Fiasko! – Ein Spielbericht

Nein, kein Sorge, bei mir ist alles in Ordnung – ich rede vom Rollenspiel Fiasko. Selbiges habe ich gestern zum ersten Mal ausprobieren können und so lange ich mich noch an den ganzen abgefahrenen Scheiß erinnere, will ich mal was dazu schreiben.

Fiasko? Was ist das und wie kamst du dazu?

Fiasko ist eine Mischung aus Rollenspiel und Erzählspiel. Jeder Spieler übernimmt einen Charakter und die Spieler erzählen gemeinsam eine Geschichte. Es gibt dabei keinen Spielleiter und es wird auch kaum gewürfelt. Ziel ist es, eine möglichst interessante, coole, desaströse Geschichte zu entwickeln. Wie der Name ahnen lässt: Es geht darum, eine Geschichte zu erzählen, die am Ende für mindestens einige Charaktere so richtig schön in die Hose geht. Wer immer nur als strahlender Gewinner dastehen will, sollte also eher die Finger von Fiasko lassen.

Das Spiel ist für 3-5 Spieler, die Spielzeit beträgt 2-4 Stunden. Man braucht das Regelbuch und pro Personen 4 W6, davon 2 helle und 2 dunkle.

Beziehen kann man die deutsche Übersetzung beim Pro-Indie-Verlag. Man kann dort nur per Mail bestellen, es hat bei mir aber reibungslos und sehr schnell (Sonntag abend bestellt, Mittwoch Buch erhalten) funktioniert. Ansonsten kriegt man evtl. auf Amazon auch ein englischsprachiges Exemplar.

Wie ich darauf kam, das spielen zu wollen: Es gibt auf dem Geek and Sundry-Channel auf Youtube ja die wunderbare Sendung TableTop von und mit Wil Wheaton. Dort spielt er jede Woche mit prominenten Gästen Spiele, vom Kartenspiel über Strategiebrettspiele bis hin zu klassischen Pen-and-Paper-Rollenspielen (sehr empfehlenswert: Die Sendung mit dem DragonAge-RPG). Jedenfalls hat er dort auch Fiasco vorgestellt und ich war so begeistert, dass ich mir sofort das Regelbuch bestellen musste und meinen Freundeskreis bekniet habe, das mit mir zu spielen. Also, wer eine Stunde Zeit übrig hat: Guckt euch die Fiasco-TableTop-Sendung an, sie ist wirklich, wirklicht toll! (Ich hab sie 2x geschaut, so toll ist die!)

So funktioniert es

Das Regelbüchlein von Fiasko ist dünn und die Regeln sind fix verstanden. Es gibt hinten im Buch auch ein gut gemachtes beispielhaftes Spielsitzungsprotokoll, nach dessen Lektüre eigentlich alle Fragen geklärt sein können.

Teil 1: Das Set-up

Am Anfang steht das Set-up, also das Erstellen von Charakteren und Hintergrund, und das ist einer der wenigen Teile, bei dem Würfelergebnisse wichtig sind. Pro Spieler wird mit 4 W6 gewürfelt – die gewürfelten Zahlen müssen dann benutzt werden, um aus verschiedenen Kategorien Elemente auszuwählen. Das funktioniert über eine Tabellensammlung, das so genannte Playset (zu deutsch: Kulisse). Es gibt diverse Kulissen, im Buch enthalten sind „Kleine Stadt“, „Geschichten aus der Vorstadt“, „Wilder Westen“ und „Ewiges Eis“. Weitere Playsets (auf englisch) finden sich hier. Die Playsets enthalten die Tabellen „Beziehungen“, „Antriebe“ (=was will ein Charakter erreichen), „Orte“ und „Gegenstände“. Diese sind dem jeweiligen Setting angepasst. Im Wilden Westen hat man als Beziehung vielleicht Sheriff und Deputy oder Minenbesitzer und Arbeiter, in der Vorstadt dagegen Nachbarn, Verlobte, heimliche Affäre, etc. Ich denke, es ist klar, was ich meine. Jede Tabelle enthält Kategorien (z. B. „Familie“ und Details zu den Kategorien (bei „Familie“ z. B. „Geschwister“, „Ehe“, „Blutsbrüder“, etc.). Die Spieler suchen sich nun reihum anhand der gewürfelten Zahlen Elemente aus den Tabellen aus. Es gibt einige Vorgaben, was alles vorkommen muss, aber das will ich jetzt nicht alles erläutern.

Das Auswählen der Elemente dient dazu, die Geschichte und die Figuren auszuarbeiten. Wer bin ich, was will ich erreichen, wo befinde ich mich, wen kenne ich woher, was sind interessante Konflikte, welche Geheimnisse könnte es geben? Die Spieler arbeiten gemeinsam daran, ein möglichst cooles Setting und viele interessante Konflikte zu entwerfen. Es geht also nicht darum, sich selber die coolsten Sachen rauszusuchen, sondern darum, was für das Gesamtkonzept passend ist.

Teil 2: Der erste Akt

Wir haben also vier Charaktere mitsamt ihrer Vergangenheit, ihren Zielen und der Umgebung, in der sie sich befinden. Nun geht die Geschichte los: Jeder Charakter hat im ersten Akt 2 Szenen, in denen er im Mittelpunkt steht und versucht, seinem Ziel näher zu kommen. Dabei gibt es 2 Möglichkeiten: a) Der Spieler sucht sich aus, in welcher Szene er sich befindet und mit wem er interagieren will. Die anderen Spieler entscheiden, ob er Erfolg hat. b) Der Spieler sucht sich aus, ob er erfolgreich sein will oder nicht, dafür dürfen die anderen Spieler ihm die Szene vorgeben. Auch hier geht es wieder darum, was gerade für die Geschichte gut funktioniert. Die Würfel spielen hier eine Rolle: Es gibt pro Spieler 2 helle und 2 dunkle Würfel in der Mitte des Tischs. Für einen Erfolg bekommt man einen hellen, für Misserfolg einen dunklen Würfel. Diese werden in Akt 1 direkt an einen anderen Spieler (egal, welchen) weiterverschenkt. Am Ende des Aktes entscheiden die Würfel, welche 2 Spieler sich noch 2 unvorhergesehene Ereignisse aussuchen dürfen, die in Akt 2 passieren werden. Außerdem behält man die Würfel, die man am Ende von Akt 1 hat. Sie spielen später noch eine Rolle.

Wie es bei uns lief:

Ich hatte gestern noch das Play-Set „Touring Rock Band“ gefunden und wir fanden das so klasse, dass wir es spielen wollten.

Unsere gewählten Elemente waren:

Beziehungen:
1. Trouble: Undercover Cop
2. Trouble: Insane Stalker
3. Parasite: Teenage Musician
4. Family: Twin

Orte:
1. Tourbus
2. Industrielle Müllverbrennungsanlage

Gegenstände:
1. Eine Kamera mit voller Speicherkart
2. Eine Bong, gefertigt aus dem Schädel eines 13-jährigen Mädchens

Antrieb:
1. to get wasted (Myra)

Set-up und Akt 1

Michael „Spirit Fingers“ Crowley ist Bassist der aufsteigenden Rockband „Rockzilla“, die gerade ihr erstes richtig erfolgreiches Album hatte und jetzt durch die USA tourt (und ja, es war genauso voller Drogen und Groupies, wie ihr euch das jetzt vorgestellt habt). Während der Tour soll auch das Video zur neuen Single gedreht werden – Drehort ist eine Müllverbrennungsanlage. Aber Michael ist unzufrieden, die Band nimmt ihn nicht richtig ernst, er steht immer im Hintergrund und soll im Video nach der Hälfte des Songs in eine brennende Grube stürzen. Danach soll er im Kostüm des Bandmaskottchens – ein grün-lila Dinosaurier mit Rockeroutfit (Rockzilla halt…) wieder auf die Bühne kommen. Michael verabscheut das Maskottchen, den Bandnamen und überhaupt – er ist mit der Gesamtsituation unzufrieden. Insofern kommt es ihm gerade recht, dass ihn ein unbekannter Mann anspricht und ihm einen Vorschlag unterbreitet. Er, der Unbekannte, will für ihn in das Kostüm schlüpfen, Michael soll währenddessen den Leadsänger beiseite drängen und ein Basssolo hinlegen, das den Anfang seiner Solokarriere begründen könnte. Michael stimmt zu – ohne zu wissen, dass er gerade seinen größten Stalker getroffen hat, der seine Karriere seit Jahren verfolgt, ein Tattoo der Band auf dem Rücken hat und sich als Teil der Gruppe ansieht.

Larry Rogins ist, man kann es nicht anders sagen, verrückt wie eine Tüte Katzen und nun seinem Idol so nah wie noch nie. Doch all seine Pläne scheinen in Gefahr zu geraten, als er vor dem Tourbus auf einmal auf seinen Zwillingsbruder trifft. Lucas Rogins ist Polizist und versucht seit zwei Jahren, das Verschwinden der 13-jährigen Annie White aufzuklären. Neue Hinweise führten zu der Band „Rockzilla“ – angeblich war Annie kurz vor ihrem Verschwinden auf einem Konzert der Band und außerdem ging sie in eine Klasse mit Myra Saint Fleur, der Tochter des Produzenten. Myra ist, da ihr Vater sie nicht aus den Augen lassen will, ebenfalls mit auf Tour. Zwar haben sie und ihr Vater einen eigenen Wohnwagen, doch sie hängt so viel wie möglich bei der Band rum und obwohl sie erst 15 ist, legt sie es darauf an, so viel wie möglich zu saufen, Gras zu rauchen und eine wilde Zeit zu haben. Lucas jedenfalls hat eine Tarnidendität als Roadie angenommen und begleitet die Band. Er versucht, Myras Vertrauen zu gewinnen, aber die ist viel zu sehr damit beschäftigt, sich abzuschießen. Lucas vermutet außerdem interessante Dinge auf Myras Kamera,  konnte sie aber bisher nicht in die Finger kriegen. Da kommt es ihm gerade gelegen, dass Michael ihn um Hilfe bittet – er soll dafür sorgen, dass er auch wirklich wieder auf die Bühne stürmen kann, wenn die Band gerade das große Finale samt Feuerwerk erlebt. Lucas sichert seine Hilfe zu – aber nur, wenn Michael ihm Myras Kamera besorgt…

Myra hat währenddessen erfolgreich das gesamte Weed der Band gestohlen und in der Schnauze des Dinosaurierkostüms verstecken können. Doch ihr Vater erwischt sie, während sie bei der Band herumhängt und verbannt sie in den Wohnwagen. Dort bleibt sie nicht lange allein: Larry vermutet, dass der Wohnwagen Michael gehört und bricht dort ein, um in den Sachen seines Idols zu stöbern. Myra hört ihn, schleicht sich an ihn an und filmt den vermeintlichen Einbrecher, den sie natürlich für Luke hält. Diese belastenden Aufnahmen sind natürlich eine tolle Gelegenheit, den Roadie loszuwerden, der immer so viele Fragen stellt.

What happend to Annie White?

Was wirklich mit Annie White geschah, weiß nur Larry: Myra sorgte auf dem Rockzilla-Konzert vor zwei Jahren dafür, dass Annie, die sie hasste, zu viel trank und schließlich sturzbesoffen versuchte nach Hause zu kommen. Michael, der ebenfalls völlig breit war, fuhr trotzdem mit dem Auto nach Hause. Man kann sich denken, was geschah: Er übersah Annie, die auf der Straße entlangtaumelte und überfuhr sie. Am nächsten Morgen wusste er von nichts mehr. Larry Rogins hingegen, schon zu diesem Zeitpunkt absolut besessen von „Fingers“, hatte ihn mit seinem Wagen verfolgt und so auch die Leiche gefunden. Natürlich war es für ihn selbstverständlich, dafür zu sorgen, dass seinem angebeteten Idol nichts passiert. Er begrub Annies Leiche irgendwo in der Einöde. Allerdings wollte er Michael seinen Liebesdienst auch beweisen: Aus Annies Schädel bastelte er eine Bong, die er mitsamt einem erklärenden Brief an Michael schickte. Der, wieder mal nicht ganz nüchtern, warf den Brief ungelesen weg, behielt aber die coole Bong mit dem verblüffend echt aussehenden Schädel…

Teil 3: Der zweite Akt

Akt 2 läuft genauso wie Akt 1 – jeder Spieler hat 2 Szenen, die mit Erfolg oder Misserfolg enden können. Es sind jetzt nur noch die Würfel übrig, die in Akt 1 nicht vergeben wurden. Je besser also Akt 1 für die Charaktere lief, desto schlimmer wird es nun. Außerdem werden die beiden ausgewürfelten Zufallsergebnisse ins Spiel gebracht.

Teil 4: Das Nachspiel

Hier sind nun die Würfel entscheidend, die die Spieler in Akt 1 und 2 angesammelt haben. Mit ihnen wird eine Zahl erwürfelt, die auf einer Tabelle angibt, wie schlimm oder gut der Charakter am Ende dasteht. Die Skala reicht von „schlimmer als tot“ bis zu „un-fucking-fassbar toll“. Nachdem jeder Spieler also weiß, wie sein Charakter am Ende dasteht, wird reihum in kurzen Szenen erzählt, was nach dem Ende von Akt 2 passiert. Die Szenen können 5 Minuten oder 50 Jahre nach Akt 2 stattfinden, das ist egal. Stellt euch einfach die letzten 10 Minuten eines Films vor, in dem die Charaktere mit einer Montage gezeigt werden, so in etwa soll das aussehen. Nach der Variante, die wir gewählt haben, wird für jeden hellen Würfel des Spielers eine gute Szene, für jeden dunklen Würfel eine schlechte Szene erzählt. Es geht reihum, nach jeder Szene wird ein Würfel zurück in die Mitte gelegt, wenn alle Würfel abgelegt sind, ist das Spiel vorbei.

Wie es bei uns lief:

Akt 2 und Nachspiel

Unvorhergesehene Ereignisse:
1. Jemand ist doch nicht so unschuldig
2. Ein kleiner Fehler führt zum Ruin

Der Videodreh in der Müllverbrennungsanlage läuft und alles geht drunter und drüber: Larry besucht den Tourbus und bekommt von Michael das Dino-Kostüm, um sich damit schon mal in Position zu begeben. Der eigentliche Grund für seinen Besuch war aber, dass er die Schädel-Bong an sich bringen wollte, um sie zu entsorgen und oder einem anderen unterzuschieben. Während er im Dinokostüm, die Bong in das Kopfteil gesteckt, gen Videodreh hastet, versucht Myra, Lucas mit den Aufnahmen auf der Kamera zu erpressen. Sie will das Dino-Kostüm wiederhaben, und er soll es für sie stehlen, sonst sagt sie ihrem Vater, dass er in ihrem Wohnwagen war und sorgt dafür, dass er gefeuert wird. Lucas verflucht seinen Bruder für die Sache mit dem Einbruch und hat die Schnauze voll von Myras Zickereien – außerdem sieht er gerade Larry in ebenjenem Dino-Kostüm Richtung Videodreh eilen. Also lässt er sie stehen und folgt Larry. Myra ist so wütend, dass sie die Kamera auf dem Boden zertrümmert, die Speicherkarte fällt dabei raus und bleibt unbeschädigt.

Michael ist beim Dreh und alles geht schief. Der Leadsänger ist betrunken, ständig muss abgebrochen werden, er ist schon 3 x in seiner „Sterbezene“ von der Bühne gesprungen, obwohl die Kamera schon gar nicht mehr lief. Lucas hat derweil Larry eingeholt und versucht, ihm das Kostüm abzunehmen. Sie streiten sich, sie schreien sich an, sie rangeln um den Kopf des Dinos – bis die Schädelbong nach draußen fällt und in Richtung Kamerateam rollt. Lucas schnappt sich den Schädel und erkennt, dass er hier ein wichtiges Beweisstück in der Hand hält. Myra redet gleichzeitig mit Michael und will ihn dazu bringen, das Dinokostüm wiederzubesorgen. Michael verrät ihr aus Versehen seinen ganzen Plan: Wenn das Feuerwerk gezündet wird, will er auf die Bühne stürmen, denn die Pyrotechnik ist so teuer, dass dieser Shot nur ein einziges Mal gedreht wird. Wenn er dann im Bild ist, ist er auch im Video. Außerdem flucht er darüber, dass seine Bong weg ist – und zwar genau in dem Moment, als Lucas mit dem Schädel um die Ecke biegt. Der Polizist fackelt nicht lange, lässt seine Tarnung fallen, zieht die Knarre und versucht, Michael zu verhaften. Der sieht nur die Pistole und springt von der Bühne in die Kartons, die dort für den Dreh der „Sterbeszene“ herumliegen. Lucas springt sofort hinterher. Larry rennt über die Bühne, will seinen vergötterten Michael retten – und löst dazu das Feuerwerk aus. Alles knallt und brennt, das totale Chaos bricht aus. Feuerwerkskörper fallen in die Kartons, die anfangen zu brennen, Lucas und Michael versuchen den Flammen zu entkommen. Lucas kann nur Schädel oder Knarre behalten und wirft letztere im hohen Bogen weg. Myra sieht, wie das Feuerwerk ungenutzt zu verbrennen droht, stürmt auf die Bühne und schnappt sich das Mikrofon. Die Band macht mit, sie spielen den halben Song – dann fliegt Lucas‘ Pistole auf die Bühne, ein Schuss löst sich, trifft ein tragendes Seil und die schon halb brennende Bühne kippt langsam zur Seite und stürzt nach unten – direkt in Richtung der Kartons, aus denen Michael und Luke zu entkommen versuchen.

(hier endete Akt 2)

Larry entkommt dem Chaos, stiehlt Lucas‘ Polizeimarke aus dessen Gepäck und gibt sich als Polizist aus. Er schiebt den Schädel dem Leadsänger unter und sorgt für dessen Verhaftung. Später führt er, immer noch in der Rolle seines Zwillingsbruders, die Polizei zum Rest der Leiche. Schließlich fliegt sein falsches Spiel auf und er muss flüchten.

Michael überlebt den Unfall schwerverletzt und mit schweren Brandwunden. Kaum ist er soweit gesundet, dass er wieder sprechen kann, wird er von der Polizei verhört und schließlich wegen verschiedener Drogendelikte zu einer Haftstrafe verurteilt. Nach seiner Entlassung findet er eine Band, die ihn wegen des Images („Wir haben einem ehemaligen Knasti ne Chance gegeben“) als Bassisten aufnimmt. Wieder nimmt man ihn nicht ernst, wieder wird er kaum beachtet – alles beim Alten, nur schlimmer.

Myra verliert im Feuer die Hälfte ihrer Haare, doch viel schlimmer ist, dass ihr Vater die Speicherkarte findet und darauf schlimme, schlimme Bilder sieht. Sie muss die USA verlassen und wird nach Nordengland in ein Internat für schwer erziehbare Mädchen gesteckt. Das Video von ihr mit der Band vor der brennenden Bühne gelangt aber ins Internet und kriegt Millionen von Zuschauern.

Lucas kann endlich Annies Eltern erzählen, was aus ihrer Tochter geworden ist. Wegen der Dinge, die Larry in seinem Namen gemacht hat, muss er sich einer internen Untersuchung stellen und wird auf einen schlechteren Posten versetzt. Der angeblich Schuldige an Annies Tod, der Leadsänger, kann entlastet werden. Der Fall wird als unaufklärbar zu den Akten gelegt. Auf Annies Beerdigung bedanken sich Lucas‘ Eltern bei ihm dafür, dass sie nun endlich Abschied nehmen und die Sache verarbeiten können.
10 Jahre später: Lucas ist aus dem Polizeidienst ausgeschieden und arbeitet als Nachtwächter. In seiner kleinen, heruntergekommenen Wohnung hat er ein komplettes Zimmer dem immer noch ungeklärten Mord an Annie White gewidmet. Die Wände sind voller Polizeiberichte,  Zeitungsartikel, dazwischen finden sich wirre Kritzeleien. Lucas steht vor einer der Wände und murmelt leise vor sich hin…und irgendwie sieht er seinem Zwillingsbruder plötzlich sehr, sehr ähnlich.

Macht das Spaß?

Nein, Fiasko ist ein total ödes Spiel und ich habe diesen langen Blogartikel nur geschrieben, um euch davor zu warnen. Kauft es bloß nicht.

Nein, ernsthaft: Ich hatte unglaublich viel Spaß und das Spiel hat schon beim ersten Versuch extrem gut funktioniert. Ich denke, es hilft, wenn man sich tatsächlich das TableTop-Video anschaut, um eine ungefähre Ahnung zu haben, wie so eine Runde in etwa ablaufen kann. Ansonsten ist aber alles echt idiotensicher erklärt, die Regeln sind denkbar einfach und in etwa 20 Minuten zu erklären.

Ich denke, Fiasko ist etwas für Leute, die Spaß daran haben, Geschichten und Charaktere zu erfinden und sie relativ rasant auch weiterzuentwickeln. Das Spiel ist in jedem Fall eine unglaublich kreative Sache und sicherlich für jeden, der auch sonst gern in dem Bereich tätig ist, spaßig und eine gute Übung. Leute, die entweder gern viele Regeln haben oder eine Geschichte nicht mitentwickeln, sondern nur erleben wollen, dürften weniger auf ihre Kosten kommen, ebenso wie solche, die ihre eigenen Charaktere nur auf der Gewinnerseite haben möchten.

Ich finde das System sehr großartig und kann es gar nicht abwarten, eine zweite Runde zu spielen.

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