schöner Abend, es ist zum Glück alles gelungen, den Gästen hats geschmeckt und ich konnte mal wieder meine Kochwut ausleben und ein paar neue Sachen ausprobieren – gerade die selbstgemachte Karamellsauce war der Hammer (und ich habe noch ein halbes Glas davon im Kühlschrank stehen…), aber auch so ein Rotbarsch wird wohl demnächst wieder den Weg in meine Pfanne finden. Außerdem kann ich heute Abend noch die Reste von dem sehr leckeren Lammragout essen 🙂 .

Und, was mich immer wieder fasziniert: Wenn ich superaufwändig koche, bin ich unglaublich organisiert und die Küche ist am Ende des Kochens genauso sauber wie vorher. Aber wehe, ich koche Nudeln mit Soße, dann lasse ich alles stehen und liegen und hinterlasse ein totales Chaos. Komische Sache.

So, das war also mein dieswöchiger Freitag. Und nun entschuldigt mich, da ist noch ein Rest Cheesecake-Mousse im Kühlschrank…

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Mehr Meer

Am Ostermontag waren der Herr Mitbewohner und ich mal wieder an der Ostsee – das Wetter war zwar nicht so toll, aber am Meer ist es ja immer schön. Man sollte allerdings nicht auf der Hälfte der Rückwegs sowas sagen wie „ach guck mal, es hat ja gar nicht groß geregnet“, dann könnte es nämlich sein, dass sofort Sturm und seitwärts fliegender Regenguss auf einen herniederfällt.

Hier ein paar Bilder:

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2016-03-28 15.36.23(Mit Schwänen!)

So. Und mehr heute nicht, ich muss Dinge tun.

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Das Abenteuer mit dem Abenteuer

Das Lied des lorHeute ist beim Uhrwerk-Verlag das Myranor-Abenteuer Das Lied des Lor erschienen. Und somit das erste Buch, auf dem mein Name drauf steht 🙂 . Also, unter anderem, denn das Abenteuer ist eine Gemeinschaftsproduktion von drei Leuten. Aber, egal. Mein Name!!!11elf 🙂

Da muss ich dann doch nochmal darüber bloggen, wie das alles zustande kam und wie das alles so war und überhaupt.

Okay, aber vorher mal kurz drei Sätze zum Abenteuer: Das Lied des Lor ist ein DSA-Abenteuer, allerdings für den Westkontinent Myranor, der zwar grundlegend die gleichen Regelgrundmechaniken nutzt, sich vom Hintergrund und den Regelausarbeitungen her aber doch inzwischen sehr von Aventurien unterscheidet. Das Abenteuer selbst spielt im hohen Norden des Kontinents, für den es bisher kaum spielbares Material gibt, und dreht sich um eine uralte Bedrohung, die einen ganzen Landstrich ins Chaos zu stürzen droht. Die Charaktere stehen vor der Herausforderung, erstmal herauszufinden, was überall los ist und sich schließlich zum Grund des Übels zu begeben und Abhilfe zu schaffen. So weit, so gewöhnlich. Unser Ziel war es allerdings, trotz allem ein recht freies Szenario zu erschaffen, und so sind auch nur sehr wenige Ereignisse vorgegeben. Der ganze Mittelteil und quasi das Herzstück des Abenteuers besteht daraus, dass die SC auf eigene Faust recherchieren und selbst entscheiden, wann sie genug Infos haben, um sich dem Bösen™ zu stellen. Und je nachdem, wie viel sie rausgefunden haben, gestaltet sich das Finale auch anders und sie haben mehr oder weniger Optionen und erreichen ein anderes Ergebnis. Und damit das ganze nicht zu langweilig wird und die Helden sich in Ruhe zu Tode recherchieren können, gibt es gleichzeitig noch einen Eskalationsmechanismus, der quasi die Kacke immer weiter zum Dampfen bringt und Zeitdruck aufbaut. Also … jedenfalls hoffen wir, dass das Ganze so funktioniert. Es ist nämlich für uns alle das erste Abenteuer, das wir veröffentlichen.

Tatsächlich kam ich zum Abenteuer wie die Jungfrau zum Kinde, denn Nandurion-Kollege Josch fragte mich irgendwann, ob ich nicht Lust hätte, bei einem Abenteuer für Myranor mitzuschreiben, an dem er arbeitet. „Ja, klar“, sagt man auf sowas natürlich. Ich jedenfalls. Josch schickte mir dann die 4 Konzepte, die es für Abenteuerideen gab, wir einigten uns mehr oder weniger auf das Abenteuer, was jetzt gerade erschienen ist. „Mehr oder weniger“, weil es damals noch ein leicht anderes Konzept hatte und auch in einer anderen Region spielen sollte. (Was genau dahintersteckt, kann man in diesem Werkstattbericht erfahren. Dort findet ihr auch die Antwort auf die Frage, wieso das Abenteuer beinahe den Titel „Der Riesenkarpfen der Verdammnis“ bekommen hätte.)

Tatsächlich passierte dann erst mal eine ganze Weile lang … nix. Wir wollten eigentlich mal anfangen, aber es war ständig irgendwas anderes zu tun. Wirklich Schwung in die Sache kam dann, als wir Andreas aka Cifer als dritten Mitschreiber mit ins Boot holten. Wir taten dann erstmal das, was jeder guten Planung voransteht: Einen eigenen Skype-Chat eröffnen und ein Etherpad einrichten 😉 . In diesem bastelten wird dann am Exposé, stellten mittendrin fest, dass eine andere Region Myranors viel besser zum Abenteuer passen würde, änderten den Arbeitstitel von „Schicht im Schacht in Hjadlinggard“ zu „Fear and Loathing in Lorthalion“, überlegten schonmal prophylaktisch, wie man Helden ins entlegene Lordal bekommt und schickten das Ganze dann an Uhrwerk. Ende 2014 kriegten wir dann das Okay und konnten sozusagen loslegen.

Eiiigentlich wäre das auch eine ganz entspannte Sache geworden und wir hätten bis August Zeit für den ersten Entwurf gehabt, allerdings gab es dann aus Gründen des DSA5-Umstiegs doch eine frühere Deadline, so dass wir dann doch etwas schneller mit dem Schreiben loslegen (und fertigwerden) mussten.

Neben dem eigentlichen Schreiben gab es dann noch andere, sehr coole Aufgaben, zum Beispiel eine Idee fürs Cover zu entwicklen und zu beschreiben, Illustrationsbeschreibungen zu machen (und Skizzen anzuschauen und Verbesserungen vorzuschlagen) und dergleichen. Die Illustratorin unseres Abenteuers ist Janina Robben, die unseren Vorgaben sehr tolle Bilder gemacht hat. Das Gefühl, zum ersten Mal eine Zeichnung zu sehen, die etwas illustriert, was dem eigenen Hirn entsprungen ist, ist jedenfalls großartig! Das Cover wiederum stammt von Anja di Paolo und gefällt mir auch sehr gut, auch wenn es schon eine längere Diskussion darüber gab, ob der gezeigte Bärenmensch nicht zu sehr wie ein Bär mit Axt aussieht. Aber ich find es nach wie vor super, vor allem die echt arschtretende lordaler Kriegerin. Übrigens ist die gezeigte Szene eine, die im Abenteuer auch so tatsächlich passieren kann, wenn die Helden an Station X Option Y wählen.

Viel Spaß hatten Andreas und ich auch mit dem Designen eines Dungeons, was heutzutage ja per Skype und einem praktischen Online-Tool, in dem man zu mehreren an einem Bild herumkrizzeln kann, auch über Entfernung gut funktioniert. Nach den ersten Versuchen („Das … sieht jetzt aus wie ein Schaubild aus dem Sexualkundeunterricht der 7. Klasse…“) fanden wir dann auch ein meiner Meinung nach sehr nettes und ungewöhnliches Design. Also, Andreas fand. Hätten wir meinen Entwurf genommen, dürften die Helden jetzt durch eine … Gebärmutter laufen.

Die Hauptaufgabe war aber natürlich das Schreiben. Wir hatten das ja, wie gesagt, alle noch nie gemacht und dementprechend null Ahnung, wie viel Platz man eigentlich so braucht, um ein Abenteuer für den Spielleiter aufzubereiten. Insofern legten wir uns dann relativ zuversichtlich auf 72 Druckseiten, das sind etwa 300.000 Zeichen, fest. Und natürlich kam es, wie es kommen musste: Am Anfang dachten wir „oh Gott, werden wir es schaffen, so viel zu schreiben??“ und am Ende lagen wir 60.000 Zeichen drüber. Zum Glück hat der Layouter es geschafft, doch noch einen Großteil der von uns erdachten Dinge in die Seiten zu quetschen. Einiges mussten wir aber streichen, z. B. meinen absoluten Lieblings-NSC, eine Aldangara-Optimatin, die den Helden als dauerhafte Begleitung zur Verfügung steht. Auch ein lustiges Szenario zur Auflockerung, indem es um Liebesdrama in einem Dorf geht, musste rausgestrichen werden. Aber zum Glück leben wir ja in den Zeiten, wo DLCs üblich sind, so dass es alles, was aus Platzgründen rausfliegen musste, jetzt als kostenlosen Download gibt – sogar schon heute, zum Erscheinungstag des Abenteuers: KLICK!

Das Schreiben jedenfalls zog sich teilweise doch ziemlich hin und war manchmal auch gar nicht so einfach, zumal man ja vor allem so schreiben will, dass der potenzielle SL versteht, was das Ganze soll und wie die Szene im Abenteuer einzuordnen ist. Ab und zu solls natürlich auch mal nett klingen (ja, es gibt auch in diesem Abenteuer die schrecklichen, verpönten Vorlesetexte, insgesamt derer 5 auf 72 Seiten), dazu kommen so Fragen wie „welche Probenerschwernis ist hier sinnvoll“ oder „worin liegt jetzt hier genau die Herausforderung für die Helden?“. Und manchmal auch: „Wie kriegt man die SC in die potenziell sehr coole, aber auch saugefährliche Location, wenn es eigentlich Alternativen gibt?“ (Antwort: Man macht die Alternative NOCH gefährlicher! Muhaha! Aber da die Helden sowieso nirgendwo hingezwungen werden, ist das dann auch nicht so schlimm, finde ich.) Letztendlich stand dann irgendwann das Textmonstrum, wurde mehrfach überarbeitet, gegengelesen, geändert … und schließlich an den Verlag gesandt.

Nach dem Feedback wussten wir: Jo, das kommt schon so ungefähr hin, aber unser schönes Recherchekapitel ist ein echt harter Brocken, was Übersichtlichkeit und dem Transportieren der wichtigen Kerninformationen angeht. Daran haben wir dann nochmal ziemlich intensiv rumverbessert und schöne Übersichtstabellen gebastelt, so dass jetzt hoffentlich relativ schnell zu erfassen ist, was es in dem Kapitel wo zu finden gibt. Außerdem wurde einiges noch genauer ausgearbeitet, anderes wanderte dafür ins Bonusmaterial oder flog ganz raus (zum Beispiel ein weiterer Vorlesetext). Dank gebührt in jedem Fall unserem Lektor,  Tilman Hakenberg, der uns viele gute und wertvolle Tipps und Vorschläge geschickt hat, wie das Abenteuer noch besser werden kann. Dann kam noch die Phase der Fahnenkorrektur, die zum Glück, dank zahlreicher Helfer, weniger schlimm war als ich mir das vorgestellt hatte.

Erkenntnisse: 1. Man braucht immer mehr Zeichen als man denkt. 2. Blöde Vorschläge bleiben manchmal einfach bestehen, weil sie dann doch gar nicht so blöd sind („Und als drittes machen wir Wettmalen mit Fingerfarben!“ – „Actually, das ist gar nicht so doof…“) 3. Eine Stunde Telefonat ersetzt ca. 10 Stunden Chat. 4. Ich bin die Heldin der schlechten Überschriften mit dummen Anspielungen. 5. Man sollte wirklich, wirklich, wirklich immer den Mitschreibenden sagen, wie man sich das alles im eigenen Kopf so überlegt hat, und nicht annehmen, dass die anderen das eh genauso sehen. (Aber das hab ich ja im Romanprojekt schon gelernt.)

Und nun ist es fertig, das erste Abenteuer, auf dem mein Name steht. Und natürlich die Namen meiner beiden wunderbaren Mitstreiter, mit denen ich jederzeit wieder irgendwas über Riesenkarpfen schreiben würde. Oder auch alles andere. Das gedruckte Exemplar habe ich noch gar nicht in der Hand gehalten, aber das fertig gelayoutete Abenteuer zu sehen, war schon verdammt cool und irgendwie auch sehr merkwürdig, weil wir gar nicht so richtig glauben konnten, dass wir das alles irgendwie geschrieben haben 🙂 .

Übrigens: Wer jetzt findet, dass das interessant klingt, aber kein Geld dafür ausgeben will, findet bei Nandurion ein Gewinnspiel, bei dem 2 Exemplare des Abenteuers verlost werden.

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Pegida-Man killed the Rollenspieltour

Wir waren ja gerade in Dänemark. Wir, das sind ich, der beste Mitbewohner von allen sowie 5 Leute aus meiner Oldschool-DSA-Runde, in der ich vor Jahren regelmäßig spielte, deren Mitglieder ich jetzt aber meistens nur noch zu anderen Anlässen sehe – oder aber einmal im Jahr zur Rollenspieltour, wenn wir zusammen eine Woche nach Dänemark in ein Ferienhaus fahren und da 6 Tage am Stück spielen. Dieser Urlaub entfaltet meist das Phänomen, dass man währenddessen das Gefühl hat, sich nur mal grade kurz hingesetzt zu haben und dann ist die Woche auch schon wieder vorbei. Gleichzeitig kommt es einem bei der Heimkehr vor, als wäre man 6 Wochen mindestens weggewesen. Eigentlich also eine sehr tolle Sache. Dieses Jahr hatten wir auch ein sehr schönes, großes Haus auf Rømø mit einem großartigen Swimmingpool, dazu kam für Mitte November echt gutes Wetter mit zweimal Sonnenschein am Strand – eigentlich also eine perfekte Woche.

Eigentlich.

Leider war da dieser eine Mitspieler, der mir die Woche so gründlich verleidet hat, dass ich am liebsten nach 2 Tagen wieder abgereist wäre. Und weil ich nun schon einige Tage wieder zu Hause bin und mich das Thema immer noch beschäftigt, blogge ich jetzt drüber.

Dieser besagte Mitspieler hatte schon immer nen gewissen Spleen und Ansichten, die ich nicht immer teilen kann. Zum Beispiel ist er ein ziemlicher Militärfreak und steht total auf Geschichten irgendwelcher Schlachten, sammelt allen möglichen Kram wie irgendwelche Waffen-Replikas etc., definiert sich vor allem über seinen Job und war noch nie das, was er selber abfällig als linker Gutmensch bezeichnen würde. Aber gut. Menschen sind nunmal verschieden und mit vielen Dingen kann ich schlicht leben. Mitspieler A raucht Kette, Mitspieler B verschätzt sich manchmal mit dem Alkohol und redet dann wirres Zeug, Mitspieler C hat öfter mal die Angewohnheit, aus Prinzip gegen alle Vorschläge und Ideen der anderen zu sein und Mitspieler D schläft am Spieltisch öfter mal ein. Mitspieler E hat einen meiner Meinung nach miesen Musikgeschmack, Mitspieler F belegt seine Pizza immer mit echt ekligen Kombinationen und Mitspieler G fällt Leuten öfter ins Wort. Alles nervige Dinge, aber eben Kleinigkeiten, die ich hinnehme und akzeptiere, weil Menschen eben nicht perfekt sind und die Sympathie trotz allem überwiegt. So auch bei dem besagten Mitspieler, mit dem mich z. B. von 2004-2009 eine lange DSA-Kampagne verband, während der ich auch gut mit ihm klarkam, auch wenn es immer eine „Rollenspiel-Freundschaft“ war und man sich außerhalb dessen selten bis nie traf.

Und dann kommt dieser eine besagte Mitspieler und haut gleich am ersten Abend in Dänemark irgendwelche Pegida-Parolen raus. Die Lügenpresse und die uns überrennenden „Asylanten“ und die linken Gutmenschen, die vor den Messehallen am Sonntag Obst verteilen, werden sich ja noch wundern, wenn erstmal der Bürgerkrieg ausbricht, weil die Deutschen nicht mehr hinnehmen, dass „die da“ uns überrennen. Jo, und dann stehste da. Am Anfang war ich mir noch nicht mal sicher, ob er den Müll von sich gibt, um zu provozieren (was er durchaus auch manchmal tut). Aber bald war klar, dass dem nicht so ist. Anscheinend hat er in den zwei Jahren, die ich ihn nicht gesehen hatte (letztes Jahr war er nicht dabei) einen gewaltigen geistigen Rechtsruck vollzogen. Die übrigen Mitfahrer reagierten eigentlich alle recht ähnlich drauf wie ich – eine Mischung aus ungläubigem Staunen bis Entsetzen einerseits und dem Wunsch, sich den Urlaub nicht verderben zu lassen andererseits. Bereits am ersten Abend wurde Pegida-Man aufgefordert, das Thema bleiben zu lassen, weil die Meinungen da doch zuweit auseinandergehen. Selbst das fand ich eigentlich schon unerträglich, denn eigentlich möchte ich nicht mit jemandem um ein Thema herumschweigen, der rassistisch und rechtsextremistisch ist. Eigentlich möchte ich mit so jemandem noch nicht mal im selben Zimmer sein. Und schon gar nicht eine Woche lang auf engstem Raum in einem Ferienhaus.

Wäre ich mit dem eigenen Auto dagewesen, wäre das noch nicht mal so wild gewesen, dann hätte ich jederzeit die Möglichkeit gehabt, mich da rauszuziehen. Allerdings war ich mit 2 anderen Leuten zusammen in einem fremden Auto angereist und hätte somit höchstens bitten können, mich zum nächsten Bahnhof zu fahren. Aber eigentlich wollte ich ja nicht nach Hause, ich wollte ne tolle Rollenspielwoche in Dänemark haben, zusammen mit den netten Leuten, die ich sonst kaum sehe. Also den anderen 5 netten Leuten, Pegida-Man mal ausgenommen.

Und so gingen die ersten Tage dann ins Land. Leider hielt sich Pegida-Man nicht an unseren Wunsch, das Thema bleiben zu lassen und kam immer und immer wieder damit an – zum Glück meistens nach dem Spiel, so dass ich einfach ins Bett gehen konnte. Der beste Mitbewohner von allen hat noch regelmäßig gegen anargumentiert, aber das war tatsächlich recht vergebliche Liebesmüh. Ich selber sagte wenig und verließ meist den Raum, wenn wieder die üblichen Parolen kamen. Feige, nicht wahr? Irgendwie schon, und ich bin nicht stolz drauf. Hätte ich mich nicht eigentlich hinsetzen müssen, all die Fakten, die ich in Dutzenden von Blogartikeln gelesen habe, auspacken, ihn einfach in Grund und Boden argumentieren? Nachfragen und immer wieder nachfragen, wieso er so denkt, wieso er solche Angst vor den Geflüchteten hat, wieso er glaubt, das würde sein Leben negativ beeinflussen? Hätte ich vielleicht. Bestimmt sogar. Aber es ging nicht. Ich war einfach so fassungslos, so stinksauer, so völlig schockiert davon, wie jemand so blöd sein kann, den rechtspopulistischen Müll von Pegida und AfD zu glauben, so engstirnig, so … unmenschlich. Immer wenn das Thema wieder hochkam, ging mein Puls schlagartig in die Höhe, meine Hände fingen an zu zittern, ich wollte einfach nur weg aus der Situation.

Nach drei Tagen bin ich dann ein bisschen ausgerastet. Nun ist das ja so, dass ich manchmal auch nur denke, ich wäre gerade sehr deutlich geworden, das aber nur in meinem Kopf so ist und ich eigentlich doch noch sehr normal klinge, weil ich Lautstärke hasse und selten sehr laut reden möchte und kann und dann deswegen in meinem Kopf viel unfreundlicher bin als in Wirklichkeit. Aber der Herr Mitbewohner hat mir nachher gesagt, dass das Ausrasten diesmal auch nach außen hin sichtbar wurde und wohl alle Anwesenden ein wenig verdutzt waren ob meines … ähm … Ausbruchs.

Jedenfalls kam grad wieder mal das leidige Thema auf, ich stand schon auf und ging in Richtung Küche, um lieber zu kochen als mir diese unsäglichen Sprüche anzuhören. Und Pegida-Man dann so, aus wirklich tiefster Überzeugung: „Ich will aber keine scheiß-Kanacken in Deutschland.“ Darauf ich, auf dem Hacken stoppend und mich ihm zuwendend: „Und ich will keine Scheiß-Nazis in meinem Ferienhaus, aber offensichtlich konnte ich mir das auch nicht aussuchen.“ Irgendwer aus dem Off: „Und jetzt sollten wir das Thema mal wirklich lassen“. Und ich: „Ja, wir lassen das Thema jetzt bitte bleiben, und zwar für den Rest der Woche, ich will deine Scheiß-Nazi-Parolen nicht mehr hören, und wenn dir das nicht passt, fahr nach Hause!“ Danach ging ich in die Küche, rührte im Essen herum, hörte meinen Herzschlag bis in die Ohrenspitzen hämmern und verschwand dann erstmal im Poolraum und schwamm 20 Bahnen, um mich wieder abzuregen.

Den Rest der Woche hielten sich dann die Bemerkungen – bis auf einige absolut kindische Aussetzer, z. B. beim DSA-Spielen darauf beharren, lieber den rechten Gang zu nehmen statt den linken, weil rechts ja immer besser ist – in Grenzen, Pegida-Man daddelte vor allem auf seinem Handy/Laptop herum, ich sah zu, dass ich bei jeder Gelegenheit aus dem Haus kam und ging nach dem Spielen möglichst sofort ins Bett, um Gespräche zu vermeiden. Ständig erwartete ich, dass wieder irgendein dämlicher Spruch kommt, ohne zu wissen, wie ich darauf reagieren soll. Es war eine absolut unentspannte Nummer und ich war dann einfach nur froh, nach Hause fahren zu können, obwohl der Rest des Urlaubs echt nett war.

Und nun? Fest steht, dass ich Pegida-Man nicht mehr sehen will. Spielabende, wo er dabei ist, werde ich nicht besuchen, Rollenspieltouren werden in Zukunft nur ohne ihn oder ohne mich stattfinden. Ob das heißt, dass ich in Zukunft zu Hause bleiben muss, wird sich zeigen, zumindest drei anderen Mitreisende wollen aber auch nicht mehr mit ihm zusammen los. Ich habe festgestellt, dass ich kaum in der Lage bin, auf einen Menschen mit diesen Ansichten anders als mit Unverständnis und Wut zu reagieren, und zwar in einem Ausmaß, das mich selbst überrascht hat.

Wie ich schon schrieb, Menschen sind nicht perfekt. Jeder meiner Freunde und Bekannten hat Angewohnheiten, Vorlieben und Ansichten, die ich nicht teile und die mich manchmal nerven. Trotzdem überwiegt fast immer die Sympathie für denjenigen und die Überzeugung, dass jeder so leben soll, wie es ihm gefällt. Aber bei Rassismus und Rechtsextremismus und dem Nachgröhlen von Nazi-Parolen ist Schluss. Mit so jemandem will ich nicht befreundet sein, nicht lose bekannt, nicht mal in ein und dem selben Raum, und zwar auch nicht dann, wenn er seine Ansichten nicht laut äußert – es ist schlimm genug, sie zu haben.

Disclaimer: Tatsächlich habe ich hier im Blog noch über die aktuelle politische Situation in Deutschland geschrieben und das hier soll auch weiterhin kein Polit-Blog oder so werden. Ganz grob gesagt denke ich, dass durch die vielen Geflüchteten etliche Herausforderungen auf Deutschland und uns alle zukommen, denen wir uns aber stellen müssen, denn die Menschen, die hier Zuflucht suchen, abzuweisen, kann keine Alternative sein. Für sehr, sehr viele interessante Links zum Thema verweise ich einfach mal auf die Linksammlungen von Herrn Buddenbohm, der regelmäßig interessante Artikel und Berichte verlinkt. Des Weiteren verlinke ich auch mal auf die Seite Blogger für Flüchtlinge – dort könnt ihr Geld spenden oder euch informieren, wo ihr in eurer Nähe Sachspenden abgeben oder mithelfen könnt.

Disclaimer 2: Dem entsprechenden Mitspieler ist der Link zu diesem Blog bekannt, auch wenn ich sehr bezweifle, dass er hier mitliest.

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Wochenendhuldigungseintrag

Uargh. Ein typischer Montag. Viel zu spät eingeschlafen gestern, völlig verpeilt und übermüdet aufgewacht, durch die Wohnung gestolpert, irgendwie, wie man in Hamburg sacht, angeplünnt, raus ausm Haus, zu spät dran, Stau überall, zu spät im Büro. Arbeit über Arbeit, der Kopierer streikt, Kollegin ist im Urlaub, die Azubine hat Scheiße gebaut und ich muss das mit ihr klären. Müde, müde, müde. Draußen scheint strahlend die Sonne, am Wochenende hätte mich das Wetter gefreut, jetzt nervt mich die grell blendende Sonne im Fenster gegenüber.

Und dieser Scheiß mit der Zeitumstellung … die eine Stunde mehr Schlaf ist irgendwie völlig egal, die macht das Jetlag-Gefühl nicht wieder wett. Außerdem isses jetzt dunkel, wenn ich nach Hause komme. Nix mehr mit nem Spaziergang durch den Park nach Feierabend. Gah. Außerdem sagt nie einer der Katze, dass es jetzt ne Stunde später Frühstück gibt und ich kann mich auf 2-3 Wochen Mauzen und Am-Schlafanzug-Zupfen einstellen, bis Majestät die neue Fütterungszeit akzeptiert hat.

Am Samstag war ich an der Ostsee. Brodtener Steilufer, zum dritten Mal dieses Jahr, dieses Mal mit Herbstoptik. Es war toll, das Meer ganz still und so klar, dass man selbst von oben auf der Steilküste durch Wasser auf die Steine im Wasser sehen konnte. Außerdem waren da Möwen, ganze Schwärme von Möwen, die laut schreiend über dem Wasser kreisten oder in großen Gruppen auf den Holzstegen herumsaßen. Sammeln die sich da? Fliegen die weg? Sind Möwen überhaupt Zugvögel? Ich habe keine Ahnung. Auf der anderen Seite: Krähen, die die über den abgeerneten Feldern kreisen und Körner picken. Vögel, überall Vögel, dann auf einmal ein komisches lautes, brummendes Geräusch, wie eine sehr sehr laute Hummel … wir gucken uns um: Da lassen Leute eine kleine Flugdrone über den Strand fliegen. Immer mitten zwischen die Möwen, ein Irrsinnstempo hat das Ding drauf. Der Herr Mitbewohner ist fasziniert, ich finde es eher nervig, dieses permanente Summen in der Luft. Wir gehen schnell weiter, die Drone bleibt zurück. Es ist viel los, richtig viele Leute sind auf dem Weg unterwegs, zu Fuß, mit dem Fahrrad, Kinder mit irgendwelchen Skateboard-Ablegern, wie auch immer man die nennt. Wir gehen wieder bis zu der Bank, die wie ein riesiger Vogel aussieht, dann noch weiter, nochmal um die nächste Kurve, dann kehren wir doch lieber um, es ist kalt und wird langsam dämmerig. Den ganzen Rückweg lang reden wir über den neuen StarWars-Film. Unten am Strand machen Leute ein Lagerfeuer. Das muss toll sein, da abends am Strand zu sitzen und aufs Meer zu schauen. Ich möchte da mal Urlaub machen, glaube ich. Im November oder im Februar oder zu sonst einer Zeit, wo da nix los ist, und dann möchte ich aufs graue Meer gucken und auf dem Steilküstenweg herumlaufen und Fischbrötchen essen und ansonsten einfach gar nichts tun, außer mal wieder ganz viel lesen.

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Wir fahren nach Lübeck und wollen was essen, drei Restaurants habe ich mir vorher ausgeguckt, zwei davon haben keinen Tisch mehr frei. Wir laufen gar nicht mehr bis zum dritten, sondern gehen ins nächstbeste Restaurant und essen in einem Brauhaus Schnitzel mit Bratkartoffeln. Da ist nix gegen einzuwenden, ich hatte mich nur schon auf was anderes gefreut und bin genervt davon, dass es nicht geklappt hat und noch mehr genervt davon, dass mich das ärgert. Wir essen, wir laufen zurück durch die ganze Stadt, fallen ins Auto. Zurück nach Hause. Auf die Couch werfen, Serie gucken, danach bin ich müde und falle ins Bett. Ich schlafe über 10 Stunden, mein Rücken tut weh, als ich aufstehe.

Am Sonntag noch eine Runde durch den Park, es ist sonnig und herbstlich und wieder sind überall Leute. Zwei Jogger überholen uns gleich zweimal, während wir gemächlich durch den Park laufen. Die Blumenbeete, die letzte Woche noch bepflanzt waren, sind komplett kahl. Was wohl aus den Blumen wird? Werden die über den Winter irgendwo im Warmen untergebracht oder schmeißt man die weg und pflanzt im nächsten Jahr neue? Schon wieder habe ich keine Ahnung.

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Ich koche abends, es gibt Rouladen mit Kartoffeln und Rosenkohl, das habe ich alles am Freitag auf dem Markt gekauft. Außerdem gab es noch Pflaumen, die letzten des Jahres, sagte der Gemüsestandmensch, deswegen gibt es zum Nachtisch auch noch Pflaumencrumble und danach möchte ich mich eigentlich nie mehr bewegen und nie mehr was essen. Ich tue dies und das, liege auf dem Sofa, spiele noch ein bisschen am PC, möchte nicht, dass das Wochenende zu Ende ist. Ich gehe ins Bett, viel zu spät, kann nicht schlafen. Irgendwann geht es dann doch, dann wache ich auf und es ist Montag. Argh. Aber schön wars, das Wochenende.

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Lappland für Anfänger

2015-09-08 15.02.50(Teil 1 des Finnlandurlaubs-Berichts, Teil 2 ist hier.)

Was könnte man in der ersten Arbeitswoche nach dem Urlaub (bitte hier Würgegeräusch, untermalt von leisem Schluchzen, einfügen) Besseres tun, als über den Urlaub zu bloggen? Nichts, natürlich. Wer mir auf Twitter folgt, hat ja schon diverse Bilder gesehen und ein paar Kurzkommentare gelesen, aber ich dachte, ich schreib nochmal etwas ausführlicher über Finnland und was man da so tun kann und was da toll ist und was nicht. Und so. Weil ihr ja sicher auch bald alle nach Finnland fahren wollt. Wenn ihr die Bilder gesehen habt.

Es ist nämlich wirklich sehr schön dort. Damit das hier nicht wieder ein ewig langer Eintrag wird, schreib ich heute erstmal was zu Lappland und der südlichere Teil kommt dann später.

Also! Lappland! Der finnische Teil davon – das Gebiet erstreckt sich ja über mehrere Länder  – ist so ganz grob gesagt das nördliche Drittel des Landes. Die größte Stadt des Gebiets ist Rovaniemi, die ziemlich genau am Polarkreis liegt. Die hat auch einen Flughafen und dort haben wir auch unsere Reise angefangen. Man kann auch theoretisch direkt nach Ivalo, also noch 300 km weiter nach Norden, fliegen, aber da haben wir keinen Flug gefunden. Unser Flug ging über Helsinki, wo wir sportliche 35 Minuten zum Umsteigen hatten – ein kleiner Sprint zwischen den Gates war da durchaus nötig. Wir haben den Flieger dann geschafft – nicht so unser Gepäck. Daher gings in Lappland dann erstmal mit viel Stress und Nerv los, wobei die Mitarbeiter des Flughafens sehr nett und hilfsbereit waren und das Problem wohl schon kannten. Tatsächlich kam unser Gepäck dann auch mit dem nächsten Flieger nach Helsinki – und meine Güte, hab ich mich über meine eigenen Sachen gefreut!

Natur, Natur, Natur

2015-09-09 16.59.13Der erste Eindruck von Lappland war, wie unglaublich gut es da riecht. Selbst am Flughafen kam einem sofort der Geruch von Wald, Pilzen, nasser Erde und Natur in die Nase. Und das blieb auch die ganze Zeit so, ich hab ständig herumgestanden und geschnuppert *g*. Was auch spannend ist, ist, wie sehr man doch merkt, dass man sehr weit nördlich ist. Der Himmel hat zum Beispiel einen ganz anderen Blauton, vor allem am Horizont. Das ist so ein ganz helles, pastelliges Blau, was man hier nur manchmal bei Sonnenuntergängen mit drinhat. Außerdem war es tatsächlich 2 Stunden länger hell als in Deutschland und wenn die Sonne um 20:30 Uhr unterging, war es dann immer noch bis ca. 23 Uhr ein bisschen hell. Hätte vorher nicht gedacht, dass man das so sehr merkt, es war aber sehr cool.  Temperaturmäßig war es trotz der nördlichen Breiten doch sehr gemäßigt, es waren am Anfang so ca. 10 Grad, in den späteren Tagen dann eher 15. Am ersten Tag hatten wir Regen, danach aber sehr viel Glück mit dem Wetter. Im Sonnenschein sieht der lappländische Herbst, Ruska genannt, besonders schön aus – alles gelb und rot eingefärbt, mit viel Wasser dazwischen.

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Nature Trail-Wanderung

Nature Trail-Wanderung

Die Natur ist auch ganz klar das Tollste an Lappland, wobei wir jetzt gar nicht alles ausgeschöpft haben, was man da machen kann. Wenn Schnee liegt, kann man Abfahrtsski oder Langlauf betreiben, oder eine Huskyschlittentour, auch zum Schlittschuhlaufen dürften die vielen Seen und Flüsse gut geeignet sein. In den etwas touristischeren Ecken gibt es auch ausgeschilderte Wander- und Mountainbikewege in unterschiedlicher Länge. Wir haben eine sehr kleine Wanderung von 2,5 km auf einem „nature trail“, also einem recht waldigen Waldweg, gemacht, das war super. Theoretisch, wenn man nicht wie ich der unfitteste Mensch der Welt ist, kann man sogar einen richtigen Wanderurlaub da machen, inzwischen gibt es so Angebote, bei denen man einen langen Rundweg wandert und jede Nacht in einer anderen Hütte unterkommt. Sicherlich auch sehr fein, wenn man denn wanderfit ist. Achja, Boot fahren kann man natürlich auch – Kanu, Ruderboot, sogar Wildwasserrafting wird angeboten. Wobei man darauf achten sollte, dass der Sommer in Finnland so generell vom 01.06. – 30.08. dauert und danach sind viele Dinge nur noch reduziert oder gar nicht möglich. Die Wintersportsachen gehen logischerweise nur, wenn Schnee liegt, ist klar. Das ist wohl in etwa von November bis März der Fall, wie uns eine nette Finnin erklärte – ihrer Meinung nach sei es im März am schönsten, weil da immer noch dick Schnee liegt, es aber nicht mehr ganz so garstig und kalt ist.

Definitiv zur Natur gehören natürlich auch die vielen Tiere, die man so zu sehen bekommt. Einen Elch haben wir zum Glück nur ausgestopft im Museum gesehen – ich möchte nicht wissen, was passiert wäre, wenn uns so ein Riesenviech vor unseren doch eher blechdosigen Nissan Micra gerannt wäre. Rentiere hingegen haben wir massenweise zu Gesicht bekommen, das war schon irgendwie skurril, weil man hierzulande ja so gut wie nie mal Tiere auf der Straße sieht. Oder, um mich selbst zu zitieren

2015-09-08 14.50.44Zum Glück ist mir auch ein Rentier nicht zu nahe vors Auto gekommen, manchmal waren die verdammt schwer zu sehen und tauchten sehr plötzlich am Straßenrand auf. Allerdings sind sie dabei recht gemächlich drauf und springen nicht auf einmal wild aus dem Gebüsch, sondern trotten meist ganz langsam neben der Straße her. Dass man wirklich SO viele Rentiere einfach unterwegs sehen kann, hätte ich nie gedacht. Aber wir haben jeden Tag in Lappland mindestens 4-5 x Rentiere gesehen, das war schon echt toll, zumal sie wirklich sehr niedlich sind.

Außerdem haben wir ja noch den Wild Spirit Park bei Ivalo besucht, das war auch super. Die haben da ganze 35 Huskys, mit denen sie im Winter Schlittentouren anbieten. Das ging jetzt logischerweise nicht, man kann den Park aber gegen Eintritt auch einfach so besuchen und wird dann von der sehr netten Besitzerin herumgeführt und kann die Hunde und anderen Tiere bewundern. Sie hatten da z. B. mehrere Polarfüchse, zum Teil erst 4 Monate alt (sooo niedlich!), einen normalen Rotfuchs, Marderhunde, etc. – fast alle der Tiere stammen von Pelzfarmen, die (zum Glück) geschlossen wurden und haben da jetzt ein neues Zuhause gefunden. Wildschweine gab es auch und man konnte sie sogar füttern. Die Huskys selber waren auch total lieb und sehr begeistert über den Besuch.

2015-09-09 13.00.26Zu den spektakulärsten Naturereignissen gehören natürlich die Nordlichter. Besonders gut zu sehen sollen sie im September, Dezember und März sein. Inzwischen gibt es diverse Apps, über die man auf dem Smartphone schauen kann, wie stark die Nordlichter sind und wie die Prognose für die nächsten Stunden und Tage ist. Natürlich nützt das alles nix, wenn es bewölkt ist, so dass wir in der ersten Nacht im Norden zwar sehr starke Nordlichter hatten, diese aber nicht sehen konnten. Ich habe total wenig geschlafen, weil ich völlig obsessiv die Nordlicht-App und die Wettervorhersage verfolgt und mit auf unmögliche  Zeiten Wecker gestellt habe … letztendlich klarte der Himmel aber nicht auf. Auch am zweiten Abend nicht, aber dann, ich hatte es schon fast aufgegeben, hatten wir am dritten Abend erst einen wunderschönen Sonnenuntergang und konnten dann gegen Mitternacht schon vom Hotelzimmer aus erste Lichter sehen. Dann sind wir ins Auto gesprungen und aus der zu hell beleuchteten Stadt rausgefahren. Auf irgendeinem Feldweg haben wir dann angehalten und etwa eine Stunde lang den Himmel beobachtet. Allein die Sterne waren schon wirklich spektakulär hell, dazu kamen dann die Nordlichter, die tatsächlich gar nicht grün waren, sondern eher weiß mit leichtem Lila-Stich. Und da wir in der Nähe der Husky-Farm waren, hatten wir dazu noch die Geräusche von heulenden Huskys, die den Himmel anjaulten. Nordlichter sind jedenfalls ein wirklich spektakulärer Anblick und ich kann gut verstehen, wieso sich in den Kulturen, die sie öfter sehen können, so viele Geschichten darum ranken. Spätestens damit hatte sich der Ausblick in den hohen Norden auch auf jeden Fall gelohnt. Achja: Man kann mit einer mittelmäßigen Handykamera übrigens keine Fotos von Nordlichtern machen, deswegen gibts auch keine.

Dafür aber den Sonnenuntergang:

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Städte und Museen

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Ausblick aus dem Arktikum

Rovaniemi selber ist mit 60.000 Einwohnern die weitaus größte Stadt der ganzen Gegend, allerdings nicht besonders schön oder zu ausgedehnten Besuchen einladend. Im Winter gibt es da Wintersport und jede Menge kitschige Weihnachtsmannaction, wenn man auf sowas steht. Ansonsten ist es eine eher hässliche Kleinstadt. Sehr sehenswert allerdings ist das Arktikum, eine Mischung aus Museum und Forschungszentrum und Mitglied der University of the Arctic (ein Zusammenschluss diverser Universitäten und Institute). Dort gibt es mehrere Ausstellungen, sowohl zur Arktis als auch zu Lappland und dessen Einwohnern. Als wir dort waren, gab es außerdem gerade eine temporäre Ausstellung über die Deutschen in Lappland in den Jahren 1940-1944. Das war sehr interessant, zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich vorher keine Ahnung hatte, dass dort überhaupt Soldaten stationiert waren. Aber auch die dauerhaften Ausstellungen sind sehr gut gemacht und interessant, mit vielen Dingen zum selber ausprobieren und rumprobieren und angucken. Der Eintritt von 12 Euro pro Nase lohnt sich auf jeden Fall, wenn man sich annähernd für die Thematik interessiert. Übrigens gab es dort auch ein paar Geschichten um die Nordlichter und was die Legenden verschiedener Kulturen in ihnen sehen. Mein Liebling: Es sind die Toten, die im Himmel mit dem Schädel eines Walrosses Fußball spielen. 😀

COeVgl4UYAA9OKMVon Rovaniemi aus ging es dann weiter nach Norden, nämlich nach Ivalo. Das liegt so ca. 300 km nördlich des Polarkreises und ist einer der größten Orte da – mit 3000 Einwohnern *g*. Es gibt da mehrere Hotels und Campingmöglichkeiten sowie einige wenige Restaurants, ansonsten einen großen Supermarkt und mehrere Tankstellen. Sonst ist da wirklich nicht viel. Relativ in der Nähe ist dann noch Inari, ein weiterer kleiner Ort, in dem wir das Sami-Museum Siida besucht haben. Auch da war es sehr interessant, auch wenn man über die Lebensweise der Sami eigentlich alles weiß, wenn man bei DSA mal die Nivesenkultur durchgelesen hat (will sagen: Da hat man wirklich sehr gründlich geklaut *g*). Und wo wir gerade von Museen reden: Das Goldmuseum in Tankavaara (ca. 60 km südlich von Ivalo) haben wir auch noch besucht. In Lappland gab es nämlich, was ich auch nicht wusste, diverse Goldrausche … räusche … na, ihr wisst schon. Was ich ebenfalls nicht wusste, ist, dass es Weltmeisterschaften im Goldwaschen gibt. Ist aber so. Das Museum ist nicht besonders riesig, aber durchaus interessant – vor allem die Geschichten über berühmte Goldwäscher, die teilweise so skurril sind, dass man eigentlich gleich drei Romane über goldwaschende Lappländer schreiben will. Rein theoretisch hätte man sich auch selbst am Goldwaschen versuchen können, allerdings war das Wetter an dem Tag zu schlecht.

Sehr viel mehr, und darüber muss man sich klar sein, gibt es dann auch an Ortschaften und Sehenswürdigkeiten nicht. Ein paar Holzkirchen, ein paar noch kleinere Museen, das wars. Wer also eher auf Städte und Kulturelles steht und nicht auf Natur, muss jetzt nicht unbedingt nach Lappland fahren.

Schlafen, Essen, Fahren

Damit das ganze hier noch etwas Service bereithält und nicht nur Reisebericht wird, gibt es jetzt noch ein bisschen was Praktisches.

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Schnellstraße

Also, Fahren in Finnland: Man sollte glaub ich auf jeden Fall einen Mietwagen nehmen, wenn man in Lappland von hier nach da kommen will. Autofahren ist zwar ein wenig nervig, weil die einzige Schnellstraße nur einspurig ist und man unter Umständen auch mal 20 Minuten hinter einem langsam fahrenden Holzlaster hängt, aber dafür fährt man die ganze Zeit durch schöne Natur. Fahren darf man außerorts meist 100 oder 80, de facto allerdings oft noch ein wenig langsamer, weil man dann doch nur 60 fahren darf, an einer Baustelle warten muss, hinter nem Trecker hängt oder für Rentiere bremsen muss. Falls ihr mit Google Maps navigiert: Auf die angegebene  Zeit für eine Strecke ruhig ne halbe Stunde draufrechnen. Apropos navigieren: Wieder habe ich vorsichthalber einen Straßenatlas gekauft, wieder haben wir ihn nicht gebraucht. Lappland hat mehr oder minder durchgehend LTE-Abdeckung und man kann problemlos mit Smartphone-Navi fahren. Abseits der Schnellstraße gibt es auch noch kleinere Straßen, die sind dann aber auch gerne mal mehr so schlammig-schotterig. Fahren kann man aber auch darauf.

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Nicht-die-Schnellstraße

Unterkünfte: Wir waren eine Nacht in Rovaniemi, und zwar im Chalet Hotel Rovaniemi. Obwohl das Ding Hotel heißt, hat man da kein Hotelzimmer, sondern ein kleines Apartmentdings in so Holz-Ferienhäuschen. Wie unser eigentliches Zimmer ausgesehen hätte, weiß ich nicht, da wir netterweise kostenlos auf ein besseres Häuschen upgegradet wurden. (Was ist das denn für ein Wort? Naja.) Frühstück gabs im Haupthaus, wo man auch hätte Abendessen kriegen können. Das Frühstück war gut, die Hütte auch. Gutes Ding. Hinweis: Wenn man direkt über die Homepage bucht, gibts ein wenig Rabatt.

In Ivalo waren wir im Hotel Kultahippu. Auch da kann ich nicht sagen, wie ein Standard-Zimmer da so ist, weil wir da eine Junior Suite hatten (der Herr Mitbewohner bestand darauf *g*). Die hatte gute Betten, dazu zwei bequeme Lesesessel und einen Kamin, der sehr aussah, als könne man ihn benutzen, was man aber nicht durfte, weil er angeblich keinen Abzug hatte. Naja. War auch nicht so schlimm. Das Hotel hat ein nicht ganz günstiges, aber sehr gutes Restaurant mit finnischer Küche, wo wir zweimal sehr gut gegessen haben. Kostenloses und gut funktionierendes Wifi scheint in finnischen Hotels auch Standard zu sein, da gab es nie Probleme (außer in Helsinki, aber dazu komme ich noch).

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Sie waren überall!

Achja, zum Essen: In Rovaniemi waren wir abends in so einem Burgerdings, da haben wir durchaus gut gegessen (die Chicken Wings waren super). In Ivalo waren wir an einem Abend dann auch in so einem Burger-Pizza-Laden, der war auch okay. Insgesamt gibt es in Lappland keine gigantische Auswahl an Restaurants – logisch, wohnen ja nicht so schrecklich viele Leute da. Die meisten Restaurants sind dann zum Abendessen eher etwas teurer, wobei die Burgerläden schon okay, waren – ein großer Burger mit Pommes kostet da so um die 15 Euro. Für eher gehobene Küche ist man dann mit Getränken, Vor- und Hauptspeise gerne mal bei 70-100 Euro, je nach Gericht. Als Alternative bieten quasi alle finnischen Restaurants ein sehr günstiges Lunch Buffet an, wo man für 10 bis 15 Euro so viel essen und trinken kann wie man möchte. Das kam unserer Tagesplanung in Lappland eher weniger entgegen, so dass wir das nie genutzt haben, aber so kann man auch sehr viel günstiger wegkommen. Alkohol ist wie überall in Skandinavien eher teuer, Softdrinks sind recht günstig. Und: Man bekommt überall in Finnland zu jedem Essen so viel stilles Wasser, wie man trinken möchte (das begeistert mich immer noch sehr).

So. Uff. Das war jetzt glaub ich alles, was mir zu Lappland gerade einfällt. Es wird noch einen zweiten Teil zum südlichen Teil von Finnland geben.

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