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Mediengedöhns im November und Dezember 2016

Das Jahr geht zu Ende und bevor 2017 beginnt, versuche ich gerade noch ein paar Altlasten abzuarbeiten. Wie eben das Mediengedöhns. Eigentlich wollte ich zu Rogue One ja einen eigenen Eintrag schreiben, aber keine Zeit, keine Energie. Die letzten Wochen waren zu ätzend. Deswegen jetzt einfach einen langen Eintrag für alles.

Bücher

Als letztes Buch des Jahres (in dem ich somit kümmerliche 5 Bücher und 2 Comics gelesen habe), habe ich passend zu Rogue One den Auftaktroman Catalyst gelesen. In dem geht es vor allem um die Vorgeschichte von Galen Erso und Orson Krennic, aber auch um erste Anfänge der Rebellion gegen das Imperium. Und natürlich um den Bau des Todessterns. Im Prinzip dreht sich alles darum, wie Galen Erso als genialer Wissenschaftler zwischen seinem alten Freund Krennic und dem Imperium auf der einen Seite und seiner Frau Lyra auf der anderen Seite steht. Der eine will, dass er fürs Imperium Kyberkristalle als Energielieferant erforscht, die andere will möglichst nix mit dem Imperium zu tun haben und argwöhnt (zu Recht) andere Motive als die Energieversorgung von Planeten hinter der Forschung. Der Roman ist durchaus solide, gerade Orson Krennic wurde durch ihn nochmal sehr viel deutlicher beleuchtet als der Film das geschafft hat und war mir zu gewissen Teilen sogar ein wenig sympathisch. Mit Galen und Lyra Erso habe ich da schon eher meine Probleme, denn der supergeniale Wissenschaftler, der in Ruhe vor sich hinarbeitet, während seine Frau quasi die einzige ist, die seine Notizen versteht und abtippt (!) und seinen Verstand begreift, während sie so ein wenig Expeditionen macht und das Kind hütet … argh, das wäre doch auch irgendwie anders gegangen. Wenn schon Lyra nicht diejenige ist, die die Kristalle erforscht – wieso kann sie dann nicht wenigstens gleichberechtigte Kollegin und ebenfalls Wissenschaftlerin sein? Wieso muss ein genialer Wissenschaftler gleichzeitig so abgehoben sein, dass er seine eigene Tochter nur so am Rande mitbekommt und sich erst am Ende des Romans mal drauf besinnt, dass er ihr ja auch mal ein Märchen erzählen kann? Das war schon irgendwie schade, es hätte dem Buch ganz gut getan, wenn es da weniger klischeehaft gewesen wäre. Nichtdestotrotz macht die Kenntis des Romans den Film noch etwas interessanter und führt z. B. auch vor Augen, wieso Lyra zu Beginn des Filmes die Waffe gegen Orson erhebt – aus dem Buch wird schon deutlich, dass sie ihn nach all den Jahren wirklich erbittert hasst. Auch die imperialen Intrigen zwischen Krennic, Tarkin und Mas Amedda fand ich interessant. Insgesamt schon ein lesenswertes Buch, aber kein totales Muss.

Filme und Serien

Bleiben wir bei Star Wars – natürlich habe ich Rogue One so schnell wie möglich gesehen. Ich hatte sogar Karten für den Donnerstag, als er in die Kinos kam, aber wieso soll man einen lang erwarteten  Film schauen, wenn man stattdessen auch mit Migräne im Bett liegen kann? Immerhin ist es mir dann gelungen, bis zum Sonntag danach unverspoilert zu bleiben. Tja, es ist irgendwie schwierig, über den Film zu schreiben, ohne zu spoilern. Ich fand – wer ihn kennt, wird wissen was ich meine – gut, wie konsequent er durchgezogen war, was ich tatsächlich bei einem Disney-Film für nicht möglich gehalten hatte. Man hat zum Teil schon gemerkt, dass im Drehbuch nochmal rumgeändert wurde (weil z. B. die Hälfte der Szenen ausm Trailer gar nicht im Film war), gerade der Anfang des Films wirkte auf mich etwas holprig und sprunghaft und in den ersten 20 Minuten fand ich auch die Musik eher störend als passend. Aber so ab dem Jedha-Teil hat Rogue One mir dann wirklich gut gefallen und den Scarif-Part fand ich dann wirklich richtig gut, auch was Stimmung und Musik angeht. Ich hätte mich gefreut, noch ein bisschen mehr über die Charaktere zu erfahren und hätte dafür jetzt z. B. die Vader-Szene auf Mustafar nicht gebraucht. Den mittels CGI eingebauten Tarkin fand ich super, und Krennic ohne Tarkin wäre auch echt blöd gewesen nach den Jahrzehnten an Konkurrenz im Roman. Nee, doch, ich bin sehr zufrieden mit dem Film, muss ihn nochmal sehen, diesmal hoffentlich die Rebels-Referenzen bemerken und mich drüber freuen, dass schon zwei Jahre in Folge ein toller Star Wars-Film in die Kinos gekommen ist. Achso: Kurz nach Rogue One nochmal A New Hope gucken macht übrigens extrem Spaß. Kann ich nur empfehlen.

Als weiteren Film habe ich im November noch Dr. Strange gesehen. Der war für mich solide Marvel-Durchschnittskost, etwa so auf dem Niveau von Ironman oder Antman – besser als Thor, nicht so gut wie die Captain America-Filme. Positiv fand ich die Darstellung der Magie, die sehr coole und innovative Problemlösung im Finale (hat mich sehr an Doctor Who erinnert) und den obercoolen Mantel. Blöd fand ich das Love Interest, das so in der Form auch aus dem Jahr 1975 hätte stammen können und definitiv weniger Charakter hatte als der Mantel. Gnah. Aber insgesamt schon ein ganz netter Film.

Hah, und da fällt mir noch ein, dass ich natürlich auch noch Scrooged / Die Geister, die ich rief aus dem Jahr 1988 gesehen habe. Nämlich, um in einem Podcast darüber zu reden. Ich war im Adventskalender des Spätfilm-Podcasts zu Gast und durfte mit Paula und Daniel darüber reden, wie der Film mir denn nun gefallen hat. Trotz der Tatsache, dass ich nicht mehr so richtig sagen konnte, welche Filme ich denn hier in meinem eigenen Blog so besprochen hatte, habe ich hoffentlich nicht allzu viel Müll geredet. Die Folge könnt ihr euch HIER anhören.

Kommen wir zu den Serien:

Schon länger rumgelegen hatte die 2. Staffel von Dark Matter, die ich dann im November mal geschaut habe. Und wie auch schon in Staffel 1 konnte ich kaum aufhören zu gucken, weil die Serie einfach verdammt spannend ist – auch wenn sie diesmal darauf verzichtet hat, wirklich JEDE Folge mit einem Cliffhanger zu beenden. Die Crew der Raza schlägt sich wieder durch die Galaxis, es gibt viel Action und Kämpfe und zwielichtige Industriebosse, die Protagonisten hängen auf ihre hartgesottene und zynische Weise trotzdem ganz wunderbar aneinander, die großartige Androidin bekommt ihren eigenen Nebenplot und die Staffel endet dann leider mit einem Mega-Cliffhanger – zum Glück ist Staffel 3 schon bestellt. Achja: Ich achte ja eigentlich nie auf sowas, aber meine Fresse, haben die alle GEILE KLAMOTTEN in der Serie. Ernsthaft, ich möchte alles, was die da anhaben, in meinen Kleiderschrank hängen. Wer auch immer da die Kostüme macht – Daumen hoch. Na, und dass der Captain des Schiffes eine großartige, schöne, halb-asiatische und einfach saucoole Frau ist, ist auch ein Grund für mich, die Serie zu lieben. (Tatsächlich beinhaltet die aktuelle sechsköpfige Crew der Raza am Ende von Staffel 2 genau einen weißen Kerl. Auch dafür Daumen hoch.)

Auch schon länger ausgestrahlt, aber noch nicht geschaut war die dritte und letzte Staffel von The Musketeers. Staffel 2 fand ich ja nicht so toll, weil sie irgendwie zu sehr auf Politik-Drama gemacht hat, ohne das wirklich ernsthaft durchzuziehen (und ich Rochefort auch vollkommen gaga und viel zu irre fand). Staffel 3 fand ich aber wieder ganz großartig. Es gibt nen Zeitsprung von drei Jahren, Frankreich und Spanien liegen im Krieg, die vier Musketiere haben sich etwas auseinandergelebt (finden sich dann aber natürlich fix wieder zusammen) und Paris zeigt erste Revolutions-Vibes. Dass der Krieg mit noch epischeren Bärten und schickeren Rüstungen einhergeht, ist natürlich auch sehr in Ordnung 😉 . Jedenfalls gibt es diesmal einen übergreifenden Plot, der wirklich funktioniert, ein paar sehr coole Szenen, funktionierende Antagonisten und – weil es ja leider die letzte Staffel war – ein wirklich sehr schönes Happy End für all die tapferen Musketiere. Ich bin schon ein wenig traurig, dass die Serie nun nicht weitergeht, aber mit dem Ende kann ich jedenfalls sehr gut leben.

Kommen wir zu DER neuen Serie der Herbstsaision: Westworld! Die neue HBO-Serie, basierend auf dem Roman von Michael Crichton (der auch schon mal verfilmt wurde), hat mich von der ersten Minute an total geflasht. Die Story, die Schauspieler, die Dialoge, die unfassbar großartige Kulisse, die Kampfsequenzen, die Musik (absolut genial von Ramin Djawadi umgesetzt) … Hammer. Definitiv eine Serie, die man mehrfach schauen kann, weil das zweite Gucken bestimmt nach Kenntnis der weiteren Entwicklungen nochmal ein ganz anderes Erlebnis ist. Wenn man dieses Jahr nur eine neue Serie schaut, dann sollte es Westworld sein. Punkt.

Auch endlich mal weitergeschaut: Skins (die UK-Version). Die längere Pause machte nix, da die Story ja immer nach zwei Staffeln abgeschlossen ist und dann eine komplett neue Besetzung mit eigener Geschichte kommt. Generation 3 gefällt mir bis jetzt jedenfalls auch recht gut. Die Serie schafft es immer wieder, jede Figur so gut zu beleuchten, dass auch die bescheuertsten im Hormonrausch getroffenen Entscheidungen irgendwie nachvollziehbar sind und jeder Charakter greifbar wird. Teilweise kann man zwar kaum hingucken, wenn wieder eine/r totalen Bullshit baut, aber Skins ist immer sehr unterhaltsam, teilweise sehr lustig, teilweise auch echt dramatisch und traurig, manchmal sehr britisch-skurril. Wer das noch nicht gesehen hat: Die Serie ist komplett auf Netflix. Kann man wirklich gut gucken. In Staffel 1-4 spielen auch gefühlte drölfzig inzwischen sehr bekannte Schauspieler mit, die durch die Serie zu größeren Projekten (wie Game of Thrones oder X-Men) kamen.

Sonst noch so gesehen: Die ersten drei Staffeln von That 70s Show, die ich zwar schon so halbwegs aus „immer mal im Fernsehen gesehen“ kenne, die aber wirklich sehr lustig und echt abgefahren ist und perfekte Unterhaltung, um nebenher zu essen oder zu kochen. Pünktlich zur wochenlangen Migräneattacke war dann wenigstens auch endlich Friends bei Netflix gelandet, so dass ich die Serie in den letzten Wochen nochmal komplett gesehen habe. Geht immer noch sehr gut und ist immer noch sehr lustig. Außerdem hab ich in den letzten Tagen noch mal ein paar alte Folgen von Dr. House geschaut, auch wenn ich immer noch mit der Originalstimme von Hugh Laurie kämpfe. Das hab ich sonst nie, aber Klaus-Dieter Klebsch hat einfach einen so guten Job als Synchronsprecher gemacht (und seine Stimme passt so perfekt zu Gregory House), dass die Umstellung echt hart ist. Dafür kann man sich im Original aber über Chases coolen australischen Dialekt freuen *g*. Und weil ja Weihnachten war: Love, actually hab ich natürlich auch nochmal geschaut am 24.12. Und dabei Schokolade gegessen und geheult und mich sehr weihnachtlich gefühlt.

Gespielt

DSA natürlich, zwei Abende Am Rande des Imperiums in Dänemark, dort auch ein bisschen X-Wing, Mensch-ärgere-dich-nicht mit meiner Familie. Am PC weiterhin nix. Aber vielleicht komm ich im neuen Jahr ja mal wieder dazu.

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Mediengedöhns: Aktualisierender Rundumschlag

Hngh, irgendwie hat das mit dem regelmäßigen Schreiben von Medienkonsum-Blogeinträgen nicht so geklappt. Okay, das liegt wohl am Ausnahmezustand der letzten Wochen, da war bloggen eh nicht so wirklich drin. Aber eigentlich möchte ich natürlich schon damit weitermachen, nur ist es jetzt so, dass sich eine irrwitzige Menge zu beurteilenden Serien angestaut hat, die ich offensichtlich irgendwie in letzter Zeit gesehen habe. Wobei natürlich auch einige dabei sind, die letzten Oktober angelaufen sind, wo die Staffel aber nunmal bis Ende Mai oder so ging.

Deswegen gibt es jetzt einen Rundumschlag über alles, was ich seit Februar so zu Ende geschaut habe und das nächste Mal wirds hoffentlich wieder kürzer und dafür ausführlicher zu den einzelnen Punkten.

Also auf:

Bücher

Tatsächlich lese ich gerade so gut wie gar nicht, maximal mal ein paar Seiten in der Bahn oder so. Allerdings habe ich festgestellt, dass es sehr toll ist, am freien Freitag im Park zu sitzen und zu lesen. Dort hab ich inzwischen auch das halbe „Summer Knight“ von Jim Butcher durchgelesen, aber da die letzten freien Freitage gar nicht frei waren oder mit anderen Dingen verbracht wurden, bin ich immer noch nicht fertig. Insofern ist das letzte gelesene Buch dann immer noch „Die Geister des Landes 3“, und das habe ich ja schon ausführlich rezensiert.

Filme und Serien

Seit Februar habe ich tatsächlich nur einen Film gesehen, nämlich Avengers – Age of Ultron. Diesmal sogar strategisch an der richtigen Stelle, nämlich zwischen Folge 19 und 20 der 2. Agents of Shield-Staffel. Was nett war, weil es ein schönes Lead-in in AoS gab und noch so ein bisschen Hintergrunderklärdinge, letzten Endes kann man aber auch beides gut getrennt voneinander sehen, behaupte ich mal. Da war der Twist in Staffel 1 von AoS, der in The Winter Soldier erfolgte, schon einflussreicher. Anyhoo. Age of Ultron also. Ich fand ihn gut. War spannend, unterhaltsam, viele witzige Momente, trotzdem nicht zu albern. Die von Scarlet Witch ausgelösten Visionen vermittelten den Charakteren durchaus Tiefgang, auch wenn das natürlich immer noch ein Marvelblockbuster ist und kein Charakterdrama. Tendenziell mag ich glaub ich trotzdem Avengers 1 lieber, weil ich einfach auf diese „das Team muss sich zusammenraufen“-Geschichten stehe (und es im Gegensatz zu Teil 2 darin Loki und Agent Coulson gibt). Trotzdem ein guter Film, ich mochte auch die neuen Charaktere, ich bin durchaus ein Fan davon, wer da mit wem so mehr oder weniger zusammen ist und ich freu mich auf den nächsten Film des MCU. Wobei es mich ja total nervt, dass in Civil War anscheinend Spiderman auftauchen soll, was daran liegt, dass ich von der Figur nur den unerträglich doofen Film mit Tobey Mcguire kenne und Spiderman deshalb blöd finde. Aber ich warte es ab.

So. Das war der kurze Teil. Kommen wir zu Serien, oh so vielen Serien …

Girls Staffel 4 –  Ich finde die Serie auch in Staffel 4 immer noch gut. Das liegt vor allem daran, dass ich keine andere Serie kenne, die den Zuschauer weniger manipuliert. In ganz vielen Szenen wird einfach draufgehalten, es gibt lange Dialoge, lange Szenen, die andere Serien abkürzen würden, es gibt so gut wie nie irgendwelche untermalende Musik, die ein bestimmtes Gefühl auslösen soll und es wird auch nie eine Figur als besonders toll oder besonders arschig hingestellt. Man kann sich als Zuschauer immer selber überlegen, wen man jetzt sympathisch findet oder auch nicht. Das fasziniert mich auch nach 4 Staffeln noch.

Modern Family Staffel 4 + 5 – Nach wie vor die beste neuere Comedyserie, die ich kenne. Auch diese beiden Staffeln sind wieder sehr herzlich, lustig, unterhaltsam und schön. Und es gibt eine Heiratsantragsszene, die ich so rührend und perfekt fand, dass ich 15 Minuten lang vor Freude geweint habe. Ja, so ist das.

Unbreakable Kimmy Schmidt – Na ja. Trotz wahnsinnig sympathischer Hauptfigur nach 10 von 13 Folgen abgebrochen. Die Folgen waren manchmal ganz lustig, meistens aber entweder langweilig oder mit ganz schlimmem Fremdschämhumor gespickt. Nicht mein Fall, auch wenns von Tina Fey ist – dann guck ich wohl doch lieber irgendwann 30 Rock zu Ende.

Person of Interest Season 1 + 2 – Eine Serie, die ich bis vor kurzem noch gar nicht kannte, allerdings wurde sie dann von mehreren Leuten empfohlen und sie war auf Netflix verfügbar … da konnte ich natürlich nicht widerstehen. In Person of Interest geht es um einen genialen Computermenschenmilliardär, der eine Maschine gebaut hat, die Verbrechen voraussieht und ihrem Benutzer dann eine Sozialversicherungsnummer ausspuckt, die entweder zum Opfer oder zum Täter des Verbrechens gehört. Eine clevere Idee, denn so ist oft erstmal die Aufgabe der Ermittler, rauszufinden, ob die Person of Interest nun Opfer oder Täter ist. Neben dem erwähnten Milliardär Finch (gespielt vom wunderbaren Michael Emerson, bekannt als Benjamin Linus aus Lost) besteht das Team aus John Reese, einem Ex-Militär-Ex-CIA-Einsatzprofi, der auf schon fast absurde Weise nahezu alles kann, was in der Serie aber auch immer mit einem Augenzwinkern behandelt wird, sowie zwei von den beiden eingespannten Polizisten, später kommen noch zwei weitere Figuren dazu, aber das würde jetzt zu weit führen. Die Fälle sind meistens gut gemacht und auch gut recherchiert, die nur in einer Folge auftauchenden Personen haben oft erstaunlich viel Charakter und Profil und die Hauptfiguren mag ich auch alle. Die Serie geht relativ Case-of-the-week-mäßig los, verrät dabei aber in Rückblenden mehr zu den Hauptcharakteren und wird dann zunehmend auch weniger episodenhaft. Dabei laufen fast immer mehrere Handlungsstränge parallel mit, es geht um Mafiabosse, korrupte Polizisten, die Geschichte hinter der Maschine … das alles wird sehr gekonnt immer wieder aufgegriffen und miteinander verknüpft. Die Charaktere sind allesamt interessant, die Schauspieler gut, es ist spannend und die Art und Weise, wie es gefilmt ist – man blickt als Zuschauer immer wieder durch die „Augen“ diverser Überwachungskameras – ist auch cool. Insgesamt große Empfehlung. Ich bin jetzt schon in Staffel 3 und das Midseasonfinale war unglaublich gut.

Nashville Staffel 1+2  – Was soll ich sagen. Ohne jemals in meinem Leben ein Fan von Countrymusik gewesen zu sein, hab ich mir aus Neugier mal die erste Folge der Serie angeschaut und bin ihr sofort verfallen gewesen. Ist jetzt wirklich eher eine seichte Serie, in der es halt um verschiedene Countrymusiker geht, die an ihrer Karriere feilen. Es gibt viel (Liebes)-Drama und viel Musik, wobei mir die Lieder meistens tatsächlich ziemlich gut gefallen. Auch hier machen die Schauspieler ihre Sache ziemlich gut und obwohl es halt wirklich viele Wendungen und „wer mit wem“-Dinge gibt, gleitet es nicht total auf Soapniveau ab.

Daredevil – Die erste von mehreren Marvelserien, die von Netflix produziert werden, da musste ich natürlich gleich reinschauen. Es ist quasi mal wieder eine Origin Story, die erzählt, wie Matt Murdock zu Daredevil wird. Am Anfang gibt es also Matt Murdock, den blinden Anwalt mit übermenschlicher Sinneswahrnehmung, der des Nachts schwarz maskiert Bösewichte vermöppt und versucht, sein Viertel Hell’s Kitchen ein bisschen besser zu machen. Es geht um Armut, um Gentrifizierung, um ein Verbrecherkartell, das im Hintergund die Fäden zieht, angeführt von Wilson Fisk, der gerne weiße Tapete anstarrt und später als Kingpin bekannt werden wird. Die Serie unterscheidet sich doch ziemlich von anderen Comicverfilmungen, über große Teile der Staffel könnte es auch einfach eine sehr düstere Anwaltsserie sein. Bis auf Matts Fähigkeiten gibt es kaum übernatürliche Phänomene. Das hat mir gut gefallen, zumal wirklich viel Platz für die Entwicklung von Matt Murdock zu Daredevil gelassen wird und auch die Nebencharaktere und -handlungen mir gut gefallen haben. Gerade die Dynamik zwischen Matt und seinem Partner Foggy ist super. Und eins muss ja mal gesagt sein: Netflix-Serien haben eigentlich immer (okay, fast immer, siehe unten) einen richtig, richtig geilen Vorspann. Das finde ich toll, ich liebe gut gemachte Opening Credits und fand den Trend, lieber nur noch kurz den Seriennamen einzublenden, äußerst bedauerlich. So, zurück zu Daredevil: Weniger gut fand ich das Finale. Das war so vorhersehbar und klischeehaft, das hat mir echt nicht gefallen,  zumal es diverse Logiglücken hatte. Und obwohl es eigentlich nur eine Staffel geben sollte, kommt nun doch eine zweite, das kann gut oder schlecht sein, mal schauen. Insgesamt jedenfalls ne gute Sache, wenn auch noch mit Luft nach oben.

Vikings Staffel 3 – Eigentlich bin ich ja echt ein Fan der Serie, auch und gerade wegen der oft langsamen, untypischen, nicht dramaturgisch durchgestylten Erzählweise. Aber diese Staffel hat das echt übertrieben. Die Wikinger greifen in dieser Staffel Paris an, das passiert aber erst in den letzten 4 Folgen, davor gibt es superlangweilige Szenen in Wessex und noch viel langweiligere Szenen im heimischen Kattegatt. Da war zwar mal die ein oder andere gute Sache bei, aber generell hat es mich genervt. Der Angriff auf Paris is dann eigentlich ganz geil, wird aber viel zu hastig erzählt, weil vorher ja 6 Folgen lang ödes Rumgeümmel gezeigt werden musste. Und der letztendliche Kniff in der letzten Folge … naja. Fand ich etwas doof. Insgesamt zwar noch unterhaltsam, aber die ersten beiden Staffeln waren besser.

The Musketeers Staffel 2 – Nachdem die BBC-Musketierserie mich letztes Jahr positiv überrascht hatte, fand ich Staffel 2 zu großen Teilen enttäuschend. Staffel 1 war mit viel Humor, Augenzwinkern und Action inszeniert, was sehr gut funktioniert hat und die wenigen ernsteren Momente umso besser machte. In Staffel 2 versucht man sich am staffelüberspannenden Drama-Handlungsbogen um Queen Anne und einen irgendwie sehr inkonsistenten Rochefort, der innerhalb von 5 Minuten dreimal zwischen eiskalter Killer und weinerlicher Verrückter hin- und herwechselt. Neeee, das war nix. Trotz der einen richtig guten Folge (die „Western“-Folge in Athos‘ Dorf) und ein paar coolen Szenen eher nicht so meins. Hoffentlich wird die nächste Staffel wieder besser.

Better call Saul – Natürlich musste ich das gucken, schließlich hab ich Breaking Bad geliebt. Hier nun also sowas ähnliches wie ein Sequel, das sich um den Werdegang des korrupten Anwalts Saul Goodman dreht. Dieser trägt zu Anfang der Serie noch seinen bürgerlichen Namen Jimmy McGill und wurschtelt sich mühsam durchs Leben, weil er als Neueinsteiger-Anwalt keine Kundschaft hat. Er hat sein Büro/Schlafzimmer in einem Hinterzimmer eines Nagelstudios, fährt eine Schrottkarre und versucht irgendwie Mandanten zu gewinnen, während der sich nebenher um seinen kranken Bruder kümmert (der ebenfalls Anwalt ist, allerdings Teilhaber an einer riesigen Anwaltsfirma. Jetzt allerdings hat er eine Krankheit, bei der er sich einbildet, von elektronischer Strahlung schlimme Schmerzen zu haben, weswegen er sich in seinem Haus einigelt.). Jimmy ist eine tragisch-komische Figur, die verzweifelt ihren Platz im Leben sucht und immer wieder dabei scheitert. Dabei ist die Serie aber weitaus weniger düster als Breaking Bad (und ich kenne auch Leute, die BB nicht mögen, BCS aber schon). Genauso gut wie in BB sind allerdings die Schauspieler, die Musik und die Art und Weise, wie die Serie gefilmt ist. Neben Saul/Jimmy selber gibt es an alten Bekannten noch Drogendealer Tuco, mit dem Walter White damals die ersten Meth-Deals machte, und natürlich Mike Ehrmanntraut, der für jede Menge komische Momente, aber auch für die düsterste und traurigste Folge der Staffel sorgt. Insgesamt hat mir die erste Staffel sehr gut gefallen und ich freu mich auf Staffel 2.

Agents of Shield Staffel 2 – Tja, was soll ich sagen. Eine meiner neuen Lieblingsserien. Wo Staffel 1 noch sehr holprig anlief und erst im letzten Drittel richtig gut wurde, überzeugt mich Staffel 2 von Anfang an komplett. Die Staffelhandlung, die Charaktere, die dramatischen und die witzigen Momente … für mich stimmt hier einfach alles. Die Charaktere aus Staffel 1 entwickeln sich toll und konsequent weiter, es gibt drei neue Teammitglieder, die ich auch sehr schnell ins Herz geschlossen habe, sowie zahlreiche weitere gute Nebencharaktere. Das Finale zur Hälfte der Staffel war so unglaublich spannend und ereignisreich, dass ich lange das Gefühl hatte, dass jetzt eigentlich schon Staffel 3 anfangen müsste, weil es sich so nach Staffelfinale angefühlt hat. Versteht mich nicht falsch, es ist immer noch eine Marvel-Verfilmung, es gibt immer noch coole Sprüche, technische Gadgets und viele Actionszenen, das ist hier jetzt nicht auf einmal ein langsam erzähltes Drama mit Rust-Cole-Gedächtnismonologen. Aber das, was die Serie macht, macht sie verdammt gut, mit vielen spannenden Szenen, einem gut geschriebenen Plot, tollen Charakteren, mit denen ich mitfühlen kann und immer wieder dem ein oder anderen guten Gag. Ich kanns gar nicht erwarten, dass Staffel 3 losgeht.

Game of Thrones Staffel 5 – Ach, darüber könnte ich jetzt vermutlich einen eigenen Eintrag schreiben. Gesamteindruck: Durchwachsen, sehr durchwachsen. Teilweise überraschend gut (Hardhome, Braavos), teilweise erschreckend schlecht (Dorne!!). Die Veränderungen gegenüber den Büchern sind teilweise sinnvoll, teilweise komplett bescheuert. Ausstattung, Cast und Optik sind natürlich weiterhin toll, aber ich war doch eher underwhelmed. Letztendlich war ich fast froh, dass die Staffel rum ist, vor allem aber, weil Game of Thrones immer so ein auf all meinen Medienkanälen reichlich (und oft unnötig aggressiv) diskutiertes Ding ist und mich das irgendwann echt angestrengt hat.

Grace and Frankie Staffel 1 – Schon wieder eine Netflix-Serie. Die bisherigen waren aber auch oft so gut, dass ich wenigstens mal reinschaue, wenn es eine neue Eigenproduktion bei Netflix gibt. Bei Grace and Frankie steht eine Altergruppe im Mittelpunkt, die sonst medial meist gar nicht oder nur als lustiger Sidekick auftaucht: Menschen im Rentenalter. Grace und Frankie, zwei sehr unterschiedliche Frauen, kennen sich über ihre Ehemänner, die gut befreundet und Arbeitskollegen sind. In der ersten Szene der Serie teilen die beiden Ehemänner mit, dass sie in Wahrheit seit 20 Jahren ein Paar sind und sich nun von den Ehefrauen trennen, damit sie nun, wo endlich das Gesetz geändert wurde, heiraten können. Die beiden zurückgelassenen Ehefrauen bilden eine WG im Strandhaus, das beiden Familien zusammen gehört und versuchen irgendwie mit der  Situation klarzukommen. Die Serie ist mit sehr bekannten Schauspielern besetzt, die ihre Sache auch sehr gut machen. Neben den beiden Ex-Ehepaaren gibt es noch deren Kinder sowie einige weitere Nebenfiguren. Obwohl Grace and Frankie oft als Comedy-Serie beworben wird, gibt es viele Momente, die traurig oder bedrückend sind. Ich würde es insgesamt eher Dramedy nennen. Gerade das Finale der Staffel hat mich mit einem ziemlichen Kloß im Hals zurückgelassen. Trotzdem gibt es auch viele sehr lustige oder rührende Momente. Insgesamt eine wirklich tolle Serie, die mal Einblick in einen ganz anderen Lebensabschnitt gibt (z. B. trifft man sich statt auf Partys oder Hochzeiten auf einer Beerdigung, kämpft mit der modernen Technik oder fürchtet eine gebrochene Hüfte), mit sehr sympathischen Charakteren. Sehr zu empfehlen.

Orphan Black Staffel 3 – Wie auch die vorherigen Staffeln lebt Staffel 3 von der fantastischen Hauptdarstellerin, die auch diesmal wieder dafür sorgt, dass ich die Serie gern weiterverfolgt habe. Storymäßig eiert die Serie leider so ein wenig vor sich hin. Es macht fast den Eindruck, als hätten die Macher nie damit gerechnet, mehr als eine Staffel drehen zu können. So ist die Handlung zwischendurch reichlich wirr, man weiß nicht so richtig, was das Ganze soll und nach 10 Folgen ist man storymäßig zwar irgendwie weiter, aber so richtig viel Entwicklung gab es immer noch nicht. Seit drei Staffeln sind halt irgendwelche bösen Firmen und Regierungstypen hinter den Hauptfiguren her, die aber recht austauschbar erscheinen. Langsam hab ich auch keinen Überblick mehr, welche Firma hinter welcher steckt und wer nun wieder wen warum kontrollieren kann. Für die bereits angekündigte vierte Staffel würde ich mir mal was anderes an Handlung wünschen – Spaß macht die Serie wegen der sympathischen Charaktere und der großartigen Tatiana Maslany nämlich durchaus noch.

Orange ist the new Black Staffel 3 – Was soll ich sagen: Das wirklich Einzige, das ich an dieser Serie bemängeln kann, ist, dass es nur 13 Folgen pro Jahr gibt. Genial geschrieben, großartige, vielschichte, vielseitige Charaktere, toll gespielt, gedreht und musikalisch unterlegt, und im Finale werden immer absolut genial alle Fäden der Staffel zusammengeführt. Die Finalszene mit dem See war so schön, ich hab geheult. Und dazu kommen noch aktuelle Themen wie die unsäglichen Bedingungen in privatisierten Gefängnissen – ohne, dass sich das jemals nach moralischem Zeigefinger anfühlt. Orange is the new Black ist einfach nur ganz große Liebe.

How I met your mother, Staffel 8 + 9 – Nachdem ich aus der Serie ja irgendwann ausgestiegen war, weil es mir alles zu langwierig und zu blöd wurde, hab ich sie, nachdem alle Staffeln nun auf Netflix sind, nun doch mal zu Ende geschaut. Joah. Es gab noch ein paar schöne Momente, das Ende ist allerdings wirklich so unterirdisch scheiße, dass mir das die ganze Serie verleidet.

Supernatural Staffel 10 – An sich ne gute Staffel mit einer grandiosen 200. Folge, das Finale fand ich allerdings blöd, weil die Ereignisse darin einfach eher hätten vorbereitet werden müssen. Außerdem gab es in der Staffel gleich zwei magische Phänomene, mit denen Dean das Kainsmal vielleicht hätte loswerden können, die aber nie untersucht wurden, weil man stattdessen lieber mal wieder das superriskante Ritual of doom durchführen musste. Sowas mag ich ja gar nicht. Aber naja. Mal sehen, was Staffel 11 so bringt.

Sense 8 – Nachdem ich nun die Netflix-Eigenproduktionen so gelobt habe: Sense 8 ist irgendwie einfach nur eine riesengroße Seifenblase mit schöner Optik, aber ohne Inhalt. Zumindestens in den ersten 7 Folgen, danach hab ich aufgegeben. Die Charaktere wirken wie am Reißbrett entworfen und reichlich klischeehaft, in den Folgen passiert 45 Minuten lang eher so gar nix, bevor dann in den letzten 5 Minuten was Spannendes und ein Cliffhanger kommt, damit man dranbleibt. Dass das alles so total international und weltumspannend sein soll und dann alle Englisch mit Klischeeakzent sprechen, hat der Sache auch nicht weitergeholfen. Und auch wenn Optik und Musik wirklich schön sind (und Freema Agyeman umwerfend aussieht) – nee, das is irgendwie nix. Falls mir arg langweilig ist, guck ich die Staffel vielleicht noch zu Ende, aber viel Bock drauf hab ich aktuell nicht. Und: Der Vorspann ist genauso öde wie die Serie.

Spiele

Ich bin nun endlich fertig mit Dragon Age: Inquistion und spiele gerade den zweiten Durchgang. Aber das kommt eher in einen eigenen Blogartikel, bevor dieser hier noch länger wird.

So, uff. Das wars. Jetzt hab ich doch mehr geschrieben als ich wollte, aber nun ja. Liest das überhaupt irgendwer? Ich weiß es nicht. Nächstes Mal dann hoffentlich wieder im kürzeren Abstand und mit weniger vielen Serien.

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