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31-Tage-RPG-Challenge: Frage 30 bis 31

Na, es hat ja doch noch geklappt – heute ist der letzte Tag und heute werde ich auch fertig. Unglaublich – ich glaube, ich hab noch nie eine Challenge bis zum Ende durchgehalten *g*.

Also kommen jetzt die letzten beiden Fragen.

Frage 30: Wie ist deine Meinung zu neuen Medien (PDFs, Tablets, Onlinerunden, Würfelapps, …) im Rollenspielhobby?

Ich hab gestern mit Erstaunen bei Clawdeen gelesen, was es da alles so gibt. Da waren Dinge bei, von denen ich noch nie gehört hatte. Bei uns gibt es so gut wie keine Technik am Spieltisch, wir haben halt Boxen für die Musik, der SL hat seinen Ipod zum Musik-Abspielen dabei und wir haben ne LED-Lampe, die man farbig einstellen kann, halt für buntes Licht. Und das wars. Ansonsten liegen auf dem Tisch nur Papier, Stifte, Würfel, Bücher und andere nicht-elektronische Dinge. Auch sonst benutze ich eigentlich kaum Elektronik, ich steiger auch alle meine Helden mit Kugelschreiber und Taschenrechner, weil ich kein Steigerungsprogramm kenne, das keine Fehler machen würde. Sowas wie Würfel-Apps finde ich am Spieltisch total albern, außerdem hat man dann ja ständig das Smartphone in der Hand und der Weg zum „nur mal eben Mails checken“ ist nicht mehr weiter.

Trotzdem finde ich per se nix Schlimmes daran, das Rollenspiel elektronisch zu unterstützen. Gerade wenn man halt nicht wie ich den Luxus hat, dass man eine feste Runde hat, deren Mitglieder auch so gut wie jedes Wochenende Zeit und Lust zum Spielen haben, ist es natürlich super, auf Spielen per Skype oder Hangout ausweichen zu können. Auch die Idee, ein Rundenmitglied per Laptop einfach zuzuschalten, find ich gut. Selber ausprobiert hab ich es aber noch nicht.

Frage 31: Wer war der / die beste SpielleiterInn, bei der Du spielen durftest und warum?

Tja, was soll ich sagen. Ich habe das Glück, dass ich aktuell beim besten SL spiele, den ich kenne, und das sogar fast jede Woche. Ich glaub, wer mein Blog öfter liest, hat schön öfter mitbekommen, dass ich unseren SL sehr oft lobpreise.

Aber es ist ja nun mal so – bei allen anderen SLs kenn ich das so, dass sie gewisse Sachen gut und andere weniger gut können. Einer kann super NPCs spielen, hat aber vielleicht nicht viel Ahnung von Regeln. Der nächste kennt sich super mit dem Hintergrund aus, kommt aber bei Kämpfen mit den Regeln durcheinander. Bei unserem SL fällt mir dagegen nicht viel ein, was er schlecht macht. Okay, er ist manchmal zerstreut, er muss sich immer rechtfertigen (Juristenkrankheit anscheinend…) und manchmal spricht er Namen falsch aus. Ja, verdammt, das war alles. Mehr fällt mir echt nicht ein. Auf der anderen Seite: Er ist ein wandelndes Regellexikon und kennt nicht nur den aventurischen Hintergrund von den dunklen Zeiten bis heute, sondern den myranischen gleich noch dazu.  Er kann NSCs glaubwürdig und unverwechselbar darstellen und schreckt auch nicht davor zurück, am Spieltisch minutenlang mit überschlagender Kopfstimme zu sprechen oder selbstgedichtete Lieder zu singen. Alles, was wir spielen, befindet sich irgendwie im Gesamtkontext der aventurischen Geschichte, Kampagnen und Abenteuer werden miteinander verknüpft, er weiß von den meisten NSCs sowohl die Vergangenheit als auch, was ihnen in Zukunft noch so blüht. Er bastelt Titelbilder. Er hortet hunderte von Tracks mit Hintergrudnmusik auf seinem Rechner. Er schneidet mit einem Soundprogramm 15 Tonspuren zusammen, um eine Geräuschkulisse für den Dschungel oder einen novadischen Basar zu haben. Er bereitet in den jetzt gespielten Abenteuern teilweise schon Ereignisse vor, die irgendwann in 5 Jahren kommen werden. Als wir noch ab und an mit nem anderen SL spielten und der mal krank war, dachte er sich auf der Hinfahrt zum Spielort schnell ein Abenteuer aus, was trotz der kurzen Vorbereitung total gut war. Er fragt nach dem Spielabend, ob es allen Spaß gemacht hat, hört sich die Kritik an und nimmt Vorschläge, was anders oder besser laufen könnte, an. Er versucht immer, für jeden Spieler und jeden Helden ein Highlight am Spielabend einzbauen. Er fragt die Spieler, was sie sich für die Zukunft ihrer Helden wünschen oder vorstellen und versucht dann Möglichkeiten einzubauen, wie der Held sich in die gewünschte Richtung entwickeln kann.

Ihr sehts schon. Ich bin ein hoffnungsloses Fangirl. Natürlich isses auch so, dass er und ich ziemlich deckungsleiche Vorstellungen davon haben, was am Rollenspiel Spaß bringt. Sonst würde das ja nicht so gut funktionieren. Aber auch der Rest unserer Runde ist, denke ich, sehr glücklich mit ihm.

So. Wohoooo! Das wars! Challenge geschafft!

Dann mal…äh…happy Halloween oder so *g*

2 Kommentare

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Liebe Mitspieler…

(Sozusagen die Fortsetzung von „Lieber Spielleiter…“, wo ich über Dinge rantete, die mich am SL nerven.)

Und hier wäre dann also auch mein Beitrag zum diesmonatigen RSP-Karneval mit dem Thema „Rollenspieltipps“, der dieses Mal von Zeitzeugin organisiert wird.

Es gibt ja nicht nur den Spielleiter, der viel dazu beitragen kann, für Spaß am Spieltisch zu sorgen oder selbigen zu verderben. Genauso können auch die lieber Mitspieler den Abend toll werden lassen oder ruinieren. Also wird es höchste Zeit, auch mal meine persönliche Liste der „so nich, liebe Mitspieler“ anzufertigen. Los gehts.

1. Lass mich ausreden, verdammt! Ja, ich bin nicht die lauteste Person der Welt (also jedenfalls nicht im Vergleich zu meinen teilweise eher stimmgewaltigen Mitspielern…), aber das ist trotzdem kein Grund, mir ins Wort zu fallen, wenn es nicht gerade in einer hitzigen Diskussion unter den Charakteren ist. Der SL kann eh bloß einer Person gleichzeitig zuhören. Also bitte ein bisschen Geduld.

2. Kenn deine Regeln. Nein, du musst nicht das gesamte Regelwerk auswendig können. Aber Himmelnocheins, wenn du auch am 20. Abend in Folge fragst, wie nochmal das Manöver Windmühle funktioniert, dann habe ich das Bedürfnis, deinen Heldenbogen aufzuessen. (Dieses Verhalten eines Spielers in meiner Oldschool-Runde führte dazu, dass wir irgendwann die Regel „jeder darf nur die Manöver einsetzen, zu denen er die Regeln auswendig kann“ einführten.) Und ja, auch bei DSA kann man die Regeln des eigenen Charakters soweit verinnerlichen oder sich auf einen Zettel schreiben, dasss man die ohne langes Nachschlagen benutzen kann. Ächt jetzt. Isch schwör.

3. Irgendwann ist genug diskutiert. Einen Plan schmieden, Gefahren abwägen, Vorschläge machen – immer gern. Auch mal outgame den SL was fragen – kann auch sinnvoll sein. Aber wenn die Diskussion dann zu „also in demundem Film hat es aber auch funktioniert“ und „im Mittelalter war das aber soundso“ abgleiten (wobei sich Spieler und SL dann meist gegenseitig Halbwissen um die Ohren hauen, weil wir alle keine Historiker oder derlgeichen sind), isses irgendwann mal genug. Und wichtig ist auch immer die Frage: Muss das jetzt geklärt werden oder reicht es nach dem Spiel? Kann man nicht einfach erstmal würfeln und wenn man eh 10 Punkte drunter ist, hat sich die Diskussion, ob der Aufschlag + 2 oder eher + 4 war, dann eh erledigt?
Jede Diskussion unterbricht das Spiel und das sollte so wenig wie möglich vorkommen.

4. Töte den Flachwitz! Töte ihn rechtzeitig! Ein Punkt, bei dem ich mir selber auch an die eigene Nase fassen muss: Manchmal ist der Bogen für dumme Witze dann echt mal überspannt. Und dann muss mal wieder gut sein und man muss sich mal wieder aufs Spiel konzentrieren können, sonst ist der Versuch, eine Stimmung zu erzeugen, gleich zum Scheitern verurteilt. Also wenn alle anderen schon wieder ernst gucken und weitermachen wollen, dann einfach mal den nächsten Spruch, der dir einfällt, runterschlucken. (Wie gesagt – daran muss ich auch manchmal echt arbeiten.)

5. Es geht nicht um dein Ego. Leider mal erlebt bei einem Spieler, der immer nur der Tollste und Größte sein wollte und am liebsten das Abenteuer im Alleingang gelöst hätte, nur damit er toll dasteht. Würfelschubsen und vorher das Abenteuer lesen, um „ganz plötzlich“ auf die Lösungen zu kommen, inklusive. Das.geht.gar.nicht. Auch Äußerungen wie „ach, das sind nur 50 Gegner, wir sind doch Helden, das schaffen wir locker“ finde ich total unangebracht, wenn der Charakter nicht unter Größenwahn und Arroganz leidet.

6. Sprich dich aus, wenn dich was stört. Ich hab es auch schon erlebt, dass Spieler Probleme mit der Zusammensetzung der Gruppe oder einem bestimmten Charakter oder einem bestimmten Abenteuerpart hatten, dass dann nicht sagten, wochenlang in sich hineinfraßen und dann irgendwann ziemlich „explodierten“. Aber hey, das ist ein Punkt, den man glaub ich aufs Leben generell anwenden kann. 😉

7. Ingame-Probleme auch ingame klären. Gehört zu Punkt 6 irgendwie dazu…einmal hab ich erfahren, dass ein Mitspieler mit seinem Charakter ein  ziemliches Problem mit einem meiner Charaktere hatte, aber das im Spiel nie angesprochen hat, weil er den Gruppenfrieden nicht stören wollte. Dabei hätte mich das null gestört, wenn sein Chrakter meinen wegen dessen Verhalten angeraunzt hätte – im Gegenteil. Ein bisschen Ärger zwischen den Helden ist doch immer mal ganz nett. Und das dann außerhalb des Spiels auf einmal zu hören, ist blöd. Also, Mut zum ingame-Streit.

8. Prüfe, ob du dein Charakterkonzept ertragen kannst. Will heißen: Wenn du Bock hast, einen arschigen Misanthropen zu spielen, dann immer her mit dem Charakter, aber sei dir bewusst, dass dich die Umwelt und auch die anderen Helden dann wie einen arschigen Misanthropen behandeln werden. Und wenn du darauf keine Lust hast und dann beleidigt bist, dass keiner deinen Helden mag (im Sinne von „im Spiel leiden können“, nicht im Sinne von „nen gut gespielten Charakter finden“), dann lass es und spiel nen netten Typen.

9. Termine, Termine, Termine. Wer kennt es nicht, das Chaos, das entstehen kann, wenn man 5 oder 6 Leute terminlich unter einen Hut kriegen will. Je mehr Hobbies, andere Runden, sonstige Aktivitäten und Familienfeiern die Spieler haben, desto komplizierter wird es. Deshalb die 2 Grundsätze der erfolgreichen Terminfindung: a) Sag rechtzeitig Bescheid („In 3 Wochen kann ich samstags nicht, da hat meine Oma Geburtstag“ ist rechtzeitig, „Was? MORGEN haben wir Termin? Nee, da kann ich nicht!“ ist nicht rechtzeitig.)! Und b): Halte dich dran. Wenn wir einen Termin ausgemacht haben, dann verlassen wir uns drauf, dass du auch da bist, und nicht lieber spontan zu einer Party/ins Kino/ins Freibad gehst. Tun alle anderen ja auch nicht.

10. Feedback ist alles. Da spreche ich sowohl aus meinen wenigen Erfahrungen als SL, wo Feedback natürlich enorm wichtig ist, um herauszufinden, was gut ankam und was nicht, als auch als Spieler. Dinge wie „du hast deinen Charakter heute gut rübergebracht“ oder „boah war das cool, als du dem Ork den Kopf abgeschlagen hast“ sind sehr schön zu hören, Sachen wie „ich glaub, das aktuelle Verhalten deines Charakters könnte dazu führen, dass die Gruppe ihn weiter ausschließt“ oder „wieso hast du denn nicht dieseundjene Fähigkeit eingesetzt?“ sind hilfreich. Und bitte: Wenn ich auf ein „irgendwie war das Verhalten von Charakter X heute seltsam“ mit einem „das hatte schon seinen Grund“ antworte, ist das wirklich eine explizite Einladung, das nächste Mal im Spiel herauszufinden, WIESO Charakter X sich komsisch verhält.

So. Das waren meine Top 10 der Dinge, die ich schon immer mal…und so. Habt ihr noch mehr?

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