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2016 – Der persönliche Rückblick

Ja, heute ist schon der 01.01. und einen Jahresrücklick schreibt man ja eigentlich noch im alten Jahr … aber:

Tja, und das ist ja schon bezeichnend für das letzte Jahr. So viele Todesfälle von bekannten Personen gab es vermutlich lange nicht mehr in einem Jahr. Oder vielleicht wird man einfach nur älter und kennt einfach mehr der Leute, die es jetzt erwischt hat. Keine Ahnung. Aber ich hatte schon das Gefühl, dass auffällig viele Prominente gestorben sind. Teilweise welche, die mir persönlich nicht so viel bedeutet haben, deren Einfluss aber unverkennbar groß war (wie David Bowie oder George Michael), teilweise welche, bei denen ich es einfach krass fand (wie der noch sehr junge Anton Yelchin, der so tragisch von seinem eigenen Auto überfahren wurde) und teilweise halt auch welche, deren Tod mich sehr traurig gemacht hat. Ich bin immer noch komplett erschüttert und traurig über den Tod von Carrie Fisher. Ich weiß auch gar nicht so richtig, was ich dazu schreiben soll, deswegen lass ichs jetzt, sonst heul ich schon wieder.

Vielleicht haben all die Verstorbenen auch nur lieben der Planeten verlassen, bevor er endgültig vor die Hunde geht. Jedenfalls war 2016 auch das Jahr, in dem mein Glaube an die Menschheit mal so richtig verloren ging. AfD in Deutschland, Rechtsruck in ganz Europa, diverse Anschläge mit jedesmal vollkommen beschissenen Reaktionen darauf, Brexit, und als „Highlight“ dann die US-Wahl. Als bekannt wurde, dass Trump gewonnen hat, waren wir gerade auf Rollenspieltour in der dänischen Einöde, und am liebsten wäre ich gleich für die nächsten 4-8 Jahre dort geblieben. Wie das alles nun weitergehen soll, wie schlimm hier in Deutschland die nächste Bundestagswahl wird und ob ich nächstes Jahr keinen Jahresrücklick mehr schreiben werde, weil irgendein Vollidiot die Erde leider nuklear vernichtet hat … ich hab keine Ahnung. Vor allem hab ich auch keine Ahnung, was man so als Privatperson und kleines Licht überhaupt machen kann, um zu verhindern, dass hier nächstes Jahr auch die Nazis im Bundestag sitzen. Ich hoffe, dass sich da in den nächsten Wochen und Monaten vielleicht noch Ideen finden, die man unterstützen kann.

2016 endet jedenfalls für mich absolut negativ, die letzten Wochen waren eine absolute Katastrophe. Wir mussten unsere alte Katzendame nach zum Glück wirklich nur kurzer Krankheit einschläfern lassen. Dazu dann die Arbeit am Nandurion-Adventskalender, der dieses Jahr gut lief und auch nicht von mir hauptverantwortlich organisiert wurde, der mich aber auch dieses Jahr einfach sehr belastet hat, weil ich nicht aufhören konnte, ständig an irgendwelche noch offenen To-Do-Listen zu denken. Und ich hatte ab Ende November die schlimmste Migräneattacke meines Lebens (lustig, das kann ich fast von jedem Jahr rückblickend behaupten…), mit anderthalb Wochen krank mit Kopfschmerzen ohne Ende, 12 Tagen Cortisontherapie mit maximal 5-6 Stunden Schlaf pro Nacht und dann dem kompletten Zusammenbruch nach Absetzen des Cortisons, mit noch schlimmeren Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Bauchkrämpfen, Gliederschmerzen und Schüttelfrost. Bis auf die Kopfschmerzen verschwand dann alles nach Tagen so langsam, ich war wieder krankgeschrieben, dann kam wegen der nicht enden wollenden Kopfschmerzen noch ein Trip in die Notaufnahme dazu (wo ich die Menschen sehr faszinierte damit, welche Mengen an Schmerzmitteln absolut KEINEN Effekt auf mich hatten). Am Ende ist nun nach drei Wochen Ruhe mit möglichst wenig Stress langsam wieder alles gut, ich hatte jetzt zwischen den Feiertagen immerhin mal drei Tage am Stück ohne Migränetabletten nehmen zu müssen. Morgen gehe ich dann wieder arbeiten, was vermutlich wenig ersprießlich wird, weil vermutlich mindestens meine Kollegin und mein Arschlochchef mich jetzt wieder eine Woche lang passiv-aggressiv daran erinnern, dass ja alles liegen geblieben ist, weil ich nicht da war und ich außerdem damit rechne, spätestens morgen zum Feierabend nach 8,5 Stunden Lärm- und Stressbeschallung wieder im Migräneland angekommen zu sein.

Jo, die Arbeit war auch dieses Jahr wieder ein steter Quell von Freude und Heiterkeit … nicht stattfindende Kommunikation, ewiges Aufschieben von anstehenden Notwendigkeiten (wie das Suchen von neuen Aushilfen, wenn klar ist, dass ab Zeitpunkt X die aktuellen aufhören), generell das ganze Thema Aushilfen (es ist unfassbar, wie viele Leute mit Abitur und teilweise abgeschlossenem Studium es nicht schaffen, die simpelsten Tätigkeiten in einem Büro auszuführen, und ich rede da von Sachen wie „die richtigen Briefmarken auf die richtigen Umschläge kleben“ und ähnlichen Raketenwissenschaften…) war einfach ein absolutes Destaster. Ich habe dieses Jahr 8 Leute eingearbeitet … vermutlich kann man mich inzwischen nachts um drei wecken und ich kann immer noch meine „So-funktioniert-die-Telefonanlage“-Nummer aufsagen. Dass es nicht besser mit der Arbeitsüberlastung wird, wenn man 30 Stunden Azubi-Arbeitszeit durch 20 Stunden Aushilfs-Arbeitszeit ersetzt und dann die Hälfte des Jahres selbige entweder ganz ausfällt oder von komplett unfähigen Leuten ausgführt wird, sollte auch klar sein. Es war jedenfalls mal wieder ein beschissenes Jahr, was den Job angeht, gefühlt wirds auch jedes Jahr schlimmer. Ob ich 2017 nun wirklich mal versuche, was anderes zu machen, wird sich dann zeigen. Das Potenzial, sich noch zu verschlechtern, ist leider durchaus vorhanden. Falls mich überhaupt einer einstellen würde, immerhin bin ich ja 31 und werde natürlich demnächst anfangen, mit meinem imaginären Ehemann viele imaginäre Kinder in die Welt zu setzen … oder so. Wobei ich nach wie vor hoffe, dass das in einem Beruf, in dem man eh keine leitende Position hat und Schwangerschaftsvertretungen üblich und an der Tagesordnung sind, nicht ganz so sehr ins Gewicht fällt. Ach, ich hab keine Ahnung. Es kann jedenfalls sein, dass der Mitbewohner und ich nun doch mal a) gucken, ob wir hier in der Nähe eine etwas größere Wohnung finden oder b) unsere jetzige Wohnung grundlegend renovieren, was in beiden Fällen so viel Stress werden wird, dass ein gleichzeitiger Jobwechsel vermutlich damit endet, dass einfach mein Kopf explodiert.

Was mich zu der nächsten Erkenntnis des Jahres führt, nämlich der, dass mein blödes Migräne-Gehirn wirklich nicht so ganz läuft wie die Hirne von anderen Leuten. Ich hab mich eigentlich immer bemüht, mich nicht von der Kack-Migräne allzusehr ausbremsen zu lassen, allerdings nimmt es halt mehr und mehr zu, dass ich auch ohne die eigentlichen Kopfschmerzen merke, dass ich Dinge einfach nicht so kann wie andere. Natürlich kann jeder Dinge besser oder schlechter oder ist empfindlich für andere Sachen, aber in letzter Zeit fällt mir immer mehr auf, wie … anders mein Kopf sich dann doch verhält. Zum einen ist das halt absolute Lärmempfindlichkeit – wenn jemand in meiner Nähe eine Papiertüte zusammenknüllt, ist das für mich schon so, dass ich mir die Ohren zuhalten will. Zum anderen halt die Unfähigkeit, Sachen auszublenden, wie z. B. ein kleines Lämpchen irgendwo in der Ecke vom DVD-Player … wenn ich das sehen kann, kann ich mich nicht auf den Fernsehbildschirm konzentrieren. Und vor allem, und das ist das Schlimmste, meine absolute Unfähigkeit, nicht wegen kommender Ereignisse und zu planenden Dingen komplett auszuflippen. Im Sinne von „ich liege bis 2 Uhr nachts wach, weil ich darüber nachdenke, was ich für Ereignis X noch organisieren muss und was bei Sache Y wohl schiefgehen kann und wo wir gerade dabei sind, hier ist noch eine Liste von 17 anderen To-Do-Dingen, die noch offen sind“. Das Ganze macht mich übrigens nicht produktiver, denn nachdem ich dann so lange über irgendwelchen Organisationsplänen wachgelegen habe, bin ich am nächsten Tag meistens zu müde, um irgendwas davon umzusetzen. Das … nervt. Insofern werde ich wohl mal schauen müssen, ob mein überdrehtes Panikhirn nicht mit irgendwelchen Sachen mal ein bisschen zu beruhigen ist. (Fun fact nebenher: Viele Leute, die mich im Real Life kennen, behaupten von mir, ich sei ja eher so sehr ruhig und gelassen und sicher, während in meinem Kopf eigentlich permanent ein Eichhörnchen auf Speed wohnt und mir tausend wirre Gedanken ins Hirn brüllt. Ich frage mich ehrlich, wie diese Wahrnehmung von mir nach außen ankommt.)

Hurra, das waren jetzt 5 lange Absätze über Dinge, die kacke waren. Äh, ja. Tja. Was übrigens auch noch kacke war: 2016 war das absolute Jahr der Reisepannen. Da war alles dabei, von eher nervigen Flugverspätungen über „bei Gewitter 2 Stunden auf dem Rollfeld festsitzen“ bis hin zu einem komplett gestrichenen Flug (dessen Kosten wir von Air Berlin – fliegt bloß nicht mit denen, never!  – wohl nie wiedersehen werden) und dem defekten Mietwagen, mit dem wir in Italien mitten auf einer vielbefahrenen Hauptstraße in Siena liegenblieben, um danach in einer siebenstündigen Odysee der Mietwagenfirma ein Ersatzauto aus den Rippen zu leiern.

Irgendwie habe ich diesen Artikel angefangen, um auch nochmal für mich festzuhalten, was an 2016 GUT war, aber nun habe ich doch erstmal ausgiebig gemotzt. Hm. Das Jahr hatte aber trotzdem auch schöne Momente. Ein wirklich toller Urlaub in London, zwei schöne Rollenspielcons, das mehrmalige Wiedersehen von ehemaligen DSA-Mitspielern. Ein trotz Flugpleiten toller Besuch in Stuttgart mit Besuch der Comic-Con und tollem Fiasko-Abend mit schwäbischem Essen bei Nandurion-Kollege Vibart, ein cooles Rollenspielwochenende mit Ebenfalls-Mitnanduriat Cifer. Generell viele gute Rollenspielsitzungen. Eine Wanderung auf den Bergwegen der Cinque Terre, die vor allem deshalb toll war, weil ich sie schlicht vor gar nicht langer Zeit nicht imstande gewesen wäre zu absolvieren. Viele, viele Stunden, die ich im Sommer im Park auf der Wiese gelegen habe, lesend oder Podcast hörend. Spontane Abende im Biergarten. Viele großartige Frühstücke mit leckerem Essen vom Wochenmarkt. Spaziergänge an der Ostseeküste. Unglaublich viele gute Serienfolgen. Steak-and-FEELS-Night mit Anna. Auch ein Pluspunkt: Twitter. So viele lustige Gespräche, Diskussionen (die teilweise hier im Blog weitergeführt wurden), generelles Up-to-date-bleiben bezüglich vieler Leute, die ich mag. Und natürlich die eigentlich durchgehenden Twitter-DM-Gespräche mit Judith. Dass ab und an hier jemand meine Beiträge mag oder kommentiert, freut mich natürlich auch sehr.

Ansonsten, und es ist mir eigentlich sehr unangenehm, darüber zu schreiben, aber: Sport. Im Sinne von: Ich machte welchen. Regelmäßig. Schwimmen und Joggen und Yoga nach YouTube-Videos. Ja gut, viel mehr gibt es dazu auch nicht zu sagen, aber es ist auf jeden Fall ein Novum für mich, das länger als nen Monat am Stück durchzuhalten, und auch wenn gerade natürlich alles total ins Stocken geraten ist durch die fast 4 Wochen krank sein und die Feiertage, hoffe ich, dass ich auch in diesem Jahr weiter regelmäßig was mache. Vor allem, um vielleicht endlich die Rückenschmerzen und die Migräne einzudämmen.

Nun muss ich noch über Star Wars reden, denn 2016 war vor allem das Jahr, in dem ich zum hoffnungslosen Star Wars-Fangirl wurde. Auch wenn ich die alte Trilogie mochte (die Prequels jetzt eher … nicht so), war ich nie so ein totaler SW-Fan. Das hat sich erst mit Episode 7 geändert, den ich wirklich unglaublich großartig finde – der erste Film seit Return of the King, den ich mehr als einmal im Kino gesehen habe. Dann war praktischerweise ja direkt nach dem Kinostart auf einmal die Clone Wars-Serie auf Netflix verfügbar. Und dann kam Judith und sagte mir „gehe hin und gucke Rebels“ und ich tat es und dann war ich auch endgültig durch den Kaninchenbau in eine weit, weit entfernte Galaxis gefallen. Und das war sogar noch, bevor Tharun-Marcus mich davon überzeugte, die Star-Wars-Kampagne des One Shot Podcasts zu hören. Das Jahr war jedenfalls sehr geprägt von Star Wars, über Romane und Comics lesen, Star Wars-FATE spielen, Clone Wars und Rebels gucken, den Star Wars-YouTube-Kanal verfolgen, auf Rogue One hinfiebern bis hin zur wohl nerdigsten Aktion von allen, nämlich meinem Ezra-Bridger-Cosplay auf der Comic-Con in Berlin. Und: I REGRET NOTHING! Es fühlt sich einfach gut an, einer fiktiven Welt so verfallen zu sein, vor allem jetzt, wo sie mit so viel neuem Material gefüllt wird.

Puh. Okay, ich glaube, jetzt füll ich noch den üblichen Fragebogen aus und dann lass ichs gut sein.

Zugenommen oder abgenommen?
Abgenommen.

Haare länger oder kürzer?
Kürzer. Aber immer noch lang. Demnächst gehts aber mal wieder zum Friseur, wobei auch da kein Kurzhaarschnitt entstehen wird.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Ist wohl gleichgeblieben.

Mehr Kohle oder weniger?

Ich arbeite nach wie vor 80 %, habe aber eine kleine Gehaltserhöhung bekommen. Aber wirklich eine kleine, daher: unwesentlich mehr.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Ich glaube fast, mehr. Der London-Urlaub war schon ziemlich teuer und der Sommerurlaub auch nicht billig. Und dazu kam dann ja noch ein Flug nach Stuttgart, eien Fahrt nach Berlin und so manches andere.

Der hirnrissigste Plan?
„Fahren wir doch mal nach Siena zum Supermarkt und schauen, ob das Auto immer Probleme hat, wieder anzuspringen.“ Wir so im Italienurlaub.

Die gefährlichste Unternehmung?
Da fällt mir nix ein.

Mehr Sport oder weniger?

Mehr.

Die teuerste Anschaffung?

Ich denke und denke, aber mir will nix einfallen, was insgesamt wohl teurer war als die Bestandteile für mein Cosplay-Outfit.

Das leckerste Essen?

Ungefähr alles, was es in Italien so gab, das Steak Dinner bei Hawksmoor in London, und natürlich die jährliche Weihnachtsgans bei meinen Eltern.

Das beeindruckendste Buch?
Ich habe ja leider wieder recht wenig gelesen. Hm. Am beeindruckendsten fand ich vermutlich die Autobiographie von Felicia Day.

Das enttäuschendste Buch?
Der „Ahsoka“-Roman.

Der beste Film?
Puh. Schwer. Da schwanke ich doch sehr zwischen „Captain America – Civil War“ und „Rogue One“.

Liebste Serie?
Star Wars: Rebels und Agents of SHIELD. Nein, ich kann mich nicht zwischen den beiden entscheiden.

Der beste Theaterbesuch?
„Wicked“ im Apollo Victoria in London.

Die beste Musik?
Ich fürchte, ich hab ja 2016 kein einziges Lied gehört, was ich noch nicht kannte. Am meisten gehört vermutlich immer noch das letzte Florence and the Machine-Album.

Die meiste Zeit verbracht mit…?
… dem Herrn Mitbewohner und ihrer Majestät der Katze.

Die schönste Zeit verbracht mit… ?
… dem Herrn Mitbewohner und ihrer Majestät der Katze.

Vorherrschendes Gefühl 2016?
„The world is coming undone.“

2016 zum ersten Mal getan?
Einen Podcast gehört. Selbst in einem zu Gast gewesen. London besucht. Joggen gewesen. Cosplay gemacht. RPG übers Internet gespielt.

2016 nach langer Zeit wieder getan?
In der Notaufnahme gewesen. Urlaub in einer richtig warmen Gegend gemacht.

3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Migräne. Die weltpolitische Lage. Abschied vom Katz.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Keine Ahnung.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Tja, keine Ahnung. Ich glaub, der Mitbewohner mag das Star-Wars-Doctor-Who-Crossover-Shirt, was ich ihm zu Weihnachten geschenkt habe.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Geräuschunterdrückende Kopfhörer, das Geburtstagsgeschenk vom Mitbewohner. Die Dinger sind ein absoluter Segen.

Der folgenreichste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
Keine Ahnung.

Der folgenreichste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
Keine Ahnung.

2016 war mit 1 Wort…?
Schlimm.

Vorsätze für 2017?
Weiter Spocht machen, mein hyperaktives Nervhirn beruhigen (s. o.), Wohnsituation verbessern, Jobsituation verbessern, entweder durch Wechsel oder durch noch-viel-weniger-nen-Scheiß-drum-kümmern, ob in dem Chaosladen irgendwas funktioniert. Weniger übertriebene Perfektionismus-Ansprüche an mich stellen. Runterkommen, ganz allgemein.

So. Das wars.

Ich wünsch euch allen ein wunderbares, fantastisches, erfolgreiches, friedliches und gesundes Jahr 2017!

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Don’t kill my darlings – wieso ich keine Charaktertode brauche

Das ist jetzt wieder ein Artikel, der aus einer Twitterdiskussion entstanden ist, bei der dann alle Beteiligten feststellten, dass man auf Twitter einfach nicht gescheit diskutieren kann. Also, all ihr da draußen, die ihr an der Diskussion teilgenommen habt, fühlt euch eingeladen, in den Kommentaren weiterzumachen 🙂

Wie die Überschrift schon sagt, es geht um Charaktertod und dessen Für und Wider und vor allem die Frage, ob er vom Zufall abhängen sollte. Ausgangspunkt war dieser Blogeintrag und da die Antwort auf Frage 3. Ich zitiere mal in Teilen:

Der Charaktertod gehört dazu. Und er muss nicht immer sinnvoll sein. Natürlich wünschten sich viele Spieler für ihren Charakter einen heldenhaften Tod, aber auch ein erfolgloser Wurf beim Klettern in 500 Fuß Höhe kann zum Absturz und damit zum Ableben führen.

Dieser Aussage stimmten auf Twitter so einige Leute zu, ich musste wie immer bei dem Thema reflexhaft widersprechen und nun habe ich den Salat und muss darüber bloggen. Also nicht, weil mich einer mit vorgehaltener Knarre zwingen würde, aber weil es mir ein Bedürfnis ist.

Miteinander, gegeneinander, durcheinander

Grundsätzlich gehört die Frage, wann ein Charakter das Zeitliche segnen kann, natürlich in den großen Komplex des Umgangs der Spielgruppe untereinander. Das betrifft auch die Frage, ob offen oder verdeckt gewürfelt wird, ob die SC auch komplett an ihrer Aufgabe scheitern können, ob die SL Hilfestellung gibt, wenn die Spieler in eine Sackgasse gerannt sind und so weiter. Im Prinzip stellt sich halt die Frage, ob das Abenteuer etwas ist, was die SC und die Spieler im Wettstreit gegen den SL „schaffen“ müssen oder ob man einfach irgendwie gemeinsam eine coole Geschichte erzählt, in der die SL vielleicht auch gar nicht so viel mehr zu sagen hat als die Spieler. Zwischen diesen beiden Extremen dürften sich die Positionen wohl bewegen.

Nun isses nicht so, dass ich jetzt nur noch spielleiterlose Systeme wie Fiasko spielen wollte und ich mag es auch durchaus, wenn unser SL uns als Spieler und SC vor eine Aufgabe stellt, von der wir nicht sofort wissen, wie wir sie lösen können. Allerdings weiß ich dann immer, dass er uns keine unlösbare Aufgabe vorsetzt, weil ers lustig findet, dass wir auf die Fresse kriegen. Fast immer kriegen wir es dann eben auch hin, die Situation auf die ein oder andere Weise zu lösen, auch wenn natürlich mal was schiefgeht und nicht immer alles nach Plan läuft. Im Gegenzug kann sich unser SL dann auch schon drauf verlassen, dass keiner seiner Spieler kompletten Bullshit baut, nur um ihn zu provozieren oder zu sehen, ob er es ihm/ihr durchgehen lässt. Das schafft eine entspannte Grundstimmung, in der Platz ist für unkonventionelle Ideen, für Charakterspiel und auch mal für slapstickartige Nummern, bei denen irgendwas total schiefgeht.

Insofern läuft das bei uns schon recht ideal so, wie ich das gerne hätte, und ich kann Schilderungen von Spielern, die sinnlos versuchen, ihre Grenzen auszutesten (und z. B. verkünden, jetzt nackt in die Eiswüste zu ziehen, um ein Beispiel von Twitter aufzugreifen) genausowenig verstehen wie SL, die sich ein Abenteuer ausdenken und dann mal gucken, ob die SC es schaffen, zu überleben. Das wäre für mich dann schon ein Grund, das außerhalb des Spiels anzusprechen und im Zweifelsfall die Runde zu verlassen. Klar, das sagt sich immer leicht, und in manchen Wohnorten kann man sich nicht aussuchen, wen man überhaupt zum Spielen findet, aber Spaß machen würde mir das Spiel unter solchen Voraussetzungen halt nicht.

Ich habe da teilweise das Gefühl, dass das auch immer sehr verbissen diskutiert wird – wer verdeckt würfelt, ist ein railroadender Märchenonkel, der seine Spieler in Watte packt und ihnen eine Geschichte vorliest, nur die echten, truen Rollenspieler sind knallhart und würfeln offen und wenn dann halt jeden Abend ein SC stirbt, dann müssen sich die Spieler halt verdammt noch mal mehr anstrengen. Kann man sicher so sehen, es wäre aber keine Atmosphäre, in der ich spielen wollte.

Realismus und Dramatik

Ein weiterer Punkt ist das Schwanken zwischen einer erzählerisch schönen, den Regeln der Dramatik folgenden Geschichte und dem Realismus von Welt und Zufall. Natürlich ist es möglich, dass man so viel Pech hat, dass der erfahrene SC-Krieger gegen den schwächlichen Goblin unterliegt und stirbt. Sowohl die Würfelergebnisse geben das her als auch die Erfahrung – es fallen genug Leute beim Kirschernten von der Leiter, stürzen über die Teppichkante oder verletzen sich sonstwie auf unwahrscheinliche und undramatische Weise. Insofern ist es natürlich in gewisser Weise nur realistisch, wenn die SC auch in einem Scharmützel gegen Wegelagegerer draufgehen können, während sie eigentlich erst auf der Reise zum eigentlichen Ort des Geschehens sind. Es ist nur die Frage, ob man das möchte. Und ich möchte das nicht.

Realismus kann ich jeden Tag haben, das Leben ist voll von blöden Zufällen, Pech und Pannen. Das brauche ich im Rollenspiel nun nicht auch noch. Und für mich ist Rollenspiel umso besser, je mehr sich a) eine persönliche Involvierung aufbaut (dazu später mehr) und b) je besser sich ein RPG-Abenteuer nach gewissen Regeln der Dramatik entwickelt. Natürlich isses immer noch Rollenspiel und die Geschehnisse hängen davon ab, was die Spieler tun, so dass es nie eine komplett durchgescriptete Dramatik geben kann. Soll es auch gar nicht, sonst kann ich stattdessen ja auch ein Buch lesen. Aber so gewisse Punkte und Richtlinien eines dramatischen Aufbaus sind auch im RPG durchaus zu erreichen. Ob das jetzt ein lange aufgebauter Gegenspieler ist oder ein NPC, der lange als Freund der SC aufgebaut wird, ehe er/sie in Gefahr gerät, eine sich erfüllende Prophezeiung oder eine sich aus verschiedenen Puzzleteilen zusammensetzende Erkenntnis. Und was halt in den Aufbau einer Geschichte nun ganz schlecht passt, ist, dass die Hauptperson auf der Anreise am dritten Goblin von links stirbt.

Das heißt im Umkehrschluss natürlich, dass ein Charaktertod auch durchaus toll sein kann, wenn er in der richtigen Situation passiert und mit der richtigen Dramatik einhergeht. Das muss dann nicht immer total episch ablaufen, ein stiller Abgang oder die letzte Konsequenz eines alten Fehlers oder der eigenen Uneinsichtigkeit kann für mich genauso dramatisch passend sein wie ein episches Aufopfern.

Was ist ein Spielercharakter?

Wie man zu Charaktertoden steht, hängt wohl auch sehr davon ab, wie man zu seinen Charakteren an sich steht. Sind sie eine Ansammlung von Zahlen, die andere Ansammlungen von Zahlen (aka NPCs) bekämpfen? Sind sie der Versuch, sich im Laienschauspiel zu ergehen? Ein anderer Name, den man sich selbst gibt, während man so tut, als wäre man grad im Mittelalter oder auf einem Raumschiff? Eine Figur, die bereits eine Persönlichkeit hat? Oder lieber ein weißes Blatt, das sich erst im Laufe der Abenteuer mit Leben und Geschichten füllt? Die Antwort liegt für jede Spielerin wohl irgendwo dazwischen.

Je mehr man natürlich am Charakter hängt, desto fataler wäre ein Tod desselben. Deswegen bin ich auch so unbegeistert von der Möglichkeit, dass die SC durch dumme Zufälle sterben können. Ich mag meine gespielten SC nicht nur, sondern habe für die meisten von ihnen auch Pläne für ihre Zukunft  – manchmal sehr konkrete, manchmal mehr so eine vage Idee, was sie irgendwann mal werden und sein und erreichen könnten. Diese Ideen sind in manchen Fällen meinem SL auch schon bekannt und wenn es passt, baut er da immer mal wieder was ein, was den SC in die entsprechende Richtung schickt. Manchmal passiert natürlich auch etwas und bringt die Planung durcheinander, das ist dann auch okay. Aber ganz sicherlich möchte ich nicht, dass eine Figur, für die ich schon für die nächsten Jahre Pläne und Ideen habe, dann einfach weg ist, weil ich leider die Kletternprobe verpatzt habe und der SC nun tot ist.

Etwas anders sehe ich das tatsächlich bei One-Shots, bei denen gar nicht geplant ist, die Charaktere länger als einen Abend zu spielen. Da sind auch schon etliche meiner SC draufgegangen und ich fand das sehr okay. Auch wenn ich meistens auch zu einem Archetypen schon nach ner Stunde ein engeres geistiges und emotionales Verhältnis habe, als ich das meistens zugeben möchte 😉 . Bei sowas wie Fiasko ist natürlich auch total in Ordnung, wenn die Charaktere sterben, das ist ja ein Teil des Spaßes.

Und wo bleibt die Spannung?

Das am häufigsten gebrachte Argument für offenes Würfeln und für mögliche Zufallstode ist das der Spannung. „Aber wenn man weiß, dass keiner stirbt, isses ja langweilig“. Ich kann tatsächlich sagen, dass das bei mir nicht zutrifft. Wenn das Abenteuer gut läuft und die Atmosphäre richtig aufgebaut wurde, bin ich im Charakter so drin, dass ich in dem Moment kaum noch weiß, dass er oder sie nicht einfach durch einen verirrten Pfeil sterben wird. Ich weiß, damit mache ich jetzt noch zusätzlich das Thema „Immersion“ auf, aber für mich ist das auch eins der wichtigsten Elemente am Rollenspiel. Wenn ich richtig drin bin, dann sitze ich da auch mit Herzklopfen und zittrig am Spieltisch, weil meinem Charakter grad was Spannendes oder Gruseliges passiert. Dass ich dann irgendwo theoretisch weiß, dass mein SC „safe“ ist, ist in dem Moment egal, weil ich zu sehr im Charakter drinstecke.

Tatsächlich ist es sogar eher so, dass ich mich mehr in die Spannung, die Dramatik, die Atmosphäre reinwerfen kann, wenn ich weiß, dass das Sicherheitsnetz irgendwo da ist. Ich habe durchaus SC, die sehr mutig oder ein bisschen todessehnsüchtig sind, und die könnte ich nie in voller Breite ausspielen, wenn ich Angst haben müsste, dass sie in einem unwichtigen Nebenscharmützel sterben. Nur weil dem Charakter egal ist, ob er/sie lebt oder stirbt, heißt das ja nicht, dass ich als Spielerin ihn/sie nicht sehr dringend noch ein paar Jahre spielen möchte. Wenn ich in meiner Dänemarkrunde spiele, bin ich auch immer viel vorsichtiger und quasi taktischer, weil da offen gewürfelt wird und auch Zufallstode passieren können. Da disktutier ich dann auch am Spieltisch bis aufs Blut, wenn mMn eine Regel falsch ausgelegt wird und da das Leben meines SC dran hängt. Das stört dann natürlich das Spielgefühl und reißt einen aus dem Abenteuer. Insofern: Je größer die Gefahr, dass mein Charakter doof draufgeht, desto weniger spannend (und immersiv) ist das Spiel für mich.

Ein weiterer Punkt ist natürlich, dass einem Charakter alle möglichen Dinge passieren können, die interessanter sind als der Tod. Und die es nicht unmöglich machen, weiter mit dem Charakter Spaß zu haben und ihn zu entwickeln. Es ist ja sogar so, dass ich es toll finde, wenn meine SC auf die Fresse kriegen (dazu gibt es sogar einen eigenen Blogeintrag) – aber ich möchte sie so lange spielen, wie ich Spaß an ihnen habe und ihre Geschichte nicht zu Ende erzählt ist.

In der Praxis

Nach meinen theoretischen Überlegungen noch kurz ein Wort dazu, wie wir das Thema in unserer Gruppe handhaben. Bei uns können SC sterben, wenn a) der Spieler das möchte oder b) der Spieler das Risiko in Kauf nimmt und sich klar ist, dass es zu einem Charaktertod kommen könnte. Und ja, wenn bei uns einer sagt, dass sein SC jetzt nackt in die Eiswüste rennt, könnte er an sich zwar auch sterben, aber dann würden wir eher das Spiel unterbrechen und erstmal fragen, was da gerade schief läuft. Tatsächlich ist das etwas, was unser SL auch öfter mal tut, wenn ein Spieler den Eindruck macht, er würde die Situation gerade ganz anders einschätzen als der SL sie beschreiben wollte. Das unterbricht zwar auch kurz das Spiel, manchmal stellt sich dann aber auch heraus, dass gerade alle Beteiligten sich die Situation anders vorstellen. So klärt man, dass keiner in eine Lage rennt, die er komplett falsch einschätzt.

Wir hatten vor einiger Zeit auch mal fast einen toten SC, weil der sehr götterfürchtige Krieger sich einem riesigen daimoniden Monster entgegenstellte, vor dem wir eigentlich weglaufen sollten. Da war uns allen in dem Moment klar, dass der SC gut bei draufgehen kann und dass das ein Risiko ist, was der Spieler auch bereit war einzugehen. Es wäre ein verdammt cooler Abgang gewesen – tatsächlich konnten die anderen 3 SC es dann nicht mit ansehen, sind ihm zu Hilfe geeilt und haben es alle sehr, sehr knapp überlebt. Es hätte aber mit ein bisschen mehr Pech auch anders ausgehen können. Und das wäre dann auch für alle in Ordnung gewesen.

Einmal wollte ich übrigens auch für einen meiner Charaktere einen quasi vorher abgesprochenen Tod – das Abenteuer lief dann aber so blöd, lieblos und chaotisch, dass ich vorher aus der Runde ausgestiegen bin. Heute bin ich sehr froh darüber, weil so immer noch die Chance da ist, der Figur irgendwann später einen schönen Abgang zu verschaffen.

Fazit

Für mich ist ein drohender Charaktertod durch blöde Zufälle kein Element, das das Spiel bereichert und Spannung bringt, sondern im Gegenteil etwas, das mir im Falle des Eintretens nicht nur den Abend, sondern vermutlich sehr viel mehr verderben würde. Ich hänge an all meinen Charakteren und wenn sie mal sterben, möchte ich darauf eingestellt sein und es soll etwas sein, an das man sich erinnert.

Vermutlich hätte ich noch viel mehr zum Thema schreiben können, aber es wäre ja für die gerade auf Twitter gelaufene Diskussion von Vorteil, sich da nun gleich in einem Blogeintrag anschließen zu können, oder hier zu kommentieren. In jedem Fall wäre es doch nett, wenn noch mehr Leute etwas dazu schreiben, von daher rufe ich doch mal alle Beteiligten auf, sich so blogparademäßig an dem Thema zu beteiligen! Die Beiträge kann ich dann ja hier am Ende noch verlinken.

Linksammlung

Another one bites the dust Sorben von Gelbe Zeichen, bei dem der Beitrag stand, der die Diskussion auslöste, hat nochmal einen langen Artikel zum Thema verfasst, der die Frage des Charaktertods auch aus Spielleitersicht beleuchtet.

STIRB ENDLICH! – Ganz so drastisch sieht Leander in seinem Beitrag im Magun-Blog das Thema dann doch nicht, aber generell findet er Charaktertode wichtig.

Rest in Pieces – Gedanken zum Charaktertod macht sich Che von Runway 61. Meiner Meinung nach ein sehr ausgewogener Artikel mit viel Pro-und-Contra-Argumenten.

DORP-Cast, Folge  87: Gestorben wird immer – damit hat es das Thema von den Bloggern zu den Podcastern geschafft. Thomas und Michael widmen der Frage der Charaktersterblichkeit eine eigene Folge.

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Da draußen im Internet: Ein paar Links am Wochenende

Heute möchte ich mal ein paar Links verbreiten – einer läuft so ein wenig unter Eigenwerbung, aber naja.

Alle, die die Dragon-Age-Spiele mögen, sollten mal bei den Consulting Nerd Girls vorbeischauen. Anna und Julie haben sich das Projekt vorgenommen, alle drei Spiele nochmal zu spielen und darüber zu bloggen: Dragon Age –  A world’s story.  Und tatsächlich sind sie mit Dragon Age:Origins auch schon fast durch. Die Blogeinträge lesen sich alle sehr unterhaltsam, bieten zumindest mir noch bisher unbekannte Infos und Einblicke ins Spiel und machen definitiv Lust, selber nochmal nen Re-Run zu starten. Außerdem gibt es als Ergänzung noch aus Charaktersicht verfasste Briefe zwischen den beiden Hauptcharakteren in einem gesonderten Blog: Letters from Thedas. Sehr coole Sache insgesamt.

Rollenspiel per Forum, Mail, Chat oder Hangout ist ja schon quasi ein alter Hut. Neu ist allerdings die #FeineQuest, ein Rollenspielerlebnis auf Twitter. Leander vom Blog Leanders Feine Linie bietet mit einer Mischung aus Comics und Twitter-Umfragen ein interaktives Rollenspiel für seine Follower an, das ich gerade sehr gebannt verfolge (und natürlich auch immer fleißig abstimme). Wenn ihr auch mitmachen wollt, findet ihr die bisherigen Posts hier und Leanders Twitter-Account hier.

Auch ein cooles Projekt, wenn auch mit ein paar Schwächen, ist der gerade laufende Phantastik-Kongress. Autor Jan Uhlemann hat Skype-Interviews mit 30 Autoren geführt und veröffentlicht sie vom 20.-29.05. in regelmäßigen Abständen. Klang eigentlich sehr großartig, weswegen ich mich auch für den Newsletter angemeldet habe. Um dann festzustellen, dass ich unmöglich 3-4 Stunden Interviews am Tag schauen kann und danach geht es dann nicht mehr, weil sie nur 24 Stunden lang online sind. Ergebnis des Ganzen: Gestresst von den vielen Mails und Terminen habe ich tatsächlich nur in 2 Interviews reingeschaut, eins war von der Tonqualität her leider sehr schlecht und das andere fing ganz nett an, aber auch nicht so spannend, dass ich mir die ganzen 90 Minuten angeschaut hätte. Was der ganzen Sache wohl gutgetan hätte, wäre a) eine längere Sendezeit, b) eine konkretere Info zu den Autoren und den Interviewthemen bereits in den Mails, c) eine Übersicht unter dem Video, welches Thema etwa ab welcher Minute besprochen wird und d) die Möglichkeit die Videos auch zu kommentieren. Ich verstehe zwar den Wunsch, den Online-Zugang zum Kongress noch zu verkaufen, aber a) wäre das auch noch interessant gewesen, wenn die einzelnen Videos ein bisschen länger verfügbar gewesen wären (ich meine, 30 Interviews! Auch wenn jedes davon ne Woche online wäre, hätte ich das nicht alles geschafft.) und b) fehlt bei einem kostenpflichtigen Zugang dann umso mehr eine Funktion zum Kommentieren und Austauschen. Insofern: Coole Idee, aber man könnte es noch etwas besser umsetzen.

Schließlich noch die angekündigte Eigenwerbung:

Vor einer Weile kam ich auf Twitter ins Gespräch mit einem australischen Rollenspieler und dem Betreiber der Rollenspielseite campaignmastery. Dabei stellte sich raus, dass er noch nie was von DSA gehört hatte, was, wie ich auch schon mehrfach gelesen hatte, wohl den meisten nicht-deutschen Rollenspielern so geht. Daher habe ich angeboten, das System mal in einem Gastartikel vorzustellen. Natürlich hab ich es dann erstmal wieder vergessen, aber wo aktuell nun gerade der englische Kickstarter läuft, hielt ich es für eine gute Zeit, das Versprechen nun endlich mal einzulösen. Also habe ich dann mal versucht zu erklären, was dieses The Dark Eye denn eigentlich ist und wieso ich es mag: Hier ist der Artikel.

(Womit ich als Reaktion ja übrigens NICHT rechnete, war die Tatsache, dass sich superviele Leute auf die Randnotiz „ein paar Illustrationen werden für die englische Version entschärft und US-tauglich gemacht“ stürzten, was zu ungefähr 60 Beiträgen auf der Kickstarter-Seite führte, einem eigenen Forenthread im englischen Ulisses-Forum und einer Stellungnahme von Markus Plötz persönlich im heutigen Q&A auf twitch. Hätte ich geahnt, dass das solche Ausmaße annimmt, hätte ich als weitere lustige Randnotiz wohl doch lieber die Oase Hayabeth oder Lafmieh und Tender erwähnt…)

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London Notes

Nun war ich also in London, und obwohl ich schon Twitter sehr mit Bemerkungen und Fotos zugetextet habe, muss ich natürlich auch nochmal drüber bloggen. Es gibt auch, man mag es kaum glauben, noch ein paar Dinge und Bilder, die ich nicht schon getweetet habe. Zugegebenermaßen, ich habe sogar absichtlich einige Sachen nicht auf Twitter gepostet, damit ich für den Blog noch ein paar neue Sachen habe. Keine Ahnung, wie schlimm das auf der Skala zwischen #Neuland und Clickbait so ist, aber … ich schweife ab. London also!

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Die Eckdaten: Wir flogen Mittwoch spät hin und Montag sehr früh zurück, hatten also 4 volle Tage in der Stadt. Übernachtet haben wir im Pestana Hotel Chelsea Bridge, geflogen sind wir mit Easyjet nach Gatwick, gebucht haben wir Flug und Hotel über Expedia, was gut funktioniert hat und noch ein bisschen Verbilligung brachte. Teuer wars natürlich trotzdem. Flug und Hotel schlugen so mit etwa 500 Euro pro Nase zu Buche, dazu kamen bei Easyjet natürlich noch Extrakosten für jeden Scheiß sowie der Expresszug London-Gatwick, von daher kann man auf die 500 Euro auch nochmal 100 draufschlagen. In der Stadt rumgegurkt sind wir mit Travel Cards für eine Woche für die Zonen 1-2, das hat für all unsere Fahrten locker gereicht. Kosten tut so eine Karte 45 Euro pro Person für eine Woche und man kann sie online kaufen. Was man allerdings nicht sollte, wenn man beabsichtigt, die 2 for 1-Angebote der National Rail zu nutzen. Aber das habe ich hier ja schon erklärt. Wie gut man nun die selbe Karte in London hätte kaufen können, kann ich nicht sagen, aber zumindest an den größeren Bahnhöfen wär es bestimmt gegangen. Und was die Fahrt von und nach Gatwick angeht: Der Express scheint da leider relativ alternativlos zu sein, zumindest, wenn man sich nicht auskennt. Ich hab ziemlich gekotzt, als wir feststellten, dass es für die anderen Bahngesellschaften entweder keine Automaten gibt oder man nirgendwo einen Fahrplan findet. Der Express ist halt arschteuer (20 Pfund pro Person pro Strecke, ein bisschen günstiger wird es noch, wenn man das Rückfahrticket gleich mit bucht), dafür aber halt schnell. Trotzdem hätte ich lieber versucht, noch eine andere Alternative zu finden, aber es war in der Situation einfach nicht möglich.

Ansonsten würde ich in jedem Fall festhalten wollen, dass man irgendwie sehr viel weniger schafft, als man sich vorher so vorgestellt hat. London ist halt doch schon ziemlich groß und es dauert eine Weile, um von A nach B zu kommen. Außerdem fand ich die Sehenswürdigkeiten teilweise auch weniger spannend als einfach so die normalen Straßen, Gebäude, Menschen, usw., und irgendwann kann man auch einfach eh nicht mehr laufen und gucken, sondern möchte nur noch irgendwo hocken und alles essen und trinken, was es da Spannendes gibt ausruhen. Was mir vorher empfohlen wurde, war der Weg am südlichen Ufer der Themse (entweder von der Tower Bridge zum Parlament oder halt andersrum), das war auch sehr schön, man kann sich all die bekannten Gebäude anschauen und findet auch zwischendurch immer eine Möglichkeit zum Hinsetzen. Das kann man also auf jeden Fall machen, um erstmal nen Überblick zu kriegen. London hat auch sehr viele, sehr schöne Parks und Grünanlagen, die man gut für Pausen nutzen kann. Und ansonsten ist auch der nächste Pub oder das nächste Café nie weit weg. Ein Hotel mit Frühstück muss man sich auch nicht unbedingt suchen, man kriegt problemlos an so ziemlich jeder Ecke bis mittags noch Frühstück oder kann sich einfach nur nen Kaffee holen. Ansonsten kann man für Essen sehr unterschiedlich viel Geld ausgeben. Es gibt durchaus viele recht günstige Pubs und Restaurants, natürlich auch sehr teure. Unbedingt empfehlen würde ich den Besuch auf einem der Food-Märkte (Bourough Market oder Camden Market), da gibt es sehr viele Stände mit gutem und außergewöhnlichen Essen, wenn auch relativ teuer. Achja: Die meisten Restaurants berechnen automatisch einen Aufschlag von 12,5 % als Trinkgeld für die Kellner, man muss also nicht zwangsläufig noch extra welches geben. Steht aber auf der Rechnung auch immer mit drauf.

Mit dem Hotel bin ich sehr zufrieden – wir hatten ein gutes, großes Zimmer, bequeme Betten, ein großes Bad – passt. Tendenziell gabs da auch Frühstück für teuer Geld und Spa und Pool  sowie ein Restaurant, aber davon haben wir nichts getestet, weil wir so viel unterwegs waren. Die Verkehrsanbindung ist auch gut, es gibt 3 Buslinien, die quasi vor der Tür abfahren und einen in weniger als 10 Minuten zur nächsten Ubahnstation bringen – auch die Nähe zum Victoria-Bahnhof ist nicht zu unterschätzen, wenn man über Gatwick fliegt. Man kann sicherlich auch noch zentraler wohnen, aber insgesamt war das schon gut.

Was die Anreise angeht: EasyJet nervt halt, weil jeder Müll wie „ich darf mir nen Platz aussuchen und werde nicht random irgendwo im Flugzeug platziert“ extra kostet, es deswegen und wegen der Gepäckkosten zu ewigem Einsortieren der Menschen ins Flugzeug kommt, weil halt jeder versucht, alles im Handgepäck mitzunehmen und dann da das Koffer-Tetris in der Kabine losgeht. Pünktlich gestartet ist keiner der beiden Flüge, der Rückflug war dann immerhin fast pünktlich da, der Hinflug landete mit 40 Minuten Verspätung. Dazu kommt halt, dass man in Gatwick landet und dann da erst noch wegkommen muss. Das nächste Mal würde ich lieber so fliegen, dass ich gleich in Heathrow oder London City lande. Wobei es diesmal halt genau diese Kombination aus Mittwoch spät und Montag früh eh nur bei EasyJet gab.

Erlebt

Tag 1:

  • Bis 12 geschlafen, weil wir um 2 Uhr nachts ja erst im Hotel waren.
  • Danach durch den sehr schönen Battersea Park spaziert und dort ein Frühstück im Parkcafé gegessen. Der Park hat einen sehr schönen tropischen Garten und ist auch sonst sehr zu empfehlen.
  • Ein bisschen durch Chelsea spaziert, dann mit dem Bus zum Buckingham Palace gefahren. Da wars sehr voll, der Palast war irgendwie eher unspektakulär, dafür sehr schöne Blumenbeete drumherum. Natürlich trotzdem ein paar Fotos gemacht, dann einmal quer durch den Green Park.
  • Menschen beobachtet, die Kirschbaumblütenselfies machen und selbst natürlich auch welche machen müssen. Schlimm.
  • Eiskaffee getrunken und festgestellt, dass es sehr viele spannende Dinge gibt, die ich essen und trinken möchte.
  • Zurück ins Hotel, ein bisschen ausgeruht.
  • Dann abends ins Musical: Wicked im Apollo Victoria. Theater scheint da allgemein etwas lockerer zu sein, man konnte Bier im Plastikbecker und Popcorn kaufen und mit in den Saal nehmen. Das Theater war brechend voll, teils mit sehr komischen Menschen (wie die amerikanische Schulklasse hinter uns und das Paar, das erst 10 Minuten vor der Pause reinkam). Zum Glück war das Musical selbst so laut, dass es die teilweise nervenden Mitzuschauer übertönt hat. Die Show war jedenfalls toll. Großartige Darsteller, superschönes Bühnenbild, gute Geschichte mit ein bisschen zu viel Happy End für mich. Aber es hat sich sehr gelohnt.
  • Danach noch Curry gegessen, dann zurück ins Hotel.

Tag 2:

  • Eine Stunde vorm Wecker aufgewacht, weil Migräne. Hurra. Wieder einschlafen war unmöglich, also ein bisschen durchs Zimmer geeiert und versucht,  meinen völlig verkrampften Nacken wieder zu lockern. Mich dafür verflucht, die Wärmepflaster daheim vergessen zu haben.
  • Raus aus dem Hotel, erstmal was frühstücken. Breakfasttee, Saft und Eggs Benedict – danach fühlte ich mich schon ein bisschen besser.
  • Auf zum Big Ben und von dort aus auf dem Südufer gen Tower Bridge. Es ist sonnig, warm und voll.
  • 2016-05-06 13.21.55Beim Globe Theatre zwar nicht die Tour mitgemacht, aber trotzdem was Cooles entdeckt: Ein Projekt, bei dem alle Stücke Shakespeares auf einer mit dem Internet verbundenen Schreibmaschine getippt werden, und zwar generiert aus Tweets. Nähere Erklärung auf dem Bild – bisher stand der Counter bei 0,96 %. Es dürfte also noch eine Weile dauern 😉
  • Auf dem Bourough Market gewesen und sofort in selbigen verliebt. Es gibt dort quasi nur Stände mit Essen, sowohl so klassische Gemüse-Fisch-Fleisch-Käse-Stände als auch welche, wo man direkt was essen kann. Aber die Auswahl ist halt sehr cool und abgefahren. Wir aßen ein Baguette mit Schweinebauch und knuspriger Kruste und Apfelsauce (sehr lecker, obwohl ich eigentlich gar keinen Schweinebauch mag…), einen sehr guten Burger und Salted Caramel-Eis. Jammi. Leider hab ich danach erst die Stände mit den Kuchen und Macarons und dem gegrillten Käse gesehen. Aber da konnte ich nix mehr essen.
  • In der Nähe des Tower of London im Park herumgesessen, sehr müde geworden, eingeschlafen. Ich kann mich gar nicht erinnern, wann ich zuletzt so kaputt war, dass ich einfach auf ner Wiese eingeschlafen bin. Aber hurra, Migräne machts möglich.
  • Noch Richtung St. Pauls Cathedral gelaufen, mitten in den Feierabend der Londoner hinein. Auf einmal waren alle Straßen voll mit Leuten, die vor Pubs herumstanden.
  • St. Pauls ist wirklich ein un-fass-bar riesiges Gebäude, das kann man kaum glauben. Siehe das Bild unten – das links daneben ist ein normaler, auch gar nicht so kleiner Kirchturm. Leider war es schon zu spät für die letzte Tour.
  • Nach Camden gefahren, sehr gestaunt über das Stadtviertel. Spontan einen Mantel gekauft. Über die Reste des schließenden Markts gelaufen und beschlossen, am nächsten Tag früher wiederzukommen.
  • Sehr gute Burger gegessen.
  • Nach ungefähr 12 Stunden unterwegs sehr erschöpft wieder im Hotel angekommen.

Tag 3:

  • Es war Free Comic Book Day! Und das war einer der Gründe, den Forbidden Planet-Store aufzusuchen. Es gab Comics, wir haben diversen Nerdkram gekauft, es war erstaunlich voll in dem Laden. Gute Sache.
  • Danach in so einem Schokoladenshop leckere Kaltgetränke getrunken und dabei ins Gespräch mit einem Londoner gekommen, der ebenfalls grad vom Forbidden Planet kam. Themen: Das MCU und die Bundesliga. Der Typ war da besser informiert als ich *g*. Leider war das auch schon das einzige private Gespräch in den vier Tagen – im Gegensatz zu Irland scheint der Londoner an sich nicht unbedingt Gespräche mit Touristen zu suchen.
  • Noch kurz in einem der 2 RPG-Läden Londons vorbeigeschaut, dem Orcs Nest. Ziemlich winziger Laden, aber ganz cool, allerdings gabs da auch so vor allem die Standard-Systeme, die man eh schon so kennt.
  • Mittagessen im Pub mit Pastete und Fish and Chips. Dabei entschieden, erstmal den ganzen Krempel zurück zum Hotel zu bringen.
  • Am Nachmittag dann wieder auf nach Camden. Diesmal hatte der Markt noch offen. Noch mehr Kram gekauft und viele wilde Dinge gegessen.
  • Dann überlegt ob wir versuchen zu Sonnenuntergang a) auf das London Eye oder b) in die Bar auf halber Höhe im Shard zu kommen. Beides fraglich, obs klappt, beides teuer. Also gegoogelt „wo schaut man sich am besten den Sonnenuntergang in London an?“ und die quasi einzige kostenlose Möglichkeit gewählt, nämlich die Waterloo Bridge. War gut. Dann noch Cider/Bier gekauft, davon wieder Hunger bekommen, daher noch ein Burrito an einem Mexikan Food Truck, während ein Gitarrenmensch Hotel California sang. Sehr schön. London bei Nacht ist auch super.

Das hier hätte ich ja auch gerne noch gekauft:

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Oder natürlich die Eulentasche  – aber die hatte so unpraktische kurze Henkel.

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Tag 4:

  • Auf ins British Museum, was eins der besten der Stadt sein soll und auch noch kostenlos ist. Hurra!
  • Das Museum ist seeeehr groß und hat in der Tat einige coole Ausstellungen. Sehr schick waren die Originalskulpturen aus dem Parthenon in Athen, mitsamt einem kurzen Video, das erklärt, wie man die ursprünglichen Darstellungen zumindest am PC wieder rekonstruieren kann. Bei „The Paint adds more emotion and drama“ musste mein Fangirlherz ein wenig kichern.
  • Die vielen Mumien und Sarkophage sind auch cool, wobei ich ehrlich gesagt den Gedanken, dass da echte Überreste von Menschen liegen, die vor 5000 Jahren mal lebendig waren, irgendwie total creepy finde.
  • Spannend war auch die Installation „Of Living and Dying“, die Stationen aus verschiedenen Lebensaltern mit Fotos darstellt und gleichzeitig ein zusammengesetztes Kunstwerk aus den Medikamenten, die die Person zu der Zeit genommen hat, zeigt. Wie viele Meter man wohl mit meinen Migränemedikamenten so zusammenbekäme?
  • Nach über 3 Stunden hatten wir längst nicht alles gesehen, aber Laufen und Stehen ging einfach nicht mehr. Also wieder in den nächsten Park, ein bisschen ausruhen.
  • Auf dem Rückweg zufällig bei Harrods vorbeigekommen und mal reingegangen. Wee tee eff! So ein riesiges Kaufhaus und so viel Kram, den man irgendwie nicht braucht. Ich würde mir jedenfalls keinen vergoldeten Dekopfau für mehrere hundert Pfund kaufen. Allerdings hätte ich gerne die Pralinen-und-Tee-Abteilung überfallen, das sah alles so lecker aus.
  • Zurück ins Hotel, schon mal ein bisschen packen.
  • Abends dann als letzte Station der Reise fancy Dinner in einem Steakhouse. War wirklich sehr gut, wir haben aber auch ne Menge Geld dagelassen. Vor allem, weil wir nach dem Essen noch nen 18 Jahre alten Scotch (Glenvilet in meinem Fall, Lagavulin für den Mitbewohner) getrunken haben.

Im Harrods steht übrigens aus welchen Gründen auch immer ein mehrere Meter großes Modell von Dubai:

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Am Montag sind wir dann um 5 Uhr aufgestanden (ächz) und haben auf dem Weg zum Zug immerhin noch den Sonnenaufgang gesehen.

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Gegessen/Getrunken

Ich wollte ja am liebsten all die wilden Sachen probieren und essen, die man hier nicht bekommt! So wie Gurkenmineralwasser. Und Sticky Toffee Pudding. Und die ganzen wilden Sachen von den Food Markets. Und natürlich sowas wie Brownie-Salted-Caramell-Frappé.

Besuchte Restaurants:

  • Empfohlen wurde mir so für zwischendurch die Kette Pret a Manger, die auch gefühlt an jeder Straßenecke zu finden ist. Da gibts halt Kaffee, kalte Getränke, Frühstück, Sandwiches, Suppen, Süßkram … alles sehr betont auf „fresh and healthy“, aber schon irgendwie gut. Kann ich für „zwischendurch mal kurz was trinken“ in jedem Fall empfehlen, gegessen hab ich da aber nix und kann daher nix zum Essen sagen.
  • Auch eine (sehr viel kleinere) Kette ist die Coté Brasserie, wir waren in der Filiale am Sloan Square frühstücken. Für ca. 10 Pfund gibts ein Angebot mit einem warmen Frühstück nach Wahl, einem Heißgetränk und einem Saft, was ich sehr okay finde. Die von mir bestellten Eggs Benedict waren auch sehr gut. Man kann da natürlich auch was anderes als Frühstück essen, aber dazu kann ich nix sagen.
  • Das Wetherspoon direkt am Bahnhof Victoria ist eher günstig und hat jeden Tag verschiedene Angebote. Am Donnerstag war Curry Day, da bekommt man verschiedene Currys mit Reis, Naan-Brot, Papadam und Mangochutney für 8 Pfund. War auch sehr lecker.
  • The Sun Tavern in Covent Garden – Mittagessen für unter 6 Pfund, war sehr okay und der Pub ist auch nett zum Herumsitzen.
  • Sehr großartig ist Hashe Burgers, eine Kette, die in Camden ihren Anfang nahm und inzwischen mehrere Filialen hat. Wir waren in der Camden-Filiale in der Inverness-Street. Für gute Burger bin ich ja immer zu haben und die waren auch wirklich sehr lecker, ebenso die Chicken Wings, die wir als Vorspeise gegessen haben. Die Truffle Fries sind ebenfalls zu empfehlen. Außerdem habe ich noch nie erlebt, dass das Personal in einem Restaurant trotz brechend vollem Laden und großer Hektik so freundlich und herzlich war. Daumen hoch.
  • Am letzten Abend waren wir dann im Hawksmoor Restaurant in Covent Garden. Das ist ein eher teurer Steakhouse, aber es war ja letzter Abend und so. Als Vorspeise würde ich unbedingt das Potted Beef & Bacon empfehlen, der Mitbewohner hat das gegessen und ich war sehr neidisch. Die Steaks waren auch sehr gut, ebenso der Nachtisch. Das Restaurant ist auch recht gemütlich, wenn auch ein bisschen lauter.
  • Und auf jeden Fall: Das Restaurant auch mal sein lassen und sich durch die Food Markets futtern 😉 .

Tipps

  • Eine sehr nette Seite ist www.toptiplondon.com, da gibt es Ratschläge für einen günstigen Londonurlaub, wie z. B. die 10 besten kostenlosen Museen, Voucher zum Eintritt sparen, usw.
  • Man kann in London auch sehr gut viel Zeit verbringen, ohne Eintritt für irgendwelche Attraktionen zu bezahlen. Einfach zu Fuß durch die Stadt laufen ist schon ziemlich cool.
  • Der Kauf irgendeiner Dauerkarte für die öffentlichen Verkehrsmittel ist ein Muss. Wir sind mit unserer 2-Zonen-Travelcard sehr gut gefahren (ahahaha…gefahren *ba-dumm-tss*), alternativ geht auch die Oystercard, die auch verbreiteter zu sein scheint.
  • Wenn man dann eh so eine Dauerkarte hat, kann man auch sehr gut einfach mit dem Bus durch die Stadt fahren und sich so ein paar Ecken angucken. Am besten natürlich oben ganz vorne im Doppeldecker-Bus.
  • Als unbedingtes Muss für einen London-Aufenthalt würde ich den Spaziergang am Südufer von Tower Bridge zum Big Ben sowie einen Besuch in Camden nennen.
  • Man sollte eventuell ein bisschen Platz im Koffer lassen, damit man die gekauften Sachen darin unterbringt. Und irgendwas kauft man bestimmt bei so vielen coolen Läden.
  • Falls man über einen Twitter-Account verfügt, ist das eine durchaus gute Möglichkeit, ein paar Tipps von Londonern zu bekommen. Tatsächlich war ich sehr erfreut, wie viele gute Tipps ich da so bekommen habe, vor allem von Richard Green, der mir sehr viel tolle Sachen empfohlen hat. Vielen Dank nochmal!

Mitbringsel

  • Comics vom Free Comic Book Day
  • 2 Tassen (wir können uns jetzt beim Frühstück streiten, wer SHIELD und wer Hydra ist)
  • einen Fallout 4-Vault 11-Hoodie. Er war so großartig, wir mussten den beide kaufen und können jetzt im gelb-blauen Partnerlook auf der Couch sitzen.  Ob es wohl noch sehr kleine Hoodies für Katzen gibt?
  • Felicia Days Autobiografie (deren Kauf ich auf Twitter dokumentiert habe. Der Tweet wurde von ihr persönlich geliket! OMG!)
  • 1 Poster als Geschenk für die DSA-Runde
  • 1 Breaking Bad-Poster
  • neuer Mantel
  • 3 Kühlschrankmagnete
  • 4 kleine Bilder
  • 3 Notizbücher (3 Stück für 10 Pfund! Wie hätte ich wiederstehen können??)
  • der Mitbewohner hat sich noch ein T-Shirt und einen Order of the Stick-Comic gekauft

Und ich hätte noch viel mehr kaufen können. Und ansehen. Und essen.

Und deshalb muss ich irgendwann wieder nach London.

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Ein Kommentar

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