Mediengedöhns: Februar 2015

Ich folge mal dem guten Vorsatz, das letztens konsumierte Medienzeuch diesmal schon nach einem Monat zu verbloggen, damit es nicht wieder so ein laaaaaanger Eintrag wird. Diesmal gibt es aber auch gar nicht so viel zu erzählen, was jetzt weniger daran liegt, dass der Februar nur 28 Tage hat, sondern mehr daran, dass ich Serien ja immer erst nach Ende einer Staffel bewerte und im Februar wenig zu Ende geschaut wurde.

Bücher

Wie ich ja neulich schon schrob, habe ich nun doch mal die Hunger Games-Trilogie von Suzanne Collins gelesen. Achtung, ich spoiler jetzt hier voll rum und verrate, wie die Trilogie ausgeht und so! Nachdem ich vorher eigentlich nur „Young adult-Kram mit Love Triangle“ damit in Verbindung gebracht habe, hat mich der erste Band doch erstmal positiv überrascht. Die dystopische Welt ist erst einmal interessant, auch wenn sie schon aus diversen Versatzstücken zusammengeklaut ist. Über die Namensgebung (Wer bitte nennt seinen Staat „Brot“?) lache ich immer noch, auch die Namen mancher Personen (Romulus Thread? Castor und Pollux? Seriously??) sind eher dämlich-lustig als gut überlegt. Aber insgesamt geht es schonmal ganz unterhaltsam los, die Geschehnisse sind interessant und Katniss als Erzählfigur funktioniert auch gut, zumal die Autorin auch gar nicht in die Verlegenheit kommt, mehr über die Welt schreiben zu müssen, als eine 16-jährige vom Arsch der Welt eben weiß. Tatsächlich war ich bemerkenswert unverspoilert und fand den Ablauf der Spiele und der Vorbereitungen dazu schon recht spannend. Die medial inszenierte Liebesgeschichte fand ich auch gar nicht so schlecht als Idee, es war nur ein wenig nervig, dass die Hauptfigur mal wieder überhaupt nicht merkt, dass das für Peeta nicht nur Show ist. Generell, und das gilt für alle drei Bände, geht mir diese Ahnungslosigkeit von weiblichen Hauptcharakteren so auf den Zeiger. Einerseits, was die Lebenserfahrung angeht – Katniss ist 16 und hat natürlich noch niiiiiie einen Jungen auch nur geküsst. Echt mal, ist das irgendwie Voraussetzung für die Protagonisten von YA-Literatur? Wäre eine Figur unbrauchbar, die wenigstens schonmal geknutscht hat? Ehrlich mal – immer, wenn ich sowas lese, möchte ich ein YA-Buch schreiben, dessen Heldin eine 17-jährige Teenagermutter aus Paderborn ist. Hngh. Aber auch Katniss‘ ewiges Nixchecken von … allem fand ich anstrengend. Ehrlich, gegen Katniss ist der Harry Potter aus Band 5 noch ein Quell der Einsicht und Empathie.

Band 2, Catching Fire, fand ich dann schon etwas schwächer, vor allem am Anfang. Irgendwie eiert Collins da gefühlt ziemlich herum, bis sie dann endlich wieder zu den Hungerspielen zurückkehren kann. Diese zweiten Spiele finde ich zwar einerseits durch die spannenderen Teilnehmer ganz cool, andererseits wirkt es schon ein bisschen so, als ob es keine bessere Idee für den zweiten Band gab als ein Revival der Spiele. Eigentlich ist ja während der zweiten Spiele die Revolution schon halb im Gange, aber das geht an Katniss natürlich komplett vorbei. Der 3. Band, Mockingjay, hat mich dann eigentlich gar nicht mehr überzeugt. Ich wollte natürlich schon noch wissen, wie es ausgeht und hab das Buch auch zu Ende gelesen, aber gut fand ich es nicht. Grundsätzlich ist es zwar eine gute Idee, zu zeigen, dass Katniss unter den Ereignissen leidet, aber insgesamt ist das doch sehr inkonsequent. Im einen Moment ist sie am Boden zerstört, im nächsten macht sie spontan wieder irgendwas ganz tolles, natürlich ohne es zu merken, weil sie ja gar nicht weiß, was für eine tolle Wirkung sie auf andere Menschen hat. Zwischen diesen beiden Extremen schwankt es ständig hin und her, auch wenn es immer noch einen und noch einen Rückschlag für Katniss gibt, so dass ich mich irgendwann gefragt habe, wieso sie überhaupt noch irgendwie weitermacht. Zumal auch weder ihre Familie noch ihre Freunde noch die Verantwortlichen aus District 13 irgendwie die Notwendigkeit sehen, ihr mal wirklich zu helfen, statt sie immer nur für die nächste Propagandamaßnahme aufzupäppeln. Währenddessen läuft die Revolution so vor sich hin. Mehrfach gibt es spannende Dinge, die man nur erfährt, weil jemand Katniss nachher erzählt, wie die Sache ausgegangen ist (z. b. die Befreiung von Peeta). Spätestens da funktioniert die Perspektive irgendwie nicht mehr. Naja, und das Finale … der Tod von Prim war meiner Meinung nach einfach dämlich und effekthascherisch. Katniss war vorher schon am Ende und dass die Rebellen genauso skrupellos sind wie das Capitol war vorher auch schon klar. Auf wen Katniss den letzten Pfeil des  Krieges schießen wird, war auch keine Überraschung, das habe ich genauso kommen sehen. Und das Ende … es ist nich ganz so sehr aufs Papier gekotzter Regenbogenzuckerguss wie der Epilog von Harry Potter, da weniger ausgewalzt, aber ähnlich blöd. Wenigstens musste ich nicht noch lesen, dass die Kinder von Katniss und Peeta Rue-Prim und Finnick-Cinna heißen. Trotzdem fand ich den Epilog ziemlich dämlich – aus der völlig traumatisierten und zerstörten Katniss wurde natürlich eine glückliche Ehefrau und Mutter. Würg. Und natürlich erfährt man nix darüber, wie es Panem denn in den 20 Jahren, die seit dem Ende der Revolution ins Land gegangen sind, denn nun erging. Aber Hauptsache, die Liebesgeschichte wurde aufgelöst. Yeah.

Nun ja, nun kenn ich die Trilogie halt auch. Aber Begeisterung sieht dann doch anders aus. Wobei, zugegeben, mit 16 hätt ich es vermutlich toll gefunden.

Filme und Serien

Natürlich musste ich mir nach der Lektüre des Buches aus den ersten Hunger Games-Film reinziehen. Ich fand ihn auch ganz gut gemacht, wenn natürlich, wie viele Buchverfilmungen, doch sehr gehetzt erzählt. Aber das Wichtigste kam schon rüber, der Herr Mitbewohner, der das Buch nicht kennt, konnte auch allem soweit folgen. Jennifer Lawrence spielt die Katniss wirklich gut und macht sie sogar sympathischer als die Buchfigur. Und die zusätzliche Erzählebene in der Schaltzentrale der Spielemacher fand ich auch sehr gut gemacht. Insgesamt schon sehr unterhaltsam, mal sehen, ob die anderen Filme im Vergleich zum Buch größere Änderungen vornehmen (was ich grundsätzlich durchaus begrüßen würde).

Eine einzig abgeschlosse Serienstaffel gab es im Februar, nämlich Mavel’s Agent Carter. Genau, Peggy Carter aus Captain America hat ihre eigene Mini-Serie bekommen, die mit 8 Folgen als „Lückenfüller“ in der Pause von Agents of SHIELD lief. Wobei Lückenfüller jetzt so negativ klingt, deshalb auch in Anführungszeichen. Ich fand die Serie nämlich ziemlich gut. Sie spielt 1946 und thematisiert die Arbeit des SSR nach dem Ende des 2. Weltkrieges und dem Sieg über Hydra und Red Skull. Eins der Hauptthemen der Serie ist der Umgang mit Frauen zu der Zeit, denn obwohl Peggy Carter im Krieg an der Front gekämpft hat, wird sie jetzt zum Kaffeekochen und Akten ablegen verdonnert und ihre Fähigkeiten werden ignoriert. Der Sexismus in der Serie ist schon allgegenwärtig und springt einem vor allem in den ersten Folgen regelrecht ins Gesicht. Aber das fand ich sehr gut, denn es wäre albern gewesen, das zu beschönigen. Außerdem kann sich Peggy im Lauf der 8 Folgen dann durchaus vor ihren Kollegen beweisen und selbige bleiben auch nicht ewig auf ihrem Standpunkt, dass Frauen nix draufhaben. Man wünscht sich fast, im echten Leben wäre es auch so einfach. Aber anyhoo, es gibt natürlich auch ne Handlung. Ohne zu viel verraten zu wollen: Es geht darum, dass Howard Stark als Verräter vom SSR gesucht wird, weil diverse seiner Erfindungen verschwunden sind und bei sonstwem landen könnten. Stark muss außer Landes fliehen und bittet Peggy, seine Unschuld zu beweisen, so dass sie gezwungen ist, gegen ihre eigenen Kollegen vorzugehen. Wie schon gesagt hat mir die Miniserie gut gefallen. Die Stimmung der 40er Jahre kommt gut rüber, die Geschichte ist recht spannend und hat auch die ein oder andere unerwartete Wendung. Außerdem ist Peggy Carter (großartig gespielt von Hailey Atwell) einfach eine verdammt coole Socke, die sich einerseits durch nichts unterkriegen lässt und der man andererseits die Trauer um Steve Rogers immer noch sehr anmerkt. Mein Lieblingsdetail war übrigens, dass sie auf ihrer Kommode ein Bild von Steve stehen hat, dass ihn vor seiner Verwandlung in Captain America zeigt. Insgesamt jedenfalls eine sehr feine Sache – mal sehen, ob es noch eine zweite Staffel gibt oder ob es im nächsten Agents of Shield-Hiatus eine andere Miniserie aus dem Marveluniversum gibt. Ich fände beides gut.

Spiele

Nach DA:Origins habe ich noch das recht umfangreiche DLC Dragon Age: Awakening gespielt. Darin spielt man den Kommandanten einer Warden-Festung, der sich damit herumschlagen muss, dass nach dem eigentlichen Ende der Blight in Origins trotzdem noch intelligent agierende Darkspawn das Land unsicher machen. Im Gegensatz zu den übrigen Spielen fängt man nicht bei Level 1, sondern gleich bei Level 18 (glaub ich) an (theoretisch kann man auch den eigenen Warden aus Origins weiterspielen, aber das ging bei mir nicht). Hab mir dann einen elfischen Magier gebaut. Ich fand es ganz cool, dass man insofern noch ein paar Möglichkeiten erschließen konnte, die man sonst nicht hat. Die Story ist auch ganz okay, wenn auch diesmal eher auf Kampf und strategische Dinge (man kann z. B. die Festung verbessern oder Zutaten für Granaten sammeln) ausgelegt. Es gibt aber auch wieder viele ganz nette Nebenquests. Bei den Companions ist mit Oghren ein alter Bekannter aus Origins dabei, ansonsten sind es neue Leute. Allerdings haben einige Bekannte aus Origins einen Gastauftritt. Am besten fand ich glaub ich Justice, weil die Idee halt sehr originell ist, aber auch Anders ist recht cool, nur halt doch sehr anders als in DA2. Insgesamt hat der DLC jedenfalls Spaß gemacht, mich aber nicht so sehr mitgerissen wie Origins, weil die Geschichte auch sehr viel weniger persönlich ist.

Inzwischen hab ich nun auch endlich Inqusition angefangen, war am Anfang etwas underwhelmed, find es jetzt inzwischen aber doch recht shiny. Aber dazu mehr, wenn ich durch bin. Also so im Mai oder so …

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Eingeordnet unter Bücher, Computerspiele, Mediengedöhns, Serien

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