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Mediengedöhns im Mai und Juni 2018

Tja. Wer das Bloggen lange vernachlässigt, hat einen riesigen Berg Mediendinge abzutragen. Aber ich möchte ja dann doch wieder aufs Laufende kommen, also denn.

Bücher

Nachdem ich Claudia Grays Star Wars- Roman alle drei so wunderbar fand, wollte ich dann auch mal was anderes von ihr lesen und habe mir A Thousand Pieces of You gekauft. Das ist der erste Band einer Young-Adult-Trilogie (Firebird-Trilogie, auf Deutsch scheint es die noch nicht zu geben). Die Hauptfigur ist sehr YA-typisch eine junge Frau namens Marguerite Caine, deren Eltern eine Möglichkeit gefunden haben, mittels eines Artefakts zwischen verschiedenen Paralleldimensionen hin- und herzureisen. Kurz nach der bahnbrechenden Entdeckung stirbt aber ihr Vater bei einem verdächtig wirkenden Autounfall und sie bricht auf, um seinen Tod zu rächen. Blöderweise hat sich der Assistent ihres Vaters, den sie hinter dem Mord vermutet, schon in die nächste Parallelwelt verzogen und sie muss also hinterher. Daraus entspinnt sich dann eine Geschichte mit etlichen Verwicklungen und Wendungen, die mehrere Parallelwelten vorstellt. Ich habe irgendwie ein bisschen meine Probleme mit dem Buch gehabt, denn einerseits las es sich wirklich gut weg und war spannend und die Protagonistin war auch durchaus recht sympathisch. Andererseits gab es auch so mehrere Punkte, die mich genervt haben. Erstmal ist Marguerite natürlich die einzige in der Familie, die keine brillante Wissenschaftlerin ist, sondern eine ebenso brillante Künstlerin. Okay, ich geb zu, müsste ich ein Buch schreiben, das sich mit Dimensionsreisen beschäftigt, würde ich auch zusehen, dass mein POV-Charakter nicht zu viel von Physik versteht. Aber so ein bisschen blöd wars halt schon, Mädchen können kein Physik und so. Wobei das auch wieder relativiert wird, denn es gibt noch eine ältere Schwester, die immerhin Meeresbiologin ist. Und die Wissenschaftlereltern sind auch trotzdem eher so hippieske Spinner (ich hab sie mir immer so vorgestellt wie die Hippie-Eltern von Gertrude aus Marvels Runaways) und sehr herzlich und nicht unnahbar abgehoben oder so. Also gemischte Gefühle bei diesem Teil des Buches. Und dann kam sehr schnell und sehr unerwartet ein wildes Love Triangle angesprungen, das mich fürchterlich irritiert hat. Vielleicht, weil ich dachte „ächt jetzt, 10 Jahre nach Twilight ist das immer noch ein Ding??“ und vielleicht auch, weil Claudia Gray solche lovetriangelesken Dinge in ihren SW-Romanen einfach komplett unterlassen hat. Ist jetzt auch nicht so, dass ich für diese Art von romantisch-dramatischen Verwicklungen total unempfänglich wäre, wenns denn gut gemacht ist, aber irgendwie hat es mich hier genervt. Weil die Protagonistin einfach SEHR viel drüber nachdenkt, welchem der beiden Männers sie denn jetzt vertrauen kann und welchem nicht und wen sie lieber mag und bei welcher Gelegenheit sich wessen Hände berührt haben, statt über den sehr viel spannenderen Kram mit Dimensionsreisen und bösen Wissenschaftlern und so. Also das war so ein bisschen nervig, dafür waren dann die Romance-Szenen schon wirklich sehr schön geschrieben und generell, wie auch schon bei Lost Stars oder dem Leia YA-Roman: Claudia Gray schafft es total gut, einen mitfühlen und mitleiden zu lassen. Und Marguerite ist halt schon auch kein Mäuschen, das so durch die Story stolpert, sondern schon cool und clever und mitfühlend und selbstbewusst. Das hat mir dann doch wieder gefallen und am Ende gibt es in der Story auch noch zwei schöne und gut vorbereitete Twists. Tatsächlich hab ich mir Band 2 noch nicht bestellt, also so ganz dringend will ich es nicht weiterlesen (Band 1 ist aber auch zum Glück einigermaßen abgeschlossen), aber irgendwann bestimmt. Also wer eine nette und mitreißende YA-Geschichte haben will und ein Love Triangle nicht ganz furchtbar findet, kann da gut zugreifen. Wer Hard SciFi über Dimensionsreisen will …. eher nicht.

Im Urlaub am Pool und am Strand verschlungen: Die letzten Wächter, den sechsten und nun wohl wirklich letzten Teil der Wächter-Reihe von Sergej Lukianenko. Irgendwie kam da ja immer noch ein Teil und noch einer und noch wieder einer, nachdem ich dachte, es sei eine Trilogie. Aber obwohl es mittlerweile wohl ein Spin-off mit neuen Charakteren gibt, ist Band 6 jetzt wirklich der letzte dieser Geschichte. Ich mag ja die Reihe wegen ihres coolen und ungewöhnlichen Magiesystems, der ganzen Magierbürokratie und ihrem unverkennbaren russischen Einschlag. Ob das Bild, das Lukianenko von Moskau zeichnet, jetzt realistisch ist, weiß ich nicht, aber es wird einfach immer wieder sehr deutlich, dass die Story nicht in einer austauschbaren amerikanischen Metropole spielt, sondern in Russland. Anton Gorodezki ist als Protagonist zwar manchmal etwas anstrengend, aber ich glaube, das soll so sein – und irgendwie macht es auch immer wieder Spaß, seinen manchmal etwas altmodischen und verqueren Gedankengängen zu folgen. Spannend ist das Buch auch allemal, denn es gibt eine wüste Prophezeiung, das drohende Ende der Welt, überraschende Enthüllungen und die Wiederkehr so manches alten Charakters aus Band 1-5. Und das Ende fand ich auch gelungen – eine schöne Kulmination aller Bücher, nicht zu happy, nicht zu tragisch. Jetzt, wo mal klar ist, dass es sich hier nicht um eine Reihe ohne Abschluss handelt, würde ich sie definitiv empfehlen, wenn man Urban Fantasy mag und mal was anderes an kulturellem Hintergrund haben will.

Sehr viel weniger leichte Urlaubslektüre: Human Acts von Han Kang. Ein unglaubliches Buch über ein finsteres Kapitel in der Geschichte Südkoreas, über das ich noch rein gar nichts wusste. Es lohnt sich, das Vorwort der Übersetzerin ins Englische zu lesen, das nochmal sehr viel zu den Hintergründen der Geschichte erklärt. Es geht jedenfalls um die Studenten- und Arbeiterdemonstrationen in der Provinz Gwangju im Jahr 1980, die vom damals herrschenden Militärregime auf grausamste Weise niedergeschlagen wurden. Ausgangspunkt ist eine Gruppe Studenten und Schüler, die in diesem Chaos versuchen Gutes zu tun und die Leichen der Getöteten aufbahren, damit ihre Familien sie identifzieren können. Damit geht die Geschichte los, und dann zieht sie sich durch die Jahre und Jahrzehnte und folgt immer wieder dieser Handvoll Menschen, bis in die Gegenwart des Buches und bis hin zur Autorin selbst, die als Ausklang erzählt, wie sie auf die Geschichte des Schülers Dong Ho aufmerksam wird und anfängt Spuren zu suchen. Wie schon The Vegetarian ist das Buch teilweise poetisch, teilweise unfassbar brutal, allerdings Human Acts noch wesentlich politischer. Der Roman hat nicht ganz 250 Seiten, und es lohnt sich, sie zu lesen, wenn man nicht allzu zart besaitet ist, denn Schilderungen von Folter und Gefängnissen kommen durchaus vor. Aber es lohnt sich sehr. Nicht nur, weil man als Mitteleuropäer jetzt eher wenig über Südkorea und seine Geschichte weiß, sondern auch, weil der Schreibstil wirklich wunderschön und poetisch und gelungen ist. Allein die Erzählperspektiven sind absolut faszinierend. Große Empfehlung. Auf Deutsch heißt das Buch übrigens Menschenwerk.

Hinterher dann noch was Leichtes: Besieged von Kevin Hearne, eine Sammlung von Kurzgeschichten im Iron Druid-Universum. Der Band ist teilweise so ein bisschen Buch 8.5 der neunteiligen Reihe und enthält sowohl Verbindungselemente zum letzten Band (den ich noch lesen muss) als auch ein paar Geschichten aus der Vergangenheit der etwas langlebigeren Protagonisten. Die Geschichten haben mir alle gut gefallen, sehr süß ist zum Beispiel die um eine Unterrichtseinheit für Druidenschüler. Es war schön, mal wieder in die Welt einzutauchen und ich bin mal sehr gespannt auf den letzten Band. Reichlich lustige Momente hatte das Buch natürlich auch. Achja, und so auf Meta-Ebene ist meine persönliche Lieblingsgeschichte glaub ich schon die, in der ein Charakter durch den Besuch eines BDSM-Clubs lernt, was Konsens in Beziehungen eigentlich ist und erkennt, dass es in seiner nicht wirklich welchen gibt und Konsequenzen zieht. Das war großartig.

Filme und Serien

Dreimal im Kino gewesen, davon zweimal zu Solo – A Star Wars Story. Man sieht also, ich fand ihn nicht völlig schlecht. Allerdings auch nicht so richtig toll. Wie Kat Kuhl in meinem Lieblings-StarWars-Podcast so schön sagt: „The parts that didn’t suck were really fun.“ Sprich, ich habe einige Sachen sehr abgefeiert und mich über andere sehr geärgert. Geärgert halt über die Tatsache, dass vorher ganz groß angekündigt wurde, dass es endlich mal eine schwarze Frau in einer Hauptrolle UND eine weibliche Droidin mit Freiheitsbestreben geben wird – und dann wurden beide Charaktere so blöd und lieblos behandelt, damit es mehr Screentime für Woody Harelson und Paul Bettany geben konnte. Wo-hoo. Bevor ich da jetzt weiter aushole – lest einfach Judiths Artikel dazu auf Tor-Online, da steht quasi alles drin, was ich auch sagen würde. Allerdings hatte der Film schon auch positive Seiten, ich mochte Qi’ra als Femme Fatale, die auch eher zwielichtig und moralisch flexibel sein darf, ohne dafür abgestraft zu werden. Ich mochte auch vor allem, wie sehr sie alle möglichen Dinge aus dem Kanon eingebunden haben, vor allem natürlich, ich wills immer noch nicht spoilern, DIE Szene am Ende. Da bin ich im Kino schon so ein bisschen ausgeflippt. Aber auch die Erwähnung von Bossk und Aurra Sing und der Ghost-Schiffklasse … das war schon sehr schön. Tatsächlich hatte ich von Solo sogar noch weniger erwartet, weil die Produktionsgeschichte ja nun schon sehr …. bewegt war. Ich war dann positiv überrascht, dass trotz allem ein kohärent erzählter Film dabei rausgekommen ist. Alden Ehrenreich fand ich im Trailer ja furchtbar, im Film selber dann aber durchaus in Ordnung. Und Donald Glover als Lando war SO gut. Der hätte noch viel mehr Screentime haben dürfen. Insgesamt schon ein okayer Star War, auf meiner persönlichen Skala irgendwo oberhalb der Prequels und unterhalb vom Rest. Und wann kommt jetzt eigentlich Enfys Nest: A Star Wars Story?

Dann war ich noch in Oceans 8, da haben wir ja übrigens auch im Podcast drüber geredet, falls euch Rollenspiel nicht so interessiert, Filmgelaber aber schon. 😉 Ab Minute 24 ungefähr. Aber hier auch nochmal: Nettes Popcornkino, wunderschönste Cate Blanchett, viele coole Frauen, die sehr professionell und kameradschaftlich zusammenarbeiten, nette Musik, schöne Kostüme. Konnte man gut gucken, aber letztendlich kein Film, den ich jetzt 5 x anschauen würde. (Längere Ausführungen zum Thema Genderswapped Remakes und so spare ich mir jetzt mal, ich hab da neulich nämlich was Längeres zu verfasst und das erscheint die Tage auch, und dann kann ich das einfach verlinken. So.)

Kommen wir zu den Serien:

Die 5. Staffel Agents of Shield ist inzwischen ja auch schon länger durch. Puh, und zum ersten Mal dachte ich beim Staffelfinale mehr so „hmja“ als „OMG toll“, was aber vor allem daran liegt, dass a) den Serienmachern keine Info zum Ausgang von Infinity War gegeben wurde und sie so auch nichts entsprechendes einbauen konnten und b) den Serienmachern auch nicht gesagt wurde, ob sie noch ne Staffel kriegen, so dass das Finale so konzipiert wurde, dass es als Serienende funktionieren würde, aber nicht zwangsläufig muss und das war dann irgendwie so ein Mittelding und für keine von beiden Optionen so riiiichtig gut. Aber das betrifft eigentlich nur die letzten 1-2 Folgen, den Rest der Staffel fand ich wieder sehr gut! Vor allem die erste Hälfte, die war fantastisch. Lucasfilm hat ja eine live action Star Wars-Serie angekündigt und in der ersten Hälfte dieser AoS-Staffel war ich gar nicht sicher, ob ich nicht vielleicht gerade diese Serie schon sehe. 😉 Wilde Dinge! In space! Und wieder so viele coole Charaktermomente und -entwicklung und alles. Und die zweite Hälfte dann, mit diesem Zeitreise-Prophezeiungs-Kram, die war schon auch toll, auch wenn ich die ganze Zeit gehofft hab, es kommt noch so ein „we have to go back“-Moment, wo sie merken, dass wieder alles auf die falsche Version der Zukunft hinausläuft und dann so eine coole Montagen-Folge mit ganz vielen Zeitschleifen-Durchläufen kommt. War leider nicht so, aber trotzdem wurde das Thema schon halbwegs gut und ohne allzu große Widersrprüche (die mir aufgefallen wären) behandelt. Insgesamt liebe ich die Serie einfach immer noch unglaublich sehr und ich freue mich, dass sie wenigstens noch 13 Folgen bekommen haben. Und da das dann schon nach „letzte Staffel“ klingt, machen sie hoffentlich noch was richtig cooles draus.

Mehr Marvel: Die zweite Staffel von Luke Cage ist ja auch draußen und ich hab sie ziemlich schnell durchgesuchtet. Und holy shit! Was für eine Staffel. Ich war wirklich total geflasht. Die erste Staffel fand ich ja schon nach einem mühsamen Anfang total gut, und die 2. Staffel baut total darauf auf und nutzt aus, dass schon so viele Figuren eingeführt und etabliert wurden. Man sollte übrigens Defenders schon vorher geschaut haben, glaube ich, denn auch darauf baut die Staffel doch sehr auf. Sehr cool fand ich die jamaikanisch-stämmigen Gang-Mitglieder als neue Gegenspieler, schon allein wegen ihres Dialekts. Aber auch darüber hinaus ist die Geschichte, die sich mit ihnen entwickelt, sehr gut. Tatsächlich dreht sich unglaublich viel in der Staffel gar nicht so sehr um Luke, sondern um Mariah Dillard, äh, Stokes, äh, Dillard und ihre Geschichte und Familie und die Geschichte des Clubs Harlem’s Paradise, der auch wieder DER zentrale Ort der Serie ist. Dort wird auch sehr viel Platz eingeräumt, um Musik von unterschiedlichsten Künstlern zu präsentieren, weit mehr als das in anderen Serien so üblich ist. Fand ich aber großartig, zumal viele der Songs auch richtig gut sind und ich sie sonst vermutlich nie gehört hätte. Die Schauspieler sind auch wieder durch die Bank richtig großartig, und auch Figuren, die in Staffle 1 etwas zu kurz kamen (Shades!) werden jetzt richtig interessant. Crossovers zu den anderen Serien gibt es reichlich, unter anderem eine ganze Folge mit Danny Rand, in der ich ihn erstmalig nicht nervig fand. Das macht vage Hoffnung für die zweite Staffel Iron Fist … . Ja, und dann war da noch die letzte Folge, die mich echt ziemlich sprachlos zurückgelassen hat. 12 Folgen lang wird ein Konflikt aufgebaut und eskaliert und beendet und dann kommen die Folgen davon und DANN kommt ein doch sehr unerwarteter Twist, der mich extrem gespannt auf Staffel 3 macht. Insgesamt alle Daumen hoch – eine meiner liebsten MCU-Netflix-Staffeln bisher.

Dann, endlich auf Netflix und deshalb auch endlich mal angefangen, weil vorher gar nicht wirklich außer „die eine Animationsserie, an der Filoni vor Star Wars gearbeitet hat“ registriert: Avatar – The Last Airbender. Alter! Wo war diese Serie all mein Leben? Bzw. wo war ich all mein Leben, statt diese Serie zu gucken? Was für eine großartige Fantasy-Serie, was für tolle Charaktere, war für Worldbuilding und Storytelling und aaaaaah! Ich bin Star Wars Rebels und Clone Wars sehr dankbar dafür, dass ich nicht mehr automatisch „was für Kinder“ denke, wenn ich animierte Serien sehe, sonst wäre mir das entgangen. Ich könnte die ganze Serie auch schon locker durch haben, aber ich teile sie mir gerade ein bisschen ein, weil sie ist so gut und es gibt nur 3 Staffeln. Aber hach. Ich liebe sie alle so sehr. Und Katara ein bisschen mehr. *fangirlt hemmungslos herum* Die erste Staffel war jedenfalls verdammt großes Kino und das Finale unglaublich gut. Und die ganzen coolen Nebencharaktere und Schauplätze und überhaupt. Meine Fresse. (Und man kann irgendwie immer sehr gut sagen, welche Folge jetzt von Filoni ist. Das war schon lustig. „Guck mal, ein riesiger Wolf – I see what you did there, Dave!“) Äh, ja. Jedenfalls neue große Serienliebe, demnächst dann noch mehr dazu, wenn ich durch bin.

Vor langer Zeit mal angefangen, dann mehr so mittelgut gefunden und nun nach dem Schrei des Internets, die Serie dürfte nicht sterben, doch mal weitergeschaut: Brooklyn 99. Und ja, ich muss sagen, inzwischen ist die mir schon ans Herz gewachsen. Skurrile und doch liebenswerte Charaktere, viele wirklich sehr lustige Momente, aber zwischendurch auch immer wieder schöne zwischenmenschliche Dinge. Und Captain Holt ist ja wohl eine absolute Ikone. Guck ich auch weiter, bin schon in Staffel 2 angekommen.

Und zum Schluss war da noch die zweite Staffel von Westworld. Da könnte man jetzt sehr viel drüber schreiben, aber das hier wird auch so schon wieder länger und länger. Tatsächlich fand ich die Staffel in den ersten Folgen nicht so gut wie die erste, einfach weil so ein bisschen diese Faszination fehlte, nachdem man jetzt ja schon mit dem Konzept Park-Westerndinge-Hosts und so vertraut war. Außerdem waren gerade in der Dolores-Plotline in der ersten Hälfte der Folge ein paar irgendwie doofe und mMn überflüssige Elemente drin. Aber während ich diesen Teil der Handlung mehr so naja fand, kamen dann vor allem in Maeves Geschichte so großartige Elemente und Ideen, dass die Serie sich auf jeden Fall auch weiterhin ihren Platz unter den hochqualitativen Fernsehserien sichern kann. Und dann kam Kiksuya, die achte Folge. WAS. FÜR. EIN. MEISTERWERK. Allein für diese Folge werde ich die Serie glaub ich für immer toll finden, egal wo sie noch hinläuft. Und danach kam ja noch das Finale, was durchaus wieder ein paar Überraschungen bereithielt. (Übrigens kann ich all die Leute nicht nachvollziehen, die sich in den sozialen Medien gegenseitig versichern, dass sie alle die Serie seit 2 Staffeln gucken und nicht wissen, was eigentlich passiert. Ich meine, die Erzählstruktur ist nicht linear und ein paar Sachen sind etwas verwirrend am Anfang, aber am Ende von Staffel 2 war doch eigentlich alles aufgeklärt und nachvollziehbar – bis auf die Sachen, die für Staffel 3 bewusst offengelassen wurden. Nun ja.) Und generell natürlich wieder einfach toll anzusehendes Fernsehen – gute Darsteller, großartige Kulissen und Kostüme und die Musik von Ramin Djawadi ist weiterhin herausragend. Ich freu mich auf Staffel 3.

Gespielt

Gespielt wurde auch. So einiges. Ich sag ja, die letzten 2 Monate hatten es in sich.

Also, beim DSA haben wir Tag der Jagd gespielt, ein schon etwas älteres Abenteuer im Kosch, aus der Stromschnellen-Anthologie. Das einzige mir bekannte Abenteuer mit der eigenen Kategorie „Humor“. Und es war dann auch sehr ulkig, zumal wir es in einer eh schon recht comedy-lastigen SC-Konstellation gespielt haben. Gegen Ende hatte es ein paar komödiantische Schlenker zu viel, aber insgesamt ein großartiges Abenteuer. Das mir vermutlich immer als „Das Abenteuer, bei dem wir so viel Wurst aßen“ in Erinnerung bleiben wird, denn das Buch schlägt vor, man könne doch am Spieltisch passendes Essen verzehren, wie halt Wurst und Käse und Nüsse und so. Das gipfelte dann in zwei Abende mit SEHR überbordenden Wurstplatten und mir wird schon bei der Erinnerung daran ein bisschen schlecht. Das Abenteuer ist trotzdem empfehlenswert.

Auf der NordCon gespielt:

  • Malmsturm, aber irgendwie nicht so richtig, weil der SL das Setting beiseite ließ und mehr so ne Art daran angelehntes FATE-Setting aus Input der Spieler erschuf. War aber eine nette Runde und ich habe das Gefühl, FATE wieder etwas besser kapiert zu haben.
  • No Return, ein komplett im Eigenverlag erschienenes deutsches Endzeit-Postapokalypse-RPG. Das ist ja schonmal sehr cool. Das Setting klang auch ganz interessant, die Regeln waren auch okay, nur das Einsteiger-Con-Abenteuer war dann doch wieder ein ziemlich langweiliges „erforsche Gebäude X und treffe auf Zombies“-Ding. Was ja nun so gar nicht meins ist. Schade. Trotzdem ein cooles Projekt.
  • Splittermond, in einer extrem fluffigen regelarmen Runde, in der es hauptsächlich darum ging, ein Liebespaar aufzudecken und deren Liebe gegen die widrigen Umstände zu verteidigen. War zwar eigentlich ein bisschen unpassend zum Setting, weil in Lorakis nun eigentlich Homosexualität kein Problem ist, aber irgendwie war die Geschichte so nett und die Gruppe so gut drauf, dass es mir dann auch egal war.
  • Ein ruhiges Jahr: Auf der Con gekauft, am selben Abend noch gespielt. Ein ruhiges Jahr ist ein spielleiterloses Landkarten-Siedlungsaufbau-Spiel, das etwas darunter litt, dass es spät war und wir albern waren. Eigentlich ist es nämlich schon höchst interessant, dass man auch die Kommunikationsprobleme in einer Gemeinschaft mit ausspielt. Muss ich dringend noch ein weiteres Mal spielen.

Kurz nach der Con dann im Würfel und Zucker gespielt: Winterhorn. Ein ebenfalls spielleiterloses Spiel, in dem man Regierungsbeamte und Polizisten spielt, die gegen eine politische Aktivistengruppe ermitteln. Dabei werden auch viele tatsächlich genutzte Vorgehensweisen vorgestellt, die Mechaniken greifen tatsächlich sehr gut ineinander und am Ende bekommt man dann durch die Codes auf den benutzten Aktionskarten eine Art Endbericht heraus. Tatsächlich haben wir nach dem Spiel noch lange diskutiert. Also darüber, ob das Spiel jetzt quasi  bei uns einen Aha-Effekt über das Vorgehen von Regierungen ausgelöst hat (nö), ob wir schockiert waren über die Skrupellosigkeit der Methoden (nö) und ob es nicht seltsam ist, die Aufgabe des Spiels moralisch gar nicht zu hinterfragen (vielleicht, aber wenn ich mich treffe, um ein Spiel zu spielen, sage ich gewöhnlich nicht nach 10 Minuten „lass mal gut sein“, wenn mich nicht irgendwas stört, und dafür war das Spiel dann einfach zu „theoretisch“ und zu weit weg von den betroffenen Aktivisten). Ja, hm. Ich glaube, die Runde litt daran, dass wir nur drei Leute waren, denn wir waren auch ständig viel zu früh fertig mit der Besprechung unserer Spielzüge. Und irgendwie waren wir alle einfach nicht die Zielgruppe, glaub ich. Also was das „aha, sowas machen Regierungen also“ angeht. Wussten wir nämlich alle schon. Insgesamt trotzdem ein gutes und sicherlich wertvolles Spiel, aber vielleicht halt eher für andere Spieler geeignet, was den Lern-und Moraleffekt angeht.

Und dann noch, in 2 Online-Terminen über Google Hangout: Worlds in Peril, ein weiteres Superhelden-PbtA-System. Der Two-Shot mit fertigen SC hat sehr viel Spaß gemacht, der Schurke, den wir gejagt haben, war sehr cool, das Zusammenspiel hat gut funktioniert und am Ende haben alle Spieler gemeinsam entschieden, dass wir jetzt nicht den Schurken davon abhalten, in die ägyptische Unterwelt zu gehen, sondern einfach mitkommen. sehr schön fand ich auch, wie unser SL immer wieder erzählt hat, wie jetzt das Comic-Panel zur aktuellen Szene aussehen würde, das war sehr stimmungsvoll.

Ansonsten hat sich meine City of Mist-Runde jetzt endlich hinreichend oft getroffen, um mit Charaktererschaffung, Verknüpfung und dem einführenden A day in the life durchzusein – Dienstag gehts dann richtig los. Hurra! Meinen SC hab ich ja im vorletzten Beitrag schon gezeigt. Ich mag aber die ganze Runde sehr und finde die SC alle sehr cool und spannend. Werde berichten, wie es läuft.

Und ein bisschen Secret of Mana haben wir auch noch weitergespielt, nach wie vor ist das cool und macht Spaß und muss dringend mal weitergespielt werden.

So. Uff. Das wars mal wieder. Bis zum nächsten Mal, diesmal hoffentlich Ende des Monats und mit weniger ausuferndem Inhalt. Jaja, das sage ich immer…

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Mediengedöhns im Oktober 2016

Der Oktober ist vorbei, es folgt der obligatorische Medienrückblick.

Bücher

Da war zum einen der Ahsoka-Roman, der mich leider so enttäuscht hat, dass er einen eigenen Eintrag bekommen hat. Nee, das war leider gar nix. Da freut man sich monatelang auf den Roman zu einem seiner liebsten Star Wars-Charaktere und dann ist das so ein langweiliger Käse. Blöd.

Wesentlich besser war der zweite Comicband zu Kanan, nämlich Kanan: First Blood. Der beinhaltet Teil 7-12 der Comics und ist damit leider auch erstmal der letzte Band zu unser aller Lieblings-SpaceCowboyJedi. Warum man dann im letzten von 12 Teilen nochmal eben den Zeichner austauscht, erschließt sich mir ja weniger, aber es hatte vermutlich einen Grund. Leider ist der Zeichenstil dann im letzten Teil nicht ganz so schön wie in den anderen. Nachdem Kanan 1 mehr oder weniger beschreibt, wie Kanan nach Order 66 überlebte, geht es in First Blood darum, wie er überhaupt zum Padawan von Depa Billaba wurde und wie ihr erster gemeinsamer Einsatz in den Klonkriegen verlief. Dazu gibt es dann aber auch noch eine Rahmenhandlung, die meiner Meinung nach sehr geschickt aufgebaut ist und immer wieder mit Kanans Erinnerungen interagiert.

Depa Billaba hat in diesem Teil sehr viel mehr Screentime als in Band 1. Und das ist eine gute Sache, denn sie ist schon eine sehr coole Socke. Ich mag es sehr, wie sie trotz ihrer schlimmen Erfahrungen und alten Verletzungen eine gute Meisterin für Ka…leb ist und wie das wiederum Parallelen zu Kanan und Ezra aufweist und überhaupt. Es gibt auch wieder sehr schöne und traurige Momente mit den Klonen und diesmal auch ein bisschen mehr Handlung mit der Ghost-Crew. Das Ende bildet dann einen tollen Bogen zum ersten Band und ist meiner Meinung nach sehr gelungen. Schade, dass ich jetzt keinen neuen Band mehr lesen kann … aber es gibt ja zum Glück noch mehr Star Wars- Comics.

Filme und Serien

Kein Film im Oktober. Und bei den Serien gibt es diesmal auch nur drei Rezensionen, weil ich ja immer erst nach Ende der Staffel was schreibe. Ich schaue aber gerade natürlich noch mehr Sachen, die aktuell laufen. Im Moment nämlich Rebels, Agents of Shield, Legends of Tomorrow, Westworld und Supernatural. Dazu dann also irgendwann in Zukunft mehr.

Komplett gesehen habe ich die erste Staffel von Luke Cage. Mit der hatte ich am Anfang so meine Probleme, denn die ersten Folgen erschienen mir irgendwie gleichzeitig recht zäh und zu überdramatisch. Aber zum Glück habe ich durchgehalten, denn so ab Folge 4 oder 5 wurde die Staffel dann doch richtig gut. Luke Cage spielt in Harlem, und die Serie nutzt dieses Setting auch komplett aus und bringt sehr viele Eigenheiten und Besonderheiten des Stadtteils und vor allem seiner afroamerikanischen Bewohner mit rein. Vermutlich lag da am Anfang auch mein Problem, denn als weiße Mitteleuropäerin hat man ja erstmal ziemlich viel wenig Ahnung davon, wie spektakulär es eigentlich ist, dass der schwarze, kugelsichere Superheld im Hoodie mit Kapuze herumläuft. Man lernt jedenfalls eine ganze Menge über Harlem und seine Gemeinschaft, wenn man die Serie schaut. Tatsächlich finde ich es ja sehr gut, wie jede der Marvel-Netflix-Serien immer noch so ein ganz eigenes Thema haben, das über das übliche Superheldenkrams hinausgeht. Ob das jetzt Missbrauch und Gaslighting bei Jessica Jones ist, Gentrifizierung und die Frage von Selbstjustiz in Daredevil oder halt bei Luke Cage jetzt Harlem und seine Geschichte als afroamerikanischer Stadtteil.

Okay, aber zurück zur Serie an sich: Die Story war mir so in der Mitte der Staffel dann etwas zu durcheinander, was die verschiedenen Bösewichte und deren teilweise recht abrupten Wechsel anging. Letztendlich hat sich das im Finale aber ziemlich ausgezahlt, denn das hat mir dann wirklich sehr gut gefallen, auch wenn es wohl das am wenigstens positive Ende aller bisherigen Staffel war. Luke Cage ist zwar so vom Grundprinzip her etwas weniger spannend als Jessica Jones oder Daredevil, aber während die beiden ja eher alleine mit ein paar Verbündeten herumeiern, geht es bei Luke Cage tatsächlich vor allem um die Frage, was ein Mensch mit übernatürlichen Kräften für die ihn umgebende Gesellschaft tun kann und wie er von dieser wahrgenommen wird. Schönstes Beispiel dafür ist der relativ am Ende der Serie auftauchende Song Bulletproof Love, der mir sehr gefällt. Ah, überhaupt, die Musik. Luke Cage ist eine sehr musikalische Serie, die alle möglichen Arten von Musik im Programm hat. Hip-Hop fällt einem natürlich als erstes ein, aber auch Soul und Jazz und Swing (würde ich jetzt laienhaft sagen) werden gespielt, da ja praktischerweise einer der Hauptschauplätze ein Nachtclub ist. Auch in den Actionszenen weicht man davon nicht ab. Optisch hat die Serie mit ihrem oft sehr gelblichen Licht was sehr eigenes. Dann sind da natürlich noch die weiteren Charaktere neben Luke. Manche von den Antagonisten fand ich ein bisschen überzeichnet, aber gerade so Charaktere wie Misty Knight (allein der Name!), Mariah Dillard oder natürlich Claire Temple, die auch hier wieder eine größere Rolle spielt, sind großartig gelungen. Insgesamt war ich nach anfänglicher Skepsis jedenfalls sehr angetan von Luke Cage und freue mich schon auf eine potenzielle nächste Staffel und natürlich die Defenders-Serie.

Unterbrochen wurde Luke Cage von einem relativ hektischen Schauen der 2. Staffel Mr. Robot. Wenn man nämlich im Mr. Robot-Cosplay zur ComicCon fährt, sollte man womöglich auf dem aktuellen Stand der Serie sein, damit man nicht aus Versehen gespoilert wird. Wir haben es zwar nicht ganz geschafft, die Staffel vorher zu beenden, aber bis auf eine Fast-Verspoilerung durch den Hotelrezeptionisten ging alles gut 😉 . Also, Mr. Robot. Schon die erste Staffel fand ich ja ganz herausragend und absolut ungewöhnlich in jeglicher Hinsicht. Staffel 2 setzt der Verworrenheit in der Erzählung noch einiges drauf, selbst mir war das zwischendurch schon fast zu viel – aber letztendlich hat es sich wieder auf jeden Fall gelohnt. Mr. Robot hat schon in der ersten Staffel einiges anders gemacht als andere Serien und das bleibt auch in der zweiten so. Allerdings nimmt die Isoliert- und Verlorenheit der einzelnen Charaktere noch um einiges zu – wo in Staffel 1 noch irgendwo ein Team vorhanden war, gibt es jetzt fast nur noch Einzelkämpfer auf scheinbar verlorenem Posten. Ob das Darlene ist, die versucht, FSociety weiter voranzubringen, Elliot, der seinen Kampf mit seinem sehr persönlichen Dämon aufnimmt oder Angela, die versucht, die Dinge von innen heraus zu verändern. Um sie alle herum hat die Welt sich verändert, keiner weiß so richtig, wie er damit umgehen soll, weder die Wirtschaftsbosse noch die Politiker noch die Leute, die die Veränderung verursacht haben. Und das finde ich einen durchaus guten und stimmigen Ansatz, der die Serie doch sehr anders macht als die meisten.

Auch die zweite Staffel ist wieder sehr eigen, was die Kameraarbeit angeht, auch hier kleben die Personen oft irgendwo unten am Bildrand oder werden aus großer Entfernung gezeigt. Auch die Musik ist wieder großartig – besonderes Highlight war die Szene, in der Angela in einer Karaoke-Bar „Everybody wants to rule the world“ singt – sowieso ein Lied, das ich sehr mag, und in die Serie passt es perfekt. Insgesamt ist Mr. Robot sicher eine Serie, auf die man sich einlassen muss, in der zweiten Staffel noch mehr als in der ersten. Aber es lohnt sich.

Spiele

Am PC habe ich wieder gar nichts gespielt.

Aber, und das kann man ja auch mal berichten, wir haben es mal wieder geschafft, einen Nicht-DSA-Rollenspielabend zusammenzukriegen und diesmal konnten wir eine Runde Star Wars – Edge of the Empire spielen. Das hat mich sehr gefreut, weil ich ja so gerne diesen Podcast höre und das System, seit ich weiß, wie cool es sein kann, unheimlich gerne noch mal ausprobieren wollte. Es war dann auch eine sehr coole Runde, mit einem mon-calamarischen Ingenieur, einem Rebellensoldaten und einem tattoinschen Schmuggler. Und wir konnten danach nie mehr zurück nach Tattooine. Also alles wie immer :p .

Der Spielabend in Tweets:

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Mediengedöhns im November und Dezember 2015

Das Mediengedöhns droht schon wieder sich zu großen Haufen aufzustapeln, also schreib ich jetzt mal schnell was, ehe ich wieder Beiträge epischer Länge verfassen muss, um alles unterzubringen.

An der Bücherfront sieht es wieder mau aus. Ich bin im aktuellen Buch zwar ein wenig vorangekommen, aber auch wirklich nur wenig. Dabei finde ich es sogar gut, aber irgendwie erscheint Lesen mir im Moment immer so anstrengend und Fernsehen weniger. Hm. Vielleicht sollte ich diese „mit Buch ins Bett“-Sache noch mal hartnäckig ausprobieren, statt zum Einschlafen immer alte Sitcom-Folgen auf Netflix zu schauen.

Filme und Serien

Bei den Filmen gab es einmal Star Wars: The Force Awakens, aber dem habe ich neulich ja schon einen eigenen langen Artikel gewidmet. Die Kurzform: Toller Film, ich = großes Fangirl.

Kurz vorher war ich auch schon im Kino, nämlich zu Spectre, dem aktuellen Bond-Film. Fand ihn auch an sich ganz gut und unterhaltsam, allerdings von allen Daniel Craig-Bonds den schlechtesten. Die Szenen hätte man teilweise auch in komplett anderer Reihnefolge zusammenpappen können, Christoph Walz als Bösewicht war irgendwie unmotiviert und hat mich nicht überzeugt und der Versuch, die Geschehnisse der drei vorigen Filme irgendwie alle in die Machenschaften von Spectre reinzuinterpretieren, war etwas sehr bemüht. Überhaupt, Sprectre … fand ich so als mächtige oberböse Geheimgesellschaft irgendwie etwas unüberzeugend. Und ich musste sehr drüber lachen, dass sie einen Oktopus als Symboltier haben – Hail Hydra, Mr. Bond! (Inzwischen hab ich gelernt, dass Spectre in den Bond-Romanen etwa zur gleichen Zeit erfunden wurde wie HYDRA in den Marvel-Comics … insofern ist der Oktopus wohl einfach ein sehr beliebtes Symboltier für böse Geheimgesellschaften.) Ansonsten wars aber schon okay, es gab wieder ein paar optisch tolle Locations, spannend wars auch, das Ende fand ich in der Form ganz nett. Mal sehen, wer nun der nächste Bond wird.

Was Serien angeht, habe ich natürlich mehr geschaut, als ich hier jetzt belabere, aber ich schreib meine Meinung ja immer erst nach Ende der Staffel und das meiste läuft noch.

Eine der absoluten Serienüberraschungen des Jahres war für mich Mr. Robot. Eine Networkserie, noch dazu im Sommer ausgestrahlt – ich hatte also nicht so schrecklich viel erwartet, trotz einiger guter Rezensionen. Tatsächlich war ich dann aber sehr, sehr angetan. Es geht in der Serie um Hacker, größtenteils, um den Kampf gegen die große, böse Firma, die der Einfachheit halber meist schlicht als „EvilCorp“ bezeichnet wird. Wobei die eigentliche Geschichte, so gut sie auch ist, noch gar nicht mal den größten Reiz der Serie ausmacht. Dieser liegt viel mehr in der Art und Weise, wie erzählt wird, der Kameraführung, der Musikuntermalung … und vor allem der Hauptfigur und deren Art, als Erzähler zu fungieren. Rami Malek spielt (sehr gut) den sehr eigenwilligen Elliot Alderson, der diverse psychische Probleme hat, Drogen nimmt, als Sicherheits-IT-Typ für eine Firma arbeitet, die EvilCorps Daten beschützt, und irgendwie an die Hackergesellschaft FSociety gerät, die EvilCorp zu Fall bringen will. Gleich als erstes spricht Elliot die Zuschauer direkt an, bezeichnet sie als seine Einbildung, der er aber seine Geschichte erzählen will. Insgesamt ist man sehr nah dran an der Hauptfigur. Wenn Elliot in Gesprächen z. B. in seine eigenen Gedanken abdriftet, statt dem Gegenüber zuzuhören, hört man auch als Zuschauer nur noch seine Gedanken und nicht mehr die Stimme des anderen.

Es ist schwer, über die Serie zu reden, ohn zu viel zu verraten, aber ich wurde mehrfach doch sehr überrascht, es war vieles erstmal anders als es zunächst schien und ich habe die Folgen gespannt und begeistert verfolgt. Auch das Ende der Staffel und die Art und Weise, was dort ausgelassen und was stattdessen erzählt wird (kryptisch, ich weiß, aber wers gesehen hat, weiß hoffentlich, was ich meine), fand ich sehr gut. Ich bin sehr gespannt, wie es in Staffel 2 weitergeht und hoffe, die Serie bleibt so gut.

Weniger überraschend war Jessica Jones – denn ehrlich, eine Marvel-Netflix-Serie mit Krysten Ritter und David Tennant kann ja eigentlich so schlecht nicht sein, oder? War sie dann auch nicht. Mit Kilgrave – einem Bösewicht, der Leute durch reines Ansprechen komplett kontrollieren kann, in den Comics heißt er übrigens Purple Man – haben sich die Serienmacher einen sehr fiesen Bösewicht ausgesucht, der von David Tennant auch grandios verköpert wird. Jessica Jones selbst war eines seiner Opfer, konnte ihm aber entkommen und lebt jetzt, mehr schlecht als recht und zutiefst traumatisiert, als Privatdetektivin in Hell’s Kitchen, wobei ihr ihre Superkräfte (sie ist vor allem übermenschlich stark und kann auch aus dem Stand 5 Meter in die Höhe springen und sowas) dabei zugute kommen. Doch irgendwann wird sie durch Kilgraves neuestes Opfer wieder in seine Machenschaften gezogen und beschließt schließlich, ihm endgültig das Handwerk zu legen.

Jessica Jones lässt teilweise komplett vergessen, dass es sich hier um eine Comicverfilmung handelt … oder vielmehr, die Serie zeigt, dass Comicverfilmung nicht immer bunt, schräg, laut und actiongeladen bedeuten muss. Die Art und Weise, wie Jessica und Kilgraves andere Opfer noch Jahre später durch ihre Erlebnisse traumatisiert sind, fühlt sich für mich sehr echt an. Jessica selbst ist alles andere als eine strahlende Heldin und bezeichnet es selbst als ihre größte Schwäche, dass ihr eben nicht alles egal ist und sie trotzdem versucht, wieder gut zu machen, was sie unter Kilgraves Einfluss angestellt hat. Krysten Ritter spielt die Figur sehr glaubwürdig und gut, und auch der Rest des Casts hat mich sehr überzeugt. David Tennant ist ein durch und durch verabscheuenswerter Kilgrave und es macht Spaß, ihm bei seiner Darstellung zuzuschauen. Aber auch die anderen Figuren sind großartig, ob es nun die von Carrie-Ann Moss verkörperte skrupellose Anwältin, Mit-Defender in spe Luke Cage oder Trish, Jessicas einzige Freundin, ist. Die Serie lässt sich Zeit, ihre Geschichte zu erzählen, zwischendurch wurde mir die Geschichte kurz ein wenig zu abstrus, aber das fing sich dann schnell wieder und die letzten Folgen waren dann ausgesprochen spannend. Mal sehen, ob es bei der einen Staffel bleibt oder ob Netflix wie bei Daredevil doch noch eine drauflegt. Zumindest in der Defenders-Serie wirds ja ein Wiedersehen mit Jessica geben – ich freu mich drauf.

Dann war da noch London Spy – eine britische Serie über Spionage mit Ben Wishaw in der Hauptrolle. Das musste ich mir natürlich ansehen. Leider war die Serie dann eher nicht so toll. Trotz toller Schauspieler, Musik, Dialoge und Optik … die Story war sehr dünn, teilweise total überzogen, ein Spannungsbogen existierte weder innerhalb der Staffel noch innerhalb der einzelnen Folgen. Und London Spy war auch ein irreführender Titel, denn es ging zwar auch um Spionage und Geheimnisse, aber es kam nicht die Spannung oder die Stimmung einer gut gemachten Spionageserie auf. Schade. Denn eigentlich hätte ichs gerne gut gefunden. Danny und Alex kriegen trotzdem einen Platz in der Galerie toller fiktiver Pärchen.

Spiele

Fallout 4 erschien im November und seitdem habe ich auch schon ungefähr 60 Stunden damit verbracht, das zu spielen. Ja ja, 60 Stunden in über 2 Monaten ist nicht viel, wenn man das mit andern Spielern vergleicht – aber sei es drum. Tatsächlich habe ich gar nicht so viel Erfahrung mit Fallout, ich habe zwar New Vegas eine Weile gespielt, aber bin nie sooo weit gekommen, weil mir einmal die Festplatte mitsamt der Speicherstände abrauschte und ich danach zu unmotiviert war, nochmal anzufangen. Nun also Fallout 4, in Boston und Umgebung, natürlich ebenfalls nach dem Atomkrieg. Was den/die Protagonistin überrascht, war er/sie doch bei Ausbruch der ersten Atomschläge in einen Bunker geflüchtet und dort 200 Jahre lang in Kryostase eingefroren. Aufwachen tut man zwischendrin nur einmal, nämlich um mit anzusehen, wie das eigene Baby entführt und der Ehemann/die Ehefrau ermordet wird. Und dann, erwacht, aus dem Bunker entkommen und in der neuen Welt einigermaßen eingefunden, sucht man natürlich sein Kind. Also, jedenfalls dann, wenn man nicht zu sehr damit beschäftigt ist, Mais anzubauen, Kabel zu verlegen und Betten zu bauen.

Die aktuelle Entwicklung auf dem Spielemarkt (im AAA-Titel-Bereich) scheint ja zu sein, dass sich die großen Gegensätze „Freie Welt zum Entdecken“ und „mitreißende Story und detailliert ausgearbeitete Companions“ (besser bekannt als der Bethesda-Bioware-Unterschied) langsam einander anzunähern versuchen. Das hat Dragon Age: Inquisition versucht, indem es neben der eigentlichen Hauptquest viele große Gebiete zum Entdecken bot (für mich mit eher mäßigem Erfolg, weil dort einfach nicht besonders Spannendes passierte) und das versucht nun auch Fallout 4. Erstmalig ist der eigene Protagonist vertont, es gibt keine 50 verschiedenen Companions (gabs glaub ich bei FO eh nicht, sondern eher bei Skyrim), sondern mehr so … 15 (schätze ich, ich habe noch längst nicht alle gefunden), die dafür aber alle ihre Eigenheiten und ihre Geschichte (und teilweise eigene Quests) haben, sogar das „Companion reagiert mit Abneigung/Zuneigung auf Entscheidungen und Taten des SC“ wurde übernommen. Gleichzeitig ist nach wie vor die große, offene Welt da, man kann überall hingehen, sehr viele Raider, Supermutanten und Ghule abknallen, verlassene Gebäude erforschen, in radioaktiven Seen schwimmen, jeglichen Schrott einsammeln … für mich ist hier die Annährung besser geglückt. Ich bin ein großer Fan davon, dass der Protagonist gesprochen ist und finde auch, im Gegensatz zu vielen anderen, die Möglichkeiten der Dialoge nicht zu wenig. (Es gibt übrigens einen Mod, mit dem man die verkürzten Dialogoptionen durch „ich werde genau DAS sagen“ ersetzen kann, wenn man das möchte.) Die Companions gefallen mir bisher alle recht gut, manche (Nick, Piper, Deacon) sind große Liebe, andere finde ich eher ein wenig langweilig (Preston) oder nervig (Strong). Aber man kann ja auswählen, wen man mitnimmt und wen nicht.

Die Main Quest ist bei mir noch nicht so weit gediehen, aber insgesamt gefällt mir so der grundsätzliche Weltaufbau. Boston und Umgebung sind genauso hinüber wie der Rest der Welt, es haben sich in der Stadt verschiedene kleine Enklaven etabliert, in denen Leute sich gegen die feindliche Umgebung zusammengeschlossen haben. Und feindlich ist da so einiges, neben diversen mutierten Riesenviechern gibt es Ghule, Raider, Supermutanten und viel Schönes mehr. Es gibt verschiedene größere Organisationen mit verschiedenen Zielen, denen man sich anschließen kann oder halt auch nicht. Das große Thema des Spiels (bisher) sind die Synths: Künstlich erschaffene Wesen, die Menschen mal nur vage, mal zum Verwechseln ähnlich sehen und die vom mysteriösen „Institut“ erschaffen wurden und zumindest angeblich auch dafür eingesetzt wurden/werden, Menschen durch eine künstliche Kopie zu ersetzen. Das Spiel geht auch auf so Fragen ein wie „haben diese künstlichen Wesen die selben Rechte wie ein Mensch? Und wenn ja, gilt das nur für die komplett menschenähnlichen oder auch für die, die nur eine Art Roboter sind? Wo zieht man da die Grenze?“, was ich durchaus gut und interessant finde. Ich schätze, diese Frage wird sich auch noch weiter durch das Spiel ziehen, aber noch bin ich ja nicht so weit. Ansonsten zieht sich so die typische Fallout-Stimmung durch das Spiel, von echt fiesen Sachen bis hin zum durchgeknallten Humor.

Zur Spielmechanik: Der eigene SC hat Attribute – Stärke, Geschwindigkeit, Charisma und so weiter, dazu darf man pro erreichtem Level ein Perk wählen. Die Perks bieten eine sehr umfangreiche Auswahl, von Eigenschaften erhöhen, mehr Schaden mit bestimmten Waffen machen, besser Waffen/Rüstungen verbessern können, mehr Geld/Munition finden, besser schleichen, Boni erhalten wenn man bei Nacht/bei Tag/allein unterwegs ist … bis hin zu so abstrusen Dingen wie „ab und zu taucht in Kämpfen ein mysteriöser Dude auf, erschießt deine Gegner und verschwindet wieder“. Es gibt also genug Auswahl. Einzelne Fähigkeiten steigert man nicht mehr, die Perks sind aber abhängig von den Eigenschaften und/oder dem Level. Find ich auch alles okay, ich muss jetzt nicht unbedingt Punkte auf irgendwelche Talente verteilen.

Im Spiel selbst kann man sehr viel basteln. Man kann Waffen und Rüstungen umbauen und verbessern, mit den gefundenen Pflanzen, Tieren und sonstigem Zeugs verschiedenes Essen, Getränke, Klebstoff, Drogen, Heilmitteln, Granaten und sonstwas bauen, an der Powerrüstung rumschrauben – und vor allem ganze Siedlungen errichten. Das ist, soweit ich weiß, ganz neu bei Fallout, und macht schon sehr viel Spaß. Man hat am Anfang ein Dörfchen, mit dem man anfängt und in dem man die konkreten Aufgaben kennenlernt (Betten bauen, Essen anbauen, für Wasser sorgen, Verteidigungsanlagen einbauen etc.), danach kann man sehr viele weitere Siedlungen gründen, Siedler rekrutieren, usw. In einem umfangreichen Workshop-Menü kann man dann auch Häuser neu- oder umbauen, Möbel bauen und umstellen, Bilder an die Wand hängen, usw. Dazu braucht man natürlich Material – deshalb kann man im Workshopmodus auch alle möglichen Sachen (alte Möbel, Bäume, Autos, teilweise ganze Hausruinen) verschrotten. Und ansonsten findet man auf Quests auch immer allen möglichen Schrott, den man einsammeln kann, und der dann ins Junk-Inventar aufgenommen und wieder zum Bauen benutzt wird. Das führt dann teilweise zu so Gedanken wie „Gna, okay, Waffen, Rüstungen, Drogen, ganz nett … oh, GEIL! Klebeband! Und 2 kaputte Kameras! Und Kupfer! Jetzt kann ich endlich ein paar mehr Stromleitungen verlegen!!“, aber es ist auf jeden Fall cool und macht Spaß. Und man bekommt auch XP durchs Bauen und Waffen modden und so, ich bin tatsächlich schon mal ein ganzes Level nur durch „Dinge bauen“ aufgestiegen … . Ach ja, und wenn einem sonst noch nach Veränderung ist, kann man sich für ein bisschen Ingame-Geld auch neue Frisuren zulegen oder zum Schönheitschirurgen gehen, um nochmal in den Charaktergenerator zu kommen und nachträglich am Äußeren rumzuändern. Ich benutze das, um den Werdegang meines Charakters darzustellen und ihr z. B. im Laufe der Zeit mehr Narben, gebräuntere Haut, etc. zu verpassen.

Was ich am Spiel zu meckern habe, ist ja, dass es einem NICHTS erklärt. Es gibt kein Tutorial, von dem ich wüsste, es gibt bei neuen Dingen, die man tun kann, keinen aufploppenden Infokasten (oder man kann das irgendwo einstellen und ich habe nicht gefunden, wo, weil einem das Spiel auch das nicht sagt). Gerade so Dinge wie „damit Pflanzen Nahrung abwerfen, muss man einen der Siedler anklicken und ihm die Pflanzen zuweisen“ hätte ich niemals rausgefunden, wenn mir nicht Spieler mit mehr Erfahrung nen Tipp gegeben hätten. Gerade dieser ganze Workshopbereich ist relativ komplex und ich habe bis heute nicht alles verstanden, was so geht. Genauso wenig hilfreich sind die Karten, die man sich anzeigen lassen kann. Die große Weltkarte ist okay, aber die „local map“ sieht meistens aus wie ein Haufen wirrer Striche, die ein Zweijähriger auf Papier gekrakelt hat und bietet null Hilfe und Orientierung. Ansonsten sind die ganzen Quests um die Siedlungen („Oh, Siedlung X hat schon wieder ein Problem mit Ghulen und in Y ist schon WIEDER jemand gekidnappt worden…“) ein wenig repetitiv, aber man kann sie auch einfach links liegen lassen – solange noch ein Quest dieser Art offen ist, kommt eigentlich kein neues dazu.

So, und nach dem ganzen Gelaber noch ein paar Bilder! Hurra!

Mein Charakter, Sam, frisch bei der Generierung:

Sam1

Ein wenig später nach den ersten Abenteuern …

Sam2

Und mit aktuellem Aussehen (mit längeren Haaren, Narbe und gebräunterer Haut):

Sam3

Home, sweet home: Es hat einfach was, wenn man in die Siedlung kommt und sieht, dass einige Häuser schon wieder Strom und Beleuchtung haben.

Sanctuary

Apropos bauen: Mein eigenes Häuschen … ja, es trotzt irgendwie jeglicher Statik, aber egal.

Haus

Das Wohnzimmer:

Wohnzimmer

Leider sinken alle Deko-Gegenstände, wie die Blumenvase, immer im Laufe der Zeit durch den Tisch, durch den Boden, durchs Erdgeschoss und irgendwann vermutlich in den Erdkern, wo irgendwann eine riesige Blumenvasen- und Dekokürbis-Explosion stattfinden wird.

Auch ganz wichtig: Die Bar auf dem Dach!

Bar

Und sonst noch so … diese lustigen Gesellen, die den einzigen Zweck haben, einen zu Tode zu erschrecken, wenn man in irgendwelche dunklen Räume schleicht, traten hier besonders zahlreich auf:

ScreenShot103

Und lustige Glitches … hurra, die Fernhändlerin ist da, aber …was macht ihr Lasttier auf dem Dach?

Brahmin1

Und, einige Stunden später … was macht es im Schlafzimmer??

Brahmin2

(Dummes Viech.)

In jedem Fall: Sehr cooles Spiel, ich wünschte ich hätte mehr Zeit dafür.

(Sagte sie, sie fasst sich kurz? Ja, ja. Wir wussten alle, dass das eh nix wird…)

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