Kleiner NordCon-Rückblick

Ist es eine Woche nach der Con schon zu spät für einen Rückblick? Keine Ahnung. Ich schreibe trotzdem nochmal kurz was zur NordCon.

Die NordCon, die dieses Jahr 20. Geburtstag feierte, ist eine Rollenspielconvention in Hamburg und schon deshalb meine Lieblings-Con, weil sie ganze 2 Bahnstationen entfernt von meiner Haustür stattfindet und ich jede Nacht im eigenen Bett schlafen kann *g*. Aber auch ansonsten ist sie super! Im Gegensatz zu vielen anderen Conventions wird sie weder von einem Verlag noch von einem Messeveranstalter organisiert, sondern vom Rollenspielverein Tornesch und dem RPG-Verein Die Loge. Das führt zum einen zu sehr bezahlbaren Preisen für alles (Eintritt 10 Euro fürs ganze Wochenende, Getränke so um die € 1,50, Essen um die 3-4 Euro) und zum anderen dazu, dass es eine absolut bunte Mischung aus verschiedensten Angeboten und Beteiligten gibt. Klassische PnP-Runden, LARP-Workshops, ein riiiiiesiges Angebot an ausleihbaren Brettspielen, Demorunden verschiedenster Spiele, Tabletop, Jugger, Schwertkampf, Star Trek-Simulator, Roboterrennen, Nerfgun-Action, Lesungen, Filmvorführungen, Hörspiele, Musik … es gibt da wirklich so gut wie alles, was man sich noch ansatzweise unter „Fantasy, SciFi und Spiele“ vorstellen kann. Ich habe glaube ich noch auf keiner der Cons auch nur 10 % von allem gesehen, was man da machen kann. Auch die Workshops, die es gibt, sind weniger Produktvorstellungen (die es natürlich aber auch gibt), sondern oft verschiedenste Angebote zum Thema Rollenspiel allgemein – z. B. „Abenteuer schreiben“, „Improvisation beim PnP“, „Veröffentlichen im Eigenverlag“, „Spannendere Kämpfe im Rollenspiel“ oder sonstwas. Einige davon gibt es jedes Jahr wieder, die höre ich mir nun nicht mehr immer wieder neu an, aber es ist auch immer wieder mal was Neues dabei. Das Ganze findet übrigens auf dem Gelände einer Grundschule statt, man schaut beim vorgestellten Verkloppen von Monstern also gerne mal auf bunte Plakate mit den „Regeln für die Schulklasse 3b“ oder sowas, was ich immer recht lustig finde. Ach ja, und man sitzt auf viel zu kleinen Stühlen, aber das lässt sich halt nicht vermeiden. Man darf auch auf dem Gelände nicht rauchen und keinen Alkohol trinken, aber das ist mir persönlich ziemlich egal. Absolut zu loben ist übrigens die Verpflegung. Es gibt einen Con-Becher mit Kaffee/Tee-Flatrate, die Getränke sind ansonsten eh sehr günstig, morgens gibt es belegte Brötchen und Kuchen und danach dann Wurst vom Grill sowie diverse andere warme Gerichte (Chili, Erbsensuppe, Spätzlepfanne….). Die Preise sind absolut fair und was mir immer wieder sehr positiv auffällt ist das große Angebot an vegetarischen oder veganen Gerichten. Ich selber esse ja Fleisch, aber ich kenne genug Leute, die z. B. auf der RatCon entweder 3 Tage Pommes mit Ketchup essen oder auswärts essen gehen/was mitbringen mussten, weil man da keine Alternativen hinbekommt. Auf der NordCon gab es Samstag 3 verschiedene vegane Angebote (Chili sin Carne, Röstkartoffeln und Salat) und ganz selbstverständlich und ohne Aufpreis auch Sojamilch und laktosefreie Milch für den Kaffee. Das ist auf Cons längst keine Selbstverständlichkeit, von daher: Daumen hoch!

Dieses Jahr war ich auch wieder an allen drei Tagen da. Am Freitag war ich ziemlich müde, so dass ich, statt mir eine Rollenspielrunde zu suchen, mit dem Rest meiner DSA-Runde und vielen anderen Leuten zum Nerfgun-Zombie-Action-Event bin. Das gibt es da jedes Jahr und es ist eine sehr großartige Sache: In der großen Turnhalle der Schule werden die Teilnehmer in 2 Gruppen aufgeteilt, die eine Hälfte Menschen, die andere Hälfte Zombies. Die Menschen kriegen Nerf Guns und müssen die Zombies mit diesen fernhalten und ein Heilmittel finden, die Zombies müssen … na, die Menschen zombifizieren, wie man sich das sicher schon denken konnte. Es gibt dazu tatsächlich auch genauere Regeln und verschiedene Schwierigkeiten, aber das würde jetzt zu weit führen. Im Endeffekt rennt man wie blöde mit ner Nerfgun durch die Gegend, flucht über verkantete Nerf-Pfeile, wankt zombiemäßig rum, sammelt hektisch Munition und macht tolle Pläne zur effektiveren Zusammenarbeit, die in 99 % der Fälle scheitern. SO VIEL SPAß! Und hinterher hat man 3 Tage Muskelkater. Es ist also quasi schon Nerd-Sport.

Am Samstag war ich dann erst in einer Runde Star Wars – Zeitalter der Rebellion, wir spielten das Einsteigerset. Leider waren die Vorstellungen des Rests der Gruppe vom Rollenspielen und meine eigenen nicht so wirklich deckungsgleich und so hatten wir nach 2,5 Stunden ohne jegliches Charakterspiel dann auch das Szenario durch, so dass die kurze Dauer immerhin noch auf der positiven Seite der Geschichte blieb … äh, ja. Nach einer ganzen Weile Rumlaufen, mit Bekannten reden, beim Jugger zuschauen (und endlich mal die Regeln so halbwegs verstehen) und was man auf Cons halt sonst noch so macht gabs dann für Nandurion noch ein Interview zu führen und einen Workshop zu besuchen. Danach war wieder Zeit zum Spielen, wobei meine Bereitschaft auf Rollenspiel mit fremden Menschen nach der ersten Runde auch mal komplett ausgeschöpft war. Deswegen hat sich meine DSA-Runde dann einfach wieder zusammengefunden, wir haben uns die Splittermond-Einsteigerbox gekauft und Mitnanduriat Cifer hat netterweise das erste Einsteigerabenteuer für uns geleitet. Und das war dann sogar richtig cool! Ich hatte Splimo ja einmal auf der RPC 2013 ausprobiert, da war es glaube ich noch in der Beta-Phase und es war mehr so eine Demorunde als ein richtiges Abenteuer. Das fand ich damals irgendwie nicht so besonders. Aber die Einsteigerbox – die dann auch auf der Con noch den Deutschen Rollenspielpreis gewann, herzlichen Glückwunsch dazu! – ist wirklich super gemacht. Ich hatte superviel Spaß mit meinem Charakter, einer leicht sozialditschigen Vargin, vor allem in Kombination mit dem vom Mitbewohner gespielten Gnom. Das Einsteigerabenteuer war auch durchaus nett gemacht. Und die Regeln sind halt schon echt gut durchdacht, das merkt man so an allen Ecken und Enden, auch wenn mans nur mal kurz anspielt. Nachdem wir um 2 Uhr nachts dann fertig waren, fuhren dann alle 4 anwesenden Nanduriaten heim in unsere Wohnung, dann setzten wir uns mal kurz hin, um noch ein bisschen über DSA, Rollenspiel und den ganzen Rest zu schnacken und dann wars auf einmal hell draußen. Hoppla.

Am Sonntag also etwas länger geschlafen, wieder zur Con, das letzte Schnitzelbrötchen am Essensstand ergattert, gefrühstückt, noch mehr Bekannte getroffen und dann zusammen mit dem Mitbewohner noch zu einer weiteren Runde Splittermond shanghait worden, die auch wieder sehr nett war. Und dann war es auch schon 18 Uhr, draußen wurde schon fleißig abgebaut, der Rest meiner Runde war erschöpft vom Zombies jagen bereits heimgefahren und wir sind dann auch zurück nach Hause.

Insgesamt war es wieder ein sehr schönes und gelungenes Wochenende mit vielen netten Leuten, dem Wiedersehen mit etlichen Bekannten und ein paar gelungenen Spielrunden. Also danke an die Orga, die Aussteller und anderen Besucher. Nächstes Jahr bin ich wieder dabei! Und wer aus der Umgebung von Hamburg kommt und sich ansatzweise für Nerd-Kram interessiert, sollte der NordCon auf jeden Fall mal einen Besuch abstatten.

Zum Schluss noch ein paar Fotos:

 

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Eingeordnet unter blabla, Lena does Stuff, Rollenspiel

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