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Mediengedöhns im Mai und Juni 2018

Tja. Wer das Bloggen lange vernachlässigt, hat einen riesigen Berg Mediendinge abzutragen. Aber ich möchte ja dann doch wieder aufs Laufende kommen, also denn.

Bücher

Nachdem ich Claudia Grays Star Wars- Roman alle drei so wunderbar fand, wollte ich dann auch mal was anderes von ihr lesen und habe mir A Thousand Pieces of You gekauft. Das ist der erste Band einer Young-Adult-Trilogie (Firebird-Trilogie, auf Deutsch scheint es die noch nicht zu geben). Die Hauptfigur ist sehr YA-typisch eine junge Frau namens Marguerite Caine, deren Eltern eine Möglichkeit gefunden haben, mittels eines Artefakts zwischen verschiedenen Paralleldimensionen hin- und herzureisen. Kurz nach der bahnbrechenden Entdeckung stirbt aber ihr Vater bei einem verdächtig wirkenden Autounfall und sie bricht auf, um seinen Tod zu rächen. Blöderweise hat sich der Assistent ihres Vaters, den sie hinter dem Mord vermutet, schon in die nächste Parallelwelt verzogen und sie muss also hinterher. Daraus entspinnt sich dann eine Geschichte mit etlichen Verwicklungen und Wendungen, die mehrere Parallelwelten vorstellt. Ich habe irgendwie ein bisschen meine Probleme mit dem Buch gehabt, denn einerseits las es sich wirklich gut weg und war spannend und die Protagonistin war auch durchaus recht sympathisch. Andererseits gab es auch so mehrere Punkte, die mich genervt haben. Erstmal ist Marguerite natürlich die einzige in der Familie, die keine brillante Wissenschaftlerin ist, sondern eine ebenso brillante Künstlerin. Okay, ich geb zu, müsste ich ein Buch schreiben, das sich mit Dimensionsreisen beschäftigt, würde ich auch zusehen, dass mein POV-Charakter nicht zu viel von Physik versteht. Aber so ein bisschen blöd wars halt schon, Mädchen können kein Physik und so. Wobei das auch wieder relativiert wird, denn es gibt noch eine ältere Schwester, die immerhin Meeresbiologin ist. Und die Wissenschaftlereltern sind auch trotzdem eher so hippieske Spinner (ich hab sie mir immer so vorgestellt wie die Hippie-Eltern von Gertrude aus Marvels Runaways) und sehr herzlich und nicht unnahbar abgehoben oder so. Also gemischte Gefühle bei diesem Teil des Buches. Und dann kam sehr schnell und sehr unerwartet ein wildes Love Triangle angesprungen, das mich fürchterlich irritiert hat. Vielleicht, weil ich dachte „ächt jetzt, 10 Jahre nach Twilight ist das immer noch ein Ding??“ und vielleicht auch, weil Claudia Gray solche lovetriangelesken Dinge in ihren SW-Romanen einfach komplett unterlassen hat. Ist jetzt auch nicht so, dass ich für diese Art von romantisch-dramatischen Verwicklungen total unempfänglich wäre, wenns denn gut gemacht ist, aber irgendwie hat es mich hier genervt. Weil die Protagonistin einfach SEHR viel drüber nachdenkt, welchem der beiden Männers sie denn jetzt vertrauen kann und welchem nicht und wen sie lieber mag und bei welcher Gelegenheit sich wessen Hände berührt haben, statt über den sehr viel spannenderen Kram mit Dimensionsreisen und bösen Wissenschaftlern und so. Also das war so ein bisschen nervig, dafür waren dann die Romance-Szenen schon wirklich sehr schön geschrieben und generell, wie auch schon bei Lost Stars oder dem Leia YA-Roman: Claudia Gray schafft es total gut, einen mitfühlen und mitleiden zu lassen. Und Marguerite ist halt schon auch kein Mäuschen, das so durch die Story stolpert, sondern schon cool und clever und mitfühlend und selbstbewusst. Das hat mir dann doch wieder gefallen und am Ende gibt es in der Story auch noch zwei schöne und gut vorbereitete Twists. Tatsächlich hab ich mir Band 2 noch nicht bestellt, also so ganz dringend will ich es nicht weiterlesen (Band 1 ist aber auch zum Glück einigermaßen abgeschlossen), aber irgendwann bestimmt. Also wer eine nette und mitreißende YA-Geschichte haben will und ein Love Triangle nicht ganz furchtbar findet, kann da gut zugreifen. Wer Hard SciFi über Dimensionsreisen will …. eher nicht.

Im Urlaub am Pool und am Strand verschlungen: Die letzten Wächter, den sechsten und nun wohl wirklich letzten Teil der Wächter-Reihe von Sergej Lukianenko. Irgendwie kam da ja immer noch ein Teil und noch einer und noch wieder einer, nachdem ich dachte, es sei eine Trilogie. Aber obwohl es mittlerweile wohl ein Spin-off mit neuen Charakteren gibt, ist Band 6 jetzt wirklich der letzte dieser Geschichte. Ich mag ja die Reihe wegen ihres coolen und ungewöhnlichen Magiesystems, der ganzen Magierbürokratie und ihrem unverkennbaren russischen Einschlag. Ob das Bild, das Lukianenko von Moskau zeichnet, jetzt realistisch ist, weiß ich nicht, aber es wird einfach immer wieder sehr deutlich, dass die Story nicht in einer austauschbaren amerikanischen Metropole spielt, sondern in Russland. Anton Gorodezki ist als Protagonist zwar manchmal etwas anstrengend, aber ich glaube, das soll so sein – und irgendwie macht es auch immer wieder Spaß, seinen manchmal etwas altmodischen und verqueren Gedankengängen zu folgen. Spannend ist das Buch auch allemal, denn es gibt eine wüste Prophezeiung, das drohende Ende der Welt, überraschende Enthüllungen und die Wiederkehr so manches alten Charakters aus Band 1-5. Und das Ende fand ich auch gelungen – eine schöne Kulmination aller Bücher, nicht zu happy, nicht zu tragisch. Jetzt, wo mal klar ist, dass es sich hier nicht um eine Reihe ohne Abschluss handelt, würde ich sie definitiv empfehlen, wenn man Urban Fantasy mag und mal was anderes an kulturellem Hintergrund haben will.

Sehr viel weniger leichte Urlaubslektüre: Human Acts von Han Kang. Ein unglaubliches Buch über ein finsteres Kapitel in der Geschichte Südkoreas, über das ich noch rein gar nichts wusste. Es lohnt sich, das Vorwort der Übersetzerin ins Englische zu lesen, das nochmal sehr viel zu den Hintergründen der Geschichte erklärt. Es geht jedenfalls um die Studenten- und Arbeiterdemonstrationen in der Provinz Gwangju im Jahr 1980, die vom damals herrschenden Militärregime auf grausamste Weise niedergeschlagen wurden. Ausgangspunkt ist eine Gruppe Studenten und Schüler, die in diesem Chaos versuchen Gutes zu tun und die Leichen der Getöteten aufbahren, damit ihre Familien sie identifzieren können. Damit geht die Geschichte los, und dann zieht sie sich durch die Jahre und Jahrzehnte und folgt immer wieder dieser Handvoll Menschen, bis in die Gegenwart des Buches und bis hin zur Autorin selbst, die als Ausklang erzählt, wie sie auf die Geschichte des Schülers Dong Ho aufmerksam wird und anfängt Spuren zu suchen. Wie schon The Vegetarian ist das Buch teilweise poetisch, teilweise unfassbar brutal, allerdings Human Acts noch wesentlich politischer. Der Roman hat nicht ganz 250 Seiten, und es lohnt sich, sie zu lesen, wenn man nicht allzu zart besaitet ist, denn Schilderungen von Folter und Gefängnissen kommen durchaus vor. Aber es lohnt sich sehr. Nicht nur, weil man als Mitteleuropäer jetzt eher wenig über Südkorea und seine Geschichte weiß, sondern auch, weil der Schreibstil wirklich wunderschön und poetisch und gelungen ist. Allein die Erzählperspektiven sind absolut faszinierend. Große Empfehlung. Auf Deutsch heißt das Buch übrigens Menschenwerk.

Hinterher dann noch was Leichtes: Besieged von Kevin Hearne, eine Sammlung von Kurzgeschichten im Iron Druid-Universum. Der Band ist teilweise so ein bisschen Buch 8.5 der neunteiligen Reihe und enthält sowohl Verbindungselemente zum letzten Band (den ich noch lesen muss) als auch ein paar Geschichten aus der Vergangenheit der etwas langlebigeren Protagonisten. Die Geschichten haben mir alle gut gefallen, sehr süß ist zum Beispiel die um eine Unterrichtseinheit für Druidenschüler. Es war schön, mal wieder in die Welt einzutauchen und ich bin mal sehr gespannt auf den letzten Band. Reichlich lustige Momente hatte das Buch natürlich auch. Achja, und so auf Meta-Ebene ist meine persönliche Lieblingsgeschichte glaub ich schon die, in der ein Charakter durch den Besuch eines BDSM-Clubs lernt, was Konsens in Beziehungen eigentlich ist und erkennt, dass es in seiner nicht wirklich welchen gibt und Konsequenzen zieht. Das war großartig.

Filme und Serien

Dreimal im Kino gewesen, davon zweimal zu Solo – A Star Wars Story. Man sieht also, ich fand ihn nicht völlig schlecht. Allerdings auch nicht so richtig toll. Wie Kat Kuhl in meinem Lieblings-StarWars-Podcast so schön sagt: „The parts that didn’t suck were really fun.“ Sprich, ich habe einige Sachen sehr abgefeiert und mich über andere sehr geärgert. Geärgert halt über die Tatsache, dass vorher ganz groß angekündigt wurde, dass es endlich mal eine schwarze Frau in einer Hauptrolle UND eine weibliche Droidin mit Freiheitsbestreben geben wird – und dann wurden beide Charaktere so blöd und lieblos behandelt, damit es mehr Screentime für Woody Harelson und Paul Bettany geben konnte. Wo-hoo. Bevor ich da jetzt weiter aushole – lest einfach Judiths Artikel dazu auf Tor-Online, da steht quasi alles drin, was ich auch sagen würde. Allerdings hatte der Film schon auch positive Seiten, ich mochte Qi’ra als Femme Fatale, die auch eher zwielichtig und moralisch flexibel sein darf, ohne dafür abgestraft zu werden. Ich mochte auch vor allem, wie sehr sie alle möglichen Dinge aus dem Kanon eingebunden haben, vor allem natürlich, ich wills immer noch nicht spoilern, DIE Szene am Ende. Da bin ich im Kino schon so ein bisschen ausgeflippt. Aber auch die Erwähnung von Bossk und Aurra Sing und der Ghost-Schiffklasse … das war schon sehr schön. Tatsächlich hatte ich von Solo sogar noch weniger erwartet, weil die Produktionsgeschichte ja nun schon sehr …. bewegt war. Ich war dann positiv überrascht, dass trotz allem ein kohärent erzählter Film dabei rausgekommen ist. Alden Ehrenreich fand ich im Trailer ja furchtbar, im Film selber dann aber durchaus in Ordnung. Und Donald Glover als Lando war SO gut. Der hätte noch viel mehr Screentime haben dürfen. Insgesamt schon ein okayer Star War, auf meiner persönlichen Skala irgendwo oberhalb der Prequels und unterhalb vom Rest. Und wann kommt jetzt eigentlich Enfys Nest: A Star Wars Story?

Dann war ich noch in Oceans 8, da haben wir ja übrigens auch im Podcast drüber geredet, falls euch Rollenspiel nicht so interessiert, Filmgelaber aber schon. 😉 Ab Minute 24 ungefähr. Aber hier auch nochmal: Nettes Popcornkino, wunderschönste Cate Blanchett, viele coole Frauen, die sehr professionell und kameradschaftlich zusammenarbeiten, nette Musik, schöne Kostüme. Konnte man gut gucken, aber letztendlich kein Film, den ich jetzt 5 x anschauen würde. (Längere Ausführungen zum Thema Genderswapped Remakes und so spare ich mir jetzt mal, ich hab da neulich nämlich was Längeres zu verfasst und das erscheint die Tage auch, und dann kann ich das einfach verlinken. So.)

Kommen wir zu den Serien:

Die 5. Staffel Agents of Shield ist inzwischen ja auch schon länger durch. Puh, und zum ersten Mal dachte ich beim Staffelfinale mehr so „hmja“ als „OMG toll“, was aber vor allem daran liegt, dass a) den Serienmachern keine Info zum Ausgang von Infinity War gegeben wurde und sie so auch nichts entsprechendes einbauen konnten und b) den Serienmachern auch nicht gesagt wurde, ob sie noch ne Staffel kriegen, so dass das Finale so konzipiert wurde, dass es als Serienende funktionieren würde, aber nicht zwangsläufig muss und das war dann irgendwie so ein Mittelding und für keine von beiden Optionen so riiiichtig gut. Aber das betrifft eigentlich nur die letzten 1-2 Folgen, den Rest der Staffel fand ich wieder sehr gut! Vor allem die erste Hälfte, die war fantastisch. Lucasfilm hat ja eine live action Star Wars-Serie angekündigt und in der ersten Hälfte dieser AoS-Staffel war ich gar nicht sicher, ob ich nicht vielleicht gerade diese Serie schon sehe. 😉 Wilde Dinge! In space! Und wieder so viele coole Charaktermomente und -entwicklung und alles. Und die zweite Hälfte dann, mit diesem Zeitreise-Prophezeiungs-Kram, die war schon auch toll, auch wenn ich die ganze Zeit gehofft hab, es kommt noch so ein „we have to go back“-Moment, wo sie merken, dass wieder alles auf die falsche Version der Zukunft hinausläuft und dann so eine coole Montagen-Folge mit ganz vielen Zeitschleifen-Durchläufen kommt. War leider nicht so, aber trotzdem wurde das Thema schon halbwegs gut und ohne allzu große Widersrprüche (die mir aufgefallen wären) behandelt. Insgesamt liebe ich die Serie einfach immer noch unglaublich sehr und ich freue mich, dass sie wenigstens noch 13 Folgen bekommen haben. Und da das dann schon nach „letzte Staffel“ klingt, machen sie hoffentlich noch was richtig cooles draus.

Mehr Marvel: Die zweite Staffel von Luke Cage ist ja auch draußen und ich hab sie ziemlich schnell durchgesuchtet. Und holy shit! Was für eine Staffel. Ich war wirklich total geflasht. Die erste Staffel fand ich ja schon nach einem mühsamen Anfang total gut, und die 2. Staffel baut total darauf auf und nutzt aus, dass schon so viele Figuren eingeführt und etabliert wurden. Man sollte übrigens Defenders schon vorher geschaut haben, glaube ich, denn auch darauf baut die Staffel doch sehr auf. Sehr cool fand ich die jamaikanisch-stämmigen Gang-Mitglieder als neue Gegenspieler, schon allein wegen ihres Dialekts. Aber auch darüber hinaus ist die Geschichte, die sich mit ihnen entwickelt, sehr gut. Tatsächlich dreht sich unglaublich viel in der Staffel gar nicht so sehr um Luke, sondern um Mariah Dillard, äh, Stokes, äh, Dillard und ihre Geschichte und Familie und die Geschichte des Clubs Harlem’s Paradise, der auch wieder DER zentrale Ort der Serie ist. Dort wird auch sehr viel Platz eingeräumt, um Musik von unterschiedlichsten Künstlern zu präsentieren, weit mehr als das in anderen Serien so üblich ist. Fand ich aber großartig, zumal viele der Songs auch richtig gut sind und ich sie sonst vermutlich nie gehört hätte. Die Schauspieler sind auch wieder durch die Bank richtig großartig, und auch Figuren, die in Staffle 1 etwas zu kurz kamen (Shades!) werden jetzt richtig interessant. Crossovers zu den anderen Serien gibt es reichlich, unter anderem eine ganze Folge mit Danny Rand, in der ich ihn erstmalig nicht nervig fand. Das macht vage Hoffnung für die zweite Staffel Iron Fist … . Ja, und dann war da noch die letzte Folge, die mich echt ziemlich sprachlos zurückgelassen hat. 12 Folgen lang wird ein Konflikt aufgebaut und eskaliert und beendet und dann kommen die Folgen davon und DANN kommt ein doch sehr unerwarteter Twist, der mich extrem gespannt auf Staffel 3 macht. Insgesamt alle Daumen hoch – eine meiner liebsten MCU-Netflix-Staffeln bisher.

Dann, endlich auf Netflix und deshalb auch endlich mal angefangen, weil vorher gar nicht wirklich außer „die eine Animationsserie, an der Filoni vor Star Wars gearbeitet hat“ registriert: Avatar – The Last Airbender. Alter! Wo war diese Serie all mein Leben? Bzw. wo war ich all mein Leben, statt diese Serie zu gucken? Was für eine großartige Fantasy-Serie, was für tolle Charaktere, war für Worldbuilding und Storytelling und aaaaaah! Ich bin Star Wars Rebels und Clone Wars sehr dankbar dafür, dass ich nicht mehr automatisch „was für Kinder“ denke, wenn ich animierte Serien sehe, sonst wäre mir das entgangen. Ich könnte die ganze Serie auch schon locker durch haben, aber ich teile sie mir gerade ein bisschen ein, weil sie ist so gut und es gibt nur 3 Staffeln. Aber hach. Ich liebe sie alle so sehr. Und Katara ein bisschen mehr. *fangirlt hemmungslos herum* Die erste Staffel war jedenfalls verdammt großes Kino und das Finale unglaublich gut. Und die ganzen coolen Nebencharaktere und Schauplätze und überhaupt. Meine Fresse. (Und man kann irgendwie immer sehr gut sagen, welche Folge jetzt von Filoni ist. Das war schon lustig. „Guck mal, ein riesiger Wolf – I see what you did there, Dave!“) Äh, ja. Jedenfalls neue große Serienliebe, demnächst dann noch mehr dazu, wenn ich durch bin.

Vor langer Zeit mal angefangen, dann mehr so mittelgut gefunden und nun nach dem Schrei des Internets, die Serie dürfte nicht sterben, doch mal weitergeschaut: Brooklyn 99. Und ja, ich muss sagen, inzwischen ist die mir schon ans Herz gewachsen. Skurrile und doch liebenswerte Charaktere, viele wirklich sehr lustige Momente, aber zwischendurch auch immer wieder schöne zwischenmenschliche Dinge. Und Captain Holt ist ja wohl eine absolute Ikone. Guck ich auch weiter, bin schon in Staffel 2 angekommen.

Und zum Schluss war da noch die zweite Staffel von Westworld. Da könnte man jetzt sehr viel drüber schreiben, aber das hier wird auch so schon wieder länger und länger. Tatsächlich fand ich die Staffel in den ersten Folgen nicht so gut wie die erste, einfach weil so ein bisschen diese Faszination fehlte, nachdem man jetzt ja schon mit dem Konzept Park-Westerndinge-Hosts und so vertraut war. Außerdem waren gerade in der Dolores-Plotline in der ersten Hälfte der Folge ein paar irgendwie doofe und mMn überflüssige Elemente drin. Aber während ich diesen Teil der Handlung mehr so naja fand, kamen dann vor allem in Maeves Geschichte so großartige Elemente und Ideen, dass die Serie sich auf jeden Fall auch weiterhin ihren Platz unter den hochqualitativen Fernsehserien sichern kann. Und dann kam Kiksuya, die achte Folge. WAS. FÜR. EIN. MEISTERWERK. Allein für diese Folge werde ich die Serie glaub ich für immer toll finden, egal wo sie noch hinläuft. Und danach kam ja noch das Finale, was durchaus wieder ein paar Überraschungen bereithielt. (Übrigens kann ich all die Leute nicht nachvollziehen, die sich in den sozialen Medien gegenseitig versichern, dass sie alle die Serie seit 2 Staffeln gucken und nicht wissen, was eigentlich passiert. Ich meine, die Erzählstruktur ist nicht linear und ein paar Sachen sind etwas verwirrend am Anfang, aber am Ende von Staffel 2 war doch eigentlich alles aufgeklärt und nachvollziehbar – bis auf die Sachen, die für Staffel 3 bewusst offengelassen wurden. Nun ja.) Und generell natürlich wieder einfach toll anzusehendes Fernsehen – gute Darsteller, großartige Kulissen und Kostüme und die Musik von Ramin Djawadi ist weiterhin herausragend. Ich freu mich auf Staffel 3.

Gespielt

Gespielt wurde auch. So einiges. Ich sag ja, die letzten 2 Monate hatten es in sich.

Also, beim DSA haben wir Tag der Jagd gespielt, ein schon etwas älteres Abenteuer im Kosch, aus der Stromschnellen-Anthologie. Das einzige mir bekannte Abenteuer mit der eigenen Kategorie „Humor“. Und es war dann auch sehr ulkig, zumal wir es in einer eh schon recht comedy-lastigen SC-Konstellation gespielt haben. Gegen Ende hatte es ein paar komödiantische Schlenker zu viel, aber insgesamt ein großartiges Abenteuer. Das mir vermutlich immer als „Das Abenteuer, bei dem wir so viel Wurst aßen“ in Erinnerung bleiben wird, denn das Buch schlägt vor, man könne doch am Spieltisch passendes Essen verzehren, wie halt Wurst und Käse und Nüsse und so. Das gipfelte dann in zwei Abende mit SEHR überbordenden Wurstplatten und mir wird schon bei der Erinnerung daran ein bisschen schlecht. Das Abenteuer ist trotzdem empfehlenswert.

Auf der NordCon gespielt:

  • Malmsturm, aber irgendwie nicht so richtig, weil der SL das Setting beiseite ließ und mehr so ne Art daran angelehntes FATE-Setting aus Input der Spieler erschuf. War aber eine nette Runde und ich habe das Gefühl, FATE wieder etwas besser kapiert zu haben.
  • No Return, ein komplett im Eigenverlag erschienenes deutsches Endzeit-Postapokalypse-RPG. Das ist ja schonmal sehr cool. Das Setting klang auch ganz interessant, die Regeln waren auch okay, nur das Einsteiger-Con-Abenteuer war dann doch wieder ein ziemlich langweiliges „erforsche Gebäude X und treffe auf Zombies“-Ding. Was ja nun so gar nicht meins ist. Schade. Trotzdem ein cooles Projekt.
  • Splittermond, in einer extrem fluffigen regelarmen Runde, in der es hauptsächlich darum ging, ein Liebespaar aufzudecken und deren Liebe gegen die widrigen Umstände zu verteidigen. War zwar eigentlich ein bisschen unpassend zum Setting, weil in Lorakis nun eigentlich Homosexualität kein Problem ist, aber irgendwie war die Geschichte so nett und die Gruppe so gut drauf, dass es mir dann auch egal war.
  • Ein ruhiges Jahr: Auf der Con gekauft, am selben Abend noch gespielt. Ein ruhiges Jahr ist ein spielleiterloses Landkarten-Siedlungsaufbau-Spiel, das etwas darunter litt, dass es spät war und wir albern waren. Eigentlich ist es nämlich schon höchst interessant, dass man auch die Kommunikationsprobleme in einer Gemeinschaft mit ausspielt. Muss ich dringend noch ein weiteres Mal spielen.

Kurz nach der Con dann im Würfel und Zucker gespielt: Winterhorn. Ein ebenfalls spielleiterloses Spiel, in dem man Regierungsbeamte und Polizisten spielt, die gegen eine politische Aktivistengruppe ermitteln. Dabei werden auch viele tatsächlich genutzte Vorgehensweisen vorgestellt, die Mechaniken greifen tatsächlich sehr gut ineinander und am Ende bekommt man dann durch die Codes auf den benutzten Aktionskarten eine Art Endbericht heraus. Tatsächlich haben wir nach dem Spiel noch lange diskutiert. Also darüber, ob das Spiel jetzt quasi  bei uns einen Aha-Effekt über das Vorgehen von Regierungen ausgelöst hat (nö), ob wir schockiert waren über die Skrupellosigkeit der Methoden (nö) und ob es nicht seltsam ist, die Aufgabe des Spiels moralisch gar nicht zu hinterfragen (vielleicht, aber wenn ich mich treffe, um ein Spiel zu spielen, sage ich gewöhnlich nicht nach 10 Minuten „lass mal gut sein“, wenn mich nicht irgendwas stört, und dafür war das Spiel dann einfach zu „theoretisch“ und zu weit weg von den betroffenen Aktivisten). Ja, hm. Ich glaube, die Runde litt daran, dass wir nur drei Leute waren, denn wir waren auch ständig viel zu früh fertig mit der Besprechung unserer Spielzüge. Und irgendwie waren wir alle einfach nicht die Zielgruppe, glaub ich. Also was das „aha, sowas machen Regierungen also“ angeht. Wussten wir nämlich alle schon. Insgesamt trotzdem ein gutes und sicherlich wertvolles Spiel, aber vielleicht halt eher für andere Spieler geeignet, was den Lern-und Moraleffekt angeht.

Und dann noch, in 2 Online-Terminen über Google Hangout: Worlds in Peril, ein weiteres Superhelden-PbtA-System. Der Two-Shot mit fertigen SC hat sehr viel Spaß gemacht, der Schurke, den wir gejagt haben, war sehr cool, das Zusammenspiel hat gut funktioniert und am Ende haben alle Spieler gemeinsam entschieden, dass wir jetzt nicht den Schurken davon abhalten, in die ägyptische Unterwelt zu gehen, sondern einfach mitkommen. sehr schön fand ich auch, wie unser SL immer wieder erzählt hat, wie jetzt das Comic-Panel zur aktuellen Szene aussehen würde, das war sehr stimmungsvoll.

Ansonsten hat sich meine City of Mist-Runde jetzt endlich hinreichend oft getroffen, um mit Charaktererschaffung, Verknüpfung und dem einführenden A day in the life durchzusein – Dienstag gehts dann richtig los. Hurra! Meinen SC hab ich ja im vorletzten Beitrag schon gezeigt. Ich mag aber die ganze Runde sehr und finde die SC alle sehr cool und spannend. Werde berichten, wie es läuft.

Und ein bisschen Secret of Mana haben wir auch noch weitergespielt, nach wie vor ist das cool und macht Spaß und muss dringend mal weitergespielt werden.

So. Uff. Das wars mal wieder. Bis zum nächsten Mal, diesmal hoffentlich Ende des Monats und mit weniger ausuferndem Inhalt. Jaja, das sage ich immer…

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WMDEDGT – April 2017

Ich probiere mal was Neues aus und mach mit bei WMDEDGT. Das steht für „Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“ und wird immer am 5. des Monats vom Blog Kl. Brüllen ausgerichtet, ähnlich wie am 12. des Monats die 12 von 12-Bilder. Sinn des Ganzen ist also, darüber zu bloggen, was man den ganzen Tag mach und das dann in dem anderen Blog zu verlinken. Wohoo.

Heute ist Mittwoch, so weit, so unspektakulär, allerdings habe ich zufällig heute Geburtstag. Insofern folgt also kein ganz typischer Mittwoch. In der Woche Geburtstag zu haben ist ja eh bescheuert, man quält sich früh aus dem Bett, verbringt den Tag mit blöder Arbeit und musste noch für nen Haufen Leute, die man so mittelgut leiden kann, Kuchen backen. Hrghn. Allerdings find ich meinen Geburtstag nun auch wieder nicht so spannend, dass ich dafür nen Urlaubstag verbrauchen will.

03:00 Uhr – Ich bin kurz wachgeworden, merke, dass ich Migräne habe, nehme eine Tablette mit Wasser und 2 Traubenzucker, antworte kurz auf eine Twitter-DM und gehe wieder ins Bett.

06.35 Uhr – Mein Wecker klingelt. Er wiederholt das noch ein paarmal, dann raffe ich mich auf und gehe ins Bad. Als ich gegen 7 wieder rauskomme, wartet im Wohnzimmer schon der beste Mitbewohner von allen auf mich, und zwar mit Blumen (besorgt im Auftrag meiner Eltern :)), Kuchen und einem Geschenk. So viel Freude am Morgen! Ich packe die Hälfte vom Kuchen zu den gestern gebackenen Brownies, wir quatschen noch kurz und dann muss ich zur Arbeit.

08:01 Uhr – Fast pünktlich stolper ich ins Büro. Die Kollegin gratuliert, von ihr und den Aushilfen bekomme ich den traditionellen Amazon-Gutschein *g*. Ich schneide den Kuchen und die Brownies und verteile sie auf Teller.

Dann ärgere ich mich über meinen bescheuerten Chef, der (natürlich schriftlich) die Tatsache bemängelt, dass Konto X  noch nicht kontiert ist. Für das ich seit gestern Mittag die Auszüge habe. Ja, is klar …

Ich trinke einen Kaffee mit Milch und Wasser mit nem Schluck Saft und frühstücke dazu Brownies und Kuchen. Ausnahmsweise, eigentlich esse ich erst mittags was. Jedenfalls ist beides sehr lecker. Ich schwatze ein bisschen mit der Kollegin und lese ein bisschen im Internet, ehe ich mich aufraffen kann, mit der Arbeit anzufangen.

09:25 Uhr – Zeit für nen zweiten Kaffee. Ich bin saumüde und mir graust bei dem Gedanken, dass ich heute um 20 Uhr noch zum Essen verabredet bin, ziemlich. Leider war um 19 Uhr kein Tisch mehr frei im gewünschten Restaurant. Ob ich es nachher noch schaffe, mich kurz hinzulegen?

10:10 Uhr – Chef A trudelt ein und gratuliert, lobt kurz darauf das Backwerk. Wir regen uns alle ein bisschen über einen Sachbearbeiter einer großen Kfz-Versicherung auf, der uns mitteilt, er könne ja nicht regulieren, er hätte die Polizeiakte nicht … die wir ihm vor 2 Wochen per Mail geschickt haben. Sowas passiert auch immer nur in so Fällen, wo der Mandant total rumdrängelt. Der in diesem Fall ruft ungelogen jeden Tag 1-2 Mal hier an und fragt, ob das Geld nun endlich da ist. Davon arbeitet, surprise, surprise, die Versicherung aber auch nicht schneller…

10:15 – Chefin C kommt an und überreicht mir den ebenfalls traditionellen Büchergutschein vom Büro – und einen Pott Zitronenthymian für den neuen Balkon. Yay! Der riecht auch schon unglaublich gut und wird erstmal auf dem Schreibtisch deponiert.

10:30 Uhr – Chef B und D fliegen auch ein, mehr Gratulationen, kurzes philosophisches Gespräch übers Älterwerden und die immer schneller verfliegende Zeit. Ich preise mit den Worten „damit wir nicht nur alt, sondern auch dick werden“ meine Brownies an.

Es folgt ein relativ normaler Arbeitsvormittag. Einige Anrufe entgegennehmen, mehrere Diktate tippen (thematisch: Umgangsrecht, 4 Word-Seiten langer Vermerk wegen einem komplizierten Vorgang um die Verzollung von Soft-Air-Waffen – bei dem ich tatsächlich noch ein paar neue Begriffe lerne -, 4 Seiten Schreiben ans Gericht in einer Unfallsache), freudig überraschter Mandantin ein Stück Schokokuchen anbieten, mich mit den üblichen Nebenaufgaben herumschlagen (Akte verschwunden, Datei mit einem nicht druckbaren PDF erhalten, Termine vergeben) und all sowas.

13:00 Uhr – Mittagspause. Der Plan ist, mich mit dem besten Mitbewohner von allen zu treffen und auf dem Wochenmarkt ein Fischbrötchen essen zu gehen. Erst warte ich im arschkalten Wind ein bisschen, weil der Mitbewohner mit dem Bus im Stau feststeckt, dann ist der Fischstand nicht da. Ich bin kurz froh, dass ich meine Idee verworfen habe, statt Kuchen zu backen alle Kollegen und Chefs auf ein Fischbrötchen einzuladen – das wäre gründlich schiefgegangen (natürlich habe ich letzte Woche gefragt, ob der Stand heute da ist, da muss irgendwie kurzfristig was wegen Krankheit ausgefallen sein oder so). Nun habe ich leider nur 30 Minuten Pause, die jetzt halb um sind, deswegen holen wir uns schnell beim Bäcker ein (nicht sehr leckeres) Brötchen und ich eile zurück ins Büro. So ein Mist passiert an meinem Geburtstag gerne mal, ebenso wie das Wetter nie gut ist, ich bin das also schon gewohnt. Immerhin  wartet im Büro ein absurd riesiges Paket, das meine Eltern mir überraschend geschickt haben 🙂 . Drin sind ein Werkzeugkasten, der nun mal unser zusammengewürfeltes Resteensemble an Werkzeugen ablösen darf, und zweimal neue Bettwäsche. Yay! Ich esse noch mehr Kuchen zum Nachtisch und trinke noch nen Kaffee … und dann zurück an die Arbeit.

13:30 Uhr – Das Schreiben vom Vormittag bekommt noch ne 5. Seite, ich lache ein bisschen über eine missglückte Formulierung, nach der die Unfallaufnahme durch das Polizeiauto erfolgte statt durch die Beamten (und ändere sie dann). Es folgt eine Rechnung in der selben Akte, dann werden ein paar Anlagen kopiert. Chef A ist zum Gerichtstermin verschwunden, das Telefon ist erfreulich still und ich wurstel so vor mich hin. Chef A kommt wieder und will das Schreiben erstmal als Entwurf haben, nachdem er noch an einem Satz, den ich komisch fand, solange rumverbessert hat, bis er – für mich – gar keinen Sinn mehr ergab. Aber ich bin ja nur die doofe Sekretärin :p . Es folgt eine Abrechnung, zwischendurch lese ich ein bisschen durch meine üblichen Blogs und bedanke mit per WhatsApp bei meinen Eltern für die Geschenke.

15:40 Uhr –  Ich muss kopieren, aber der Kopierer ist belegt, deswegen gehe ich in die Küche und mache den Abwasch. Früher hatten wir ja Azubis für sowas, aber … nun ja, es hat seine Gründe, dass wir nicht mehr ausbilden. Und die Aushilfe ist heute nicht da. Erfreut stelle ich fest, dass bis auf ein paar Krümel die Brownies und der Kuchen verschwunden sind. Kurz denke ich, dass ich ja noch ein Stück für die Aushilfe hätte aufheben können, die morgen kommt, aber dann fällt mir ein, dass sie keine Nüsse essen darf und beides Gebäck welche enthielt. Nächstes Mal back ich vielleicht doch mal was anderes, falls die Aushilfe nächstes Jahr noch hier ist. Der Abwasch ist schnell erledigt, dann leere ich noch den Mülleimer, suche neue Müllbeutel, muss die Kollegin fragen, muss den Tritt holen, weil sie ganz oben im Schrank sind, aber dann ist die Küche erstmal wieder okay. Der drängelnde Mandant, den ich vorhin erwähnt habe, ruft zweimal an, ist heute aber wenigstens einsichtig, sofern ichs aus Chefs Seite des Gesprächs erschließen kann. Ein Mieter von obendrüber holt ein hier deponiertes Paket ab. Der Feierabend rückt näher und ich erinnere mich mal wieder daran, dass wir früher, als die Welt noch schwarz-weiß war, am Geburtstag manchmal ne Stunde eher nach Hause geschickt wurde. Aber wo kommen wir denn da hin, nicht wahr?

16:30 – Feierabend. Ich fahre nach Hause, nehme diesmal eine andere Strecke als gestern, weil ich gestern auf dem kürzesten Weg 30 Minuten im Stau stand. Diesmal stehe ich erfolgreich auch nur 3 Minuten an einer roten Ampel mit Spurverengung und bin halbwegs fix zu Hause. Auf dem Weg denke ich ein wenig drüber nach, dass mir noch keine Gratulationen über die Social Media-Kanäle reingeflattert sind und über die Mechanik, dass erstmal einer wissen muss, dass man Geburtstag hat, dann aber oft eine ganze Lawine an Glückwünschen ausgelöst wird. Außerdem denke ich drüber nach, ob ich nachher einfach poste, dass ich heute 32 werde oder ob das doof und needy und fishing for Glückwünsche-mäßig rüberkommt, obwohl mir mein Geburtstag so wichtig nun gar nicht ist. Dann ärgere ich mich, dass ich über so einen Käse nachdenke, und schwupps, während all dieses Gegrübels bin ich auch schon zu Hause.

17:10 Uhr – Ich habe allen gesagt, dass ich erst halb 6 zu Hause bin, damit ich noch Yoga machen kann und nicht ständig das Telefon währenddessen klingelt. Welch elaborierter Plan dies wäre, hielte sich jemand daran. So mache ich die Tür zu, ignoriere das permanente Klingeln, stelle das Handy auf lautlos und yoga-e 30 Minuten vor mich hin.

17:40 Uhr – Nehme vier Anrufe entgegen und lasse mich beglückwünschen und freue mich, dass so viele Leute dran gedacht haben, sich zu melden. Schnacke ein bisschen mit den Gratulanten und laufe dabei durch die Wohnung und erzähle über den Fortschritt an derselben.

18:20 Uhr – Versuche, meine Eltern anzurufen um mich fürs Geschenk zu bedanken, aber die sind nicht zu Hause. Hänge auf Twitter rum, dusche, fluche, weil ich nix zum Anziehen hab bzw. alles in einem Umzugskarton ist, was vielleicht in Betracht käme. Ziehe dann halt irgendwas an. Mache irgendwas mit den Haaren, da sieht bei mir eh alles kacke aus, was ich versuche, weil ich der weltunbegabteste Mensch im Frisurenmachen bin. Werfe wichtige Dinge vom Rucksack in die Handtasche.

19:20 Uhr – Auf zum Abendessen!

20:00 Uhr – Fancy Abendessen im Tschebull, mein aktuelles Lieblingsrestaurant für besondere Anlässe. Die Bedienung, die wir diesmal hatten, war zwar irgendwie etwas wirr und nicht so freundlich wie die anderen Servicemenschen da, aber das Essen war wieder fantastisch. Ich twittere doch noch ein Geburtstagsbild, erhalte sehr nette Glückwünsche, wir essen einen Berg leckeren Kram und ich freue mich wie immer über die tollen nichtalkoholischen Getränkemöglichkeiten.

22:30 Uhr – Es geht nach Hause. Es nieselt und kalter Wind fegt durch die Straßen, während auf dem Hinweg noch die Sonne schien. Aprilwetter halt.

23:00 Uhr – Als letzte Geburtstagshandlung noch die neue Folge Agents of SHIELD geschaut. Die war auch quasi ein perfektes Geburtstagsgeschenk, eine der besten Folgen, die die Serie bisher hatte.

Und nun wird es dringend Zeit fürs Bett.

Jo, das wars mit dem 5. des Monats und dem WMDEDGT – mal sehen, ob ich nächsten Monat wieder mitmache 🙂 .

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Cosplay, Chaos, Käsespätzle – Auf der Comic Con Germany in Stuttgart

2016-06-25 12.35.43Letztes Wochenende fand die erste deutsche Comic Con statt – zum zweiten Mal. Was nicht an einem Zeitparadoxon liegt, sondern daran, dass es gleich 2 Veranstalter gibt, die beide die Idee hatten, eine ComicCon nach Deutschland zu bringen. Letzten Dezember fand die German Comic Con in Dortmund statt, letztes Wochenende die Comic Con Germany in Stuttgart. Und ich war tatsächlich auf beiden Cons, auch wenn ich im Dezember nicht wirklich drüber gebloggt habe.

Nun ist Stuttgart nicht gerade um die Ecke, aber es waren 3 Schauspieler aus meiner liebsten Lieblingsserie Agents of SHIELD angekündigt, auch wenn natürlich diejenige, wegen der ich ursprünglich überhaupt fahren wollte (Ming Na Wen aka Melinda May) wieder abgesagt hat. Aber da hatte ich die Tickets eh schon gekauft. Außerdem wohnt der geschätzte Mitnanduriat Vibart ja in Stuttgart, so dass es sich sehr anbot, die Comic Con mit einem Besuch bei ihm zu verknüpfen. Der Mitbewohner und ich kauften also Tickets und Flüge und machten uns frohgemut am Freitag auf den Weg nach Stuttgart.

Der Plan war: Am Freitag um 20:30 Uhr abfliegen, 21:45 Uhr ankommen, gemütlich zu Vibart fahren, schlafen, Samstagvormittag zur Con fahren. Samstagabends Fiasko spielen mit Vibart und unserem ehemaligen DSA-Mitspieler, der in der Nähe von Stuttgart wohnt. Sonntag wieder zur Con, dann direkt zum Flughafen, 16:20 Uhr abfliegen, 17:35 Uhr ankommen, gegen 18:00 Uhr zu Hause sein. Jaha. Soweit der Plan. Dass Pläne den Erstkontakt mit der Wirklichkeit nicht überleben, ist ja bekannt, aber so viel Chaos und Clusterfuck und beschissene Reisedinge habe ich ernsthaft noch nie erlebt.

Freitag warens in Hamburg gefühlte eine Million Grad und 500 % Luftfeuchtigkeit. Also tolles Wetter, was mir ebenso tolle Migräne bescherte. Schlafen konnte ich auch nicht wirklich, so dass ich schön völlig übermüdet aufbrach, mit meinem und des Mitbewohners Gepäck zum Bus hetzte, ihn am Bahnhof einsammelte und wir dann noch total rechtzeitig am Flughafen eintrafen, um … festzustellen, dass der Flug eine Stunde Verspätung hat. Hurra. Pizza gegessen, aufs Rollfeld gestarrt, mich gefragt, wieso das Wlan an Flughäfen nie so richtig funktioniert, gewartet. 20:30 Uhr sollten wir eigentlich starten, so gegen 22 Uhr waren wir dann mal im Flieger. Der Pilot sagte durch, dass es wegen der Gewitter überall in Deutschland gar nicht so einfach war, überhaupt die Startgenehmigung zu kriegen, aber nun sollte es auf ner abweichenden Route losgehen. Ging es dann auch, Flug war entspannt, ich hörte die Life Day Episode des großartigen Podcasts, wir flogen an dem Gewitter vorbei, was von oben ziemlich spektakulär aussah. Und landeten dann so kurz nach 23 Uhr. Und dann standen wir da. Und standen. Weil es nämlich in Stuttgart immer noch gewitterte wie Hulle und der ganze Flughafen den Betrieb eingestellt hatte. Hurra. Vibart war derweilen schon am Flughafen und wartete auf uns. Insgesamt standen 20 Flugzeuge am Flughafen rum, aus denen die Leute nicht raus durften. Immerhin waren wir ganz vorne dabei, so dass wir dann als eine der ersten Maschinen abgefertigt wurden – so gegen 1:30 Uhr nachts. Es fiel mir ein bisschen schwer, nicht durchzudrehen, ich habe ja ziemliche Raumangst, und dann so ewig eingezwängt in ein stehendes Flugzeug … gah. Immerhin gabs noch viele Getränke und Schokolade. Und wie immer war es hilfreich, über den ganzen Scheiß live zu tweeten. Danke, liebe Timeline. Irgendwann waren wir dann draußen, fuhren noch einmal quer durch Stuttgart und lagen dann so gegen 3 Uhr auch „schon“ im Bett.

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Wäääären wir nicht nur mit Handgepäck geflogen, hätte ich diesen Chipsschüsselhalter natürlich kaufen müssen. Itsy-Bitsy-DarthMaul!

Samstag also, erster Con-Tag … wir begannen ihn erst gegen Mittag, vorher gabs Kaffee und superleckere schwäbische Brötchen (Wecken?) und Käse und Marmelade. So gegen 12 waren wir dann mal da und kamen auch sofort rein, ohne Schlange der Verdammnis wie auf der GCC. Drinnen dann erstmal Verwirrung. Es gab zwar gut sichtbar platzierte Programmhefte und darin auch Lagepläne der Halle(n), aber es fehlte irgendwie arg der rote „You are here“-Punkt. Zumal ich am Anfang dachte, die farbigen Blöcke auf dem Plan bezeichnen verschiedene Hallen, nicht verschiedene Bereiche in der selben Halle. Anyhoo. Das Agents of SHIELD-Panel, das ich hätte sehen wollen, lief leider schon, da es am Sonntag aber noch eins gab, war das nicht so schlimm. Wir stürzten uns also erstmal ins Getümmel. Es war voooooooll. Aber das war ja auch kaum anders zu erwarten gewesen. Trotzdem fand ichs noch erträglich, man kam noch halbwegs durch die Gänge und es war, auch wenn die Klimaanlage an ihre Grenzen kam, auch noch okay-ish von der Temperatur her. Draußen waren halt auch fast 30 Grad und schwülwarmes Wetter. Was ich absolut toll fand: Es gab eine relativ große Wiese mit Sitzgelegenheiten draußen, so dass man sich auch einfach mal raussetzen konnte, wenn es drinnen zu voll und trubelig wurde.

Tja, was haben wir also so gemacht? Cosplays bestaunt und fotografiert, die coolen Lego-Installationen angeschaut, die vielen Verkaufsstände nach tollen Dingen durchsucht … und uns dann erstmal schön verloren. Never split the party! Wobei es vielleicht doch ein bisschen viel verlangt ist, dass alle zusammen aufs Klo gehen, aber genau so haben wir uns verloren, als wir das getrennt voneinander taten. Und dann schlug das vollkommen überlastete Netz der Messehallen zu – wir konnten uns nämlich nicht erreichen. Weder über Anruf noch über SMS noch über WhatsApp, so dermaßen überlastet war das Netz. Nach mehr als 30 Minuten kam dann doch mal ein Anruf durch und wir fanden uns endlich wieder. Danach habe ich mich dann in die Schlange gestellt, um ein Foto mit Brett Dalton (Grant Ward aus Agents of SHIELD) machen zu lassen – wenn der nun schonmal da war und das nur 35 Euro kostete. Man musste ein Weilchen anstehen, es ging aber relativ zügig voran. Das Fotografieren selbst ging dann wieder in Bruchteilen von Sekunden, was ein bisschen schade ist, aber schon verständlich. Und man bekam das Foto sofort mit, da es auf so nem speziellen Drucker ausgedruckt wurde. Das fand ich super, viel besser als Stunden danach nochmal hin zu müssen um das Foto abzuholen.

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Menschenmasse beim Cosplay Contest

Um 17 Uhr sind wir dann zum Cosplay-Contest, der auf der kostenlosen Panel-Bühne im Foyer stattfand. Gefühlt die ganze Con war da, jedenfalls gab es keinen einzigen Sitzplatz mehr, selbst die Treppen waren voll belegt, obwohl man da eigentlich nicht sitzen sollte. Wir haben uns dann halt nen Stehplatz gesucht. Der Wettbewerb war … so naja. Dazu muss ich sagen, dass ich mir den ja auch schon letztes Jahr auf der GCC angesehen hatte und da war das wirklich das Highlight der Con, trotz teilweise Fehlern in der Musik. Hier hatte ich das Gefühl, dass das Niveau der Kostüme etwas niedriger lag, was vermutlich auch an sehr viel mehr Teilnehmern lag. Auf der GCC waren es glaub ich 15, hier so … 25? 30? Keine Ahnung. Die besten und aufwändigsten Kostüme in Stuttgart waren jedenfalls so die, die auf der GCC in Dortmund so im Mittelmaß waren, scheint mir. Dazu kam dann noch, dass die Bühen winzig war und die Zeit pro Teilnehmer sehr kurz. Zwar präsentierten sich auch alle kurz mit passender Musik, jedoch zwar die Zeit wirklich sehr knapp bemessen – ich schätze, es waren so 10-20 Sekunden, maximal. In Dortmund hatte jeder Teilnehmer so ungefähr ne Minute Zeit, die Bühne war groß und es gab sogar nen Laufsteg, das war dann schon besser. Und in Dortmund hatte ja auch Mháire von Orkenspalter TV moderiert, was um Welten besser war als das Moderationsduo in Stuttgart. Ehrlich, die gingen gar nicht. Ich bin eh schon sehr allergisch gegen diese blöden „Looos, ihr müsst noch lauter Juuuubeln-„-Aufrufe, die da gefühlt nach jedem Teilnehmer kamen. Und die Sprüche waren teilweise auch zum Abgewöhnen. Zum Beispiel sowas wie „Und das nächste Cosplay ist von einer Prinzessin, wir Frauen wollen ja alle mal Prinzessin sein“ oder „Wir Frauen kommen ja immer zu spät, hihi“. Oder vom männlichen Moderator das leicht anzüglich „Den Charakter würde ich ja auch gerne mal … spielen“ als Reaktion auf ein Cosplay eines weiblichen Computerspielcharakters. Ich dachte während der Show, dass die beiden einfach nur unsicher sind und deshalb so viel Blödsinn reden, im Programmheft steht allerdings, sie moderieren solche Wettbewerbe schon seit Jahren. Naja. War dann wohl einfach nicht mein Humor. Nachdem alle Teilnehmer sich präsentiert hatten, sind wir dann los, weil wir ja noch verabredet waren. Hinterher hab ich auf Twitter noch gelesen, dass es wohl ne After-Con-Party gab. Die aber erst angekündigt wurde, als quasi schon alle weg waren. Okay, aber wir wären eh gefahren. Zusammen mit gefühlt dem Rest der Con, es war jedenfalls eine ewig lange Schlange vor den Fahrkartenautomaten und die erste Bahn fuhr ohne uns, weil wir schlicht nicht mehr reinkamen. Zum Glück fuhr dann kurz danach die nächste.

Der Abend war dann supernett und definitiv das Highlight des Wochenendes. Vibart bekochte uns mit suuuuperleckeren Käsespätzle und schwäbischem Kartoffelsalat, wir hatten eine großartige Fiasko-Runde (passend zur EM mit dem Endspiel-Playset, was wirklich gut ist und jede Menge Ideen hergibt) und es war total cool, unseren Ex-Mitspieler mal wieder zu sehen. Insgesamt ein großartiger Abend.

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Nicht-die-Con-Schlange … am AirBerlin-Schalter.

Am nächsten Morgen sind wir dann sehr früh hoch, wieder auf zum Flughafen, Gepäck eingeschlossen, rein in die Messe, Tickets für das Agents of SHIELD-Panel gekauft … und während wir grad in die Halle reingingen, rief mich Kari an und fragte, ob mein Flug auch gestrichen wurde. Ich wusste von nix (weil ich mir nicht alle Mails aufs Handy weiterleiten lasse). Hätte sie mich nicht angerufen, hätte ich nicht mal mitbekommen, dass Air Berlin einfach mal alle Flüge von Stuttgart nach Hamburg gestrichen hat am Sonntag. Blöderweise ging genau dann auch das Panel los und ich wollte es mir trotzdem anschauen, auch wenn ich total abgelenkt war durch diese Flug-Scheiße. Aber es war trotzdem sehr cool. Brett Dalton und Marc Dacascos (den meisten vermutlich bekannt als der Martial-Arts-Indiander aus Pakt der Wölfe) hatten sichtlich Spaß, waren superlustig drauf und sehr unterhaltsam. Die 10 Euro wars auf jeden Fall wert, wir haben sehr viel gelacht und es war auf jeden Fall nett, mal 2 Schauspieler einer Lieblingsserie live zu erleben. Dass die Panels in ner eigenen Halle waren und was kosteten … hmja. Ich sag mal so: Da ich nur das eine Panel sehen wollte, war es nicht schlimm, bei mehreren würde es vermutlich sehr ins Geld gehen.

Danach zurück in die Halle, Vibart eingesammelt, auf zum Air Berlin-Schalter am Flughafen – gut zu erkennen an der meterlangen Schlange. In der wir dann zur Abwechslung mal wieder warteten. So ungefähr eine Stunde lang. In der wir uns dann schonmal einen anderen Flug sicherten, vorsichtshalber. Mir wärs ja noch egal gewesen, noch nen Tag zu bleiben, auch wenn ich schon auch heimwollte, aber der Mitbewohner musste Montag wieder früh im Büro sein und hatte auch wenig Lust auf Mietwagen, Zug oder anderes. Während wir in der Schlange warteten, boten schon wieder unheimlich viele Leute auf Twitter Rat oder konkrete Hilfe an oder teilten einfach mein ungläubiges Staunen über so viel Bekacktheit. Danke! Das hilft echt immer. Was auch gut half, war am Schalter einfach die Klappe halten zu können, während der Herr Mitbewohner volle Kanne den Anwalt raushängen ließ. War auch nötig. Am Schalter saß nämlich eine Mitarbeiterin des Flughafens, die gar nix mit Air Berlin zu tun hatte und von denen nur die Anweisung hatte, den Leuten Bahngutscheine in die Hand zu drücken. Statt halt Ersatzflug, wie es bei solch kurzfristigen Ausfällen wohl eigentlich sein sollte. Und natürlich ohne Erklärung, was das konkret heißt und worauf man verzichtet, wenn man da unterschreibt (Gutschein natürlich nur gegen Unterschrift). Das war echt so krass, nicht ein Wort der Erklärung, einfach nur „Geben Sie mir mal die Flugnummer … Name … okay, hier ist ein Bahngutschein, unterschreiben Sie hier, nächster bitte“. Das wäre, wenns nach der gegangen wäre, das gesamte Gespräch gewesen. Wobei die Mitarbeiterin natürlich auch nur das machen konnte, was Air Berlin ihr gesagt hat – irgendwelche Mitarbeiter von Air Berlin direkt waren am Flughafen nämlich gar nicht mehr anwesend. Traumhaft, jedenfalls. Also eine Stunde dumm rumgestanden, nur um den Nachweis zu haben, dass Air Berlin uns keinen Ersatzflug angeboten hat. Dann den anderen Flug bestätigt und gleich eingecheckt, damit dann wirklich nix mehr schief geht. Was – für – ein – Chaos.

Danach waren wir mit Vibart noch was essen, ehe er sich nach Hause verabschiedete. Vielen, vielen Dank noch mal für die Gastfreundschaft und das tolle Essen und die schöne Zeit – und sorry für das stundenlange Warten am Flughafen unseretwegen.

Danach noch eine Runde über die Con – dass man, wenn man diese verlässt, nen Stempel abholen muss, um wieder rein zu dürfen, hatten wir auch mal so gar nicht mitbekommen. Aber wir durften trotzdem noch mal rein, nachdem der Orga-Mensch überprüft hatte, wann wir vorher rein und raus waren. Es leerte sich drinnen dann auch rapide, was immerhin nochmal Gelegenheit gab, an einigen Ständen noch mal in Ruhe zu stöbern. Nachdem ich mich am Tag vorher nicht so ganz durchringen konnte, 20 Euro für eine BB8-Tasse auszugeben, war ich dann frustriert genug, um sie mir doch noch zu kaufen (nachdem wir endlich den Stand wiedergefunden hatten).  Zusammen mit meinem neuen Darth Vader-Shirt waren die Einkäufe also sehr Star-Wars-lastig 🙂 . Irgendwann konnte ich aber auch wirklich nicht mehr laufen, so dass wir noch eine Weile auf der Wiese draußen gesessen und Cosplayer beobachtet haben. Dann noch ein kurzes Treffen mit den übrigen Air Berlin-Geschädigten, die sich inzwischen einen Mietwagen organisiert hatten. Und dann wars auch schon Zeit, das Gepäck abzuholen und durch die Security-Kontrolle zu gehen. Statt am Gate zu sitzen konnten wir dann immerhin in so nem Café-Dings noch die erste Halbzeit des Deutschland-Spiels schauen, ehe wir zum Boarding mussten. Der Heimflug mit EuroWings war dann auch pünktlich und sehr entspannt – jetzt müssen wir nur noch das Geld dafür wiederkriegen.

Insgesamt war es schon ein cooles Wochenende, aber doch ziemlich überschattet von dem ganzen Chaos und bei mir auch noch Migräne und zu wenig Schlaf. Insofern ist meine Beurteilung der Con vielleicht auch etwas getrübt. Insgesamt fand ich sie sehr gut organisiert – es gab viele Helfer, genügend Programmhefte mit den wichtigsten Infos, auch die Messemitarbeiter wussten übers Wichtigste Bescheid und man musste nirgendwo unangemessen lange warten. Die Panels in der Extra-Halle waren zwar noch mal ein zusätzlicher Kostenfaktor, aber irgendwie ist so ein gesonderter Raum doch etwas cooler als wenn allzuviel Chaos und Getöse drumrum ist, so wie es bei der GCC in Dortmund war. Kritikpunkte: Kein verfügbares Wlan und unglaublich überlastetes, nicht funktionsfähiges Handynetz – das führte zu unnötigen Suchaktionen der Mitbesucher. Auch der Cosplay-Wettbewerb war, siehe oben, verbesserungswürdig. Ansonsten sehe ich ehrlich gesagt keinen so riesigen Unterschied zwischen den beiden Cons – gerade so als reiner Besucherin, die einfach nur gucken, ein bisschen shoppen und vielleicht ein paar Schauspieler sehen will, waren beide Veranstaltungen sich doch recht ähnlich, wobei ich der GCC noch zugute halten will, dass die Veranstalter hoffentlich dazu gelernt haben und es nächstes Mal nicht wieder 90 Minuten Schlangestehen vorm Eingang geben wird.

Auf welche der German Comic Cons Germany ich wiede fahre, werde ich wohl a) von den Stargästen, b) der Erreichbartkeit und c) dem Rahmenprogramm (aka Bekannte und Freunde dort treffen und mit denen danach noch was machen) abhängig machen. Und generell dachte ich bei beiden Veranstaltungen, dass ein Tag auch gereicht hätte, also nächstes Mal werd ich vielleicht einfach nur einen Tag hinfahren.

Zum Schluss noch ein paar Fotos:

 

Ein Kommentar

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Mediengedöhns im Mai 2016

Bücher

Ich habe ein Buch beendet! Hallelujah! Und zwar witzigerweise keins von den schon ewig angefangenen, sondern die Autobiographie von Felicia Day: You’re never weird on the internet (almost). Der Buchtitel ist natürlich schon mal großartig. Ich habe das Buch in London gekauft und am Flughafen bzw. im Flugzeug auch schon fast vollständig durchgelesen, den Rest dann kurz danach im Park.

Das Buch liest sich aber auch superschnell weg. Man kann Felicia auch quasi im Kopf reden hören, es fängt ihren Tonfall und ihre Art zu sprechen nämlich sehr gut ein. Nun ist Felicia Day ja noch nicht so schrecklich alt – trotzdem ist die Schilderung ihres bisherigen Lebens absolut lesenswert. Von ihrer schrägen Kindheit (sie wurde zu Hause unterrichtet) über ihre ersten Kontakte mit Online-Communties, ihr Studium und ihre ersten Gehversuche in Hollywood bis hin zum Erfolg mit The Guild und Geek& Sundry. Dabei ist das Buch sehr ehrlich, eine ganze Ecke mehr, als ich das erwartet hätte. Felicia schreibt sehr offen darüber, wie sie 2 Jahre lang komplett in World of Warcraft versackt ist, wie schwer ihr das Schreiben manchmal fällt und wie sie sich mit Geek&Sundry so sehr übernommen hat, dass sie schwere gesundheitliche Probleme bekam. Insofern ist der Zeitpunkt des Buches auch irgendwo nachvollziehbar gewählt, denn als sie es geschrieben hat, hat sie sich erstmal eine Auszeit genommen um zu schauen, wie es jetzt weitergehen soll.

Das Buch liest sich absolut witzig und ist mit vielen lustigen Anekdoten und Fotos gespickt. Trotzdem hätte ich am Ende gerne die arme Felicia erstmal gründlich geknuddelt und ihr nen Kaffee ausgegeben. Es wird deutlich, dass man nicht von ungefähr und nicht ohne einen Preis dafür zu zahlen so bekannt und erfolgreich wird. Umso besser find ich es aber, dass diese Aspekte nicht verschwiegen werden und am Ende trotzdem das Gefühl überwiegt, etwas Tolles erreicht zu haben. Große Empfehlung für alle, die Felicia Day mögen – wer das noch nicht tut, wird es vermutlich nach der Lektüre des Buches aber auch.

Filme und Serien

In einem Monat war ich 2 Mal im Kino – unglaublich. Denn nach Civil War wollte ich dann doch auch X-Men Apocalypse sehen. Vorher hatte ich ein paar schlechte und ein paar mittelbegeisterte Kritiken gelesen. Tatsächlich kann ich die meisten Kritikpunkte auch nachvollziehen, trotzdem war ich irgendwie doch erstaunlich angetan und fühlte mich gut unterhalten. Obwohl der Plot eher doof war, der Spannungsbogen kaum vorhanden, die Charaktermotivatin so naja und der Bösewicht total platt und eine komplette Verschwendung von Oscar Isaac. Keine Ahnung, irgendwie bin ich mit null Erwartung ins Kino gegangen und fand den Film dann doch sehr okay. Sehr X-Men-ig, im Guten wie im Schlechten. Highlights waren für mich der Vorspann, die Quicksilverszene und Jean Grey, die von Sophie Turner echt gut gespielt wird. Der nächste Film dürfte trotzdem gern mal etwas von Schema F abweichen.

An Serien gabs zum einen Clone Wars Staffel 4 und 5 – irgendwie gucken sich die Staffeln immer schneller weg. Was daran liegen dürfte, dass die Qualität auch zugenommen hat und oft 3 oder 4 Folgen einen Storybogen bilden, so dass man dann doch motiviert ist, mehrere Folgen am Stück zu schauen. Ansonsten gilt immer noch, was ich schonmal dazu schrieb: Die Serie macht erstaunlich viel Spaß, trotz ihrer widrigen entwicklungshemmenden Verankertheit zwischen Episode 2 und 3. Ein paar der Folgen in Staffel 4 und 5 fand ich absolut genial, vor allem alles, was mit Dathomir zu tun hat. Oder mit Ahsoka. Hach, Ahsoka. So ein großartiger Charakter. Was mich etwas sehr annervt, ist ja, dass es in Staffel 5 drei absolut großartige Mandalore-Folgen gibt, die dann einfach so im luftleeren Raum enden und in der Serie auch (ich hab schon nachgeschaut) nicht wieder aufgegriffen werden. Gah. Generell merkt man halt, dass alles etwas zerstückelt ist und dass Staffel 5 auch die letzte hätte sein sollen. Die letzte Folge der Staffel hätte als (sehr bitteres) Serienfinale auch funktioniert, aber nun gibts ja doch noch Staffel 6 mit 13 Folgen (die durchaus bisher auch trotzdem wieder gut sind). Und dann kommt Rebels!

Kommen wir zu meiner immer noch liebsten aller Lieblingsserien: Agents of Shield! Nach der in meinen Augen grandiosen Staffel 2 war ich natürlich voller Erwartungen für Staffel 3, und diese wurden auch absolut erfüllt. Wieder war die Staffel so gestaltet, dass das Midseason-Finale genauso dramatisch ist wie das Staffelfinale anderer Serien. Es ist allerdings unheimlich schwer, über die Staffel zu schreiben, ohne zu spoilern … hm. Highlights waren für mich die Rückblicksfolge in Blau, die traurigste Zuprost-Szene aller Zeiten, dramatische Wissenschaftsliebeserklärungen, das Kreuzchen-wechsel-dich, dieser eine typische Whedon-Tod und natürlich die vielen Star Wars-Anspielungen. Kritikpunkte: So kurz vorm Finale wirkten einige Folgen doch etwas sehr gehetzt, was sich zum Glück im eigentlichen Finale dann wieder gegeben hat. Und: Wenn 2 meiner Lieblingscharaktere für ein anderes Serienprojekt rausgeschrieben werden, was dann doch nicht gedreht wird, ist das ein kleines bisschen scheiße. Ich hoffe ja immer noch, man schreibt sie einfach wieder zurück. Agents of Shield ist trotzdem noch meine allerliebste Lieblingsserie, ich hibbel jetzt schon auf Staffel 4 hin. Und es ist alles noch viel toller, wenn man die FEELS mit jemandem teilen kann 🙂 .

Nach Marvel kommt DC: Nach der Beschreibung „es ist wie Doctor Who meets Guardians of the Galaxy“ hab ich mir dann doch mal die 1. Staffel von Legends of Tomorrow angesehen. Spoiler: Es ist nicht wie Doctor Who – selbst die schlimmsten moffatschen Zeitverschwurbelungsdinge sind noch ein Ausmaß an Logik gegen diesen Plot. Ich glaube, ich hab noch keine Zeitreisen-Serie gesehen, die so derartig inkonsequent und wirr mit dem Zeitreisen umging. Achja, und der Bösewicht war auch … ätzend. Langweilig, irgendwie total übertrieben gespielt, schnarch. Und gleichzeitig, das ist jetzt das Skurrile, habe ich doch alle 16 Folgen geschaut, weil mir die Charaktere irgendwie sehr schnell sehr ans Herz gewachsen sind. Die fand ich irgendwie alle toll und interessant und die im Internet viel gescholtene Love Story fand ich ja auch echt süß (und traurig). Also tendenziell würde ich Staffel 2 auch gucken, aber ein biiiisschen mehr sinnvoller Plot und Stimmigkeit wäre dann schon toll. Immerhin kann ich jetzt die Marvel-oder-DC-Frage noch entschiedener mit „Marvel!“ beantworten, denn an eine der MCU-Serien kam Legends of Tomorrow bei Weitem nicht ran.

Dann war da noch die 9. Staffel The Big Bang Theroy … joah. Ich weiß manchmal auch nicht, wieso ich das noch gucke, es ist aber halt gut geeignet, um es zum Essen zu schauen, weil die Folgen nicht so lang sind und es auch nix macht, wenn man zwischendurch mal nicht hinschaut. Die Entwicklung der letzten Staffeln (mehr Beziehungsbla, weniger cooler Nerdkram) schreitet weiter fort, manche Folgen sind trotzdem noch witzig, manche aber einfach nur langweilig oder irgendwie fremdschäm-peinlich. Naja. Wieder so eine Serie, die ihren Zenit längst überschritten hat.

Absolute Empfehlung hingegen für Black Mirror – das ist jetzt komplett auf Netflix und ich habe die erste Staffel inzwischen gesehen. Die zweite noch nicht, ich spare mir das auch noch ein wenig auf, weil es insgesamt ja nur 7 Folgen von der Serie gibt. Außerdem kann man das eh nicht am Stück gucken, weil man … also, ich zumindest … danach erstmal ein bisschen rumdenken und das Gesehene verarbeiten muss. Black Mirror beschäftigt sich, grob gesagt, mit der Schattenseite moderner Medienkultur – wobei die drei Folgen, die ich bisher gesehen habe, das großteils noch ein wenig weiterspinnen. So gibt es in der 3. Folge, „The entire history of you“, z. B. einen Chip, den jeder Mensch implantiert hat und der quasi permanent alles filmt und abspeichert, was derjenige sieht und hört. Das kann man dann jederzeit zurückspulen und sich nochmal ansehen und ranzoomen und in Zeitlupe und so weiter. Das fand ich schon eine sehr creepy Idee. Auch die anderen Folgen sind ähnlich beunruhigend, weil sie halt meist was auf die Spitze treiben, was an sich so als Phänomen schon in unserer Realität vorhanden ist. Sehr gute Serie jedenfalls. Also guckt das mal alle!

Spiele

Ich spiele so rein theoretisch immer noch Fallout 4, praktisch hab ich den ganzen Monat vielleicht 10 Stunden gespielt. Irgendwie bin ich grad zwar an einem recht spannenden Punkt in der Story angekommen, gleichzeitig ist aber alles schon ein bisschen sehr groß und sehr zerfasert und ich will zwar immer mit der Mainquest oder den Companionquests weitermachen, renne dann doch 2 Stunden durch irgendwelche beliebigen Gebäude oder baue an einer Siedlung rum und hab dann wenig Lust mehr. Meh. Aber eigentlich will ich halt schon weiterspielen und nicht mittendrin was anderes anfangen. Das nächste Spiel, was ich danach anfange, wird aber auf jeden Fall etwas storyorientierter.

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Mediengedöhns: Aktualisierender Rundumschlag

Hngh, irgendwie hat das mit dem regelmäßigen Schreiben von Medienkonsum-Blogeinträgen nicht so geklappt. Okay, das liegt wohl am Ausnahmezustand der letzten Wochen, da war bloggen eh nicht so wirklich drin. Aber eigentlich möchte ich natürlich schon damit weitermachen, nur ist es jetzt so, dass sich eine irrwitzige Menge zu beurteilenden Serien angestaut hat, die ich offensichtlich irgendwie in letzter Zeit gesehen habe. Wobei natürlich auch einige dabei sind, die letzten Oktober angelaufen sind, wo die Staffel aber nunmal bis Ende Mai oder so ging.

Deswegen gibt es jetzt einen Rundumschlag über alles, was ich seit Februar so zu Ende geschaut habe und das nächste Mal wirds hoffentlich wieder kürzer und dafür ausführlicher zu den einzelnen Punkten.

Also auf:

Bücher

Tatsächlich lese ich gerade so gut wie gar nicht, maximal mal ein paar Seiten in der Bahn oder so. Allerdings habe ich festgestellt, dass es sehr toll ist, am freien Freitag im Park zu sitzen und zu lesen. Dort hab ich inzwischen auch das halbe „Summer Knight“ von Jim Butcher durchgelesen, aber da die letzten freien Freitage gar nicht frei waren oder mit anderen Dingen verbracht wurden, bin ich immer noch nicht fertig. Insofern ist das letzte gelesene Buch dann immer noch „Die Geister des Landes 3“, und das habe ich ja schon ausführlich rezensiert.

Filme und Serien

Seit Februar habe ich tatsächlich nur einen Film gesehen, nämlich Avengers – Age of Ultron. Diesmal sogar strategisch an der richtigen Stelle, nämlich zwischen Folge 19 und 20 der 2. Agents of Shield-Staffel. Was nett war, weil es ein schönes Lead-in in AoS gab und noch so ein bisschen Hintergrunderklärdinge, letzten Endes kann man aber auch beides gut getrennt voneinander sehen, behaupte ich mal. Da war der Twist in Staffel 1 von AoS, der in The Winter Soldier erfolgte, schon einflussreicher. Anyhoo. Age of Ultron also. Ich fand ihn gut. War spannend, unterhaltsam, viele witzige Momente, trotzdem nicht zu albern. Die von Scarlet Witch ausgelösten Visionen vermittelten den Charakteren durchaus Tiefgang, auch wenn das natürlich immer noch ein Marvelblockbuster ist und kein Charakterdrama. Tendenziell mag ich glaub ich trotzdem Avengers 1 lieber, weil ich einfach auf diese „das Team muss sich zusammenraufen“-Geschichten stehe (und es im Gegensatz zu Teil 2 darin Loki und Agent Coulson gibt). Trotzdem ein guter Film, ich mochte auch die neuen Charaktere, ich bin durchaus ein Fan davon, wer da mit wem so mehr oder weniger zusammen ist und ich freu mich auf den nächsten Film des MCU. Wobei es mich ja total nervt, dass in Civil War anscheinend Spiderman auftauchen soll, was daran liegt, dass ich von der Figur nur den unerträglich doofen Film mit Tobey Mcguire kenne und Spiderman deshalb blöd finde. Aber ich warte es ab.

So. Das war der kurze Teil. Kommen wir zu Serien, oh so vielen Serien …

Girls Staffel 4 –  Ich finde die Serie auch in Staffel 4 immer noch gut. Das liegt vor allem daran, dass ich keine andere Serie kenne, die den Zuschauer weniger manipuliert. In ganz vielen Szenen wird einfach draufgehalten, es gibt lange Dialoge, lange Szenen, die andere Serien abkürzen würden, es gibt so gut wie nie irgendwelche untermalende Musik, die ein bestimmtes Gefühl auslösen soll und es wird auch nie eine Figur als besonders toll oder besonders arschig hingestellt. Man kann sich als Zuschauer immer selber überlegen, wen man jetzt sympathisch findet oder auch nicht. Das fasziniert mich auch nach 4 Staffeln noch.

Modern Family Staffel 4 + 5 – Nach wie vor die beste neuere Comedyserie, die ich kenne. Auch diese beiden Staffeln sind wieder sehr herzlich, lustig, unterhaltsam und schön. Und es gibt eine Heiratsantragsszene, die ich so rührend und perfekt fand, dass ich 15 Minuten lang vor Freude geweint habe. Ja, so ist das.

Unbreakable Kimmy Schmidt – Na ja. Trotz wahnsinnig sympathischer Hauptfigur nach 10 von 13 Folgen abgebrochen. Die Folgen waren manchmal ganz lustig, meistens aber entweder langweilig oder mit ganz schlimmem Fremdschämhumor gespickt. Nicht mein Fall, auch wenns von Tina Fey ist – dann guck ich wohl doch lieber irgendwann 30 Rock zu Ende.

Person of Interest Season 1 + 2 – Eine Serie, die ich bis vor kurzem noch gar nicht kannte, allerdings wurde sie dann von mehreren Leuten empfohlen und sie war auf Netflix verfügbar … da konnte ich natürlich nicht widerstehen. In Person of Interest geht es um einen genialen Computermenschenmilliardär, der eine Maschine gebaut hat, die Verbrechen voraussieht und ihrem Benutzer dann eine Sozialversicherungsnummer ausspuckt, die entweder zum Opfer oder zum Täter des Verbrechens gehört. Eine clevere Idee, denn so ist oft erstmal die Aufgabe der Ermittler, rauszufinden, ob die Person of Interest nun Opfer oder Täter ist. Neben dem erwähnten Milliardär Finch (gespielt vom wunderbaren Michael Emerson, bekannt als Benjamin Linus aus Lost) besteht das Team aus John Reese, einem Ex-Militär-Ex-CIA-Einsatzprofi, der auf schon fast absurde Weise nahezu alles kann, was in der Serie aber auch immer mit einem Augenzwinkern behandelt wird, sowie zwei von den beiden eingespannten Polizisten, später kommen noch zwei weitere Figuren dazu, aber das würde jetzt zu weit führen. Die Fälle sind meistens gut gemacht und auch gut recherchiert, die nur in einer Folge auftauchenden Personen haben oft erstaunlich viel Charakter und Profil und die Hauptfiguren mag ich auch alle. Die Serie geht relativ Case-of-the-week-mäßig los, verrät dabei aber in Rückblenden mehr zu den Hauptcharakteren und wird dann zunehmend auch weniger episodenhaft. Dabei laufen fast immer mehrere Handlungsstränge parallel mit, es geht um Mafiabosse, korrupte Polizisten, die Geschichte hinter der Maschine … das alles wird sehr gekonnt immer wieder aufgegriffen und miteinander verknüpft. Die Charaktere sind allesamt interessant, die Schauspieler gut, es ist spannend und die Art und Weise, wie es gefilmt ist – man blickt als Zuschauer immer wieder durch die „Augen“ diverser Überwachungskameras – ist auch cool. Insgesamt große Empfehlung. Ich bin jetzt schon in Staffel 3 und das Midseasonfinale war unglaublich gut.

Nashville Staffel 1+2  – Was soll ich sagen. Ohne jemals in meinem Leben ein Fan von Countrymusik gewesen zu sein, hab ich mir aus Neugier mal die erste Folge der Serie angeschaut und bin ihr sofort verfallen gewesen. Ist jetzt wirklich eher eine seichte Serie, in der es halt um verschiedene Countrymusiker geht, die an ihrer Karriere feilen. Es gibt viel (Liebes)-Drama und viel Musik, wobei mir die Lieder meistens tatsächlich ziemlich gut gefallen. Auch hier machen die Schauspieler ihre Sache ziemlich gut und obwohl es halt wirklich viele Wendungen und „wer mit wem“-Dinge gibt, gleitet es nicht total auf Soapniveau ab.

Daredevil – Die erste von mehreren Marvelserien, die von Netflix produziert werden, da musste ich natürlich gleich reinschauen. Es ist quasi mal wieder eine Origin Story, die erzählt, wie Matt Murdock zu Daredevil wird. Am Anfang gibt es also Matt Murdock, den blinden Anwalt mit übermenschlicher Sinneswahrnehmung, der des Nachts schwarz maskiert Bösewichte vermöppt und versucht, sein Viertel Hell’s Kitchen ein bisschen besser zu machen. Es geht um Armut, um Gentrifizierung, um ein Verbrecherkartell, das im Hintergund die Fäden zieht, angeführt von Wilson Fisk, der gerne weiße Tapete anstarrt und später als Kingpin bekannt werden wird. Die Serie unterscheidet sich doch ziemlich von anderen Comicverfilmungen, über große Teile der Staffel könnte es auch einfach eine sehr düstere Anwaltsserie sein. Bis auf Matts Fähigkeiten gibt es kaum übernatürliche Phänomene. Das hat mir gut gefallen, zumal wirklich viel Platz für die Entwicklung von Matt Murdock zu Daredevil gelassen wird und auch die Nebencharaktere und -handlungen mir gut gefallen haben. Gerade die Dynamik zwischen Matt und seinem Partner Foggy ist super. Und eins muss ja mal gesagt sein: Netflix-Serien haben eigentlich immer (okay, fast immer, siehe unten) einen richtig, richtig geilen Vorspann. Das finde ich toll, ich liebe gut gemachte Opening Credits und fand den Trend, lieber nur noch kurz den Seriennamen einzublenden, äußerst bedauerlich. So, zurück zu Daredevil: Weniger gut fand ich das Finale. Das war so vorhersehbar und klischeehaft, das hat mir echt nicht gefallen,  zumal es diverse Logiglücken hatte. Und obwohl es eigentlich nur eine Staffel geben sollte, kommt nun doch eine zweite, das kann gut oder schlecht sein, mal schauen. Insgesamt jedenfalls ne gute Sache, wenn auch noch mit Luft nach oben.

Vikings Staffel 3 – Eigentlich bin ich ja echt ein Fan der Serie, auch und gerade wegen der oft langsamen, untypischen, nicht dramaturgisch durchgestylten Erzählweise. Aber diese Staffel hat das echt übertrieben. Die Wikinger greifen in dieser Staffel Paris an, das passiert aber erst in den letzten 4 Folgen, davor gibt es superlangweilige Szenen in Wessex und noch viel langweiligere Szenen im heimischen Kattegatt. Da war zwar mal die ein oder andere gute Sache bei, aber generell hat es mich genervt. Der Angriff auf Paris is dann eigentlich ganz geil, wird aber viel zu hastig erzählt, weil vorher ja 6 Folgen lang ödes Rumgeümmel gezeigt werden musste. Und der letztendliche Kniff in der letzten Folge … naja. Fand ich etwas doof. Insgesamt zwar noch unterhaltsam, aber die ersten beiden Staffeln waren besser.

The Musketeers Staffel 2 – Nachdem die BBC-Musketierserie mich letztes Jahr positiv überrascht hatte, fand ich Staffel 2 zu großen Teilen enttäuschend. Staffel 1 war mit viel Humor, Augenzwinkern und Action inszeniert, was sehr gut funktioniert hat und die wenigen ernsteren Momente umso besser machte. In Staffel 2 versucht man sich am staffelüberspannenden Drama-Handlungsbogen um Queen Anne und einen irgendwie sehr inkonsistenten Rochefort, der innerhalb von 5 Minuten dreimal zwischen eiskalter Killer und weinerlicher Verrückter hin- und herwechselt. Neeee, das war nix. Trotz der einen richtig guten Folge (die „Western“-Folge in Athos‘ Dorf) und ein paar coolen Szenen eher nicht so meins. Hoffentlich wird die nächste Staffel wieder besser.

Better call Saul – Natürlich musste ich das gucken, schließlich hab ich Breaking Bad geliebt. Hier nun also sowas ähnliches wie ein Sequel, das sich um den Werdegang des korrupten Anwalts Saul Goodman dreht. Dieser trägt zu Anfang der Serie noch seinen bürgerlichen Namen Jimmy McGill und wurschtelt sich mühsam durchs Leben, weil er als Neueinsteiger-Anwalt keine Kundschaft hat. Er hat sein Büro/Schlafzimmer in einem Hinterzimmer eines Nagelstudios, fährt eine Schrottkarre und versucht irgendwie Mandanten zu gewinnen, während der sich nebenher um seinen kranken Bruder kümmert (der ebenfalls Anwalt ist, allerdings Teilhaber an einer riesigen Anwaltsfirma. Jetzt allerdings hat er eine Krankheit, bei der er sich einbildet, von elektronischer Strahlung schlimme Schmerzen zu haben, weswegen er sich in seinem Haus einigelt.). Jimmy ist eine tragisch-komische Figur, die verzweifelt ihren Platz im Leben sucht und immer wieder dabei scheitert. Dabei ist die Serie aber weitaus weniger düster als Breaking Bad (und ich kenne auch Leute, die BB nicht mögen, BCS aber schon). Genauso gut wie in BB sind allerdings die Schauspieler, die Musik und die Art und Weise, wie die Serie gefilmt ist. Neben Saul/Jimmy selber gibt es an alten Bekannten noch Drogendealer Tuco, mit dem Walter White damals die ersten Meth-Deals machte, und natürlich Mike Ehrmanntraut, der für jede Menge komische Momente, aber auch für die düsterste und traurigste Folge der Staffel sorgt. Insgesamt hat mir die erste Staffel sehr gut gefallen und ich freu mich auf Staffel 2.

Agents of Shield Staffel 2 – Tja, was soll ich sagen. Eine meiner neuen Lieblingsserien. Wo Staffel 1 noch sehr holprig anlief und erst im letzten Drittel richtig gut wurde, überzeugt mich Staffel 2 von Anfang an komplett. Die Staffelhandlung, die Charaktere, die dramatischen und die witzigen Momente … für mich stimmt hier einfach alles. Die Charaktere aus Staffel 1 entwickeln sich toll und konsequent weiter, es gibt drei neue Teammitglieder, die ich auch sehr schnell ins Herz geschlossen habe, sowie zahlreiche weitere gute Nebencharaktere. Das Finale zur Hälfte der Staffel war so unglaublich spannend und ereignisreich, dass ich lange das Gefühl hatte, dass jetzt eigentlich schon Staffel 3 anfangen müsste, weil es sich so nach Staffelfinale angefühlt hat. Versteht mich nicht falsch, es ist immer noch eine Marvel-Verfilmung, es gibt immer noch coole Sprüche, technische Gadgets und viele Actionszenen, das ist hier jetzt nicht auf einmal ein langsam erzähltes Drama mit Rust-Cole-Gedächtnismonologen. Aber das, was die Serie macht, macht sie verdammt gut, mit vielen spannenden Szenen, einem gut geschriebenen Plot, tollen Charakteren, mit denen ich mitfühlen kann und immer wieder dem ein oder anderen guten Gag. Ich kanns gar nicht erwarten, dass Staffel 3 losgeht.

Game of Thrones Staffel 5 – Ach, darüber könnte ich jetzt vermutlich einen eigenen Eintrag schreiben. Gesamteindruck: Durchwachsen, sehr durchwachsen. Teilweise überraschend gut (Hardhome, Braavos), teilweise erschreckend schlecht (Dorne!!). Die Veränderungen gegenüber den Büchern sind teilweise sinnvoll, teilweise komplett bescheuert. Ausstattung, Cast und Optik sind natürlich weiterhin toll, aber ich war doch eher underwhelmed. Letztendlich war ich fast froh, dass die Staffel rum ist, vor allem aber, weil Game of Thrones immer so ein auf all meinen Medienkanälen reichlich (und oft unnötig aggressiv) diskutiertes Ding ist und mich das irgendwann echt angestrengt hat.

Grace and Frankie Staffel 1 – Schon wieder eine Netflix-Serie. Die bisherigen waren aber auch oft so gut, dass ich wenigstens mal reinschaue, wenn es eine neue Eigenproduktion bei Netflix gibt. Bei Grace and Frankie steht eine Altergruppe im Mittelpunkt, die sonst medial meist gar nicht oder nur als lustiger Sidekick auftaucht: Menschen im Rentenalter. Grace und Frankie, zwei sehr unterschiedliche Frauen, kennen sich über ihre Ehemänner, die gut befreundet und Arbeitskollegen sind. In der ersten Szene der Serie teilen die beiden Ehemänner mit, dass sie in Wahrheit seit 20 Jahren ein Paar sind und sich nun von den Ehefrauen trennen, damit sie nun, wo endlich das Gesetz geändert wurde, heiraten können. Die beiden zurückgelassenen Ehefrauen bilden eine WG im Strandhaus, das beiden Familien zusammen gehört und versuchen irgendwie mit der  Situation klarzukommen. Die Serie ist mit sehr bekannten Schauspielern besetzt, die ihre Sache auch sehr gut machen. Neben den beiden Ex-Ehepaaren gibt es noch deren Kinder sowie einige weitere Nebenfiguren. Obwohl Grace and Frankie oft als Comedy-Serie beworben wird, gibt es viele Momente, die traurig oder bedrückend sind. Ich würde es insgesamt eher Dramedy nennen. Gerade das Finale der Staffel hat mich mit einem ziemlichen Kloß im Hals zurückgelassen. Trotzdem gibt es auch viele sehr lustige oder rührende Momente. Insgesamt eine wirklich tolle Serie, die mal Einblick in einen ganz anderen Lebensabschnitt gibt (z. B. trifft man sich statt auf Partys oder Hochzeiten auf einer Beerdigung, kämpft mit der modernen Technik oder fürchtet eine gebrochene Hüfte), mit sehr sympathischen Charakteren. Sehr zu empfehlen.

Orphan Black Staffel 3 – Wie auch die vorherigen Staffeln lebt Staffel 3 von der fantastischen Hauptdarstellerin, die auch diesmal wieder dafür sorgt, dass ich die Serie gern weiterverfolgt habe. Storymäßig eiert die Serie leider so ein wenig vor sich hin. Es macht fast den Eindruck, als hätten die Macher nie damit gerechnet, mehr als eine Staffel drehen zu können. So ist die Handlung zwischendurch reichlich wirr, man weiß nicht so richtig, was das Ganze soll und nach 10 Folgen ist man storymäßig zwar irgendwie weiter, aber so richtig viel Entwicklung gab es immer noch nicht. Seit drei Staffeln sind halt irgendwelche bösen Firmen und Regierungstypen hinter den Hauptfiguren her, die aber recht austauschbar erscheinen. Langsam hab ich auch keinen Überblick mehr, welche Firma hinter welcher steckt und wer nun wieder wen warum kontrollieren kann. Für die bereits angekündigte vierte Staffel würde ich mir mal was anderes an Handlung wünschen – Spaß macht die Serie wegen der sympathischen Charaktere und der großartigen Tatiana Maslany nämlich durchaus noch.

Orange ist the new Black Staffel 3 – Was soll ich sagen: Das wirklich Einzige, das ich an dieser Serie bemängeln kann, ist, dass es nur 13 Folgen pro Jahr gibt. Genial geschrieben, großartige, vielschichte, vielseitige Charaktere, toll gespielt, gedreht und musikalisch unterlegt, und im Finale werden immer absolut genial alle Fäden der Staffel zusammengeführt. Die Finalszene mit dem See war so schön, ich hab geheult. Und dazu kommen noch aktuelle Themen wie die unsäglichen Bedingungen in privatisierten Gefängnissen – ohne, dass sich das jemals nach moralischem Zeigefinger anfühlt. Orange is the new Black ist einfach nur ganz große Liebe.

How I met your mother, Staffel 8 + 9 – Nachdem ich aus der Serie ja irgendwann ausgestiegen war, weil es mir alles zu langwierig und zu blöd wurde, hab ich sie, nachdem alle Staffeln nun auf Netflix sind, nun doch mal zu Ende geschaut. Joah. Es gab noch ein paar schöne Momente, das Ende ist allerdings wirklich so unterirdisch scheiße, dass mir das die ganze Serie verleidet.

Supernatural Staffel 10 – An sich ne gute Staffel mit einer grandiosen 200. Folge, das Finale fand ich allerdings blöd, weil die Ereignisse darin einfach eher hätten vorbereitet werden müssen. Außerdem gab es in der Staffel gleich zwei magische Phänomene, mit denen Dean das Kainsmal vielleicht hätte loswerden können, die aber nie untersucht wurden, weil man stattdessen lieber mal wieder das superriskante Ritual of doom durchführen musste. Sowas mag ich ja gar nicht. Aber naja. Mal sehen, was Staffel 11 so bringt.

Sense 8 – Nachdem ich nun die Netflix-Eigenproduktionen so gelobt habe: Sense 8 ist irgendwie einfach nur eine riesengroße Seifenblase mit schöner Optik, aber ohne Inhalt. Zumindestens in den ersten 7 Folgen, danach hab ich aufgegeben. Die Charaktere wirken wie am Reißbrett entworfen und reichlich klischeehaft, in den Folgen passiert 45 Minuten lang eher so gar nix, bevor dann in den letzten 5 Minuten was Spannendes und ein Cliffhanger kommt, damit man dranbleibt. Dass das alles so total international und weltumspannend sein soll und dann alle Englisch mit Klischeeakzent sprechen, hat der Sache auch nicht weitergeholfen. Und auch wenn Optik und Musik wirklich schön sind (und Freema Agyeman umwerfend aussieht) – nee, das is irgendwie nix. Falls mir arg langweilig ist, guck ich die Staffel vielleicht noch zu Ende, aber viel Bock drauf hab ich aktuell nicht. Und: Der Vorspann ist genauso öde wie die Serie.

Spiele

Ich bin nun endlich fertig mit Dragon Age: Inquistion und spiele gerade den zweiten Durchgang. Aber das kommt eher in einen eigenen Blogartikel, bevor dieser hier noch länger wird.

So, uff. Das wars. Jetzt hab ich doch mehr geschrieben als ich wollte, aber nun ja. Liest das überhaupt irgendwer? Ich weiß es nicht. Nächstes Mal dann hoffentlich wieder im kürzeren Abstand und mit weniger vielen Serien.

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Mediengedöhns: Februar 2015

Ich folge mal dem guten Vorsatz, das letztens konsumierte Medienzeuch diesmal schon nach einem Monat zu verbloggen, damit es nicht wieder so ein laaaaaanger Eintrag wird. Diesmal gibt es aber auch gar nicht so viel zu erzählen, was jetzt weniger daran liegt, dass der Februar nur 28 Tage hat, sondern mehr daran, dass ich Serien ja immer erst nach Ende einer Staffel bewerte und im Februar wenig zu Ende geschaut wurde.

Bücher

Wie ich ja neulich schon schrob, habe ich nun doch mal die Hunger Games-Trilogie von Suzanne Collins gelesen. Achtung, ich spoiler jetzt hier voll rum und verrate, wie die Trilogie ausgeht und so! Nachdem ich vorher eigentlich nur „Young adult-Kram mit Love Triangle“ damit in Verbindung gebracht habe, hat mich der erste Band doch erstmal positiv überrascht. Die dystopische Welt ist erst einmal interessant, auch wenn sie schon aus diversen Versatzstücken zusammengeklaut ist. Über die Namensgebung (Wer bitte nennt seinen Staat „Brot“?) lache ich immer noch, auch die Namen mancher Personen (Romulus Thread? Castor und Pollux? Seriously??) sind eher dämlich-lustig als gut überlegt. Aber insgesamt geht es schonmal ganz unterhaltsam los, die Geschehnisse sind interessant und Katniss als Erzählfigur funktioniert auch gut, zumal die Autorin auch gar nicht in die Verlegenheit kommt, mehr über die Welt schreiben zu müssen, als eine 16-jährige vom Arsch der Welt eben weiß. Tatsächlich war ich bemerkenswert unverspoilert und fand den Ablauf der Spiele und der Vorbereitungen dazu schon recht spannend. Die medial inszenierte Liebesgeschichte fand ich auch gar nicht so schlecht als Idee, es war nur ein wenig nervig, dass die Hauptfigur mal wieder überhaupt nicht merkt, dass das für Peeta nicht nur Show ist. Generell, und das gilt für alle drei Bände, geht mir diese Ahnungslosigkeit von weiblichen Hauptcharakteren so auf den Zeiger. Einerseits, was die Lebenserfahrung angeht – Katniss ist 16 und hat natürlich noch niiiiiie einen Jungen auch nur geküsst. Echt mal, ist das irgendwie Voraussetzung für die Protagonisten von YA-Literatur? Wäre eine Figur unbrauchbar, die wenigstens schonmal geknutscht hat? Ehrlich mal – immer, wenn ich sowas lese, möchte ich ein YA-Buch schreiben, dessen Heldin eine 17-jährige Teenagermutter aus Paderborn ist. Hngh. Aber auch Katniss‘ ewiges Nixchecken von … allem fand ich anstrengend. Ehrlich, gegen Katniss ist der Harry Potter aus Band 5 noch ein Quell der Einsicht und Empathie.

Band 2, Catching Fire, fand ich dann schon etwas schwächer, vor allem am Anfang. Irgendwie eiert Collins da gefühlt ziemlich herum, bis sie dann endlich wieder zu den Hungerspielen zurückkehren kann. Diese zweiten Spiele finde ich zwar einerseits durch die spannenderen Teilnehmer ganz cool, andererseits wirkt es schon ein bisschen so, als ob es keine bessere Idee für den zweiten Band gab als ein Revival der Spiele. Eigentlich ist ja während der zweiten Spiele die Revolution schon halb im Gange, aber das geht an Katniss natürlich komplett vorbei. Der 3. Band, Mockingjay, hat mich dann eigentlich gar nicht mehr überzeugt. Ich wollte natürlich schon noch wissen, wie es ausgeht und hab das Buch auch zu Ende gelesen, aber gut fand ich es nicht. Grundsätzlich ist es zwar eine gute Idee, zu zeigen, dass Katniss unter den Ereignissen leidet, aber insgesamt ist das doch sehr inkonsequent. Im einen Moment ist sie am Boden zerstört, im nächsten macht sie spontan wieder irgendwas ganz tolles, natürlich ohne es zu merken, weil sie ja gar nicht weiß, was für eine tolle Wirkung sie auf andere Menschen hat. Zwischen diesen beiden Extremen schwankt es ständig hin und her, auch wenn es immer noch einen und noch einen Rückschlag für Katniss gibt, so dass ich mich irgendwann gefragt habe, wieso sie überhaupt noch irgendwie weitermacht. Zumal auch weder ihre Familie noch ihre Freunde noch die Verantwortlichen aus District 13 irgendwie die Notwendigkeit sehen, ihr mal wirklich zu helfen, statt sie immer nur für die nächste Propagandamaßnahme aufzupäppeln. Währenddessen läuft die Revolution so vor sich hin. Mehrfach gibt es spannende Dinge, die man nur erfährt, weil jemand Katniss nachher erzählt, wie die Sache ausgegangen ist (z. b. die Befreiung von Peeta). Spätestens da funktioniert die Perspektive irgendwie nicht mehr. Naja, und das Finale … der Tod von Prim war meiner Meinung nach einfach dämlich und effekthascherisch. Katniss war vorher schon am Ende und dass die Rebellen genauso skrupellos sind wie das Capitol war vorher auch schon klar. Auf wen Katniss den letzten Pfeil des  Krieges schießen wird, war auch keine Überraschung, das habe ich genauso kommen sehen. Und das Ende … es ist nich ganz so sehr aufs Papier gekotzter Regenbogenzuckerguss wie der Epilog von Harry Potter, da weniger ausgewalzt, aber ähnlich blöd. Wenigstens musste ich nicht noch lesen, dass die Kinder von Katniss und Peeta Rue-Prim und Finnick-Cinna heißen. Trotzdem fand ich den Epilog ziemlich dämlich – aus der völlig traumatisierten und zerstörten Katniss wurde natürlich eine glückliche Ehefrau und Mutter. Würg. Und natürlich erfährt man nix darüber, wie es Panem denn in den 20 Jahren, die seit dem Ende der Revolution ins Land gegangen sind, denn nun erging. Aber Hauptsache, die Liebesgeschichte wurde aufgelöst. Yeah.

Nun ja, nun kenn ich die Trilogie halt auch. Aber Begeisterung sieht dann doch anders aus. Wobei, zugegeben, mit 16 hätt ich es vermutlich toll gefunden.

Filme und Serien

Natürlich musste ich mir nach der Lektüre des Buches aus den ersten Hunger Games-Film reinziehen. Ich fand ihn auch ganz gut gemacht, wenn natürlich, wie viele Buchverfilmungen, doch sehr gehetzt erzählt. Aber das Wichtigste kam schon rüber, der Herr Mitbewohner, der das Buch nicht kennt, konnte auch allem soweit folgen. Jennifer Lawrence spielt die Katniss wirklich gut und macht sie sogar sympathischer als die Buchfigur. Und die zusätzliche Erzählebene in der Schaltzentrale der Spielemacher fand ich auch sehr gut gemacht. Insgesamt schon sehr unterhaltsam, mal sehen, ob die anderen Filme im Vergleich zum Buch größere Änderungen vornehmen (was ich grundsätzlich durchaus begrüßen würde).

Eine einzig abgeschlosse Serienstaffel gab es im Februar, nämlich Mavel’s Agent Carter. Genau, Peggy Carter aus Captain America hat ihre eigene Mini-Serie bekommen, die mit 8 Folgen als „Lückenfüller“ in der Pause von Agents of SHIELD lief. Wobei Lückenfüller jetzt so negativ klingt, deshalb auch in Anführungszeichen. Ich fand die Serie nämlich ziemlich gut. Sie spielt 1946 und thematisiert die Arbeit des SSR nach dem Ende des 2. Weltkrieges und dem Sieg über Hydra und Red Skull. Eins der Hauptthemen der Serie ist der Umgang mit Frauen zu der Zeit, denn obwohl Peggy Carter im Krieg an der Front gekämpft hat, wird sie jetzt zum Kaffeekochen und Akten ablegen verdonnert und ihre Fähigkeiten werden ignoriert. Der Sexismus in der Serie ist schon allgegenwärtig und springt einem vor allem in den ersten Folgen regelrecht ins Gesicht. Aber das fand ich sehr gut, denn es wäre albern gewesen, das zu beschönigen. Außerdem kann sich Peggy im Lauf der 8 Folgen dann durchaus vor ihren Kollegen beweisen und selbige bleiben auch nicht ewig auf ihrem Standpunkt, dass Frauen nix draufhaben. Man wünscht sich fast, im echten Leben wäre es auch so einfach. Aber anyhoo, es gibt natürlich auch ne Handlung. Ohne zu viel verraten zu wollen: Es geht darum, dass Howard Stark als Verräter vom SSR gesucht wird, weil diverse seiner Erfindungen verschwunden sind und bei sonstwem landen könnten. Stark muss außer Landes fliehen und bittet Peggy, seine Unschuld zu beweisen, so dass sie gezwungen ist, gegen ihre eigenen Kollegen vorzugehen. Wie schon gesagt hat mir die Miniserie gut gefallen. Die Stimmung der 40er Jahre kommt gut rüber, die Geschichte ist recht spannend und hat auch die ein oder andere unerwartete Wendung. Außerdem ist Peggy Carter (großartig gespielt von Hailey Atwell) einfach eine verdammt coole Socke, die sich einerseits durch nichts unterkriegen lässt und der man andererseits die Trauer um Steve Rogers immer noch sehr anmerkt. Mein Lieblingsdetail war übrigens, dass sie auf ihrer Kommode ein Bild von Steve stehen hat, dass ihn vor seiner Verwandlung in Captain America zeigt. Insgesamt jedenfalls eine sehr feine Sache – mal sehen, ob es noch eine zweite Staffel gibt oder ob es im nächsten Agents of Shield-Hiatus eine andere Miniserie aus dem Marveluniversum gibt. Ich fände beides gut.

Spiele

Nach DA:Origins habe ich noch das recht umfangreiche DLC Dragon Age: Awakening gespielt. Darin spielt man den Kommandanten einer Warden-Festung, der sich damit herumschlagen muss, dass nach dem eigentlichen Ende der Blight in Origins trotzdem noch intelligent agierende Darkspawn das Land unsicher machen. Im Gegensatz zu den übrigen Spielen fängt man nicht bei Level 1, sondern gleich bei Level 18 (glaub ich) an (theoretisch kann man auch den eigenen Warden aus Origins weiterspielen, aber das ging bei mir nicht). Hab mir dann einen elfischen Magier gebaut. Ich fand es ganz cool, dass man insofern noch ein paar Möglichkeiten erschließen konnte, die man sonst nicht hat. Die Story ist auch ganz okay, wenn auch diesmal eher auf Kampf und strategische Dinge (man kann z. B. die Festung verbessern oder Zutaten für Granaten sammeln) ausgelegt. Es gibt aber auch wieder viele ganz nette Nebenquests. Bei den Companions ist mit Oghren ein alter Bekannter aus Origins dabei, ansonsten sind es neue Leute. Allerdings haben einige Bekannte aus Origins einen Gastauftritt. Am besten fand ich glaub ich Justice, weil die Idee halt sehr originell ist, aber auch Anders ist recht cool, nur halt doch sehr anders als in DA2. Insgesamt hat der DLC jedenfalls Spaß gemacht, mich aber nicht so sehr mitgerissen wie Origins, weil die Geschichte auch sehr viel weniger persönlich ist.

Inzwischen hab ich nun auch endlich Inqusition angefangen, war am Anfang etwas underwhelmed, find es jetzt inzwischen aber doch recht shiny. Aber dazu mehr, wenn ich durch bin. Also so im Mai oder so …

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