Urlaub I: Prag

Achtung: Wenn du Reiseberichte, Urlaubsreports, Prag, Restaurantbewertungen, Museen, Limonade, Alchemisten, Greifvögel und/oder Tim Burton langweilig findest, darf du diesen Artikel nun überspringen.

(Es sei denn, es handelt sich bei dir um Judith, die den ganzen Scheiß jetzt gefälligst lesen muss :p .)

Ach, Prag. Wir hatten einen schweren Start miteinander. Die ersten Stunden mit dir – ich hätte wieder nach Hause fahren mögen. Wie das kam?

IMG-20140609-WA0003Also – Pfingstsamstag um ziemlichfrühmorgens begaben sich der Herr Mitbewohner und ich also zum Flughafen, um von Hamburg nach Prag zu fliegen. Nach Prag fliegen um die Uhrzeit anscheinend nicht so schrecklich viele Leute, deswegen hatten wir eine kleine Maschine mit nur 2 Sitzreihen links und rechts, die noch so einen Propellerantrieb hatte, ziemlich laut vor sich hinröhrte und beim Kurven fliegen immer ein bisschen so den Eindruck machte, als ob sie sich gleich überschlägt. Ich spielte also eine Stunde lang ein wenig unruhig Angry Birds, um mich von dem Geschwanke abzulenken, während der Herr Mitbewohner…tief und fest schlief. Unglaublich. Irgendwann waren wir aber wundersamerweise nicht abgestürzt, sondern auf dem Prager Flughafen gelandet. Von da fährt man dann mit dem Bus in die Stadt rein, also wir haben das jedenfalls gemacht, weil es sehr viel billiger ist als ein Taxi. Es war also ungefähr 11 Uhr vormittags, bereits fast 30 Grad warm und der Bus war so überfüllt, dass wir die 30-minütige Fahrt da zwischen diversen fremden Menschen und Koffern standen und bei jeder der zahlreichen Kurven und Kreuzungen umzufallen drohten. Nach der Fahrt war ich eigentlich für den Tag schon erledigt. Danach also in die Ubahn, die in Prag Metro heißt, und die uns zu unserem Hotel brachte.

Jaaaah, das Hotel. Da ging der Spaß dann weiter. Wir hatten ja diesmal Flug und Hotel übers Reisebüro gebucht, weil die Flüge sonst sehr teuer waren. Das Hotel sollte 4 Sterne haben und laut Reisebüro „fast direkt in der Altstadt“ liegen. Wie wir dann feststellten, lag allerdings die Altstadt 10 Gehminuten zur Ubahn und 4 Bahnstationen entfernt. Wenig Begeisterung unsererseits, aber naja, man ist ja nicht so oft im Hotel. Als wir dann allerdings kurz vor 12 Uhr ankamen, machte das Hotel keinen sehr guten Eindruck. Die Rezeption war im Halbkeller, daran anschließend waren noch einige Sofas und Tische, alles war halbdunkel und ziemlich abgegrabbelt. An der Rezeption war niemand, nur eine Putzfrau wischte gerade den Boden. Als dann irgendwann mal jemand auftauchte, wurden wir in unfreundlichem Tonfall darauf hingewiesen, dass Check-in erst ab 14 Uhr geht (was uns klar war, wir wollten nur das Gepäck loswerden) und uns dann ein nicht abgeschließbarer Raum gezeigt, in den wir das Gepäck bringen konnten. Yay.

Um die 2 Stunden möglichst sinnvoll rumzubringen, sind wir dann in die Altstadt gefahren, haben was gegessen und sind dann zum Hauptbahnhof, um uns eine Prague Card zu kaufen. Das ist so eine Touristenkarte, die es inzwischen in sehr vielen Großstädten gibt und mit der man alle öffentlichen Verkehrsmittel benutzen kann und freien oder günstigeren Eintritt in diverse Touristenattraktionen, Museen usw. bekommt. Bezahlt haben wir für 3 Tage 58 Euro pro Person. Alternativ kann man auch nur eine Dreitageskarte für die Öffis kaufen, die kostet ungefähr 11 Euro. Generell find ich diese Karten aber gut, weil man sich tendenziell doch mehr anschaut, wenn man nicht so viel Eintritt für alles zahlen muss.

Blick auf die Kathedrale am Prager Schloss

Blick auf die Kathedrale am Prager Schloss

Nach ungefähr 2 Stunden waren wir dann zurück im Hotel und durften dann auch einchecken. Vorher hatten wir schon beide festgestellt, dass uns der erste Eindruck des Hotels so gar nicht gefällt. Aber wir wollten erstmal das Zimmer abwarten. Selbiges betraten wir dann und…nun ja. Größe war okay, Einrichtung sehr spartanisch (Bett, Kleiderschrank, kleiner Tisch und 2 Hocker), an den Möbeln blätterte überall die Farbe ab, an der Wand waren riesige Wasserflecken und der Teppich bestand mehr aus verschiedenen Flecken als aus Stoff. Das wäre vielleicht alles noch gegangen, aber als wir feststellten, dass das Bett keinen Lattenrost hat, sondern nur eine Matratze auf einem Holzbrett und wir dann noch dazu auf dem Kopfkissen diverse Fusseln und Haare entdeckten, war uns klar, dass wir hier nicht 4 Tage bleiben wollen. Natürlich war das Hotel schon im Voraus bezahlt und somit 200 Euro dann quasi weg – sehr ärgerlich. Aber ich hatte eine vage Vorstellung davon, was dieses Bett mit meinem Rücken angestellt hätte und somit war Bleiben irgendwie keine Option. Also haben wir dann übers Smartphone bei last-minute.de ein neues Hotel gesucht. Die Seite ist ganz cool – es gibt da halt Hotels, die nicht gebuchte Zimmer kurzfristig und relativ günstig anbieten. So fanden wir dann für 220 Euro ein Hotel mit relativ guter Verkehrsanbindung und näher an der Altstadt. Der Weg dahin war fürchterlich – wir sind mit der Straßenbahn gefahren und konnten darin kein Ticket lösen, weshalb wir nochmal aussteigen mussten und ich dann bei 30 Grad im glühenden Sonnenschein 20 Minuten lang den Koffer bewachte, während der Herr Mitbewohner ein Ticket kaufen ging. Dann – endlich! Neues Hotel! Aber auch da kam es anders als geplant, wenn auch positiv: Das Hotel gehört zu einer Kette mit 4 Hotels in Prag und im Rahmen einer Promo-Aktion wurden wir dann kostenlos in ein anderes Hotel, quasi direkt an der Moldau und 5 Minuten von der Karlsbrücke, umgebucht. Also doch noch eine schöne Überraschung am Ende. Das Hotelzimmer war dann auch okay, das Bett zwar etwas zu weich für mich, dafür aber mit riesigem Bad und – ganz entscheidend – Klimaanlage. Und die Lage war halt super, zumal auch direkt vor der Tür die Straßenbahn fuhr.

Der erste Urlaubstag bestand also von morgens um 7 bis nachmittags um 17 Uhr eigentlich nur daraus, endlich mal anzukommen. Dementsprechend genervt war ich auch. (Ob wir über das Reisebüro noch was wiederkriegen von dem ersten Hotel, weiß ich übrigens noch nicht.)

Dann also Prag. An Pfingsten. Bei durchschnittlich 32 ° C. Also Leute…falls ich jemals wieder die Idee habe, über irgendwelche Feiertage/langen Wochenenden in eine Großstadt zu fahren: Haltet mich davon ab! Es war sooooo voll. Nicht überall, aber halt schon an den Orten, die man sich tendenziell als Tourist gerne anschauen möchte. Dass es dazu auch noch eine Million Grad heiß war, war natürlich Pech, hat das Ganze aber auch nicht besser gemacht. Ich und Hitze, wir werden in diesem Leben keine Freunde mehr. In der direkten Sonne war es kaum auszuhalten, im Schatten ging es meistens halbwegs. So wanderten wir immer von Schatten zu Scahtten und mussten öfter mal die Straßenseite wechseln *g*.

Eine der Metro-Stationen wurde von Daleks übernommen.

Eine der Metro-Stationen wurde von Daleks übernommen.

Insgesamt ist Prag ziemlich groß, sehr laut und sehr zugebaut. Im Gegensatz zu vielen anderen Städten gibt es selbst im Kern der Altstadt keine größere Fußgängerzone, so dass man halt ständig Autos, Straßenbahnen, Busse usw. um sich herumfahren hat.  Außerdem gibt es zwar einige Parks oder Gärten, ansonsten aber kaum einen grünen Fleck (so richtig aufgefallen ist mir das erst, als wir wieder in Hamburg waren und auf einmal alles so grün aussah…). Die Stadt hat einige sehr hübsche Ecken, dazwischen liegt allerdings auch viel Unhübsches. Ebenfalls gewöhnungsbedürftig sind die öffentlichen Verkehrsmittel. Da bin ich von Hamburg vielleicht ein bisschen verwöhnt, aber es war schon recht mühsam. Die Fahrplanauskunft funktioniert nur so semi-gut und zeigte oft Stationen nicht an, die näher am gewünschten Ziel lagen als die vorgeschlagenen. Außerdem sind die Stationen sehr krude verteilt – so lag ja die eine Straßenbahnstation direkt gegenüber vom Hotel, die Station in die Gegenrichtung hingegen ist mehrere hundert Meter weiter hinter der nächsten Ecke. Auch beim Umsteigen an ein und derselben Station muss man teilweise erstmal 5 Minuten zur anderen Haltestelle laufen. Die Straßenbahnen an sich sind meistens ziemlich voll und haben keinerlei Klimaanlage, was bei dem Wetter die Fahrt auch olfaktorisch interessanter machte, als ich das eigentlich gut fand. Irgendwann hatten wir dann den Dreh so halbwegs raus und mussten uns nicht mehr nur auf die Fahrplanauskunft verlassen. Trotzdem sind die Öffis nicht gerade ein Pluspunkt von Prag. (Die Metro funktioniert evtl. besser, fährt aber kaum auf der Kleinseite, wo unser Hotel war und wurde daher kaum von uns genutzt.)

Mein Freund, der Bussard.

Mein Freund, der Bussard.

Was haben wir also alles gemacht? Dank der Prague Card eine Stadtrundfahrt, so richtig touri-mäßig inklusive Kopfhörer mit Sprachausgabe in 20 Sprachen, was ganz okay war. Vor allem konnte man dabei sitzen *g*. Auf dem Prager Schloss waren wir auch,  natürlich war das am Pfingstsonntag komplett überfüllt. Wir haben dann einen kleinen Rundgang durch das Schloss und die eine Kapelle da gemacht. Es gibt da auch eine Kathedrale, die sehr eindrucksvoll aussieht, um in die reinzugehen, hätte man aber 2 Stunden anstehen müssen, also sind wir da nicht rein. Sehr schön ist der Schlossgarten, wo man auf hübschen Wegen unter hübschen Bäumen (SCHATTEN!) spazieren gehen kann. Highlight war für mich die Falknerei, dort konnte man nämlich alle möglichen Greifvögel und Eulen aus der Nähe betrachten und für ungefähr 3 Euro auch einen davon im Falknerhandschuh auf die Hand nehmen und sich damit fotografieren lassen. So machte ich nähere Bekanntschaft mit einem Wüstenbussard, der sich zwar nicht streicheln ließ, sondern fröhlich in meine Hand pickte, ansonsten aber sehr putzig war. Sie hatten da auch einen Adler mit 2,20 m Spannweite, den ich aber ungern 5 Minuten auf meiner Hand balancieren wollte. Sah aber sehr cool aus.

Im Ghost-and-Legends-Museum

Im Ghost-and-Legends-Museum

Nun gibt es in Prag auch einige ungewöhnliche Museen, unter anderem ein Toilettenmuseum, ein Museum für Sexspielzeug (die wir beide nicht besuchten) und das Museum über Prager Geister und Legenden sowie das Museum für Alchemie und Magie, die wir uns angesehen haben. Im Museum of Ghost and Legends gibt es viele Prager Geschichten und Legenden nachzulesen, die dann mit allen möglichen Sachen noch illustriert werden – da gibt es kleine Gefäße, die von innen leuchten und einen eingefangenen Wassergeist darstellen sollen, ein lustiges Spiel, bei dem man 3 Püppchen den Kopf abschlagen muss und eine kleine Marionettenbühne mit Dr. Faustus und Mephisto. Und wenn man dann alles durchgelesen hat (was ich leider nicht geschafft habe, weil ich irgendwann nicht mehr stehen konnte), kann man nach unten in den Keller gehen, wo die ganzen Gruselgeschichten nochmal mit Geräuschen und Figuren nachgestellt sind.

Noch cooler ist das Alchemiemuseum, denn es befindet sich schonmal in einem Gebäude, in dem tatsächlich mal ein Alchemist, nämlich Edward Kelley, gelebt hat. Der Turm weist zudem noch die älteste Wendeltreppe Prags auf, man muss also vorsichtig sein beim Hochgehen. Wir waren zuerst oben im Turm, wo auf dem Dachboden ein Alchemielabor aufgebaut ist, mit allen möglichen Apparaten, Gerätschaften, und nachgestellten Erfindungen wie z. B. dem Homunculus oder einem Mikrokosmos. Besonders cool sind diverse Notizzettel, die der fiktive Benutzer des Labors als Gedächtnisstütze überall an den Wänden verteilt hat. Vor allem der Zettel mit „Mind your head, Edward!“ an einem niedrigen Holzbalken ließ mich schmunzeln, weil ich mir sofort vorstellte, wie ein etwas zerstreuter alter Alchemist diesen Zettel da anbringt, nachdem er zum 50. Mal mit dem Kopf gegen den Balken gestoßen ist.

Alchemie-Kneipe

Alchemie-Kneipe

Homunculus

Homunculus

Vom Labor aus kann man die Wendeltreppe noch weiter nach oben gehen und kommt dann auf der Turmspitze raus, wo es zwei kleine Bänke gibt und von wo aus man einen tollen Blick über Prag hat. Der zweite Teil des Museums befindet sich dann in einem  Nebengebäude im Erdgeschoss. Dort gibt es ein altes Sphärenmodell sowie eine Art…Beschwörungsszene (siehe Bild) sowie das coolste Klo, das ich je gesehen habe: Auf einer Holzwand wird man darüber informiert, dass Phosphor ja aus Urin hergestellt wird und um eine Spende gebeten *g*. Dahinter befindet sich dann die Toilette. Es gibt dann weiterhin noch einen netten Innenhof mit ein paar Tischen und Stühlen und eine Kneipe, die ebenfalls sehr alchemistisch eingerichtet ist und in der man hauptsächlich was trinken kann. Man kann für beide Museen ein Kombi-Ticket kaufen. Das hat uns mit der Prague Card ungefähr 6 Euro pro Nase gekostet, was es definitiv wert war.

Beschwörungskreis - Betreten auf eigene Gefahr.

Beschwörungskreis – Betreten auf eigene Gefahr.

Passend dazu gibt es übrigens auch eine Ghost-and-Legends-Stadtführung, die abends stattfindet und bei der man durch die Stadt läuft und sich Geistergeschichten an den passenden Orten anhört. Das haben wir dann aber nicht gemacht, zumal es auch bei der spätesten Tour um 21 Uhr noch längst nicht dunkel gewesen wäre.

Park auf dem Vysehrad.

Park auf dem Vysehrad.

Wir waren dann noch auf dem Vysehrad, also dem Hügel, auf dem die erste Festung Prags stand, die heute nur noch eine Ruine ist. Der Weg nach oben war zwar die Hölle, das Gelände ist aber sehr schön und auch nicht überlaufen. Es gibt verschiedene Aussichtspunkte mit guter Sicht auf die Stadt, einen großen Park und verschiedene Gebäude, die man besichtigen kann. Der Herr Mitbewohner wollte gern in die alten Kasematten, wo auch einige Originalfiguren von der Karlsbrücke ausgestellt sind. Leider wurde daraus nix, weil es zu wenige Interessierte für die Führung gab (genauer gesagt: er war der Einzige) und weil ich mich zu dem Zeitpunkt schon zum Im-Park-Chillen abgesetzt hatte und er mich nicht wiederfand. (Ich habe immer noch ein schlechtes Gewissen deswegen.) Insgesamt gibt es da jetzt nix, was man un-be-dingt gesehen haben müsste, aber wenn man ein ruhiges Plätzchen mit schönen Grünanlagen und guter Aussicht mag, kann man da durchaus hingehen.

Altstadt - der blaue Ballon markiert die Tim-Burton-Ausstellung.

Altstadt – der blaue Ballon markiert die Tim-Burton-Ausstellung.

In der Altstadt an sich waren wir auch, allerdings gar nicht sooo lange. Das Rathaus mit der astronomischen Uhr haben wir gesehen, allerdings nur von außen, ansonsten sind wir ein wenig rumgelaufen. Die längste Zeit haben wir im sogenannten Stone Bell House verbracht, denn da ist aktuell gerade eine Tim-Burton-Ausstellung. Obwohl ich gar nicht sooooo ein Mega-Fan von Tim Burton bin (was eher daran liegt, dass ich einfach nicht so viel von ihm kenne, nicht daran, dass ichs nicht gut finde), fand ich das interessant. Die Ausstellung war auch sehr schön gemacht. Es gab hunderte von Zeichnungen von Tim Burton zu sehen, dazu einige Modelle von Figuren aus seinen Filmen. Im Keller war auch ein Kino, in dem man sich Burton-Filme hätte anschauen können, wenn man Zeit gehabt hätte. Die Zeichnungen haben mir alle gut gefallen, da waren von Buchillustration über Konzeptzeichnungen für Filme bis hin zu dutzenden Skizzen auf Servietten und Notizzetteln alles dabei. Am Ende habe ich mir noch dieses Bild als Poster und ein paar Postkarten gekauft. Sehr schöne Ausstellung, die sich gelohnt hat und eine Abwechslung von den vielen historischen Sachen war. Wie hoch der Eintritt war, weiß ich gar nicht mehr, ich glaube, es waren 190 Kronen, also etwa 6,50 Euro.

Leckere Kiwi-Limonade! Und Eis.

Leckere Kiwi-Limonade! Und Eis.

Ernährt haben wir uns in Prag natürlich auch irgendwie und damit komme ich dann wieder zu einem sehr positiven Aspekt. Essen gehen kann man in Prag nämlich sehr gut. Morgens hatten wir ja immer Hotelfrühstück, was okay, wenn auch nicht super war. Tagsüber haben wir aufgrund der Hitze sehr viele Eise gegessen und Limonade getrunken. Denn, weiterer Pluspunkt, überall in Prag kriegte man sehr leckere selbstgemachte Limonade. Das war meistens tatsächlich einfach frisches Obst oder Saft, manchmal mit etwas Zucker und dann mit Wasser aufgegossen. Getrunken habe ich Zitrone, Kiwi, Grapefruit und Himbeer, wobei bei letzterer einfach eine Handvoll frische Himbeeren mit Minze und Zitronenscheiben mit Wasser aufgegossen wurden. Sehr lecker und sehr erfrischend. Am besten fand ich Kiwi, davon hab ich 4 große Gläser vertilgt. (Und zwar im Restaurant Motto direkt am Old Town Square.)

Lamm mit Kartoffelpüree, Soße und Zeuch.

Lamm mit Kartoffelpüree, Soße und Zeuch.

Gegessen haben wir tagsüber meistens nur was Kleines, z. B. sehr leckeres Sandwich und Salat im Fine Café direkt am Vysehrad. Abends, nachdem wir meistens erstmal noch 1-2 Stunden im Hotel die wundervollen 19 °C dank Klimatisierung genossen hatten, sind wir dann, sobald die Temperatur erträglich war, essen gegangen. Am ersten Abend waren wir in einem Hotelrestaurant in der Nähe der Altstadt, dessen Namen ich leider nicht mehr weiß. Es gab da jedenfalls moderne tschechische Küche, z. B. dieses sehr leckere Lamm mit Soße, Kartoffelpüree und Möhren. Am letzten Abend waren wir am Moldauufer in der Nähe der Karlsbrücke bei einem traditionell tschechischen Restaurant, wo ich Gulasch mit Knödeln und der Herr Mitbewohner einen böhmischen Teller mit verschiedenen Fleischsorten und ebenfalls Knödeln aß.

Für den Restaurantbesuch am 2. Abend muss ich dann doch nochmal etwas weiter ausholen, das war nämlich schon sehr schön: Bereits am ersten Tag, als wir auf der Suche nach der Prague Card gen Hauptbahnhof liefen, fiel uns dieser schöne Turm ins Auge:

Der Heinrichsturm (Nähe Hauptbahnhof)

Der Heinrichsturm (Nähe Hauptbahnhof)

Dabei handelt es sich um einen alten Glockenturm, in dem sich jetzt ein Museum, ein Whiskeyshop, eine Whiskeybar sowie das Restaurant Zvonice befinden. Für interessant aussehende Restaurants hab ich ja eh eine Schwäche, deshalb wurde der Name gleich abgespeichert und im Hotel das Restaurant dann gegoogelt. Da es auch überall gute Bewertungen hatte, sind wir am Sonntag abend dann dort essen gegangen. Der Whiskeyshop hatte leider zu, daher ging es gleich in den 7. Stock des Turmes und ins Zvonice. Das Restaurant ist logischerweise recht klein (es geht aber über 2 Stockwerke) und hatte in dem Stockwerk, wo wir waren, vielleicht 7 oder 8 Tische. Es war zum Glück auch nicht so voll, dass wir keinen Platz mehr bekommen hätten. Es ist sehr gemütlich da, überall Holzbalken und mittendrin hängt noch die alte Glocke. Gegessen haben wir dann zwar nicht günstig, dafür aber sehr gut:

Martini Rosso als Aperitif

Martini Rosso als Aperitif

Gruß aus der Küche (Scampi mit Creme Fraiche und Toast)

Gruß aus der Küche (Scampi mit Creme Fraiche und Toast)

Sauerkrautsuppe mit Schinken und Kartoffelstampf

Sauerkrautsuppe mit Schinken und Kartoffelstampf

Rehrücken mit Johannisbeer-Schokoladen-Sauce, Rahmpfifferlingen und Kartoffel-Spinat-Rolle

Rehrücken mit Johannisbeer-Schokoladen-Sauce, Rahmpfifferlingen und Kartoffel-Spinat-Rolle

Johannisbeer- und Zitronensorbet mit frischen Früchten

Johannisbeer- und Zitronensorbet mit frischen Früchten

Es war alles sehr, sehr lecker und man konnte da gemütlich sitzen. Sogar die im Hintergrund laufende Musik war gut *g*. Zu zweit haben wir ungefähr 100 Euro bezahlt, das war das Essen aber allemal wert. Eigentlich wollten wir danach noch in die Whiskeybar, die bis 01:00 Uhr offen haben sollte. Dann war sie aber leider doch geschlossen. Sehr schade. Aber auch so war es ein sehr schöner Restaurantbesuch.

So. Ich glaube, jetzt hab ich aber wirklich alles Nennenswerte über diesen Urlaub aufgeschrieben. Die Rückreise verlief dann dank Taxi zum Flughafen auch wesentlich entspannter, von den 2 Minuten abgesehen, in denen wir feststellten, dass jeder von uns dachte, der jeweils andere hätte die Flugtickets aus dem Flughafenrestaurant mitgenommen *g*. (Sie lagen zum Glück noch auf dem Tisch.)

Insgesamt ist Prag schon eine Reise wert und ein paar Sachen würden mir sicherlich noch einfallen, die ich noch gerne gemacht oder gesehen hätte. Aber es gibt halt so Städte, da steigt man das erste Mal in der Innenstadt aus der Bahn und denkt sich so „BÄM – geile Stadt!“ (bei mir: Budapest und Amsterdam) und es gibt Städte, da ist das nicht so. Und da gehört Prag halt dazu. Vielleicht fahr ich trotzdem nochmal hin. Im November. Bei Regen. An einem Mittwochvormittag.

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4 Kommentare

Eingeordnet unter blabla, Graaaah!

4 Antworten zu “Urlaub I: Prag

  1. Pingback: Mit anderen Worten: Links vom 26.06.2014 | Wortstroh

  2. Gehorsam melde ich: Alles gelesen! 😀 Das Ghost-and-Legends-Museum steht nicht in meinem supertollen Michael-Müller-Reiseführer!!!!11elf! Das muss ich mir also reinkritzeln. ;D Ich werde dann meinerseits berichten, wenn wir da waren!

  3. Ich finde Prag ja SO toll. Von der ersten Minute an fand ich’s beeindruckend (viel beeindruckender als Budapest und Amsterdam, die ich auch beide mag.)

    Und ich war im… Oktober? da und vermutlich ist’s Pfingsten deutlich voller, aber selbst da war’s noch richtig voll. Überall deutsche Touristen. Ich glaube, Prag gibt es nicht in leer, leider.

    Liebste Grüße,
    der Haferhalm

    • Ich glaub, das ist auch einfach Geschmackssache. Es soll ja auch Leute geben, die Hamburg nicht mögen (un-vor-stell-bar!). Aber wie ja auch schon geschrieben, es gab auch schöne – und nicht so überlaufene – Ecken.

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