Schnipp, Schnapp, Haare ab.

Morgen habe ich einen Friseurtermin.

Das ist jetzt an sich weder bemerkenswert noch dramatisch, allerdings ist so ein Friseurbesuch für mich ziemliches (Achtung, Anspielung) Neuland. Zum letzten Mal beim Friseur war ich vor über zwei Jahren. Da schnitt man mir 20 cm Haar ab und tüddelte den Rest in eine schöne Flechtfrisur für die Hochzeit meiner Schwester. Der letzte Friseurbesuch davor war so ungefähr 2005 gewesen und das letzte Mal, dass ich etwas anderes hätte machen lassen als Spitzen schneiden ist ungefähr 14 oder 15 Jahre her.

Hintergrund des Ganzen: Als Kind zwangen meine Eltern mich zu einer praktischen Kurzhaarfrisur. Das hatte natürlich zur Folge, dass ich mir die Haare, sobald ich nicht mehr zum Abschneiden gezwungen wurde, als so etwa mit 13, wachsen ließ. Wachsen und wachsen und wachsen. Als ich eingeschult wurde, hatte ich die kürzesten Haare des Jahrgangs, als ich Abi machte, die längsten. Danach habe ich daran nicht mehr viel geändert, eine Frisur hatte ich nicht wirklich, ich hatte einfach lange Haare. Vier oder fünf Mal habe ich sie getönt, aber sonst nichts damit angestellt.

Nun mag ich meine Haare eigentlich, aber aktuell nerven sie. Die Spitzen sind wieder splissig, der Rest verklettet sich auch ständig, sobald ich sie mal fünf Minuten offen trage und die letzte Tönung ist auch schon wieder ewig her, so dass ich nun wieder straßenköterblond bin. Und da ich leider zu den Menschen gehöre, die keinerleit Talent zum Frisuren machen haben, trage ich an 360 Tagen im Jahr einen praktischen Duttknödel am Hinterkopf und ob meine Haare nun 50 der 100 cm lang sind, sieht man eh nicht. (Aktuell dürften es wieder etwa 115 cm Länge sein, schätze ich.)

Also habe ich einen Termin gemacht. Morgen, 17 Uhr. Schneiden und tönen. Bei einem Friseur, bei dem ich noch nie war, weil ich ja nie zum Friseur gehe und daher auch nicht weiß, welcher denn gut ist. Letztendlich habe ich mich durch 20 verschiedene Homepages geklickt und dann einen mit einer guten Bewertung bei Yelp und einer sympathischen Homepage ausgesucht. Am Telefon waren sie auch nett. Und wie der Laden heißt, verrate ich nicht, sonst postet einer noch in die Kommentare, dass genau dieser Laden ihm die Haare voll fies verschnitten hat und dann sage ich den Termin ab und mache aus Angst keinen neuen und muss den Rest meines Lebens mit einem Knödeldutt herumlaufen und das wollen wir ja nicht.

Was ich genau will, weiß ich leider auch nicht. Bisschen kürzer, aber immer noch lang, bisschen Farbe rein und…ja. Keine Ahnung. Es soll bitte möglichst gut aussehen, nech. Wie das gehen soll, muss wohl die Friseurin entscheiden.

Jedenfalls habe ich ein wenig Angst. Das Schlimmste, was passieren kann, ist zwar, dass meine Haare blöd aussehen und ich sie dann, bis die Frisur rausgewachsen ist, weiterhin jeden Morgen zum Knödeldutt drehen werde, aber das ist ja ziemlich genau der Jetzt-Zustand. Aber natürlich könnte ich auch aus Versehen blaue oder grüne Haare kriegen. Oder sie fallen mir alle aus. Das wäre wohl der worst case. Aber die Wahrscheinlichkeit erscheint mir doch sehr gering. Trotzdem bin ich aufgeregt und ein wenig panisch. Und versuche das nun, in diesem Blogeintrag zu verarbeiten.

Morgen also. Schnipp, schnapp.

Wünscht mir Glück!

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2 Kommentare

Eingeordnet unter blabla

2 Antworten zu “Schnipp, Schnapp, Haare ab.

  1. Glück!

    Ich bin vor einem Friseurtermin auch immer aufgeregt und weiß eigentlich gar nicht warum. Obwohl. Doch. Ich mag dieses Rumsitzen und die Zwangsunterhaltung nicht. Außerdem muss ich mir dann immer anhören, dass ich a.) soooo dicke Haare b.) soooo schöne Haare c.) soooo schöne Locken habe und das find ich alles auch doof.

    • Danke! Ja, wie das dann wird und ob die mit mir reden wollen und was sie zu meinen Haaren überhaupt sagen…keine Ahnung. Ich hoffe, es wird erträglich.

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