Mediengedöhns im September und Oktober 2015

Der Oktober ist vorbei (auch wenn das Wetter draußen ja nicht auf Anfang November schließen lässt), also gibt es mal wieder eine – diesmal sehr überschaubare – Liste der geschauten und gelesenen Dinge.

Bücher

Endlich habe ich mal wieder ein Buch durchgelesen, sogar sehr fix, am Freitag angefangen, am Sonntag fertig gewesen. Dabei habe ich wieder gemerkt, wie nett es eigentlich ist, sich abends mit einem Buch ins Bett zu legen und zu lesen. Ich hoffe, ich werde das dann auch öfter mal wieder tun. Gelesen habe ich jedenfalls Die Glücklichen von Kristine Bilkau, auf Empfehlung von Herrn Buddenbohm. Das Buch dreht sich um ein junges Akademikerpaar, dass sich mit ihrem kleinen Sohn behaglich eingerichtet hat in der schönen Wohnung im durchgentrifizierten Viertel. Dann verlieren beide ihren Job und ihr ganzes Leben gerät ins Straucheln, sie wissen nicht, ob sie die Wohnung halten können, ob sie umziehen müssen, wie es weitergehen soll. Das ist jetzt einerseits eher nicht mein Thema (da Single, kinderlos und nicht akademisch), andererseits natürlich doch irgendwo, denn steigende Mieten und die Angst, irgendwann nach sonstwo ziehen zu müssen, weil das Geld nicht mehr reicht, das ist natürlich etwas, das mich auch beschäftigt. Außerdem ist das Buch so gut geschrieben, dass ich mit den beiden Protagonisten komplett mitfühlen konnte, auch ohne große Gemeinsamkeiten mit ihnen zu haben. Die Sprache ist gleichzeitig sehr schlicht gehalten, folgt oft dem Gedankenstrom der Figuren, das lässt sich alles schnell und mühelos lesen und erzeugt dabei eine teilweise echt beklemmende Stimmung. Manchmal möchte man die Figuren des Romans links und rechts ohrfeigen und ihnen zurufen, dass sie gefälligst endlich mal vernünftig miteinander reden sollen, gleichzeitig ist aber immer nachvollziehbar, wieso sie genau das eben nicht tun. Dabei fand ich gerade Isabell, die weibliche Protagonistin, wirklich sehr gut ausgearbeitet und ihr Problem, zu viel Angst zu haben und zu sehr an Dingen festzuhalten, kenne ich teilweise auch von mir selbst, das ging mir dann durchaus nahe beim Lesen. Gutes Buch in jedem Fall, würde ich weiterempfehlen.

Filme und Serien

Irgendwie schaue ich gerade ein paar Serien zu Ende, die ich vor längerer Zeit angefangen habe. Das wäre einmal Being Erica – eine leider fast unbekannte kanadische Serie, die wirklich ganz großartig ist und die mehr Leute schauen sollten. Auch wenn man sie leider schwer irgendwo kaufen kann, leider. In Being Erica geht es um eine junge Frau namens Erica Strange, die mit ihrem Leben nicht klarkommt und einen mysteriösen Therapeuten trifft, der ihr hilft, wieder auf die Beine zu kommen. Die „Therapiesitzungen“ bestehen daraus, dass Erica in ihre eigene Vergangenheit geschickt wird, damit sie Dinge, die sie bereut, wieder gutmachen kann. Das klingt so als Prämisse irgendwie gaga, die Serie ist aber wirklich unaufgeregt, witzig, warmherzig und macht Spaß zu schauen. Die ersten drei Staffeln liefen damals irgendwo im Fernsehen, die vierte leider nicht, deswegen habe ich die jetzt nach Jahren erst aufgetrieben und nun endlich zu Ende geschaut. Auch die vierte und letzte Staffel ist wieder ein absoluter Genuss gewesen (ich hab auch immer nur eine Folge auf einmal geschaut, da die Staffel leider nur 11 Folgen hat). Das Ende war auch super … nicht zu übertrieben kitschig, aber doch schön und ein guter Abschluss. Also, wer die Serie nicht kennt, es lohnt sich mal reinzuschauen.

Außerdem guck ich gerade wieder Glee. Da war ich irgendwann in Staffel 4 ausgestiegen, dann gabs das allerdings beim finnischen Netflix und ich habs im Urlaub immer vorm Einschlafen geschaut. Und nun wollte ich die Serie dann doch auch mal zu Ende gucken. Staffel 4 und 5 habe ich inzwischen komplett gesehen. Ja, gut, was soll man sagen – es ist halt Glee. Junge, gutaussehende Menschen spielen nicht sehr tiefgreifende Charaktere in einer teils hanebüchenen Story und singen und tanzen dazu. Nicht mehr, nicht weniger. Wobei es irgendwie sehr schräg war, dass erst ein Haufen neuer Charaktere eingeführt wird, die den Plot in der High School bereichern sollen (was sie nur zum Teil tun) und die dann in der Hälfte der 5. Staffel sang- und klanglos (hahahaaa…) verschwinden, weil sich die Handlung dann nur noch auf die „alten“ Charaktere konzentriert. Die wohnen dann alle zusammen in New York und basteln mehr oder weniger erfolgreich an ihrer Karriere. Und bedienen das lustige Liebeskarussell. Anyhoo. Ein paar gute Lieder waren wieder dabei, die meisten sagen mir eher nix, weil ich ja null Ahnung mehr von aktueller Musik habe. Immerhin, ich hab durch die Serie zum ersten Mal so Lieder wie „Wrecking Ball“ oder „Gangam Style“ gehört… . Jetzt guck ich noch Staffel 6 zu Ende, die hat nur 12 oder 13 Folgen und dann reichts auch mit Glee.

Wenden wir uns also wieder anspruchsvolleren Serien zu, in diesem Fall: Narcos. Diese Netflix-Serie dreht sich um den kolumbianischen Drogenboss Pablo Escobar und die ihn jagenden DEA-Agenten. Sie spielt in etwa von 1979 bis 1984 und ist irgendwie eine Mischung aus normaler Serie und Doku, zumindest kommt es ein wenig so rüber. Als Voice-Over erzählt einer der DEA-Agenten rückblickend über die damaligen Ereignisse, und das auf eine sehr sarkastische Art, was mir ja immer sehr gut gefällt. Zu diesem Stil passt dann auch, dass die Kolumbianer (und weiteren Südamerikaner) konsequent spanisch sprechen und das auch nicht synchronisiert ist. Man liest also tendenziell recht viele Untertitel, aber ich fand das gut. Dadurch kommt z. B. auch die Verlorenheit des frisch aus L.A. nach Bogota versetzten DEA-Agenten rüber, der die Sprache erst lernen muss. Tatsächlich war es erstmal etwas gewöhnungsbedürftig, immer mitzulesen, aber man gewöhnt sich doch recht schnell dran. Die Serie ist tatsächlich recht ungewöhnlich erzählt und hat nicht so den klassischen Spannungsbogen, da sie sich ja an den tatsächlichen Begebenheiten orientiert. Dafür ist die Thematik aber so spannend und die Szenerie so faszinierend, dass ich trotzdem die 10 Folgen recht schnell weggeschaut habe, weil ich wissen wollte, wie es weitergeht. Die Schauspieler sind allesamt gut und gerade der Darsteller von Pablo Escobar sieht diesem verdammt ähnlich, was man weiß, weil in der Serie auch immer wieder echte Videos und Fotos eingeblendet werden. Thematisch geht es halt um Escobar und sein Drogenkartell, die ihn jagende DEA und auch immer wieder die kolumbianische Politik, die versucht, des Drogenhandels irgendwie Herr zu werden. Ich weiß nicht, wie gut die Serie ist, wenn man sich schon viel mit der Thematik beschäftigt hat, für mich, die ich quasi nix darüber wusste, war es sehr spannend und ein Einblick in eine sehr ungewöhnliche Szenerie. Etwas doof sind natürlich die recht wenigen weiblichen Figuren, wobei man sich da meines Erachtens schon bemüht hat, so viele wie möglich unterzubringen, ohne es unglaubwürdig zu machen. Den Bechdel-Test besteht trotzdem nur eine von 10 Folgen. Das Einzige, was mich wirklich gestört hat, war das meines Erachtens viel zu oft strapazierte Element, dem sympathischen Ermittler ein Haustier zu geben und das dann nach einer Folge grausam von den Drogenkartell-Menschen umbringen zu lassen, um zu zeigen, wie ernst die Lage ist. Okay, das ist wohl auch so ein persönliches Problem von mir, aber Gewalt gegen Tiere kann ich wirklich nicht sehen und das verdirbt mir dann die ganze Folge. Meh. Insgesamt aber trotzdem eine sehr empfehlenswerte Serie, wenn man sich für die Thematik interessiert.

Spiele

Ja, ja, ihr ahnt es. Dragon Age Inquisition. Aber ich bin jetzt fast 2 x komplett durch, dann kann ich nochmal was Längeres dazu schreiben. Und nächste Woche kommt Fallout 4, dann spiel ich auch mal wieder was anderes.

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Eingeordnet unter Bücher, Computerspiele, Mediengedöhns, Serien

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