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#RPGaDay2018 und Tagebuchbloggen, Tag 27

(Wooooohooo, die letzte Woche ist angebrochen. Die schaff ich jetzt auch noch.)

Tag 27: Teile einen großartigen Stream oder ein großartiges Actual Play.

Zu niemandes Überraschung: A Woman with Hollow Eyes, die Invisible-Sun-Kampagne auf dem OneShot-Network. Hier nochmal ich so mit viel Begeisterung. Please watch it?

(Und wer Podcasts lieber hat, dann halt die Star Wars-Kampagne, auch von OneShot. Die geht ja leider demnächst zu Ende, aber die nächste Kampagne fängt bald an und hat ein eigenes Setting und Luftschiffpiraten und quasi das selbe Regelsystem und wird bestimmt auch cool. Findet ihr alles unter Campaign.)

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Gestern war Sonntag und ich war zu einem Geburtstagsbrunch eingeladen, sagte aber ab, weil immer noch völlig platt von all der Migräne. Außerdem war ich natürlich trotz spät ins Bett gehen wieder früh wach, so gegen halb 9. Weil ich bockig bin und immer noch nicht wahrhaben will, dass die senile Bettflucht bei mir mit 33 einsetzt, blieb ich dann noch bis 10 liegen, guckte Netflix und las Twitter leer. Der Mitbewohner fuhr dann los zu besagtem Brunch, ich machte erstmal Kaffee, bloggte endlich wieder und machte mir dann aus lauter Dingen, die dringend wegmussten, Frühstück (Tomaten-Mozarella-Avocado-Salat, lecker). Dazu ne Folge One Day at a Timea auf Netflix. Dann bin ich ein Stück spazieren gegangen und habe dabei in einen neuen Podcast reingehört, der thematisch cool ist, aber leider von der Audioqualität gruselig. Hm. Mal sehen ob ich dabei bleibe.

Dann Yoga gemacht, danach geduscht. Und dann endlich wieder Motivation (und Zeit) gehabt, mit der nächsten Podcastfolge anzufangen. Also zwei Stunden vor Audacity gesessen, hinterher frustiert bemerkt, dass ich immer noch nicht wirklich viel schneller geworden bin.

Der Mitbewohner kam wieder und brachte mir Essen mit. Sehr löblich.

Dann haben wir uns endlich Nanette auf Netflix angesehen. Oh, boy. Darüber werde ich vermutlich noch lange nachdenken. Also, wenn ihr das noch nicht gesehen habt: Nehmt euch die Stunde Zeit und guckt das! Danach noch die neueste Folge Better Call Saul, die diesmal gefühlt nur 15 Minuten lang war statt 42. Magie!

Und dann ins Bett und noch ewwwwwwiiiiiig wach gelegen, gnarf.

Umzugserledigungen: Schon wieder nüscht.

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#RPGaDay2018 und Tagebuchbloggen, Tag 18

Auch heute wieder kurz und bündig, muss gleich los zum Rollenspiel …

Frage 18: Welche Kunst inspiriert dein Rollenspiel?

Langweilige Antwort: Nichts im Speziellen, aber ich werde von allem, was ich so gucke und lese, irgendwo beeinflusst. Ich denke mir oft Sachen wie „oh, so einen ähnlichen Charakter muss ich auch mal spielen“ oder „das wäre ja auch ein geiles Setting fürs Rollenspiel“ oder „dieser Plot lässt sich bestimmt total gut in diesem System spielen“. Also alles was ich so konsumiere, beeinflusst auch mein Rollenspiel – Serien, Bücher, Filme, Actual Plays, manchmal auch einfach historische Fakten (gerade für Settings wie Hollow Earth Expedition).

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Gestern gegen 8 aufgewacht, immer noch total müde und kaputt gefühlt. Ab kurz vor 9 dann aber wieder Gepolter und Gerumpel aus der Wohnung über mir, also grummelnd und weiterhin dezent panisch aufgestanden. Mit Kopfhörern Musik gehört und Twitter leergelesen, dann irgendwann aufgerafft und in die Schwimmhalle gefahren. Eine Stunde im schön leeren Bad geschwommen, dann kurz am Wochenmarkt angehalten, Zutaten für Gulasch mit Kartoffel-Blumenkohl-Auflauf besorgt. Heim, Einkäufe verstaut, das gestrige Yoga-Video gemacht. Dann sehr hungrig erstmal was gegessen.

Den Rest des Nachmittags gekocht, aufgeräumt und rumsortiert, dazu ein paar Folgen One Day at a Time auf Netflix. Zwischendurch noch kurz freudige Aufregung über den ersten Teaser-Trailer zu Star Wars Resistance.

Um 19 Uhr rum dann Abendessen, Couch, mehr Netflix. Kurz vor Mitternacht ins Bett.

Umzugserledigungen: Kleiderschrank zu Ende durchsortiert, 2 Trommeln Bettwäsche und Handtücher gewaschen, einen Karton gepackt.

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#RPGaDay2018 und Tagebuchbloggen, Tag 13

(Montag. So müde. So ein typischer Montag bisher. Gah. Mehr dazu dann morgen.)

((Gestern war auch wieder der 12., aber diesmal kein 12 von 12, diese Aktion hier ist schon genug Arbeit *g*.)

Tag 13: Beschreibe, wie dein Rollenspielverhalten sich im Lauf der Zeit entwickelt hat.

Puh, interessant. Gute Frage auf jeden Fall. Also, im Gegensatz zu den Spielern, die angefangen haben, als es noch nur Dungeoncrawls und nix anderes gab, kann ich mit solchen Geschichten wie „und dann konnte man auf einmal durch den Wald laufen und ÜBERALL HINGEHEN!!!“ nicht aufwarten.  Übrigens auch nicht mit „und dann hab ich gelernt, dass auch Scheitern toll sein kann“, das ging mir nämlich schon immer so. Aber dennoch hat sich natürlich auch bei mir in all den Jahren mal was verändert. Auf verschiedenen Ebenen und in verschiedenen Abstufungen, ich versuche das mal aufzudröseln.

Als ich damals mit Rollenspiel anfing, hieß Rollenspiel noch automatisch DSA und gespielt wurde meistens eine Kampagne und drumherum kürzere Abenteuer mit 1-3 Abenden Länge. Die Mitspieler wurden per Mailingliste organisiert, die SC wurden am Spieltag kurz vorm Spiel herausgesucht, meist in einem längeren „Wer weiß denn schon, was er spielen will?“-Ritual. Gespielt wurde Samstags, 16:30 bis spät in die Nacht, der Rekord liegt irgendwo bei 09:00 Uhr am Folgetag (und danach mit dem Auto heimzufahren war ein bisschen bedenklich). Meist wurden selbst ausgedachte Abenteuer gespielt, lediglich große Kampagnen konnten das Interesse der potenziellen Spielleiter wecken. In dieser Runde spielte ich mehrere Jahre mindestens 2 Abende im Monat, unter anderem die Kampagne Das Jahr des Feuers (von … ich glaube 2005 bis 2009), an die ich auch immer noch sehr schöne Erinnerungen habe.

Irgendwann, damals war ich noch Studentin und hatte im Sommer sehr viel frei, stieß ich dann zu der Runde, die über mehrere Umwege, Spaltungen, Rauswürfe und Neuzugänge meine heutige DSA-Runde werden sollte. Es lief ähnlich, nur viel spontaner. Per ICQ (ein Messenger, den damals jeder benutzte, liebe Kinder) wurde meistens für den selben Abend eine Gruppe zusammengestellt, irgendwer erklärte sich bereit zu leiten, es gab in dieser Gruppe aber selbst damals schon verschiedene SC-Gruppen, die immer zusammen gespielt wurden und für diese Oneshots spielte man dann halt andere SC. Gespielt wurde fast immer im Keller der Eltern des heutigen Herrn Mitbewohners, es gab Tee und Cola und Süßkram und wenn man Hunger hatte, ging man die Treppe hoch in die Küche und machte Käsetoast mit Pesto in der Mikrowelle. Ab und zu wurde auch mal was bestellt. Gespielt wurde meistens irgendwann ab abends bis irgendwann spät. Und wenn man nicht fertig wurde, traf man sich eben am nächsten Tag wieder. Hachja, those were the times.

Fast forward um ein paar Jahre. Inzwischen war die Jahr-des-Feuers-Kampagne vorbei und ich hatte zuletzt eigentlich kaum noch Oneshots in meiner alten Runde mitgespielt, dafür umso mehr Abende in meiner fast schon jetzigen, wo ich inzwischen auch in mehreren festen SC-Gruppen eingebunden war. Ich bemerkte immer mehr, wie komisch ich es inzwischen fand, eine zusammengewürfelte SC-Gruppe durch ein Abenteuer zu schicken und als einzige Anforderungen für die Gruppenzusammensetzung „Stufe 3-8, keine Hellsichtsmagier“ zu haben. Am schlimmsten ging das in einem Abenteuer nach hinten los, in der in einer Szene die SC mit Illusionen und Trugbildern konfrontiert werden, die ihre Ängste oder Wünsche spiegeln. Der SL, der das für seine feste Gruppe geleitet hatte, hatte begeistert davon erzählt, wie gut das Abenteuer ankam. Ich versuchte dasselbe mit einer Runde aus spontan zusammengewürfelten SC und es ging total nach hinten los. Das war so einer der Schlüsselmomente, in dem ich merkte, dass ich das in der Form eigentlich nicht mehr richtig toll finde und sehr viel lieber Gruppen spiele, die aufeinander und auf das Abenteuer abgestimmt sind. Die neue Gruppe hatte auch sonst noch einige Vorteile zu bieten, z. B. waren es alles Nichtraucher, während in der alten Gruppe meistens 2-3 Kettenraucher in einer 30-Quadratmeter-Einzimmer-Wohnung saßen. Tatsächlich hatte mich das am Anfang nicht so sehr gestört, es beeinträchtigte mich gesundheitlich aber immer mehr. Außerdem wurde in der neuen Gruppe immer mehr mit Musikuntermalung gespielt, was für die Stimmung am Tisch immens wertvoll war. Schlussendlich diffundierte ich dann über einen Zeitraum von mehreren Jahren immer mehr in meine neue Runde, mit Teilen der alten fahre ich heute immer noch auf Rollenspieltour oder spiele mal mit einem Teil von ihnen einen Oneshot, aber halt nicht mehr dauerhaft.

Und dann natürlich: Andere Systeme! Ich wünschte ich könnte mich erinnern, was überhaupt mein ersten Nicht-DSA-System war. Ich glaube, es müsste vereinfachtes GURPS gewesen sein, in einer Runde auf der NordCon. Ich fand andere Systeme auch immer interessant, aber lange Zeit zog ich es vor, auch dann DSA zu spielen, wenn eine feste Runde oder Kampagne pausieren musste. Das hat sich mittlerweile geändert, inzwischen versuche ich eigentlich für die Samstage, an denen DSA ausfällt, möglichst eine Gruppe für ein anderes System zusammenzukriegen. Denn: So viele Systeme, so wenig Zeit. Interessanterweise mag ich DSA4.1 aber immer noch wirklich gerne. Auch wenn es sehr viel regellastiger ist als viele der Systeme, die ich sonst so spiele. Das nur am Rande, weil ja oft die Meinung herrscht, man könne DSA nicht mehr gut finden, wenn man nur genug andere Systeme kennt und so.

Weiterer Faktor – Conventions und Rollenspieltheorie und Metabetrachtungen. Ich war mehrere Jahre auf der NordCon immer nur im Außenbereich gewesen, der damals noch kostenfrei war. Erst nach Jahren bezahlte ich auch mal Eintritt und guckte mir mal an, was es drinnen noch so gab. Irgendwann, das muss schon am jetzigen Standort gewesen sein, war ich mal fast eine ganze Veranstaltung lang nur auf diversen verschiedenen Workshops zu so allgemeinen Rollenspielthemen wie „Wie stelle ich NSCs gut dar?“ oder „Was macht ein gutes Detektivabenteuer aus“ oder „Wie gestalte ich Kämpfe spannender?“. Zu dem Zeitpunkt spielte ich schon jahrelang fast jede Woche, ohne mir über solche Fragen jemals Gedanken gemacht zu haben. Ungefähr zur selben Zeit hörte ich dann auch zum ersten Mal von so Dingen wie Spielertypen und GMS-Skalen und verschiedenen Bedürfnissen verschiedener Spieler und so weiter. (Fun fact am Rande – DSA ist ja immer für einen ganz bestimmten SL-Stil verschrien und wird oft sehr abwertend als schlechtes Beispiel genutzt, aber der Spielleiterband, auch wenn er Wege des Meisters heißt und Meister ja schon per se gaaaaaanz schlimm ist, ist wirklich gut. Echt jetzt. Ich habe auch Laws Buch gelesen und Wäschs Spielleiten, aber WdM ist sehr ausführlich, mit vielen schönen Beispielen versehen und bringt wirklich gute Anregungen.) Allein diese Erkenntnis, dass man sich echt nicht drüber streiten muss, wie man Spaß hat, und dass ich nicht glühend jemanden davon überzeugen muss, dass 4-Stunden-Kämpfe öde sind und Charakterspiel toll , sondern dass man dann wohl einfach nicht zusammen spielen sollte oder sehr viel Toleranz entwickeln muss – Hammer. Ich war vorher sehr geprägt von so „wenn man XY macht, ist das ja gar kein richtiges Rollenspiel“-Vorstellungen und dass das alles sehr viel komplexer ist als das … das finde ich selbst heute immer noch spannend. Ähm, ja.

Tatsächlich hat es auch ab und zu negative Auswirkungen, sich so viel mit diesem ganzen Rollenspieltheoriekram zu befassen, man ist nämlich schnell frustriert, wenn man merkt, dass einzelne Spieler/Spielleiter oder eine ganze Gruppe es für total abwegig hält, sich damit zu befassen. Ich weiß noch, wie ich mal irgendwem von der NordCon und den ganzen Rollenspielworkshops erzählte und als Antwort quasi ein „das brauch ich nicht, das kann ich alles schon“ bekam.

Inzwischen bin ich durch all die Storygames und regelleichten erzählerischen Systeme, die ich gespielt habe, auch ein großer Fan von Player Empowerment, und finde, das kann man auch sehr gut in eher klassische Systeme wie DSA einbringen.

Generell würde ich meinen aktuellen Spielstil als eine ziemlich wilde Mischung aus ganz klassisch auf der einen Seite und sehr neugierig auf der anderen bezeichnen. Ich spiele immer noch hauptsächlich DSA, in einer Gruppe, die seit 2011 so besteht und mit sorgfältig geplanten Kampagnen, die parallel gespielt werden. Gleichzeitig versuche ich so viele neue Systeme mit so vielen anderen Leuten zu spielen, wie ich zeitlich noch irgendwie unterkriege, ob auf Cons oder an anderen Terminen oder per Videochat. (Natürlich kann man immer noch sehr viel mehr spielen als ich das tue; aber mehrere Spieltermine pro Woche oder mehr als 3 Runden auf einem Conwochenenende wären mir einfachzu stressig.) Ich beschäftige mich immer noch gern mit der Frage, was Rollenspiel eigentlich kann, wie man es anwenden kann, was man dabei über sich und andere lernt und warum manche Sachen funktionieren und andere nicht. Und wie bei allen Medien auch damit, wie es dabei so mit Repräsentation und Diversität aussieht und was man da noch verbessern kann.

Inzwischen habe ich am meisten Probleme mit Runden, die halt so gespielt werden, damit man was spielt. Wo dann quasi die Person, die den kürzesten Strohhalm gezogen hat, irgendwas leitet, eine zusammengewürfelte Gruppe durch irgendwelche Zufallsbegegnungen stolpert und am Ende des Abends denkt man so „joah, hätte man jetzt auch stattdessen nen Film gucken können und vielleicht mehr Spaß gehabt“. Dabei habe ich nicht generell was gegen eher simple Plots an sich, auch die kann man mit Leben füllen, aber ich möchte einfach nicht mehr irgendwo 10 Stunden sitzen und am Ende ist rein gar nichts passiert, was mich irgendwie interessiert hat. Oder um es ganz kurz zu sagen: Lieber keine Rollenspielsession als eine schlechte Rollenspielsession.

So, puh, ich freu mich schon drauf, diesen Roman jetzt irgendwie in einen Tweet zu quetschen.

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Wie meist, wenn ich spät im Bett war, trotzdem sehr früh erstmal aufgewacht, eine ganze Weile im Bett hin- und hergedreht, nochmal eingeschlafen, dann kurz vor 11 unsanft vom Wecker aus dem Schlaf gerissen worden. Kaffee und Wasser und eine interessante Besprechung via Videochat.

Dann mehr Kaffee, Blogeintrag angefangen. Meine Schwester schrieb bei WhatsApp, ob wir nicht mal wieder telefonieren wollen, also bei ihr angerufen und fast 2 Stunden gelabert, bis dann meine Nichte aufwachte und Aufmerksamkeit einforderte. Hauptsächlich haben wir über Baustellen und Küchenplaner und Umzug und so geredet, da ja einfach mal meine gesamte Familie gerade hin- und herzieht. Also meine Eltern in ein neues Haus, meine Schwester in deren altes Haus und ich ja auch in eine neue Wohnung, allerdings ohne familiäre Verstrickungen. 😉

Dann noch ein paar Klamotten aussortiert und dann mit dem Mitbewohner eine Runde durch den Park und bei der guten Eisdiele ein Eis frühstücken. Um 16 Uhr. Gesundes Leben! Als wir wieder heimkamen, waren die ätzenden Renovierungsnachbarn gerade im Flur und schleppten mal wieder neue Dinge in ihre Wohnung, ich grüßte natürlich freundlich – Leute, mit denen man seit Monaten Stress hat, grüßt man IMMER scheißfreundlich im Hausflur, schon um sie maximal zu irriteren.

Dann Yoga gemacht, danach auf einmal Kreislauf total am Boden und viel Migräne. Tabletten genommen, geduscht, dann zitterig mit der Zubereitung des Abendessens angefangen. Wir haben schnell zu zweit Gemüse geschnibbelt und als das im Ofen verschwunden war, hab ich mich schonmal auf die Couch verzogen, während der Mitbewohner den Lachs briet. Dann sehr leckeres Abendessen, dazu ne Folge Brooklyn 99. Dann noch mit meinen Eltern telefoniert, die haben jetzt auch ihren Umzugstermin und ziehen eine Woche nach mir um. Lustig. Während des Telefonats noch Geschirr weggeräumt, restliches Gemüse und gebratenes Huhn in ein Mittagessen für heute zusammengeworfen.

Dann eine Folge Avatar, den Staffelauftakt der vierten Staffel Better Call Saul und noch ne Folge OitnB geschaut. Dann war es halb 10 und ich schon wieder so müde, dass ich nur noch ins Bett wollte. Von oben wieder Gerödel und Getrampel, mit Ohropax und Netflix auf voller Lautstärke eingeschlafen.

Umzugserledigungen: Drei Stoffbeutel voll Klamotten in den Altkleidercontainer gebracht.

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#RPGaDay2018 und Tagebuchbloggen, Tag 6

Mooooontag. Mal schnell bloggen, ehe auch für heute wieder angekündigten 30 Grad erreicht werden…

Frage 6: Wie können die Spieler die Welt echt erscheinen lassen?

Da gibt es viele Möglichkeiten, und das Thema Player Empowerment ist ja eh eines, was mich relativ viel beschäftigt. Ich mag es sehr, auch in eher klassischen Systemen, in denen die Spielleiterin eigentlich umfassende Erzählrechte hat, den Spielern was davon abzugeben. Gerade kleine Details wie „wer sitzt hier noch in der Kneipe“ oder „was gibt es an diesem Marktstand zu kaufen“ kann man ja auch als Spieler gut einbringen. Das macht die Welt auf jeden Fall lebendiger und greifbarer (und zeigt nebenbei womöglich sogar der Spielleitung noch gut auf, welche Art von NSC die Spieler gerade spannend fänden). Aber auch wenn man nun gar nicht vom Spielen des eigenen SC wegmöchte, kann man zumindest diesen ja lebendig beschreiben – Aussehen, Kleidung, und so weiter. Auch das macht das Erlebnis am Spieltisch „echter“.

Das nächste ist natürlich, das Setting und die spezielle Location ins Ausspielen des Charakters einfließen zu lassen. Darauf zu achten, dass die Cyberpunk-Hackerin sehr anders redet als die Kriegerin im Fäntelalter-Setting macht viel aus, genauso wie das Einbringen oder Ausdenken von bestimmten Gebräuchen, Vorurteilen, Gegenständen oder dergleichen. Es hilft natürlich auch, sich einigermaßen mit dem eigenen Charakter vertraut zu machen und ein bisschen darüber nachzudenken, wo er oder sie herkommt und wie er oder sie auf bestimmte Dinge wohl reagieren würde.

Ebenso gehört dazu der respektvolle Umgang mit den Eigenheiten des Settings und des Genres. Man kann in Aventurien eben nicht mal schnell Feuerwaffen und die Eisenbahn erfinden, man bewegt sich bei Shadowrun nunmal in einer von Konzernen regierten und volltechnisierten Welt. Wenn man sich darauf einlässt, ein Horrorrollenspiel zu spielen, sollte man eben nicht die ganze Zeit Gags reißen und sich über alles lustig machen und so weiter.

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Gestern war irgendwie ein ziemlich unentspannter Sonntag. Erstmal wachte ich ja um 9 auf, was angesichts der Tatsache, dass ich bis mindestens 2 wach lag, wenig erbaulich war. Ja ja, es gibt Leute, für die reichen 7 h Schlaf, ich gehöre nicht dazu. Ich wälzte mich noch bis halb 11 schlaflos hin und her, eigentlich gab es keine Gründe, nicht wieder einzuschlafen – es war nicht zu warm, es war verhältnismäßig ruhig … aber es ging nicht. Also aus dem Bett gequält und erstmal Yoga gemacht. Dann mit Kaffee an den Schreibtisch, den gestrigen Blogeintrag geschrieben, unterbrochen von ziemlich viel im Internet lesen, brummelig in die Kaffeetasse gucken und so. Aber ich wollte ja doch das tägliche Bloggen durchhalten und außerdem über die gespielten Systeme berichten.

Dann kurz das Wohnzimmer aufgeräumt, da lagen immer noch die ganzen Sachen von der Freitagsrunde. Mit mehr Kaffee zurück an den Schreibtisch, ich wollte endlich diese Podcastfolge in die Welt werfen. Also erstmal zu Ende geschnitten, dann mit der Frage befasst, ob Audacity wohl irgendwie diese blöden Vogelgeräusche und das Klicken rausfiltern kann. Gegoogelt. Ergebnis: Vogelgeräusche sind so nah an der menschlichen Stimme, dass der Equalizer vermutlich auch diese Teile mit ausblenden würde. Die Klick-Entfernung funktioniert wohl nur in wenigen Fällen und man muss es manuell bei jedem Klick machen. Ahahaha no. Dann hab ich es noch mit der Reparieren-Funktion versucht, die, vollkommen egal, wie klein der von mir markierte Bereich war, sagte, der markierte Bereich wäre zu groß. Ich hatte dann ehrlich gesagt die Schnauze voll, zumal ich dann nun auch seit zwei Wochen fast täglich damit beschäftigt war. Also die Datei einfach nur noch durch Auphonic gejagt, den Jingle reingebaut und dann an zwei Stellen hochgeladen, die Infos eingefügt, nach Judiths Anleitung das Podlove-Dingens ausgefüllt und so weiter. Und dann endlich auf Veröffentlichen geklickt, das auf Twitter verkündet und uff. Danach musste ich dann erstmal ne Runde um den Block gehen. Wobei mir dann auffiel, oh, es ist 16:30, irgendwie hatte ich heute 2 Kaffee und 3 Gläser Wasser, man …. könnte mal was essen. Bald.

Zurück nach Hause, indisches Essen beim Lieferdienst bestellt (diese Woche war ein bisschen schlimm, was das angeht…), dann mal wieder erfolglos meine Eltern versucht zu erreichen. Die ersten Reaktionen auf den Podcast gesichtet. Dann rief mein Vater doch noch zurück. Mich etwas geärgert, da ich ihm Dienstag schon gesagt hatte, dass es bezüglich einer Sache des großen „unsere gesamte Familie zieht im Herbst um und lustige Haustauschaktionen meiner Eltern und meiner Schwester und so“-Komplexes noch eine Rückfrage gibt, um die er sich kümmern wollte. Was er dann weder hatte noch anscheinend am Dienstag verstanden, was das Problem war. Weswegen ich das jetzt selber machen soll, was ja kein Ding ist, aber das hätte er mir auch gleich sagen können, dann hätte ich es längst erledigt. Hrmpf. Dann kurz mit meiner Mutter gesprochen, dann kam aber das Essen.

Gegessen, dazu erst Brooklyn 99, danach eine Folge Avatar und zwei Folgen Orange is the new Black. Zwischendurch immer wieder Twitter auf, gucken was das Podcast-Baby macht. Viele nette Reaktionen, aber leider auch viele Meldungen, der Feed hätte noch nicht dies oder die Podcast-App nicht das und wieso das denn nicht auf iTunes….? (Leider muss man für letzeres eine Apple-ID haben, Judith hat eine beantragt, aber sie ist immer noch nicht da. Irgendwann kommt das also auch eh noch.) Ich kann die Nachfragen auch total verstehen, leider bin ich ja der absolute Technikspaten und habe einfach keine Ahnung, wieso irgendwas womöglich nicht funktioniert, deswegen gibts ja nen Feed und nen zweiten Feed und ne Downloadmöglichkeit … *seufz*. Dann die Nachricht, es sei ein Glitch in der Folge und es würde sich quasi ein Teil wiederholen. Boah, ey. Ich bin erstmal ausgeflippt und hab gründlich rumgeflucht, zumal ich mir nicht erklären konnte, wie das überhaupt passiert sein konnte. Ich hatte nämlich nix umgeschnitten, sondern immer nur Dinge rausgeworfen. Dann als um 22 Uhr doch noch an den PC, um den Fehler auszubessern. Nur – ich fand ihn nicht. In Audacity nicht, in der Mp3 nicht … und dann kam ich irgendwann auf die Idee, nachzugucken, ob es beim Upload passiert sein könnte und so war es dann auch. Datei neu hochgeladen. Und dann war ich fertig, mit dem Tag, mit dem Podcast, und so generell mit der Welt.

Ins Bett, wegen total verspanntem Nacken lange nicht einschlafen können.

Umzugserledigungen: Ein paar vertrocknete Pflanzen vom Balkon entsorgt, den Großteil des Altpapiers aus dem Keller weggebracht.

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#RPGaDay 2018 und Tagebuchbloggen, Tag 2

Weiter geht’s! Ich frage mich jetzt schon, ob ichs durchhalte, jeden Tag zu bloggen oder ob ich z. B. am Wochenenende eher keine Lust habe.

Also erstmal zum Rollenspielfragebogen:

Frage 2: What do you look for in an RPG?

(Schwer zu übersetzen, irgendwie. „Wonach suchst du in einem Rollenspiel“ klingt eher nach hektischem Blättern auf der Suche nach einer bestimmten Passage. Vielleicht „Was spricht dich bei einem Rollenspiel an“ oder „Was sind deine Erwartungen an ein Rollenspiel“? Hm.)

Ich mag es, wenn ein System eine klare Vorstellung davon hat, welche Art von Geschichten es erzählen will, und das dann auch in Setting und Regeln und Design stimmig rüberbringt. Natürlich sind auch Universalsysteme, mit denen man alle Arten von Settings und Stories erzählen kann, eine gute Sache, aber da ich wenig Interesse an Regeldesign und -vergleich habe, würde ich mir jetzt eher nicht 5 verschiedene davon aus Interesse durchlesen. Tatsächlich habe ich auch nicht sehr viel Interesse an anderen Fantasy-Mittelalter-Systemen, weil ich ja nun schon ständig DSA spiele und es eh wenig Settings gibt, die von der Detailtiefe her an Aventurien rankommen.

Spiele, die ihren Erzählfokus in einem Satz auf den Punkt bringen können, wecken sehr oft mein Interesse, wenn ich denn besagten Erzählfokus gut finde. Ist vermutlich kein Wunder, dass ich in letzter Zeit so viel PbtA gespielt habe, denn die Spiele beruhen ja fast alle genau darauf, total zugeschnitten auf eine bestimmte Art von Genre zu sein. Dabei darf das gerne auch total schräg und nischig sein oder ganz klar die Komponente eines sozialen Experiments mit sich bringen. Ich bin da eigentlich bereit, mich auf fast alles einzulassen, und gerade sehr schräge Ideen wecken oft mein Interesse. Design und Illustrationen sind natürlich auch ganz klar ein erster „catchy“ Faktor, wobei ich tatsächlich meistens eher von anderen Leuten oder Actual Play-Podcasts oder so auf Spiele aufmerksam gemacht werde, und da sieht man die Optik ja gar nicht sofort. Ich freue mich immer, wenn ein Spiel auch gut aussieht, aber es ist für mich nicht die Hauptsache.

Was mich auch anspricht, ist die Möglichkeit, das Spiel schnell und unproblematisch ausprobieren zu können, zum Beispiel durch einen gut gemachten Schnellstarter oder zumindest ein im Regelwerk eingearbeitetes (oder als Download verfügbares) Startabenteuer. Und Archetypen/vorgefertigte SC/Pregens – falls es denn nicht eh sowas wie PbtA ist, wo man die Charaktererschaffung durch ein paar Kreuzchen im Playbook macht.

Bei auf Oneshots ausgelegten Systemen sollten die Regeln nicht zu viel Platz einnehmen und sich schnell erfassen und vermitteln lassen. Wenn es ein festes Setting gibt, sollte das ebenfalls schnell greifbar sein.

Für längeres Spielen sind die Anforderungen natürlich ein wenig anders. Da ist mir dann z. B. auch wichtig, dass es coole Möglichkeiten zur Charakterentwicklung gibt, evtl. sowas wie Anregungen für charakterzentrierte Handlungsbögen und ein Setting, das nicht nach 3 Sessions schon erschöpft ist. Die Regeln dürfen gerne komplexer sein, sollten aber nicht jede dritte Spieleridee ausbremsen wegen geht nicht. Toll finde ich es auch, wenn das System es schafft, einen gewissen Feedback- und Beziehungsaspekt in die Regeln einzubauen, z. B. die Bande bei PbtA, die Help/Hurt-Points bei City of Mist oder, mein bisher liebstes Beispiel dafür, die Mechanik von Invisible Sun, dass man am Ende der Session durchgeht, was dem eigenen Charakter Freude bzw. Verzweiflung gebracht hat und darüber dann Möglichkeiten für neue Fertigkeiten bekommt. Da ist dann das Feedback für die Spielleitung Teil jeder Session und ich kann gar nicht genug sagen, wie genial ich das finde.

Tagebuchblog-Content:

Gestern war irgendwie ein blöder Tag. Im Büro, wie gesagt, extrem wenig zu tun, allerdings gingen meine Chefs dann alle gegen 15:00 Uhr nach Hause und ich durfte hier noch bis 17:00 Uhr sitzen ohne etwas zu tun zu haben. Es ist wirklich erstaunlich, wie nur meine Chefin jemals daran denkt, dass man seine Angestellte ja auch mal eher heim schicken könnte, wenn es 30 Grad sind und wirklich ALLES weggearbeitet ist, während ihre beiden Kollegen da nie einen Gedanken dran verschwenden. Und sie ist halt gerade im Urlaub, dann sitz ich da halt zwei Stunden untätig rum, weil keiner dran gedacht hat. Naja, hab ich dann halt weiter One Last Job gelesen und mir Notizen gemacht für Samstag. Das Spiel ist irgendwie wirklich wirr geschrieben, so richtig sehe ich noch nicht durch.

Dann nach Hause gefahren, noch zum Paketshop gelaufen, dem völlig verplanten Menschen da mein Paket abgeluchst und mich über Judiths neuen Roman Roma Nova gefreut, den ich dann hoffentlich bald mal lesen kann. Gerade habe ich gar keine Ahnung, wann ich dazu komme, aber mal schauen. Zu Hause dann erstmal alle Fenster aufgerissen, in der Wohnung war es schon wieder brütend warm, trotz morgens durchlüften und Fenster verdunkeln. Dann ne halbe Stunde Yoga gemacht, geduscht, Essen beim Asia-Lieferdienst bestellt weil null Bock bei der Hitze zu kochen (und Salat gabs Mittags schon). Über den ersten Tag im neuen Job des Herrn Mitbewohners berichten lassen. Dann in der Küche gesehen, dass da auf einmal ein Fleck an der Decke ist, offensichtlich von Wasser von oben. Argh! Ich bin natürlich wieder komplett ausgerastet, weil …. ernsthaft?? Noch zwei Monate in der Wohnung und dann kommt jetzt noch so eine Scheiße? Ich habe mir natürlich in meinem Panikgehirn gleich ausgemalt, was das alles nach sich ziehen könnte und war dann in kürzester Zeit bei „die Decke muss aufgestemmt und erneuert werden und solange haben wir dann eine direkte Verbindung zu den Assinachbarn von oben und müssen das ertragen oder im Hotel wohnen“. Total realistisch also, und nö, dass ich wusste, dass das auch nicht passiert ist, als in der alten Wohnung Wasser von unserer Küche zu den Nachbarn runterlief, hat nicht geholfen. Dazu kam dann noch von unten – also aus der Wohnung, die seit Oktober renoviert wird und offensichtlich immer noch nicht fertig ist, auch wenn die Leute da jetzt schon wohnen – mal wieder Gehämmer um abends kurz vor 8, das hat meine Laune dann nach Bagger um 7, Baulärm im Büro und dem Wasserfleck dann endgültig ruiniert. Also gabs dann Tom Kha Gai und Sushi und dazu Netflix über geräuschunterdrückende Kopfhörer, garniert mit Panik und schlechter Laune. Hurra.

Danach dann an den Computer, ne halbe Stunde rumgedaddelt, dann Podcast schneiden, dann irgendwann todmüde ins Bett, dort noch 2,5 Friends-Folgen lang schlaflos rumgelegen, weil warm, weil Panik, weil bla. Super Tag, hurra.

Umzugserledigungen: Leider eigentlich keine, weil es dann schon so spät war. Aber immerhin das Angebot der Umzugsfirma angeschaut und beauftragt.

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Mediengedöhns Februar und März 2016

Es ist April, es ist höchste Zeit, endlich mal wieder den liegengebliebenen Haufen an gesehenem Zeuch abzuarbeiten! Also los!

Bücher

Hngh, hngh, hngh.

Übersetzung: Meine Leseunlust hält nach wie vor an und nervt mich.

Filme und Serien

Irgendwann im Februar im Kino gewesen und Deadpool geschaut. Nachdem ich eigentlich nicht wollte und dann doch dachte, der Film könnte ganz gut sein. War er aber nicht. Deadpool ist für mich eine absolut uninnovative Umsetzung der „lass mal nen unkonventionellen Superheldenfilm machen, der sein Genre verarscht“ – Idee. Schräge Hauptfigur, zum Gähnen langweilige, weil mit keinerlei Persönlichkeit außer ihrer Funktion in der Story versehene Nebencharaktere, absolut herkömmliche 0815-Superheldenfilm-Story und Gags, die bei mir in 95 % der Fälle nicht zündeten. Ja, ich hab schon 3 oder 4 Mal gelacht, ein paar der Anspielungen waren ganz witzig. Aber das meiste fand ich zu stumpf und zu … filmemacherisch faul, irgendwie. Das Durchbrechen der vierten Wand, also der Effekt, dass die Figur des Films die Zuschauer anspricht, war vielleicht damals originell, als die ersten Deadpool-Comics erschienen, im Jahr 2016, nach Serien wie Community, House of Cards und Galavant … not so much. Das hätte viel origineller umgesetzt werden müssen, damit ichs lustig gefunden hätte. Dazu ein paar teilweise ganz nette Anspielungen auf andere Filme und viele, viele, viiiiele Witze, die sich mit „hihi, er hat Penis gesagt“ zusammenfassen lassen. Schnarch. Ich glaube, ich habe während jedem anderen MCU Film und tatsächlich sogar während jeder einzelnen Folge Agents of Shield oder Agent Carter mehr gelacht. Anyhoo. War einfach nicht mein Humor und ich hab mich dann doch relativ über die teuren Kinokarte geärgert, so auf DVD wärs vermutlich sogar okay gewesen. Aber auch Marvel darf mal nen Film machen, den ich doof finde, zum MCU gehört er ja zum Glück nicht. Und hey, immerhin mal ne neue Erfahrung, in einem Kinosaal mit durchgehend lachendem Publikum zu sitzen und sich zu fragen, was genau die eigentlich so lustig finden.

Vorher im Kino war ich ja bei The Force Awakens und weil ich den so toll fand, wollte ich mehr Star Wars – wie praktisch, dass Netflix seit Dezember alle 6 Staffeln The Clone Wars im Angebot hat. Nun hat The Clone Wars halt ein paar Probleme, die am Konzept liegen: Es spielt zwischen Episode 2 und 3 in den lächerliche drei Jahre dauernden Klonkriegen, so dass man sich schon nach einer Staffel fragt „wann machen die das eigentlich alles?“ (Oder ist ein Jahr im SW-Universum vielleicht sehr viel länger als auf der Erde? Das würde erstaunlich viele Probleme lösen…). Dazu hirschen halt General Grievous und Count Dooku als Bösewichte herum, deren Schicksal mal aus Episode 3 ja nun mal schon kennt. Anakin Skywalker ist auch in Clone Wars irgendwie ein implusgesteuerter Nervbolzen, aber das war halt nun die Vorgabe und die Serie schafft es wenigstens manchmal, ihn noch ein wenig besser zu beleuchten. Absoluter Nervfaktor ist hingegen die Tatsache, dass auch noch Jar-Jar Binks, dieses Verbrechen der Filmgeschichte, in diversen Episoden durchs Bild tollpatscht. Trotzdem finde ich nach 2 Staffeln die Serie schon ganz nett. Ich mag einige der dort neu eingeführten Charaktere sehr (Asoka!!), es werden öfter mal Sachen thematisiert, die ich mir auch in den Filmen gewünscht hätte (die Klonkrieger und ihre Persönlichkeit(en), die Nutzung der Macht zu etwas anderem als Rumgehüpfe und Lichtschwertgefuchtel) und die Serie nutzt meiner Meinung nach die Tatsache, dass sie animiert ist, sehr gut dafür, um diverse fantastische Schauplätze und abgefahrene Aliens einzubringen, die nach damaligem Stand der Technik in der Realverfilmung einfach nicht drin gewesen wären. Da es keinen durchgehenden roten Handlungsfaden gibt (außer halt: Es ist Klonkrieg und alle gehen hin), schwankt auch die Qualität der Folgen von gut über ganz nett bis zu Jar-Jar-Binks-Folge. Insgesamt jetzt keine Serie, die ich total durchsuchte, aber sehr gut für immer mal eine Folge zwischendurch.

Im Januar und Februar lief dann – wieder in der AoS-Winterpause die zweite Staffel von Agent Carter. Diesmal verschlägt es Peggy Carter nach Los Angeles, wo sie zwischen Filmstars und dubiosen Politikern versucht, einen Mord aufzuklären, der sich schnell als Teil einer Verschwörung entpuppt. So weit, so herkömmlich. Wie auch schon Staffel 1 lebt die Serie von ihrem Flair der späten 40er-Jahre, von der von Hayley Atwell grandios verkörperten Hauptfigur und ihrem Sidekick, dem nicht minder grandios gespielten Stark-Butler Jarvis (James D’Arcy). Der diesmal gegen Ende der Staffel auch für den Drama-Anteil verantwortlich ist und das sehr gut macht. Es gibt wieder, wie in Staffel 1, auch auf der Seite der Antagonisten und zweifelhaften Verbündeten einige spannende und komplexe weibliche Charaktere, die ebenso wie Peggy selbst mit dem Rollenbild in der damaligen Zeit kämpfen – wobei in dieser Staffel das sehr deutliche Hinweisen auf die Frauenrolle in den 40-ern etwas zurückgefahren wurde, was auch ganz gut ist, weil es sich sonst etwas wiederholt hätte. Die Story ist auch wieder spannend (ich hoffe noch auf eine weitere Anbindung in anderen MCU-Dingen, mal sehen), es gibt diesmal auch Liebesgedöhns, das ich aber gut umgesetzt und nicht zu aufdringlich fand. Außerdem weiß ja immer noch kein Mensch, ob die Serie eine dritte Staffel bekommt (soweit mir bekannt ist, wurde vom Sender bisher weder ja noch nein gesagt, was angesichts der Tatsache, dass die meisten verlängerten Serien schon bekannt gegeben wurden, ein eher schlechtes Zeichen ist) und da ja bekannt ist, dass Peggy irgendwann mal geheiratet und Kinder bekommen hat, gibts im Finale der Staffel zumindest eine Möglichkeit, mit wem. Ich glaube, die Serienmacher wussten auch noch nicht, ob sie jetzt ne 3. Staffel kriegen oder nicht, denn einerseits endet die Staffel mit einem Cliffhanger, andererseits fängt die Final-Doppelfolge einfach mal ganz „wir machen das jetzt, weil Bock drauf“-mäßig mit einer (übrigens absolut großartigen) Musicalnummer an. Ich habs jedenfalls wieder gerne geschaut und hoffe auf Staffel 3.

Dann war ich ja im März sehr lange und ausdauernd krank und musste irgendwas gucken, was mein verschleimtes Hirn nicht überfordert. Also hab ich dann mal die erste Staffel von Jane the Virgin geschaut. Die ist auf Netflix verfügbar, die Serie ist afaik ein Remake einer südamerikanischen Telenovela. Wobei sie halt auch in der US-Version eine Telenovela ist, allerdings eine, die sich permanent über sich selbst lustig macht. So ist dann auch einer der Charaktere selber Schauspieler in einer Telenovela und die ganze Serie wird immer von einem Sprecher aus dem Off recht sarkastisch kommentiert. Trotzdem ist schon alles sehr soapig, die Schauspieler sind alle übertrieben hübsch und es muss natürlich in jede Folge mehrere überraschende Wendungen geben. Und Drama. Viel Drama. Achja, die Handlung: Jane, die titelgebende Virgin, lebt mit lebenslustiger Mutter und tiefkatholischer Omma in Miami, spart sich für die Ehe mit ihrem Freund auf und wir dann durch einen blöden Fehler ihrer Frauenärztin mit dem Sperma eines anderen Mannes befruchtet. Hupps, blöd. Das führt dann, zumal es nicht irgendein Mann ist, sondern der Besitzer des Hotels, in dem Jane arbeitet (und mit dem sie vor Jahren mal geknutscht hat) zu mehr Verwicklungen, als ich jetzt hier wiedergeben kann. Wie gesagt, hohes Handlungstempo. Insgesamt jedenfalls eine nette kleine Serie mit sehr cooler Hauptfigur – falls Staffel 2 mal verfügbar ist, guck ich die bestimmt auch.

Ebenfalls auf Netflix: Die neue Serie Love, von Judd Apatow, den ich vor allem als Mitproduzenten von Girls kenne. Die Serie klang jedenfalls, als ob man sie mögen könnte, wenn man Girls auch mag. Und das war dann auch so, wir haben die 10 Folgen in ungefähr 3 Tagen weggeschaut. Love ist eine irgendwie recht schräge Serie mit jeder Menge skurrilen Figuren, es geht auch weniger um Liebe, als man beim Titel denken würde. Die beiden Hauptfiguren eiern umeinander herum, finden sich eigentlich ganz gut, schleppen aber zu viel Scheiß mit sich rum. Das Ganze spielt in LA, es gibt eine Storyline um den Dreh einer trashigen Urban Fantasy-Serie (die ich sehr amüsant fand) und eine Selbsthilfe-Anruf-Radiosendung. Dazu, wie gesagt, jede Menge wirre und schräge Figuren und Schauplätze. Insgesamt hat mir die Staffel ziemlich gut gefallen, ähnlich wie bei Girls wird viel einfach mal gezeigt und die Kamera draufgehalten, ohne große Erklärungen und „du musst das jetzt so finden“-Musik. Das mag ich sehr. Die Schauspieler fand ich auch gut, Gillian Jacobs war ja in Community schon super. Die Staffel hört dann irgendwie einfach so auf, das Ende passt zwar, ist aber durchaus sehr offen – aber Netflix hat ja auch gleich 2 Staffeln bestellt, so dass es irgendwann weitergehen wird.

Kommen wir zur Überraschung des Serienjahres so far: Colony. Eine Serie, nach deren Trailer ich dachte „puh, klingt spannend, kann aber ganz leicht schrottig werden“. Wurde es aber nicht, im Gegenteil. Es ist allerdings auch relativ schwer, über die Serie zu schreiben, ohne zu viel zu verraten. Okay, also das Settings: Die Erde, quasi Jetzt-Zeit, aber die Aliens sind vor knapp einem Jahr gelandet und haben sie erobert. Seitdem leben die Menschen in verschiedenen Kolonien, die durch Mauern getrennt sind, und werden von einer Art Militärdiktatur, die für die Aliens arbeitet, kontrolliert. Verlassen der eigenen Kolonie gibts nicht (bzw. nur in absoluten Ausnahmefällen), Nahrungsmittel und Medikamente sind knapp. Deswegen gibt es auch bereits eine Widerstandsbewegung, die die außerirdischen Herrscher gerne loswerden will. Auftritt Familie Bowman: Will Bowman ist ein ehemaliger FBI-Agent, der mit seiner Frau Katie und 2 seiner 3 Kinder in einer der LA-Kolonien lebt. Kind Nummer 3 war zum Zeitpunkt der Ankunft der Aliens auf einem Schulausflug und ist in einer anderen Kolonie gelandet – Kontaktaufnahme unmöglich. Aus diesem Grund kann Will dann auch nicht anders als zustimmen, als ihm der Verwaltungschef der Kolonie einen Deal anbietet: Er bekommt seinen Sohn wieder – und fängt dafür den Anführer des Widerstands. Das ist so mehr oder weniger das, was in der Pilotepisode passiert. Auch da dachte ich noch „naja, mal gucken, wie das jetzt weitergeht“. Im Prinzip dreht sich die ganze erste Staffel um den Krieg zwischen dem Regime und dem Widerstand, wobei beide Seiten mit ihren Persönlichkeiten, Motiven und der Frage, wie weit sie gehen um ihr Ziel zu erreichen, ausgiebig beleuchtet werden. Und zwar so, dass weder die eine noch die andere Partei besser wegkommt. Das habe ich in dem Ausmaß noch nie in einer Serie gesehen, und in einer us-amerikanischen Networkserie auch wirklich nicht erwartet. Generell ist die Serie sehr un-amerikanisch: Nix mit patriotischen Helden, die gegen die bösen Aliens kämpfen. Es gibt im Prinzip kaum Gut und Böse, bei fast allen Personen wird klar, warum sie das tun, was sie tun. Es gibt ab und zu durchaus gute Actionsequemzen, diese sind aber nicht der Fokus der Serie. Und auch wenn es jetzt so klingt, als drehte sich die Serie vor allem um Will Bowman: Seine Frau ist ganz klar die gleichberechtigte 2. Hauptfigur (und Sarah Wayne Callies spielt ihren Kollegen Josh Holloway gerade im letzten Drittel manchmal ganz schön an die Wand, was jetzt nicht gegen sein Können, sondern für ihrs sprechen soll). Aber über ihren Handlungsstrang kann ich aus Spoilergründen nix verraten. Jedenfalls: Sehr gute, spannende und differenzierte Serie, für mich bisher die beste neue Serie des Jahres. Empfehlung!

Dann gabs ja neulich noch die 2. Staffel Daredevil und mit der bin ich auch schon wieder fertig. Leider mit genau der selben Einschätzung wie letztes Jahr: 12 Folgen top, Finale flop. Und das nervt mich besonders, weil ich die 2. Staffel eigentlich so gut fand, in meinem Kopf das Finale jetzt aber so überpräsent ist, dass ich sie viel schlechter in Erinnerung habe, als das tatsächlich der Eindruck während des Schauens war. Also dann jetzt erstmal kurz zum Finale: Gah! Wenn einem schon als Zuschauer während des Guckens auffällt, was da nicht gut ist und wie einfach man das hätte besser machen können, nervt mich das. Szenen der Art „Während eines Kampfes stehen 4 Leute tatenlos im Hintergrund, statt die Möglichkeit zu nutzen, den Gegner umzubringen“ nerven mich auch. Die Nichtaufklärung eines Plotelementes – in diesem Fall können wir wörtlich von einem Plot Hole reden, if you know what I mean – nervt mich ebenfalls. Und wenn dann noch eine vermeintlich spannende (war sie nicht, da komplett vorhersehbar) Wendung passiert, was nur dadurch ermöglicht wurde, dass die Hauptfigur und deren Begleiter kollektiv ihr Hirn ausgeschaltet haben, beiß ich in mein Sofakissen. Narf! Nee, das regt mich immer noch auf. Zumal man alles davon mit ganz wenig Aufwand hätte besser machen können (z. B. darstellen, dass die Personen über den Hirnausschaltfakt zwar nachdenken, aber nicht glauben, dass der Fall eintreten könnte).

Aber sonst war die Staffel schon verdammt gut. Der Schwachpunkt war für mich die ganze Storyline um die Hand, Black Sky und diese ganze schwurbelige Nekromantiesache, die war zu sehr vorhersehbar (z. B. kam für mich die Enthüllung bezüglich Black Sky null überraschend, weil ich das schon genauso mir gedacht hatte). Elektra hingegen war schon okay, sie hat mich zwar am Anfang echt komplett genervt, aber am Ende gings dann. Trotzdem für mich jetzt nicht das Highlight, wenn auch gut gespielt. Der Punisher hingegen: Hammer. Gut in die Serie eingebaut, toll gespielt und in Szene gesetzt. Nur dann halt im Finale genauso jämmerlich versickert wie der Rest, aber egal, die restliche Zeit über fand ich seine Geschichte mit am besten. Ebenso wie alle Szenen, in denen es um die Kanzlei und die Gerichtsverhandlungen ging, und natürlich um Karen und ihre Entwicklung. Überhaupt, Karen. Ich mochte sie schon in Staffel 1 sehr gerne, inzwischen ist sie glaub ich mein Lieblingscharakter geworden. Übrigens auch ein tolles Beispiel für einen interessanten und starken weiblichen Charakter, ohne dass sie sich im Kostüm auf irgendwelchen Dächern prügelt. Genau wie Claire auch, die ich auch klasse finde. Und überhaupt, die Serie hat beachtlich viele weibliche Nebencharaktere in üblicherweise oder zumindest oft männlich besetzen Rollen (Richterin, Staatsanwältin, Personalchefin), das ist mir sehr positiv aufgefallen. Und auch die letzte Szene vor der allerletzten (dämlichen) Szene fand ich grandios und bin gespannt, was sie für Folgen haben wird. In jedem Fall ne sehr sehenswerte Sache, aber das nächste Mal bitte etwas mehr Mühe beim Finale geben.

Und zum Schluss noch: Making a Murderer. Dazu kann ich eigentlich gar nicht viel schreiben, sonst muss ich mich wieder fürchterlich aufregen. Also am besten einfach gar nicht groß vorher drüber informieren, gucken, ungläubig sein und am Ende freuen, dass das Justizsystem in Deutschland – was auch seine Tücken und Lücken hat und mit dessen praktischen Unzulänglichkeiten ich mich jeden Arbeitstag auseinandersetze – doch um Längen besser ist als das in den USA.

Spiele

Immer noch Fallout 4, wobei ich in letzter Zeit irgendwie sehr wenig Zeit und Lust hatte, weiterzuspielen. Kommt aber bestimmt wieder, eigentlich find ichs ja immer noch gut. Auch wenn ich nach fast 100 Stunden Spielzeit immer noch sehr viel MainQuest vor mir habe.

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Mediengedöhns: Oktober und November 2014

Long time, no blog. Im Moment ist mir auch nicht wirklich danach. Aber damit hier wieder mal was passiert, kommt mal wieder ein bisschen was zum Medienkonsum.

Bücher/Comics

Mit Maddaddam habe ich nun auch den dritten und letzten Band der gleichnamigen Reihe von Margaret Atwood ausgelesen. Und kann sie weiterhin sehr empfehlen. Im dritten Teil laufen die Geschichten aus Band 1 und 2 zusammen und von da an wird weitererzählt. Es geht ums Überleben, um das Zurechtfinden in dieser so anderen, durcheinandergeworfenen Welt, um die Akzeptanz von anderen Lebewesen, die vielleicht gar nicht so fremdartig und böse sind, wie man zunächst denkt. Es geht um Liebe, es gibt wieder die Origin Story einer Figur und ganz nebenbei enwirft die Autorin eine wunderbar sinnlose Religion. Großartig geschrieben ist es außerdem. Es gibt eine Szene, in der ein Tag im Zeitraffer beschrieben wird und das ist so gut gemacht, dass man beim Lesen förmlich die Schatten wandern sieht. Also, ganz große Empfehlung für die Trilogie – gehet hin und leset!

Zitate:

“It had helped to keep her sane, that writing. Then, when time had begun again and real people had entered it, she’d abandoned it here. Now it’s a whisper from the past.
Is that what writing amounts to? The voice your ghost would have, if it had a voice?”

„She is about to add, „I have scars, inside me,“ but she stops herself. What is a scar, Oh Toby? That would be the next question. Then she’d have to explain what a scar is. A scar is like writing on your body. It tells about something that once happened to you, such as a cut on your skin where blood came out.”

Und schon wieder Teil einer Trilogie war das nächste Buch, nämlich Mit dem Rücken zur Wand von Klaus Kordon. Das ist Band 2 der sogenannten „Trilogie der Wendepunkte“, über deren ersten Band ich schon schrieb. Diesmal geht es ins Jahr 1932/33 und thematisch um die Machtergreifung der Nazis. Erzählt wird wieder aus der Perspektive eines Jungen, diesmal aus der der 14-jährigen Hans (der im ersten Band auch schon vorkam, allerdings als Kleinkind). Die Familiengeschichte der Gebhardts macht sozusagen einen Zeitsprung von 14 Jahren, die Figuren sind aber die Gleichen und es ist natürlich interessant zu sehen, was so mit ihnen passiert ist. Auch sonst fand ich das Buch wieder sehr interessant, denn auch die dort beschriebene Zeit ist wieder so eine, die man im Geschichtsunterricht eher nur streift. Klar, Hindenburg, Neuwahlen, Hitler als Reichskanzler, Reichstagsbrand, etc., das hat man schon mal gehört, aber wenn man Hitler hört, ist man gedanklich doch meistens schon 6 Jahre weiter bei Kriegsbeginn. Ich glaub, das ist es auch, was die Buchreihe für mich so faszinierend macht: Dass sie eben genau die Zeit beleuchtet, in der die Grundlagen für spätere Ereignisse geschaffen wurden, in der eben der eigentliche Wendepunkt liegt. Der andere Teil der Faszination liegt darin, dass alles so lebendig und so greifbar geschrieben ist. Dieser kleine Mikrokosmos des Berliner Hinterhofhauses, der Fabrik, der Familie, das alles sehe ich beim Lesen geradezu vor mir. Deswegen hatte ich das Buch auch wieder sehr schnell durch und werde mir auf jeden Fall auch Teil 3 zulegen.

Ansonsten habe ich einen Comic gelesen. Das ist jetzt an sich nicht so bemerkenswert, aber es war der erste Comic, den ich je in meinem Leben gelesen habe. (Ja, ehrlich. Nein, keine lustigen Taschenbücher, ich fand als Kind schon dicke Bücher toll. Nein, echt nicht. Nie. Bis jetzt halt.) Ich las also mit Velvet meinen allerersten Comic. Die Empfehlung kam von Ingo vom Obskures-Blog und klang so interessant, dass ich mir trotz nicht grad hoher Comicaffinität den ersten Sammelband (Before the living end) zugelegt habe. Worum geht’s? Nun, um die titelgebende Heldin, Velvet Templeton (großartiger Name *g*), die als Sekretärin im Staatsdienst arbeitet. Jedenfalls im Moment. Früher war sie aber selbst Agentin – und als einer ihrer Kollegen ermordet wird, holt die Vergangenheit sie wieder ein. Nun ist es ja so, dass ich total auf Agentengeschichten stehe und daher schon die Beschreibung cool fand. Der Comic hat mir dann auch ziemlich gut gefallen, ich mag den Zeichenstil, die Hauptfigur ist ziemlich super und die Geschichte ist auch spannend, wenn sie auch in Teil 1 leider nicht abgeschlossen wird. Teil 2 erscheint gerade so nach und nach, da werde ich aber wieder auf den Sammelband warten. Generell ist mein Problem mit Comics aber nach wie vor da … es ist für um die 20 Euro einfach wenig Text und viel Bild und man ist sehr schnell durch mit dem Lesen. (In diesem Fall wollte ich nicht, dass ich so fix durch bin, legte das Ding nach der Hälfte irgendwo hin und vergaß es erstmal – aber an sich kann man das halt schon in maximal ner Stunde durchlesen.) Von daher weiß ich nicht, ob ich jetzt der Mega-Comicfan werde, aber den nächsten Band Velvet les ich auch noch auf jeden Fall. Und den Batman-Comic, den ich noch auf dem Stapel ungelesener Bücher liegen habe.

Filme und Serien

Wir haben daheim jetzt Netflix. Das muss man mal als erstes zum Thema Filme und Serien sagen, weil es doch eine ganz schöne Veränderung ist, auf einmal so viel Kram verfügbar zu haben. Ich war ja erst skeptisch, ob das alles gut und problemlos und ruckel- und bufferfrei funktionieren würde. Aber der Herr Mitbewohner hat sich dann für den kostenlosen Probemonat angemeldet und einen Wlan-fähigen BluRay-Player angeschafft und ich muss sagen: Es ist schon ziemlich großartig. Klar, um aktuelle Serien zu verfolgen, ist es eher nicht geeignet. Aber da sind durchaus diverse Sachen drin, in die ich immer schon mal reinschauen wollte. Und grad bei Filmen auch relativ aktuelle Sachen so aus den letzten 1-2 Jahren, also gar nicht übel. Also für 8 Euro im Monat (die man theoretisch zu dritt teilen kann) ist das schon echt ne feine Sache. Zumal bisher alles mit Originalton verfügbar war, das ist für mich ja immer so das wichtigste Kriteritum.
Ich habe dann auch die Tätigkeit des Bettflixens etabliert. Soll heißen: Momentan kann ich stundenlang im Bett liegen und alte Sitcomfolgen auf dem Laptop gucken.

So, was hab ich denn geschaut:

Die dritte Staffel 2 Broke Girls. Muss man nicht viel zu sagen: Weiterhin gute Unterhaltung mit hoher Gagdichte, auch ein bisschen fortlaufende Geschichte, kann man wunderbar zum Essen gucken. Viel mehr kann man dazu nicht sagen. Außer dass ich es immer noch besser gefunden hätte, wenn der Love-Interest-Charakter in Thor die von Kat Dennigs gespielte Assistentin gewesen wäre, statt der irgendwie schnarchigen Rolle von Natalie Portman (nix gegen Frau Portman, aber Jane (heißt die so?) ist echt öde).

Mit großem Bedauern habe ich dann auch die fünfte und letzte Staffel Leverage geschaut. Darüber schrob ich noch nie, aber die 4. Staffel hab ich auch schon vor ner ganzen Weile geschaut. Wem es nix sagt – Leverage ist eine Art moderne Robin Hood-Geschichte: 5 Betrüger tun sich zusammen und helfen Leuten, die von Politikern, Firmenbossen oder Versicherungen abgezockt werden. Das war so die Serie, in der ich mich nach der Hälfte der Pilotfolge in alle 5 Hauptcharaktere gleichzeit verliebt habe. Die Serie lebt auch sehr von den tollen Charakteren und deren Dynamik untereinander und halt von der lustigen und kreativen Weise, wie sie bei ihren Betrügereien vorgehen. Und zum Glück, was ich wirklich toll finde, hat man in der letzten Staffel nicht versucht, irgendein großes Ding abzuziehen mit irgendeiner großen Story und Drama und Blubb, sondern es gab einfach nochmal großartige Einzelfolgen mit ein bisschen was an übergreifendem Hintergrundzeug, was aber ausreicht, um am Ende zu erkären, wieso das Team am Ende nicht so weiter besteht wie zuvor. Und die letzte Szene war einfach supercool. Oder kurz gesagt:

Nun musste natürlich Ersatz her und eine neue Serie begonnen werden, so dass ich – dank Netflix – die erste Staffe White Collar geschaut habe. Fazit:  Hmmmjaaaah. Eigentlich ist die Prämisse der Serie ziemlich cool: FBI-Agent holt genialen Betrüger und Fälscher zwecks Zusammenarbeit bei der Aufklärung von ähnlichen Verbrechen aus dem Gefängnis. Das ergibt ein ungleiches Paar, nämlich den soliden, fähigen FBI-Menschen mit dem vertrauenwürdigen Knautschgesicht (gespielt von Tim DeKay) und den schillernden, alleskönnenden, leichtfüßigen Gentlemanganoven (gespielt vom unglaublich gut aussehenden Matt Bomer). Dazu kommen FBI-Kollegen, Ganovenfreunde und des FBI-Agenten Ehefrau. Die Fälle sind auch alle recht unterhaltsam, man kann das auch ganz gut gucken. Aber: Es ist eine Serie, die unglaublich an der Oberfläche bleibt. Keine der Figuren hat Fehler oder Probleme oder irgendwas, was Tiefgang verleiht. (Am schlimmsten ist da übrigens die Ehefrau. Ich war die ganze Staffel lang überzeugt, dass sie eigentlich was Fieses im Schilde führen muss, denn kein Mensch verhält sich so supermegaperfekt wie sie. War aber natürlich nicht so, das ist wohl das, was sich die Serienmacher unter einer verständnisvollen Ehefrau vorstellen.) Die beiden Hauptfiguren zerstreiten sich auch mal, haben Probleme, sich zu vertrauen, aber alles ist immer schnell wieder gut, alles bleibt an der Oberfläche. Es wird auch gar nicht groß drauf eingegangen, wie seltsam diese Zusammenarbeit eigentlich ist, und spätestens nach der halben Staffel ist der Ganove auch im ganzen FBI-Team akzeptiert. Nun ja, ich denke, dass das wohl alles zum Konzept der Serie gehört, ebenso wie die vielen Außenaufnahmen von New York, bei denen es nie regnet oder bewölkt ist. Ist auch okay, holt mich aber halt nur so zu 30 % ab … na gut, zu 45 %, Matt Bomer ist echt schick. Staffel 2 werde ich mir gelegentlich auch noch ansehen, aber ich fiebere nicht gerade drauf hin.

Einen Film sah ich dann auch noch, als ich krank zu Hause lag, nämlich Once. Den hätte ich vermutlich nie geschaut, wenn ich nicht bei Netflix drüber gestolpert wäre. Once ist ein irischer Musikfilm, der erzählt, wie ein Straßenmusiker in Dublin sich mit einer tschechischen Immigrantin anfreundet und mit ihr und anderen Musikern ein Demotape aufnimmt. Und das ist so basically schon der ganze Film. Es gibt keine Liebesgeschichte (wohl aber eine Freundschaftsgeschichte), es gibt keinen Gegenspieler, es gibt einfach nur Leute, die nett miteinander umgehen und Musik. Das ist alles ganz ruhig und unaufgeregt erzählt, hat mir aber sehr viel Spaß beim Zuschauen gemacht. Und die Musik ist auch gut. Anhörtipp: Falling Slowly (Originalszene aus dem Film).

PC-Spiele

Nachdem ich das letzte Mal ja schon schrieb, dass ich gerade Assassin’s Creed: Revelations spiele, kann ich nun auch davon berichten, denn ich habe es schon eine Weile durch. Das Spiel ist auch ein Stück kürzer als Brotherhood und AC2, jedenfalls gibt es weniger Haupthandlung, so dass ich dann irgendwann durch war, ohne den ganzen Nebenkram wie Istanbul reparieren, Assassinen ausbilden etc. komplett zu Ende gemacht zu haben. Aber das ist auch nicht weiter schlimm. Die Haupthandlung beinhaltet wieder ein wenig Desmond (diesmal in einem sehr abgefahrenen Setting) und viel Ezio. Letzterer ist älter geworden und sucht nun nach den Hinterlassenschaften von Altair, dem Charakter aus dem ersten Teil. Es gibt auch immer wieder Sequenzen, in denen man  Altair spielt. Letztendlich werden die drei Handlungsstränge Desmond-Altair-Ezio sehr gekonnt miteinander verwoben und das Ende (der Ezio-Handlung) ist auch wirklich sehr, sehr schön und auch toll ge“filmt“ und mit toller Musik unterlegt. Ein würdiger Abschluss für den Charakter, den man immerhin drei Teile lang begleitet hat.
Auch das Spiel an sich hat Spaß gemacht, ich fand es recht nett, dass man vor allem Dinge sucht und nicht so viel Leute abmetzelt, es gibt auch eine sehr entzückende Liebesgeschichte und Konstantinopel ist ein wunderschönes Setting. Auch die neuen Tricks, wie das Entlangrutschen an den Seilen über den Dächern, sind witzig.

Nun ist aber erstmal Schluss mit den Assassinen, den dritten Teil finde ich vom Thema her so öde, dass ich den nicht spielen will. Vermutlich steig ich mit Black Flag oder gleich mit Unity wieder ein. Ihr wisst schon, dem Spiel, in dem man 1 Jahr lang die Notre Dame-Kathedrale entwickelt, aber kein Budget für einen weiblichen Spielercharakter da ist. (Ja, ich werds trotzdem spielen, es sieht halt schon geil aus …). Aktuell spiel ich aber erstmal Dragon Age Origins, damit ich dann nach Weihnachten mit vollem Hintergrundwissen in Inquisition einsteigen kann.

So, das war der Medienbeitrag des Monats. So long and thank’s for all the fish!

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