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Mediengedöhns im Mai und Juni 2018

Tja. Wer das Bloggen lange vernachlässigt, hat einen riesigen Berg Mediendinge abzutragen. Aber ich möchte ja dann doch wieder aufs Laufende kommen, also denn.

Bücher

Nachdem ich Claudia Grays Star Wars- Roman alle drei so wunderbar fand, wollte ich dann auch mal was anderes von ihr lesen und habe mir A Thousand Pieces of You gekauft. Das ist der erste Band einer Young-Adult-Trilogie (Firebird-Trilogie, auf Deutsch scheint es die noch nicht zu geben). Die Hauptfigur ist sehr YA-typisch eine junge Frau namens Marguerite Caine, deren Eltern eine Möglichkeit gefunden haben, mittels eines Artefakts zwischen verschiedenen Paralleldimensionen hin- und herzureisen. Kurz nach der bahnbrechenden Entdeckung stirbt aber ihr Vater bei einem verdächtig wirkenden Autounfall und sie bricht auf, um seinen Tod zu rächen. Blöderweise hat sich der Assistent ihres Vaters, den sie hinter dem Mord vermutet, schon in die nächste Parallelwelt verzogen und sie muss also hinterher. Daraus entspinnt sich dann eine Geschichte mit etlichen Verwicklungen und Wendungen, die mehrere Parallelwelten vorstellt. Ich habe irgendwie ein bisschen meine Probleme mit dem Buch gehabt, denn einerseits las es sich wirklich gut weg und war spannend und die Protagonistin war auch durchaus recht sympathisch. Andererseits gab es auch so mehrere Punkte, die mich genervt haben. Erstmal ist Marguerite natürlich die einzige in der Familie, die keine brillante Wissenschaftlerin ist, sondern eine ebenso brillante Künstlerin. Okay, ich geb zu, müsste ich ein Buch schreiben, das sich mit Dimensionsreisen beschäftigt, würde ich auch zusehen, dass mein POV-Charakter nicht zu viel von Physik versteht. Aber so ein bisschen blöd wars halt schon, Mädchen können kein Physik und so. Wobei das auch wieder relativiert wird, denn es gibt noch eine ältere Schwester, die immerhin Meeresbiologin ist. Und die Wissenschaftlereltern sind auch trotzdem eher so hippieske Spinner (ich hab sie mir immer so vorgestellt wie die Hippie-Eltern von Gertrude aus Marvels Runaways) und sehr herzlich und nicht unnahbar abgehoben oder so. Also gemischte Gefühle bei diesem Teil des Buches. Und dann kam sehr schnell und sehr unerwartet ein wildes Love Triangle angesprungen, das mich fürchterlich irritiert hat. Vielleicht, weil ich dachte „ächt jetzt, 10 Jahre nach Twilight ist das immer noch ein Ding??“ und vielleicht auch, weil Claudia Gray solche lovetriangelesken Dinge in ihren SW-Romanen einfach komplett unterlassen hat. Ist jetzt auch nicht so, dass ich für diese Art von romantisch-dramatischen Verwicklungen total unempfänglich wäre, wenns denn gut gemacht ist, aber irgendwie hat es mich hier genervt. Weil die Protagonistin einfach SEHR viel drüber nachdenkt, welchem der beiden Männers sie denn jetzt vertrauen kann und welchem nicht und wen sie lieber mag und bei welcher Gelegenheit sich wessen Hände berührt haben, statt über den sehr viel spannenderen Kram mit Dimensionsreisen und bösen Wissenschaftlern und so. Also das war so ein bisschen nervig, dafür waren dann die Romance-Szenen schon wirklich sehr schön geschrieben und generell, wie auch schon bei Lost Stars oder dem Leia YA-Roman: Claudia Gray schafft es total gut, einen mitfühlen und mitleiden zu lassen. Und Marguerite ist halt schon auch kein Mäuschen, das so durch die Story stolpert, sondern schon cool und clever und mitfühlend und selbstbewusst. Das hat mir dann doch wieder gefallen und am Ende gibt es in der Story auch noch zwei schöne und gut vorbereitete Twists. Tatsächlich hab ich mir Band 2 noch nicht bestellt, also so ganz dringend will ich es nicht weiterlesen (Band 1 ist aber auch zum Glück einigermaßen abgeschlossen), aber irgendwann bestimmt. Also wer eine nette und mitreißende YA-Geschichte haben will und ein Love Triangle nicht ganz furchtbar findet, kann da gut zugreifen. Wer Hard SciFi über Dimensionsreisen will …. eher nicht.

Im Urlaub am Pool und am Strand verschlungen: Die letzten Wächter, den sechsten und nun wohl wirklich letzten Teil der Wächter-Reihe von Sergej Lukianenko. Irgendwie kam da ja immer noch ein Teil und noch einer und noch wieder einer, nachdem ich dachte, es sei eine Trilogie. Aber obwohl es mittlerweile wohl ein Spin-off mit neuen Charakteren gibt, ist Band 6 jetzt wirklich der letzte dieser Geschichte. Ich mag ja die Reihe wegen ihres coolen und ungewöhnlichen Magiesystems, der ganzen Magierbürokratie und ihrem unverkennbaren russischen Einschlag. Ob das Bild, das Lukianenko von Moskau zeichnet, jetzt realistisch ist, weiß ich nicht, aber es wird einfach immer wieder sehr deutlich, dass die Story nicht in einer austauschbaren amerikanischen Metropole spielt, sondern in Russland. Anton Gorodezki ist als Protagonist zwar manchmal etwas anstrengend, aber ich glaube, das soll so sein – und irgendwie macht es auch immer wieder Spaß, seinen manchmal etwas altmodischen und verqueren Gedankengängen zu folgen. Spannend ist das Buch auch allemal, denn es gibt eine wüste Prophezeiung, das drohende Ende der Welt, überraschende Enthüllungen und die Wiederkehr so manches alten Charakters aus Band 1-5. Und das Ende fand ich auch gelungen – eine schöne Kulmination aller Bücher, nicht zu happy, nicht zu tragisch. Jetzt, wo mal klar ist, dass es sich hier nicht um eine Reihe ohne Abschluss handelt, würde ich sie definitiv empfehlen, wenn man Urban Fantasy mag und mal was anderes an kulturellem Hintergrund haben will.

Sehr viel weniger leichte Urlaubslektüre: Human Acts von Han Kang. Ein unglaubliches Buch über ein finsteres Kapitel in der Geschichte Südkoreas, über das ich noch rein gar nichts wusste. Es lohnt sich, das Vorwort der Übersetzerin ins Englische zu lesen, das nochmal sehr viel zu den Hintergründen der Geschichte erklärt. Es geht jedenfalls um die Studenten- und Arbeiterdemonstrationen in der Provinz Gwangju im Jahr 1980, die vom damals herrschenden Militärregime auf grausamste Weise niedergeschlagen wurden. Ausgangspunkt ist eine Gruppe Studenten und Schüler, die in diesem Chaos versuchen Gutes zu tun und die Leichen der Getöteten aufbahren, damit ihre Familien sie identifzieren können. Damit geht die Geschichte los, und dann zieht sie sich durch die Jahre und Jahrzehnte und folgt immer wieder dieser Handvoll Menschen, bis in die Gegenwart des Buches und bis hin zur Autorin selbst, die als Ausklang erzählt, wie sie auf die Geschichte des Schülers Dong Ho aufmerksam wird und anfängt Spuren zu suchen. Wie schon The Vegetarian ist das Buch teilweise poetisch, teilweise unfassbar brutal, allerdings Human Acts noch wesentlich politischer. Der Roman hat nicht ganz 250 Seiten, und es lohnt sich, sie zu lesen, wenn man nicht allzu zart besaitet ist, denn Schilderungen von Folter und Gefängnissen kommen durchaus vor. Aber es lohnt sich sehr. Nicht nur, weil man als Mitteleuropäer jetzt eher wenig über Südkorea und seine Geschichte weiß, sondern auch, weil der Schreibstil wirklich wunderschön und poetisch und gelungen ist. Allein die Erzählperspektiven sind absolut faszinierend. Große Empfehlung. Auf Deutsch heißt das Buch übrigens Menschenwerk.

Hinterher dann noch was Leichtes: Besieged von Kevin Hearne, eine Sammlung von Kurzgeschichten im Iron Druid-Universum. Der Band ist teilweise so ein bisschen Buch 8.5 der neunteiligen Reihe und enthält sowohl Verbindungselemente zum letzten Band (den ich noch lesen muss) als auch ein paar Geschichten aus der Vergangenheit der etwas langlebigeren Protagonisten. Die Geschichten haben mir alle gut gefallen, sehr süß ist zum Beispiel die um eine Unterrichtseinheit für Druidenschüler. Es war schön, mal wieder in die Welt einzutauchen und ich bin mal sehr gespannt auf den letzten Band. Reichlich lustige Momente hatte das Buch natürlich auch. Achja, und so auf Meta-Ebene ist meine persönliche Lieblingsgeschichte glaub ich schon die, in der ein Charakter durch den Besuch eines BDSM-Clubs lernt, was Konsens in Beziehungen eigentlich ist und erkennt, dass es in seiner nicht wirklich welchen gibt und Konsequenzen zieht. Das war großartig.

Filme und Serien

Dreimal im Kino gewesen, davon zweimal zu Solo – A Star Wars Story. Man sieht also, ich fand ihn nicht völlig schlecht. Allerdings auch nicht so richtig toll. Wie Kat Kuhl in meinem Lieblings-StarWars-Podcast so schön sagt: „The parts that didn’t suck were really fun.“ Sprich, ich habe einige Sachen sehr abgefeiert und mich über andere sehr geärgert. Geärgert halt über die Tatsache, dass vorher ganz groß angekündigt wurde, dass es endlich mal eine schwarze Frau in einer Hauptrolle UND eine weibliche Droidin mit Freiheitsbestreben geben wird – und dann wurden beide Charaktere so blöd und lieblos behandelt, damit es mehr Screentime für Woody Harelson und Paul Bettany geben konnte. Wo-hoo. Bevor ich da jetzt weiter aushole – lest einfach Judiths Artikel dazu auf Tor-Online, da steht quasi alles drin, was ich auch sagen würde. Allerdings hatte der Film schon auch positive Seiten, ich mochte Qi’ra als Femme Fatale, die auch eher zwielichtig und moralisch flexibel sein darf, ohne dafür abgestraft zu werden. Ich mochte auch vor allem, wie sehr sie alle möglichen Dinge aus dem Kanon eingebunden haben, vor allem natürlich, ich wills immer noch nicht spoilern, DIE Szene am Ende. Da bin ich im Kino schon so ein bisschen ausgeflippt. Aber auch die Erwähnung von Bossk und Aurra Sing und der Ghost-Schiffklasse … das war schon sehr schön. Tatsächlich hatte ich von Solo sogar noch weniger erwartet, weil die Produktionsgeschichte ja nun schon sehr …. bewegt war. Ich war dann positiv überrascht, dass trotz allem ein kohärent erzählter Film dabei rausgekommen ist. Alden Ehrenreich fand ich im Trailer ja furchtbar, im Film selber dann aber durchaus in Ordnung. Und Donald Glover als Lando war SO gut. Der hätte noch viel mehr Screentime haben dürfen. Insgesamt schon ein okayer Star War, auf meiner persönlichen Skala irgendwo oberhalb der Prequels und unterhalb vom Rest. Und wann kommt jetzt eigentlich Enfys Nest: A Star Wars Story?

Dann war ich noch in Oceans 8, da haben wir ja übrigens auch im Podcast drüber geredet, falls euch Rollenspiel nicht so interessiert, Filmgelaber aber schon. 😉 Ab Minute 24 ungefähr. Aber hier auch nochmal: Nettes Popcornkino, wunderschönste Cate Blanchett, viele coole Frauen, die sehr professionell und kameradschaftlich zusammenarbeiten, nette Musik, schöne Kostüme. Konnte man gut gucken, aber letztendlich kein Film, den ich jetzt 5 x anschauen würde. (Längere Ausführungen zum Thema Genderswapped Remakes und so spare ich mir jetzt mal, ich hab da neulich nämlich was Längeres zu verfasst und das erscheint die Tage auch, und dann kann ich das einfach verlinken. So.)

Kommen wir zu den Serien:

Die 5. Staffel Agents of Shield ist inzwischen ja auch schon länger durch. Puh, und zum ersten Mal dachte ich beim Staffelfinale mehr so „hmja“ als „OMG toll“, was aber vor allem daran liegt, dass a) den Serienmachern keine Info zum Ausgang von Infinity War gegeben wurde und sie so auch nichts entsprechendes einbauen konnten und b) den Serienmachern auch nicht gesagt wurde, ob sie noch ne Staffel kriegen, so dass das Finale so konzipiert wurde, dass es als Serienende funktionieren würde, aber nicht zwangsläufig muss und das war dann irgendwie so ein Mittelding und für keine von beiden Optionen so riiiichtig gut. Aber das betrifft eigentlich nur die letzten 1-2 Folgen, den Rest der Staffel fand ich wieder sehr gut! Vor allem die erste Hälfte, die war fantastisch. Lucasfilm hat ja eine live action Star Wars-Serie angekündigt und in der ersten Hälfte dieser AoS-Staffel war ich gar nicht sicher, ob ich nicht vielleicht gerade diese Serie schon sehe. 😉 Wilde Dinge! In space! Und wieder so viele coole Charaktermomente und -entwicklung und alles. Und die zweite Hälfte dann, mit diesem Zeitreise-Prophezeiungs-Kram, die war schon auch toll, auch wenn ich die ganze Zeit gehofft hab, es kommt noch so ein „we have to go back“-Moment, wo sie merken, dass wieder alles auf die falsche Version der Zukunft hinausläuft und dann so eine coole Montagen-Folge mit ganz vielen Zeitschleifen-Durchläufen kommt. War leider nicht so, aber trotzdem wurde das Thema schon halbwegs gut und ohne allzu große Widersrprüche (die mir aufgefallen wären) behandelt. Insgesamt liebe ich die Serie einfach immer noch unglaublich sehr und ich freue mich, dass sie wenigstens noch 13 Folgen bekommen haben. Und da das dann schon nach „letzte Staffel“ klingt, machen sie hoffentlich noch was richtig cooles draus.

Mehr Marvel: Die zweite Staffel von Luke Cage ist ja auch draußen und ich hab sie ziemlich schnell durchgesuchtet. Und holy shit! Was für eine Staffel. Ich war wirklich total geflasht. Die erste Staffel fand ich ja schon nach einem mühsamen Anfang total gut, und die 2. Staffel baut total darauf auf und nutzt aus, dass schon so viele Figuren eingeführt und etabliert wurden. Man sollte übrigens Defenders schon vorher geschaut haben, glaube ich, denn auch darauf baut die Staffel doch sehr auf. Sehr cool fand ich die jamaikanisch-stämmigen Gang-Mitglieder als neue Gegenspieler, schon allein wegen ihres Dialekts. Aber auch darüber hinaus ist die Geschichte, die sich mit ihnen entwickelt, sehr gut. Tatsächlich dreht sich unglaublich viel in der Staffel gar nicht so sehr um Luke, sondern um Mariah Dillard, äh, Stokes, äh, Dillard und ihre Geschichte und Familie und die Geschichte des Clubs Harlem’s Paradise, der auch wieder DER zentrale Ort der Serie ist. Dort wird auch sehr viel Platz eingeräumt, um Musik von unterschiedlichsten Künstlern zu präsentieren, weit mehr als das in anderen Serien so üblich ist. Fand ich aber großartig, zumal viele der Songs auch richtig gut sind und ich sie sonst vermutlich nie gehört hätte. Die Schauspieler sind auch wieder durch die Bank richtig großartig, und auch Figuren, die in Staffle 1 etwas zu kurz kamen (Shades!) werden jetzt richtig interessant. Crossovers zu den anderen Serien gibt es reichlich, unter anderem eine ganze Folge mit Danny Rand, in der ich ihn erstmalig nicht nervig fand. Das macht vage Hoffnung für die zweite Staffel Iron Fist … . Ja, und dann war da noch die letzte Folge, die mich echt ziemlich sprachlos zurückgelassen hat. 12 Folgen lang wird ein Konflikt aufgebaut und eskaliert und beendet und dann kommen die Folgen davon und DANN kommt ein doch sehr unerwarteter Twist, der mich extrem gespannt auf Staffel 3 macht. Insgesamt alle Daumen hoch – eine meiner liebsten MCU-Netflix-Staffeln bisher.

Dann, endlich auf Netflix und deshalb auch endlich mal angefangen, weil vorher gar nicht wirklich außer „die eine Animationsserie, an der Filoni vor Star Wars gearbeitet hat“ registriert: Avatar – The Last Airbender. Alter! Wo war diese Serie all mein Leben? Bzw. wo war ich all mein Leben, statt diese Serie zu gucken? Was für eine großartige Fantasy-Serie, was für tolle Charaktere, war für Worldbuilding und Storytelling und aaaaaah! Ich bin Star Wars Rebels und Clone Wars sehr dankbar dafür, dass ich nicht mehr automatisch „was für Kinder“ denke, wenn ich animierte Serien sehe, sonst wäre mir das entgangen. Ich könnte die ganze Serie auch schon locker durch haben, aber ich teile sie mir gerade ein bisschen ein, weil sie ist so gut und es gibt nur 3 Staffeln. Aber hach. Ich liebe sie alle so sehr. Und Katara ein bisschen mehr. *fangirlt hemmungslos herum* Die erste Staffel war jedenfalls verdammt großes Kino und das Finale unglaublich gut. Und die ganzen coolen Nebencharaktere und Schauplätze und überhaupt. Meine Fresse. (Und man kann irgendwie immer sehr gut sagen, welche Folge jetzt von Filoni ist. Das war schon lustig. „Guck mal, ein riesiger Wolf – I see what you did there, Dave!“) Äh, ja. Jedenfalls neue große Serienliebe, demnächst dann noch mehr dazu, wenn ich durch bin.

Vor langer Zeit mal angefangen, dann mehr so mittelgut gefunden und nun nach dem Schrei des Internets, die Serie dürfte nicht sterben, doch mal weitergeschaut: Brooklyn 99. Und ja, ich muss sagen, inzwischen ist die mir schon ans Herz gewachsen. Skurrile und doch liebenswerte Charaktere, viele wirklich sehr lustige Momente, aber zwischendurch auch immer wieder schöne zwischenmenschliche Dinge. Und Captain Holt ist ja wohl eine absolute Ikone. Guck ich auch weiter, bin schon in Staffel 2 angekommen.

Und zum Schluss war da noch die zweite Staffel von Westworld. Da könnte man jetzt sehr viel drüber schreiben, aber das hier wird auch so schon wieder länger und länger. Tatsächlich fand ich die Staffel in den ersten Folgen nicht so gut wie die erste, einfach weil so ein bisschen diese Faszination fehlte, nachdem man jetzt ja schon mit dem Konzept Park-Westerndinge-Hosts und so vertraut war. Außerdem waren gerade in der Dolores-Plotline in der ersten Hälfte der Folge ein paar irgendwie doofe und mMn überflüssige Elemente drin. Aber während ich diesen Teil der Handlung mehr so naja fand, kamen dann vor allem in Maeves Geschichte so großartige Elemente und Ideen, dass die Serie sich auf jeden Fall auch weiterhin ihren Platz unter den hochqualitativen Fernsehserien sichern kann. Und dann kam Kiksuya, die achte Folge. WAS. FÜR. EIN. MEISTERWERK. Allein für diese Folge werde ich die Serie glaub ich für immer toll finden, egal wo sie noch hinläuft. Und danach kam ja noch das Finale, was durchaus wieder ein paar Überraschungen bereithielt. (Übrigens kann ich all die Leute nicht nachvollziehen, die sich in den sozialen Medien gegenseitig versichern, dass sie alle die Serie seit 2 Staffeln gucken und nicht wissen, was eigentlich passiert. Ich meine, die Erzählstruktur ist nicht linear und ein paar Sachen sind etwas verwirrend am Anfang, aber am Ende von Staffel 2 war doch eigentlich alles aufgeklärt und nachvollziehbar – bis auf die Sachen, die für Staffel 3 bewusst offengelassen wurden. Nun ja.) Und generell natürlich wieder einfach toll anzusehendes Fernsehen – gute Darsteller, großartige Kulissen und Kostüme und die Musik von Ramin Djawadi ist weiterhin herausragend. Ich freu mich auf Staffel 3.

Gespielt

Gespielt wurde auch. So einiges. Ich sag ja, die letzten 2 Monate hatten es in sich.

Also, beim DSA haben wir Tag der Jagd gespielt, ein schon etwas älteres Abenteuer im Kosch, aus der Stromschnellen-Anthologie. Das einzige mir bekannte Abenteuer mit der eigenen Kategorie „Humor“. Und es war dann auch sehr ulkig, zumal wir es in einer eh schon recht comedy-lastigen SC-Konstellation gespielt haben. Gegen Ende hatte es ein paar komödiantische Schlenker zu viel, aber insgesamt ein großartiges Abenteuer. Das mir vermutlich immer als „Das Abenteuer, bei dem wir so viel Wurst aßen“ in Erinnerung bleiben wird, denn das Buch schlägt vor, man könne doch am Spieltisch passendes Essen verzehren, wie halt Wurst und Käse und Nüsse und so. Das gipfelte dann in zwei Abende mit SEHR überbordenden Wurstplatten und mir wird schon bei der Erinnerung daran ein bisschen schlecht. Das Abenteuer ist trotzdem empfehlenswert.

Auf der NordCon gespielt:

  • Malmsturm, aber irgendwie nicht so richtig, weil der SL das Setting beiseite ließ und mehr so ne Art daran angelehntes FATE-Setting aus Input der Spieler erschuf. War aber eine nette Runde und ich habe das Gefühl, FATE wieder etwas besser kapiert zu haben.
  • No Return, ein komplett im Eigenverlag erschienenes deutsches Endzeit-Postapokalypse-RPG. Das ist ja schonmal sehr cool. Das Setting klang auch ganz interessant, die Regeln waren auch okay, nur das Einsteiger-Con-Abenteuer war dann doch wieder ein ziemlich langweiliges „erforsche Gebäude X und treffe auf Zombies“-Ding. Was ja nun so gar nicht meins ist. Schade. Trotzdem ein cooles Projekt.
  • Splittermond, in einer extrem fluffigen regelarmen Runde, in der es hauptsächlich darum ging, ein Liebespaar aufzudecken und deren Liebe gegen die widrigen Umstände zu verteidigen. War zwar eigentlich ein bisschen unpassend zum Setting, weil in Lorakis nun eigentlich Homosexualität kein Problem ist, aber irgendwie war die Geschichte so nett und die Gruppe so gut drauf, dass es mir dann auch egal war.
  • Ein ruhiges Jahr: Auf der Con gekauft, am selben Abend noch gespielt. Ein ruhiges Jahr ist ein spielleiterloses Landkarten-Siedlungsaufbau-Spiel, das etwas darunter litt, dass es spät war und wir albern waren. Eigentlich ist es nämlich schon höchst interessant, dass man auch die Kommunikationsprobleme in einer Gemeinschaft mit ausspielt. Muss ich dringend noch ein weiteres Mal spielen.

Kurz nach der Con dann im Würfel und Zucker gespielt: Winterhorn. Ein ebenfalls spielleiterloses Spiel, in dem man Regierungsbeamte und Polizisten spielt, die gegen eine politische Aktivistengruppe ermitteln. Dabei werden auch viele tatsächlich genutzte Vorgehensweisen vorgestellt, die Mechaniken greifen tatsächlich sehr gut ineinander und am Ende bekommt man dann durch die Codes auf den benutzten Aktionskarten eine Art Endbericht heraus. Tatsächlich haben wir nach dem Spiel noch lange diskutiert. Also darüber, ob das Spiel jetzt quasi  bei uns einen Aha-Effekt über das Vorgehen von Regierungen ausgelöst hat (nö), ob wir schockiert waren über die Skrupellosigkeit der Methoden (nö) und ob es nicht seltsam ist, die Aufgabe des Spiels moralisch gar nicht zu hinterfragen (vielleicht, aber wenn ich mich treffe, um ein Spiel zu spielen, sage ich gewöhnlich nicht nach 10 Minuten „lass mal gut sein“, wenn mich nicht irgendwas stört, und dafür war das Spiel dann einfach zu „theoretisch“ und zu weit weg von den betroffenen Aktivisten). Ja, hm. Ich glaube, die Runde litt daran, dass wir nur drei Leute waren, denn wir waren auch ständig viel zu früh fertig mit der Besprechung unserer Spielzüge. Und irgendwie waren wir alle einfach nicht die Zielgruppe, glaub ich. Also was das „aha, sowas machen Regierungen also“ angeht. Wussten wir nämlich alle schon. Insgesamt trotzdem ein gutes und sicherlich wertvolles Spiel, aber vielleicht halt eher für andere Spieler geeignet, was den Lern-und Moraleffekt angeht.

Und dann noch, in 2 Online-Terminen über Google Hangout: Worlds in Peril, ein weiteres Superhelden-PbtA-System. Der Two-Shot mit fertigen SC hat sehr viel Spaß gemacht, der Schurke, den wir gejagt haben, war sehr cool, das Zusammenspiel hat gut funktioniert und am Ende haben alle Spieler gemeinsam entschieden, dass wir jetzt nicht den Schurken davon abhalten, in die ägyptische Unterwelt zu gehen, sondern einfach mitkommen. sehr schön fand ich auch, wie unser SL immer wieder erzählt hat, wie jetzt das Comic-Panel zur aktuellen Szene aussehen würde, das war sehr stimmungsvoll.

Ansonsten hat sich meine City of Mist-Runde jetzt endlich hinreichend oft getroffen, um mit Charaktererschaffung, Verknüpfung und dem einführenden A day in the life durchzusein – Dienstag gehts dann richtig los. Hurra! Meinen SC hab ich ja im vorletzten Beitrag schon gezeigt. Ich mag aber die ganze Runde sehr und finde die SC alle sehr cool und spannend. Werde berichten, wie es läuft.

Und ein bisschen Secret of Mana haben wir auch noch weitergespielt, nach wie vor ist das cool und macht Spaß und muss dringend mal weitergespielt werden.

So. Uff. Das wars mal wieder. Bis zum nächsten Mal, diesmal hoffentlich Ende des Monats und mit weniger ausuferndem Inhalt. Jaja, das sage ich immer…

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Mediengedöhns im Mai und Juni 2017

Ende Mai zu faul gewesen, was zu schreiben – das rächt sich jetzt und resultiert in einer etwas längeren Liste. Nu denn, ans Werk.

Bücher

Ich lese immer noch Bloodline von Claudia Grey, finde es eigentlich sehr gut, habe aber gerade wieder eher wenig Lust zum Lesen allgemein. Daher hoffentlich nächstes Mal eine abschließende Meinung dazu.

Immerhin einen Star Wars-Comic hab ich geschafft, nämlich Darth Vader 1. Den ersten mit Doctor Aphra, der moralisch flexiblen Archäologin, und den beiden bösen Versionen von C3PO und R2D2, also Triple Zero und BT-1. Comics sind ja leider immer so kurz, aber gefallen hat dieser hier mit trotzdem, zumal er einen sehr coolen Plot anfängt, in dem Vader nach der Zerstörung des Todessterns rausfindet, dass der Pilot, der ihn zerstört hat, Skywalker heißt, und sich dann auf die Suche nach ihm macht. Band 2 hab ich schon bestellt.

Außerdem gelesen: Das Fiasko-Kompendium. Quasi ein Ergänzungsbuch zum Erzählspiel Fiasko, in dem noch mehr Kulissen und allgemein Spieltipps und andere Anwendungsmöglichkeiten (z. B. Fiasko für Schulprojekte oder für Autoren) drin sind. Ich hatte gehofft, in dem Buch noch viele konkrete Tipps zu finden, wie man das Spiel noch besser hinbekommt. Leider bleibt aber alles sehr vage und mehr als „macht halt was Cooles, was allen gefällt“ kann man selten aus den Tipps entnehmen. Schade. Außerdem ging mir der bemüht flapsige Stil nach der Hälfte sehr auf die Nerven. Ein paar Sachen sind nützlich, z. B. eine abgeänderte Zwischen- und Nachspieltabelle, die neuen Kulissen natürlich und auch ein paar andere Sachen. Aber z. B. im Kapitel „Fiasko und Impro-Theater“ dann keine konkreten Tipps aus dem Impro-Theater zu finden, sondern nur in Interview mit Spielern, die beides machen und Fiasko als Vorbereitung für ihre Shows nutzen, hat mich dann schon enttäusscht. Insgesamt kann man sich das Buch schon anschauen, aber so richtig viel an tollen konkreten Spieltipps braucht man nicht zu erwarten. Und coole Kulissen findet man online auch umsonst.

Auf der NordCon direkt vom Herausgeber gekauft und signieren lassen: Die Heldformel von Mike Krzywik-Groß. Das ist ein Projekt von ihm und Ralf Kurtsiefer, der seit Jahren Fantasy-Soundtracks macht. Bei der Heldformel geht es jedenfalls um die klassische Heldenreise nach (u. a.) Campell, die im Buch theoretisch erklärt und durch eine Erzählung praktisch vorgeführt wird. Dazu gibt es dann noch einen Soundtrack von Ralf, den man sich beim Lesen theoretisch anhören kann. Was ich nicht gemacht habe, weil ich das Buch immer mal so nebenher und in vielen kleinen Abschnitten gelesen habe. Deswegen kann ich noch nix zur Musik sagen, die muss ich mir wohl mal aufs Handy ziehen, damit ich dazu komme, sie anzuhören. Die Geschichte ist jedenfalls logischerweise seeeeehr klassisch, was natürlich auch der Sinn der Übung ist. Die theoretischen Erklärungen folgen dann hinterher. Ich hatte ja Mikes Workshop zum Buch auf der NordCon gehört, der fasste dann tatsächlich schon 95 % des Buchinhaltes zusammen. Tatsächlich hatte ich vorher gedacht, dass die Erzählung immer unterbrochen würde, um an der konkreten Textstelle aufzuzeigen, was das jetzt gerade heldenreisemäßig ist und warum das so gut funktioniert (und wie man es vielleicht auch anders machen und abwandeln könnte). Aber es war dann halt so, dass es eine Einleitung gibt, dann die Erzählung folgt und dann noch ein eher kurzer Theorieteil. Hätte mir anders aufgeteilt und mit längerem Theorieteil tatsächlich noch besser gefallen, aber insgesamt schon eine empfehlenswerte Lektüre, wenn man sich mit dem Thema Heldenreise noch gar nicht befasst hat und sich etwas einlesen will.

Filme und Serien

Zum ersten Mal interessierte mich ein DC-Film und ließ mich nicht schon beim Trailer den Kopf schütteln – also habe ich im Kino Wonder Woman geschaut. Und haaaach, was für ein großartiger Film. Ich fand ihn absolut gelungen. Okay, von mir aus hätte man gerne noch viel mehr coole Action auf der Insel der Amazonen sehen können, das war mein Lieblingsteil. Aber auch der Rest war super. Diana ist wunderschön, mitfühlend, sympathisch und awesome. Chris Pine als Steve Trevor ist auch cool, ebenso die Side Kicks. Und die Actionszenen sind wirklich der Hammer. Der Endkampf war mir dann doch etwas zu lang und zu übertrieben, aber na gut. Und die Musik war zwar eine kunterbunt zusammengeklaute inspirierte Mischung aus anderen Sountracks, aber auch sehr schön. Für mehr zu Wonder Woman empfehle ich die sehr schöne Rezension von Hermator oder dieses nette Video über die Entstehung des charakteristischen WW-Themes.

Von DC zurück zu Marvel: Tatsächlich zog sich wegen der diversen langen Pausen die 4. Staffel Agents of SHIELD bis in den Mai. Die vierte Staffel hatte quasi 3 Handlungsbögen, die jeweils nur 7 -8 Folgen umfassten. Das hat das Handlungstempo im Vergleich zu den vorigen Staffeln nochmal etwas erhöht. Storyline 1 hatte ja den Ghostrider drin, der der Serie irgendwie von Marvel aufgedrückt wurde. Hätte ich jetzt nicht gebraucht, aber immerhin, was sie draus gemacht haben, war durchaus cool. Storyline 2 drehte sich dann um Androiden und alle Probleme, die diese so mit sich bringen, wenn man das mal spoilerfrei sagen will. Und Storyline 3 machte eine sehr gelungene Was-wäre-wenn-Realität auf, die ich einfach nur hammermäßig gut fand. Generell liebe ich die Serie nach wie vor total und bin richtig glücklich, dass sie trotz nicht so toller Quoten und der neuen Inhumans-Serie noch eine 5. Staffel bekommen hat. Yes! Leider startet die erst im Januar 2018.

Nochmal Superhelden: Die erste Staffel Legion gab es dann auch noch. Legion ist eigentlich ja im X-Men-Universum angesiedelt und die Hauptfigur ist der Sohn von Professor X. Wegen irgendwelcher Lizenzen darf die Serie aber nicht offiziell im X-Men-Universum spielen, deswegen ist David, der Hauptcharakter, also nur der Sohn irgendeines unbenannten mächtigen Mutanten, aber das tut der Sache keinen Abbruch. Die Grundprämisse der Serie ist halt, dass David in der Klapse sitzt und alle denken, er ist schwer psychisch krank, während er halt eigentlich ein mächtiger Mutant mit allen möglichen Fähigkeiten ist. So geht es zumindest los. Und wird dann richtig, richtig abgedreht. Also in einem Maße, wie es kaum eine Serie schafft. Das war auch so ein bisschen mein Problem mit Legion – ich fand es unfassbar anstrengend zu gucken. Gerade wenn man auf fiese Geräusche und flackerndes Licht empfindlich reagiert, ist die Serie teilweise schwer erträglich, weil da ständig buntes Licht da ist und alles flackert und quietscht und dissonante Töne macht und überhaupt. Aber mal davon abgesehen ist die Serie sehr gut gemacht. Gute Darsteller, tolle und abgefahrene Effekte, das Thema „verrückt oder Mutant?“ wird sehr gut umgesetzt. Und auch die verschiedenen Fähigkeiten der anderen Mutanten, die vorkommen, sind mal echt was anderes als das, was man schon so kennt. Insgesamt also empfehlenswert, auch wenn es mich jetzt nicht so emotional mitgerissen hat und eher anstrengend zu schauen war.

Auch verwirrend: Die erste Staffel von American Gods. Denke ich zumindest, ich hatte ja vorher das Buch nochmal gelesen und war wieder recht gut im Bilde über das, was da so passiert. Aber für Nicht-Buchleser war die erste Staffel wohl relativ schwer nachzuvollziehen. Aber ich kenne auch Leute, die sie gut fanden, obwohl sie das Buch nicht kannten. Ich mochte die Staffel jedenfalls. Sie fing dieses „Zefuq is happening?“-Gefühl des Buches wirklich sehr gut ein, war optisch toll, hatte großartige und passende Musik und bot einen surrealen Ausflug in Neil Gaimans Amerika. Die Ergänzungen im Vergleich zum Buch fand ich super, vor allem Laura und Madd Sweeney und Salim, den Road Trip von den dreien hätte ich mir gerne auch noch weitere 1-3 Staffeln lang angeschaut. Shadow blieb ein bisschen unspannend, aber das ist er im Buch halt auch. Und der Rest der Figuren – schon sehr toll. Ian McShane und Gillian Anderson waren auch hammermäßig besetzt. Das Erzähltempo ist halt schon sehr langsam und oft kommt ja am Anfang der Folge erstmal ein ziemlich langes Interludium, das gar nichts mit der Haupthandlung zu tun hat. Das ist alles schon eine sehr gemächliche und eher wirre Art, zu erzählen, meiner Meinung nach passt es aber perfekt zur Buchvorlage. Über die Bedeutung der Serie in der Ära der Trump-Regierung habe ich ja schonmal geschrieben, das könnt ihr bei Interesse bei Tor-Online nachlesen.

Eine weitere politisch aktuelle Serie, die unter Beteiligung der Buchautorin der Vorlage entstand, ist natürlich The Handmaid’s Tale. Auch da habe ich die Staffel weniger schnell geschaut als ich es wollte, weil die Folgen mich immer echt fertig gemacht haben. The Handmaid’s Tale ist ein Blick in eine dystopische Welt, die einerseits sehr weit von unserer entfernt scheint, andererseits aber in greifbare Nähe zu rücken droht, wenn man sich so manche Forderungen aktueller Politiker anhört. Der Ausflug in die superreligiöse Republik Gilead, in der Frauen nur noch etwas wert sind, wenn sie Kinder gebären, ist wirklich alles andere als spaßig. Und auch die Geschichte, wie es dazu kommen konnte, ist sehr unerfreulich und wirkt erschreckend realistisch. Die Serie jedenfalls, hervorragend besetzt mit u. a. Elizabeth Moss, Samira Wiley, Alexis Bledel, Yvonne Strahovski, Joseph Fiennes, erzeugt genau die beklemmende Stimmung, die auch das Buch schon bei mir hervorgerufen hat, erweitert aber die Welt von Gilead noch um einige neue Aspekte. Auch sehr gelungen fand ich die Episode um Offreds Ehemann und dessen Flucht, die mit der Flüchtlingskrise noch eine weiteren gesellschaftlichen Aspekt beleuchtet. Insgesamt würde ich die Serie (oder alternativ das Buch) wirklich sehr, sehr empfehlen.

Dann war da noch die 10. Staffel Doctor Who. Ich hab mit der Serie ja schon seit Staffel 7 meine Probleme und ärgere mich über die moffatschen Wiederholungen von immer dem gleichen Kram. Nun also die letzte Staffel mit Capaldi als Doctor und vor allem die letzte mit Moffat als Showrunner. Ich hatte eigentlich gar keine Lust, reinzugucken, fand dann aber die neue Companion Bill im Trailer doch sehr sympathisch. Also habe ich sowohl das Weihnachtsspecial vom letzten Jahr nachgeholt als auch die 10. Staffel geschaut. Nun ja. Es fing ganz gut an, das Special fand ich zwar ultrakitschig, aber trotzdem echt toll, die ersten Folgen mit Bill und dem Doctor als Uniprofessor auch. Beim ersten Versuch eines größen Plots mit den drei Folgen mit den berobten Aliens war dann schon wieder der Anfang gut und dann wurde es komplett wirr. Und das Finale … naja, schnarch. Ein Aufguss diverser alter Ideen und diese ganze Missy-Geschichte fand leider ein sehr unwürdiges Ende. Keine Ahnung, viele Leute, die ich kenne, fanden das Finale ja toll, und es hatte auch ein paar schöne Momente, aber so insgesamt habe ich das Gefühl, Moffat dreht sich wirklich nur noch im Kreis. Nun isses ja zum Glück bald vorbei, nur noch das Weihnachtsspecial und dann neuer Doctor, neuer Showrunner, neuer Companion. Mal sehen ob die Serie mich dann wieder mehr begeistern kann.

Gespielt

Auf der NordCon war mal Gelegenheit für ein paar andere Spielrunden jenseits von DSA: Eine Supporter-Rune Numenera, die sehr spaßig war und mal wieder das „zu viele Spiele, zu wenig Zeit“-Dilemma deutlich hervortreten lässt. Auch auf der Con: Eine Runde DSA nach Nick-Nacks Erzählregeln, die ich auch sehr cool fand. Die Erzählregeln sind quasi eine DSA-Version von Dungeon World und haben gerade beim Erstellen der Gruppe mit ihrem „was bisher geschah“-Aspekt echt Spaß gemacht. Gerade für One Shots könnte das echt was für alle sein, die den aventurischen Hintergrund mögen, aber die Regeln viel zu kompliziert finden. Falls ihr die Regeln kaufen möchtet, könnt ihr sie im Scriptorium Aventuris kaufen.

Ebenfalls auf der NordCon gekauft und dann in der Wohnung noch am selben Tag gespielt: Die Einsteigerbox von Star Wars  – Macht und Schicksal, deren deutschsprachiges Erscheinen an mir irgendwie vorbeigegangen war. Das Einsteigerset ist ähnlich toll wie das zu Am Rande des Imperiums und das Einsteigerabenteuer hat, mit leichten Anpassungen unseres SL, dann auch sehr viel Spaß gemacht. Da im Einsteigerseit leider nur 4 der 6 an sich vorhandenen Archetypen vorhanden sind: Die anderen beiden kann man sich bei Ulisses auf der Homepage herunterladen.

Beim DSA sind wir endlich mit Vergessenes Wissen durch (ein großartiges Abenteuer, dazu an anderer Stelle nochmal demnächst mehr) und haben jetzt mal wieder unsere Thorwalergruppe aus dem Ewigen Eis zurück nach Hause fahren lassen. Mit Zwischenstopp im Yeti-Land, wo wir uns mit abtrünnigen Yeti und Dunkelelfen herumgeschlagen haben – vermutlich die einzige Heldengruppe, die auf „der Endkampf geht gegen Yeti und Shakagra“ mit „wow, Yetis haben wir ja noch nie gesehen“ reagiert …

Nun geht es nächste Woche dann mit der Königsmacherkampagne weiter. Ich bin schon gespannt.

 

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