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#RPGaDay2018 und Tagebuchbloggen, Tag 4

So viel Zeit ist heute gar nicht, aber ich versuch trotzdem schnell den Beitrag in die Tasten zu hauen.

Frage 4: Welcher NSC ist dir am meisten im Gedächtnis geblieben?

Du liebe Zeit. Wenn die Frage lauten würde: „Welches Dutzend NSCs ist dir im Gedächtnis geblieben“ könnten wir vielleicht drüber reden … nicht umsonst machen wir ja jedes Jahr in unserer DSA-Runde ein Umfrage mit genau solchen Fragen, und selbst da fällt die auf ein Jahr begrenzte Auswahl schon schwer. Daher einfach mal die vom letzten Jahr, den Zettel mit der Umfrage habe ich nämlich gerade wiedergefunden.

Wir haben da drei Kategorien, also hier mal die Antworten von mir und meinen Mitspielern aus dem Jahr 2017:

Sympathischster NSC: Fünf einhellige Stimmen für Eslam von Wagenhalt aus „Vergessenes Wissen“.

Meistgehasster NSC: Eine Stimme für Keidre di Tarifa, vier für Sidor Dorikaikos, beide aus „Unter Haien“. In Mengbilla wohnen halt nur nette Menschen. *hust*

Am besten/am liebsten gespielter NSC 2017: Goldo Paligan, Pryshia von Garlischgrötz, Escalia von Hahnentritt (2 x), Eslam von Wagenhalt.

Ansonsten kann ich dann hier noch die sehr seltsame Obsession anführen, die einer meiner SCs für einen NSC entwickelt hat. Er war – ich halte das hier bewusst schwammig, um nicht das entsprechende Abenteuer zu spoilern – ein Antagonist, der durch die Aktionen der SC zu Tode kam, allerdings gab es vorher noch ein Gespräch mit ihm, in der er ihr relativ sympathisch wurde. Weswegen sie dann seine TRUHE voller Tagebücher mitnahm und komplett las. Was interessanterweise nicht nur mehrere wichtige Dinge in der Kampagne voranbrachte, sondern auch dazu führte, dass sie sich dem Typen irgendwie relativ verbunden fühlt. Und da er ja nun schon tot ist, kann er sie auch nicht mehr menschlich enttäuschen. Und diese ganze Geschichte gibt glaube ich auch einen ganz guten Einblick in die wirklich verkorkste Psyche meines SC.

Tagebuchblogcontent (mit sehr viel Rollenspielanteil):

Gestern war ein wilder Tag irgendwie. Ich wachte, wie ich es in den letzten Wochen leider ständig tue, an meinem freien Tag um 07:30 auf, unfähig, wieder einzuschlafen. Warm, laut, Schulter tat weh. Also kurz nach 8 dann aus dem Bett gequält. Ich hatte noch einiges aufm Zettel, denn am Nachmittag war eine Spielrunde bei mir daheim geplant, außerdem musste ich noch die Spielsysteme für heute vorbereiten. Und putzen, und aufräumen, und Yoga machen und und und. Konsequenterweise saß ich also erstmal fast eine Stunde rum und starrte panisch prokrastinierend auf meine Twitter-Timeline. Aber dann habe ich mir eine To-Do-List gemacht und die abgearbeitet, zum Rollenspiel vorbereiten bin ich dann in den Park gegangen, weil die Wohnung mal wieder viel zu warm war. Auf dem Rückweg dann noch in einem meiner Stamm-Cafés auf einen Latte Macchiato und ein Stück Mango Cheesecake angehalten und da noch zu Ende über das Abenteuer nachgedacht.

Daheim dann nochmal Podcast geschnitten, geduscht, noch ein bisschen rumgetüddelt, dann kamen meine Spielerinnen.

Puh, ich war wieder total nervös, wie immer, wenn ich leite. Ich hatte ja, inspiriert durch unseren Podcast, gedacht „ach komm, ich mach jetzt mal ne Runde nur mit Spielerinnen, so schwer kanns ja nicht sein“, aber dann fielen mir doch eben nur drei Leute ein (okay, ich kenne noch zwei andere Rollenspielerinnen in Hamburg, aber eine hab ich seit ewigen Jahren nicht gesehen und eine ist gerade sehr im Stress). Und wie es immer so ist, von den drei Leuten sagte dann eine ab. Dann hab ich mich erstmal geärgert, natürlich nicht darüber, dass jemand bei der Hitze mit Kreislaufproblemen lieber daheim bleibt, das konnte ich total gut nachvollziehen. Sondern darüber, dass ich zu wenig weibliche Rollenspielbekanntschaften habe (naja, und der Timeslot war mit werktags 16-22 Uhr halt auch eher speziell, sodass auch ein noch hastig abgesetzter Twitteraufruf nix mehr brachte). Anyhoo, nach Rücksprache mit den beiden verbleibenden Spielerinnen beschlossen wir dann, dass wir trotzdem spielen. Ich hab dann eine Weile nachgesonnen und das Abenteuer noch mehr abgeändert als ichs eh schon vorhatte, damit es weniger Kampf und mehr mystischen Macht-Kram gibt. Wenn wir schon das Einsteigerset von Macht und Schicksal spielen, kann man da ja auch mal so richtig drauf eingehen, vor allem bei nur zwei SC. Außerdem find ich diesen blöden Flaschenhals, bei dem man würfel muss, bis mans eben schafft und der das mystische „ich benutze zum ersten Mal so richtig meine Macht-Fähigkeiten“ zu einer ziemlichen Würfelorgie verkommen lässt, eh total doof. Stattdessen hab ich also folgendes gemacht: Immer wenn ein SC die Macht benutzen wollte, hat das generell einfach geklappt (die Fähigkeiten sind bei den Start-Archetypen eh so beschränkt, dass man damit nicht viel anstellen kann), aber die Spielerinnen mussten jedes Mal einen Zettel aus ner Schale ziehen und eine Frage zur persönlichen Beziehung ihres SC zur Macht beantworten. Auf jedem Zettel standen 2 Fragen, eine für die helle und eine für die dunkle Seite. Ich hatte mir davon erhofft, dass die Spielerinnen dadurch die Chance bekommen, den ja doch irgendwo erstmal recht fremden Archetypen weiter auszugestalten und mehr Verbindung zu ihm zu entwickeln. Aber ich war dann trotzdem überrascht, WIE gut das geklappt hat. Die  Antworten auf die Fragen waren durch die Bank total cool und interessant und haben die Charaktere viel greifbarer gemacht. Und meistens konnte ich sie sogar relativ gut in die gerade stattfindende Szene einbringen (also warum jetzt diese Erinnerung oder Angst in dem SC hochkommt und so). Am besten war für mich die Szene, in der die beiden SC gemeinsam lifting rocks betrieben haben und beide die gleiche Frage beantworten mussten, und der eine hatte hell und der andere dunkel gewürfelt, und dann sahen sie sich gegenseitig in ihrer Vision, wie sie mal sein könnten, wenn sie ihr volles Machtpotenzial erreicht haben – der eine als weiser und gütiger Jedi, der andere als Tyrann, der seinem Volk den Untergang gebracht hat. Das war glaub ich mein Lieblingsmoment des Abends.

Ansonsten gabs natürlich alles, was es beim Rollenspiel immer so gibt – Essensbestellung, Zeitprobleme, am Anfang erstmal ziemlich viel Albernheit und so. Da eine Spielerin pünktlich los musste, haben wir dann eine der drei „Zwischenquests“ ganz schnell erzählerisch abgehandelt, und den Endkampf habe ich dann auch auf den Obermotz reduziert und nicht noch nen Haufen Söldner eingebaut, durch die man sich metzeln musste. Ich denke, es lief relativ gut. Vor allem hatte ich ja eine Spielerin dabei, für die es der erste Rollenspielversuch überhaupt war und ich wollte natürlich schon, dass es ihr gefällt und ich ihr nicht gleich das Hobby verderbe. Als ich dann nach dem Spiel noch eine WhatsApp-Message bekam, in der sie sich bedankte und sagte, sie möchte auf jeden Fall wieder spielen und es hat ihr viel Spaß gemacht …. da war ich schon SEHR glücklich und zufrieden und die Mühe hatte sich auf jeden Fall gelohnt. (Zumal es gar nicht so viel Mühe war, ich habe wirklich das meiste improvisiert.)

Außerdem ist irgendwas passiert und ich traue mich mittlerweile mehr, als SL auch mal die Stimme zu verstellen. Natürlich bin ich da kein Profi drin, aber so ein bisschen was kann man da ja schon machen. Wenn man sich denn traut. Es ist alles seltsam.

Dann noch bisschen Twitter und WhatsApp und Netflix und um kurz vor 1 bin ich dann mal eingeschlafen. Puh. Was ein Tag.

Umzugserledigungen: Leider quasi keine, nur beim Umzugsunternehmen angerufen und gefragt, wieso ich noch keine Antwort auf meine Mail bekommen habe. Naheliegende Erklärung: Sachbearbeiter krank. Aber Montag soll jetzt die Bestätigung kommen.

So. Und jetzt eile ich los zum nächsten Rollenspieltermin…

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Mediengedöhns im Mai und Juni 2017

Ende Mai zu faul gewesen, was zu schreiben – das rächt sich jetzt und resultiert in einer etwas längeren Liste. Nu denn, ans Werk.

Bücher

Ich lese immer noch Bloodline von Claudia Grey, finde es eigentlich sehr gut, habe aber gerade wieder eher wenig Lust zum Lesen allgemein. Daher hoffentlich nächstes Mal eine abschließende Meinung dazu.

Immerhin einen Star Wars-Comic hab ich geschafft, nämlich Darth Vader 1. Den ersten mit Doctor Aphra, der moralisch flexiblen Archäologin, und den beiden bösen Versionen von C3PO und R2D2, also Triple Zero und BT-1. Comics sind ja leider immer so kurz, aber gefallen hat dieser hier mit trotzdem, zumal er einen sehr coolen Plot anfängt, in dem Vader nach der Zerstörung des Todessterns rausfindet, dass der Pilot, der ihn zerstört hat, Skywalker heißt, und sich dann auf die Suche nach ihm macht. Band 2 hab ich schon bestellt.

Außerdem gelesen: Das Fiasko-Kompendium. Quasi ein Ergänzungsbuch zum Erzählspiel Fiasko, in dem noch mehr Kulissen und allgemein Spieltipps und andere Anwendungsmöglichkeiten (z. B. Fiasko für Schulprojekte oder für Autoren) drin sind. Ich hatte gehofft, in dem Buch noch viele konkrete Tipps zu finden, wie man das Spiel noch besser hinbekommt. Leider bleibt aber alles sehr vage und mehr als „macht halt was Cooles, was allen gefällt“ kann man selten aus den Tipps entnehmen. Schade. Außerdem ging mir der bemüht flapsige Stil nach der Hälfte sehr auf die Nerven. Ein paar Sachen sind nützlich, z. B. eine abgeänderte Zwischen- und Nachspieltabelle, die neuen Kulissen natürlich und auch ein paar andere Sachen. Aber z. B. im Kapitel „Fiasko und Impro-Theater“ dann keine konkreten Tipps aus dem Impro-Theater zu finden, sondern nur in Interview mit Spielern, die beides machen und Fiasko als Vorbereitung für ihre Shows nutzen, hat mich dann schon enttäusscht. Insgesamt kann man sich das Buch schon anschauen, aber so richtig viel an tollen konkreten Spieltipps braucht man nicht zu erwarten. Und coole Kulissen findet man online auch umsonst.

Auf der NordCon direkt vom Herausgeber gekauft und signieren lassen: Die Heldformel von Mike Krzywik-Groß. Das ist ein Projekt von ihm und Ralf Kurtsiefer, der seit Jahren Fantasy-Soundtracks macht. Bei der Heldformel geht es jedenfalls um die klassische Heldenreise nach (u. a.) Campell, die im Buch theoretisch erklärt und durch eine Erzählung praktisch vorgeführt wird. Dazu gibt es dann noch einen Soundtrack von Ralf, den man sich beim Lesen theoretisch anhören kann. Was ich nicht gemacht habe, weil ich das Buch immer mal so nebenher und in vielen kleinen Abschnitten gelesen habe. Deswegen kann ich noch nix zur Musik sagen, die muss ich mir wohl mal aufs Handy ziehen, damit ich dazu komme, sie anzuhören. Die Geschichte ist jedenfalls logischerweise seeeeehr klassisch, was natürlich auch der Sinn der Übung ist. Die theoretischen Erklärungen folgen dann hinterher. Ich hatte ja Mikes Workshop zum Buch auf der NordCon gehört, der fasste dann tatsächlich schon 95 % des Buchinhaltes zusammen. Tatsächlich hatte ich vorher gedacht, dass die Erzählung immer unterbrochen würde, um an der konkreten Textstelle aufzuzeigen, was das jetzt gerade heldenreisemäßig ist und warum das so gut funktioniert (und wie man es vielleicht auch anders machen und abwandeln könnte). Aber es war dann halt so, dass es eine Einleitung gibt, dann die Erzählung folgt und dann noch ein eher kurzer Theorieteil. Hätte mir anders aufgeteilt und mit längerem Theorieteil tatsächlich noch besser gefallen, aber insgesamt schon eine empfehlenswerte Lektüre, wenn man sich mit dem Thema Heldenreise noch gar nicht befasst hat und sich etwas einlesen will.

Filme und Serien

Zum ersten Mal interessierte mich ein DC-Film und ließ mich nicht schon beim Trailer den Kopf schütteln – also habe ich im Kino Wonder Woman geschaut. Und haaaach, was für ein großartiger Film. Ich fand ihn absolut gelungen. Okay, von mir aus hätte man gerne noch viel mehr coole Action auf der Insel der Amazonen sehen können, das war mein Lieblingsteil. Aber auch der Rest war super. Diana ist wunderschön, mitfühlend, sympathisch und awesome. Chris Pine als Steve Trevor ist auch cool, ebenso die Side Kicks. Und die Actionszenen sind wirklich der Hammer. Der Endkampf war mir dann doch etwas zu lang und zu übertrieben, aber na gut. Und die Musik war zwar eine kunterbunt zusammengeklaute inspirierte Mischung aus anderen Sountracks, aber auch sehr schön. Für mehr zu Wonder Woman empfehle ich die sehr schöne Rezension von Hermator oder dieses nette Video über die Entstehung des charakteristischen WW-Themes.

Von DC zurück zu Marvel: Tatsächlich zog sich wegen der diversen langen Pausen die 4. Staffel Agents of SHIELD bis in den Mai. Die vierte Staffel hatte quasi 3 Handlungsbögen, die jeweils nur 7 -8 Folgen umfassten. Das hat das Handlungstempo im Vergleich zu den vorigen Staffeln nochmal etwas erhöht. Storyline 1 hatte ja den Ghostrider drin, der der Serie irgendwie von Marvel aufgedrückt wurde. Hätte ich jetzt nicht gebraucht, aber immerhin, was sie draus gemacht haben, war durchaus cool. Storyline 2 drehte sich dann um Androiden und alle Probleme, die diese so mit sich bringen, wenn man das mal spoilerfrei sagen will. Und Storyline 3 machte eine sehr gelungene Was-wäre-wenn-Realität auf, die ich einfach nur hammermäßig gut fand. Generell liebe ich die Serie nach wie vor total und bin richtig glücklich, dass sie trotz nicht so toller Quoten und der neuen Inhumans-Serie noch eine 5. Staffel bekommen hat. Yes! Leider startet die erst im Januar 2018.

Nochmal Superhelden: Die erste Staffel Legion gab es dann auch noch. Legion ist eigentlich ja im X-Men-Universum angesiedelt und die Hauptfigur ist der Sohn von Professor X. Wegen irgendwelcher Lizenzen darf die Serie aber nicht offiziell im X-Men-Universum spielen, deswegen ist David, der Hauptcharakter, also nur der Sohn irgendeines unbenannten mächtigen Mutanten, aber das tut der Sache keinen Abbruch. Die Grundprämisse der Serie ist halt, dass David in der Klapse sitzt und alle denken, er ist schwer psychisch krank, während er halt eigentlich ein mächtiger Mutant mit allen möglichen Fähigkeiten ist. So geht es zumindest los. Und wird dann richtig, richtig abgedreht. Also in einem Maße, wie es kaum eine Serie schafft. Das war auch so ein bisschen mein Problem mit Legion – ich fand es unfassbar anstrengend zu gucken. Gerade wenn man auf fiese Geräusche und flackerndes Licht empfindlich reagiert, ist die Serie teilweise schwer erträglich, weil da ständig buntes Licht da ist und alles flackert und quietscht und dissonante Töne macht und überhaupt. Aber mal davon abgesehen ist die Serie sehr gut gemacht. Gute Darsteller, tolle und abgefahrene Effekte, das Thema „verrückt oder Mutant?“ wird sehr gut umgesetzt. Und auch die verschiedenen Fähigkeiten der anderen Mutanten, die vorkommen, sind mal echt was anderes als das, was man schon so kennt. Insgesamt also empfehlenswert, auch wenn es mich jetzt nicht so emotional mitgerissen hat und eher anstrengend zu schauen war.

Auch verwirrend: Die erste Staffel von American Gods. Denke ich zumindest, ich hatte ja vorher das Buch nochmal gelesen und war wieder recht gut im Bilde über das, was da so passiert. Aber für Nicht-Buchleser war die erste Staffel wohl relativ schwer nachzuvollziehen. Aber ich kenne auch Leute, die sie gut fanden, obwohl sie das Buch nicht kannten. Ich mochte die Staffel jedenfalls. Sie fing dieses „Zefuq is happening?“-Gefühl des Buches wirklich sehr gut ein, war optisch toll, hatte großartige und passende Musik und bot einen surrealen Ausflug in Neil Gaimans Amerika. Die Ergänzungen im Vergleich zum Buch fand ich super, vor allem Laura und Madd Sweeney und Salim, den Road Trip von den dreien hätte ich mir gerne auch noch weitere 1-3 Staffeln lang angeschaut. Shadow blieb ein bisschen unspannend, aber das ist er im Buch halt auch. Und der Rest der Figuren – schon sehr toll. Ian McShane und Gillian Anderson waren auch hammermäßig besetzt. Das Erzähltempo ist halt schon sehr langsam und oft kommt ja am Anfang der Folge erstmal ein ziemlich langes Interludium, das gar nichts mit der Haupthandlung zu tun hat. Das ist alles schon eine sehr gemächliche und eher wirre Art, zu erzählen, meiner Meinung nach passt es aber perfekt zur Buchvorlage. Über die Bedeutung der Serie in der Ära der Trump-Regierung habe ich ja schonmal geschrieben, das könnt ihr bei Interesse bei Tor-Online nachlesen.

Eine weitere politisch aktuelle Serie, die unter Beteiligung der Buchautorin der Vorlage entstand, ist natürlich The Handmaid’s Tale. Auch da habe ich die Staffel weniger schnell geschaut als ich es wollte, weil die Folgen mich immer echt fertig gemacht haben. The Handmaid’s Tale ist ein Blick in eine dystopische Welt, die einerseits sehr weit von unserer entfernt scheint, andererseits aber in greifbare Nähe zu rücken droht, wenn man sich so manche Forderungen aktueller Politiker anhört. Der Ausflug in die superreligiöse Republik Gilead, in der Frauen nur noch etwas wert sind, wenn sie Kinder gebären, ist wirklich alles andere als spaßig. Und auch die Geschichte, wie es dazu kommen konnte, ist sehr unerfreulich und wirkt erschreckend realistisch. Die Serie jedenfalls, hervorragend besetzt mit u. a. Elizabeth Moss, Samira Wiley, Alexis Bledel, Yvonne Strahovski, Joseph Fiennes, erzeugt genau die beklemmende Stimmung, die auch das Buch schon bei mir hervorgerufen hat, erweitert aber die Welt von Gilead noch um einige neue Aspekte. Auch sehr gelungen fand ich die Episode um Offreds Ehemann und dessen Flucht, die mit der Flüchtlingskrise noch eine weiteren gesellschaftlichen Aspekt beleuchtet. Insgesamt würde ich die Serie (oder alternativ das Buch) wirklich sehr, sehr empfehlen.

Dann war da noch die 10. Staffel Doctor Who. Ich hab mit der Serie ja schon seit Staffel 7 meine Probleme und ärgere mich über die moffatschen Wiederholungen von immer dem gleichen Kram. Nun also die letzte Staffel mit Capaldi als Doctor und vor allem die letzte mit Moffat als Showrunner. Ich hatte eigentlich gar keine Lust, reinzugucken, fand dann aber die neue Companion Bill im Trailer doch sehr sympathisch. Also habe ich sowohl das Weihnachtsspecial vom letzten Jahr nachgeholt als auch die 10. Staffel geschaut. Nun ja. Es fing ganz gut an, das Special fand ich zwar ultrakitschig, aber trotzdem echt toll, die ersten Folgen mit Bill und dem Doctor als Uniprofessor auch. Beim ersten Versuch eines größen Plots mit den drei Folgen mit den berobten Aliens war dann schon wieder der Anfang gut und dann wurde es komplett wirr. Und das Finale … naja, schnarch. Ein Aufguss diverser alter Ideen und diese ganze Missy-Geschichte fand leider ein sehr unwürdiges Ende. Keine Ahnung, viele Leute, die ich kenne, fanden das Finale ja toll, und es hatte auch ein paar schöne Momente, aber so insgesamt habe ich das Gefühl, Moffat dreht sich wirklich nur noch im Kreis. Nun isses ja zum Glück bald vorbei, nur noch das Weihnachtsspecial und dann neuer Doctor, neuer Showrunner, neuer Companion. Mal sehen ob die Serie mich dann wieder mehr begeistern kann.

Gespielt

Auf der NordCon war mal Gelegenheit für ein paar andere Spielrunden jenseits von DSA: Eine Supporter-Rune Numenera, die sehr spaßig war und mal wieder das „zu viele Spiele, zu wenig Zeit“-Dilemma deutlich hervortreten lässt. Auch auf der Con: Eine Runde DSA nach Nick-Nacks Erzählregeln, die ich auch sehr cool fand. Die Erzählregeln sind quasi eine DSA-Version von Dungeon World und haben gerade beim Erstellen der Gruppe mit ihrem „was bisher geschah“-Aspekt echt Spaß gemacht. Gerade für One Shots könnte das echt was für alle sein, die den aventurischen Hintergrund mögen, aber die Regeln viel zu kompliziert finden. Falls ihr die Regeln kaufen möchtet, könnt ihr sie im Scriptorium Aventuris kaufen.

Ebenfalls auf der NordCon gekauft und dann in der Wohnung noch am selben Tag gespielt: Die Einsteigerbox von Star Wars  – Macht und Schicksal, deren deutschsprachiges Erscheinen an mir irgendwie vorbeigegangen war. Das Einsteigerset ist ähnlich toll wie das zu Am Rande des Imperiums und das Einsteigerabenteuer hat, mit leichten Anpassungen unseres SL, dann auch sehr viel Spaß gemacht. Da im Einsteigerseit leider nur 4 der 6 an sich vorhandenen Archetypen vorhanden sind: Die anderen beiden kann man sich bei Ulisses auf der Homepage herunterladen.

Beim DSA sind wir endlich mit Vergessenes Wissen durch (ein großartiges Abenteuer, dazu an anderer Stelle nochmal demnächst mehr) und haben jetzt mal wieder unsere Thorwalergruppe aus dem Ewigen Eis zurück nach Hause fahren lassen. Mit Zwischenstopp im Yeti-Land, wo wir uns mit abtrünnigen Yeti und Dunkelelfen herumgeschlagen haben – vermutlich die einzige Heldengruppe, die auf „der Endkampf geht gegen Yeti und Shakagra“ mit „wow, Yetis haben wir ja noch nie gesehen“ reagiert …

Nun geht es nächste Woche dann mit der Königsmacherkampagne weiter. Ich bin schon gespannt.

 

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