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Mediengedöhns im April 2017

Der zweite Mai, ein sehr montagiger Dienstag … Zeit, mal wieder über Bücher und Filme und Serien zu schreiben.

Bücher

Schon im Februar gelesen und letztes Mal total vergessen: The Martian. Das hatte ich schon vor einer ganzen Weile geschenkt bekommen und habe es dann in der Hoffnung auf eine gut runterlesbare Nebenherlektüre angefangen, als der Umzug bevorstand. Und tatsächlich las es sich auch gut und recht schnell so weg. Die Story sollte inzwischen ja vermutlich bekannt sein – Mark Watney strandet bei einer Marsmission auf dem Mars, als er versehentlich von seinem Team zurückgelassen wird, und muss dann irgendwie überleben, bis ihn irgendwer wieder abholen kann. Was ich am Buch gut fand, waren die offenbar sehr gut recherchierten und auch für Wissenschaftsdeppen wie mich gut aufbereiteten Fakten, Umstände und Methoden, mit denen Watney da so vor sich hin überlebt. Auch was parallel dazu auf der Erde so passiert, wo quasi die ganze NASA daran arbeitet, ihn zurückzuholen, ist ganz spannend. Nicht so glücklich war ich mit der Ausarbeitung der Charaktere, da bleibt viel nur an der Oberfläche, gerade in Anbetracht der Umstände, was alles passiert. Sowohl bei den Schlüsselfiguren auf der Erde als auch bei Watneys Crew hätte ich mir da ein bisschen mehr gewünscht. Und Watney selber …. naja. Sagen wir mal, ich war sehr froh, als der zweite Handlungsstrang auf der Erde einsetzte, weil der Typ mit seiner selbstherrlichen, übertrieben lustigen, Schaut-her-ich-bin-so-ein-cooler-Wissenschaftsnerd-Art mir nach 50 Seiten schon richtig auf die Nerven ging. Dadurch war das Buch zwar schon spannend, aber emotional mitgenommen hat es mich gar nicht. War vielleicht auch nicht der Sinn der Sache. Egal. Jedenfalls schon ein interessantes Buch mit einem gut durchdachten Gedankenexperiment, aber jetzt nix, was ich nochmal lesen würde. Vielleicht schau ich mir mal den Film dazu an.

Dann hab ich noch American Gods gelesen, wobei das ein Re-Read war. Ich hatte das Buch vor ungefähr 10 Jahren auf deutsch gelesen, wusste aber nicht mehr allzu viel von der Handlung, deswegen habe ich zusammen mit ein paar Leuten auf Twitter zur Vorbereitung auf die Serie, die seit gestern läuft, nochmal einen zweiten Lesedurchgang (diesmal auf Englisch) gestartet. Ich war dann auch echt erstaunt, wie viel von den ganzen Sachen, die da passieren, ich nicht mehr wusste. Jedenfalls ist American Gods immer noch ein hochinteressantes Buch voller cooler und verschrobener Figuren, Ideen und Dialoge. Tatsächlich nicht mal mein Lieblingsbuch von Gaiman, aber schon verdammt gut. Die erste Folge der Serie fand ich auch absolut gelungen.

Und dann noch das zweite Buch, das ich zur Vorbereitung auf die anlaufende Serie gelesen habe: The Handmaid’s Tale von Margaret Atwood. Die Autorin kannte ich ja schon von der von mir sehr geschätzten Madaddam-Trilogie, die zu den besten Sachen gehört, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Und auch unter dem irgendwie irreführenden Titel, der eher nach irgendeiner historischen Schmonzette klingt, verbirgt sich eine absolut krasse Dystopie, die mich beim Lesen irgendwie echt fertig gemacht hat. Wenn man wissen will, worum es geht – vielleicht einfach mal den Trailer zur Serie anschauen. Jedenfalls ist das Buch auch unglaublich gut geschrieben, gerade auch durch die Art und Weise, wie Offred als Erzählerin mit ihrer eigenen Erzählung hadert und sich gelegentlich selbst berichtigt, zwischen Erinnerung und Gegenwart hin- und herspringt und sich immer wieder selbst ermahnen muss, weiterzusprechen. Das Einzige, was ich nicht unbedingt gebraucht hätte, ist der Epilog, der eine fiktive historische Einordnung der Erzählung ca. 150-200 Jahre nach den Geschehnissen vornimmt. Das war zwar ganz cool, ich hatte aber ein wenig das Gefühl, dass das Buch vielleicht noch besser gewirkt hätte, wenn man das eigentliche Ende einfach so stehengelassen hätte (und vielleicht würde man das heute auch so machen, wenn das Buch jetzt neu geschrieben würde). Ich fand es jedenfalls krass, wie aktuell das Buch ist. Es wurde 1985 geschrieben, in dem Jahr, in dem ich geboren wurde. 32 Jahre später sind wir immer noch längst nicht soweit, dass man sagen könnte „ach, sowas kann ja in Wirklichkeit nicht passieren“. Im Gegenteil, der beschriebene Umbruch der Gesellschaft von den modernen USA in eine religiöse und unterdrückende Diktatur wirkt auf mich so, als könnte er aktuell genauso passieren. Keine sehr erbauliche Lektüre, insgesamt, aber in den aktuellen Zeiten umso wichtiger.

Filme und Serien

Ich war zweimal im Kino seit dem letzten Mediengedöhns, deswegen werden jetzt beide Filme hier erwähnt, auch wenn der zweite schon am 01.05. war. Aber bis Ende Mai hab ich ja alles wieder vergessen.

Der erste Kinobesuch war Ghost in the Shell. Ich muss dazu sagen, dass ich den Anime-Film und die Serie nicht kenne und den Film also ohne Vergleichsmöglichkeit zu den älteren Sachen gesehen habe. Generell fand ich ihn nicht schlecht, aber auch nicht gerade bahnbrechend gut. Das liegt glaube ich daran, dass das Thema künstliche Menschen, Androiden und die Frage nach dem Unterschied zwischen „künstlichem“ und „echtem“ Leben aktuell in recht vielen Serienfilmenbüchern behandelt wird, und zwar fast durchgehend tiefgreifender als in dem vor allem auf Optik und Action ausgerichteten Ghost in the shell. Dafür war die Optik halt auch wirklich super, Scarlett Johannson kann ich mir eh immer anschauen und der Film war schon gut gemacht. Wobei der Plot halt aus dem Trailer komplett ersichtlich war und keine Überraschungen whatsoever bereit hielt, das hätte man schon ein bisschen besser machen können. Dafür war das Wenige, was man so von dem Setting der fiktiven Welt mitbekommt, ziemlich cool und machte irgendwie Lust auf mehr Informationen darüber. Insgesamt kein superguter Film, aber ganz unterhaltsam und schön anzusehen.

Gestern war ich dann im Kino zu Guardians of the Galaxy Vol 2. Den ersten Teil hatte ich vor zwei Wochen nochmal auf BluRay geschaut und weiter für sehr unterhaltsam und gut befunden, auch wenn mir beim ersten Schauen im Kino irgendwie der völlig alberne und gesichtslose Bösewicht Ronan gar nicht so negativ aufgefallen war wie jetzt beim zweiten Gucken. Der liefert sich echt einen Wettstreit mit Malekith aus Thor 2 um den lamesten Marvel-Bösewicht ever. Aber egal, er ist ja auch eigentlich nur wichtig, um den Guardians wen zu geben, der sie zusammenschweißt. Jedenfalls nun: Teil 2. Nach dem Trailer hatte ich ja ein bisschen Sorge, dass der Film zu übertrieben vollgestopft mit Witzen und absurden Actionszenen sein würde, und tatsächlich gibt es auch eine sehr hohe Dichte an Gags und Punchlines und absurden Situationen, die ich in der Konzentration nicht unbedingt gebraucht hätte. Aber es ist noch nicht so viel, dass es mich gestört hat, und tatsächlich gibt es auch immer wieder einige ruhige Momente und der Film kommt – im Rahmen eines MCU-Films – doch mit ein paar überraschenden Charaktermomenten um die Ecke. Das liegt vor allem daran, dass er einige ungewöhnliche Figurenkonstellationen zusammenstellt, als sich die Guardians längere Zeit trennen, so dass z. B. Rocket und Yondu oder Drax und Mantis (ein neuer Charakter) länger miteinander interagieren. Generell mag ich es ja gerne, wenn auch so knallbunte Actionfilme noch ein gewisses übergreifendes Thema haben, und das hat Guardians 2 auf jeden Fall: Es geht um Familie. Die, die man hat, die die man neu findet und die, von der man sich lossagen muss. So ungefähr. Neben Peter Quill, der nun endlich seinen Vater kennenlernt und Gamora und Nebula, die sich wiedertreffen, gibt es noch diverse weitere Konstellationen, wie die große brutale „Familie“ der Ravager und nicht zuletzt natürlich auch die Guardians-Crew selber, die mit Baby Groot auch noch quasi ein (sehr niedliches) Kleinkind-Äquivalent dabei hat. Nun ist das Thema nicht gerade neu, auch nicht für Marvel und das MCU, aber es funktioniert für mich sehr gut. Okay, ich habe auch einfach eine Schwäche für bunte, leicht dysfunktionale (Ersatz-)Familien, aber für mich hat der Film es einfach, wie schon beim ersten Teil, geschafft, mich mitzunehmen und emotional genug zu involvieren, so dass ich am Ende des Films mal wieder dezent tränenüberströmt in meinem Kinosessel hing. Auch sonst hat der Film viel von dem wiederholt, was der erste Teil schon gut gemacht hat: Coole Musikauswahl, gute Actionszenen, großartige bunte Optik. Da gab es wirklich nix zu meckern, allein der Abspann war schon unglaublich witzig und liebevoll gemacht. Außerdem hat mir gut gefallen, dass das Ungleichgewicht zwischen weiblichen und männlichen Charakteren in diesem Film wenigstens etwas weniger stark ist – neben Gamora, die im ersten Teil noch mehr so ein Smurfette-Dasein fristete, sind diesmal Nebula und Mantis dabei, letztere ist auch in erfrischender Abwechslung nicht noch eine dritte Meisterassassinin, sondern eine leicht sozial inkompetente Empathin, was ich ganz entzückend fand (vor allem im Zusammenspiel mit Drax). Okay, dass die ungefähr 200 gezeigten Ravager wieder alles nur Typen sind, hätte jetzt nicht sein müssen, ebensowenig wie die ausschließlich weiblichen Androiden-Nutten, aber nun gut, irgendwas zu meckern gibt es ja immer. Insgesamt hatte ich jedenfalls viel Spaß mit dem Film.

Ich ärgere mich ja bei wenigen Filmen darüber, sie nicht im Kino gesehen zu haben, aber der nächste war so einer: Mad Max – Fury Road ist endlich auf Netflix und ich habe ihn inzwischen gesehen. Und oh Mann, muss der im Kino auf der großen Leinwand gerockt haben. Ich hatte den Film damals nicht im Kino gesehen, weil ich den Trailer sah und nur so dachte „weee teee eff, was soll das bitte sein??“. Und ich muss auch sagen, dass ich beim Film selber ein wenig gebraucht habe, um mich darauf einzulassen, dass da jetzt ein Haufen komischer bleicher Typen, die aussehen wie vom Cover der nächstbesten Black Metal-Platte entsprungen, mit abstrusen Fahrzeugen und Flammenwerfern und Musikinstrumenten durch die Wüste fahren und sich gegenseitig abmetzeln. Aber sobald dann der eigentliche Plot mit Furiosa und den befreiten Frauen anfing, war ich sehr on board. Okay, ehrlich gesagt konnte ich mit Max nicht so viel anfangen, weil für mich Furiosa und die anderen Frauen und Nux so die Helden des Films waren, aber er hat auch nicht gestört. Und überhaupt, Furiosa. Was für ein großartiger Charakter, und toll gespielt. Insofern: Sehr cooler Film, bin froh, dass ich den endlich gesehen habe.

Kommen wir zu den Serien:

Da war einmal die zweite Staffel von Colony. Immer noch eine Serie, die fast niemand kennt, obwohl sie fantastisch gut ist. Soweit ich weiß, läuft sie aber in Deutschland auch auf gar keinem Sender. Sehr ätzend. Die zweite Staffel macht jedenfalls genau da weiter, wo die erste aufhört, mitten im von Aliens besetzten L. A. und der Familie Bowman, die irgendwo mitten zwischen Arbeit für die Regierung und Aktivität im Widerstand steckt. Was Colony so gut macht ist weiterhin die absolute Stimmigkeit und Konsequenz, mit der die Serie geschrieben ist. Viele Szenarien dieser Art gleiten ja irgendwie in eine Mischung aus Katastrophenfilm und Patriotismus ab, während Colony es schafft, dass jede Person, jede Partei in dieser Besatzung, gleichzeitig irgendwo nachvollziehbar und trotzdem konsequent ist. Für fast jeden Charakter gilt, dass er/sie nur das macht, was er für das Richtige hält oder nur ihren eigenen Arsch retten will. Und gerade daraus ergeben sich die interessanten Konflikte und die teilweise sehr krassen Auseinandersetzungen. Die Schauspieler machen ihre Sache auch weiterhin sehr gut, wobei der Star der Serie für mich einfach die Art ist, wie sie geschrieben ist. Ich empfehle sie weiterhin sehr, eine dritte Staffel wurde zum Glück bereits bestätigt.

Zurück zu den dysfunktionalen Ersatzfamilien: Sehr viel Spaß hatte ich an der zweiten Staffel Legends of Tomorrow, was glaub ich so das Serienäquivalent zu Guardians of the Galaxy sein dürfte (und halt DC statt Marvel). Nachdem die restlichen DC-Serien bei mir auch nach einem Crossover mit LoT nicht den Wunsch wecken, sie mir anzusehen, bin ich trotzdem froh, bei dieser Serie drangeblieben zu sein. Staffel 1 war ja irgendwie seltsam:  Tolle und großartige Charaktere, dagegen hanebüchende Story und furchbar schlechter, langweiliger, eher mies gespielter Antagonist. Wegen der Charaktere bin ich drangeblieben und das hat sich auch gelohnt. Die Autoren scheinen jegliche Ambitionen von „wir müssen eine ganz doll tragische Story erzählen“ zum Glück über Bord geworfen zu haben und präsentieren eine zwar auch abgefahrene, aber weniger melodramatische Story. Außerdem sind zwei neue Charaktere dabei, die ich beide total großartig finde. Außerdem wurde Rip Hunter ein ganzes Stück unwichtiger, was ganz gut ist, denn so sehr ich Arthur Darvill mag … Rip in Staffel 1 war einfach nur unerträglich inkompetent und nervig. In Staffel 2 bekommt der Schauspieler sehr viel mehr zu tun und Rip wird damit auch etwas interessanter. Und es gibt viel Screentime für Sarah Lance, was einfach super ist, weil Sarah super ist. Außerdem gibt es einfach so großartig abgedrehte Ideen für die einzelnen Folgen, dass ich die Serie einfach toll finden muss. Konföderationskrieg mit Zombies! Auf Schatzsuche mit Tolkien im ersten Weltkrieg! Camelot! Und natürlich die Folge, in der dringend George Lucas überzeugt werden muss, Star Wars zu drehen … wie gesagt, die Serie nimmt sich inzwischen einfach mal gar nicht mehr ernst und das ist das beste, was ihr passieren konnte. Sehr vergnügliche Angelegenheit, ich freu mich auf Staffel 3.

Und zum Schlus war da noch: The Get Down – Part 2. Schon die ersten 6 Folgen des Hip-Hop-Musik-Dramas haben mich letztes Jahr sehr begeistert, ich wusste auch gar nicht, dass es eine Fortsetzung gibt, bevor nicht auf einmal der Trailer dazu draußen war. Dass es nach den insgesamt 11 Folgen noch weitergeht, ist wohl eher zu bezweifeln, aber das ist zur Not auch schon okay so, da die Serie zwar ein eher offenes Ende, aber immerhin einen guten Abschluss hat. Auch wenn ich eigentlich schon gerne zu jeder Figur noch wüsste, wie es mit ihnen weitergeht. Jedenfalls ist die Serie wirklich genau mein Fall, auch wenn ich keinen Hiphop höre. Aber die Mischung aus Musik und Liebesgechichten und Kriminalität und Politik und Zeitgeschichte und Graffiti und Coming of Age und Drogen und Familie und ALLEM ergibt einfach ein unglaublich dichtes, schönes, verrücktes Großstadtmärchen, was noch unterstützt wird von den in Staffel 1.5 teilweise als Comic-Animation erzählten Passagen. Die Musik ist auch wieder total gut und ich hatte diverse Lieder noch lange im Kopf. Und obwohl dieser Teil der Story vielleicht in 11 Folgen maximal 30 Minuten lang vorkommt, gehört die Lovestory zwischen Dizzie und Thor für mich zu den schönsten Liebesgeschichten, die mir in letzter Zeit so untergekommen sind. Also, Menschen mit Netflix-Account – guckt mal rein in die Serie, sie ist so toll.

Und damit wars das auch mit dem Mediengedöhns für April. Ich habe tatsächlich auch ein neues Spiel angefangen, aber da bin ich noch nicht so weit, richtig viel dazu schreiben zu können.

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Mediengedöhns Februar und März 2016

Es ist April, es ist höchste Zeit, endlich mal wieder den liegengebliebenen Haufen an gesehenem Zeuch abzuarbeiten! Also los!

Bücher

Hngh, hngh, hngh.

Übersetzung: Meine Leseunlust hält nach wie vor an und nervt mich.

Filme und Serien

Irgendwann im Februar im Kino gewesen und Deadpool geschaut. Nachdem ich eigentlich nicht wollte und dann doch dachte, der Film könnte ganz gut sein. War er aber nicht. Deadpool ist für mich eine absolut uninnovative Umsetzung der „lass mal nen unkonventionellen Superheldenfilm machen, der sein Genre verarscht“ – Idee. Schräge Hauptfigur, zum Gähnen langweilige, weil mit keinerlei Persönlichkeit außer ihrer Funktion in der Story versehene Nebencharaktere, absolut herkömmliche 0815-Superheldenfilm-Story und Gags, die bei mir in 95 % der Fälle nicht zündeten. Ja, ich hab schon 3 oder 4 Mal gelacht, ein paar der Anspielungen waren ganz witzig. Aber das meiste fand ich zu stumpf und zu … filmemacherisch faul, irgendwie. Das Durchbrechen der vierten Wand, also der Effekt, dass die Figur des Films die Zuschauer anspricht, war vielleicht damals originell, als die ersten Deadpool-Comics erschienen, im Jahr 2016, nach Serien wie Community, House of Cards und Galavant … not so much. Das hätte viel origineller umgesetzt werden müssen, damit ichs lustig gefunden hätte. Dazu ein paar teilweise ganz nette Anspielungen auf andere Filme und viele, viele, viiiiele Witze, die sich mit „hihi, er hat Penis gesagt“ zusammenfassen lassen. Schnarch. Ich glaube, ich habe während jedem anderen MCU Film und tatsächlich sogar während jeder einzelnen Folge Agents of Shield oder Agent Carter mehr gelacht. Anyhoo. War einfach nicht mein Humor und ich hab mich dann doch relativ über die teuren Kinokarte geärgert, so auf DVD wärs vermutlich sogar okay gewesen. Aber auch Marvel darf mal nen Film machen, den ich doof finde, zum MCU gehört er ja zum Glück nicht. Und hey, immerhin mal ne neue Erfahrung, in einem Kinosaal mit durchgehend lachendem Publikum zu sitzen und sich zu fragen, was genau die eigentlich so lustig finden.

Vorher im Kino war ich ja bei The Force Awakens und weil ich den so toll fand, wollte ich mehr Star Wars – wie praktisch, dass Netflix seit Dezember alle 6 Staffeln The Clone Wars im Angebot hat. Nun hat The Clone Wars halt ein paar Probleme, die am Konzept liegen: Es spielt zwischen Episode 2 und 3 in den lächerliche drei Jahre dauernden Klonkriegen, so dass man sich schon nach einer Staffel fragt „wann machen die das eigentlich alles?“ (Oder ist ein Jahr im SW-Universum vielleicht sehr viel länger als auf der Erde? Das würde erstaunlich viele Probleme lösen…). Dazu hirschen halt General Grievous und Count Dooku als Bösewichte herum, deren Schicksal mal aus Episode 3 ja nun mal schon kennt. Anakin Skywalker ist auch in Clone Wars irgendwie ein implusgesteuerter Nervbolzen, aber das war halt nun die Vorgabe und die Serie schafft es wenigstens manchmal, ihn noch ein wenig besser zu beleuchten. Absoluter Nervfaktor ist hingegen die Tatsache, dass auch noch Jar-Jar Binks, dieses Verbrechen der Filmgeschichte, in diversen Episoden durchs Bild tollpatscht. Trotzdem finde ich nach 2 Staffeln die Serie schon ganz nett. Ich mag einige der dort neu eingeführten Charaktere sehr (Asoka!!), es werden öfter mal Sachen thematisiert, die ich mir auch in den Filmen gewünscht hätte (die Klonkrieger und ihre Persönlichkeit(en), die Nutzung der Macht zu etwas anderem als Rumgehüpfe und Lichtschwertgefuchtel) und die Serie nutzt meiner Meinung nach die Tatsache, dass sie animiert ist, sehr gut dafür, um diverse fantastische Schauplätze und abgefahrene Aliens einzubringen, die nach damaligem Stand der Technik in der Realverfilmung einfach nicht drin gewesen wären. Da es keinen durchgehenden roten Handlungsfaden gibt (außer halt: Es ist Klonkrieg und alle gehen hin), schwankt auch die Qualität der Folgen von gut über ganz nett bis zu Jar-Jar-Binks-Folge. Insgesamt jetzt keine Serie, die ich total durchsuchte, aber sehr gut für immer mal eine Folge zwischendurch.

Im Januar und Februar lief dann – wieder in der AoS-Winterpause die zweite Staffel von Agent Carter. Diesmal verschlägt es Peggy Carter nach Los Angeles, wo sie zwischen Filmstars und dubiosen Politikern versucht, einen Mord aufzuklären, der sich schnell als Teil einer Verschwörung entpuppt. So weit, so herkömmlich. Wie auch schon Staffel 1 lebt die Serie von ihrem Flair der späten 40er-Jahre, von der von Hayley Atwell grandios verkörperten Hauptfigur und ihrem Sidekick, dem nicht minder grandios gespielten Stark-Butler Jarvis (James D’Arcy). Der diesmal gegen Ende der Staffel auch für den Drama-Anteil verantwortlich ist und das sehr gut macht. Es gibt wieder, wie in Staffel 1, auch auf der Seite der Antagonisten und zweifelhaften Verbündeten einige spannende und komplexe weibliche Charaktere, die ebenso wie Peggy selbst mit dem Rollenbild in der damaligen Zeit kämpfen – wobei in dieser Staffel das sehr deutliche Hinweisen auf die Frauenrolle in den 40-ern etwas zurückgefahren wurde, was auch ganz gut ist, weil es sich sonst etwas wiederholt hätte. Die Story ist auch wieder spannend (ich hoffe noch auf eine weitere Anbindung in anderen MCU-Dingen, mal sehen), es gibt diesmal auch Liebesgedöhns, das ich aber gut umgesetzt und nicht zu aufdringlich fand. Außerdem weiß ja immer noch kein Mensch, ob die Serie eine dritte Staffel bekommt (soweit mir bekannt ist, wurde vom Sender bisher weder ja noch nein gesagt, was angesichts der Tatsache, dass die meisten verlängerten Serien schon bekannt gegeben wurden, ein eher schlechtes Zeichen ist) und da ja bekannt ist, dass Peggy irgendwann mal geheiratet und Kinder bekommen hat, gibts im Finale der Staffel zumindest eine Möglichkeit, mit wem. Ich glaube, die Serienmacher wussten auch noch nicht, ob sie jetzt ne 3. Staffel kriegen oder nicht, denn einerseits endet die Staffel mit einem Cliffhanger, andererseits fängt die Final-Doppelfolge einfach mal ganz „wir machen das jetzt, weil Bock drauf“-mäßig mit einer (übrigens absolut großartigen) Musicalnummer an. Ich habs jedenfalls wieder gerne geschaut und hoffe auf Staffel 3.

Dann war ich ja im März sehr lange und ausdauernd krank und musste irgendwas gucken, was mein verschleimtes Hirn nicht überfordert. Also hab ich dann mal die erste Staffel von Jane the Virgin geschaut. Die ist auf Netflix verfügbar, die Serie ist afaik ein Remake einer südamerikanischen Telenovela. Wobei sie halt auch in der US-Version eine Telenovela ist, allerdings eine, die sich permanent über sich selbst lustig macht. So ist dann auch einer der Charaktere selber Schauspieler in einer Telenovela und die ganze Serie wird immer von einem Sprecher aus dem Off recht sarkastisch kommentiert. Trotzdem ist schon alles sehr soapig, die Schauspieler sind alle übertrieben hübsch und es muss natürlich in jede Folge mehrere überraschende Wendungen geben. Und Drama. Viel Drama. Achja, die Handlung: Jane, die titelgebende Virgin, lebt mit lebenslustiger Mutter und tiefkatholischer Omma in Miami, spart sich für die Ehe mit ihrem Freund auf und wir dann durch einen blöden Fehler ihrer Frauenärztin mit dem Sperma eines anderen Mannes befruchtet. Hupps, blöd. Das führt dann, zumal es nicht irgendein Mann ist, sondern der Besitzer des Hotels, in dem Jane arbeitet (und mit dem sie vor Jahren mal geknutscht hat) zu mehr Verwicklungen, als ich jetzt hier wiedergeben kann. Wie gesagt, hohes Handlungstempo. Insgesamt jedenfalls eine nette kleine Serie mit sehr cooler Hauptfigur – falls Staffel 2 mal verfügbar ist, guck ich die bestimmt auch.

Ebenfalls auf Netflix: Die neue Serie Love, von Judd Apatow, den ich vor allem als Mitproduzenten von Girls kenne. Die Serie klang jedenfalls, als ob man sie mögen könnte, wenn man Girls auch mag. Und das war dann auch so, wir haben die 10 Folgen in ungefähr 3 Tagen weggeschaut. Love ist eine irgendwie recht schräge Serie mit jeder Menge skurrilen Figuren, es geht auch weniger um Liebe, als man beim Titel denken würde. Die beiden Hauptfiguren eiern umeinander herum, finden sich eigentlich ganz gut, schleppen aber zu viel Scheiß mit sich rum. Das Ganze spielt in LA, es gibt eine Storyline um den Dreh einer trashigen Urban Fantasy-Serie (die ich sehr amüsant fand) und eine Selbsthilfe-Anruf-Radiosendung. Dazu, wie gesagt, jede Menge wirre und schräge Figuren und Schauplätze. Insgesamt hat mir die Staffel ziemlich gut gefallen, ähnlich wie bei Girls wird viel einfach mal gezeigt und die Kamera draufgehalten, ohne große Erklärungen und „du musst das jetzt so finden“-Musik. Das mag ich sehr. Die Schauspieler fand ich auch gut, Gillian Jacobs war ja in Community schon super. Die Staffel hört dann irgendwie einfach so auf, das Ende passt zwar, ist aber durchaus sehr offen – aber Netflix hat ja auch gleich 2 Staffeln bestellt, so dass es irgendwann weitergehen wird.

Kommen wir zur Überraschung des Serienjahres so far: Colony. Eine Serie, nach deren Trailer ich dachte „puh, klingt spannend, kann aber ganz leicht schrottig werden“. Wurde es aber nicht, im Gegenteil. Es ist allerdings auch relativ schwer, über die Serie zu schreiben, ohne zu viel zu verraten. Okay, also das Settings: Die Erde, quasi Jetzt-Zeit, aber die Aliens sind vor knapp einem Jahr gelandet und haben sie erobert. Seitdem leben die Menschen in verschiedenen Kolonien, die durch Mauern getrennt sind, und werden von einer Art Militärdiktatur, die für die Aliens arbeitet, kontrolliert. Verlassen der eigenen Kolonie gibts nicht (bzw. nur in absoluten Ausnahmefällen), Nahrungsmittel und Medikamente sind knapp. Deswegen gibt es auch bereits eine Widerstandsbewegung, die die außerirdischen Herrscher gerne loswerden will. Auftritt Familie Bowman: Will Bowman ist ein ehemaliger FBI-Agent, der mit seiner Frau Katie und 2 seiner 3 Kinder in einer der LA-Kolonien lebt. Kind Nummer 3 war zum Zeitpunkt der Ankunft der Aliens auf einem Schulausflug und ist in einer anderen Kolonie gelandet – Kontaktaufnahme unmöglich. Aus diesem Grund kann Will dann auch nicht anders als zustimmen, als ihm der Verwaltungschef der Kolonie einen Deal anbietet: Er bekommt seinen Sohn wieder – und fängt dafür den Anführer des Widerstands. Das ist so mehr oder weniger das, was in der Pilotepisode passiert. Auch da dachte ich noch „naja, mal gucken, wie das jetzt weitergeht“. Im Prinzip dreht sich die ganze erste Staffel um den Krieg zwischen dem Regime und dem Widerstand, wobei beide Seiten mit ihren Persönlichkeiten, Motiven und der Frage, wie weit sie gehen um ihr Ziel zu erreichen, ausgiebig beleuchtet werden. Und zwar so, dass weder die eine noch die andere Partei besser wegkommt. Das habe ich in dem Ausmaß noch nie in einer Serie gesehen, und in einer us-amerikanischen Networkserie auch wirklich nicht erwartet. Generell ist die Serie sehr un-amerikanisch: Nix mit patriotischen Helden, die gegen die bösen Aliens kämpfen. Es gibt im Prinzip kaum Gut und Böse, bei fast allen Personen wird klar, warum sie das tun, was sie tun. Es gibt ab und zu durchaus gute Actionsequemzen, diese sind aber nicht der Fokus der Serie. Und auch wenn es jetzt so klingt, als drehte sich die Serie vor allem um Will Bowman: Seine Frau ist ganz klar die gleichberechtigte 2. Hauptfigur (und Sarah Wayne Callies spielt ihren Kollegen Josh Holloway gerade im letzten Drittel manchmal ganz schön an die Wand, was jetzt nicht gegen sein Können, sondern für ihrs sprechen soll). Aber über ihren Handlungsstrang kann ich aus Spoilergründen nix verraten. Jedenfalls: Sehr gute, spannende und differenzierte Serie, für mich bisher die beste neue Serie des Jahres. Empfehlung!

Dann gabs ja neulich noch die 2. Staffel Daredevil und mit der bin ich auch schon wieder fertig. Leider mit genau der selben Einschätzung wie letztes Jahr: 12 Folgen top, Finale flop. Und das nervt mich besonders, weil ich die 2. Staffel eigentlich so gut fand, in meinem Kopf das Finale jetzt aber so überpräsent ist, dass ich sie viel schlechter in Erinnerung habe, als das tatsächlich der Eindruck während des Schauens war. Also dann jetzt erstmal kurz zum Finale: Gah! Wenn einem schon als Zuschauer während des Guckens auffällt, was da nicht gut ist und wie einfach man das hätte besser machen können, nervt mich das. Szenen der Art „Während eines Kampfes stehen 4 Leute tatenlos im Hintergrund, statt die Möglichkeit zu nutzen, den Gegner umzubringen“ nerven mich auch. Die Nichtaufklärung eines Plotelementes – in diesem Fall können wir wörtlich von einem Plot Hole reden, if you know what I mean – nervt mich ebenfalls. Und wenn dann noch eine vermeintlich spannende (war sie nicht, da komplett vorhersehbar) Wendung passiert, was nur dadurch ermöglicht wurde, dass die Hauptfigur und deren Begleiter kollektiv ihr Hirn ausgeschaltet haben, beiß ich in mein Sofakissen. Narf! Nee, das regt mich immer noch auf. Zumal man alles davon mit ganz wenig Aufwand hätte besser machen können (z. B. darstellen, dass die Personen über den Hirnausschaltfakt zwar nachdenken, aber nicht glauben, dass der Fall eintreten könnte).

Aber sonst war die Staffel schon verdammt gut. Der Schwachpunkt war für mich die ganze Storyline um die Hand, Black Sky und diese ganze schwurbelige Nekromantiesache, die war zu sehr vorhersehbar (z. B. kam für mich die Enthüllung bezüglich Black Sky null überraschend, weil ich das schon genauso mir gedacht hatte). Elektra hingegen war schon okay, sie hat mich zwar am Anfang echt komplett genervt, aber am Ende gings dann. Trotzdem für mich jetzt nicht das Highlight, wenn auch gut gespielt. Der Punisher hingegen: Hammer. Gut in die Serie eingebaut, toll gespielt und in Szene gesetzt. Nur dann halt im Finale genauso jämmerlich versickert wie der Rest, aber egal, die restliche Zeit über fand ich seine Geschichte mit am besten. Ebenso wie alle Szenen, in denen es um die Kanzlei und die Gerichtsverhandlungen ging, und natürlich um Karen und ihre Entwicklung. Überhaupt, Karen. Ich mochte sie schon in Staffel 1 sehr gerne, inzwischen ist sie glaub ich mein Lieblingscharakter geworden. Übrigens auch ein tolles Beispiel für einen interessanten und starken weiblichen Charakter, ohne dass sie sich im Kostüm auf irgendwelchen Dächern prügelt. Genau wie Claire auch, die ich auch klasse finde. Und überhaupt, die Serie hat beachtlich viele weibliche Nebencharaktere in üblicherweise oder zumindest oft männlich besetzen Rollen (Richterin, Staatsanwältin, Personalchefin), das ist mir sehr positiv aufgefallen. Und auch die letzte Szene vor der allerletzten (dämlichen) Szene fand ich grandios und bin gespannt, was sie für Folgen haben wird. In jedem Fall ne sehr sehenswerte Sache, aber das nächste Mal bitte etwas mehr Mühe beim Finale geben.

Und zum Schluss noch: Making a Murderer. Dazu kann ich eigentlich gar nicht viel schreiben, sonst muss ich mich wieder fürchterlich aufregen. Also am besten einfach gar nicht groß vorher drüber informieren, gucken, ungläubig sein und am Ende freuen, dass das Justizsystem in Deutschland – was auch seine Tücken und Lücken hat und mit dessen praktischen Unzulänglichkeiten ich mich jeden Arbeitstag auseinandersetze – doch um Längen besser ist als das in den USA.

Spiele

Immer noch Fallout 4, wobei ich in letzter Zeit irgendwie sehr wenig Zeit und Lust hatte, weiterzuspielen. Kommt aber bestimmt wieder, eigentlich find ichs ja immer noch gut. Auch wenn ich nach fast 100 Stunden Spielzeit immer noch sehr viel MainQuest vor mir habe.

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