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#RPGaDay2018 und Tagebuchbloggen, Tag 7

*gähnt* *schaut in die Kaffeetasse* Na dann wollen wir mal….

Frage 7: How can a GM make the stakes important?

Stakes ist auch so ein Wort, was sich schwierig übersetzen lässt. Tatsächlich bin ich mir auch nicht ganz so sicher, wie die Frage gemeint ist – geht es eher um Hindernisse, die überwunden werden müssen oder eher um Dinge, die auf dem Spiel stehen? Oder beides? Oder bin ich nur wirklich zu müde für alles inzwischen?

Naja, ich versuch es trotzdem. Was Hindernisse angeht, die die SC überwinden müssen – da kann man als SL auf jeden Fall drauf achten, dass man nicht für jeden Käse würfeln lässt, damit macht man die Proben, die man dann verlangt, schonmal bedeutsamer. Und, wie ich beim Schreiben des Myranor-Abenteuers damals gelernt habe: Keine Proben verlangen der Probe wegen, sondern überlegen, was passiert, wenn es keiner schafft und wie das Abenteuer dann trotzdem weitergeht.

Der andere Teil der Frage zielt vermutlich darauf ab, wie man es schafft, dass sich die Ereignisse am Spieltisch wichtig und dramatisch anfühlen. Da kann man natürlich nur wieder sagen: Bring das rein, was den Spielern wichtig ist. Ersetz den entführten generischen NSC durch jemanden, der den SC wichtig ist. Wenn du weißt, dass in drei Abenteuern Stadt A belagert werden wird, lass die SC vorher dorthin reisen, die Stadt und ihre Leute kennen- und liebenlernen, gib ihnen eine Stammkneipe oder ein eigenes Haus. Finde raus, was den Spielern (nicht den SC) besonders wichtig ist und lass es in Gefahr geraten.

Joah. Sehr viel mehr fällt mir dazu jetzt gar nicht mehr ein. Vielleicht noch, dass man auch ruhig mal was schiefgehen lassen kann, wenn die SC es blöd anstellen oder spektakulär schlecht würfeln. Jetzt halt nicht durch Total Party Kill (über SC-Tode schrob ich ja schon mal) und vielleicht auch mit Option, es wieder gut zu machen. Ich spiele eigentlich eh in keinen Gruppen, wo zu wenig geplant wird (eher zu viel), aber es ist vielleicht ein Tipp für Gruppen, wo viel unüberlegt gehandelt wird. (Auch wenn hier dann wieder gilt – wenn es einen sehr stört, lieber outgame ansprechen als ingame versuchen die Gruppe zu erziehen.)

Tagebuchblogcontent:

Der Tag begann für mich gestern um 06.00 Uhr, was ne Stunde eher ist als mein Wecker eigentlich klingelt. Ich wollte aber noch Yoga machen, weil 30 Tage jeden Tag und so, und nach der Arbeit wäre es ja schon wieder 30 Grad gewesen und außerdem war Montag und montags geh ich ja schwimmen. Also klingelte der Wecker um 06.00. Ich war kurz davor, ihn wieder auszumachen und weiterzuschlafen, aber dann hab ich mich mit der Überlegung, dass dann die Wohnung ne Stunde durchkühlen kann, doch aufgeraft. Und dann halt so ne halbe Stunde Yoga am offenen Fenster, während es draußen noch echt ruhig war, das war schon nett. Und ging auch trotz Müdigkeit ziemlich gut. Erstaunlich, ich hatte das ja schon ab und zu mal gemacht und dann meistens das Gefühl, noch so gar keine Kontrolle über meine Arme und Beine zu haben. Dann fertiggemacht für die Arbeit, noch schnell ein paar Podcasts aufs Handy geladen, dann los. Es war noch schön kühl draußen.

Im Büro angekommen, sogar schon kurz vor 08:00. Alle Fenster aufgerissen und dann erstmal die Post gestempelt und dann …. gewartet. Weil nix zu tun war. Gebloggt, auf Twitter gelesen, mehr „mein Feed findet den Podcast nicht“-Nachrichten angestarrt und meine technische Ahnungslosigkeit verflucht. Mail geschrieben wegen der erwähnten Familien-Haustausch-Geschichte. Mein Vater schrieb mir per WhatsApp und lobte meine Mail – jetzt hätte er auch verstanden, was ich eigentlich meine. Lol. Dann kam meine Chefin und nach einem kurzen … okay, etwas längeren … Gespräch über ihren Urlaub produzierte sie dann auch was zu tun für mich. Zwischendurch ein bisschen Telefon. Ich arbeitete sehr träge vor mich hin. Zu müde. Zu warm. Zu viel Baustelle im Haus.

Mittags kurz zu Rewe, eine Suppe und einen Pudding gekauft, den dann artikellesen aufgegessen. Apropos Artikel, dieser hier von Judith nämlich, zum Thema festgefahrene deutsche Fantastik. Dadurch angeregt über Klappentexte nachgedacht (Twitterlink). Und diskutiert. Und dabei schon wieder wenig gearbeitet, ich bin die schlechteste Arbeitnehmerin der Welt, was das angeht. Noch nen Anruf wegen der Mail vom Vormittag bekommen, das ist jetzt auch geklärt. Außerdem die Mail mit der Bestätigung des Umzugstermins erhalten. Yes!

Feierabend, Podcast hörend zum Schwimmen. Inzwischen so müde, dass ich befürchtete, beim Schwimmen einzuschlafen, und mit verspanntem Nacken und Kopfweh. Trotzdem geschwommen, es war mühsam. Weil: Voll. Ich hab ja ehrlich gesagt keine Ahnung, wieso so viele Leute mit ihren Kindern in die Alsterschwimmhalle (wo es halt außer ner Rutsche nix gibt außer dem großen Schwimmbecken und einem Mini-Außenpool) gehen, wenn es 30 Grad draußen sind und es einen Haufen Freibäder gibt, wo der Eintritt weniger kostet. Aber das ist nur so eine Überlegung am Rande, das Problem waren wie immer gar nicht die ganzen Jugendlichen, sondern die zu-dritt-nebeneinander-herschwimmenden Labertaschen und die Leute, die das Konzept der Rückeschwimmbahn nicht verstehen. Ich schwamm also zunehmend genervt hin und her und machte nach 50 Minuten Schluss. Geduscht, Haare gewaschen, zur Ubahn gelaufen. Wegen „HUNGER, Essen, jetzt“ schonmal ein belegtes Baguette gegessen. Daheim dann inzwischen richtig viel Migräne plus todmüde plus Nackenschmerzen plus Geschrammel und Lärm von irgendwoher. Dem Mitbewohner so halb beim Kochen geholfen, dann aber schnell aufs Sofa gewandert und da mit Kühlakku rumgelegen. Zwischendurch noch kurz eine Runde für die 3W6-Con eintragen (aaaah!). Dann gab Essen, ne Folge Brooklyn 99, ne Folge Avatar und dann bin ich ins Bett verschwunden und hab mit Schlafmaske und Ohropax und Netflix auf voller Lautstärke versucht, trotz der Lärmkulisse im Haus einzuschlafen, hat zum Glück nach auch geklappt.

Umzugserledigungen: Nope, keine.

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#RPGaDay2018 und Tagebuchbloggen, Tag 5

Tag 5, auf gehts!

Frage 5: Was ist dein liebster regelmäßig auftauchender NSC?

Grah. Ich stelle immer wieder fest, dass ich bei jeder Frage zu viel schreibe und dann am nächsten Tag feststelle, dass noch eine weitere ähnliche Frage danach kommt. Nun ja. Also auch hier ist die Antwort, dass es nicht EINEN NSC gibt, sondern eher so ein Dutzend. Das ergibt sich halt so, wenn man eh in einer festen Runde mehrere parallele Kampagnen spielt und es da natürlich immer wieder NSCs gibt, die mehrfach vorkommen. Ich könnte jetzt natürlich diverse offizielle DSA-NSC aufzählen, die ich mag, aber ich glaube, ich habe das schon wirklich sehr oft irgendwo hingeschrieben.

Weil ich auf Twitter vorhin schon las, dass viele Spieler oder Spielleiter gar nicht großartig im Kopf behalten, was es so an NSC gab – das ist bei mir definitiv anders. Über NSC, die ich sympathisch oder extrem hassenswert oder einfach interessant finde, denke ich oft auch außerhalb des Spiels und lange nach den Spielsitzungen noch nach.

Tagebuchblogcontent (schon wieder mit sehr viel Rollenspielanteil)

Gestern wieder um 07.30 wach, zum Glück mit Mühe nochmal eingeschlafen bis kurz vor 10. Yoga gemacht, dann diesen ewigen Blogeintrag von gestern verfasst und dann gabs auch schon Frühstück und es ging los zum Rollenspiel. Mit meiner Samstagsrunde spiele ich ja eigentlich immer DSA, aber gestern fehlte ein Spieler und wir haben stattdessen zwei Erzählspiele gespielt.

Einmal nämlich Kagematsu, wo man in einem kleinen japanischen Dorf im Jahr 1572 spielt, es ist Krieg, alle Männer sind wech, das Dorf wird bedroht. Auftritt Kagematsu, ein umherziehender Ronin, der das Dorf retten könnte. Will er aber nicht. Deswegen müssen die Frauen des Dorfes ihn dazu bezirzen. Der Clou ist, dass Kagematsu von einer Frau gespielt werden muss und die Dorffrauen möglichst von Männern. Ich will hier jetzt gar nicht in epischer Breite darüber schreiben, weil ich a) noch ein wenig darüber nachsinnen muss und b) das glaub ich eine Podcastfolge wird. Jedenfalls war es eine interessante Erfahrung und ich bin sehr glücklich, dass meine Spielrunde sich darauf eingelassen hat und das auch mit dem nötigen Ernst durchgezogen. Wir haben es sogar geschafft, pünktlich zum Essen fertig zu sein.

Dann also Essen, Burger und Spare Ribs vom Lieferdienst. Sehr lecker, aber irgendwie auch seeehr fettig, ich hatte danach den ganzen Abend Bauchweh. In der Essenspause noch lange über das Spiel diskutiert.

Danach weiter zum nächsten Spiel aus der Kleinen Reihe von System Matters, nämlich One Last Job. Da spielt man, wie der Name vermuten lässt, eine Crew, die sich nach langen Jahren noch ein letztes Mal zusammenfindet, um einen letzten Auftrag zu erledigen. Die SC werden erschaffen, indem man ein Problem festlegt, das der Erledigung des Auftrags im Weg steht und dann die dazu passende Person erfindet, die es lösen kann. Dann gibt es vier Szenen, in der man mittels einer Erfolgsleiste und eines Gefahrenpools versucht, ans Ziel zu gelangen und dabei nicht draufzugehen. Wir haben uns für gealterte Schurken entschieden, die versuchen müssen, die Zentrale Kriminaldatenbank zu zerstören, ehe die dort befindlichen Informationen nach draußen gelangen und ihr Leben ruinieren. Schon die Namen der Crew waren großartig: Dr. DOS (das gealterte Technikgenie, das leider alles nach der Erfindung des Atari für neumodischen Schnickschnack hält), Wreck-it-Ralph (der analphabetische Sprengstoffexperte), Diesel Weasle (der 1,50 große Trucker mit Make-America-Great-Again-Schirmmütze) und BlackOut (die Frau fürs Grobe, die eigentlich nur in Ruhe ihr Bodybuilding-und-Hausfrauengymnastik-Fitnessstudio BIG MAMA betreiben wollte).

Leider lief das Spiel dann nicht ganz so gut, denn nachdem die erste Szene sehr schnell erfolgreich abgeschlossen war, sahen wir uns mit einem quasi explosionsartig anwachsenden Gefahrenpool konfrontiert, der Erfolge so gut wie unmöglich machte. Mit Hängen und Würgen haben wir die 2. Szene dann noch durchbekommen und dann versucht, irgendwie die 3. und 4. Szene zusammenzulegen, um das Spiel noch zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen. Wurde aber nüscht, der Gefahrenpool war irgendwann 15 Würfel stark und keiner schaffte mehr irgendwas und dann haben wir es halt abgebrochen. War ein bisschen schade. Das Problem war glaube ich, dass wir am Anfang zu viele Mummpunkte eingesetzt haben (die erhöhen den eigenen Würfelpool) und damit zu viele Erfolge hatten und gleichzeitig zu viele Würfel da waren, die die Chance auf gewürfelte Einser (erhöhen den Gefahrenpool) erhöhten. Außerdem braucht man quasi Misserfolge, da die weitere Ausgestaltung der SC immer dann erfolgt, wenn diese eine Probe nicht schaffen. Dann können die Mitspieler nämlich Anekdoten über die früheren Leistungen erzählen und damit weitere Merkmale erschaffen, die den SC definieren und die dann auch für weitere Proben den Würfelpool erhöhen. Wenn man das aber nicht relativ früh im Spiel macht, fehlen diese Zusatzwürfel dann irgendwann, und da auch etwas Würfelpech dabei war, hatten wir oft das Problem, dass bei Fehlschlägen auch eine erzählte Anekdote nix mehr gebracht hätte. Vielleicht ist auch das Würfelsystem, bei dem immer nur die höchsten Würfel verglichen werden, nicht so richtig gut durchdacht, denn wenn der Gefahrenpool halt 3 Neuner zeigt, kann man kaum noch dagegen ankommen – auch wenn man mit Neuwürfeln und den Gleichstand-Mechanismen noch einen Erfolg hinbekommt, wird der meistens dann nur in einem Erfolgspunkt resultieren und einen Gefahrenwürfel von 15 wegzunehmen oder einen Punkt auf der 12 Punkte starken Erfolgsleiste zu schaffen, ist halt zu wenig.

Ich würde das gerne nochmal spielen und gucken, ob es bei einem weiteren Versuch besser läuft. Trotz des misslungenen Finales war es nämlich eigentlich sehr spaßig und wir haben wirklich sehr viel gelacht bei der Erschaffung dieser bekloppten Truppe.

Kurz nach Mitternacht dann heimgefahren, kurz nach 1 Uhr da gewesen, bis 2 Uhr noch wach gewesen, zu viel SL-Adrenalin. Zwar haben wir One Last Job in der spielleiterlosen Variante gespielt und Kagematsu hat ja eh keinen SL, aber ich hatte mir bei beiden Spielen halt die Regeln angeschaut und habe sie beide quasi moderiert und Regeln erklärt und so, und das war dann schon anstrengend und ich musste danach erstmal runterkommen.

Irgendwann dann eingepennt und gehofft, dass ich dann wenigstens ausschlafen kann. (Spoiler: Natürlich war ich nach nicht ganz 7 h wach).

Umzugserledigungen: Nope. Keine Zeit.

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#RPGaDay2018 und Tagebuchbloggen, Tag 4

So viel Zeit ist heute gar nicht, aber ich versuch trotzdem schnell den Beitrag in die Tasten zu hauen.

Frage 4: Welcher NSC ist dir am meisten im Gedächtnis geblieben?

Du liebe Zeit. Wenn die Frage lauten würde: „Welches Dutzend NSCs ist dir im Gedächtnis geblieben“ könnten wir vielleicht drüber reden … nicht umsonst machen wir ja jedes Jahr in unserer DSA-Runde ein Umfrage mit genau solchen Fragen, und selbst da fällt die auf ein Jahr begrenzte Auswahl schon schwer. Daher einfach mal die vom letzten Jahr, den Zettel mit der Umfrage habe ich nämlich gerade wiedergefunden.

Wir haben da drei Kategorien, also hier mal die Antworten von mir und meinen Mitspielern aus dem Jahr 2017:

Sympathischster NSC: Fünf einhellige Stimmen für Eslam von Wagenhalt aus „Vergessenes Wissen“.

Meistgehasster NSC: Eine Stimme für Keidre di Tarifa, vier für Sidor Dorikaikos, beide aus „Unter Haien“. In Mengbilla wohnen halt nur nette Menschen. *hust*

Am besten/am liebsten gespielter NSC 2017: Goldo Paligan, Pryshia von Garlischgrötz, Escalia von Hahnentritt (2 x), Eslam von Wagenhalt.

Ansonsten kann ich dann hier noch die sehr seltsame Obsession anführen, die einer meiner SCs für einen NSC entwickelt hat. Er war – ich halte das hier bewusst schwammig, um nicht das entsprechende Abenteuer zu spoilern – ein Antagonist, der durch die Aktionen der SC zu Tode kam, allerdings gab es vorher noch ein Gespräch mit ihm, in der er ihr relativ sympathisch wurde. Weswegen sie dann seine TRUHE voller Tagebücher mitnahm und komplett las. Was interessanterweise nicht nur mehrere wichtige Dinge in der Kampagne voranbrachte, sondern auch dazu führte, dass sie sich dem Typen irgendwie relativ verbunden fühlt. Und da er ja nun schon tot ist, kann er sie auch nicht mehr menschlich enttäuschen. Und diese ganze Geschichte gibt glaube ich auch einen ganz guten Einblick in die wirklich verkorkste Psyche meines SC.

Tagebuchblogcontent (mit sehr viel Rollenspielanteil):

Gestern war ein wilder Tag irgendwie. Ich wachte, wie ich es in den letzten Wochen leider ständig tue, an meinem freien Tag um 07:30 auf, unfähig, wieder einzuschlafen. Warm, laut, Schulter tat weh. Also kurz nach 8 dann aus dem Bett gequält. Ich hatte noch einiges aufm Zettel, denn am Nachmittag war eine Spielrunde bei mir daheim geplant, außerdem musste ich noch die Spielsysteme für heute vorbereiten. Und putzen, und aufräumen, und Yoga machen und und und. Konsequenterweise saß ich also erstmal fast eine Stunde rum und starrte panisch prokrastinierend auf meine Twitter-Timeline. Aber dann habe ich mir eine To-Do-List gemacht und die abgearbeitet, zum Rollenspiel vorbereiten bin ich dann in den Park gegangen, weil die Wohnung mal wieder viel zu warm war. Auf dem Rückweg dann noch in einem meiner Stamm-Cafés auf einen Latte Macchiato und ein Stück Mango Cheesecake angehalten und da noch zu Ende über das Abenteuer nachgedacht.

Daheim dann nochmal Podcast geschnitten, geduscht, noch ein bisschen rumgetüddelt, dann kamen meine Spielerinnen.

Puh, ich war wieder total nervös, wie immer, wenn ich leite. Ich hatte ja, inspiriert durch unseren Podcast, gedacht „ach komm, ich mach jetzt mal ne Runde nur mit Spielerinnen, so schwer kanns ja nicht sein“, aber dann fielen mir doch eben nur drei Leute ein (okay, ich kenne noch zwei andere Rollenspielerinnen in Hamburg, aber eine hab ich seit ewigen Jahren nicht gesehen und eine ist gerade sehr im Stress). Und wie es immer so ist, von den drei Leuten sagte dann eine ab. Dann hab ich mich erstmal geärgert, natürlich nicht darüber, dass jemand bei der Hitze mit Kreislaufproblemen lieber daheim bleibt, das konnte ich total gut nachvollziehen. Sondern darüber, dass ich zu wenig weibliche Rollenspielbekanntschaften habe (naja, und der Timeslot war mit werktags 16-22 Uhr halt auch eher speziell, sodass auch ein noch hastig abgesetzter Twitteraufruf nix mehr brachte). Anyhoo, nach Rücksprache mit den beiden verbleibenden Spielerinnen beschlossen wir dann, dass wir trotzdem spielen. Ich hab dann eine Weile nachgesonnen und das Abenteuer noch mehr abgeändert als ichs eh schon vorhatte, damit es weniger Kampf und mehr mystischen Macht-Kram gibt. Wenn wir schon das Einsteigerset von Macht und Schicksal spielen, kann man da ja auch mal so richtig drauf eingehen, vor allem bei nur zwei SC. Außerdem find ich diesen blöden Flaschenhals, bei dem man würfel muss, bis mans eben schafft und der das mystische „ich benutze zum ersten Mal so richtig meine Macht-Fähigkeiten“ zu einer ziemlichen Würfelorgie verkommen lässt, eh total doof. Stattdessen hab ich also folgendes gemacht: Immer wenn ein SC die Macht benutzen wollte, hat das generell einfach geklappt (die Fähigkeiten sind bei den Start-Archetypen eh so beschränkt, dass man damit nicht viel anstellen kann), aber die Spielerinnen mussten jedes Mal einen Zettel aus ner Schale ziehen und eine Frage zur persönlichen Beziehung ihres SC zur Macht beantworten. Auf jedem Zettel standen 2 Fragen, eine für die helle und eine für die dunkle Seite. Ich hatte mir davon erhofft, dass die Spielerinnen dadurch die Chance bekommen, den ja doch irgendwo erstmal recht fremden Archetypen weiter auszugestalten und mehr Verbindung zu ihm zu entwickeln. Aber ich war dann trotzdem überrascht, WIE gut das geklappt hat. Die  Antworten auf die Fragen waren durch die Bank total cool und interessant und haben die Charaktere viel greifbarer gemacht. Und meistens konnte ich sie sogar relativ gut in die gerade stattfindende Szene einbringen (also warum jetzt diese Erinnerung oder Angst in dem SC hochkommt und so). Am besten war für mich die Szene, in der die beiden SC gemeinsam lifting rocks betrieben haben und beide die gleiche Frage beantworten mussten, und der eine hatte hell und der andere dunkel gewürfelt, und dann sahen sie sich gegenseitig in ihrer Vision, wie sie mal sein könnten, wenn sie ihr volles Machtpotenzial erreicht haben – der eine als weiser und gütiger Jedi, der andere als Tyrann, der seinem Volk den Untergang gebracht hat. Das war glaub ich mein Lieblingsmoment des Abends.

Ansonsten gabs natürlich alles, was es beim Rollenspiel immer so gibt – Essensbestellung, Zeitprobleme, am Anfang erstmal ziemlich viel Albernheit und so. Da eine Spielerin pünktlich los musste, haben wir dann eine der drei „Zwischenquests“ ganz schnell erzählerisch abgehandelt, und den Endkampf habe ich dann auch auf den Obermotz reduziert und nicht noch nen Haufen Söldner eingebaut, durch die man sich metzeln musste. Ich denke, es lief relativ gut. Vor allem hatte ich ja eine Spielerin dabei, für die es der erste Rollenspielversuch überhaupt war und ich wollte natürlich schon, dass es ihr gefällt und ich ihr nicht gleich das Hobby verderbe. Als ich dann nach dem Spiel noch eine WhatsApp-Message bekam, in der sie sich bedankte und sagte, sie möchte auf jeden Fall wieder spielen und es hat ihr viel Spaß gemacht …. da war ich schon SEHR glücklich und zufrieden und die Mühe hatte sich auf jeden Fall gelohnt. (Zumal es gar nicht so viel Mühe war, ich habe wirklich das meiste improvisiert.)

Außerdem ist irgendwas passiert und ich traue mich mittlerweile mehr, als SL auch mal die Stimme zu verstellen. Natürlich bin ich da kein Profi drin, aber so ein bisschen was kann man da ja schon machen. Wenn man sich denn traut. Es ist alles seltsam.

Dann noch bisschen Twitter und WhatsApp und Netflix und um kurz vor 1 bin ich dann mal eingeschlafen. Puh. Was ein Tag.

Umzugserledigungen: Leider quasi keine, nur beim Umzugsunternehmen angerufen und gefragt, wieso ich noch keine Antwort auf meine Mail bekommen habe. Naheliegende Erklärung: Sachbearbeiter krank. Aber Montag soll jetzt die Bestätigung kommen.

So. Und jetzt eile ich los zum nächsten Rollenspieltermin…

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