Schlagwort-Archive: Die Geister des Landes

Mediengedöhns: Aktualisierender Rundumschlag

Hngh, irgendwie hat das mit dem regelmäßigen Schreiben von Medienkonsum-Blogeinträgen nicht so geklappt. Okay, das liegt wohl am Ausnahmezustand der letzten Wochen, da war bloggen eh nicht so wirklich drin. Aber eigentlich möchte ich natürlich schon damit weitermachen, nur ist es jetzt so, dass sich eine irrwitzige Menge zu beurteilenden Serien angestaut hat, die ich offensichtlich irgendwie in letzter Zeit gesehen habe. Wobei natürlich auch einige dabei sind, die letzten Oktober angelaufen sind, wo die Staffel aber nunmal bis Ende Mai oder so ging.

Deswegen gibt es jetzt einen Rundumschlag über alles, was ich seit Februar so zu Ende geschaut habe und das nächste Mal wirds hoffentlich wieder kürzer und dafür ausführlicher zu den einzelnen Punkten.

Also auf:

Bücher

Tatsächlich lese ich gerade so gut wie gar nicht, maximal mal ein paar Seiten in der Bahn oder so. Allerdings habe ich festgestellt, dass es sehr toll ist, am freien Freitag im Park zu sitzen und zu lesen. Dort hab ich inzwischen auch das halbe „Summer Knight“ von Jim Butcher durchgelesen, aber da die letzten freien Freitage gar nicht frei waren oder mit anderen Dingen verbracht wurden, bin ich immer noch nicht fertig. Insofern ist das letzte gelesene Buch dann immer noch „Die Geister des Landes 3“, und das habe ich ja schon ausführlich rezensiert.

Filme und Serien

Seit Februar habe ich tatsächlich nur einen Film gesehen, nämlich Avengers – Age of Ultron. Diesmal sogar strategisch an der richtigen Stelle, nämlich zwischen Folge 19 und 20 der 2. Agents of Shield-Staffel. Was nett war, weil es ein schönes Lead-in in AoS gab und noch so ein bisschen Hintergrunderklärdinge, letzten Endes kann man aber auch beides gut getrennt voneinander sehen, behaupte ich mal. Da war der Twist in Staffel 1 von AoS, der in The Winter Soldier erfolgte, schon einflussreicher. Anyhoo. Age of Ultron also. Ich fand ihn gut. War spannend, unterhaltsam, viele witzige Momente, trotzdem nicht zu albern. Die von Scarlet Witch ausgelösten Visionen vermittelten den Charakteren durchaus Tiefgang, auch wenn das natürlich immer noch ein Marvelblockbuster ist und kein Charakterdrama. Tendenziell mag ich glaub ich trotzdem Avengers 1 lieber, weil ich einfach auf diese „das Team muss sich zusammenraufen“-Geschichten stehe (und es im Gegensatz zu Teil 2 darin Loki und Agent Coulson gibt). Trotzdem ein guter Film, ich mochte auch die neuen Charaktere, ich bin durchaus ein Fan davon, wer da mit wem so mehr oder weniger zusammen ist und ich freu mich auf den nächsten Film des MCU. Wobei es mich ja total nervt, dass in Civil War anscheinend Spiderman auftauchen soll, was daran liegt, dass ich von der Figur nur den unerträglich doofen Film mit Tobey Mcguire kenne und Spiderman deshalb blöd finde. Aber ich warte es ab.

So. Das war der kurze Teil. Kommen wir zu Serien, oh so vielen Serien …

Girls Staffel 4 –  Ich finde die Serie auch in Staffel 4 immer noch gut. Das liegt vor allem daran, dass ich keine andere Serie kenne, die den Zuschauer weniger manipuliert. In ganz vielen Szenen wird einfach draufgehalten, es gibt lange Dialoge, lange Szenen, die andere Serien abkürzen würden, es gibt so gut wie nie irgendwelche untermalende Musik, die ein bestimmtes Gefühl auslösen soll und es wird auch nie eine Figur als besonders toll oder besonders arschig hingestellt. Man kann sich als Zuschauer immer selber überlegen, wen man jetzt sympathisch findet oder auch nicht. Das fasziniert mich auch nach 4 Staffeln noch.

Modern Family Staffel 4 + 5 – Nach wie vor die beste neuere Comedyserie, die ich kenne. Auch diese beiden Staffeln sind wieder sehr herzlich, lustig, unterhaltsam und schön. Und es gibt eine Heiratsantragsszene, die ich so rührend und perfekt fand, dass ich 15 Minuten lang vor Freude geweint habe. Ja, so ist das.

Unbreakable Kimmy Schmidt – Na ja. Trotz wahnsinnig sympathischer Hauptfigur nach 10 von 13 Folgen abgebrochen. Die Folgen waren manchmal ganz lustig, meistens aber entweder langweilig oder mit ganz schlimmem Fremdschämhumor gespickt. Nicht mein Fall, auch wenns von Tina Fey ist – dann guck ich wohl doch lieber irgendwann 30 Rock zu Ende.

Person of Interest Season 1 + 2 – Eine Serie, die ich bis vor kurzem noch gar nicht kannte, allerdings wurde sie dann von mehreren Leuten empfohlen und sie war auf Netflix verfügbar … da konnte ich natürlich nicht widerstehen. In Person of Interest geht es um einen genialen Computermenschenmilliardär, der eine Maschine gebaut hat, die Verbrechen voraussieht und ihrem Benutzer dann eine Sozialversicherungsnummer ausspuckt, die entweder zum Opfer oder zum Täter des Verbrechens gehört. Eine clevere Idee, denn so ist oft erstmal die Aufgabe der Ermittler, rauszufinden, ob die Person of Interest nun Opfer oder Täter ist. Neben dem erwähnten Milliardär Finch (gespielt vom wunderbaren Michael Emerson, bekannt als Benjamin Linus aus Lost) besteht das Team aus John Reese, einem Ex-Militär-Ex-CIA-Einsatzprofi, der auf schon fast absurde Weise nahezu alles kann, was in der Serie aber auch immer mit einem Augenzwinkern behandelt wird, sowie zwei von den beiden eingespannten Polizisten, später kommen noch zwei weitere Figuren dazu, aber das würde jetzt zu weit führen. Die Fälle sind meistens gut gemacht und auch gut recherchiert, die nur in einer Folge auftauchenden Personen haben oft erstaunlich viel Charakter und Profil und die Hauptfiguren mag ich auch alle. Die Serie geht relativ Case-of-the-week-mäßig los, verrät dabei aber in Rückblenden mehr zu den Hauptcharakteren und wird dann zunehmend auch weniger episodenhaft. Dabei laufen fast immer mehrere Handlungsstränge parallel mit, es geht um Mafiabosse, korrupte Polizisten, die Geschichte hinter der Maschine … das alles wird sehr gekonnt immer wieder aufgegriffen und miteinander verknüpft. Die Charaktere sind allesamt interessant, die Schauspieler gut, es ist spannend und die Art und Weise, wie es gefilmt ist – man blickt als Zuschauer immer wieder durch die „Augen“ diverser Überwachungskameras – ist auch cool. Insgesamt große Empfehlung. Ich bin jetzt schon in Staffel 3 und das Midseasonfinale war unglaublich gut.

Nashville Staffel 1+2  – Was soll ich sagen. Ohne jemals in meinem Leben ein Fan von Countrymusik gewesen zu sein, hab ich mir aus Neugier mal die erste Folge der Serie angeschaut und bin ihr sofort verfallen gewesen. Ist jetzt wirklich eher eine seichte Serie, in der es halt um verschiedene Countrymusiker geht, die an ihrer Karriere feilen. Es gibt viel (Liebes)-Drama und viel Musik, wobei mir die Lieder meistens tatsächlich ziemlich gut gefallen. Auch hier machen die Schauspieler ihre Sache ziemlich gut und obwohl es halt wirklich viele Wendungen und „wer mit wem“-Dinge gibt, gleitet es nicht total auf Soapniveau ab.

Daredevil – Die erste von mehreren Marvelserien, die von Netflix produziert werden, da musste ich natürlich gleich reinschauen. Es ist quasi mal wieder eine Origin Story, die erzählt, wie Matt Murdock zu Daredevil wird. Am Anfang gibt es also Matt Murdock, den blinden Anwalt mit übermenschlicher Sinneswahrnehmung, der des Nachts schwarz maskiert Bösewichte vermöppt und versucht, sein Viertel Hell’s Kitchen ein bisschen besser zu machen. Es geht um Armut, um Gentrifizierung, um ein Verbrecherkartell, das im Hintergund die Fäden zieht, angeführt von Wilson Fisk, der gerne weiße Tapete anstarrt und später als Kingpin bekannt werden wird. Die Serie unterscheidet sich doch ziemlich von anderen Comicverfilmungen, über große Teile der Staffel könnte es auch einfach eine sehr düstere Anwaltsserie sein. Bis auf Matts Fähigkeiten gibt es kaum übernatürliche Phänomene. Das hat mir gut gefallen, zumal wirklich viel Platz für die Entwicklung von Matt Murdock zu Daredevil gelassen wird und auch die Nebencharaktere und -handlungen mir gut gefallen haben. Gerade die Dynamik zwischen Matt und seinem Partner Foggy ist super. Und eins muss ja mal gesagt sein: Netflix-Serien haben eigentlich immer (okay, fast immer, siehe unten) einen richtig, richtig geilen Vorspann. Das finde ich toll, ich liebe gut gemachte Opening Credits und fand den Trend, lieber nur noch kurz den Seriennamen einzublenden, äußerst bedauerlich. So, zurück zu Daredevil: Weniger gut fand ich das Finale. Das war so vorhersehbar und klischeehaft, das hat mir echt nicht gefallen,  zumal es diverse Logiglücken hatte. Und obwohl es eigentlich nur eine Staffel geben sollte, kommt nun doch eine zweite, das kann gut oder schlecht sein, mal schauen. Insgesamt jedenfalls ne gute Sache, wenn auch noch mit Luft nach oben.

Vikings Staffel 3 – Eigentlich bin ich ja echt ein Fan der Serie, auch und gerade wegen der oft langsamen, untypischen, nicht dramaturgisch durchgestylten Erzählweise. Aber diese Staffel hat das echt übertrieben. Die Wikinger greifen in dieser Staffel Paris an, das passiert aber erst in den letzten 4 Folgen, davor gibt es superlangweilige Szenen in Wessex und noch viel langweiligere Szenen im heimischen Kattegatt. Da war zwar mal die ein oder andere gute Sache bei, aber generell hat es mich genervt. Der Angriff auf Paris is dann eigentlich ganz geil, wird aber viel zu hastig erzählt, weil vorher ja 6 Folgen lang ödes Rumgeümmel gezeigt werden musste. Und der letztendliche Kniff in der letzten Folge … naja. Fand ich etwas doof. Insgesamt zwar noch unterhaltsam, aber die ersten beiden Staffeln waren besser.

The Musketeers Staffel 2 – Nachdem die BBC-Musketierserie mich letztes Jahr positiv überrascht hatte, fand ich Staffel 2 zu großen Teilen enttäuschend. Staffel 1 war mit viel Humor, Augenzwinkern und Action inszeniert, was sehr gut funktioniert hat und die wenigen ernsteren Momente umso besser machte. In Staffel 2 versucht man sich am staffelüberspannenden Drama-Handlungsbogen um Queen Anne und einen irgendwie sehr inkonsistenten Rochefort, der innerhalb von 5 Minuten dreimal zwischen eiskalter Killer und weinerlicher Verrückter hin- und herwechselt. Neeee, das war nix. Trotz der einen richtig guten Folge (die „Western“-Folge in Athos‘ Dorf) und ein paar coolen Szenen eher nicht so meins. Hoffentlich wird die nächste Staffel wieder besser.

Better call Saul – Natürlich musste ich das gucken, schließlich hab ich Breaking Bad geliebt. Hier nun also sowas ähnliches wie ein Sequel, das sich um den Werdegang des korrupten Anwalts Saul Goodman dreht. Dieser trägt zu Anfang der Serie noch seinen bürgerlichen Namen Jimmy McGill und wurschtelt sich mühsam durchs Leben, weil er als Neueinsteiger-Anwalt keine Kundschaft hat. Er hat sein Büro/Schlafzimmer in einem Hinterzimmer eines Nagelstudios, fährt eine Schrottkarre und versucht irgendwie Mandanten zu gewinnen, während der sich nebenher um seinen kranken Bruder kümmert (der ebenfalls Anwalt ist, allerdings Teilhaber an einer riesigen Anwaltsfirma. Jetzt allerdings hat er eine Krankheit, bei der er sich einbildet, von elektronischer Strahlung schlimme Schmerzen zu haben, weswegen er sich in seinem Haus einigelt.). Jimmy ist eine tragisch-komische Figur, die verzweifelt ihren Platz im Leben sucht und immer wieder dabei scheitert. Dabei ist die Serie aber weitaus weniger düster als Breaking Bad (und ich kenne auch Leute, die BB nicht mögen, BCS aber schon). Genauso gut wie in BB sind allerdings die Schauspieler, die Musik und die Art und Weise, wie die Serie gefilmt ist. Neben Saul/Jimmy selber gibt es an alten Bekannten noch Drogendealer Tuco, mit dem Walter White damals die ersten Meth-Deals machte, und natürlich Mike Ehrmanntraut, der für jede Menge komische Momente, aber auch für die düsterste und traurigste Folge der Staffel sorgt. Insgesamt hat mir die erste Staffel sehr gut gefallen und ich freu mich auf Staffel 2.

Agents of Shield Staffel 2 – Tja, was soll ich sagen. Eine meiner neuen Lieblingsserien. Wo Staffel 1 noch sehr holprig anlief und erst im letzten Drittel richtig gut wurde, überzeugt mich Staffel 2 von Anfang an komplett. Die Staffelhandlung, die Charaktere, die dramatischen und die witzigen Momente … für mich stimmt hier einfach alles. Die Charaktere aus Staffel 1 entwickeln sich toll und konsequent weiter, es gibt drei neue Teammitglieder, die ich auch sehr schnell ins Herz geschlossen habe, sowie zahlreiche weitere gute Nebencharaktere. Das Finale zur Hälfte der Staffel war so unglaublich spannend und ereignisreich, dass ich lange das Gefühl hatte, dass jetzt eigentlich schon Staffel 3 anfangen müsste, weil es sich so nach Staffelfinale angefühlt hat. Versteht mich nicht falsch, es ist immer noch eine Marvel-Verfilmung, es gibt immer noch coole Sprüche, technische Gadgets und viele Actionszenen, das ist hier jetzt nicht auf einmal ein langsam erzähltes Drama mit Rust-Cole-Gedächtnismonologen. Aber das, was die Serie macht, macht sie verdammt gut, mit vielen spannenden Szenen, einem gut geschriebenen Plot, tollen Charakteren, mit denen ich mitfühlen kann und immer wieder dem ein oder anderen guten Gag. Ich kanns gar nicht erwarten, dass Staffel 3 losgeht.

Game of Thrones Staffel 5 – Ach, darüber könnte ich jetzt vermutlich einen eigenen Eintrag schreiben. Gesamteindruck: Durchwachsen, sehr durchwachsen. Teilweise überraschend gut (Hardhome, Braavos), teilweise erschreckend schlecht (Dorne!!). Die Veränderungen gegenüber den Büchern sind teilweise sinnvoll, teilweise komplett bescheuert. Ausstattung, Cast und Optik sind natürlich weiterhin toll, aber ich war doch eher underwhelmed. Letztendlich war ich fast froh, dass die Staffel rum ist, vor allem aber, weil Game of Thrones immer so ein auf all meinen Medienkanälen reichlich (und oft unnötig aggressiv) diskutiertes Ding ist und mich das irgendwann echt angestrengt hat.

Grace and Frankie Staffel 1 – Schon wieder eine Netflix-Serie. Die bisherigen waren aber auch oft so gut, dass ich wenigstens mal reinschaue, wenn es eine neue Eigenproduktion bei Netflix gibt. Bei Grace and Frankie steht eine Altergruppe im Mittelpunkt, die sonst medial meist gar nicht oder nur als lustiger Sidekick auftaucht: Menschen im Rentenalter. Grace und Frankie, zwei sehr unterschiedliche Frauen, kennen sich über ihre Ehemänner, die gut befreundet und Arbeitskollegen sind. In der ersten Szene der Serie teilen die beiden Ehemänner mit, dass sie in Wahrheit seit 20 Jahren ein Paar sind und sich nun von den Ehefrauen trennen, damit sie nun, wo endlich das Gesetz geändert wurde, heiraten können. Die beiden zurückgelassenen Ehefrauen bilden eine WG im Strandhaus, das beiden Familien zusammen gehört und versuchen irgendwie mit der  Situation klarzukommen. Die Serie ist mit sehr bekannten Schauspielern besetzt, die ihre Sache auch sehr gut machen. Neben den beiden Ex-Ehepaaren gibt es noch deren Kinder sowie einige weitere Nebenfiguren. Obwohl Grace and Frankie oft als Comedy-Serie beworben wird, gibt es viele Momente, die traurig oder bedrückend sind. Ich würde es insgesamt eher Dramedy nennen. Gerade das Finale der Staffel hat mich mit einem ziemlichen Kloß im Hals zurückgelassen. Trotzdem gibt es auch viele sehr lustige oder rührende Momente. Insgesamt eine wirklich tolle Serie, die mal Einblick in einen ganz anderen Lebensabschnitt gibt (z. B. trifft man sich statt auf Partys oder Hochzeiten auf einer Beerdigung, kämpft mit der modernen Technik oder fürchtet eine gebrochene Hüfte), mit sehr sympathischen Charakteren. Sehr zu empfehlen.

Orphan Black Staffel 3 – Wie auch die vorherigen Staffeln lebt Staffel 3 von der fantastischen Hauptdarstellerin, die auch diesmal wieder dafür sorgt, dass ich die Serie gern weiterverfolgt habe. Storymäßig eiert die Serie leider so ein wenig vor sich hin. Es macht fast den Eindruck, als hätten die Macher nie damit gerechnet, mehr als eine Staffel drehen zu können. So ist die Handlung zwischendurch reichlich wirr, man weiß nicht so richtig, was das Ganze soll und nach 10 Folgen ist man storymäßig zwar irgendwie weiter, aber so richtig viel Entwicklung gab es immer noch nicht. Seit drei Staffeln sind halt irgendwelche bösen Firmen und Regierungstypen hinter den Hauptfiguren her, die aber recht austauschbar erscheinen. Langsam hab ich auch keinen Überblick mehr, welche Firma hinter welcher steckt und wer nun wieder wen warum kontrollieren kann. Für die bereits angekündigte vierte Staffel würde ich mir mal was anderes an Handlung wünschen – Spaß macht die Serie wegen der sympathischen Charaktere und der großartigen Tatiana Maslany nämlich durchaus noch.

Orange ist the new Black Staffel 3 – Was soll ich sagen: Das wirklich Einzige, das ich an dieser Serie bemängeln kann, ist, dass es nur 13 Folgen pro Jahr gibt. Genial geschrieben, großartige, vielschichte, vielseitige Charaktere, toll gespielt, gedreht und musikalisch unterlegt, und im Finale werden immer absolut genial alle Fäden der Staffel zusammengeführt. Die Finalszene mit dem See war so schön, ich hab geheult. Und dazu kommen noch aktuelle Themen wie die unsäglichen Bedingungen in privatisierten Gefängnissen – ohne, dass sich das jemals nach moralischem Zeigefinger anfühlt. Orange is the new Black ist einfach nur ganz große Liebe.

How I met your mother, Staffel 8 + 9 – Nachdem ich aus der Serie ja irgendwann ausgestiegen war, weil es mir alles zu langwierig und zu blöd wurde, hab ich sie, nachdem alle Staffeln nun auf Netflix sind, nun doch mal zu Ende geschaut. Joah. Es gab noch ein paar schöne Momente, das Ende ist allerdings wirklich so unterirdisch scheiße, dass mir das die ganze Serie verleidet.

Supernatural Staffel 10 – An sich ne gute Staffel mit einer grandiosen 200. Folge, das Finale fand ich allerdings blöd, weil die Ereignisse darin einfach eher hätten vorbereitet werden müssen. Außerdem gab es in der Staffel gleich zwei magische Phänomene, mit denen Dean das Kainsmal vielleicht hätte loswerden können, die aber nie untersucht wurden, weil man stattdessen lieber mal wieder das superriskante Ritual of doom durchführen musste. Sowas mag ich ja gar nicht. Aber naja. Mal sehen, was Staffel 11 so bringt.

Sense 8 – Nachdem ich nun die Netflix-Eigenproduktionen so gelobt habe: Sense 8 ist irgendwie einfach nur eine riesengroße Seifenblase mit schöner Optik, aber ohne Inhalt. Zumindestens in den ersten 7 Folgen, danach hab ich aufgegeben. Die Charaktere wirken wie am Reißbrett entworfen und reichlich klischeehaft, in den Folgen passiert 45 Minuten lang eher so gar nix, bevor dann in den letzten 5 Minuten was Spannendes und ein Cliffhanger kommt, damit man dranbleibt. Dass das alles so total international und weltumspannend sein soll und dann alle Englisch mit Klischeeakzent sprechen, hat der Sache auch nicht weitergeholfen. Und auch wenn Optik und Musik wirklich schön sind (und Freema Agyeman umwerfend aussieht) – nee, das is irgendwie nix. Falls mir arg langweilig ist, guck ich die Staffel vielleicht noch zu Ende, aber viel Bock drauf hab ich aktuell nicht. Und: Der Vorspann ist genauso öde wie die Serie.

Spiele

Ich bin nun endlich fertig mit Dragon Age: Inquistion und spiele gerade den zweiten Durchgang. Aber das kommt eher in einen eigenen Blogartikel, bevor dieser hier noch länger wird.

So, uff. Das wars. Jetzt hab ich doch mehr geschrieben als ich wollte, aber nun ja. Liest das überhaupt irgendwer? Ich weiß es nicht. Nächstes Mal dann hoffentlich wieder im kürzeren Abstand und mit weniger vielen Serien.

2 Kommentare

Eingeordnet unter Bücher, Computerspiele, Mediengedöhns, Serien

Rezension: Die Geister des Landes 3 – Aus der Tiefe

Gdl coverTreffen sich ein Werwolf, eine Hexe und eine Juffer im Puff, um die Welt zu retten. Naja, oder zumindestens die Eifel. Und nein, diese Situation ist jetzt keine von mir erdachte Überspitzung, diese Szene gibt es wirklich im dritten und finalen Band der Geister des Landes-Trilogie von Judith C. Vogt. Aus der Tiefe ist schon vor mehreren Wochen erschienen und netterweise habe ich wieder ein Rezensionsexemplar erhalten.

.

Previously on …

Wir erinnern uns: In der Eifel erwachen die Sagengestalten, unheimliche Männer und Frauen ohne Gesicht planen üble Dinge, und die drei Nerds Dora, Gregor und Edi werden von Fiona, die prophetische Träume hat, in all das hineingezogen. Am Anfang von Band 3 sind die vier Jugendlichen bereits ein eingeschworenes Team, auch wenn es immer wieder mal Streit, romantische Zerwürfnisse und anderen Ärger gibt. Und nun ist endlich die Zeit gekommen, um den Gesichtslosen endgültig das Handwerk zu legen oder dabei unterzugehen.

Finale, oooh-ohhhh…

Wenn das Erzähltempo schon in Band 1 und 2 hoch war, so legt die Autorin gerade zu Anfang von Aus der Tiefe nochmal eine ganze Schippe drauf. Im ersten Drittel des Buches überstürzen sich die Ereignisse geradezu und es passieren auch jede Menge Dinge, die ich so wirklich nicht erwartet hätte. Aber da ich hier nichts spoilern will, belasse ich es mal bei diesem vagen Hinweis. Ich WTF-te beim Lesen jedenfalls öfter vor mich hin, aber auf die gute Art und Weise, da die Wendungen zwar überraschend sind, aber dabei trotzdem plausibel und nachvollziehbar bleiben.

In der Mitte des Buchs wird das Tempo dann gedrosselt, die Handlung fächert sich auf und jeder der vier Protagonisten geht seine eigenen Wege. Außerdem passiert, was nach mehreren Monaten, in den die Sagengestalten durchs Land toben, passieren muss – es werden mehr Leute auf das Geschehen aufmerksam. Die vier Jugendlichen sehen sich mit Polizisten, Lehrern, Elternteilen und anderen Erwachsenen konfrontiert, von denen einige Helfer, die anderen eher Hindernisse darstellen. Ich finde es gut, dass diese logische und im Prinzip überfällige Entwicklung im Buch ihren Platz hat, es nimmt aber halt ein wenig die Geschwindigkeit und das „the four of us against the world“-Gefühl raus.

Das Finale findet dann an mehreren Schauplätzen und auf mehreren Ebenen statt. Jede der vier Hauptfiguren hat ihren eigenen Kampf auszufechten. Auch das war irgendwie anders, als ich es im Vorfeld erwartet hatte – ich hatte ja irgendwie mit einem coolen Dora-Edi-Fiona-Gregor-Slow-Motion-Walk in die Zentrale des Bösen gerechnet. Tatsächlich ist im Finale dann jeder erst einmal auf sich gestellt, was mir, als die Erwartungshaltung überwunden war, auch ziemlich gut gefallen hat. Es gibt also nicht den einen großen Showdown, sondern es passiert an verschiedenen Schauplätzen ziemlich viel, es gibt Action und Drama und am Ende dann doch – so viel sei verraten – ein ziemliches Happy End.

Durch die vier parallel ablaufenden Handlungsstränge musste ich tatsächlich, als ich das Buch zuklappte, erstmal kurz durchatmen und im Kopf sortieren, was im Finale nun alles passiert ist. Da geht es nämlich wirklich drunter und drüber. Wie ich das Ende nun finde? Da bin ich etwas zwiegespalten – einerseits freut es mich für die Charaktere, mit denen ich 3 Bücher lang mitgefiebert habe, dass alles am Ende doch gut wird, andererseits steh ich ja eher auf Enden, in denen eben nicht alles gut ist. Also wenns nach mir gegangen wäre, hätte das Ende ruhig noch etwas weniger glücklich sein können. Aber andererseits ist die Trilogie ja auch eine Jugendbuchreihe und vielleicht sieht die Zielgruppe das dann eben doch sehr viel anders als ich.

Apropos Jugendbuch: Nach wie vor finde ich, man kann die 3 Bücher auch als Erwachsener wunderbar lesen, weil es einfach nicht so wahnsinnig viele Dinge gibt, die man mit 16 vielleicht toll, mit 30 aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit scheiße findet. Es gibt keine „sie ist so toll und jeder liebt sie, aber sie merkt gar nicht, welchen Einfluss sie auf ihre Umwelt hat“-Protagonistin (ja, weibliche Form, in männlich kenn ich sowas gar nicht), es gibt zwar Liebeskuddelmuddel, aber kein Love Triangle, das sich über 3 Bände zieht. Und trotzdem sind die vier Hauptfiguren ganz unverkennbar noch sehr jung, was zum Glück aber eher amüsant als irgendwie nervig ist.

Wunderbares Lieblingszitat hierfür:

„Er war so verwegen, dass er auf ihre Schuhspitzen statt auf seine eigenen starrte.“

Etwas verschwommen, aber: Da steht mein Name :)

Etwas verschwommen, aber: Da steht mein Name 🙂

Last but not least ist da natürlich der Nerd-Content. Der ist auch im finalen Band wieder reichlich vorhanden, auch wenn die vier selbsternannten Helden nun wirklich keine  Zeit mehr haben, Rollenspiel zu machen. Das Buch geht schon sehr gut damit los, dass eins meiner Lieblingszitate aus Doctor Who als Einleitung verwendet wird (auch wenn – Achtung supernerdklugscheißen – „A good man goes to war“ in der Serie nicht von River zitiert wird). Auch im Rest des Buches wimmelt es vor nerdigen Zitaten und Anspielungen, was mich beim Lesen mehr als einmal schmunzeln ließ. Außerdem entdecken die 4 Nerds auch immer mehr das Internet für sich und weiten den Kampf gegen die Unscheinbaren auf die sozialen Medien aus. Highlight des ganzen Online-Krams war es natürlich, meinen eigenen Twitternamen im Buch zu entdecken! Ich hatte schon völlig vergessen, dass Judith mal gefragt hatte, wer sich denn freiwillig meldet, um erwähnt zu werden. Insofern war das eine schöne Überraschung beim Lesen 🙂 .

Wunderbares Lieblingsnerdzitat:

„Später. Später irgendwann, so, wenn alles in die Luft fliegt und wir an vereisten Klippen hängen. Dann sage ich: Ich liebe dich! Und sie sagt: You know nothing, Gregor Unger!“

Fazit

Es gilt, was eigentlich auch schon für Band 1 und 2 galt: Die Geister des Landes ist unterhaltsame und spannende Lektüre, von Nerds für Nerds und mit vielen interessanten Einblicken in die Sagenwelt der Eifel. Aus der Tiefe ist ein gelungener Abschluss der Trilogie – und ein bisschen traurig war ich schon, dass ich mich nun von Dora, Gregor, Edi und Fiona verabschieden muss.

Vielen Dank an Judith C. Vogt und den Ammianus-Verlag für das Rezensionsexemplar.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bücher, Rezension, Uncategorized

Gelesen: Bücher im April

Na gut, einen Teil der Bücher hab ich auch noch  in der ersten Mai-Woche zu Ende gelesen. Aber da wollen wir ja mal nicht so sein, oder?

Margaret Atwood – The Year of The Flood

Abweichend von meiner Annahme in der Rezension zu Oryx and Crake handelt es sich tatsächlich nicht um eine Vorgeschichte zu letzterem, sondern spielt mehr oder weniger zeitgleich. Thematisiert wird diesmal nicht das Leben in den abgeschotteten Wohnräumen der Reichen, sondern das in den „Pleeblands“, also quasi den Ghetto-Bezirken. Im Vordergrund steht die Religionsgemeinschaft „God’s Gardeners“, die versuchen, mit den immer knapper werdenden Ressourcen der Erde klarzukommen und sich trotzdem rein pflanzlich zu ernähren und möglichst umweltfreundlich zu leben. Hauptfiguren sind diesmal zwei Frauen, die – wie schon Snowman in Oryx and Crake abwechselnd aus ihrer der Vergangenheit und der Gegenwart erzählen. Beide Charaktere sind auch wieder wirklich gut gezeichnet, zudem gibt es jede Menge interessante Nebenfiguren. Und tatsächlich gibt es auch Überschneidungen mit Personen aus Oryx and Crake, sogar mehr, als man am Anfang vielleicht denkt.

Auch dieses Buch habe ich wieder gern gelesen. Jedes Kapitel beginnt erstmal mit einer zitierten Predigt des Vorstehers der Regligionsgemeinschaft, die waren zwar auch immer recht interessant und manchmal sehr komisch, weil da irgendwelche Fakten wild durcheinandergeworfen wurden. Trotzdem muss ich gestehen, dass ich sie manchmal nur quergelesen habe, weil ich wissen wollte, wie es mit der eigentlichen Geschichte weitergeht. Ein bisschen traurig bin ich schon, dass das Buch nicht die Vorgeschichte darstellt, sondern zeitgleich spielt, denn ich hätte schon gern gewusst, wie die Welt so geworden ist, wie sie zu Anfang des Buches ist. Aber egal. Trotzdem eine klare Leseempfehlung für alle, die Dystopien mögen und Bücher ohne großen Actionanteil trotzdem gut finden.

Der dritte Teil der Reihe, Maddadam, liegt auch schon auf dem Lesestapel.

Zitate:

„Glenn used to say the reason you can’t really imagine yourself being dead was that as soon as you say, ‚I’ll be dead,‘ you’ve said the word I, and so you’re still alive inside the sentence. And that’s how people got the idea of the immortality of the soul – it was a consequence of grammar.“

„Maybe sadness was a kind of hunger, she thought. Maybe the two went together.“

Judith C. Vogt – Die Geister des Landes II: Gesichtslos

Weiter geht es mit den Abenteuern von Fiona, Gregor, Dora und Edi in der Eifel. Teil II knüpft mehr oder weniger nahtlos an den ersten Teil an (zu dem habe ich hier schon ausführlich geschrieben). Weiterhin ist die Sagenwelt der Eifel in Aufruhr und die vier Jugendlichen müssen zu retten, was zu retten ist. Diesmal gibt es gefühlt noch mehr mystische Wesen, außerdem einen Ausflug ins nächtliche Aachen auf der „anderen Seite“ sowie weiterhin sehr viel Action, lebendige Dialoge und ein hohes Tempo. Dabei bleibt aber das Persönliche nicht auf der Strecke, denn erstens geht der Kampf gegen die Monster nicht spurlos an den Charakteren vorbei und zweitens gibt es natürlich auch wieder ein bisschen Liebesdrama. Obwohl ich auf sowas eigentlich gut verzichten kann, schafft es Judith aber, dass ich mich wirklich brennend dafür interessiere, wer am Ende nun bei wem landet. Außerdem muss ich die Sexszene des Buches absolut loben: Die ist irgendwie ein bisschen unbeholfen, gleichzeitig aber schon irgendwie romantisch – und es wird auch nicht das Thema Verhütung einfach mal ausgeblendet, sondern die beiden benutzen ein Kondom. Danke dafür!

Teil 3 der „Geister“ ist leider noch nicht erschienen – ich warte sehr gespannt darauf, wie es weitergeht.

Zitate:

„Die Stimme in Fionas Traum sagte so nah an ihrem Ohr, dass sie seinen kalten Atem spüren konnte: „Ich habe alle Antworten, die du sucht. Und dafür verlange ich nur einen Tanz.“

Ken Grimwood: Replay – Das zweite Spiel
(deutsch von Norbert Stöbe)

Ein Science Fiction-Roman aus dem Jahr 1988, den ich zum Geburtstag geschenkt bekommen habe. Ich hatte noch nie davon gehört, es ist aber wohl ein recht bekanntes Buch und soll angeblich auch die Inspiration zum Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“ gewesen sein. Was passiert? Ein Mann stirbt im Jahr 1988 und sein Bewusstsein wird 25 Jahre in die Vergangenheit geschleudert, so dass auf einmal wieder am College ist, sich aber an alles erinnert.  Es geht im Buch dann darum, was er mit der Situation anfängt und was er aus seinem „zweiten Leben“ macht – allerdings passiert auch noch mehr, aber ich will das lieber nicht so genau verraten.

Die Thematik des Buches ist interessant, allerdings hat es mich nicht so richtig mitgerissen. Der Schreibstil ist sehr sachlich und es wird mehr beschrieben als erzählt. Auch die Charaktere sind zwar nicht unsympathisch, richtig nahe gekommen bin ich ihnen aber auch nicht. Gerade gegen Ende des Buches werden manchmal ganze Monate und Jahre einfach ein ein oder zwei Absätzen zusammengefasst. Das hat mir nicht so gut gefallen. Interessant ist das Buch durchaus. Ach ja: Wenn ihr die deutsche Ausgabe von 2005 (Taschenbuch) lesen solltet: Diese enthält ein Vorwort, was intelligenterweise den kompletten Inhalt des Buches spoilert *facepalm*. Also schnell überspringen.

Angelika Klüssendorf: Das Mädchen

Aufmerksame Leser erinnern sich – vor einer Weile war ich bei einer Lesung von Angelika Klüssendorf, bei der sie aus April, dem Nachfolger von Das Mädchen gelesen hat. Danach habe ich mir das erstmal den ersten Teil bestellt, weil es April auch noch nicht als Taschenbuch gibt. Das Mädchen ist ein sehr kurzer Roman und thematisiert die Kindheit eines Mädchens in der DDR, mit prügelnder und trinkender Mutter, abwesendem Vater, Kinderheim und anderen unschönen Sachen. Die Geschichte ist zumindest teilweise autobiographisch. Der Schreibstil ist sehr nüchtern und betrachtet das Mädchen, das nicht einmal einen Namen hat, stets auf einige Entfernung. Trotzdem kann man beim Lesen sehr viel Verständnis für den Charakter aufbauen. Es gibt hier keine große Handlung, keine Wunder, die irgendwie geschehen und die Protagonistin retten, und genau deshalb gefällt mir das Buch ziemlich. Es liest sich schnell weg, die Sätze sind klar und einfach. Aber es bleibt im Gedächtnis und ruft trotz der nüchternen Wortwahl bei mir Bilder im Kopf hervor.

Zitate:

„Das Herz pocht ihr den Hals herauf, sie schließt die Augen, eigentlich will sie nur davonkommen, und manchmal gelingt es ihr.“

Manchmal hebt sie einen Stein auf, trägt ihn ein paar Schritte bei sich, doch dann muss sie zurückgehen – in  ihrer Vorstellung hat sie den Stein seiner Familie entrissen, deshalb muss sie ihn an genau die Stelle zurücklegen, wo sie ihn gefunden hat.“

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bücher, Rezension

Rezension: Die Geister des Landes I – Das Erwachen

coverMan nehme: Beschauliche Orte in der Eifel, alte Sagen, eine Portion Fantasy und vier mehr oder weniger nerdige Teenager. So oder so ähnlich könnte man wohl die Zutaten beschreiben, aus denen Judith C. Vogt ihre Jugendbuchreihe Die Geister des Landes gebastelt hat. Erschienen sind bisher Teil 1 (Das Erwachen) und Teil 2 (Gesichtslos). Netterweise hat Judiths Verlag mir ein Exemplar des ersten Bandes zur Verfügung gestellt, auf dass ich euch nun mit dieser Rezension erfreue. Vielen Dank dafür!

Inhalt

Die 17-jährige Fiona hat seltsame Träume von mysteriösen Gestalten, die das Umland unsicher machen. Umso schlimmer ist es, dass ihre nächtlichen Visionen sich zunehmend als wahr erweisen und in der Eifel seltsame Dinge vor sich gehen. In ihrer Verzweiflung wendet sich Fiona an drei ihrer Mitschüler, die daraufhin versuchen, die außer Kontrolle geratene Sagenwelt wieder in Ordnung zu bringen. Die drei Nerds Doro, Gregor und Edi schlagen sich mit Sumpfmonstern, Fisch-Zombies und unheimlichen Pilzen herum, während ihre Familien sich langsam fragen, was die drei eigentlich ständig im Wald machen und wieso sie so oft völlig lädiert nach Hause kommen. Nach und nach stellt sich heraus, dass etwas Größeres hinter den Vorkommnissen steckt. Fiona, die eigentlich mit ihren drei Verbündeten gar nicht so viel zu tun haben wollte, gerät immer tiefer in die Geschehnisse. Im Laufe des Buches gesellen sich neue Verbündete, aber auch neue und noch gefährlichere Gegner hinzu. Am Ende steht schließlich ein Showdown, der sehr spannend und dramatisch daherkommt; spätestens da konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Bei all der Action kommen aber auch die persönlichen Beziehungen zwischen den Figuren nicht zu kurz. Was wäre auch eine Gruppe von vier Teenagern ohne ein bisschen Liebesdrama?

Obwohl das Buch unter Jugendliteratur läuft, hatte ich beim Lesen doch das ein oder andere Moment ein Gruselgefühl, vor allem bei gewissen schwer wiederzuerkennenden Personen (wers gelesen hat, weiß, was ich meine). Und es geht auch alles andere als zimperlich zu. Oft kommen die Protagonisten nur ganz knapp mit der geistigen und körperlichen Gesundheit davon.

Das Buch hat, obwohl es der erste Band einer Trilogie ist, durchaus erstmal ein abgeschlossenes Ende – danach folgt aber noch ein Epilog, der definitiv neugierig auf Teil 2 macht.

Sprache

Ein bisschen ist „Das Erwachen“ schon ein Buch von Nerds für Nerds – jedenfalls tauchen an allen Ecken und Enden Anspielungen auf Bücher, Serien und Filme auf, die ein Leser, der Gefallen an Jugendlichen beim Kampf gegen wildgewordene Sagengestalten findet, tendenziell kennt. Noch dazu sind fast alle Protagonisten – so wie die Autorin selbst auch – Rollenspieler, so dass es auch hin und wieder eine Szene am DSA-Spieltisch gibt. Dazu kommen diverse Frotzeleien und Zickereien zwischen den Figuren. Insgesamt, und darauf kommt es ja an, nimmt man den Personen ihre Sprache ab. Klar, es sind Teenager und daher ist der ganze Stil eher flapsig-jugendlich gehalten, gerade das macht aber die Geschichte auch aus. Generell ist das Buch sehr dialoglastig, es wird so gut wie alles in Gesprächen zwischen den Figuren erzählt, ergänzt von etlichen Actionszenen und einigen ruhigen Momenten. Mir hat das aber durchaus gefallen, da man oft das Gefühl hat, mit den vier wild diskutierenden Leuten am Tisch zu sitzen. Und in den Szenen, wo es um Leben und Tod geht, ist dann auch Schluss mit doofen Sprüchen.

Interessant fand ich den erzählerischen Kniff am Anfang: In der ersten Szene des Buches beschließt Fiona, ihre nerdige Mitschülerin Doro um Hilfe zu bitten  – in der nächsten Szene sind Doro, Gregor und Edi schon seit Wochen dabei, Fionas Träumen nachzugehen. Hier wurde das ganze Prozedere, wie genau es dazu kam, einfach ausgelassen. Vielleicht etwas ungewöhnlich, aber dadurch, dass Fiona zu diesem Zeitpunkt noch gar kein Teil des Freundeskreises ist, verpasst man keine Charakterentwicklung.

Erster Satz

„Die Hunde bellten gegen die harte Winterluft an.“

Zitate

„Du brauchst gar nicht so zu glotzen, Gollum.“

„Es ist okay, sich zu fürchten, aber es ist nicht okay, davonzulaufen!“

„Und in der Schule warteten ihre neuen Freunde auf sie. Buffy und ihre aufgedrehten Kollegen.“

Empfehlung?

Ich habe ja keine Ahnung von Jugendbüchern und deren Freigabe, es steht auf dem Buch auch keine Altersempfehlung drauf. Manche Szenen (vor allem die mit Dora am Henzenloch und die mit Fiona am Computer) fand selbst ich beim Lesen relativ übel und ich habe keine Ahnung, ab welchem Alter man das lesen sollte oder dürfte. Davon abgesehen, würde ich das Buch auf jeden Fall empfehlen – es ist spannend und liest sich sehr schnell weg, die vier Hauptfiguren sind gut geschrieben und es gibt auch immer wieder etwas zu lachen. Mit Protagonisten, die sozusagen „Held wider Willen“ sind, kann ich sowieso immer etwas anfangen. Wenn man mit jugendlichen Protagonisten und einem ebensolchen Schreibstil nichts anfangen kann, sollte man vielleicht eher nicht zugreifen. Leute, die in der Eifel wohn(t)en und die beschriebenen Orte und Geschichten kennen, haben vermutlich noch mehr Freude an der Geschichte – ich zumindest finde es immer super, wenn in einem Buch Örtlichkeiten auftauchen, die ich selber schon besucht habe. Aber für alle Nicht-Kenner der Eifelmythen gibt es hinten im Buch auch noch eine Sammlung der wichtigsten Sagengestalten.

Generell also Daumen hoch – ich les dann bald mal den zweiten Teil.

Für alle, die jetzt interessiert sind: Eine Leseprobe gibt es hier. Außerdem wurde „Das Erwachen“ vom Hochschulradio Aachen als Hörbuch vertont.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bücher, Rezension, Rollenspiel, Uncategorized

Meanwhile.

Ich dümpele so ein wenig vor mich hin. Gerade liegt nicht so schrecklich viel an, irgendwie. Im Büro ist es zur Abwechslung mal recht entspannt, es ist freizeitmäßig aktuell nichts Großes geplant. Bald habe ich Urlaub, und es wird auch Zeit. Aktuell träume ich davon, wie schön es wird, eine Woche lang auszuschlafen und ein bisschen durch Hamburg zu tüddeln und all sowas. Fun fact: Immer, wenn ich so einen Urlaub vorhatte, war ich dann den ganzen Urlaub krank, entweder mit fetter Erkältung oder Migräne of doom. Ich hoffe sehr, dass es diesmal anders wird.

Ansonsten plagten mich nach der HeinzCon auf einmal Zahnschmerzen, etwas, was ich noch nie im Leben hatte. Also gleich Montag nach der Con zum Zahnarzt, hurra. Am Ende war dann alles halb so schlimm – habe wohl im Schlaf mit den Zähnen geknirscht (was ich noch nie hatte, allerdings kann ich mir gut vorstellen, dass ich meinen Kiefer in den scheißunbequemen Betten auf der Con verlegen habe), besitze deswegen nun eine tolle Schiene, die ich nachts tragen soll (aktuell arbeite ich noch dran, mit dem unbequemen Ding einschlafen zu können) und außerdem waren da noch 2 kleine Löcher, die dann vor 2 Wochen mit Füllungen versehen wurden. Auch eine Premiere für mich. War zum Glück aber nicht schmerzhaft, nur dass ich fast an einer dieser Watterollen erstickt wäre, ehe der nette (und sehr gut aussehende * hust* Zahnarzt sie aus meinem Rachen fischte), war weniger schön.

Im Moment bin ich mal wieder mit der Gesamtsituation irgendwie unzufrieden. Ich schlafe zwar unter der Woche jede Nacht 7-8 Stunden, bin aber trotzdem permanent un-glaub-lich müde und komme morgens kaum aus dem Bett. Nach der Arbeit ist mein Kopf wie aus Watte und nachdem ich neulich die eine Kurzgeschichte fertiggestellt habe, ist nichts Neues an kreativem Output zustandegekommen. Mir fällt es montags immer so extrem auf – wenn ich zur Arbeit gehe, ist mein Kopf vom Wochenende frisch und erholt und ich hätte tausend Ideen, was ich machen könnte. Das Gefühl hält so ungefähr bis zur ersten Mittagspause der Woche an, maximal bis Feierabend. Danach bin ich wieder müde, ausgelaugt und erschöpft. Mir fällt immer mehr auf, dass die ganze Arbeitsumgebung mich sooo derartig stresst. Es ist hier immer laut. Telefonklingeln alle paar Minuten, Klingeln an der Tür, Telefongespräche von meinen 2 Kolleginnen und dem Chef im Nebenraum, die lauten Schubladen des Aktenschranks, das Geräusch des wählenden Faxgeräts, der Kopierer, der Drucker, der knarzende Parkettboden, wenn da jemand drüberläuft (vor allem meine Chefin mit Absatzschuhen) und vor der Tür dann noch die vierspurige Straße. Und während all dem sitzt man da mit nem Knopf im Ohr und muss Diktate schreiben. Ich bin manchmal kurz davor, auszurasten, weil es hier einfach NIE still ist, nicht mal in der Mittagspause (siehe Eintrag von neulich), ich NIE mal eine Tür zumachen und einfach 2 Stunden in Ruhe was arbeiten kann. Und dazu kommt dann täglich noch eine Stunde mindestens, die ich in lauten, überfüllten Bahnen und Bussen verbringe. Es ist zum Kotzen.

Zu angenehmeren Dingen – in der Hoffnung, mich selber nochmal mehr zum Schreiben zu motivieren, hab ich – siehe auch rechts in der Leiste  – mir ein weiteres Blog für Schreibdinge angelegt, das den schönen Titel Wortstroh trägt. Da werde ich hoffentlich demnächst auch mal wieder was schreiben.

Außerdem kommt hier bald eine Rezension zu Judith C. Vogts Roman „Die Geister des Landes“, Teil 1. Den hat sie mir nämlich netterweise als Rezensionsexemplar überlassen.

Aktuell lese ich gerade ein weiteres Rezensionsexemplar, nämlich „Drachenväter“, ein Buch über die Geschichte des Rollenspiels, das per Crowdfunding finanziert wurde. Extra dafür – und für mehrere andere Bücher, die ich nur in elektronischer Form besitze – habe ich mir nun doch mal einen Ebook-Reader gekauft. Natürlich hab ich extra den genommen, der angeblich besonders augenfreundlich ist, da ich ja vom Lesen am Bildschirm immer schnell Kopfschmerzen bekomme (meine Wahl fiel auf den Sony PRS-T3). Bisheriges Fazit: Schmerzende Augen und Kopfweh nach 10-15 Minuten lesen. Suuuuper :/. Und dafür hab ich dann jetzt über 100 Euro ausgegeben. Aber es hilft ja nix, ich werd trotzdem weiterlesen, da ich das Buch sonst gar nicht lesen kann. Vielleicht gewöhnt man sich ja noch daran. Begeistert bin ich aber nicht bislang.

Neues von der Seriensucht: Bis auf die letzte Folge hab ich die neue Musketier-Serie von der BBC jetzt komplett gesehen und für sehr unterhaltsam befunden. In den Plotlöchern der Folgen könnte man zwar bisweilen eine ganze Kompanie an Musketieren versenken, aber die Charaktere sind  ziemlich cool gemacht und gut gespielt und es gibt irgendwie auch recht viele untypische und coole Frauencharaktere. Und naja, die Optik ist halt suuuper. Unglaublich tolle Rüstungen, Waffen und Männer mit Bärten – und die Paris-Kulissen sind auch toll. Freu mich da jedenfalls schon auf die zweite Staffel. Ansonsten hab ich gerade die 1. Staffel von „Orange is the new black“ gesehen. SEHR großartige Serie mit umwerfendem Cast, die zudem auch super geschrieben ist. Ganz große Empfehlung. (Übrigens auch ein wunderbarer Vorspann.) Nun geht es direkt mit der nächsten Netflix-Serie, nämlich „House of Cards“ weiter, da hab ich seit Sonntag irgendwie auch schon die ersten 6 Folgen gesehen. Auch ne feine Sache. Lustigerweise weiß ich gar nicht so richtig, was die Serie mir eigentlich genau erzählen will. Aber es macht Spaß, zuzusehen, vor allem da sie weder eine klare Identifikationsfigur hat noch irgendwelche Dinge groß bewertet. (Ähnlich wie „Girls“…ach, davon hab ich auch Staffel 3 gesehen.) Und „Vikings“ läuft auch wieder und ist wieder toll. Und Sonntag geht auch endlich „Game of Thrones“ weiter. 🙂

Rollenspiel wird natürlich auch noch betrieben. Wir haben nach 2,5 Jahren jetzt fast den ersten Band der Königsmacherkampagne hinter uns. Leider verlässt uns einer der Mitspieler, da er berufsbedingt nach Süddeutschland zieht. Sehr schade. In Zukunft also leider weniger Zwergensprüche aus dem Horasreich. Vermutlich legen wir dann nach seinem Ausstieg auch erstmal eine Horasreichpause ein und spielen „Schwingen aus Schnee“ und „Der Unersättliche“ – und natürlich weiter die Lamea-Kampagne. Da hatten wir neulich mal wieder den Beginn eines neuen Jahres und hängen jetzt der Horasreichgruppe nur noch 4 Jahre hinterher *gg*.

So. Genug aus meinem langweiligen Leben erzählt.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bücher, blabla, DSA, Graaaah!, Serien