Schlagwort-Archive: Marvels Agents of SHIELD

Mediengedöhns im Mai und Juni 2017

Ende Mai zu faul gewesen, was zu schreiben – das rächt sich jetzt und resultiert in einer etwas längeren Liste. Nu denn, ans Werk.

Bücher

Ich lese immer noch Bloodline von Claudia Grey, finde es eigentlich sehr gut, habe aber gerade wieder eher wenig Lust zum Lesen allgemein. Daher hoffentlich nächstes Mal eine abschließende Meinung dazu.

Immerhin einen Star Wars-Comic hab ich geschafft, nämlich Darth Vader 1. Den ersten mit Doctor Aphra, der moralisch flexiblen Archäologin, und den beiden bösen Versionen von C3PO und R2D2, also Triple Zero und BT-1. Comics sind ja leider immer so kurz, aber gefallen hat dieser hier mit trotzdem, zumal er einen sehr coolen Plot anfängt, in dem Vader nach der Zerstörung des Todessterns rausfindet, dass der Pilot, der ihn zerstört hat, Skywalker heißt, und sich dann auf die Suche nach ihm macht. Band 2 hab ich schon bestellt.

Außerdem gelesen: Das Fiasko-Kompendium. Quasi ein Ergänzungsbuch zum Erzählspiel Fiasko, in dem noch mehr Kulissen und allgemein Spieltipps und andere Anwendungsmöglichkeiten (z. B. Fiasko für Schulprojekte oder für Autoren) drin sind. Ich hatte gehofft, in dem Buch noch viele konkrete Tipps zu finden, wie man das Spiel noch besser hinbekommt. Leider bleibt aber alles sehr vage und mehr als „macht halt was Cooles, was allen gefällt“ kann man selten aus den Tipps entnehmen. Schade. Außerdem ging mir der bemüht flapsige Stil nach der Hälfte sehr auf die Nerven. Ein paar Sachen sind nützlich, z. B. eine abgeänderte Zwischen- und Nachspieltabelle, die neuen Kulissen natürlich und auch ein paar andere Sachen. Aber z. B. im Kapitel „Fiasko und Impro-Theater“ dann keine konkreten Tipps aus dem Impro-Theater zu finden, sondern nur in Interview mit Spielern, die beides machen und Fiasko als Vorbereitung für ihre Shows nutzen, hat mich dann schon enttäusscht. Insgesamt kann man sich das Buch schon anschauen, aber so richtig viel an tollen konkreten Spieltipps braucht man nicht zu erwarten. Und coole Kulissen findet man online auch umsonst.

Auf der NordCon direkt vom Herausgeber gekauft und signieren lassen: Die Heldformel von Mike Krzywik-Groß. Das ist ein Projekt von ihm und Ralf Kurtsiefer, der seit Jahren Fantasy-Soundtracks macht. Bei der Heldformel geht es jedenfalls um die klassische Heldenreise nach (u. a.) Campell, die im Buch theoretisch erklärt und durch eine Erzählung praktisch vorgeführt wird. Dazu gibt es dann noch einen Soundtrack von Ralf, den man sich beim Lesen theoretisch anhören kann. Was ich nicht gemacht habe, weil ich das Buch immer mal so nebenher und in vielen kleinen Abschnitten gelesen habe. Deswegen kann ich noch nix zur Musik sagen, die muss ich mir wohl mal aufs Handy ziehen, damit ich dazu komme, sie anzuhören. Die Geschichte ist jedenfalls logischerweise seeeeehr klassisch, was natürlich auch der Sinn der Übung ist. Die theoretischen Erklärungen folgen dann hinterher. Ich hatte ja Mikes Workshop zum Buch auf der NordCon gehört, der fasste dann tatsächlich schon 95 % des Buchinhaltes zusammen. Tatsächlich hatte ich vorher gedacht, dass die Erzählung immer unterbrochen würde, um an der konkreten Textstelle aufzuzeigen, was das jetzt gerade heldenreisemäßig ist und warum das so gut funktioniert (und wie man es vielleicht auch anders machen und abwandeln könnte). Aber es war dann halt so, dass es eine Einleitung gibt, dann die Erzählung folgt und dann noch ein eher kurzer Theorieteil. Hätte mir anders aufgeteilt und mit längerem Theorieteil tatsächlich noch besser gefallen, aber insgesamt schon eine empfehlenswerte Lektüre, wenn man sich mit dem Thema Heldenreise noch gar nicht befasst hat und sich etwas einlesen will.

Filme und Serien

Zum ersten Mal interessierte mich ein DC-Film und ließ mich nicht schon beim Trailer den Kopf schütteln – also habe ich im Kino Wonder Woman geschaut. Und haaaach, was für ein großartiger Film. Ich fand ihn absolut gelungen. Okay, von mir aus hätte man gerne noch viel mehr coole Action auf der Insel der Amazonen sehen können, das war mein Lieblingsteil. Aber auch der Rest war super. Diana ist wunderschön, mitfühlend, sympathisch und awesome. Chris Pine als Steve Trevor ist auch cool, ebenso die Side Kicks. Und die Actionszenen sind wirklich der Hammer. Der Endkampf war mir dann doch etwas zu lang und zu übertrieben, aber na gut. Und die Musik war zwar eine kunterbunt zusammengeklaute inspirierte Mischung aus anderen Sountracks, aber auch sehr schön. Für mehr zu Wonder Woman empfehle ich die sehr schöne Rezension von Hermator oder dieses nette Video über die Entstehung des charakteristischen WW-Themes.

Von DC zurück zu Marvel: Tatsächlich zog sich wegen der diversen langen Pausen die 4. Staffel Agents of SHIELD bis in den Mai. Die vierte Staffel hatte quasi 3 Handlungsbögen, die jeweils nur 7 -8 Folgen umfassten. Das hat das Handlungstempo im Vergleich zu den vorigen Staffeln nochmal etwas erhöht. Storyline 1 hatte ja den Ghostrider drin, der der Serie irgendwie von Marvel aufgedrückt wurde. Hätte ich jetzt nicht gebraucht, aber immerhin, was sie draus gemacht haben, war durchaus cool. Storyline 2 drehte sich dann um Androiden und alle Probleme, die diese so mit sich bringen, wenn man das mal spoilerfrei sagen will. Und Storyline 3 machte eine sehr gelungene Was-wäre-wenn-Realität auf, die ich einfach nur hammermäßig gut fand. Generell liebe ich die Serie nach wie vor total und bin richtig glücklich, dass sie trotz nicht so toller Quoten und der neuen Inhumans-Serie noch eine 5. Staffel bekommen hat. Yes! Leider startet die erst im Januar 2018.

Nochmal Superhelden: Die erste Staffel Legion gab es dann auch noch. Legion ist eigentlich ja im X-Men-Universum angesiedelt und die Hauptfigur ist der Sohn von Professor X. Wegen irgendwelcher Lizenzen darf die Serie aber nicht offiziell im X-Men-Universum spielen, deswegen ist David, der Hauptcharakter, also nur der Sohn irgendeines unbenannten mächtigen Mutanten, aber das tut der Sache keinen Abbruch. Die Grundprämisse der Serie ist halt, dass David in der Klapse sitzt und alle denken, er ist schwer psychisch krank, während er halt eigentlich ein mächtiger Mutant mit allen möglichen Fähigkeiten ist. So geht es zumindest los. Und wird dann richtig, richtig abgedreht. Also in einem Maße, wie es kaum eine Serie schafft. Das war auch so ein bisschen mein Problem mit Legion – ich fand es unfassbar anstrengend zu gucken. Gerade wenn man auf fiese Geräusche und flackerndes Licht empfindlich reagiert, ist die Serie teilweise schwer erträglich, weil da ständig buntes Licht da ist und alles flackert und quietscht und dissonante Töne macht und überhaupt. Aber mal davon abgesehen ist die Serie sehr gut gemacht. Gute Darsteller, tolle und abgefahrene Effekte, das Thema „verrückt oder Mutant?“ wird sehr gut umgesetzt. Und auch die verschiedenen Fähigkeiten der anderen Mutanten, die vorkommen, sind mal echt was anderes als das, was man schon so kennt. Insgesamt also empfehlenswert, auch wenn es mich jetzt nicht so emotional mitgerissen hat und eher anstrengend zu schauen war.

Auch verwirrend: Die erste Staffel von American Gods. Denke ich zumindest, ich hatte ja vorher das Buch nochmal gelesen und war wieder recht gut im Bilde über das, was da so passiert. Aber für Nicht-Buchleser war die erste Staffel wohl relativ schwer nachzuvollziehen. Aber ich kenne auch Leute, die sie gut fanden, obwohl sie das Buch nicht kannten. Ich mochte die Staffel jedenfalls. Sie fing dieses „Zefuq is happening?“-Gefühl des Buches wirklich sehr gut ein, war optisch toll, hatte großartige und passende Musik und bot einen surrealen Ausflug in Neil Gaimans Amerika. Die Ergänzungen im Vergleich zum Buch fand ich super, vor allem Laura und Madd Sweeney und Salim, den Road Trip von den dreien hätte ich mir gerne auch noch weitere 1-3 Staffeln lang angeschaut. Shadow blieb ein bisschen unspannend, aber das ist er im Buch halt auch. Und der Rest der Figuren – schon sehr toll. Ian McShane und Gillian Anderson waren auch hammermäßig besetzt. Das Erzähltempo ist halt schon sehr langsam und oft kommt ja am Anfang der Folge erstmal ein ziemlich langes Interludium, das gar nichts mit der Haupthandlung zu tun hat. Das ist alles schon eine sehr gemächliche und eher wirre Art, zu erzählen, meiner Meinung nach passt es aber perfekt zur Buchvorlage. Über die Bedeutung der Serie in der Ära der Trump-Regierung habe ich ja schonmal geschrieben, das könnt ihr bei Interesse bei Tor-Online nachlesen.

Eine weitere politisch aktuelle Serie, die unter Beteiligung der Buchautorin der Vorlage entstand, ist natürlich The Handmaid’s Tale. Auch da habe ich die Staffel weniger schnell geschaut als ich es wollte, weil die Folgen mich immer echt fertig gemacht haben. The Handmaid’s Tale ist ein Blick in eine dystopische Welt, die einerseits sehr weit von unserer entfernt scheint, andererseits aber in greifbare Nähe zu rücken droht, wenn man sich so manche Forderungen aktueller Politiker anhört. Der Ausflug in die superreligiöse Republik Gilead, in der Frauen nur noch etwas wert sind, wenn sie Kinder gebären, ist wirklich alles andere als spaßig. Und auch die Geschichte, wie es dazu kommen konnte, ist sehr unerfreulich und wirkt erschreckend realistisch. Die Serie jedenfalls, hervorragend besetzt mit u. a. Elizabeth Moss, Samira Wiley, Alexis Bledel, Yvonne Strahovski, Joseph Fiennes, erzeugt genau die beklemmende Stimmung, die auch das Buch schon bei mir hervorgerufen hat, erweitert aber die Welt von Gilead noch um einige neue Aspekte. Auch sehr gelungen fand ich die Episode um Offreds Ehemann und dessen Flucht, die mit der Flüchtlingskrise noch eine weiteren gesellschaftlichen Aspekt beleuchtet. Insgesamt würde ich die Serie (oder alternativ das Buch) wirklich sehr, sehr empfehlen.

Dann war da noch die 10. Staffel Doctor Who. Ich hab mit der Serie ja schon seit Staffel 7 meine Probleme und ärgere mich über die moffatschen Wiederholungen von immer dem gleichen Kram. Nun also die letzte Staffel mit Capaldi als Doctor und vor allem die letzte mit Moffat als Showrunner. Ich hatte eigentlich gar keine Lust, reinzugucken, fand dann aber die neue Companion Bill im Trailer doch sehr sympathisch. Also habe ich sowohl das Weihnachtsspecial vom letzten Jahr nachgeholt als auch die 10. Staffel geschaut. Nun ja. Es fing ganz gut an, das Special fand ich zwar ultrakitschig, aber trotzdem echt toll, die ersten Folgen mit Bill und dem Doctor als Uniprofessor auch. Beim ersten Versuch eines größen Plots mit den drei Folgen mit den berobten Aliens war dann schon wieder der Anfang gut und dann wurde es komplett wirr. Und das Finale … naja, schnarch. Ein Aufguss diverser alter Ideen und diese ganze Missy-Geschichte fand leider ein sehr unwürdiges Ende. Keine Ahnung, viele Leute, die ich kenne, fanden das Finale ja toll, und es hatte auch ein paar schöne Momente, aber so insgesamt habe ich das Gefühl, Moffat dreht sich wirklich nur noch im Kreis. Nun isses ja zum Glück bald vorbei, nur noch das Weihnachtsspecial und dann neuer Doctor, neuer Showrunner, neuer Companion. Mal sehen ob die Serie mich dann wieder mehr begeistern kann.

Gespielt

Auf der NordCon war mal Gelegenheit für ein paar andere Spielrunden jenseits von DSA: Eine Supporter-Rune Numenera, die sehr spaßig war und mal wieder das „zu viele Spiele, zu wenig Zeit“-Dilemma deutlich hervortreten lässt. Auch auf der Con: Eine Runde DSA nach Nick-Nacks Erzählregeln, die ich auch sehr cool fand. Die Erzählregeln sind quasi eine DSA-Version von Dungeon World und haben gerade beim Erstellen der Gruppe mit ihrem „was bisher geschah“-Aspekt echt Spaß gemacht. Gerade für One Shots könnte das echt was für alle sein, die den aventurischen Hintergrund mögen, aber die Regeln viel zu kompliziert finden. Falls ihr die Regeln kaufen möchtet, könnt ihr sie im Scriptorium Aventuris kaufen.

Ebenfalls auf der NordCon gekauft und dann in der Wohnung noch am selben Tag gespielt: Die Einsteigerbox von Star Wars  – Macht und Schicksal, deren deutschsprachiges Erscheinen an mir irgendwie vorbeigegangen war. Das Einsteigerset ist ähnlich toll wie das zu Am Rande des Imperiums und das Einsteigerabenteuer hat, mit leichten Anpassungen unseres SL, dann auch sehr viel Spaß gemacht. Da im Einsteigerseit leider nur 4 der 6 an sich vorhandenen Archetypen vorhanden sind: Die anderen beiden kann man sich bei Ulisses auf der Homepage herunterladen.

Beim DSA sind wir endlich mit Vergessenes Wissen durch (ein großartiges Abenteuer, dazu an anderer Stelle nochmal demnächst mehr) und haben jetzt mal wieder unsere Thorwalergruppe aus dem Ewigen Eis zurück nach Hause fahren lassen. Mit Zwischenstopp im Yeti-Land, wo wir uns mit abtrünnigen Yeti und Dunkelelfen herumgeschlagen haben – vermutlich die einzige Heldengruppe, die auf „der Endkampf geht gegen Yeti und Shakagra“ mit „wow, Yetis haben wir ja noch nie gesehen“ reagiert …

Nun geht es nächste Woche dann mit der Königsmacherkampagne weiter. Ich bin schon gespannt.

 

2 Kommentare

Eingeordnet unter Bücher, DSA, Mediengedöhns, Serien