Tagesarchiv: 25. Oktober 2011

Warum ich Zufälle hasse

Nein, nicht im wirklichen Leben. Naja gut, manchmal auch da. Aber da gibt es auch schöne Zufälle 😉

Nein, wirklich nicht ausstehen kann ich Zufälle in Abenteuern.

Ich meine jetzt nicht die netten kleinen Begegnungen am Wegesrand, die gern mal unter “Zufallsbegegnungen” irgendwo aufgeführt sind und dem Meister helfen sollen, den Weg der Helden von A nach B spannender zu gestalten. Ob man für diese Dinger jetzt eine Würfeltabelle braucht oder nicht, sei dahingestellt, jedenfalls finde ich sowas durchaus in Ordnung. Ich persönlich finde Reisen ja meistens doof und hab auch nix gegen den Indiana-Jones-Modus, aber das ist ja jeder Gruppe selbst überlassen.

So. Doch zum Thema: Was mir wirklich auf die Nerven geht, sind plotrelevante Zufallsbegegnungen, wie sie leider in vielen Abenteuern immer wieder vorkommen. Meiner Meinung nach ist es okay, wenn die Helden über eine wichtige Person/einen wichtigen Ort/Hinweis/etc. stolpern – und zwar genau einmal pro Abenteuer. Wenn das aber immer und ständig passiert und dann auch noch so, dass alles, was die Helden tun, ins Leere läuft, so dass sie nur warten können, bis sie zufällig über den nächsten Plothook stolpern, dann könnt ich schreien.

Leider haben gerade Abenteuer, die ich persönlich sehr gerne spiele, nämlich Detektiv- und/oder Stadtabenteuer, immer wieder dieses Problem. In meiner einen Runde hab ich zum Glück einen Meister, der diese Zufallsdinger selber nicht ausstehen kann und dann immer das ganze Abenteuer umschreibt, damit die Ereignisse mehr logischen Zusammenhang haben als “zufällig seht ihr, ….”. Das ist natürlich ein gewaltiger Mehraufwand und müsste nicht sein, wenn gleich beim Schreiben eines Abenteuers mehr Wert darauf gelegt würde, dass nicht alles von unvorhergesehenen Begegnungen/Beobachtungen abhängt. Für mich ist wichtig, dass alles, was die Helden tun oder auch nicht tun, jede Frage die sie stellen, jede Spur, der sie nachgehen, eine Konsequenz hat und die Handlung weiterführt. Und wenn das Ergebnis nur heißt: “Okay, diese Spur ist völlig falsch, die können wir ausschließen.” Aber es ergibt einfach keinen Sinn, wenn man macht und tut und fragt und untersucht, ohne dass es ein Ergebnis hat, nur um dann am Ende durch irgendeinen NPC wieder auf den Plot gestoßen zu werden.
Ehrlich, das ist sowas von frustrierend. Gerade, wenn man viel über mögliche Lösungen und Zusammenhänge nachgrübelt und auf die entscheidende Idee gar nicht kommen kann, weil einem das Abenteuer wegen der “dramatischen Wendung” des Rätsels Lösung vorenthalten will.

Besonders heftig fällt mir das “Zufallsphänomen” gerade bei “Donner und Sturm” auf. Unser Meister meint zwar, dass der ganze Mist, der passiert, nur an unserer Position im Rennen liegt, aber ich glaube, dass das ziemlicher Quatsch ist. Wenn das so wäre, müssten die Helden ja nur schaffen, auf einen der ersten Plätze zu bekommen, und dann könnten sie einfach durchrauschen, würden aber vom Abenteuer nichts mehr mitbekommen.

Nur mal beispielhaft, was mir so in Erinnerung geblieben ist:
(Achtung, enthält Spoiler!)

Die Helden kommen nach Stadt A und suchen etwas im Tempel X. Als sie ankommen, stellen sie fest, dass der Tempel vor 15 min überfallen und in Brand gesteckt wurde.
Die Helden reisen also weiter an Ort B. Gerade, als sie dort sind, taucht ein Beschwörer auf und…beschwört Dinge 😉
Danach geht es weiter mit dem Rennen. Gut, es gibt auch die oben erwähnten “netten Zufallsbegegnungen”. Wie z. B. die brennende Scheune, die man hilft zu löschen, um hinterher festzustellen, dass der Bauer ein verdammter Drogentyp ist und man gerade stundenlang irgendwelche verbrennenden Rauschkräuter eingeatmet hat…. 😉
Also. Weiter gehts. Helden kommen in Stadt C mit Tempel Y. Dort gibt es ein Buch, das sie brauchen. Doch, oh nein! – Kurz vor den Helden war eine andere Gruppe vor Ort, die die entscheidende Seite aus dem Buch gerissen hat. Doch was solls, unverzagt weiter zu Tempel Z, da gibt es auch noch das benötigte Wissen. Man kommt an, doch – so ein blöder Zufall – auch dieser Tempel wurde mal wieder geschändet und der wichtige Gegenstand geklaut. So ergreifen die Helden wenig später ihre allerletzte Chance und finden in Tempel V noch das, was sie brauchen – zum Glück, denn gerade, als sie vor Ort sind, greift ein Paktierer den Tempel an. Sachen gibts aber auch…
Tja, doch das ist ja schnell überstanden, und man reist schließlich in Stadt D. Dort will man einen Gelehrten aufsuchen, aber man muss natürlich damit rechnen, dass dieser, just als man ihn aufsucht, gerade überfallen wird, nicht wahr? Und natürlich sind ihm auch nicht etwa seine Reichtümer geklaut worden, sondern nur die beiden Bücher, die er braucht, um das Rätsel zu lösen….

Argh! Nach dem letzten Spielabend dachte ich wirklich, das Abenteuer will mich verarschen. Wir fühlen uns schon, als ob das Pech wie ein kleines, schwarzes Wölkchen über unseren Köpfen schwebt…

Ich meine, da sind ungefähr 20 Teilnehmer mit ihren Wagen dabei (gut, inzwischen nicht mehr ganz so viele…). Und jedes Mal passiert uns der Scheiß, nur weil wir die Helden (TM) sind? Seriously?

Ja. Und genau deswegen hasse ich Zufälle in Abenteuern. Irgendwann resigniert man und wartet nur auf die nächste blöde Sache, die einem die Pläne vermasselt.

Tja. Ich frage mich manchmal, ob es auch Gruppen gibt, die diese Zufälle toll finden. Oder Abenteuer, in denen sie nicht vorkommen. Oder ist das für einen Abenteuerautoren nicht möglich, es anders zu schreiben, weil man ja die Gruppe, die das Abenteuer spielt, nicht kennt? Ich weiß es nicht. Jedenfalls bin ich immer wieder froh, wenn beim Anpassen auf die eigene Gruppe vom Meister auch das Zufallselement entschärft wird.

PS: Falls jemand kommentieren möchte: Ich bin bei “Donner und Sturm” noch mittendrin. Bitte keine Spoiler 😉

Ein Kommentar

Eingeordnet unter DSA, Rollenspiel

Monat der Idioten

Liegt es an mir? Oder am Wetter? Vielleicht auch an der Mondphase? Wer weiß, was alles so Einfluss auf den geistigen Zustand der Menschheit hat.
Jedenfalls habe ich seit Wochen das Gefühl, das gerade alle am Durchdrehen sind. Die tägliche Quote an Vollidioten – in der Bahn, auf der Straße und vor allen Dingen auf der Arbeit – hat sich ungefähr verdoppelt. Und sie treten in Rudeln auf. Normalerweise ruft wenigstens pro Tag nur ein ausgewiesener Depp an und geht einem auf die Nerven, im Moment sind es mindestens 5. Heute morgen musste ich schon wieder ein Gespräch mit “Auf Wiedersehen, schönen Tag noch, Herr XY.” beenden (und den Hörer dann einfach auflegen).
In der Bahn scheinen die Leute die elementarsten Sachen (wie “erst aussteigen lassen, ehe man einsteigt”) verlernt zu haben, gestern fuhr meine S-Bahn die von mir genutzte Haltestelle einfach mal nicht an (Warum.auch.immer.), und sogar meine Katze scheint es für eine lustige Idee zu halten, meine Hand zu jagen, während ich am PC sitze und die Maus bewege.

Hilfe! Ich kann nur hoffen, dass es einfach am Oktober liegt (vielleicht auch an der noch laufenden Sommerzeit, würde jedenfalls ein Freund von mir felsenfest behaupten…) und dass sich der Irrsinn im November wieder legt. Und wenn nicht, hab ich da wenigstens eine Woche Urlaub 😉

Ach ja: Leute, die Briefe beantworten, indem sie auf die Rückseite oder, noch besser, in die Zwischenräume der Zeilen der ursprünglichen Briefes bzw. auf den Rand desselben schreiben, sind verrückt. Ehrlich. Immer. Vollkommen verrückt. Glaubt mir das.

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Eingeordnet unter blabla, Graaaah!