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Mediengedöhns im Juni 2016

Ehe es schon wieder auf einen Doppelmonatmedienrückblick hinausläuft, schreib ich doch noch schnell mal den Juni 😉 .

Bücher

Tatsächlich schon wieder ein Buch geschafft, an dem ich seit Monaten rumgelesen hab. Diesmal: Staked (Iron Druid Chronicles 8) von Kevin Hearne. Also Teil 8 von „Druiden gegen den Rest der Welt“. Pfuh, irgendwie würde ich gerne mehr dazu schreiben, aber ich hab es über so lange Zeit verteilt gelesen, dass ich jetzt nicht mehr so richtig vor Augen habe, welche Szenen ich gut oder schlecht fand. Das Buch war wieder sehr kurzweilig, ich fands aber dafür, dass es der vorletzte Band ist, irgendwie ein bisschen zu leichtherzig und lustig und random, da hatte ich mir doch schon irgendwie mehr erhofft. Auch dass die drei Hauptfiguren sich eigentlich bis kurz vorm Ende aufgeteilt über die ganze Welt verstreuen, fand ich nicht so richtig gut. Auf Band 9 und wie das Ganze dann letztendlich ausgeht bin ich aber trotzdem gespannt.

Filme und Serien

Filme gabs keine im Juni.

An Serien war da einmal die 4. Staffel Orphan Black, die mir ziemlich gut gefallen hat. Nach dem „es gibt immer noch eine mächtigere Organisation, die wirklich dahintersteckt“-Geschwurbel der 3. Staffel besinnt sich Staffel 4 wieder mehr auf die Ursprünge und wird wieder persönlicher. Auch die Neolutionists aus Staffel 1 sowie die Geschichte um Beth haben wieder ein Comeback und insgesamt fand ich die Handlung wieder greifbarer und weniger abgehoben. Auch dass Felix endlich mal ne eigene Storyline bekommen hat, hat mir gut gefallen. Das Ende wurde dann zwar wieder etwas abgefahren, aber da bereits jetzt bekannt ist, dass die 5. Staffel die letzte sein wird, hoffe ich doch sehr, dass es dann nochmal eine gute Story und Auflösung geben wird. Ansonsten muss man glaub ich nicht mehr erwähnen, wie großartig Tatiana Maslany all ihre Rollen spielt – aber auch die anderen Schauspieler sind wirklich gut.

Zur 7. Staffel Modern Family gibts so viel gar nicht zu sagen. Nur: Wieso laufen davon nicht viel mehr Folgen? Wieso ist die Staffel immer so schnell vorbei? Und wie machen die Schreiber es, auch nach 7 Staffeln noch so großartige Ideen zu haben und so witzige und rührende Momente zu schreiben? Keine Ahnung. Ich liebe die Serie schon sehr. Und sitze jetzt wieder im Comedy-Loch, weil es kaum Comedy-Serien gibt, die ich mag und nicht schon gesehen habe.

Dann lief natürlich wieder Game of Thrones! Die 5. Staffel fand ich ja mal eher so naja, daher hatte ich mich auf Staffel 6 auch gar nicht so sehr vorgefreut. Ein paar Sachen haben mich, gerade in den ersten Folgen, auch etwas gestört (Dorne!!), zum Ende hin wurde die Staffel aber sehr viel besser. Zwar auch mit einigen Schwächen, z. B. dem Arya-Plot, der im Nachhinein ziemlich wie eine schlecht geschrieben Rollenspielhintergrundgeschichte mit dem Titel „Wieso mein Held Blindkampf kann und ein Supermeuchler ist“ wirkte – leider, denn eigentlich mag ich Arya ja sehr. Dafür wurde Sansa endlich mal so, wie es die Entwicklungen in den Büchern auch andeuten und wie es die Serie in Staffel 5 erstmal nicht gemacht, sondern noch ne Schippe Scheiße auf Sansa raufgeschüttet hat. Bei Dany hätte man es mit den „ich und meine Drachen sind so episch“-Szenen von mir aus gern etwas dezenter halten können, aber das war schon okay. Richtig schlecht fand ich ja mal wieder diese übertriebene Zombie-Action mit den White Walkern, die leider gar nicht mehr gruselig oder unheimlich sind, sondern nur noch … viele. Das und die Konfrontation mit Bran & Co haben mir gar nicht gefallen. Generell merkt man, dass die Show sich aufs Ende zu bewegt, das Tempo war doch recht hoch in dieser Staffel. Die letzten zwei Folgen fand ich dann absolut grandios, sowohl die Battle of the Bastards-Schlacht als auch die abschließende Folge. Allein die erste Sequenz in Kings Landing mit der absolut fantastischen Musik war sehr großes Kino. Einziger kleiner Schwachpunkt war für mich die irgendwie so nebenher mit abgearbeitete Enthüllung von Jons Herkunft. Trotzdem echt gute Staffel, ich bin gespannt, wie es dann weitergeht, wie viele Folgen es noch werden und wann endlich Buch 6 erscheint.

Nachdem ich keine Lust hatte, „live“ zu schauen, hab ich mal die 11. Staffel Supernatural nachgeholt. Joah. Kann man immer noch gut gucken, auch wenn die Serie so metaplotmäßig ihr Pulver in der 5. Staffel schon echt verschossen hat und seitdem irgendwie ein ziemliches Rumgeeier um noch größer, noch böser, noch mächtiger stattfindet. In Staffel 11 sind wir jetzt bei SPOILER Gotts Familienproblemen angekommen, noch übertriebener wirds dann wohl nicht mehr :p. Der obligatorische Cliffhanger wirkte dann auch eher so, als ob es nächste Staffel wieder etwas bodenständiger werden könnte. Die Grundidee in Staffel 11 fand ich trotz Übertriebenheit noch gar nicht mal schlecht, aber die Umsetzung haperte für mich dann doch ziemlich, weil sie doch irgendwie zu lustig und zu profan wirkte an vielen Stellen. Ein paar coole Ideen war trotzdem dabei, auch einzelne Stand-alone-Folgen fand ich teilweise sehr gelungen (z. B. „Baby“  und „Safe House“). So das große Drama-Feeling kam jetzt nie bei mir auf, aber ich werd mir bestimmt auch die nächste Staffel anschauen. Und nach einem Supernatural-Staffelfinale hört ihr im Auto auch immer Wayward Son in Endlosschleife, oder?

Sehr, sehr traurig bin ich über das Serienende von Penny Dreadful. Nach der Ausstrahlung des Finales von Staffel 3 wurde verkündet, dass es das jetzt war mit der Serie. Blöderweise hatte ich da die letzten 3 Folgen noch nicht gesehen, so dass ich dann doch mit etwas anderen Erwartungen ans Finale ging. Penny Dreadful ist eine meiner absoluten Lieblingsserien der letzten Jahre, die ich in allen Aspekten – Handlung, Dialoge, Optik, Musik, Schauspieler – großartig fand. Sehr traurig, dass sie nun vorbei ist. Die dritte Staffel sollte laut einem Interview mit dem Showrunner bereits als letzte Staffel konzipiert gewesen sein, allein, ich mag es nicht so ganz glauben. Es wurde dann doch ein paar Figuren eingeführt, deren Geschichte nicht so ganz erzählt wurde oder die aufgrund der mangelnden Beleuchtung eher flach blieben (wie Catriona – zwar saucool als weiblicher Van Helsing-Verschnitt, aber die Charakterisierung beschränkte sich auch auf genau das). Auch bei Dr. Jekyll hätte ich gerne noch mehr gesehen, auch wenn natürlich nicht alle Geschichten der Figuren bis zum Ende ihrer literarischen Vorlage erzählt werden müssen. Und immerhin, die Charaktere, die von Anfang an dabei waren, haben alle in gewisser Weise einen Schlusspunkt in ihrer Geschichte erreicht und auch ihre Hintergrundgeschichten wurden erzählt. Das Ende selbst fand ich … okay. Es krankte für mich sehr daran, dass die letzten zwei Folgen so gut wie keine Screentime mehr für Vanessa enthielten und auch die Finalbegegnung von ihr und Ethan doch sehr kurz gehalten war. Auch der Big Big Evil Guy war im Finale dann doch nicht so schrecklich beeindruckend. Andererseits waren die Finales in Penny Dreadful immer schon etwas antiklimatisch und ohne große Action-Endkampf-Szenen, und so fand ich dann die entscheidende Szene bei Kerzenlicht doch sehr schön als Ende der Geschichte – ebenso wie den Epilog mit dem Gedicht. Insgesamt hätten die 2 Finalfolgen für mich noch etwas besser aufgebaut sein können und man hätte manche Plots vielleicht schon vorher zu Ende erzählen und sich dann auf die entscheidenden Figuren konzentrieren können. Aber trotzdem insgesamt ein schöner Abschluss einer sehr großartigen und herausragenden Serie, die ich sehr vermissen und bestimmt irgendwann noch mal re-watchen werde.

Spiele

Nix, nada, niente. Meine Fallout4-Müdigkeit hielt irgendwie weiter an und was anderes mochte ich auch noch nicht anfangen. Macht aber nix.

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Mediengedöhns: Aktualisierender Rundumschlag

Hngh, irgendwie hat das mit dem regelmäßigen Schreiben von Medienkonsum-Blogeinträgen nicht so geklappt. Okay, das liegt wohl am Ausnahmezustand der letzten Wochen, da war bloggen eh nicht so wirklich drin. Aber eigentlich möchte ich natürlich schon damit weitermachen, nur ist es jetzt so, dass sich eine irrwitzige Menge zu beurteilenden Serien angestaut hat, die ich offensichtlich irgendwie in letzter Zeit gesehen habe. Wobei natürlich auch einige dabei sind, die letzten Oktober angelaufen sind, wo die Staffel aber nunmal bis Ende Mai oder so ging.

Deswegen gibt es jetzt einen Rundumschlag über alles, was ich seit Februar so zu Ende geschaut habe und das nächste Mal wirds hoffentlich wieder kürzer und dafür ausführlicher zu den einzelnen Punkten.

Also auf:

Bücher

Tatsächlich lese ich gerade so gut wie gar nicht, maximal mal ein paar Seiten in der Bahn oder so. Allerdings habe ich festgestellt, dass es sehr toll ist, am freien Freitag im Park zu sitzen und zu lesen. Dort hab ich inzwischen auch das halbe „Summer Knight“ von Jim Butcher durchgelesen, aber da die letzten freien Freitage gar nicht frei waren oder mit anderen Dingen verbracht wurden, bin ich immer noch nicht fertig. Insofern ist das letzte gelesene Buch dann immer noch „Die Geister des Landes 3“, und das habe ich ja schon ausführlich rezensiert.

Filme und Serien

Seit Februar habe ich tatsächlich nur einen Film gesehen, nämlich Avengers – Age of Ultron. Diesmal sogar strategisch an der richtigen Stelle, nämlich zwischen Folge 19 und 20 der 2. Agents of Shield-Staffel. Was nett war, weil es ein schönes Lead-in in AoS gab und noch so ein bisschen Hintergrunderklärdinge, letzten Endes kann man aber auch beides gut getrennt voneinander sehen, behaupte ich mal. Da war der Twist in Staffel 1 von AoS, der in The Winter Soldier erfolgte, schon einflussreicher. Anyhoo. Age of Ultron also. Ich fand ihn gut. War spannend, unterhaltsam, viele witzige Momente, trotzdem nicht zu albern. Die von Scarlet Witch ausgelösten Visionen vermittelten den Charakteren durchaus Tiefgang, auch wenn das natürlich immer noch ein Marvelblockbuster ist und kein Charakterdrama. Tendenziell mag ich glaub ich trotzdem Avengers 1 lieber, weil ich einfach auf diese „das Team muss sich zusammenraufen“-Geschichten stehe (und es im Gegensatz zu Teil 2 darin Loki und Agent Coulson gibt). Trotzdem ein guter Film, ich mochte auch die neuen Charaktere, ich bin durchaus ein Fan davon, wer da mit wem so mehr oder weniger zusammen ist und ich freu mich auf den nächsten Film des MCU. Wobei es mich ja total nervt, dass in Civil War anscheinend Spiderman auftauchen soll, was daran liegt, dass ich von der Figur nur den unerträglich doofen Film mit Tobey Mcguire kenne und Spiderman deshalb blöd finde. Aber ich warte es ab.

So. Das war der kurze Teil. Kommen wir zu Serien, oh so vielen Serien …

Girls Staffel 4 –  Ich finde die Serie auch in Staffel 4 immer noch gut. Das liegt vor allem daran, dass ich keine andere Serie kenne, die den Zuschauer weniger manipuliert. In ganz vielen Szenen wird einfach draufgehalten, es gibt lange Dialoge, lange Szenen, die andere Serien abkürzen würden, es gibt so gut wie nie irgendwelche untermalende Musik, die ein bestimmtes Gefühl auslösen soll und es wird auch nie eine Figur als besonders toll oder besonders arschig hingestellt. Man kann sich als Zuschauer immer selber überlegen, wen man jetzt sympathisch findet oder auch nicht. Das fasziniert mich auch nach 4 Staffeln noch.

Modern Family Staffel 4 + 5 – Nach wie vor die beste neuere Comedyserie, die ich kenne. Auch diese beiden Staffeln sind wieder sehr herzlich, lustig, unterhaltsam und schön. Und es gibt eine Heiratsantragsszene, die ich so rührend und perfekt fand, dass ich 15 Minuten lang vor Freude geweint habe. Ja, so ist das.

Unbreakable Kimmy Schmidt – Na ja. Trotz wahnsinnig sympathischer Hauptfigur nach 10 von 13 Folgen abgebrochen. Die Folgen waren manchmal ganz lustig, meistens aber entweder langweilig oder mit ganz schlimmem Fremdschämhumor gespickt. Nicht mein Fall, auch wenns von Tina Fey ist – dann guck ich wohl doch lieber irgendwann 30 Rock zu Ende.

Person of Interest Season 1 + 2 – Eine Serie, die ich bis vor kurzem noch gar nicht kannte, allerdings wurde sie dann von mehreren Leuten empfohlen und sie war auf Netflix verfügbar … da konnte ich natürlich nicht widerstehen. In Person of Interest geht es um einen genialen Computermenschenmilliardär, der eine Maschine gebaut hat, die Verbrechen voraussieht und ihrem Benutzer dann eine Sozialversicherungsnummer ausspuckt, die entweder zum Opfer oder zum Täter des Verbrechens gehört. Eine clevere Idee, denn so ist oft erstmal die Aufgabe der Ermittler, rauszufinden, ob die Person of Interest nun Opfer oder Täter ist. Neben dem erwähnten Milliardär Finch (gespielt vom wunderbaren Michael Emerson, bekannt als Benjamin Linus aus Lost) besteht das Team aus John Reese, einem Ex-Militär-Ex-CIA-Einsatzprofi, der auf schon fast absurde Weise nahezu alles kann, was in der Serie aber auch immer mit einem Augenzwinkern behandelt wird, sowie zwei von den beiden eingespannten Polizisten, später kommen noch zwei weitere Figuren dazu, aber das würde jetzt zu weit führen. Die Fälle sind meistens gut gemacht und auch gut recherchiert, die nur in einer Folge auftauchenden Personen haben oft erstaunlich viel Charakter und Profil und die Hauptfiguren mag ich auch alle. Die Serie geht relativ Case-of-the-week-mäßig los, verrät dabei aber in Rückblenden mehr zu den Hauptcharakteren und wird dann zunehmend auch weniger episodenhaft. Dabei laufen fast immer mehrere Handlungsstränge parallel mit, es geht um Mafiabosse, korrupte Polizisten, die Geschichte hinter der Maschine … das alles wird sehr gekonnt immer wieder aufgegriffen und miteinander verknüpft. Die Charaktere sind allesamt interessant, die Schauspieler gut, es ist spannend und die Art und Weise, wie es gefilmt ist – man blickt als Zuschauer immer wieder durch die „Augen“ diverser Überwachungskameras – ist auch cool. Insgesamt große Empfehlung. Ich bin jetzt schon in Staffel 3 und das Midseasonfinale war unglaublich gut.

Nashville Staffel 1+2  – Was soll ich sagen. Ohne jemals in meinem Leben ein Fan von Countrymusik gewesen zu sein, hab ich mir aus Neugier mal die erste Folge der Serie angeschaut und bin ihr sofort verfallen gewesen. Ist jetzt wirklich eher eine seichte Serie, in der es halt um verschiedene Countrymusiker geht, die an ihrer Karriere feilen. Es gibt viel (Liebes)-Drama und viel Musik, wobei mir die Lieder meistens tatsächlich ziemlich gut gefallen. Auch hier machen die Schauspieler ihre Sache ziemlich gut und obwohl es halt wirklich viele Wendungen und „wer mit wem“-Dinge gibt, gleitet es nicht total auf Soapniveau ab.

Daredevil – Die erste von mehreren Marvelserien, die von Netflix produziert werden, da musste ich natürlich gleich reinschauen. Es ist quasi mal wieder eine Origin Story, die erzählt, wie Matt Murdock zu Daredevil wird. Am Anfang gibt es also Matt Murdock, den blinden Anwalt mit übermenschlicher Sinneswahrnehmung, der des Nachts schwarz maskiert Bösewichte vermöppt und versucht, sein Viertel Hell’s Kitchen ein bisschen besser zu machen. Es geht um Armut, um Gentrifizierung, um ein Verbrecherkartell, das im Hintergund die Fäden zieht, angeführt von Wilson Fisk, der gerne weiße Tapete anstarrt und später als Kingpin bekannt werden wird. Die Serie unterscheidet sich doch ziemlich von anderen Comicverfilmungen, über große Teile der Staffel könnte es auch einfach eine sehr düstere Anwaltsserie sein. Bis auf Matts Fähigkeiten gibt es kaum übernatürliche Phänomene. Das hat mir gut gefallen, zumal wirklich viel Platz für die Entwicklung von Matt Murdock zu Daredevil gelassen wird und auch die Nebencharaktere und -handlungen mir gut gefallen haben. Gerade die Dynamik zwischen Matt und seinem Partner Foggy ist super. Und eins muss ja mal gesagt sein: Netflix-Serien haben eigentlich immer (okay, fast immer, siehe unten) einen richtig, richtig geilen Vorspann. Das finde ich toll, ich liebe gut gemachte Opening Credits und fand den Trend, lieber nur noch kurz den Seriennamen einzublenden, äußerst bedauerlich. So, zurück zu Daredevil: Weniger gut fand ich das Finale. Das war so vorhersehbar und klischeehaft, das hat mir echt nicht gefallen,  zumal es diverse Logiglücken hatte. Und obwohl es eigentlich nur eine Staffel geben sollte, kommt nun doch eine zweite, das kann gut oder schlecht sein, mal schauen. Insgesamt jedenfalls ne gute Sache, wenn auch noch mit Luft nach oben.

Vikings Staffel 3 – Eigentlich bin ich ja echt ein Fan der Serie, auch und gerade wegen der oft langsamen, untypischen, nicht dramaturgisch durchgestylten Erzählweise. Aber diese Staffel hat das echt übertrieben. Die Wikinger greifen in dieser Staffel Paris an, das passiert aber erst in den letzten 4 Folgen, davor gibt es superlangweilige Szenen in Wessex und noch viel langweiligere Szenen im heimischen Kattegatt. Da war zwar mal die ein oder andere gute Sache bei, aber generell hat es mich genervt. Der Angriff auf Paris is dann eigentlich ganz geil, wird aber viel zu hastig erzählt, weil vorher ja 6 Folgen lang ödes Rumgeümmel gezeigt werden musste. Und der letztendliche Kniff in der letzten Folge … naja. Fand ich etwas doof. Insgesamt zwar noch unterhaltsam, aber die ersten beiden Staffeln waren besser.

The Musketeers Staffel 2 – Nachdem die BBC-Musketierserie mich letztes Jahr positiv überrascht hatte, fand ich Staffel 2 zu großen Teilen enttäuschend. Staffel 1 war mit viel Humor, Augenzwinkern und Action inszeniert, was sehr gut funktioniert hat und die wenigen ernsteren Momente umso besser machte. In Staffel 2 versucht man sich am staffelüberspannenden Drama-Handlungsbogen um Queen Anne und einen irgendwie sehr inkonsistenten Rochefort, der innerhalb von 5 Minuten dreimal zwischen eiskalter Killer und weinerlicher Verrückter hin- und herwechselt. Neeee, das war nix. Trotz der einen richtig guten Folge (die „Western“-Folge in Athos‘ Dorf) und ein paar coolen Szenen eher nicht so meins. Hoffentlich wird die nächste Staffel wieder besser.

Better call Saul – Natürlich musste ich das gucken, schließlich hab ich Breaking Bad geliebt. Hier nun also sowas ähnliches wie ein Sequel, das sich um den Werdegang des korrupten Anwalts Saul Goodman dreht. Dieser trägt zu Anfang der Serie noch seinen bürgerlichen Namen Jimmy McGill und wurschtelt sich mühsam durchs Leben, weil er als Neueinsteiger-Anwalt keine Kundschaft hat. Er hat sein Büro/Schlafzimmer in einem Hinterzimmer eines Nagelstudios, fährt eine Schrottkarre und versucht irgendwie Mandanten zu gewinnen, während der sich nebenher um seinen kranken Bruder kümmert (der ebenfalls Anwalt ist, allerdings Teilhaber an einer riesigen Anwaltsfirma. Jetzt allerdings hat er eine Krankheit, bei der er sich einbildet, von elektronischer Strahlung schlimme Schmerzen zu haben, weswegen er sich in seinem Haus einigelt.). Jimmy ist eine tragisch-komische Figur, die verzweifelt ihren Platz im Leben sucht und immer wieder dabei scheitert. Dabei ist die Serie aber weitaus weniger düster als Breaking Bad (und ich kenne auch Leute, die BB nicht mögen, BCS aber schon). Genauso gut wie in BB sind allerdings die Schauspieler, die Musik und die Art und Weise, wie die Serie gefilmt ist. Neben Saul/Jimmy selber gibt es an alten Bekannten noch Drogendealer Tuco, mit dem Walter White damals die ersten Meth-Deals machte, und natürlich Mike Ehrmanntraut, der für jede Menge komische Momente, aber auch für die düsterste und traurigste Folge der Staffel sorgt. Insgesamt hat mir die erste Staffel sehr gut gefallen und ich freu mich auf Staffel 2.

Agents of Shield Staffel 2 – Tja, was soll ich sagen. Eine meiner neuen Lieblingsserien. Wo Staffel 1 noch sehr holprig anlief und erst im letzten Drittel richtig gut wurde, überzeugt mich Staffel 2 von Anfang an komplett. Die Staffelhandlung, die Charaktere, die dramatischen und die witzigen Momente … für mich stimmt hier einfach alles. Die Charaktere aus Staffel 1 entwickeln sich toll und konsequent weiter, es gibt drei neue Teammitglieder, die ich auch sehr schnell ins Herz geschlossen habe, sowie zahlreiche weitere gute Nebencharaktere. Das Finale zur Hälfte der Staffel war so unglaublich spannend und ereignisreich, dass ich lange das Gefühl hatte, dass jetzt eigentlich schon Staffel 3 anfangen müsste, weil es sich so nach Staffelfinale angefühlt hat. Versteht mich nicht falsch, es ist immer noch eine Marvel-Verfilmung, es gibt immer noch coole Sprüche, technische Gadgets und viele Actionszenen, das ist hier jetzt nicht auf einmal ein langsam erzähltes Drama mit Rust-Cole-Gedächtnismonologen. Aber das, was die Serie macht, macht sie verdammt gut, mit vielen spannenden Szenen, einem gut geschriebenen Plot, tollen Charakteren, mit denen ich mitfühlen kann und immer wieder dem ein oder anderen guten Gag. Ich kanns gar nicht erwarten, dass Staffel 3 losgeht.

Game of Thrones Staffel 5 – Ach, darüber könnte ich jetzt vermutlich einen eigenen Eintrag schreiben. Gesamteindruck: Durchwachsen, sehr durchwachsen. Teilweise überraschend gut (Hardhome, Braavos), teilweise erschreckend schlecht (Dorne!!). Die Veränderungen gegenüber den Büchern sind teilweise sinnvoll, teilweise komplett bescheuert. Ausstattung, Cast und Optik sind natürlich weiterhin toll, aber ich war doch eher underwhelmed. Letztendlich war ich fast froh, dass die Staffel rum ist, vor allem aber, weil Game of Thrones immer so ein auf all meinen Medienkanälen reichlich (und oft unnötig aggressiv) diskutiertes Ding ist und mich das irgendwann echt angestrengt hat.

Grace and Frankie Staffel 1 – Schon wieder eine Netflix-Serie. Die bisherigen waren aber auch oft so gut, dass ich wenigstens mal reinschaue, wenn es eine neue Eigenproduktion bei Netflix gibt. Bei Grace and Frankie steht eine Altergruppe im Mittelpunkt, die sonst medial meist gar nicht oder nur als lustiger Sidekick auftaucht: Menschen im Rentenalter. Grace und Frankie, zwei sehr unterschiedliche Frauen, kennen sich über ihre Ehemänner, die gut befreundet und Arbeitskollegen sind. In der ersten Szene der Serie teilen die beiden Ehemänner mit, dass sie in Wahrheit seit 20 Jahren ein Paar sind und sich nun von den Ehefrauen trennen, damit sie nun, wo endlich das Gesetz geändert wurde, heiraten können. Die beiden zurückgelassenen Ehefrauen bilden eine WG im Strandhaus, das beiden Familien zusammen gehört und versuchen irgendwie mit der  Situation klarzukommen. Die Serie ist mit sehr bekannten Schauspielern besetzt, die ihre Sache auch sehr gut machen. Neben den beiden Ex-Ehepaaren gibt es noch deren Kinder sowie einige weitere Nebenfiguren. Obwohl Grace and Frankie oft als Comedy-Serie beworben wird, gibt es viele Momente, die traurig oder bedrückend sind. Ich würde es insgesamt eher Dramedy nennen. Gerade das Finale der Staffel hat mich mit einem ziemlichen Kloß im Hals zurückgelassen. Trotzdem gibt es auch viele sehr lustige oder rührende Momente. Insgesamt eine wirklich tolle Serie, die mal Einblick in einen ganz anderen Lebensabschnitt gibt (z. B. trifft man sich statt auf Partys oder Hochzeiten auf einer Beerdigung, kämpft mit der modernen Technik oder fürchtet eine gebrochene Hüfte), mit sehr sympathischen Charakteren. Sehr zu empfehlen.

Orphan Black Staffel 3 – Wie auch die vorherigen Staffeln lebt Staffel 3 von der fantastischen Hauptdarstellerin, die auch diesmal wieder dafür sorgt, dass ich die Serie gern weiterverfolgt habe. Storymäßig eiert die Serie leider so ein wenig vor sich hin. Es macht fast den Eindruck, als hätten die Macher nie damit gerechnet, mehr als eine Staffel drehen zu können. So ist die Handlung zwischendurch reichlich wirr, man weiß nicht so richtig, was das Ganze soll und nach 10 Folgen ist man storymäßig zwar irgendwie weiter, aber so richtig viel Entwicklung gab es immer noch nicht. Seit drei Staffeln sind halt irgendwelche bösen Firmen und Regierungstypen hinter den Hauptfiguren her, die aber recht austauschbar erscheinen. Langsam hab ich auch keinen Überblick mehr, welche Firma hinter welcher steckt und wer nun wieder wen warum kontrollieren kann. Für die bereits angekündigte vierte Staffel würde ich mir mal was anderes an Handlung wünschen – Spaß macht die Serie wegen der sympathischen Charaktere und der großartigen Tatiana Maslany nämlich durchaus noch.

Orange ist the new Black Staffel 3 – Was soll ich sagen: Das wirklich Einzige, das ich an dieser Serie bemängeln kann, ist, dass es nur 13 Folgen pro Jahr gibt. Genial geschrieben, großartige, vielschichte, vielseitige Charaktere, toll gespielt, gedreht und musikalisch unterlegt, und im Finale werden immer absolut genial alle Fäden der Staffel zusammengeführt. Die Finalszene mit dem See war so schön, ich hab geheult. Und dazu kommen noch aktuelle Themen wie die unsäglichen Bedingungen in privatisierten Gefängnissen – ohne, dass sich das jemals nach moralischem Zeigefinger anfühlt. Orange is the new Black ist einfach nur ganz große Liebe.

How I met your mother, Staffel 8 + 9 – Nachdem ich aus der Serie ja irgendwann ausgestiegen war, weil es mir alles zu langwierig und zu blöd wurde, hab ich sie, nachdem alle Staffeln nun auf Netflix sind, nun doch mal zu Ende geschaut. Joah. Es gab noch ein paar schöne Momente, das Ende ist allerdings wirklich so unterirdisch scheiße, dass mir das die ganze Serie verleidet.

Supernatural Staffel 10 – An sich ne gute Staffel mit einer grandiosen 200. Folge, das Finale fand ich allerdings blöd, weil die Ereignisse darin einfach eher hätten vorbereitet werden müssen. Außerdem gab es in der Staffel gleich zwei magische Phänomene, mit denen Dean das Kainsmal vielleicht hätte loswerden können, die aber nie untersucht wurden, weil man stattdessen lieber mal wieder das superriskante Ritual of doom durchführen musste. Sowas mag ich ja gar nicht. Aber naja. Mal sehen, was Staffel 11 so bringt.

Sense 8 – Nachdem ich nun die Netflix-Eigenproduktionen so gelobt habe: Sense 8 ist irgendwie einfach nur eine riesengroße Seifenblase mit schöner Optik, aber ohne Inhalt. Zumindestens in den ersten 7 Folgen, danach hab ich aufgegeben. Die Charaktere wirken wie am Reißbrett entworfen und reichlich klischeehaft, in den Folgen passiert 45 Minuten lang eher so gar nix, bevor dann in den letzten 5 Minuten was Spannendes und ein Cliffhanger kommt, damit man dranbleibt. Dass das alles so total international und weltumspannend sein soll und dann alle Englisch mit Klischeeakzent sprechen, hat der Sache auch nicht weitergeholfen. Und auch wenn Optik und Musik wirklich schön sind (und Freema Agyeman umwerfend aussieht) – nee, das is irgendwie nix. Falls mir arg langweilig ist, guck ich die Staffel vielleicht noch zu Ende, aber viel Bock drauf hab ich aktuell nicht. Und: Der Vorspann ist genauso öde wie die Serie.

Spiele

Ich bin nun endlich fertig mit Dragon Age: Inquistion und spiele gerade den zweiten Durchgang. Aber das kommt eher in einen eigenen Blogartikel, bevor dieser hier noch länger wird.

So, uff. Das wars. Jetzt hab ich doch mehr geschrieben als ich wollte, aber nun ja. Liest das überhaupt irgendwer? Ich weiß es nicht. Nächstes Mal dann hoffentlich wieder im kürzeren Abstand und mit weniger vielen Serien.

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Mediengedöhns: Juli – September 2014

Ähm, ja. Das regelmäßige Bloggen über die konsumierten Medien wurde die letzten Wochen und Monate doch eher nix. Daher mache ich jetzt mal einen Rundumschlag über die letzten drei Monate.

Bücher

Da wäre einmal Shattered, der im Sommer erschienene 7. Band der Iron Druid Chronicles. Wer es noch nicht kennt: Die Reihe von Kevin Hearne dreht sich um einen 2000 Jahre alten Druiden, der als Buchladenbesitzer getarnt in Arizona lebt und dann natürlich, wie es immer so ist, in diverse Geschehnisse verwickelt wird. Die Bücher verwursten so ziemlich alles an Mythologien und Göttern, was es so gibt, sind voller Nerd-Anspielungen und lassen sich gut weglesen. So war es auch wieder im 7. Teil. Mit indischer Mythologie, Yetis und einem Bürgerkrieg in der Feenwelt wurde es diesmal ziemlich abgedreht, aber die Geschichte ist immer noch gut. Ich bin gespannt, wie sie dann mit Band 9 mal enden wird.

Danach gabs mal wieder was aus Deutschland, nämlich Die roten Matrosen von Klaus Kordon. Auf den Autoren war ich mal durch ein Interview mit ihm aufmerksam geworden, das ich gelesen habe. Das war dann so interessant, dass ich mir sein neuestes Buch, Krokodil im Nacken, auch gleich gekauft habe. Und da mir das gefallen hat, habe ich also noch was von ihm gekauft. Die roten Matrosen richtet sich (auch) an ein jüngeres Publikum, was aber beim Lesen nicht negativ auffällt. Erzählt wird ohnehin aus der Perspektive eines Zwölfjährigen. Es ist ein historischer Roman, der im Winter 1918 beginnt und von den Aufständen der Sozialisten und der Revolution gegen Ende des ersten Weltkriegs berichtet. Also schon irgendwie ein bisschen Geschichtsstunde, dabei aber nie langweilig. Vor allem, weil ich über das Thema auch gar nicht sooo viel wusste. Ich mag es, wenn so historische Ereignisse aus der Sicht der Leute erzählt werden, die gar nicht unmittelbar damit zu tun, haben, und das gelingt hier gut. Außerdem schafft es Kordon, dass die Welt des Protagonisten, die sich aus einer Mietskaserne in Berlin und deren Umgebung zusammensetzt, sehr lebendig und plastisch vermittelt wird. Ich habe regelrecht mit den Figuren mitgehungert und -gefroren. Gutes Buch. Die beiden Fortsetzungen der Reihe werde ich mir auch noch zulegen. Weiterlesen

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