DSA-Woche, „Neulich beim Rollenspiel“-Sprüche und Kram

So, da bin ich wieder. Eine Woche DSA-spielen in Dänemark ist leider wieder viel zu schnell vergangen.

Wer sich nicht für DSA interessiert, kann jetzt aufhören, weiterzulesen – es folgt nun Gelaber über das Rollenspiel an sich, eine Bewertung der gespielten Abenteuer und einige lustige Sprüche.

Also. Wer sich nicht vorstellen kann, wie eine solche Woche so abläuft: Wir fallen gewöhnlich am Samstag Nachmittag in unser Ferienhaus (in das wir jetzt schon das 5. Mal in Folge fahren, so dass wir es irgendwie schon als zweites Zuhause betrachten) ein, packen unseren Kram aus, jeder sucht sich einen bequemen Platz, dann gibt’s was zu Essen und dann wird auch schon losgelegt mit Spielen. Dann wird gespielt, meistens bis in den frühen Morgen, dann geschlafen, dann in Ruhe gefrühstückt und ein bisschen gechillt und dann wieder gespielt, geschlafen,…etc. Zwischendurch gibt’s auch noch ne warme Mahlzeit, für die meistens ich zuständig bin. Ich kaufe immer für die ganze Woche ein und koche dann. Dieses Jahr hat an einem Tag mein Mitbewohner (den ich das erste Mal mitgeschleppt hab) gekocht, ansonsten hat die einzige andere Frau außer mir dankenswerterweise sehr viel aufgeräumt und abgewaschen. Insofern war es dieses Mal dann schon sehr entspannt *g*

Außer DSA spielen, essen, schlafen und gelegentlich nochmal zum Supermarkt fahren oder am Strand spazieren gehen passiert dann auch nicht viel in der Woche. Das tolle dabei ist: Man kommt so was von raus aus dem Alltag, nicht nur örtlich, sondern auch gedanklich. Ich hab die ganze Woche kaum an die Arbeit, mein überzogenes Konto oder irgendwelchen anderen Scheiß gedacht. Und genau deshalb ist die Woche aus so erholsam, auch wenn sie so aus anderen Gesichtspunkten (zu wenig Schlaf, zu wenig Bewegung, zu viel ungesunden Fresskram essen) durchaus nicht sooooo erholsam ist. Den Schlaf hab ich immerhin wieder etwas nachgeholt, hab heute Nacht 12 Stunden gepennt 😉

So. Was gab es also dieses Jahr?

Wir haben insgesamt 3 Abenteuer gespielt. Eins war selber ausgedacht, bei den anderen handelte es sich um „Drachentöter“ (aus der Anthologie „Stadtstreicher“), und „Zeichen der Vergänglichkeit“ (aus „Rittererbe“). Achtung, es folgen Spoiler zu den Buchabenteuern!

Als erstes war „Drachentöter“ an der Reihe.

Der SL hat das Abenteuer in Albenhus spielen lassen, was meiner Meinung nach dem Abenteuer auch gut getan hat, da man in einer noch größeren Stadt vermutlich Probleme gekriegt hätte, das Ganze in 2 Abenden zu schaffen. Man kennt das ja, die Helden rennen dann zum Einkaufen, zum Sightseeing, trennen tut die Gruppe sich eh meistens, aber je kleiner die Stadt ist, desto eher läuft man sich halt wieder über den Weg.

Jedenfalls lief das Abenteuer gut und machte auch viel Spaß. Die NPCs sind allesamt sehr witzig und interessant, die Handlung ist zwar nicht die Neuerfindung des Rades, aber doch recht gut und vor allem auch überraschend. Wir waren auch erfreulicherweise nach ziemlich genau 2 Abenden durch, ohne uns hetzen zu müssen. Mit meiner Taugenichtsin hatte ich auch sehr viel Spaß, noch dazu, weil ein anderer Spieler ihren ehemaligen Hauslehrer gespielt hat und die beiden zusammen immer sehr lustig sind.

Wer also mal ein kleines, nettes Abenteuer mit flexiblem Handlungsort sucht, dem sei das Abenteuer empfohlen. Zwei Spielabende sollte man aber durchaus einplanen.

Abenteuer Nr. 2 war „Zeichen der Vergänglichkeit“.

Dieses lief leider weniger toll. Auch hierfür hatten wir 2 Spielabende Zeit, was allerdings viel zu wenig war. Noch dazu hat der SL 1,5 Abende auf die Anreise verwendet, so dass wir im Dorf Drakenstein lediglich etwa 5-6 Stunden Spielzeit hatten. Insofern lief das Ganze dann sehr gehetzt. Noch dazu hatte der SL den Fluch der Norbardin abgeändert, so dass dieser eine dämonische Komponente hatte. Das sorgte dann nach Entdeckung der dämonisch verseuchten Zauberei dafür, dass sowohl mein Antimagier als auch der Drakonier Eismagier nicht mehr bereit waren, irgendwie Zeit zu verschwenden. Der SL meinte irgendwann dann relativ frustriert, wieso wir denn auch das Abenteuer in den ersten 24 h im Dorf lösen wollen. Dies verwunderte mich etwas, denn 1. war es da bereits 5 Uhr morgens und jeder weitere Tag im Dorf hätte eigentlich schon bedeutet, dass wir auf keinen Fall mehr fertig geworden wären; und 2. hatte er ja nun 2 Magier mit Prinzipientreue „Vernichtung von Dämonen“ als Helden akzeptiert und selbigen eine dämonische Kraftlinie präsentiert…dass die dann nicht erstmal schlafen gehen und es ruhig angehen lassen, sollte klar sein.

Nun ja. Mein Magier rief dann also den im Dorf rumspukenden Geist mittels Geisterruf, dieser verriet uns dann, wie wir ihm Frieden schenken konnten und das taten wir dann auch. Insofern brachten wir das Ganze dann doch noch zu einem Ende.

Mein Fazit: Hätte ein gutes Abenteuer werden können, dazu wäre aber wesentlich mehr Zeit nötig gewesen. Ich denke, 4-5 Abende sind mindestens erforderlich. Wenn man etwas kürzen sollte, dann kann man die Anreise auf „ein Abend im typischen bornischen Wirtshaus“ und „Treffen mit der Norbardensippe“ begrenzen, in Drakenstein selber sollten wohl aber wenigstens 2-3 Abende eingeplant werden (es sei denn, man spielt sehr problemlösend und ohne viel Ausspielen der Charaktere). Es waren auch noch einige andere Dinge dabei, die mich genervt haben, die aber am SL lagen. Z. B. ein Wald mit herunterfallenden Ästen, die mehr TP als ein Langschwert machten und eine Goblinsippe, die nach einem auf sie geschleuderten Frigisphäro und einem Ignissphäro noch fröhlich zum Angriff übergingen.

Nicht zu vergessen die drei jungen Frauen, die sich um den einen Helden bemühten und die als einzige Beschreibung „Charisma 10, 12 und 14“ erhielten…

Ansonsten findet sich im Abenteuer bei der Geschichte der alten Norbardin noch eine etwas unglückliche Formulierung. Dort heißt es so grob: „Die Theaterritter brannten, genauso, wie sie unsere Mütter hatten brennen lassen“. Aufgrund dieser Formulierung haben wir im ganzen Dorf nach einem alten Scheiterhaufen gesucht und wären nie im Leben darauf gekommen, die Leiche könnte im See versenkt worden sein.

Das letzte Abenteuer war ein selbst ausgedachtes, welches in Al’Anfa begann und eine große Expedition in den Dschungel zum Ziel hatte. Dabei lag das Hauptaugenmerk nicht auf den Gefahren des Dschungels, sondern auf dem Mikrokosmos der Expedition. Das Abenteuer war am ersten Abend wirklich absolut großartig, mit spannender Handlung, tollen NPCs und auch vielen toll gespielten Helden. Am zweiten Abend ging es dann erst genauso gut weiter, am Ende wurde es etwas schwächer und dann endete das Abenteuer auf einmal im Nichts.

Es lief so, dass wir in einem alten, vermutlich echsischen Tempel standen und dort eine Tür war, an der so Zahnräder angebracht waren, die man in eine bestimmte Reihenfolge bringen musste, um den Hebel zum Öffnen der Tür bedienen zu können (ja, es sah so ein wenig aus wie ein Spielautomat, was irgendwie seltsam war, aber egal…). Es war 5 Uhr morgens, ich war unglaublich müde und kam auf keine gescheite Idee. Meine Heldin hatte Klugheit 15 und Grundkenntnisse in Mechanik, bekam aber keine Probe zugestanden. Ich beschloss dann einfach, an dem Hebel zu ziehen, sollte eine Intuitionsprobe + 5 machen, verkackte selbige – und zerstörte damit die Tür. Unwiderruflich. Die Tür war der einzige Eingang, so dass ich nicht nur uns den Weg zum Inneren des Tempels versperrt sondern auch noch den schon vorangegangenen Teil der Expeditionsgruppe dort eingesperrt und quasi dem Tod geweiht hatte…

Aber da sieht man wieder, wieso nicht das Ergebnis des Abenteuers an einer einzigen Probe hängen sollte….und wieso man, grade spät nachts, entweder keine Rätsel einbauen oder den Spielern wenigstens ne Probe zugestehen sollte…

Ja. Das war dann ein sehr unbefriedigendes Ende, wobei das Abenteuer bis 2 Stunden vor Schluss wirklich toll war, so dass am Ende doch ein relativ positiver Gesamteindruck übrig bleibt.

Insgesamt war der Dänemarkurlaub jedenfalls wieder eine sehr schöne Woche, diesmal vielleicht ein wenig „redseliger“ als sonst. Ich war auch nicht so oft und so lange am Strand, wie ich es mir vorgenommen hatte, da ich meistens zu faul war, das Haus zu verlassen. Jetzt ist schon wieder Samstag, die Taschen sind noch nicht ganz ausgeräumt, die Wäsche wird gewaschen, die Katze ist auch wieder aus der Pension zurück und am Montag steht wieder Arbeiten auf dem Plan…

Doch bevor ich an solch unangenehmen Dinge denke, kommen hier noch die Sprüche aus Dänemark und von den beiden Wochenenden vorher.

Sprüche aus „Das Schweigen der Raben“ (29.10.2011)

Helden:

Praifried – unglaublich praiosgefälliger Krieger aus Eslamsgrund

Niamad – unentdeckt gebliebender Phexgeweihter

Fiana von Sturmfels – Söldnerin

Narcissa (von Ehrenstein und Streitzig) – almadanische Taugenichtsin

Praifried, eine Bettlerin anschreiend: „In Praios’ Namen, antworte sie!“
Narcissa, sich für den Krieger schämend: „…bitte?“

Praifried: „Klar doch, ich tausche jetzt mein vom Raben von Punin gesegnetes Familienschwert gegen das rostige Breitschwert hier an der Wand ein…“

Narcissa: „Praifried, ich weiß ja, Ihr seid sehr praiosgläubig…“
Praifried: „Tatsächlich?“
Narcissa: „Ja, wenn man Euch eine Weile kennt, merkt man es…“

Narcissa zu Praifried: „Und wieder haben wir festgestellt, dass die Welt nicht so ist, wie wir sie uns in unseren Vorurteilen immer vorstellen…“

Fiana: „Ob der Golgarit wohl noch zu haben ist? Das wäre endlich mal eine Beziehung, in der man ausreden kann…“

Sprüche aus „In den Armen des Meeres“ (05.11.2011)

Helden:

Boromil Salix von Trallo zu Rotenbusch, Taugenichts

Xeliane Myra Scarvone, horasische Gelehrte

Boromil: „Ein Einzelzimmer und ein Pferd, bitte!“

NPC: „Ja, und dann gibt es noch die offene Kellertreppe, aber die ist ja zu.“

Xeliane: „In Nostria sind ja selbst die Feen bekloppt!“

Boromil: „Ich wünsche mir ein in der Nacht schwertendes Leucht.“

Sprüche aus „Drachentöter“ (12.+13.11.2011)

Helden:

Narcissa, Taugenichtsin

Agritubel Ohlfried von Librium, ihr alter Hauslehrer

Satine, Schwertgesellin aus Vinsalt

Buri, Brilliantzwerg

Fressewegda, goblinische Einbrecherin

Narcissa: „Ich geh mal vor die frische Tür…“

Nachdem Agritubel sich mit Buri den halben Tag gestritten hat:
Satine zu Agritubel: „Entweder geht Ihr jetzt ins Siechenhaus, auch wenn Ihr Euch da eine anstreckende Krankheit holen könntet, oder ihr geht den Zwerg suchen.“
Agritubel: „Na schön, dann geh ich eben ins Siechenhaus…“

NPC: „Der Bäcker in der Nebenstraße hat einen Buckel, aber der wird wohl kaum nebenher als Schläger arbeiten…“
Spieler: „Aber vielleicht kennt er ja die anderen Buckligen der Stadt?“
SL; „Ach? Vom Club der anonymen Buckligen, oder wie?“

Satine: „Ihr wollt schon wieder Heilkräuter kaufen? Wieso lernt Ihr nicht einfach richtig kämpfen?“

Sprüche aus „Zeichen der Vergänglichkeit“ (14.+15.11.2011)

Helden:

Oleana, leicht wahnsinnige Amazone mit blauen Haaren

Ede, Kampfmagierin und Hauptfrau a. D.

Palandor, Eismagier aus Drakonia

Reto Takate, aus Al’Anfa geflohener Moha-Gladiator

Corvinus von Perricum, Antimagier

NSC: „Das Muli heißt Galopper.“
Corvinus: „Galotta?!“

Oleana, mitten in der Nacht: „Etwas unsagbar Böses lauert dort, das Land wird sich erheben und alles verschlingen…“
Ede: „Kommt das heute noch, oder kann ich wieder schlafen gehen?“

S1: „Haben die Norbarden alle Bärte?“
SL: „Naja, nicht alle.“
S2: „Die Kinder zum Beispiel nicht…“
S3: „Und die Frauen auch nicht.“
S4: „Nee, die sind rasiert…also zumindest auf dem Kopf.“

Reto zu einer abergläubischen Bäuerin: „Nenn mich gefälligst „Reto“ und nicht „Schwarzer“, du Weiße!“

Palandor (nach diversen Begegnungen mit den abergläubischen Bornländern):
„Firun zum Gruße, ja, wir sind in der Tat drei Magier, ein schwarzer Mann und eine Frau mit blauen Haaren, wir sind wegen der Ausgrabung hier, keiner von uns ist gefährlich.“

SL: „Die Gans ist fast erfroren…“
S1: „Was?“
SL: „Na, es ist schon fast 0° Grad kalt…?“
S1: „Und was ist mit den Enten im Winter? Alle tot?“
SL: „Äh….“
S1: „Oder meinst du, die schmeißen die Heizung an?“

NSC zu Corvinus: „Habt Ihr einen Plan?“
Corvinus: „Nein!“

Nach dem Auffinden der ca. 5. Kraftlinie, deren Existenz wir uns nicht erklären konnten…

Corvinus: „Na heureka, hier ist noch eine Linie…“
Palandor: „Was heißt „heureka“?
Corvinus: „Das ist Urtulamydia für „ich hab keinen Bock mehr“…“

Sprüche aus „Kin-Da Ka“ (16.+17.11.2011)

Helden:

Lestat de Windamer, Magier aus als Al’Anfa

Rachwan, Kor-Akoluth aus Fasar

Ashta, Schwertgesellin aus Fasar

Xeliane, horasische Gelehrte

Ingrimma, Kriegerin aus Mendena

SL: „Ihr Name ist Isabella….bla.“
S1: „Ach? Von den Brabaker oder den Al’Anfaner Blas?“

NSC: „Ich bin Großwildjäger – der Mann für alle Felle!“

NSC: „Mittelreich ist doch ein dämlicher Name, klingt wie „fast arm“.“

Ingrimma: „Noch ist die Zeit des Jammerns nicht gekommen.“
Xeliane: „Wie lange wollen wir denn noch damit warten?“

Ingrimma und Ashta nehmen Heiltränke.

SL: „Die Mohas sind offensichtlich überrascht, als ihr eure Heiltränke schluckt…“
S1 aus dem Off: „Tja, viele Männer sind überrascht, wenn Frauen schlucken…“

Rachwan zu Lestat: „Wenn du mich verzauberst, schlag ich dich!“
Lestat zu Rachwan: „Wenn du mich schlägst, verzauber ich dich!“

Und zu guter Letzt noch: Die Spieler diskutieren alle über das Titelbild des Dschungelabenteuers, auf dem ein Schimpanse zu sehen ist.

S1: „Kann ich eigentlich eine Banane weihen lassen?“
S2: „Wieso das denn?“
S1: „Falls dieser dämonische Schimpanse da unser Endgegner ist.“
S2: „Also prinzipiell kann man alles weihen lassen…“
S1: „Und wenn ich die Banane dann esse?“
S2: „Dann, schätze ich, kannst du getrost von „heiliger Scheiße“ reden…“
S1: „Dann geh ich mal zu den Bannstrahlern.“
S2: Den Bananenstrahlern, meinst du wohl…“

So, das wars dann für heute. Demnächst wieder mehr!

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5 Kommentare

Eingeordnet unter DSA, Rollenspiel

5 Antworten zu “DSA-Woche, „Neulich beim Rollenspiel“-Sprüche und Kram

  1. Stephan

    Löl! Sehr schön 🙂 Besonders das mit den lustigsten Sprüchen^^

  2. „Ich bin Großwildjäger – der Mann für alle Felle!“
    Ich kann nicht mehr vor Lachen XD

    Welchen Char hast du denn im Dschungel gespielt?

  3. @Dominik: Ich habe die Gelehrte gespielt, Xeliane also.

  4. Ich bin begeistert. Lustige Zitate machen eine Spielrunde erst richtig gut. Ruhig mehr davon, aber da müsst ihr wohl erst mal ne Weile vorspielen (passt irgendwie), bis ihr wieder genügend zusammen habt.

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