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Mediengedöhns im Januar 2019

Huch, da war der erste Monat des Jahres schon wieder vorbei. Also dann auf zu den konsumierten Medien!

Gelesen

Tatsächlich endlich das Buch beendet, das ich um Weihnachten rum angefangen hatte (und seitdem kein neues aufgeschlagen, weil Sträss. Grrr.) Gelesen hab ich Zoo City von Lauren Beukes. Es hat mir sehr gut gefallen – Urban Fantasy mit einem faszinierenden Setting, einer saucoolen Protagonistin und toller Sprache. Es ist fast ein bisschen schwer darüber zu schreiben, ohne etwas zu spoilern, weil der Roman seine Hintergrundwelt der Leserin erst ganz langsam offenbart, teils in der Geschichte selbst, teils in Einschüben wie fiktiven Drehbüchern, Filmreviews und Interviews. Ganz grob gesagt geht es darum, dass die Story zwar in unserer Welt spielt, allerdings aus nicht ganz klaren Gründen Personen, die Schuld auf sich geladen haben, kurz nach der Tat Gesellschaft von einem Tier bekommen, mit dem sie eine Art telepathische Verbindung haben. Von dem können sie sich auch aus Gründen (TM) nicht ohne weiteres trennen. Dafür bekommen sie aber übernatürliche Fähigkeiten. Diese Personen, meist Zoos oder Animalled genannt, sind in den meisten Ländern von der Gesellschaft ausgestoßen und leben unter sich, auch wenn sie hin und wieder wegen ihrer Fähigkeiten oder für ein „exotisches Flair“ auch mal von den besser gestellten Leuten angeheuert werden. In Johannesburg, wo die Geschichte spielt, heißt der Stadtteil der Zoos jedenfalls Zoo City (daher auch der Titel). Südafrika ist auch ein großartiger Schauplatz, zumal auch diverse (süd)afrikanische Mythen, Aberglauben usw. mit eingebracht werden, die in Verbindung mit den Tierbegleitern und den magischen Fähigkeiten stehen. (Wie gut das alles recherchiert ist, kann ich natürlich nicht sagen, aber die Autorin stammt aus Südafrika, von daher hoffe ich, dass das schon alles so passt).

Zinzi December jedenfalls, die Protagonistin, ist großartig. Ihr Tierbegleiter ist ein Faultier (Liebe!) und ihre Fähigkeit ist es, verschwundene Dinge zu finden, wie man schon auf den ersten Seiten erfährt. Zinzi ist verschlagen, sarkastisch, in einer seltsamen Beziehung zu einem verheirateten Mann und cleane Drogensüchtige. Sie hat Geldprobleme, ein zu großes Mundwerk und letztendlich auch ein zu gutes Herz. Kurz gesagt, ich liebe Zinzi! Aber auch der Rest des Buches ist sehr cool, von den wirren der Detektivgeschichte, in die Zinzi gerät, über die ebenfalls sehr originellen Nebencharaktere bis hin zu den Informationsschnipseln über die Animalled. Auch sprachlich fand ich den Roman super. „Morning has broken and there’s no picking up the pieces“ – wenn so eine Formulierung schon auf Seite 1 steht, dann weiß man, dass es gut weitergeht. Also große Empfehlung.

Kommen wir zu interessanten Artikeln im Januar:

Etwas zum Thema Fanfiction und den unterschiedlichen Bewertungen von Literatur von männlichen und weiblichen Autor*innen. Hier das englische Original, da die Übersetzung.

Und passend dazu ein Interview mit Simone Buchholz zum Deutschen Krimipreis und dem Herabschauen des Feuilletons auf Literatur von Frauen.

Und apropos Frauenstimmen: Warum sind eigentlich die Default-Settings von Alexa, Siri und Co immer weiblich?

Shut up and write – Chimamanda Ngozi Adichie schreibt über Kunst, Feminismus und die Frage, ob sie sich als „afrikanische Autorin“ bezeichnet (englisch).

I Was A Cable Guy. I Saw The Worst Of America. Großartige Geschichte mit irren Details (englisch).

Ein Interview mit der mir bis dahin unbekannten Viv Albertine, das allein schon ausreicht, um mich zum Fan zu machen.

Healing Alone, ein beeindruckender Comic über junge Ärzte und die Probleme der Medizin (englisch).

Yelp-Reviews und der bescheuerte Begriff der Authentizität. Nichts ist unpolitisch, nicht mal Restaurantbewertungen, haben das jetzt alle verinnerlicht? Prima. Weitermachen.

Und zum Schluss: Lasst uns mal über Zahlen reden – Comicautorin Carolin Reich schreibt über ihre Verdienste, fand ich sehr interessant. Außerdem hab ich dann angefangen ihren Webcomic Vom Anfang zu lesen und der ist auch klasse.

Geschaut

Mal wieder einen Film, nämlich Ex Machina. Ihr wisst schon, der andere Film, in dem Domhnall Gleeson hinter Oscaar Isaacs Droiden her ist. (Der Witz stammt von Tino, ich lache immer noch drüber, danke.) Äh, ja, und so kam ich auch drauf den zu gucken, als ich mich mit einer Bekannten darüber unterhielt, dass man eigentlich ja viel mehr Dinge mit Oscar Isaacs gucken müsste. Konsequenterweise haben wir uns dann gleich verabredet, um Ex Machina zu gucken (gibts für ein paar Euro auf Amazon Prime zu leihen). Und auch wenn der Grund vielleicht ein bisschen albern war: Guter Film. Die beiden männlichen Hauptdarsteller sind zum Glück so anders als ihre Star Wars-Charaktere und spielen ihre Rollen auch so gut, dass das höchstens kurz irritierend ist. Und Alicia Vikander in ihrer Rolle als Androidin Ava (warum heißen weibliche Droiden IMMER Ava oder Aida oder so?) war auch echt gut. Allerdings leidet der Film vielleicht ein bisschen darunter, dass er von 2015 ist und zwischendurch Westworld, Person of Interest und Agents of Shield das Thema KI, Androiden und Menschlichkeit doch sehr gut und facettenreich bearbeitet haben, will sagen: 2015 bei Kinostart wirkte der Film vermutlich noch innovativer und interessanter als Anfang 2019. Macht aber nichts, das Kammerspiel im Hightech-Haus des Androiden-Erfinders hat mir trotzdem gut gefallen.

Dann hab ich na-tür-lich Black Mirror – Bandersnatch geschaut. Gespielt? Keine Ahnung. Wem das nichts sagt, das ist eine interaktive Folge der britischen Serie Black Mirror, in der man als Zuschauerin selbst entscheiden kann, was die Hauptfigur tun soll. Ebenso wie in den alten Abenteuerspiele-Büchern aus den 80ern, und genau da setzt die Folge auch an, da es um einen Programmierer geht, der das Abenteuerbuch Bandersnatch als Computerspiel adaptieren will. Genauso wie im von ihm entwickelten Spiel hat die Spielerin/Zuschauerin 10 Sekunden Zeit, um zu entscheiden, was Protagonist Stefan jetzt zum Frühstück isst, welche Musik er hört – und ob er weiter am Spiel arbeitet, auch wenn es ihn sichtlich in den Irrsinn treibt. Dabei kann man die Entscheidungen auch nochmal revidieren, bestimmte Punkte führen wieder zum Anfang der Geschichte und irgendwann hat man dann ein Ende erspielt und der Abspann läuft – aber es hätte eben auch alles noch anders kommen können. Insgesamt gibt es wohl um die 5 Stunden Material, aus denen sich die Folge zusammensetzt, und 5 verschiedene Enden, wobei diese auch noch variieren können. Der Wiederguckwert ist jedenfalls groß, weil ich mich am Ende ja schon fragte, ob jetzt alles anders gekommen wäre, wenn Stefan am Anfang doch die anderen Cornflakes gegessen hätte.

Bandersnatch ist, soweit ich es mitbekommen habe, eher gemischt aufgenommen und von manchen Rezensent*innen auch regelrecht zerrissen worden. Ich kann das nicht so wirklich nachvollziehen. Ja, die Folge springt auf die 80-Jahre-Nostalgiewelle auf, und dass man davon vielleicht genug hat, kann ich abstrakt zwar nachvollziehen, andererseits war das aber eben auch die Zeit der Abenteuerbücher und ersten Rollen- und Computerspiele. Und ja, die Folge ist schon sehr, sehr meta auf allen Ebenen – nicht nur das Computerspiel, das so heißt wie das Buch, das so heißt wie die Folge, nicht nur der gleiche Entscheidungsmechanismus in fiktivem Spiel und realer Folge, nein, die Meta-Ebene scheint noch an weiteren Stellen durch, die ich jetzt aber nicht spoilern will. Ich mag ja sowas, ich liebe Meta-Humor und das Durchbrechen der vierten Wand, aber es hätte in der Tat nicht so überstrapaziert werden müssen. Andererseits verstehe ich irgendwie den Wunsch der Verantwortlichen, möglichst viel von dem zeigen zu wollen, was mit dem Format möglich ist, weil ja nicht feststeht, ob es noch eine weitere Folge dieser Art geben wird. Der weitere große Kritikpunkt, den ich gelesen habe, war, dass man zu oft zu den selben Ausgangspunkten zurückkommt und die verschiedenen Varianten der Story sich nicht so sehr unterscheiden. Da frage ich mich dann schon, was im Vorfeld die Erwartungen waren – wer schon mal ein Computerspiel mit ähnlichen Entscheidungsoptionen (z. B. die Dragon Age-Reihe) gespielt (oder in einem der älteren oder neueren Abenteuerspielbücher/Solo-Abenteuer) geblättert hat, sollte eigentlich wissen können, dass so ein Format begrenzte Möglichkeiten hat. 5 verschiedene Enden sind schon relativ viel, finde ich, zumal das Ganze ja auch recht aufwändig produziert ist. Beispielsweise sieht man während der 10 Sekunden Entscheidungszeit nie ein Standbild, sondern immer eine Szene, die weiterläuft, während der Charakter mit der Entscheidung ringt.

Letztendlich finde ich Bandersnatch zwar wirklich nicht perfekt, aber mich begeistert die Idee des Formats genug, um über die Schwächen in der konkreten Umsetzung hinwegzusehen. Neue Möglichkeiten, Geschichten zu erzählen, finde ich immer gut, und Geschichten mit Einbindung der Zuschauer sogar noch besser. Klar, Bandersnatch hat erstens auf Nummer Sicher gesetzt und ist mit der Story kein großes Risiko eingegangen – 80er-Jahre-Setting, klassischer Protagonist, typische Tropes – und ist gleichzeitig ein bisschen sehr verliebt in seine eigene Meta-Ebene. Trotzdem fand ich es ein gelungenes Experiment, hätte durchaus Lust, nochmal von vorne anzufangen und hoffe, es kommen vielleicht noch weitere Formate, die in eine ähnliche Richtung gehen.

Und schlussendlich bin ich ja Rollenspielerin und freue mich über ein weiteres Medium, das man toll benutzen kann, um das eigene Lieblingshobby zu erklären. „Pen and Paper? Das ist so ähnlich wie Bandersnatch, aber du kannst alles machen.“ 😉

Kurz vor Weihnachten erschien die 2. Staffel von Marvels Runaways, die ich auch sehr schnell geschaut habe, da die erste Staffel mir sehr gut gefallen hat. Staffel 2 fand ich allerdings ein wenig mühsam. Ich mag die Charaktere zwar nach wie vor sehr gerne und es gab auch ein paar sehr coole Momente, aber irgendwie wusste die Staffel nicht so richtig, wo sie hinwill. Die Story eierte so hin und her, die Charaktere verkrachten sich ständig, um sich dann doch wieder zu versöhnen, das Pacing war teilweise arg seltsam … sehr schade, ich mag die Serie ja eigentlich gern. Vielleicht gibt es ja Staffel 3 und die wird wieder besser. Wenn nicht, wäre ich nach der jetzigen Staffel höchstens ein bisschen traurig um Niko, die einfach eine großartige Teen-Wicca-Gothix-Hexe ist.

Dann war da noch die 2. Staffel Broadchurch. Die war irgendwie auch wieder sehr spannend, auch wenn der Teil mit dem Gerichtsprozess halt … Fernseh-Gericht-Bla war und nicht schrecklich realistisch. Aber wenigstens wars britische Justiz, da kann man sich immer noch gegenseitig versichern, dass das da bestiiiiiimmt alles so läuft. Und ansonsten über die Perücken lachen. Äh, ja. Außerdem haben sie dann noch die 3 britischen Schauspieler, die nicht in Staffel 1 waren, für Staffel 2 auch noch gecastet – wobei James D’Arcy vermutlich während der Verhandlungen über die Rolle darauf bestanden hat, dass er nur mitspielt, wenn er in jedem einzelnen Shot unfassbar heiß aussehen darf *hust*.  Also das war schon ein erstaunliches Maß an Im-Muscleshirt-Holz-Hack-Szenen. Aber ich will mich nicht beschweren. Insgesamt weiß ich irgendwie auch nicht, wie die Serie es macht, dass man wie gebannt vorm Fernseher sitzt und wissen will, wie es weiter geht, wenn es doch „nur“ um das ganz normale Leben der Broadchurch-Bewohner und ein wenig Polizeiarbeit geht. Aber es gelingt irgendwie, ich hätte die 8 Folgen auch am Stück schauen können. Und dann noch die Landschaftsaufnahmen! Hach. Hm, sorry, fundierter wirds nicht mehr. Aber ich mochte auch diese Staffel.

Und dann, bleiben wir bei britischen Serien: Dann war da noch Sex Education. Mal wieder eine Serie, von deren Existenz ich überhaupt nix wusste, bevor nicht meine halbe Twittertimeline darüber redete. Und dann musste ich natürlich voll peer pressure-mäßig auch reingucken, weil hey, britische Serie und Highschoolsetting UND Gillian Anderson, wer kann dazu schon nein sagen? Dass die Serie britisch ist, sieht man dann auch gleich in der ersten Szene, wenn bei den zwei vögelnden Teenagern das Mädel oben ohne herumspringen darf. Macht aber nüscht, man bekam in dem Fall auch wirklich genug (halb)nackte Männer zu sehen. Es geht jedenfalls so im Großen und Ganzen um Otis, dessen Mutter Sextherapeutin ist und der im Lauf der ersten Folge von einer Mitschülerin dazu angestiftet wird, gegen Geld Sexberatung in der Schule anzubieten, weil er sehr viel über das Thema weiß und all die Teenager um ihn herum natürlich diverse Probleme und Fragen haben. Dass er selber von Sex so gar nix wissen will, kommt erschwerend hinzu.

Die Serie ist zwar teilweise ein wenig mit blöden Klischees beladen, aber andererseits doch so divers, erfrischend und offen, dass ich sie in ihren 8 Folgen echt ins Herz geschlossen habe und hoffe, dass es eine zweite Staffel gibt. Und es geht auch durchaus nicht nur ums Vögeln, sondern auch um Freundschaft, Eltern-Kind-Beziehungen, Schulprobleme, Mobbing usw. Aber wenn es um Beziehungsdinge geht, macht die Serie meiner Meinung nach sehr viel richtig und man sieht auch, dass sich die Welt in den letzten Jahren zum Glück doch weitergedreht hat. Es gibt kaum eine klassische Coming-Out-Story, sondern es geht um Probleme, die über das hinausgehen, beispielsweise gibt es ein lesbisches Pärchen, das schon bei Staffelbeginn zusammen ist, aber einfach keinen guten Sex zusammen hat. Es gibt ganz selbstverständlich homosexuelle und bisexuelle Charaktere, sowohl bei den Teenagern, als auch bei deren Eltern. (Vielleicht werden in Staffel 2 ja auch nochmal weitere Teile des LGBTIQ+-Spektrums beleuchtet, das wäre schön.) Es gibt auch keine einzige dämliche Typ-nötigt-Frau-zu-erstem-Sex-Geschichte. Und vor allem wird auch nie ein weiblicher Charakter irgendwie dafür in irgendeine blöde Ecke gestellt, dass sie gerne Sex hat. Dazu gibt es hier auch noch einen schönen Artikel in der Vogue (Achtung, bisschen spoilerig). Sex Education ist jedenfalls unterhaltsam, teilweise sehr lustig, teilweise sehr rührend oder traurig. Gillian Anderson ist natürlich fantastisch in ihrer Rolle, aber auch die anderen Schauspieler sind super. Bitte gerne noch viele Staffeln mehr davon!

Dann habe ich noch die vier Folgen Short Trek gesehen, also die Kurzepisoden zu Star Trek Discovery, die zwischen Staffel 1 und 2 ausgestrahlt wurden, auf dem deutschen Netflix aber erst zum Staffelbeginn von Staffel 2 verfügbar waren. Die waren auch alle nett bis sehr cool, wobei ich hier vor allem die Folge herausheben würde, die mit der Serienhandlung eigentlich gar nix zu tun hat: Calypso spielt zwar auf der Discovery, aber weit in der Zukunft. Es ist eine ganz wundervolle kleine Kurzgeschichte, die man auch gucken kann, ohne jemals eine Folge Star Trek gesehen zu haben. Tolles Ding. Die Short Treks findet ihr auf Netflix übrigens unter „Trailer und mehr“. Intuitiv, nicht wahr? :p

Gehört

An dieser Stelle möchte ich nochmal den relativ neuen Podcast Session Zero empfehlen. In den eher kurz gehaltenen, englischsprachigen Folgen sprechen 2 Psycholog*innen über Rollenspiel, Psychologie und welche Erkenntnisse z. B. aus Gruppentherapien auch auf die Rollenspielgruppe übertragbar sind. Das ist sehr interessant und behandelt z. B. auch solche Themen wie Gruppendynamik, implizierte Erwartungen an Spieler und SL und so weiter. Die Folgen haben auch immer nur so 20 Minuten und sind sehr gut so zwischendurch hörbar.

Gespielt

Weiter DSA, immer noch die Lamea-Kampagne, immer noch reisen die SC durch die Narkramar. Und immer noch gibt es dort noch mehr lustigen und skurrilen und überdimensionierten Kram zu finden (ja, DSA hat auch Dune-Riesenwürmer, man muss nur lange genug in diese Wüste reisen). Zwischendurch haben wir sogar mal ein Mini-Game aus dem Ultimate Charakter Backstory Guide eingeschoben, mit dem man ein irgendwie relevantes Gespräch am Lagerfeuer (oder ähnlichen Situation) ausspielen kann. Das war auch nett. Wir haben insgesamt den Narkramar-Teil noch ziemlich ausgebaut, weil wir alle nicht so richtig genug von dem Setting kriegen, und spielen daher aktuell noch Im Netz der Spinne. Mal sehen, wie lange uns das noch beschäftigen wird.

Außerdem ging es natürlich auch in City of Mist weiter. Wir haben nach dem „Weihnachtsspecial“ eine neuen Fall angefangen und bisher war das recht lustig – mit einer Misswahl, einem Haufen Whoo-Girls in der Bar und einer Liebesgeschichte, der wir hoffentlich zu einem Happy End verhelfen können. Außerdem hat mein SC jetzt aus Gründen das neue Powertag „Dress-up Enthusiast“. Mal sehen wie es weitergeht. Und wie viele NSC wir diesmal umbringen…

Außerdem haben wir letzten Freitag Juggernaut gespielt. Das ist ein spielleiterloses Freeform-Spiel von Jason Morningstar, das so ähnlich ist wie Winterhorn, für mich aber sehr viel bessr funktionierte als dieses. Man spielt eine Testkommission, die im Jahr 1950 Juggernaut testet, eine Art aus Dechiffriermaschinen hervorgegangenen Supercomputer, der die Zukunft vorhersagen kann. Juggernaut hat immer recht, daher müssen alle Ereignisse, die die gezogenen Spielkarten vorgeben und die am Tag des Tests stattfinden, auch im Spiel vorkommen und von den Spielenden eingebaut werden. Das hat nicht immer perfekt funktioniert, aber in den meisten Fällen schon und es war doch eine recht coole Session. Da es noch mehr Karten zur Auswahl gibt, kann man das auch nochmal spielen. Würde ich auch gerne. Außerdem habe ich es sehr gefeiert, dass Tim nicht nur das Spiel, sondern auch noch zum Setting passende Donuts mitgebracht hat. Und dass alle voll motiviert waren, sich eine Krawatte umzubinden. (Ich hatte zum ersten Mal eine um. Ist eigentlich ganz schick.)

Außerdem haben wir noch eins meiner Spiele für Roll Inclusive getestet, aber dazu dann vielleicht mal mehr, wenn der Band erschienen ist.

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Mediengedöhns im Januar 2017

Huch, der erste Monat des Jahres ist wieder um – nun schnell auf zum medial konsumierten, ehe ich wieder so einen Berg anhäufe wie im letzten Eintrag.

Bücher

Leia, Princess of Alderaan von Claudia Gray ist ein Young Adult-Roman mit einer 16-jährigen Leia als Protagonistin. Inhaltlich dreht er sich darum, wie Leia langsam als Nachfolgerin ihrer Mutter als Königin von Alderaan an deren Aufgaben herangeführt werden soll und dazu die klassischen drei Prüfungen des alderaanischen Adels ablegt. Nebenher arbeitet sie als Jung-Abgeordnete im Senat des Imperiums. Und langsam bekommt sie nicht nur mit, dass im Imperium so einiges falsch läuft, sondern auch, dass ihre Eltern Teil einer Verschwörung sind, um das zu ändern. Ich fand von Claudia Gray bisher ja alles gut, und auch dieser Roman hat mich wieder richtig begeistert. Sie schreib Leia einfach super und auch die weiteren Charaktere sind einfach toll. Endlich gibt es mal mehr zu Breha Organa, Leias Adoptivmutter. Und Amilyn Holdo kommt auch schon vor – als 16-jährige mit bunten Haaren, seltsamer Faszination für den Tod und skurrilen Hobbies. Der Roman ist ja auch Teil der Journey to The Last Jedi und wenn man den Film schon kennt, sind da doch schon ein paar schöne Elemente drin, nicht nur so was offensichtliches wie halt die Basis auf Crait, sondern auch eine Szene, in der Leia sich total geistesgegenwärtig vor dem Tod durch eine Schlammlawine rettet und eine, in der sie unbewusst die Macht benutzt.

Mich hat das Buch beim Lesen eigentlich die ganze Zeit sehr traurig gemacht. Leia, die damit hadert, ob man auch einfach Zeit für sich brauchen kann, ob man glücklich sein darf, wenn die Galaxis ein immer dunklerer Ort ist, was sie mit all ihren Privilegien als Prinzessin von Alderaan eigentlich bewegen kann … das bricht mir, wenn man weiß, wie es für sie weitergeht, einfach irgendwie ständig das Herz. Genau wie ihre innige Beziehung zu ihren Eltern und die Schönheit und Friedlichkeit von Alderaan, die ständig beschrieben wird. Und dann noch das Ende! Und der letzte Satz! Aaaah! Es ist alles so traurig und dann muss ich immer daran denken, dass wir Leia nie mehr auf der Leinwand sehen werden und dann bin ich noch trauriger. Seufz. Trotzdem große Empfehlung für den Roman – ich muss dringend mal rausfinden, was Claudia Gray abseits von Star Wars so geschrieben hat.

Einen weiteren Star Wars-Comic hab ich auch noch geschafft, nämlich Vader Down. Das ist ein Crossover zwischen der Vader-Reihe und dem Star Wars-Comic (also dem, der sich um Luke, Leia und Han und so dreht) und die Geschichte ist irgendwie sehr abgefahren und teilweise auch ganz cool. In der Vader-Serie geht es ja unter anderem darum, dass Vader rausbekommt, wie der Typ eigentlich heißt, der den Todesstern in die Luft gespreng that, und versucht, Luke in die Finger zu kriegen. Das resultiert im Crossover dann in einem Showdown zwischen Vader und der Rebellion, wobei imperiale Intrigen, Visionen in alten Jeditempeln und bösartige Droiden für noch mehr Chaos sorgen. Ich fand den Comic insgesamt ganz cool, leider sind die Zeichnungen teilweise grenzwertig, gerade Leia sieht oft aus wie … na, nicht wie Leia jedenfalls. Seltsamerweise sind Luke und Han wesentlich besser getroffen. Es gibt ein paar sehr lustige Droidenverwechselungsspielchen, Aphra und Han, die sich mit dem selben Trick gegenseitig ausschalten und ein paar coole Momente in einem alten Jeditempel, den Luke findet. Der Rest war teilweise etwas sehr übertrieben, wenn Vader ganze Rebelleinheiten alleine ausschaltet oder gefühlte 20 Panels zwei sich kloppende Wookies gezeigt werden. Insgesamt schon ganz nett, aber jetzt nicht mein liebster Star-Wars-Comic (der 5, die ich bisher kenne *hust*).

Filme und Serien

Kann es jemals genug Superheldenserien geben? Für mich ja nicht. Nachdem ich Marvel’s Inhumans nach den Trailern und den Kritiken lieber geflissentlich ignoriert habe, konnten sowohl The Gifted als auch Marvel’s Runaways mein Interesse wecken, und beide Serien haben eine wirklich coole erste Staffel abgeliefert.

The Gifted sah im Trailer irgendwie eher nach Familiendrama mit Mutanten aus und weckte schlimme Assoziationen an Heroes und Claire-Noah-Drama in uffzich Wiederholungen. Aber halt immerhin mit Stephen Moyer und Amy Acker, was dann doch ganz cool klang. Irgendwann sah ich dann, dass die Serie von Matt Nix ist, der auch eine meiner Lieblings-Serien, Burn Notice, gemacht hat. Von da an war ich dann doch ganz positiv gestimmt und tatsächlich hatte ich auch sehr viel Freude an der ersten Staffel. The Gifted ist ja die erste Serie, die den X-Men-Hintergrund benutzen darf (nicht wie z. B. Legion, wo Davids Vater immer nur als „sehr mächtiger Mutant“ bezeichnet wird), und so gibt es auch mit Blink eine Figur, die man aus Days of Future Past schon kennt, allerdings in einer anderen Version. Insgesamt mochte ich die Auswahl an Superhelden und ihren Fähigkeiten sehr. Thematisch geht es um die Familie Strucker, deren Kinder beide Mutanten sind, was sich recht überraschend auf einer Schulparty offenbart. Da Mutanten verfolgt, gejagt, in unfairen Prozessen verurteilt oder zu medizinischen Experimenten verschleppt werden, entschließt sich die Familie schnell zur Flucht, obwohl der Vater als Staatsanwalt eigentlich selbst auf der Seite der Verfolger steht. Im Verlauf der Staffel geht es dann einmal um den Mutant Underground, der Mutanten beschützt und ihnen zur Flucht verhilft, und um ein Mitglied von Sentinel Services, das Jagd auf die Mutanten macht. Ich finde die Serie bisher ziemlich gut geschrieben, mit coolen Charakteren, schönen ruhigen Momenten, aber auch coolen Actionszenen. Der Plot hält tatsächlich auch die ein oder andere Überraschung bereit und ich hatte sehr viel Freude mit der Serie. Es sehen irgendwie alle Darsteller auch geradezu unfassbar gut aus, aber das ist ja auch nicht unbedingt schlimm. Ich freue mich jedenfalls schon auf Staffel 2.

Noch seltsamer klang irgendwie die Prämisse von Marvel’s Runaways – ein Haufen Teenager als Superhelden, die Probleme mit ihren Eltern haben und von daheim weglaufen. Klang erstmal irgendwie seltsam, aber dann sah der Trailer doch ganz nett aus und meine Twitter-Timeline war auch recht angetan und dann musste ich da doch mal reinschauen. Und war dann auch angetan. Marvel’s Runaways ist ein bisschen so, als hätten Skins, Misftis und Desperate Housewives ein kleines Superheldenbaby gemacht. Die Serie spielt halt im supersuperdeluxen Teil von Los Angeles und die Familien der Runaways sind auch alle superreich. Aber halt nicht nur so, sondern warum die alle so reich sind, ist ein Teil des Plots. Jedenfalls sind die Noch-nicht-Superhelden-Teenies am Anfang alle ziemlich zerstritten und reden nicht mehr miteinander, seit ein Mädel ihrer Clique sich (angeblich) umgebracht hat. Dann raufen sie sich aber doch wieder zusammen, bemerken, dass ihre Eltern komische Dinge tun und forschen da so hinterher, während sie gleichzeitig ihre Kräfte entdecken und sich reihenweise ineinander verlieben, natürlich meistens so, dass A auf B steht, die auf C steht, der auf D steht. Aber das ist irgendwie so nett gemacht und so augenzwinkernd erzählt, dass ich voll drin war in all dem Teenage-Romance-Drama! Dankenswerterweise geht es auch nicht nur um die Teenager, sondern die Eltern haben einen auch recht großen Anteil an Screentime, so dass man die Geschichte aus mehreren Perspektiven sieht. Auch die Beziehungen der Kinder zu ihren Eltern und die der Eltern untereinander ist ziemlich gut gemacht. Die Superkräfte sind auch mal was anderes als das, was man schon tausendmal gesehen hat. Schauspielerisch fand ich das auch alles sehr schön, es gab immer wieder echt lustige Momente und insgesamt macht die Serie halt einfach Spaß. Auch hier gibt es eine zweite Staffel, hurra.

Und weil das jetzt immer noch nicht genug Comic-Adaption war, hab ich dann noch die 1. Staffel Punisher auf Netflix geschaut. Irgendwie hatte ich im Vorfeld eher so durchwachsene Kritiken gelesen und kann sie ehrlich gesagt überhaupt nicht nachvollziehen. Also ja, die Serie ist schon arg brutal, mehr als das für mich hätte sein müssen, aber …. es ist eine Punisher-Serie. Mit Ab 18-Warnung. Da kann man sich ja schon denken, dass da reichlich Blut fließt. Ich war jedenfalls von den Charakteren und der Story doch ziemlich begeistert und fand es auch schön, dass die Thematik von Kriegsveteranen mit all ihren Problemen mal aufgegriffen und aus meiner Sicht auch doch recht differenziert dargestellt wird. Das in einigen Reviews bemängelte zu langsame Fortschreiten der Handlung war auch etwas, was ich gar nicht nachvollziehen konnte, ich fand das Erzähltempo genau richtig so. Wobei ich ja auch langsam erzählte Sachen sehr mag und es gut finde, wenn sich eine Serie Zeit lässt für Charakterentwicklung und dergleichen. Hm, es ist relativ schwer, über die Handlung was zu schreiben ohne zu spoilern. Es geht jedenfalls weiter um die Sachen, die Frank im Krieg in Afghanistan gemacht hat und um die Leute, die dahinterstecken. Aber halt auch immer wieder um die Frage, wie man weiterlebt, wenn man traumatisiert aus der Armee entlassen wird, um teils hilfreiche, teils problematische Loyalitäten zwischen Ex-Soldaten und all sowas. Die Action-Sequenzen sind, wie gesagt, reichlich brutal, aber sehr gut inszeniert. Die Musik ist auch sehr cool. Und die Schauspieler … oh boy. Jon Bernthal als Frank Castle ist einfach nur der Hammer. Er spielt das so unglaublich gut und macht so viel einfach nur mit Mimik und Körperhaltung. Es ist eine Freude, dabei zuzusehen und er schafft es wirklich sehr gut, den Balanceakt zwischen „der Typ ist eigentlich wirklich ein netter Kerl“ und „aber meine Güte, ECHT gestört“ rüberzubringen. Aber auch alle anderen Darsteller sind echt gut. Den Schauspieler von David kannte ich ja schon aus Girls, wo er auch schon wirklich gut war, und auch hier spielt er seine Rolle wirklich toll. Man hätte aus der Zusammenarbeit von Frank und David übrigens auch ziemlich gut eine ins Alberne abgleitende Buddy-Geschichte machen können, was zum Glück vermieden wird. Es gibt immer wieder recht witzige Momente, aber die ergeben sich aus der Situation und nicht aus irgendwelchen gezielt lustigen Dialogen. Überhaupt dürfte das zusammen mit Jessica Jones die Serie sein, die am wenigsten vom typischen Marvel-Humor hat, was aber durchaus sehr gut zum Ton der Serie passt. Insgesamt war ich wirklich begeistert, zumal die Serie meiner Meinung nach auch ein wirklich gutes, durchdachtes Drehbuch hat und weiß, welche Geschichte sie erzählen will. Und trotz aller Brutalität hält man sich mit zu vielen Todesfällen aus Draaaaamagründen zurück und gleitet nicht völlig in eine Alles-ist-scheiße-und-alle-sterben-Nummer ab. Also wirklich Daumen hoch für den Punisher, gerne mehr davon.

Wieder so immer mal zwischendurch zum Essen geschaut: Die 4. Staffel Elementary. Den staffelübergreifenden Plot mit Morland Holmes fand ich irgendwie nicht ganz so super, weil er zwar seine Momente hatte, aber ihm letztendlich halt neben dem Fall der Woche nicht so wirklich viel Platz eingeräumt wurde. Schade eigentlich, zumal John Noble seine Rolle auch wirklich toll gespielt hat. Wie das Ganze am Ende dann aufgelöst wurde, war mir auch etwas too much irgendwie. Verschwörung über Verschwörung und so. Naja. Ich schau die Serie trotzdem immer noch gerne, zumal ich diese Versionen von Sherlock und Watson eigentlich mit am liebsten mag. Gerade Lucy Liu ist einfach … großartig. Es gibt außerdem eine Szene, in der Sherlock Yoga macht, und in der der Hauptdarsteller eine wirklich gute Figur dabei abgibt.

Gespielt

Der Januar war sehr arm an DSA-Terminen, es gab nämlich tatsächlich nur einen Samstag, an dem wir spielen konnten. Da ging es weiter mit der Königsmacherkampagne und das nächste Mal sollten wir nun wirklich mal das aktuelle Abenteuer abschließen. Wird auch Zeit, ich glaube, alle außer mir haben sehr großen Stadtabenteuerkoller und möchten mal wieder irgendwas mit Wildnis und Einsamkeit und Gemetzel spielen. Ich fand das Abenteuer hingegen sehr cool, es hatte öfter mal so ein paar frustrierende Momente und außerdem eine etwas unschöne Wiederholung drin. Aber insgesamt ist das schon wirklich gut gemacht, auch wenn mir erst in der letzten Sitzung klar wurde, wie gut eigentlich.

Außerdem gab es mal wieder eine Runde Star Wars, was mich wie immer sehr gefreut hat. Das Szenario, das wir gespielt haben, heißt Only Two Ways Home und hat, obwohl verkürzt für einen nicht so langen Spielabend, sehr viel Spaß gemacht. Wir haben es wegen einer kurzfristigen Absage mit 3 Spielern gespielt, was aber ganz gut funktioniert hat. Es war auch ziemlich creepy auf diesem seltsamen Schiff. Sehr cooles Szenario – ich muss jetzt leider auch mit meiner Zabrak Force-Shit aktivieren, weil anders kann man eigentlich gar nicht erklären, wieso ich an einem Abend ungefähr 10 Triumphe erwürfelt hab. Auch cool: Der Mensch, der das Szenario verfasst hat, freute sich sehr über meinen Kommentar und schrieb mir noch auf Twitter zurück, wie cool er es fand, dass wir sein Szenario auf deutsch gespielt haben, weil es jetzt für ihn so ist, als sei es in andere Sprachen übersetzt worden. Hihi. Für sowas mag ich das Internet doch sehr.

Am Tag vorher spielten wir noch ne Runde Fiakso, verdaddelten uns bei der Aufstellung aber irgendwie, so dass das alles gar nicht sooo optimal lief. Trotzdem war es sehr lustig. Wir spielten auf einer Hochzeit im Sauerland, bei der die Erbin eines Schweinezuchtimperiums heiratete und haben uns unfassbar viel dumme Dekoartikel und Hochzeitsbräuche mit Schweinen ausgedacht. Bei „Wohin geht denn die Hochzeitsreise?“ – „Schweinfurt.“ bin ich vor Lachen fast gestorben.

Am PC weiterhin nix gespielt. Keine Zeit, keine Zeit.

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