#RPGaDay2018 und Tagebuchbloggen, Tag 8

Und weiter geht es:

Frage 8: Wie kriegt man mehr Leute zum Rollenspielen?

Hachja, eine der klassischen Fragen der Szene, in der der Schwund der Spieler und die Überalterung der Gruppen und das früher-war-alles-besser fast schon gebetsmühlenartig in den Foren und sozialen Medien beklagt wird. Wie man vielleicht schon raushört – ich bin nicht unbedingt der Meinung, dass die Szene ein Problem mit Nachwuchs hat. Klar ist die Konkurrenz durch Computerspiele und dergleichen groß, andererseits war es aber noch nie so leicht wie heute, den Einstieg ins Hobby zu finden. Noch vor ein paar Jahren wusste überhaupt gar keiner, was Pen and Paper-Rollenspiel überhaupt ist und wenn man sagte, man ist Rollenspielerin, dann dachten alle komische Dinge. Heute haben Serien wie The Big Bang Theory (so bescheuert die Auseinandersetzung mit dem Thema Nerdtum da auch ist) oder Community schonmal das Konzept massentauglich gemacht. Und wenn man sich vage dafür interessiert und mal danach googelt, dann findet man meistens nicht nur die Bücher, die man kaufen kann, sondern eben oft auch gleich Erfahrungsberichte oder Plattformen zur Gruppensuche oder Actual Plays. Und gerade letztere sind natürlich sehr wertvoll, weil man dann gleich sehen kann, wie das denn in der Praxis so aussieht, und auch, dass es nicht in jeder Gruppe gleich abläuft. Außerdem scheint es, hierzulande leider noch nicht so sehr, in den USA offenbar erfreulicherweise schon, so zu sein, dass inzwischen auch immer mehr öffentlich sichtbare Spieler*innen und Spielleiter*innen existieren, die halt nicht die typischen Gamer sind, und das damit das Hobby auch für diejenigen interessant wird, die nicht die Quotenminderheit in einer ansonsten sehr gleichförmigen Truppe sein wollen. (Es folgt Podcast-Content aus der letzten Folge: Tatsächlich hat, vermutlich sowohl durch die etwas erzähllastigere Struktur der 5. Edition als auch durch die aktive Actual Play-Community, die Anzahl der weiblichen DnD-Spielerinnen stark zugenommen, von ca. 22 auf ca. 40 %. Gleichzeitig sind damit auch die Verkaufszahlen angestiegen, 2017 war wohl ein sehr erfolgreiches Jahr und 2018 ging genauso weiter. Es scheint sich also auch finanziell zu lohnen, das Zielpublikum zu erweitern.)

Ansonsten kann man aber natürlich auch was tun, wenn man nicht gerade zufällig einen Verlag besitzt. Gerade aufs Thema Actual Plays möchte ich nochmal eingehen, immerhin gab es gerade auf den GenCon einen Diana Jones Award for Excellence in Gaming für die Actual Play-Community allgemein. Für mich sind gute Actual Plays auch in den letzten Jahren eine große Inspiration geworden – mir angucken, wie Rollenspiel eigentlich funktioniert, muss ich natürlich nicht mehr, aber mir angucken, was beim Rollenspiel alles so möglich ist, was Story, Charaktere, Ideen und Darstellung angeht – Holy Shit, da geht noch so einiges! (Ich beziehe mich da natürlich auf die APs, die halt meiner Meinung nach richtig gut sind, also hauptsächlich die vom Oneshot Network. Ich habe weiterhin kein Interesse, einfach nur Leuten beim Spielen zuzugucken, die das auch nicht anders machen als ich selber.) Außerdem ist es ein sehr bequemer Weg, neue Systeme kennenzulernen, ohne sie selber zu spielen oder zu lesen.

Dann gibt es natürlich noch das Thema Conventions, auch da kann man was für die Nachwuchsförderung tun. Oder natürlich selber hingehen und eine Gruppe suchen, wenn man spielen möchte und keine hat. Tatsächlich möchte ich nochmal betonen, dass die besten Cons für diesen Zweck eigentlich die sind, die eben keine reinen Pen-and-Paper-Cons sind, denn nirgendwo kriegt man leichter generell nerdaffine Leute zum Rollenspiel als auf einer Veranstaltung, wo viele vielleicht auch wegen Jugger, Lesungen, Abhängen in Gewandung oder Brettspielen hingehen und dann ohne Probleme auch mal 4 h ins Rollenspiel reinschnuppern können. Schon deswegen halte ich Cons wie die NordCon für extrem wichtig für die Szene.

Und schlussendlich kann natürlich jeder selbst was tun, um neue Spielende zu gewinnen. Das bedeutet vor allem natürlich, Runden für Einsteiger anzubieten und Leute dazu einzuladen, die generell interessiert sind. Natürlich ist das immer eine Frage von Zeit und Energie, deswegen würde ich es auch keinem übelnehmen, wenn er oder sie das nicht oder nicht häufig schafft. Ich habe dieses Jahr tatsächlich schon zwei Runden geleitet, die gezielt für Einsteiger oder Leute, die lange nicht gespielt hatten, gedacht waren. Tatsächlich sind ja sowieso die meisten meiner Freunde und Bekannten eh Rollenspieler, aber ab und zu lerne selbst ich ja mal andere Leute kennen *hust*. Wenn generell Interesse vorhanden ist, merke ich mir das und wenn es sich dann mal zeitlich anbietet, dass ich was leite, dann frag ich nach, ob Zeit und Lust vorhanden sind. Oder aber ich organisiere, dass jemand ander leitet und spiele mit. (Generell wird ja unterschätzt, wie wichtig es ist, dass es nicht nur Leute gibt, die leiten, sondern auch Leute, die gerne und gut Runden organisieren. Und nein, das muss nicht die selbe Person sein. Aber das ist ein anderes Thema.)

Für solche Einsteigerrunden kann ich empfehlen, nicht einfach einen Gast in die feste Runde – und da gar noch in die laufende Kampagne – einzubauen. Haben wir zwar auch schon gemacht, aber es blieb dann immer sehr deutlich, wer Stammspieler ist und wer nicht. Besser was anderes planen, einen Oneshot oder gleich ein neues System. Möglichst das System und das Setting an die Wünsche des Spielenden anpassen, dessen erste Session das wird, umso größer ist die Chance, dass das Hobby auch zündet. Gerade wenn man für mehrere Neueinsteiger leitet – keep it simple. Hey, endlich ist mal keiner dabei, der alle Plots zu ausgelutscht findet oder alle Monster an einer vagen Beschreibung erkennt! Das ist für die Spielleitung auch ein Vorteil. Der Plot muss jetzt nicht „rettet Jobst“ sein, aber man kann es durchaus gradlinig und klassich halten. Schön gemacht Einsteigerboxen, wie die für Splittermond oder Star Wars helfen natürlich, zumal die Abenteuer darin auch eine ausreichend kurze Länge haben. Ich würde diese Runden auch möglichst immer mit Archetypen spielen, es sei denn, Charakterbau geht wie bei PbtA in 15 Minuten. Und dann dran denken: Die Session ist der erste Versuch fürs Hobby und wenn sie zäh und frustrierend läuft, kann es auch der letzte sein. Wenn ihr mitspielt, macht vor, wie mans macht, sprecht in character, sprecht den/die neue(n) Mitspieler gezielt an, lasst ihnen Platz und buttert ihre Ideen nicht unter. Wenn ihr leitet: Kriegt es irgendwie hin, die Stärken des Rollenspiels rüberzubringen und ändert, handwedelt und biegt dazu, was immer nötig ist. Scheißegal, ob die korrekte Regelanwendung anders wäre, scheißegal, ob eine coole Idee eigentlich nicht funktionieren würde, scheißegal, ob der Endgegner nach dem fantastisch coolen Manöver des Neueinsteigers eigentlich noch 2 Lebenspunkte hätte. Das kann man alles dann nochmal korrekt machen, wenn er/sie länger dabeibleibt. Zeigt, was möglich ist, was Spaß macht, WARUM ihr dieses Hobby mögt.

So. Ich glaube mehr als den Hinweis, dass man das inzwischen alles auch ganz wunderbar online machen kann, hab ich dazu jetzt auch wirklich nicht mehr zu sagen.

Tagebuchblogcontent

Gestern wieder um 06:00 aufgestanden. Es war noch wunderbar kühl. Alle Fenster aufgerissen, Yoga gemacht, dann fertiggemacht für die Arbeit und ins Büro, auch da alle Fenster aufgerissen. Gearbeitet, nebenher gebloggt und andere Internetdinge getan, völlig entnervt gewesen von den lauten Fräs- und Bohrgeräuschen. Deswegen dann auch das mitgebrachte Mittagessen schon kurz vor der Pause gegessen und in der eigentlichen Pause dann zu der einen sehr guten Eisdiele hier in der Nähe spaziert. Nougateis und Jogurth-Aprikose-Eis gegessen. War super. Durch die Hitze zurück. Mehr Arbeit, mehr Müdigkeit. Feierabend, Podcast hörender erstmal in den Park gefahren. Dann dort nach Ende der Folge das neue Buch von Judith angefangen, allerdings kam ich nicht weit. Das Buch ist nämlich offensichtlich magisch und mit einem Zauber belegt, der Themen des Buches in die Wirklichkeit bringt. Oder so. Jedenfalls las ich über muskulöse, sich duellierende Gladiatoren und dann … war da ein Typ, der als römischer Gladiator auch eine gute Figur gemacht hätte. Und machte da irgendwelche Dehnübungen, oben ohne natürlich. Ich bin ja auch nur ein Mensch, deswegen setzte ich mir dann meine Sonnenbrille auf und schaute immer abwechselnd ins Buch und auf den Typen. Irgendwann ging er dann. Eine Minute später kam ein anderer Typ, warf sein Shirt von sich und begann Burpees zu machen. Viele Burpees. Und Lunges, und andere Übungen, und das Ganze natürlich auch mit freiem Oberkörper. Und während ich mich schon fragte, in welcher Realität ich gerade aus Versehen gelandet bin, kam dann ein DRITTER Typ, baute 3 Meter neben mir Turnringe an einen Baum an und warf auch sein T-Shirt von sich, um dann superkrasse Übungen zu machen. So einhändige Klimmzüge an den Turnringen und Handstand mit Liegestütz und all sowas. Es war ein wenig absurd. Also sehr cool anzusehen, aber so geballt ist mir das in den Park noch nie aufgefallen. Also entweder ist da Dienstags Hot-guys-work-out-Thementag oder das Buch hat übernatürlich Kräfte. Also – wenn ihr einen Mangel an gutgebauten Gladiatoren in eurem Leben habt, kauft Roma Nova! Falls sie sich nicht in eurer Nähe manifestieren, sobald ihr das Buch aufschlagt, gibt es wenigsten IM Buch welche. (Und es ist ansonsten auch bisher sehr spannend und hat ein cooles Setting.)

Der Mitbewohner holte mich ab, wir gingen heim, die Wohnung war dank des morgendlichen Lüftens schön kühl. Zum Abendessen gabs dann Wassermelone mit Feta und Basilikum (nom!), Reissalat mit Tomate und Feta und Obst mit Eis. Und ne Folge Orange is the New Black und dann wars schon wieder 22 Uhr und ich fiel sehr müde ins Bett .

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