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Wasserstandsmeldung

Es ist ein wenig nervig, jeden Blogeintrag mit „oh, ich hab so lange nix geschrieben“ zu beginnen, deswegen schenke ich mir das, auch wenn es angebracht wäre.

Ja, ich lebe noch. Ich bin derweil ein Jahr älter geworden, habe das in 2 Städten gefeiert (das hört sich jetzt cooler an, als es ist) und hatte eine Woche Urlaub. Und mache und tue so. Also so in Stichpunkten:

Mein Urlaub war ein ganz entsetzlich vernünftiger, in dem der Mitbewohner und ich Dinge getan haben, „zu denen man ja sonst nie kommt“. Und das meinte leider nicht das Binge-Watchen der kompletten Daredevil-Staffel auf Netflix oder 40 Stunden Dragon Age spielen. Stattdessen haben wir den Keller entrümpelt, Bilderrahmen für die ganzen Poster gekauft, die wir seit teilweise 2 Jahren aufhängen wollen, Regale gekauft, Pfandflaschen weggebracht, etc. War genauso super, wie sich das jetzt anhört. Immerhin haben wir uns dafür dann nach getaner Arbeit mit 2 guten Restaurantbesuchen belohnt. Und die Wohnung sieht jetzt schickerer aus.

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Meine Geburtstagsfeierei war schön. Am Ostersamstag war ich in Leipzig und traf die werte Familie, komplett in der Großpackung mit Oma, Schwester, Schwager und Nichte, dazu natürlich meine Eltern. Ich bin im Umgang mit wenige Monate alten Babies immer recht panisch, und natürlich hab ich auch glatt was falsch gemacht und angenommen, Nichte könne schon alleine sitzen. Konnte sie aber nicht und als ich sie kurz absetzte, weil meine Oma irgendwas wollte, kippte sie dann um und dotze leicht aufs Parkett. Dedöö. Zum Glück war keiner sauer und Nichte verzieh mir wohl dann auch durch ausgiebiges Herumtanzen mit ihr auf dem Arm (wie problemlos man sich zum Affen macht, wenn man ein Kind aufm Arm hat…). Leipzig war übrigens vooooooll, aber  naja, Ostern halt. Bis auf meine Eltern fuhren dann alle am späten Nachmittag heim, Eltern und ich waren noch sehr gut essen und am nächsten Morgen gabs dann lecker Frühstück im Hotel und Geschenke. Dann fuhr ich, das war der weniger fancy Teil, 3 Stunden mit dem Zug nach Hamburg zurück und abends gabs dann noch Burger und Cocktails mit erstaunlicherweise dem fast vollständigen Freundeskreis. Das war schön, auch wenn das Restaurant leider um 0 Uhr schloss und ab 23 Uhr permanent unterschwellig suggeriert wurde, dass es ja schön wäre, wenn wir bald gingen. Da wir uns um 20 Uhr erst getroffen hatten, war es also leider eine sehr kurze Feier.

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Seit Anfang März nehme ich mal wieder lustige Medikamente, die womöglich gegen die Migräne helfen könnten. Wobei der Spaß ja immer ist, dass die ja immer eigentlich gegen was anderes sind. Nach dem letzten Versuch mit Antiepileptika nun also mal wieder Psychopharmaka. Hurra. Einmal wie Claire Danes fühlen – bzw. deren Rolle in Homeland. Wobei ich da ja doch lieber die Genialität oder meinetwegen Sex mit Damian Lewis als Parallele hätte, aber naja. Jedenfalls macht der Scheiß mich fertig. Erstens habe ich die ganze Zeit Durst und trinke wie so ein Kamel, zweitens zittern meine Hände so sehr, dass ich ständig Dinge fallen lasse und drittens fühle ich mich, als wäre im Inneren meine Kopfes nur noch Watte. Manchmal ist mir auch drei Tage am Stück schwindelig. Yay. Eigentlich würde ich den Scheiß gern wieder absetzen, weil mich die Nebenwirkungen echt arg stören und ich auch noch nie so schlimme hatte. Allerdings würde ich natürlich vorher gerne beurteilen können, ob der Kram überhaupt hilft, und das kann ich noch nicht, weil dazu ein bestimmter Spiegel im Blut erreicht werden muss, und der ist noch nicht vorhanden. Also nehm ichs jetzt erstmal weiter, aber cool ist anders.

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Aktuell werkel ich – was im Zusammenhang mit der Wattekopfigkeit nicht so super läuft – mit zwei Nandurionkollegen an einem DSA-Abenteuer für Myranor. Das sollte eigentlich schon weiter sein, schleppt sich aber immerhin langsam dahin. Spaß macht es aber auf jeden Fall, auch wenn es schöner wäre, könnte ich besser denken.

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Ohne jemals in meinem Leben Countrymusic gehört zu haben, bin ich im Moment total süchtig nach der Serie „Nashville“. (Demnächst gibt es auch mal wieder einen Mediengedöhns-Artikel.)

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Da ich ja wegen der neuen Drogen da nun ständig meine Blutwerte kontrollieren lassen muss, renne ich alle paar Wochen zum Arzt. Bisher lief es zweimal so lala, einmal richtig gut, und einmal richtig kacke, weil der Arzt mir in den Nerv gestochen hat. Dann hatte ich ein ziemlich großes Hämatom, was auf den Nerv drückte, so dass bei jeder Armbewegung alles zwickte und zwackte, was sich sehr unangenehm anfühlte. Das ist inzwischen endlich weg, dafür fühl sich aber eine Stelle am Unterarm komisch taub an. Ärks.

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Toll, jetzt laber ich hier ewig rum und hab die einzige total großartige Nachricht total vergessen – vermutlich, weil ichs schon allen Leuten im RL, im Forum und auf Twitter erzählt habe. Näääääääääääämlich:

Ich habe ab sofort eine Vier-Tage-Woche!! 🙂

War ja schon seit gefühlt 5 Jahren mein Traum, nun ist es also in die Tat umgesetzt. Tatsächlich bin ich einfach zu meinem Chef gegangen und hab gefragt, ob das möglich wäre, damit ich irgendwie ein bisschen Zeit habe, um andere Dinge gegen die Migräne zu tun als Tabletten und noch mehr Tabletten zu nehmen. Das fand er dann tatächlich gut und so beschloss die Partnerschaftsversammlung huldvoll, dass ich ab jetzt Freitags freihabe 🙂 . Ich find das toll, ich find das sogar sehr toll, aber ich kann es immer noch nicht richtig glauben. Auch wenn schon Donnerstag ist und ich morgen meinen ersten freien Freitag habe. Ich glaub, ich kann das erst glauben, wenn morgen der Wecker nicht klingelt…

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Das weniger Tolle an der 32-Stunden-Woche ist, dass ich natürlich auch weniger Geld bekomme und deswegen meinen Gesangsunterricht gekündigt habe. Das suckt schon ziemlich, zumal mein Lehrer auch supernett ist und viel draufhat, aber ich kann mir das jetzt wirklich nicht mehr leisten. Je nachdem, wie schnell er Ersatz findet, hab ich aber noch bis Ende Juni Unterricht.

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Joah, ich glaub, das war so in Kürze das Wichtigste der letzten Wochen. Und nun bin ich mal noch fleißig, ehe ich in mein Drei-Tage-Wochenende gehe, muhahaha.

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Das Leben ist seltsam

Der heute Tag fing mehr als bescheiden an. Ich war gestern viel zu lange wach und habe ganze 45 Minuten verschlafen. Mit Mühe und Not war ich noch rechtzeitig im Büro, wo riesige Berge von Arbeit auf mich warteten. Den ganzen Vormittag war ich saumüde, hatte Kopfschmerzen und war vollkommen unmotiviert. Am Nachmittag ging es dann, nach einer Fritzkola und was  zu essen, etwas besser. Trotzdem war ich ziemlich in Sorge, weil meine Migränetabletten ausgegangen waren und ich das Rezept noch nicht eingelöst hatte (und meine Apotheke, die die für mich immer da hat, schon zuhaben würde, wenn ich heimkomme). Als Highlight des Arbeitstages kreuzte dann noch meine ehemalige Kollegin auf, die bei meinem einen  Chef noch ein Mandat hat und Unterlagen abholen wollte. Dazu muss man sagen, dass diese Frau zu den Menschen zählt, denen ich nie mehr über den Weg laufen möchte. Sie hat in den 4 Jahren, in denen wir gemeinsam da gearbeitet haben, ihr Möglichstes getan, mir das Arbeitsleben zur Hölle zu machen. Naja, am Ende war sie dann nur kurz da und ich hab sie auch gar nicht zu Gesicht bekommen.

Jedenfalls war ich echt scheiße drauf. Für morgen abend stand eigentlich ein Essen an (die Burns Night im Trific). Als ich den Tisch bestellte, hatte ich echt Lust dazu, heute schien es mir ein grauenhafter Gedanke zu sein, morgen abend irgendwo anders hin zu gehen als nach Hause auf meine Couch.  Also hab ich den Tisch wieder abbestellt. Inzwischen ärgere ich mich fast ein bisschen, aber vermutlich ist es besser so. Im Moment bin ich echt nicht kontaktfreudig. Nach der Arbeit stand dann erst ein Massagetermin und dann noch ein Treffen mit meinem neuen Lehrer an. Ergo: Stundenlang durch Hamburg gondeln. Irgendwann saß ich in der Bahn, total müde und kaputt und genervt und überhaupt. Schräg gegenüber unterhielten sich zwei Mädels über künstliche Fingernägel (und das mit einer Ausdauer und einem Elan…scheint ne Wissenschaft für sich zu sein). Mir gegenüber saß eine junge Frau, der es auch nicht so gut zu gehen schien. Sie war dünn, hatte Augenringe, ziemlich zerzauste Haare und kaute auf ihren Fingern herum. Ich hätte gern irgendwas Aufmunterndes zu ihr gesagt, aber ich wusste nicht, was. Also hab ich sie nur freundlich angelächelt und sie lächelte auch zurück.

Und seltsamerweise wurde der Tag ab diesem Moment schlagartig besser.

Ich kam zur Massage, dort war mein Termin irgendwie nicht im PC eingetragen, aber die Masseurin hat mich trotzdem noch dazwischengeschoben. War auch wieder echt gut. Danach ging ich zurück zur U-Bahn und sah unten am Bahnhof einen Dönerladen mit nem Schild davor, es gebe hier (laut der Abstimmung der Zeitung mit den vier Buchstaben, aber immerhin…) den „besten Döner Hamburgs“. Und was soll ich sagen, im Dienste der Wissenschaft musste das natürlich getestet werden und er war wirklich sehr lecker. Danach bin ich auf den Bahnsteig, ein älterer Herr fragte mich, welche Bahn er nach Schlump nehmen muss, was ich ihm erklärte, er bedankte sich freundlich. In der Bahn selber dann eine sehr witzige Situation: Mir gegenüber saß ein jüngerer Typ mit einem E-Book-Reader, auf den anderen beiden Plätzen des Vierersitzes saß ein etwas älteres Ehepaar, die sich angeregt über „Verachtung“, das neue Buch von Adler-Olsen unterhielten. Plötzlich schaut der lesende Typ hoch: „Bitte reden Sie nicht weiter, ich les das hier gerade und will nicht wissen, wie es ausgeht.“ Großes Gelächter. Die drei reden darüber, wie gut das Buch doch ist. Ich mische mich mit einem „Ich lese es übrigens noch nicht“ ins Gespräch ein und alle drei legen es mir ans Herz und diskutieren darüber, ob man die anderen Bände der Reihe vorher lesen sollte oder nicht. Mittendrin kommen noch 2 Musiker durch den Waggon, die bezeichnenderweise „Always look on the bright side of life“ singen/auf der Gitarre spielen. Für  2 Minuten habe ich das seltsame Gefühl, auf einer Party mit Livemusik zu sein und mich gerade gut mit den anderen Gästen zu unterhalten. Dann muss ich aussteigen, die anderen 3 Leute verabschieden sich freundlich.

Da ich noch etwas Zeit hatte, ging ich noch zu einer Apotheke und fragte dort nach, ob sie zufällig meine Medikamente vorrätig hätten. Ich rechnete eigentlich nicht damit, denn die müssen eigentlich immer bestellt werden. Aber, oh Wunder: Sie hatten. Das Problem war also auch gelöst. Und zu guter Letzt stellte sich heraus, dass ich doch erst ab März beim neuen Lehrer anfangen kann, was mir sehr in den Kram passt, weil ich sonst den Februar doppelt zahlen müsste.

Dann fuhr ich, höchst verwundert bis verzückt, nach Hause. Das Leben ist manchmal wirklich seltsam. Seltsam, aber schön.

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Mein erstes Konzert

Liebes Tagebuch…ja, bla. Alberner Titel, ich weiß. Aber ich wollte trotzdem mal festhalten, wie es am Sonntag so lief.

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