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Genderswapped Podcast – Folge 1

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In der ersten Folge des Genderswapped Podcast reden Judith und Lena über Gleichberechtigung in Rollenspielsettings – wie ist es, wie war es früher, wie könnte es noch besser werden? Außerdem: Der Herr der Ringe als Medienthema – warum wir die Bücher und Filme immer noch lieben, auch wenn sie ungefähr so divers sind wie unser Heimatministerium.

Disclaimer: Der Ton ist diesmal irgendwie etwas schlechter als in Folge 0 – vor allem hört man leider Vogelzwitschern im Hintergrund, das auch Auphonic nicht herausgefilter hat, und auch ein paar Klick- und Raschelgeräusche sind vorhanden. Wenn ich noch versucht hätte, das alles rauszueditieren, würde diese Folge aber vermutlich 2025 erscheinen … deswegen hoffe ich, es ist trotzdem einigermaßen gut hörbar.

Zeitangaben und erwähnte Systeme:

00:00 Intro und Reaktionen auf Folge 0
01:15 Gleichberechtigung in Rollenspielsettings

  • Das Schwarze Auge: 02:45
  • DnD: 10:50
  • Numenera: 19:20
  • Splittermond: 20:20

21:00 Muss jedes Rollenspielsetting gleichberechtigt sein, geht es auch anders, und was für andere Konfliktgrundlagen gibt es?

  • Tharun: 23:45
  • Rakshazar: 25:30

27:00 Historische Settings

  • 28:30 Cthulu
  • 29.:05 Space 1889
  • Siebte See: 30:10
  • Myranor: 30:20

32:00 Herr der Ringe
41:50 Outro
42:20 Scherbenland-Spendenaktion

Shownotes

Representation in Dungeons and Dragons

Die zunehmende Anzahl von Spielerinnen bei Dungeons and Dragons

Misogyny and the female body in RPG

We have always fought

The first female gamers

Why minority settings in RPG matter

Der besagte Splittermond-Forenthread

Der erwähnte Roman von Horus W. Odenthal

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Mediengedöhns im Juli 2018

Gefühlt habe ich gerade erst das letzte Mediengedöhns verfasst, aber da ist der Juli schon wieder so vorbeigeflufft. Also schon wieder Zeit für den nächsten Artikel.

Gelesen

Nix wirklich gelesen. Eine weitere Kurzgeschichte aus A Certain Point of View, die ersten vier Kapitel des dritten Age of Steam-Bands von Devon Monk (Toll – jetzt hab ich beim Nachschlagen des Titels der Reihe festgestellt, dass diese auf 7 Bände ausgelegt war, aber nach 3 Bänden kein weiterer erschienen ist. Toll. Nun weiß ich gar nicht, ob ich das Buch noch zu Ende lesen mag … vermutlich schon, weil es doch ziemlich gut anfing, aber … whyyy? Muss man denn immer erst warten, bis eine Reihe komplett erschienen ist? *seufz*). Ansonsten gefühlte 700 Artikel zum Thema Rollenspiel und Gleichberechtigung und Diversität und so. Kommen demnächst auch noch als Link unter der nächsten Podcastfolge.

Filme und Serien

Ich war im Kino und habe Herr der Ringe gesehen – alle drei Filme im Original in der Special Extended Edition, von 10 Uhr morgens bis kurz vor Mitternacht. Warum? Weil mein Stammkino das anbot, ich die Filme immer noch liebe und ich zum Glück Leute kenne, die irre genug sind, mit mir einen gesamten Sonntag im Kino zu verbringen. Das war sehr nett (und ich danach sehr platt).

Im selben Kino am letzten Sonntag gesehen: Antman and the Wasp. Antman fand ich ja schon überraschend unterhaltsam und die Fortsetzung hat mir auch gefallen. Vor allem ragt er für mich dadurch heraus, dass es gelingt, eine spannende Geschichte zu erzählen, ohne einen klassischen Comicbook Villain als Gegner einzuführen. Bis auf einen geprellten Gangster, der den Helden das Leben schwermacht, gibt es eigentlich keinen Antagonisten, nur Personen mit verschiedenen Problemen, Motivationen und Bedürfnissen. Das ist mal eine wohltuende Abwechlsung und kommt auch ziemlich gut – welcher Bösewicht hätte sich auch nach Infinity War mit Thanos messen können? Und die Dynamik zwischen Scott, Hope und Hank reicht auch fast schon aus, um den Film zu tragen, aber es gibt ja auch noch weitere tolle Nebenfiguren wie Luis und Ghost und Cassie. Tatsächlich mal eine sehr coole Kinderrolle. Aber die coolste Person im Film ist auf jeden Fall Hope! Was für eine großartige, kompetente, gelassene, arschcoole Superheldin! Bitte mehr davon. Ansonsten arbeitet der Film wieder sehr schön mit den Schrumpf- und Vergrößerungstechniken und ist optisch auf jeden Fall sehr cool. Auch der Ghost-Effekt sieht klasse aus. Es gab auch wieder etliche gute Lacher, und diesmal zum Glück nicht ganz so viele, die auf „Scott Lang ist ein sozialer Trampel“ basierten. So. Also ein weiterer gelungener Film und ich möchte jetzt bitte eine Fortsetzung mit vor allem den drei weiblichen Charakteren, um das mal spoilerfrei auszudrücken. Achja: Die Post-Credit-Szene hat mich total kalt überrascht, obwohl sie im Nachhinein eigentlich zu erwarten war. Aber boah ey!

(Und jetzt müssen wir alle bis nächsten März ohne MCU-Filme klarkommen. Krasser Shit! Immerhin kommt im Herbst ja noch der animierte Spiderverse-Film, den will ich auf jeden Fall auch sehen.)

Serien gabs auch. Nämlich estmal die 2. Staffel GLOW. Ich schwöre, ich wollte sie mir einteilen und nicht so schnell gucken, aber meine Fresse, diese Serie saugt einen ja geradezu ein. Wir haben die 10 Folgen sehr schnell durchgesuchtet. Und hach, die Serie ist immer noch SO toll. Die Charaktere! Die Kostüme! Die Musik! Und diese ganzen unglaublich tollen und differenzierten zwischenmenschlichen Momente, die genauso viel Platz haben wie Komik und Wrestling-Moves. Ach, so schön. Guckt das, alle.

Und guckt auch alle Avatar – The Last Airbender! Da hab ich jetzt die zweite Staffel beendet und ich sitze eigentlich immer noch nach jeder Folge mit offenem Mund da und murmel „diese Serie ist SO GUT“ vor mich hin. Alles ist so gut! Die Charaktere, die Story, die Musik, selbst die Gags, die manchmal schon eher auf jüngeres Publikum ausgelegt sind, finde ich fast immer richtig lustig. Und gleichzeitig ist alles so tragisch und ich will doch nur, dass die alle glücklich sind, ey! Außerdem möchte ich Katara heiraten. Mehrfach pro Staffel. Ach was, pro Folge. Hach. Und jetzt nur noch eine Staffel – noooo! So ein Mist. Ich glaube, die Serie werd ich auf jeden Fall nicht nur einmal gucken.

Dann noch die zweite Staffel Brooklyn 99 gesehen, das ist weiterhin schräg und lustig und hat liebenswert-chaotische Charaktere. Auch eine schöne Serie. Macht mir aber weniger GEFÜHLE als die anderen. Aber das muss ja auch mal sein, dass man einfach mal was gucken kann, ohne danach irgendwo was in Capslock hinschreiben zu müssen.

Gespielt

Beim DSA jetzt endlich wieder bei der Fortsetzung der Lamea-Kampagne angekommen. Nachdem vom letzten zum aktuellen Abenteuer ein Zeitsprung von 4 Monaten stattfand, haben wir diesmal versucht, das Ganze etwas experimenteller anzugehen, indem wir in der Gruppe ca. 15 Sachen festgelegt haben, die sich auf dem Schiff geändert haben und dann in Flashbacks erzählt haben, wie es dazu kam. Das klingt jetzt cooler als es in der Umsetzung lief, irgendwie dauerte es dann doch 3 Abende statt einen und wurde zu klassisch ausgespielt, aber naja. War trotzdem ein guter Versuch, vielleicht klappt es das nächste Mal ja noch etwas flüssiger. Inzwischen sind wir nun auch schon mitten im nächsten Abenteuer und machen gerade irgendwie zum dritten Mal innerhalb gar nicht so langer  Zeit den „wir müssen in der Arena kämpfen, um unser Ziel zu erreichen!“-Plot. In inzwischen der dritten verschiedenen Gruppe. Lustig. Naja, das Trope kommt halt nicht von ungefähr.

Per Hangout gespielt: Den ersten von zwei Terminen Monster of the Week, einem weiteren PbtA-Systemen, das stark an Serien wie Buffy oder Supernatural angelehnt ist. Wir hatten uns eine lustige Kombination aus Mensch mit übernatürlichen Kräften, Dämon und Engel gebastelt und waren auch fast zu sehr mit uns selbst beschäftigt, um schon großartig in der Aufklärung eines mysteriösen Todesfalls bei einem Rockkonzert voranzukommen. Nächste Woche gibts das Finale, dann vielleicht nochmal mehr dazu.

Im Würfel und Zucker habe ich Anfang Juli eine Runde DREAD gespielt, bekannt vermutlich vor allem unter „Das Rollenspiel mit dem Jenga-Turm“. Die Runde hatte sich auf der NordCon sehr spontan ergeben, als wir bei der Abschlussveranstaltung im Publikum saßen. Es war dann eine sehr nette und coole Runde, wir haben das SciFi-Szenario aus dem Grundbuch gespielt und es war schon krass, wie sehr sich die Anspannung im Raum gehalten und gesteigert hat, wenn man wieder Steine aus dem wackelnden Turm prökeln musste. Tatsächlich haben wir da eher konserativ agiert und gar nicht so viel gezogen, sondern viele Sachen auch so hingenommen, weil sie auch cool und spannend waren, zumal unser SL auch noch so geheime Handouts zum Verteilen vorbereitet hatte. Und auch die Charaktererschaffung mit dem Fragebogen fand ich wirklich sehr cool. Würde ich gerne nochmal spielen.

Ebenso cool fand ich Society of Dreamers, davon hab ich aber ja schon im letzten Blogeintrag geschrieben. Ein weiteres tolles Erzählspiel, was komplett ohne Würfel oder sonstige  Zufallsmechanismen auskommt (das Oujia-Bord dient ja auch nur als Anregung). Das würde ich auch total gerne nochmal spielen um zu schauen, wie sehr sich die Runden so unterscheiden.

So. Alles etwas kurz gehalten heute, die Hitze, ihr versteht.

Im August gibt es übrigens wieder die Blogaktion RPGaDay mit 31 rollenspielbezogenen Fragen. Ich überlege, ob ich die wieder gesammelt einmal die Woche beantworte oder ob ich die Aktion zum Anlass nehme, mal zu versuchen, hier mal wieder sowas wie tagebuchbloggen zu etablieren und jeden Tag was zu schreiben. Ich bin da noch unentschlossen, es ist ja auch eigentlich zu heiß für jede Art von Entscheidungsfindung, außerdem hab ich eigentlich doch gar keine Zeit … aber vielleicht mach ich es trotzdem. Stay tuned.

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Der Hobbit und die Metaebene

…oder: Die alte grummelige Frau geht ins Kino.

Ja. Gestern war es ja soweit – „The Hobbit: An unexpected journey“ lief im Kino an. Und wenn man wie ich jeden Teil von „Der Herr der Ringe“ mindestens 10 Mal gesehen hat, war natürlich auch der Hobbit ein Pflichttermin. Vielleicht hätte ich ihn mir nicht gleich am ersten Tag angeschaut, aber es ergab sich so und außerdem werden wir auch schon am 19.12.2012 einen Sonderhangout zum Hobbit machen (war irgendwie klar bei 4 Leuten, die sich in einem Herr-der-Ringe-Forum kennengelernt haben, ne? 😉 ). Also gabs gestern dann 20:30 Uhr im Streits den nächsten Ausflug nach Mittelerde.

Bevor ich jetzt was zum Film sage: Meine Güte, war das voll da. Ja, war zu erwarten. Aber es hat mich derartig genervt, dass ich schon aggressiv wurde. Vor allem, als sich am Fress- und Getränkestand 2 Leute vor mich drängelten und die letzten Fritz-Kolas wegkauften. Aaaargh! Also musste ich mit normaler Cola vorlieb nehmen. Zum Glück hat der Film es ohne Probleme geschafft, mich wachzuhalten. Der Saal war dann auch brechend voll, allerdings merkt man da dann doch den Vorteil daran, mit lauter Leuten im Raum zu sein, die den Film am Erscheinungstag und in der OV sehen wollen – nerviges Gequatsche oder Zwischenrufe oder die üblichen Störfaktoren gab es entweder gar nicht oder zumindest nicht in meiner unmittelbaren Nähe. Gelacht und gelegentlich applaudiert wurde hingegen des Öfteren. Aber das passte gut.

Nach ein bisschen Werbung und 2 Trailern (leider nicht der zum neuen Star Trek-Film) ging es dann los. Ein seltsames Gefühl, irgendwie. Vor 11 Jahren saß ich zum ersten Mal im Kino und sah „Die Gefährten“. Ich hatte das Buch zu Weihnachten bekommen und war dann kurz darauf im Kino, es muss so zwischen den Feiertagen gewesen sein. Das Buch hatte mir schon gut gefallen, aber der Film haute mich um. Vorher hatte ich noch nicht allzuviel Erfahrung mit Fantasylektüre bzw. -filmen. Woher auch, ich kannte sonst keinen, der sowas las. Einzig Harry Potter kannte ich seit ein paar Jahren. Und so fühlte es sich, als ich im Kino saß, zum ersten Mal so an, als ob es da draußen noch so viel mehr gibt, ganze eigene Welten, fremde Wesen, Gefahren und Geheimnisse. Ich war 16 und fühlte mich auf einmal verzaubert, als hätte ich etwas gefunden, ohne bewusst danach zu suchen. „Die Gefährten“ sah ich ungefähr 10 Mal im Kino. Mit sämtlichen meiner Freunde und dann, als keiner mehr mitwollte, allein. Ich bettelte meine Eltern an, mich samstags ins Kino zu fahren (und sie machten es, auch wenn sie nicht verstanden, wieso ich diesen Film nochmal und nochmal und nochmal sehen musste). Als klar war, dass die Special Extended Edition nur auf DVD erscheinen würde, kaufte ich mir einen DVD-Player. Ich fieberte auf Teil 2 hin. Später dann auf Teil 3. Schon kurz nach dem ersten Lesen der Bücher und dem Schauen von FotR stand ich eines Tages, kurz nach Weihnachten, mit meiner Familie an einem Skilift und mir wurde klar, dass ich irgendwoher Leute brauchte, mit denen ich mich über meine Begeisterung austauschen konnte. Ein paar Stunden und eine Google-Suche später registrierte ich mich in dem Forum (TM) – aber das ist eine andere Geschichte…

Ab jetzt wird gespoilert!!

Nun also der Hobbit. Seltsamerweise hatte ich die Dreharbeiten und die ersten Teaser, Trailer und Fotos nicht weiter verfolgt. Ich weiß gar nicht, wieso. Es war irgendwie so am Rande meines Bewusstseins schon klar, dass der Hobbitfilm gedreht wird und dass er irgendwann in die Kinos kommen wird. Ich sah dann einen Trailer (den mit dem Zwergenchor), fand ihn gut, befasste mich aber dennoch nicht weiter damit. Bis gestern. Also zurück dazu: Ich saß im Kino, das vertraute New Line Cinema-Logo flimmerte über die Leinwand, der gewohnte HdR-Font erschien und mit einem Mal war ich wieder im Auenland. Auf eine gewisse Weise war der Film wirklich eine Art Nach-Hause-Kommen. Gerade der Prolog fängt wieder da an, wo auch der Herr der Ringe beginnt, nämlich mit Bilbo Baggins, der für Frodo ein Buch über seine Abenteuer schreibt. Es gibt jede Menge Wiedererkennenswert: Das Rote Buch, Bagend, sogar das „No admittance except on party bussiness“-Schild kommt wieder vor. Und auch Frodo taucht auf und macht sich auf den Weg, Gandalf entgegenzulaufen – auf den Weg in sein eigenes Abenteuer.

Doch der Hobbit erzählt ja eine andere Geschichte. Bilbo erinnert sich und wir erfahren in einem (weiteren) Prolog von Erebor und der Stadt der Zwerge, die dort den Arcenstone finden und vom Drachen Smaug vertrieben werden. Dieser Teil sieht absolut fantastisch und episch aus. Toll ist die Darstellung von Smaug: Man sieht ihn nie komplett, immer nur eine Klaue, eine Kralle, die Schwanzspitze…gerade deshalb wirkt er sehr bedrohlich. Schließlich geht der Film dann über in die eigentliche Geschichte. Der junge Bilbo bekommt Besuch von Gandalf. Schon diese Szene ist sehr witzig und Martin Freeman ist ein großartiger Bilbo. Seine absolute Überforderung damit, dass irgendwelche komischen Zwerge und Zauberer ihn aus seiner Routine reißen wollen, ist herrlich gespielt. Auch das Abendessen mit den Zwergen ist toll und findet einen großartigen Abschluss mit dem Chor der Zwerge am Ende. (wer es noch nicht kennt: Hier kann man reinhören).

Danach geht die Reise los und wird, wie der Titel es nahelegt, abenteuerlich. Bilbo und die sieben 13 Zwerge schlagen sich durch die Wildnis, verfolgt von Orks und Wargen,  begegnen Trollen und Zauberern, werden gefangen genommen (mehrfach), kämpfen (des Öfteren), rutschen durch Höhlenschächte (mehr als mir lieb war) und klettern sogar auf Riesen herum, ohne es anfangs zu merken. Man merkt deutlich, dass der Hobbit ein Kinderbuch ist und die lustigen und märchenhaften Elemente werden auch nicht weggelassen. Die Trolle, die so lange debattieren, wie sie die Zwerge kochen sollen, dass sie vom Sonnenaufgang überrascht werden (auch wenn Gandalf hier im Film etwas nachhilft), der fette Goblinking, etc. – vieles ist bunter und lustiger als im Herrn der Ringe. Highlight in dieser Hinsicht dürfte Radagast sein (der meines Wissens im Buch nicht auftaucht, aber es ist schon ewig her, dass ich es gelesen habe). Gandalfs zauseliger, dauerbedrogter und sehr tierlieber Kollege, der auf einem von Hasen gezogenen Schlitten durch Mittelerde rast, ist schon ziemlich schräg. Wobei ich ihn nicht schlecht fand. Da haben mich andere Dinge mehr genervt.

Gleichzeitig greift der Film Elemente aus den Anhängen zum Herrn der Ringe und dem Silmarillion auf und erzählt mehr von der Vorgeschichte des HdR, als es das Buch „The Hobbit“ tut. Der Zuschauer erfährt, wie Radagast in der alten Festung Dol Guldur den Necromancer entdeckt und kann den Weißen Rat dabei beobachten, wie er über diese Entdeckung diskutiert. Ich bin gespannt, welche Teile der Geschichte in den nächsten Filmen noch aufgegriffen werden. Natürlich haben diese Ereignisse mit der Handlung des Hobbits eigentlich nicht viel zu tun, aber ich finde es sehr gut, dass sie ihren Platz im Film gefunden haben.

Ist nun alles toll am Hobbit? Das nun auch wieder nicht. Es gab einige Elemente, die für mich eine zu große Übereinstimmung mit Szenen aus HdR hatten. Zum Beispiel tasten sich die Zwerge auf einem schmalen Bergsims voran, als plötzlich von oben ein Steinbrocken einschlägt – die Szene erinnerte doch sehr an den Caradhras in FotR. Andere Szenen sind halt einfach ähnlich, weil da auch in den Büchern Übereinstimmungen vorhanden sind, so beispielsweise die Szene mit den rettenden Adlern.

Mir waren es außerdem zu viele Kampf- und Verfolgungsjagdszenen, die noch dazu alle recht übertrieben daherkommen. Bei den vielen Abhängen und Schluchten, die die Zwerge in den knapp 3 Stunden runterfallen und entlangschliddern, müsste eigentlich die halbe Zwergenbrigade tot sein. Und auch das „Gandalf als rettende Kavallerie“-Element wurde ein bisschen überstrapaziert. Jedenfalls war es sehr viel Action und meiner Meinung nach hätte man da gut was weglassen können. Aber vielleicht bin das nur ich – ich find beim Rollenspiel die Kämpfe ja auch immer doof… 😉

Was gabs noch? Achja, den Oberork. Azog heißt er und ist, soweit ichs mitbekommen habe, eine Filmerfindung. Sozusagen der Endboss, der schon in Teil 1 eingeführt wird oder so. Ich bin da recht neutral dieser Figur gegenüber. Generell find ich einen Feind, dessen Namen man kennt, immer cooler als eine gesichtslose Orkhorde, andererseits war Azog jetzt nicht besonders kreativ ausgearbeitet – halt ein großer, böser, bleicher Ork mit appem Arm und so. Dass er Thorins Großvater umgebracht hat, ist natürlich eine nette Sache, da so auch die Zwerge, vor allem Thorin, richtig Hass auf ihn haben. Mal sehen, was da in Teil 2 und 3 noch kommt.

Dann nochmal was zu den Schauspielern – hier habe ich aber so gar nix zu meckern. Wie schon gesagt, Martin Freeman ist perfekt als Bilbo, Ian McKellen als Gandalf nach wie vor grandios und Richard Armitage, den ich vorher gar nicht kannte, ist ein großartiger Thorin Oakenshild. Auch die anderen Zwerge sind gut gespielt, auch wenn einige von ihnen kaum etwas sagen. Der Film konzentriert sich da auf einige wenige Charaktere, was vielleicht gar nicht so doof ist. Ich hoffe, dass da in den nächsten Teilen auch die anderen Zwerge nochmal in den Vordergrund rücken. Die altbekannten Darsteller (Cate Blanchett, Hugo Weaving, Andy Serkis) machen ihre Sache genauso toll wie im HdR, wobei der kurze Auftritt von Gollum auf jeden Fall heraussticht. Die Rätselszene war toll gespielt.

Musikalisch gibt es auch viel bekanntes – viele der Leitmotive aus HdR sind wieder zu hören, auch wenn sie ab und an anders eingesetzt werden. Es hat mich dann schon irritiert, als bei Thorins Kampf gegen Azog das Nazgul-Motiv zu hören war. Andererseits passte es schon irgendwie gut in die Szene. Das Titelthema, eine Abwandlung des oben verlinkten Zwergenchors, gefällt mir jedenfalls.

Ja. Soweit meine Meinung.

Spoiler Ende!

Wie ich gestern allerdings festgestellt habe: Ich bin halt keine 16 mehr. Und ich werde wohl auch nie wieder so begeistert und völlig von den Socken sein wie damals, als ich FotR  zum ersten Mal gesehen habe. Ich habe mich gestern im Kino dabei schon ertappt, wie ich so Dinge dachte wie „ah, schlau, dass sie Smaug nicht ganz zeigen, das hält das Mysterium aufrecht“ oder „ah, okay, Azog muss da sein, damit es einen Charakter gibt, den man hassen kann und der der Feind ist“. Das ist ein bisschen schade. Aber ich fürchte, ich kann solche Gedanken einfach nicht mehr abstellen – dazu habe ich mich in den letzten Jahren zu sehr damit beschäftigt, wie Geschichten funktionieren, welche Art von Charakteren ich gut finde, usw. usw. Das kann ich nicht einfach abschalten. Wobei das an sich gar nix schlechtes ist, denn dadurch weiß ich dann einen Film/ein Buch/eine Serie, die gut gemacht und gut erzählt ist und gute Charaktere hat, noch mehr zu schätzen, weil ich dann auch sagen kann, wieso dem so ist.

Nach dem Kino wollte ich jedenfalls nur noch schnell nach Hause. Menschenmassen machen mich aggressiv, vor allem dann, wenn ich eh todmüde bin. Und außerdem war mir schlecht von dem bekackten 3 D. Leider gabs den Film in ganz Hamburg nur in 3D auf Englisch. War mal wieder total ätzend – in allen Actionszenen hatte ich die Augen zu, weil ich sonst vermutlich ins Kino gekotzt hätte. Suuuuper :/ Wie ich das hasse.

Nun sind wir wieder am Ausgangspunkt: Grummelige, alte Frau. Jawohl. Damals, vor 11 Jahren, war ich noch leichter zu begeistern. Aber gut war der Film trotzdem und Mittelerde fühlt sich halt immer noch nach Heimat an, irgendwie.

In diesem Sinne, viel Spaß mit dem Hobbit 😉

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