Mein erster freier Freitag

Damals so im Februar oder Anfang März, als ich mich mit dem Gedanken trug, bei meinem Chef nachzufragen, ob ich weniger arbeiten kann, geisterte natürlich auch die Frage durch meinen Kopf, wie das dann letztendlich aussehen würde mit weniger Wochenstunden. Theoretisch hätte es ja auch auf 3 volle und 2 halbe Tage hinauslaufen können. Oder 5 Tage mit 6 Stunden. Oder so. Letztendlich habe ich natürlich gehofft, dass ich einen Tag komplett frei haben werde, denn 5 kürzere oder 2 halbe Tage hätten immer noch bedeutet, einige Stunden im Büro zu sitzen und den Fahrtweg dorthin zu haben. Und beides bedeutet Stress. Insofern war ich dann sehr froh, dass es in der Tat ein komplett freier Tag wurde und der dann auch freitags ist. (Und ich hoffe gerade sehr, dass mir nicht der Berufsschulplan vom nächsten Azubi das Ganze zerschießt, denn die Berufsschule ist umgezogen und ich hab keine Ahnung, ob sich dadurch auch die Schultage ändern. Habe ich schonmal erwähnt, wie ätzend es ist, in so einer kleinen Klitsche zu arbeiten, wo jeder freie Tag und jede Abwesenheit genau abgesprochen werden muss, weil bei 2 fehlenden Leuten von insgesamt 3 Mitarbeitern dann echt Polen offen ist?)

Anyhoo. Letzte Woche war es nun also soweit und ich musste freitags nicht arbeiten. Es war sehr surreal, am Donnerstag allen ein schönes Wochenende zu wünschen. Ehrlich gesagt hat sich das jetzt auch fast eher wie ein Tag Urlaub angefühlt als ein regelmäßig stattfindendes Ding. Aber ich werd mich schon noch dran gewöhnen.

Als ich jedenfalls im März darüber nachdachte, wie es denn nun wäre, einen Tag freizuhaben, kamen mir natürlich die Gedanken, was ich dann alles machen könnte. Ausschlafen, natürlich. Aber auch sowas wie vormittags in Ruhe auf den Wochenmarkt gehen. Ohne den „bin müde und hungrig“-Zeitdruck was kochen. Und: Ans Meer fahren.

Ans Meer fahren bzw. am Meer sein ist für mich immer etwas Tolles. Ich liebe Wasser, ich liebe das Meer, ich bin gerne dort. Und das auch gar nicht zwangsläufig in Kombination mit Schwimmen und Hitze und so, sondern auch gerne im Winter oder im Herbst, wenns stürmt und düster ist. Eine der schönsten Dinge, die ich gesehen habe, war die zugefrorene Ostsee vor einigen Jahren. Meer ist immer schön und eindrucksvoll und ich wäre gerne öfter da. Dabei wohne ich ja nun schon in Hamburg und man schafft es von mir zu Hause in etwa 50 Minuten an die Ostsee. Aber wann hat man schon mal Zeit, einfach da hinzufahren? Jedenfalls versprach ich mir mehr oder weniger selbst: Wenn das mit der Vier-Tage-Woche klappt, fahre ich am ersten freien Tag endlich mal wieder ans Meer.

Und das habe ich dann auch getan.

2015-04-17 13.27.05Wie man sieht – das Wetter war großartig am Freitag. 15 Grad, Sonne, ein bisschen Wind. Das war echt toll.

Ich hatte erst überlegt, nach Surenburg in der Nähe von Kiel zu fahren, allerdings las ich dann im Blog von Herrn Buddenbohm von dessen Ausflug zum Brodtener Ufer. Das ist – und ich wusste vorher gar nicht, dass es das gibt – ein 4 km langes Stück Steilküste zwischen Niendorf und Travemünde. Und da gibt es einen Wander-/Radweg auf der Steilküste längs, wo man dann die ganze Zeit aufs Meer gucken kann.

Das ist wirklich sehr sehr, schön da. Ich bin nach Niendorf gefahren, habe tatsächlich einen kostenlosen Parkplatz gefunden und bin dann über den Strand erstmal bis zum Anfang dieses Weges gelaufen. Wobei ich den Aufstieg hoch auf die Steilküste erstmal nicht gefunden habe und dann so lange am Strand rumgelaufen bin, bis ich einen Aufgang nach oben gefunden habe, der so aussah, als könnte ich als unfittester Mensch der Welt da hochkrauchen. Ging dann auch, wenn auch zwischendrin auf Händen und Knien und so ziemlich in der Mitte kriegte ich einen ziemlichen Schwindelanfall von diesen dämlichen Medikamenten. Aber da habe ich dann einfach eine Weile herumgestanden (beobachtet von einem ca. 8-jährigen Jungen, der sich vermutlich fragte, warum die dicke Frau da so mühsam den Berg hochkriecht) und dann gings wieder. Und dann habe ich einen Spaziergang auf dem Weg da gemacht. Die Seite landeinwärts ist übrigens auch sehr schick bei dem Wetter:

2015-04-17 14.20.21Das einzige, was diesem Weg irgendwie gefehlt hat, war so ein kleines Büdchen, an dem man Wasser kaufen kann. Alter, war ich durstig! Aber das Brodtener Ufer ist tatsächlich eher ziemlich unberührt und untouristisch, was ich eigentlich auch sehr schön finde.

Schließlich spazierte ich dann zurück nach Niendorf, aß dort noch ein Eis und ein Fischbrötchen, trank endlich was und machte mich dann nach 3 Stunden Sonne und Meer und Wind ziemlich zufrieden auf den Heimweg.

Fazit: Ein sehr gelungener erster Frei-Freitag und ein sehr schönes Fleckchen Ostseestrand. Da werd ich auf jeden Fall nochmal hinfahren.

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12 Kommentare

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12 Antworten zu “Mein erster freier Freitag

  1. Ich bin zwar sehr neidisch auf deinen Meerbesuch, aber eigentlich gönn ich dir das von ganzen Herzen. Voll gut! Ich hoffe, dass der freie Freitag für dich immer so schön ist und dir auch gesundheitlich was bringt. :*

    • Awww, vielen Dank 🙂 Ich hoffe, du kannst auch bald mal wieder ans Meer!

      Jeden Freitag werd ich aber vermutlich nicht sowas tolles machen *g*. Mal sehen. Ich hoffe nur zu vermeiden, dass ich irgendwann den Tag immer vollpacke mit Dingen, die ich sonst nicht erledigt kriege, das wäre irgendwie doof.

  2. feuerkatze

    Ich schliesse mich Marina an, beneide dich um die Nähe zum Meer (dafür hab ich dann Berge…) und hoffe auch, dass du noch vieleschöne frei-Freotage hast.

  3. Das freut mich sehr, dass es gefallen hat!

  4. Besser geht es doch gar nicht!!!

  5. Echt beneidenswert. Ich liebe das Meer, doch so schön Hessen ist, so weit hat mans auch zum Meer. Aber dein Post hat das Meer wenigstens für einen kurzen Augenblick zu mir geholt. Danke dafür! 🙂

  6. Das klingt wunderbar! Wie schön, dass du umgesetzt hast, was du dir vorgenommen hast! So sollten freie Tage (auch) sein. Mehr Lebenszeit – die muss man nicht mit Putzen o.ä. verbringen (ich zieh mich gerade mal selbst an den Ohren). LG, Mme C.

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